Hillern, Wilhelmine von
Brief an den Verleger Otto Janke über ihren ersten Roman. 1865
Los 2360
Schätzung
180€ (US$ 207)
Hillern, Wilhelmine von, Tochter der Dramatikerin Charlotte Birch-Pfeiffer, Schauspielerin und Schriftstellerin, ihr Roman "Die Geier-Wally" wurde mehrfach verfilmt (1836-1916). Eigh. Brief m. U. "W von Hillern". 3 S. Doppelbl. Gr. 8vo. Freiburg i. Br. 26.V.1865.
An den (nicht genannten) Berliner Verleger Otto Janke, dem ihre Mutter das Manuskript von Wilhelmines erstem Roman "Doppelleben" bei Janke eingereicht hatte. Sie erwarte die Korrekturfahnen und habe verschiedene Fragen, z. B. ob ihr aktueller bürgerlicher Name "Wilhelmine von Hillern geb. Birch" auf das Titelblatt gesetzt werden solle oder nur der frühere Name "Wilhelmine Birch". Sie beschäftige sich schon mit einer neuen Idee, wolle sie aber erst zur Ausführung bringen, wenn das im Druck befindliche Werk sie nicht mehr beschäftigen muß. Dem Potsdamer Rezensenten möge er ihren Dank für seine wertvollen Anmerkungen ausrichten, die sie alle gutgeheißen und genauestens berücksichtigt habe. Am Schluss eine Bemerkung zu eigener Lektüre: "Spielhagens 'Problematische Naturen' haben mich entzückt - welch ein genialer Mensch ist das!"
Hoffmann, E. T. A.
Brief an Stephan Schütze in Weimar. 1821.
Los 2361
Schätzung
4.500€ (US$ 5,172)
Hoffmann, Ernst Theodor Amadeus, Jurist, Schriftsteller, Komponist und Zeichner, Hauptvertreter der Berliner literarischen Romantik (1776-1822). Eigh. Brief m. U. "Hoffmann". Mit Adresse und papiergedecktem Siegel. 1/3 S. 4to. (Berlin) 18.II.1821.
An den Weimarer Hofrat Stephan Schütze, Schriftsteller des Goethe-Kreises, vielseitiger Publizist und Almanach-Herausgeber (1771-1839), dem Hoffmann eine Erzählung zu liefern verspricht. "Zu Ihrer Beruhigung ... nur in höchster Eil, in Akten vergraben, dass ich die in Rede stehende Erzählung baldigst endigen und spätestens im Aprill Ihnen zusenden werde. Sie könn[en] sich darauf verlaßen ...". - Von einem späteren Besitzer das "E. T. A." vor dem Namen "Hoffmann" zart mit Bleistift ergänzt. - Beiliegend 2 spätere Buch-Seiten über Hoffmann. - Zum Hoffmann-Umkreis siehe Nr. 2511 (Julius Reichsgraf Soden).
Hoffmann von Fallersleben, Heinrich
Eigenhändige Vollmacht für Otto Jahn.1857
Los 2361a
Schätzung
450€ (US$ 517)
Hoffmann von Fallersleben, August Heinrich, politischer Lyriker, Dichter des Deutschlandliedes und beliebter Kinderlieder, Germanist und Bibliothekar (1798-1874). Eigh. Vollmacht m. U. "Hoffmann von Fallersleben" und rotem Lacksiegel. 2 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. Berlin 14.X.1857.
"Ich Endesunterzeichneter bevollmächtige hiemit Herrn Professor Jahn, meine Sammlung französischer Chansons, welche ich der Kön. Bibliothek zu Berlin zur Bewahrung übergeben habe, für vierhundert Thaler zu verkaufen. Die Sammlung enthält nebst den handschriftlichen Stücken über 1500 Lieder mit Musiknoten ...". Auf Blatt 2 die Auflistung: "Chansons françaises T. I-IX." mit der Anzahl der Stücke in jedem Teil und der Summe "1494 nebst den handschriftlichen Stücken über 1500." - Zu Hoffmanns bedeutenden Literatursammlungen gehörten auch europäische Volkslieder. Der Philologe und Musikwissenschaftler Otto Jahn war seit 1855 Professor an der Universität Bonn.
Huber, Therese
Brief an den Verleger Engelmann sowie ein Gedichtmanuskript. 1819
Los 2362
Schätzung
800€ (US$ 920)
"Geistesfreiheit und Selbstgefühl"
Huber, Therese, Tochter von Chr. G. Heyne, Witwe von George Forster und Ludwig Ferd. Huber, bedeutende Schriftstellerin, Redakteurin des Cottaschen "Morgenblattes für gebildete Stände" (1764-1829). Eigh. Brief m. U. "Therese Huber geb. Heyne". 2 S., eng beschrieben. Doppelblatt mit Adresse. 4to. Stuttgart 6.VIII.1819.
An den Verleger Engelmann in Heidelberg, Herausgeber des Taschenbuches "Cornelia". Umfangreicher, interessanter Brief, in dem sich Therese Huber ausführlich über die schlechte Behandlung einer ihrer Erzählungen beschwert, die im Taschenbuch "Cornelia" gedruckt wurde. Bedankt sich zunächst über den empfangenen Wechsel, "wodurch meine Forderung an Ew. Wohlgeboren für die Erzähl. 'Die Häßliche' im Taschenbuche Cornelia 1820 befriedigt ist. Ihr Verfahren bei der von mir erhaltnen kleinen Geschichte, muß ich gänzlich tadeln. Diese Geschichte war noch nicht gedruckt, noch nicht bezahlt, also noch mein Eigenthum und es kam mir zu, Aenderungen darinn zu machen. Ich finde, daß durch ein wunderliches Ungefähr eine Situation meiner Erzählung einer nie vorher von mir gelesenen der Mad. Schoppenhauer ganz ähnlich ist und aus Achtung für sie und das Publikum, dem man meines Bedünkens wissentlich keine Nachahmung auftischen soll, ändre ich so gleich diese Situation; ich sende Ihnen diese Abänderung, ich erhalte von Ihnen die Nachricht daß diese Änderung in Ihre Hände gelangt ist, und Sie lassen die erste Handschrift drucken, ohne mich davon zu benachrichtigen! - Jezt sagen Sie daß Sie schon einen Kupferstich dazu bestellt gehabt, - ich mache Ihnen bemerklich daß ich Ihnen ausdrücklich gesagt hatte, daß ich es gar nicht ambitionire, Kupferstiche zu meiner Erzählung gefertigt zu sehen. Eine Kleinigkeit wie meine Dichtung ist kein Aufhebens werth; allein da ich einmal vor dem Publikum genannt werde und das Publikum deshalb doch Recht hat mich zu richten, begingen Sie ein Unrecht an mir, diese kleine Geschichte mit einem Flecken drucken zu lassen, der den Tadel, ja den Spott des Publikums auf sie ziehen kann ... Ihr Taschenbuch ist dadurch gekränkt wie mein Stolz, denn Sie haben dadurch einen Beitrag aufgenommen, den man eines Plagiats beschuldigen wird ...". Sie werde aber weiterhin Beiträge liefern, verzichte jedoch feierlich auf Kupferstiche sowie auf jeden Zwang von beiden Seiten. "... Die Cornelia verdient nur Aufsäze welche von Geistesfreiheit und Selbstgefühl zeugen - wie geringfügig sie dann auch sind - und dahin rechne ich die meinen - so sind sie dem weiblichen Sinne: Wahrheit und Milde, angemeßen ...". - Schönes Beispiel für Intelligenz, Geistesfreiheit und Selbstbewußtsein einer Autorin am Beginn eines Jahrhunderts, in dem Schriftstellerinnen den Buchmarkt in rascher Zunahme eroberten. - Dabei: Dieselbe. Eigh. Gedicht-Manuskript. 2/3 S. 8vo. O. O. u. J. - "Bitte eines Isländischen Kindes das die Eltern aussezen wollen." - Mit der Überschrift 13 Zeilen: "Laßt mich zu meiner Mutter! / Mich friert auf dem Boden! / Laßt mich in Vaters Arme! / Wo soll ein Knabe besser ruhn? ...".
Forster, Marie Therese
Brief an Prosektor Dr. Herz in Erlangen. Um 1842
Los 2363
Schätzung
150€ (US$ 172)
- Forster, Marie Therese, Tochter von Therese Huber und Georg Forster, Erzieherin, Brief-Autorin und Herausgeberin der Werke ihres Vaters (1786-1862). Eigh. Brief m. U. "Therese Forster". 1 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. Erlangen 27.V. (wohl ca. 1855).
Dankschreiben an den Arzt Dr. Herz in Erlangen. "... Sie mögen sagen was Sie wollen. Der Dankbarkeit für Ihre freundschaftlichen Bemühungen können Sie nicht wehren. Sie müßen uns wenigstens erlauben Ihnen ein Zeichen davon zu hinterlaßen. Herders Kinder bitten Sie in seinem und ihrem Namen den kleinen Merkur in Ihr Zimmer zu stellen; ich erlaube mir Ihnen Molleschotts [!] Lebensbild meines Vaters zu senden ...". - Therese Forster betreute Adele und Ferdinand von Herder, die Kinder Emil von Herders, seitdem deren Mutter 1831 im Kindbett verstorben war. Anfang der 1840er Jahre begann Therese, systematisch die Werke ihres Vaters Georg Forster zu edieren. 1854 erschien Jacob Moleschotts Buch "Georg Forster, der Naturforscher des Volks".
Janitschek, Maria, Lyrikerin und Erzählerin österr. Herkunft, lebte in Graz, Straßburg, Leipzig, Berlin und München (1859-1927). Eigh. Brief m. U. "Maria Janitschek". 3 S. Doppelbl. Gr. 8vo. (München, wohl um 1900).
An einen ihr befreundeten Arzt, um dessen Besuch sie bittet. "... Wissen Sie denn auch, dass ich noch auf der Welt bin? Das heisst nicht ganz, denn ich wohne in - Gern. Ich weiss selbst nicht wie es kam, dass ich so blödsinnig in der Wahl meiner Wohnung war; jetzt aber bin ich halt schon drin und muss aushalten ... Ich bitte Sie um Ihren ärztlichen Besuch, lieber Herr Doctor ... Sollten Sie nicht kommen können so bitte eine Karte mit der Bestimmung wann Sie kommen können. Mich zwicken allerlei Krankheiten ...". Als Adresse gibt sie an: "München-Gern, Gernerstr. 50, III Tr."
Keller, Gottfried, Schweizer Schriftsteller, einer der bedeutendsten deutschsprachigen Erzähler des 19. Jhdts (1819-1890). Eigh. Brief m. U. "Gottfried Keller". 1 S. Doppelblatt mit Adresse und Lacksiegel. Gr. 4to. Zürich 20.VIII.1845.
An Herrn Ott-Usteri. "... Sie haben mir eine gewiß ganz unmotivirte Erkenntlichkeit auf eine Art erwiesen, die mich wiederum, tief beschämt, zu innigstem Danke verpflichtet. Ein Theil Ihres schönen Geschenkes hat mir neuerdings Ihr Wirken und somit den ganzen Werth, den Aufmunterungen solcher Männer für mich haben müssen, gezeigt. Ihre gütige Anspielung auf 1940 muß ich mit dem frommen Wunsche erwiedern, daß meine kleinen Privat-Hoffnungen in der Erfüllung allgemeiner und großer Hoffnungen aufgehen mögen! ...". - Kleine Randläsur im Adressblatt vom Öffnen der Versiegelung.
Kempner, Friederike, vielseitige Schriftstellerin und Sozialpolitikerin, als "Schlesischer Schwan" berühmt durch ihre Lyrik, deren Auflagenstärke auf ihrer unfreiwilligen Komik beruhte (1828-1904). Eigh. Brief m. U. "Friederike Kempner". 1 S. Doppelbl. Gr. 8vo. Friederikenhof 20.I.1869.
An einen Freund, dem sie ihre Novelle "Nettelbeck" übersendet. "... Wie geht es Ihnen und den geschätzten Ihrigen? Wie steht's mit dem Bilde Mama's, die ich täglich tiefer beweine? ...". - Aus der Sammlung Künzel.
Kotzebue, August von
Billet an einen Bekannten. Berlin 1817
Los 2367
Schätzung
150€ (US$ 172)
Kotzebue, August von, Dramatiker und Erzähler, der erfolgreichste dt. Bühnenautor der Goethezeit (1761-1819, ermordet). Eigh. Billet m. U. "Kotzebue". 1/2 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. "Mittwoch früh um 3 Uhr" (Berlin 14.V.1817).
"Verzeihen Sie mir. Freund Weber spielte mir gestern so lange auf seinem Harmonium vor, bis es leider zu spät wurde Sie zu besuchen. Von ganzem Herzen Ihr ergebenster Kotzebue." - Von zeitgenöss. Hand datiert. - Beiliegend ein Zeitungsartikel von 1919 zum 100. Todestag Kotzebues.
Lewald-Stahr, Fanny, Schriftstellerin, verheiratet mit Adolf Stahr, führte in Berlin einen einflußreichen literar. Salon (1811-1889). Eigh. Brief m. U. "Fanny Lewald Stahr". 4 S., eng beschrieben. Doppelbl. Gr. 8vo. Berlin 17. und 18.II.1857.
Sehr umfangreicher Trostbrief an einen Freund, der nach einer früheren Verstimmung und jetzt auch nach einem Verlust (seiner Frau?) zurückgekommen ist und Versöhnung anstrebt. "... Vor allen Dingen lassen Sie mich Ihnen sagen, daß mir Ihr Hiersein große Freude gemacht hat, u. eigentlich wohlthuend gewesen ist, weil mir war, als hätten wir Sie ganz in der alten Weise wieder gefunden, u. als fühlten auch Sie, in welcher alten u. recht ursprünglichen Beziehung Sie zu uns stehen. Es hat eine Zeit gegeben, in welcher ich das Zutrauen zu Ihnen verloren hatte - aus Gründen, die zu erörtern nicht hieher gehört, die Sie zum Theil begreifen oder doch errathen können, u. die jetzt gleichgültig sind, weil sie ihren Einfluß auf mich verloren haben. Als Sie neulich bei uns waren, uns Ihren Verlust klagend, den wir in seiner früheren Zufriedenheit gekannt haben, da fühlte ich es doch, daß die Heimath Ihres Herzens bei uns ist, u. auch bei uns bleiben wird; u. daß Sie - welche Verbindungen Sie sonst auch schliessen mögen - mit einem Theile Ihres Wesens aus Nothwendigkeit immer zu uns zurückkehren u. uns gehören werden ...". Berichtet dann über eine Aufführung von Glucks "Orpheus und Eurydike". "Die Wagner als Orpheus war sehr gut, aber das Haus voll u. heiß, u. Stahr hat darauf sich nicht gut befunden, wie denn überhaupt seit dem Herbste seine Gesundheit Nichts weniger als gut ist. Sein Hals ist schlimm u. seine Nerven sind sehr angegriffen, u. doch liegt das ersehnte Italien uns unerreichbar fern, durch den Zwang des Hierbleibens, den die Erziehung der jüngern Knaben uns auferlegt. Ich will hoffen, daß der Frühling dem geliebtesten Mann wohlthut, u. daß er mir wieder frisch u. munter wird, wie er es vor dem Jahre in dieser Zeit gewesen ist. Unser Glück in uns ist so groß, so voll, daß wir es kaum in solcher Größe verstanden, als wir es ersehnten, u. es fehlt uns nur die Gesundheit des geliebten Mannes, um dann wieder zuversichtlich in die Zukunft zu sehen ...". - Erörtert dann Zukunftspläne wie den Besuch auf dem Gut ihres hoch gelobten Freundes v. Hennig bei Graudenz und alle möglichen Ziele im deutschsprachigen Raum: Wien, Dresden, Stuttgart, Nordsee. Weiterhin ist sie bemüht, den Adressaten über seinen Verlust zu trösten und lädt ihn über die Osterfeiertage ein: "... ich denke, aus Ihrem einsamen Hause für ein paar Tage fortzugehen, u. Ihr Herz unter Freunden zu erwärmen, müsse Ihnen gutthun. Wir haben mehr verloren, als wir einmal werden verantworten können, daß wir seit Jahren so nahe beieinander uns doch so wenig gesehen haben". Er solle auf ihren Vorschlag eingehen, "wäre es auch nur, um sich aus der Zeit herauszureißen u. sich von den Erinnerungen zu zerstreuen, die jetzt in dieser Zeit die Tage Ihnen schmerzlich bringen ... Sie sind zu sehr ein moderner Mensch, als daß Sie Ihren Ruhm darin setzen könnten, unglücklich zu sein ...". - Beiliegend ein Zeitungsartikel (1911) von Rudolf Göhler über Fanny Lewald sowie ein Prospekt (mit Holzstich-Porträt) zum Erscheinen ihrer 6bändigen "Lebensgeschichte".
Löns, Hermann, Schriftsteller und Publizist (1866-1914). Eigh. Brief m. U. "Hermann Löns". 1 S. Mit Briefkopf "Hannoversches Tageblatt". Gr. 4to. Hannover 21.XI.1910.
An eine Redaktion, die ihn zur Mitarbeit eingeladen hatte. "... Ihr Brief traf um die Zeit ein, als ich gerade wieder das Feuilleton des 'Hannov. Tagebl.' übernommen hatte und zudem mit den Correkturen meines Romans und einer Menge dringender Auftragsarbeiten mehr zu tun hatte, als meine durch den zweijährigen Aufenthalt in Bückeburg stark durchgescheuerten Nerven eigentlich erlaubten ...". Er sei nun mit Aufträgen zu Originalbeiträgen so überhäuft, "daß ich nicht dem zehnten Teile nachkommen kann, zumal ich noch einen seit dem Februar in der Hauptsache beendeten Roman genau durcharbeiten muß. Vielleicht teilen Sie mir mit, was für Arbeiten von mir Sie am liebsten hätten. - Im Verlage von Eugen Diederichs erschien soeben mein 3. Roman 'Der Wehrwolf, eine Bauernchronik', im 30jährigen Kriege in der Lüneburger Haide spielend. Ich glaube, daß er Sie interessieren wird ...". - Bemerkenswert an dem Briefpapier ist der mit Eigenwerbung aufdringlich bestückte Briefkopf: "Reichhaltigstes, parteiloses Blatt Nordwestdeutschlands. Billigste Zeitung Hannovers. Auflage 65000. Zweitgrößte Auflage aller außerhalb Berlins erscheinenden Morgenzeitungen. Amtliches Publikationsorgan aller Behörden." - Kleiner Faltenriss.
Lorm, Hieronymus
Brief an den Verleger Leopold Rosner. 1878
Los 2370
Schätzung
120€ (US$ 138)
Lorm, Hieronymus (eigentl. Heinrich Landesmann), österr. Dichter, Philosoph, Journalist und Literaturkritiker, 1881 erblindet (1821-1902). Eigh. Brief m. U. "Heinrich Landesmann". 2 S. Doppelblatt. Kl. 8vo. Dresden 27.III.1878.
In einer schon vom Augenleiden geprägten Handschrift an den Wiener Verleger Leopold Rosner, dem er das Manuskript eines Romans anbietet, der in österreichischen Adelskreisen des Vormärz spielt. "... Die Zeitverhältniße lasten so ungünstig auf den Geschäften, namentlich dem Buchhandel, daß Sie zu Ihrem 'Bedauern' ablehnen müßen. Dies die Antwort, die Sie mir voraussichtlich auf meinen Antrag ertheilen werden, einen neuen Roman von mir in Verlag zu nehmen. Indeßen ist es doch möglich, daß die nachfolgend angegebenen Thatsachen Sie zu einem Vorschlag stimmen. Aus der 'Vorbemerkung', die ich beilege, ist zu ersehen, daß der Stoff verwandt ist mit dem von Spitzer's 'Herrenrecht'. Nur ist die Darstellung eine im höchsten Sinne künstlerische und der außerordentlich spannende Inhalt mit einem furchtbaren sittlichen Ernst behandelt. Der Roman spielt in österreichischen Adelsverhältnißen des Vormärz, zum Theil in Dalmatien, zu größerem Theil in Wien und Umgebung. Das heikle Thema allein, das den Abdruck in Journalen, die auch in Mädchenpensionate kommen, verbietet, hat Hallberger gehindert, das Manuscript, ebenso wie meine früheren Romane anzukaufen ...". Nennt seinen vorigen bei Hallberger erschienenen sowie einen demnächst erscheinenden Roman, macht Angaben über den zu erwartenden Umfang des neuen Buches, die Rechte des Verlegers und die Übernahme in eine mögliche Gesamtausgabe im Jahr 1883. - Lorm hat sich auch Verdienste durch die Erfindung einer Art Blindenschrift erworben, das "Lormsche Finger-Alphabet", das verschiedentlich heute noch Anwendung findet. - Beiliegend ein Holzstich-Porträt Lorms.
Ludwig, Otto
Brief an den Buchhändler Ernst am Ende. Um 1855
Los 2371
Schätzung
150€ (US$ 172)
Ludwig, Otto, Dramatiker, Erzähler und Shakespeare-Forscher, wichtiger Vertreter des "poetischen Realismus" (1813-1865). Eigh. Brief m. U. "Otto Ludwig". 1 S. Doppelblatt. 8vo. "Pillnitzerstr." (Dresden um 1855).
An den Schriftsteller, Buchhändler und Bibliothekar Christian Gottlob Ernst am Ende (1819-1890) in Dresden, den er um die Zusendung des Buches "Die Irrfahrten des Odysseus" zur Ansicht bittet. Erkundigt sich ferner nach den Preisen von 5 Lehrbüchern für Schulzwecke, darunter eine lateinische Grammatik, Dielitz' "Grundriß der Weltgeschichte für Gymnasien" und Voigts "Leitfaden der Geographie".
Lynar, Rochus Otto Fürst zu
Brief an den Schauspieler und Schriftsteller Hans Georg Kriete. 1841
Los 2372
Schätzung
120€ (US$ 138)
Lynar, Rochus Otto Manderup Fürst zu, Politiker, Lyriker und Dramatiker, Standesherr von Drehna und Brandeis (1793-1860). Eigh. Brief m. U. "Fürst Lynar". 1 S. Doppelblatt. 4to. Dresden 4.II.1841 [?].
An den Schauspieler, Sänger und Schriftsteller Hans Georg Kriete. "... Sie haben mich recht angenehm überrascht durch die freundliche Mittheilung der allerliebsten Verse, die Sie für mich gedichtet, u. die - wenn ich nicht irre - H. Fischer in Musik zu setzen die Güte gehabt hat. - Ihr schönes Talent war mir längst bekannt; allein höchst schmeichelhaft ist es mir, daß m. dramatischer Versuch die Veranlassung gewesen ist, solches mir zu Ehren in so freundliche Anwendung zu bringen. Ich statte Ihnen ... so wie dem wohlwollenden Herrn Componisten, den herzl. Dank dafür ab ...". - Das undeutlich gschriebene Jahresdatum könnte auch 1847 sein. - Mit 2 kleinen Stempeln berühmter Autographen-Sammlungen: "Graf Victor Wimpffen" und "Sammlung La Roche".
Lyser, Johann Peter
Brief an die Redaktion des Frankfurter "Conversationsblattes". 1845
Los 2373
Schätzung
600€ (US$ 690)
Lyser, Johann Peter (eigentl. L. P. Burmeister), Schriftsteller, Bühnenmaler, Illustrator, Karikaturist und Musikkritiker, unterstützt u. a. vom Ehepaar Schumann und von Heinrich Heine (1804-1870). Eigh. Brief m. U. "J. P. Lyser". 1 S., eng beschrieben. Doppelblatt mit Adresse. Gr. 8vo. Wien 10.V.1845.
An die Redaktion des "Conversationsblattes" in Frankfurt a. M. Lyser hatte sich in den deutschlandweiten Aufruhr um den Priester Johannes Ronge gemischt, der mit seiner Bewegung der "Deutschkatholiken" zahlreiche Anhänger gewann und vor allem in den katholischen Gebieten für größte Aufregung sorgte. Lyser ergriff überflüssigerweise in der Presse das Wort, um sich gegen Ronge zu wenden. Auch an das "Conversationsblatt" hatte er einen Artikel gesandt. "... Ich weiß nicht, ob Sie meine Bitte erfüllt und meinen offenen Brief an den Priester Johannes Ronge in die Spalten Ihres Blattes abgedruckt haben ...". Dessen Aufnahme sei von allen norddeutschen Blättern verweigert worden, "was ich erbärmlich und unrechtlich von jenen Herrn Redacteuren finde, die nichts eiligeres zu thun hatten als Ronges Angriff auf mich nachzudrucken, daß übrigens das Ganze von Ronge und seinen Anbetern (zu denen ich nie gehörte) nichts war als ein Puff, um das ziemlich verblaßte Interesse an der trierischen Rockgeschichte wieder aufzufrischen, hat sich jetzt in Leipzig selber herausgestellt, wo Ronge sich völlig als Comödiant und - Werkzeug gezeigt hat. Ich kann mich also immerhin vorerst zufrieden geben. - Da übrigens meine Stellung in Wien es mir wünschenswerth macht auch dann und wann in auswärtigen Blättern etwas drucken zu lassen, so erlaube ich mir die Anfrage, ob Ihnen damit gedient wäre, Correspondenzen von mir aus Wien für Ihre Zeitschrift zu erhalten, sowie dann und wann einen belletristischen Beitrag ...". Fügt eine (hier nicht vorliegende) "Correspondenz" bei und nennt seine Wiener Adresse. - Friedrich Hirth hat 1911 das höchst bewegte Leben Lysers eingehend beschrieben und die sehr umfangreiche Bibliographie seiner Werke erstellt. - 1 Tintenfleck, ferner ein Ausschnitt im Adressblatt vom Öffnen der Versiegelung. - Sehr selten.
Mahlmann, Siegfried August
Brief an den Schriftsteller Karl Friedrich Müchler in Berlin. 1807
Los 2374
Schätzung
300€ (US$ 345)
Mahlmann, Siegfried August, Leipziger Hofrat, Schriftsteller und Publizist, Dramatiker, Erzähler und Lyriker (1771-1826). Eigh. Brief m. U. "Mal". 3 S., eng beschrieben. Doppelblatt mit Adresse und Lacksiegel. 8vo. O. O. 10.XII.1807.
Inhaltsreicher Brief - in der Situation nach der Niederlage von Jena und Auerstedt - an den Schriftsteller und preußischen Kriegs- und Domänenrat Friedrich Karl Müchler (1763-1857) in Berlin. "Bei uns ... ist es seit einiger Zeit durch Durchmärsche sehr lebendig. Die deutschen und italienischen Truppen strömen ... aus Preußen heraus und wie man sagt, werden die Franzosen bald nachfolgen. Ich staune, daß Ihr letzter Brief diese Hofnung noch nicht zur Gewißheit verwandelte. Man trägt sich zwar hier auch mit den Gerüchten, daß Berlin diesen Winter nicht geräumt werden würde, aber das immerwährende Zurückmarschieren der Truppen scheint das Gegentheil zu beweisen. Von Berlin aus kommen uns jetzt die Ankündigungen der durch den Krieg unterbrochenen Journale zu. Herr Kuhn hat sich etablirt und setzt mit Kotzebue den Freimüthigen fort. Ich wette Herr Kuhn wird ein Nachfolger von Gabriel [!] Merkel, auch die Ankündigung von der Zeitung bey Litfaß habe ich erhalten. Sonderbar, daß alle so früh datirt sind und so spät erscheinen, die von Kuhn ist October datirt und erst gestern ist sie mir zu Augen gekommen ... Wahrscheinlich sollten sie erst nach dem Abmarsch der Franz. in die Welt wandern und nun will man doch die Zeit vor dem Schluß des Jahres nicht verstummen ...". Es folgen interessante Kommentare über Friedrich von Cölln [den umstrittenen Verfasser der "Feuerbrände"] und andere Zeitgenossen. "... Ihre Schrift gegen Cölln habe ich leider noch nicht zu lesen bekommen ... Cölln ist vor seiner Abreise nicht bey mir gewesen. Ich bin gewiß, seine ganze Absicht ist, noch eine bedeutende Rolle zu spielen. Es ist unbegreiflich, daß er seine Stelle wieder erhielt, da so viele würdige Männer unverschuldet darben müßen ... Von Königsberg habe ich lange Zeit her keine Briefe. Die Königin soll schwanger seyn. Wahrlich dieser Umstand erklärt den Charakter des Königs ...".
Martyni-Lagonia, Johann Aloysius
Brief an den Verleger Göschen. 1786
Los 2375
Schätzung
200€ (US$ 230)
Martyni-Lagonia, Johann Aloysius (d. i. Karl Friedrich Martini), sächsischer Universalgelehrter und Schriftsteller, Hofmeister bei verschied. Adelsfamilien, befreundet mit vielen Philosophen und Schriftstellern, lehnte als wohlhabender Gutbesitzer zahlreiche Angebote in- und ausländischer Hochschulen ab (1755-1824). Eigh. Brief m. U. "Martyni, genannt Lagonia". 1 S. 4to. Köhnsgut bei Zwickau 1.XII.1786.
Wohl an den Buchhändler Georg Joachim Göschen. "... Ew. Hochedelgeb. erhalten andurch 2 rh. Praenumeration auf 12 Exemplare des Noth- u. Hülfsbüchleins. Der Subscribent desselben ist Herr Kaufmann Martini in Zwickau. Von den übrigen ist noch nichts eingegangen; weil der meiste Theil schon an's Praenumeriren gehet. - Das Stück der Literatur u. Völkerkunde, worinnen mein Mspt enthalten, ist mir erst in vorigem Monate zugegangen; sonst ich, während dieser Zeit, manche, nicht unbedeutende, Beyträge hätte liefern können. Ich finde, daß man in den so fürtrefl. Göttingischen Anzeigen, bey Beurtheilung des Journals, meine Aufsätze mit Beyfall erwähnt hat, u. dieß ist mir nicht gleichgültig. - Ueber einige literarische Arbeiten, womit ich mich seit einiger Zeit beschäftige, werde Ew. Hochedelgeb., bey mehrer Muse [!], einige Winke geben ...". - Rudolph Zacharias Beckers "Noth- und Hülfsbüchlein", dessen erster Teil erst 1788 bei Göschen erschien, wurde ein sensationeller Verkaufserfolg. - Von den Verfassern der Artikel "Martyni-Laguna" in den Literaturlexika einschl. Wikipedia hat vermutlich nie einer einen Brief des Autors gesehen, denn "Laguna" ist falsch: er unterschreibt hier ganz deutlich: "Martyni, genannt Lagonia".
Matthisson, Friedrich von
Brief an einen Freund und Brief seiner Frau Luise. 1783, 1794
Los 2376
Schätzung
450€ (US$ 517)
Matthisson, Friedrich von, Dichter, Pädagoge, Vorleser, Privatsekretär der Fürstin Luise von Anhalt-Dessau in Wörlitz, später Geh. Legationsrat, Theaterintendant und Oberbibliothekar in Stuttgart (1761-1831). Eigh. Brief m. U. "F. Matthisson". 3 S. Kl. 4to. Dessau 14.XII.1783.
An einen Freund, den er mit "mein Theuerster" anredet und dem er die im Mittelalter angesiedelte märchenhafte Erzählung der "Una" ausführlich wiedergibt.
"Noch zu rechter Zeit erinner' ich mich meines Versprechens, Ihnen die Geschichte der Una zu erzählen ... Was zur Erklärung des Bildes gehört, steht im ersten Band und zweiten Gesange von Spensers Fairy Queen. - Die Dame, mit welche der Ritter vom rothen Kreuz, St. Georg (d. i. die Heiligkeit) ausreitet, ist Una (d. i. die Wahrheit). Ihr erstes Abentheuer ist, daß sie sich, bei einem Ungewitter, in dem Wald der Irrthümer verirren ..." [usw.]. Kommt zum Schluß noch auf ein beigefügtes (hier nicht mehr vorhandenes) Gedicht zu sprechen. "... Beiliegendes Gedicht quoll aus dem Innersten meiner Seele, als ich in einer stillen Abendstunde, unter wehmüthig-frohen Empfindungen, Ihrer gedachte, und die Stunde tausendmal segnete, die mich Ihnen entgegen brachte ...". - Dabei: Luise Matthisson (geb. von Glafey), die erste Gattin des Dichters, Hofdame der Fürstin Luise von Anhalt-Dessau, vermählte sich 1793 mit Friedrich von Matthisson in Zürich. Eigh. Brief m. U. "Luise Matthisson, geb. von Glafey". 12/3 S. Doppelblatt mit Adresse und Lacksiegel. 4to. Bern (Schweiz) 31.VII.1794. - An den Kammerrat Rode in Dessau, der sich offenbar für Luise von Glafey um die Auszahlung einer Pension vom Hof aus Dessau bemühte. "... Da ich das Geld bald zu haben wünschte, so bitte ich Ew. Wohlgeb. es mir diesmal unter meiner Adresse geradeswegs durch die Post hierher nach Bern zu senden. Ich logire im Hause des Herrn von Bonstetten, gewesenen Landvogt zu Nion ... Sehr verpflichten würden Sie mich wenn Sie mir in Golde auszahlen könnten, vorausgesezt daß es Ihnen keine Umstände mache die Münzsorte zu bekommen die in der Schweiz cursirt, widrigenfalls ich mir Laubthaler bitte, wie das Erstemal ...". - Das Ehepaar Matthisson war in dieser Zeit zu Gast im Landhaus Karl Viktor von Bonstettens bei Bern.
Matthisson, Friedrich von
Brief an den Buchhändler Brockhaus in Leipzig. 1817
Los 2377
Schätzung
300€ (US$ 345)
Matthisson, Friedrich von (1761-1831). Eigh. Brief m. U. "Matthisson". 3 S. Doppelblatt mit Adresse und Siegelrest. 8vo. Stuttgart 18. XI.1817.
Umfangreicher Brief an den Buchhändler Brockhaus in Leipzig. Beschwert sich zunächst, dass sein mangelhafter biographischer Artikel in Brockhaus' "Conversations-Lexikon" unverändert und unkorrigiert aufs Neue erschienen sei. "... war gewiß nicht Ihrem Willen gemäß, mein verehrtester Freund! Denn Sie gaben mir ja deshalb Ihr gütiges Wort. Man hätte so leicht aus meiner Biographie in den 'Zeitgenossen' einen kleinen anspruchlosen Artikel zusammensetzen können! Das hat aber Hrn. Prof. W. nicht gefallen. Ich hätte wol gewünscht, daß man meiner in Ihrem allverbreiteten Werke lieber gar nicht, als auf eine so unmilde Weise gedacht hätte ...". Sein Tadel beziehe sich jedoch nicht auf den Herausgeber des Lexikons (also Brockhaus), sondern auf den Redakteur. Beklagt sich bei der Gelegenheit auch noch über die hämische Rezension eines auch von Matthisson ungeliebten Werkes, "Das Jagdfest von Bebenhausen", das er am liebsten "tief in die Lethe tauchen möchte ... Freundin [Therese] Huber u. Freund [Friedrich] Haug empfehlen sich Ihrem wohlwollenden Andenken angelegentlich ...". In einem Postscriptum äußert er sich lobend über Ernst Schulzes Dichtung "Die bezauberte Rose". "... Das Gedicht (in der neusten, so trefflich ausgestatteten Urania) ... hat mich angenehm überrascht. Ich las es zuerst in einer erlesenen Gesellschaft bei der Herzogin Wilhelm vor, wo unter mehreren, auch der geniale Danecker ganz davon hingerissen wurde. Nichts geht über den magischen Wohlklang des Versbaues, nichts über die glühende Lebendigkeit der Farbengebung bey dieser durchaus gelungenen, eines Wieland würdigen Komposition." - Siegel-Ausriss vom Öffnen des Briefes alt restauriert. - Beiliegend 2 gestochene Porträts Matthissons.
Mauthner, Fritz
2 Briefe, der erste an Leopold Rosner. 1873-1879
Los 2378
Schätzung
300€ (US$ 345)
Mauthner, Fritz, aus Böhmen stammender deutschsprachiger Philosoph, Schriftsteller, Journalist und höchst erfolgreicher Sprachparodist (1849-1923). 2 eigh. Briefe m. U. "Fritz Mauthner". Zus. 2 S. gr. 8vo. Prag 24.X.1873 und Berlin 6.II.1879.
Der erste Brief an den Wiener Verleger Leopold Rosner. "... erst in der letzten Zeit kam ich dazu die Wiener Spaziergänge, für deren Zusendung ich bestens danke, zu lesen; eine Notiz darüber sende ich beiher mit. - Mein Stück hat die Bedingung, welche Sie forderten, um weiter vom Verlage zu sprechen, erfüllt; es ist vom Prager Landestheater angenommen u. soll noch in diesem Jahre, vielleicht November, gewiß zur Aufführung kommen. Gleichzeitig habe ich's Laube eingereicht; von diesem habe ich noch keine Antwort, und ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie, wie Sie versprachen, etwas für das Stück thun, resp. Laube zu einer raschen Entscheidung bringen könnten. Übrigens bitte ich abermals, das Faktum so lange als Geheimnis zu betrachten, bis die hiesige journalistische Reklame das erste Wort gesprochen hat ...". Er strebe nach wie vor eine Buchausgabe an, zu der die Zusage noch möglichst vor der Aufführung erfolgen solle. - Der zweite Brief ebenfalls an einen Verleger oder Redakteur. "... Sie haben mir auf die Einsendung der Anzengruber-Artikel gar nicht geantwortet. Ich setze also voraus, daß Sie Ihre Absicht aufgegeben haben. Bitte dringend um Rücksendung, ich werde sie als Anzengruberiana einem Buche einverleiben, das demnächst erscheint ...". - Der oben erwähnte Theaterleiter Heinrich Laube war zu dieser Zeit Direktor des Wiener Stadttheaters.
Mautner, Eduard, Wiener Schriftsteller, Journalist, Bühnenautor, Übersetzer, auch franz. Bahn- und österr. Staatsbeamter, mit dem Grafen Victor Wimpffen befreundet (1824-1889). 4 Autographen, davon 3 m. U. "Eduard Mautner". Wien 1867-1873.
I. Eigh. Brief an den Grafen Victor von Wimpffen. 1 S. Doppelbl. mit Monogramm im Briefkopf. Gr. 8vo. Wien 26.VII.1867. "... beifolgend erlaube ich mir Ihnen, Ihrem freundlich ausgesprochenen Wunsche gemäß, die unbedeutenden Verse zu übersenden, die ich vorgestern an Ihrer gastfreien Tafel sprach ...". - Dabei das genannte Manuskript, am Schluß signiert. 1 S. Gr. 8vo. - "Toast, ausgebracht auf Grafen Victor Wimpfen [!], k. k. Corvetten-Capitän zu seinem Geburtstage am 24. Juli 1867." 16 Zeilen. - II. Eigenhändiges Bühnenmanuskript. 91/2 S., eng beschrieben. Gr. 8vo. (Wohl um 1870). - "Auf der Alm. Festspiel". Einakter für 5 Personen. - Mit Streichungen und Verbesserungen. - III. Porträt-Photographie mit eigh. Widmung auf der Rückseite. Kabinett-Format (16,5 x 11,3 cm). Gmunden 10.IX.1873. - "Der hochgeborenen Frau Gräfin Anastasia Wimpffen, geborenen Freiin von Sina". - Die auf Karton gewalzte Photographie vom k. k. Hofphotographen Fritz Luckhardt zeigt Mautner als Brustbild im Oval. - Die Gräfin war die Tochter des "wohl reichsten Mannes der Monarchie", Simon Baron Sina. - Beigegeben eine beschriftete Visitenkarte mit Umschlag von dem Schriftsteller und Publizisten Julius Rodenberg, ebenfalls an den Grafen Victor Wimpffen gerichtet (1882).
Meisl, Carl
Empfehlungsschreiben für einen Schauspiel-Aspiranten. 1853
Los 2380
Schätzung
300€ (US$ 345)
Meisl, Carl, Wiener Bühnenautor und Beamter, einer der fruchtbarsten Vertreter der Wiener Volkskomödie des Vormärz, schrieb mehr als 200 Stücke (1775-1853). Eigh. Brief m. U. "Carl Meisl, k. k. Rechnungsrath". 3 S. Doppelblatt. 4to. Wien 29.X.1851 (?).
An einen offenbar verehrten Theatermann (Johann Nestroy?), den er mit "Euer Wohledelgeboren" anspricht und ausführlich in betont rührseligem Ton für einen jungen Mann aus notleidender Familie um die Empfehlung für eine Stelle am Grazer Theater bittet. "... werden sich vielleicht kaum mehr eines durch sein Alter verschollenen Namens erinnern, der oder dessen Namensträger einst das Glück hatte, sich Ihres freundlichen Wohlwollens rühmen zu können. Der Zweck dieses meines gewagten, nur durch festes Vertrauen zu Ihrer mir bekannten Humanitaet gerechtfertigten Schreibens betrift den Uiberbringer desselben - August Fürst, den armen Sohn des aermsten Vaters, der früher - ein geachteter Lehrer und Erzieher, seit beinahe 12 Jahren unheilbar krank und elend - 5 unversorgte Kinder an seinem Bette hungern sieht. Der aelteste - sich Ihnen vorstellende Sohn - der den Trieb bei der Bühne sein Glück zu machen, nicht bezwingen kann, ist des Klavierspiels so weit Meister, daß er bei jedem Theater, bis er sich zum Schauspieler gebildet haben wird - selbst bei Einübung der Proben, und selbst als Chorist recht vortheilhaft verwendet werden könnte, hat den haeuslichen Jammer nicht mehr mit ansehen können, und begiebt sich von dem herrlichen Fraeulein [Louise] Neumann des Hoftheaters mit dem Reisegelde nach Graz, um bei dem dortigen Theater das beschraenkteste Unterkommen zu finden. Ich wage es daher, diesen, von Liebe für die Kunst glühenden, und noch so bedauerungswürdigen Mann Ihrer eigenthuemlichen Menschenliebe zu empfehlen ...". Durch gütige Fürsprache des Adressaten werde er vielleicht Aufnahme bei dem Grazer Theaterdirektor Thomé finden, um "dahin zu gelangen, sich, dem Jugend, Talent und Figur eigen sind, zum Schauspieler ausbilden zu können, ohne dem Drucke seines Schicksals zu erliegen ...". - Sehr selten.
Meissner, Alfred von
Gedicht und Brief, mit Beilagen. 1865
Los 2381
Schätzung
450€ (US$ 517)
Meissner, Alfred von, deutsch-böhmischer Schriftsteller, dem Jungen Deutschland nahestehend, in Paris mit Heine befreundet, starb durch Selbstmord (1822-1885). Eigh. Gedichtmanuskript m. U. "Alfred Meissner". 1 S. Gr. 8vo. O. O. (wohl um 1865).
"An x x x". 6 Strophen zu je 4 Zeilen: "Ich hab dich immer nur gesehen / Von einem Schleier überwallt, / Der wie ein Duft mit leisem Wehen / Umspielte deine Huldgestalt. - Ob er der Anmuth vollen Schimmer / Verhüllte, dennoch liebt ich ihn / Den Schleier, der ein Bild mir immer / Jungfräulichkeit, von dir erschien! ... Und mit Gedanken, wonnig-tödtend, / Denk' ich: wie wird einst jener sein / Wenn du den Schleier holderröthend / Senkst, Mädchen, vor der Seele dein!" - Oben rechts der Namenszug "Rudolf Glaser" überstempelt "A. Meissner"; unten links das Datum "19. Januar" gestrichen. Rudolf Glaser war der Herausgeber der Zeitschrift "Ost und West". Vielleicht ist das Gedicht in dieser Zeitschrift erschienen. - Dabei: Derselbe. Eigh. Brief m. U. "Meissner". 3 S. Doppelbl. Gr. 8vo. Prag 19.II.1865. - An seinen (nicht genannten) Verleger Janke in Berlin, ausführlich über den Plan einer Fortsetzung seines bei Janke 1862-1864 erschienenen Romans "Schwarzgelb". Zeigt sich hoch erfreut über den neuen Vertragsabschluß mit dem Verleger. "... Ich fürchtete nämlich, Sie bestünden auf 2 Bänden, ich hingegen sah, daß ich in zwei Bänden keinen ausgewachsenen künstlerischen Organismus geben könne, kein Buch, das im Verhältniss zur ersten Abtheilung stünde. - Die 2. Partie wird so gestaltet sein, daß sie auch für sich allein gehalten, einen interessanten, in sich geschlossenen Roman gibt, doch wird der Leser moralisch verpflichtet werden, die erste Abtheilung kennen zu lernen (besser gesgt zu kaufen). Auf dem Titelblatt wird stehn (den Titel weiss ich noch nicht) 'im Anschlusse an Schw.[arzgelb]'. Ich werde das Beste liefern, was ich irgend liefern kann. Plan u. Idee zum Ganzen, wie sie mir jetzt vorliegen, scheinen mir sehr gut. Ich werde mit Lust an die Arbeit gehen, in der Hoffnung, daß auch dadurch die erste Abtheilung wieder flott wird. Der theure Preis schadete dem Buch unmäßig. Dem muß noch, so lange es noch Zeit, abgeholfen werden ...". - Ferner über den Versand von Exemplaren seines in demselben Jahr bei Janke erschienenen Romans "Lemberger und Sohn" an verschiedene österreichische Zeitschriften. Zum Schluß bemerkt Meissner: "... Stünden meine Finanzen besser, käme ich nach Berlin; wie es ist, hoffe ich Sie in Prag wiederzusehen ... Nun heißt es: frisch an die Arbeit. 'Hand in Hand mit Ihnen fordere ich das Jahrhundert in die Schranken! ...". - Die Fortsetzung von "Schwarzgelb" erschien 1867 bei Janke unter dem Titel "Babel" in vier Bänden. - Ferner beiliegend 3 gedruckte Porträts des Dichters.
Meißner, August Gottlieb
Brief aus Dresden an einen Schriftsteller. 1784
Los 2382
Schätzung
450€ (US$ 517)
Meißner, August Gottfried, Schriftsteller, Librettist, Kriminalschriftsteller, Publizist und Universitätsprofessor für Ästhetik und klassische Literatur in Prag (1753-1807). Eigh. Brief m. U. "Mßr". 4 S., eng beschrieben. Doppelblatt. 8vo. Dresden 6.VI.1784.
Umfangreicher Brief an einen Schriftsteller, mit einer Vielzahl von Informationen und Klatsch aus der Literatur-Szene. Erwähnt Nicolai, Wieland, Lessing, Goeckingk und G. A. Bürger. Kündigt seinen Besuch auf der Leipziger Messe an: "... da will ich Ihnen von der Meße mitbringen, alles was sie litterarisch gutes hat. Für den ungeheuer starken Meßkatalog macht ein armer Mit-Autor erbeben, wie Israel, für Goliad den Gothiter. Auch ist er, trotz seiner Größe, beinah eben so nichts nüzig als iener Riese, den ein Kiesel tödtete ... Deutschlands Litteratur muß endlich über der Schreibseeligkeit unberufner Knaben zu Grunde gehn. Ich wolte man führte in ihr ienen Penalismus ein, mit dem einst die Hanse Städte den alzu übertriebnen Hang zur Kaufmanschaft zu mildern suchten. Lübeck regalirte einst den König von Dänemark damit, daß es in seinen Angesicht einige iunge Kaufmanns Diener tüchtig mit Ruthen stäupen ließ. Leipzig könte zwanzig durchreisende Herzoge von Würtemberg, Weimar p. mit Autor Staup Besen divertiren. - Daß Archenhol[t]z Ihren Plutus p. eingerückt hat, sehn Sie aus beifolgenden Stücke, das er mir für Sie gegeben hat; auch Ihr Gedicht an mich ist No. 3 gedruckt, aber ich weiß nicht, warum er auch davon ein Exemplar mir einzuhändigen vergeßen haben muß. - Wegen Blumauers kommen Sie also auf meine Gedanken? Das freut mich. Talent hat der iunge Mann allerdings; doch des Dünkels noch viel mehr, und das verderbt ihn. Für Wien ist er, da Denis schweigt, freilich der erste Dichter. In Berlin würd' er der fünfte, sechste seyn ...". Spricht dann über die Unkenntnis deutscher Literatur in den Niederlanden und erwähnt Nicolai, Wieland, Lessing, Goeckingk und G. A. Bürger. "... Goecking[k]s Journal dreht sich immer noch in meines Journalistikums Strudel herum; aber seiner Gedichte dritten Theil, send ich mit; die ersten 2 sind blos für Briefe bestimmt gewesen. Gegen wenig teutsche Dichter hab' ich mich soviel Ursache zu schämen, als gegen Goeckingk. Ich bin ihm nun seit Jahren auf 4 Briefe Antwort schuldig ... Von Bürgers neuer Auflage weiß ich - nichts. Vielleicht sprech ich auf der Meße seinen Verleger Diet[e]rich ... Das Journal bring ich gewiß mit; denn schon hab' ich heute den 8ten Bogen erhalten ... Ihre beiden Gedichte sind schon abgedruckt ...". - Meißner, dessen Operetten erfolgreich gespielt wurden, gilt auch als Erfinder des Genres der Kriminal-Erzählung in Deutschland. - Sehr selten.
Merkel, Garlieb
Brief aus Berlin an einen Freund in Weimar.1804
Los 2383
Schätzung
600€ (US$ 690)
Merkel, Garlieb, deutsch-baltischer Schriftsteller, Kritiker und Publizist, Herausgeber des "Freimüthigen" in Berlin (1769-1850). Eigh. Brief m. U. "G. Merkel". 3 S. Doppelblatt. 4to. Berlin 14.VII.1804.
An einen ihm befreundeten Schriftsteller in Weimar, dessen Beitrag für den "Freimüthigen" Merkel sogleich hatte drucken lassen. "... Auch ich denke an Weimar und an die Stunden, die ich mit Ihnen verlebte, gern und froh zurück. Ich bin mit ganzem Herzen Ihr Freund, und werd es immer seyn. - Wie ich lebe? fragen Sie. Je nun, ich bin so ziemlich dahin gekommen, mir aus den Menschen um mich her, Männern und Weibern, sehr wenig zu machen, doch sehr gern mit jedem der ersteren, wenn er Geist hat, eine Flasche Bourgogner zu leeren, und jede der leztern, wenn sie schön ist, zu küßen. Uebrigens hab' ich gar keinen bleibenden Lebenszirkel, sondern wöchentlich einen andern; besuche nie Gesellschaften, gebe aber selbst zuweilen kleine Mahlzeiten, bei denen man mir in der Regel den Gefallen thut, froh zu seyn. - Wie es in meinem Herzen aussieht? ... Von Heirathen, und andern empfindsamen Dingen kann also gar nicht Rede bei mir seyn, außer wenn ich etwa wieder einen Roman schreiben sollte. Gern hätte ich Ihnen längst schon geschrieben; aber ich weiß, daß man in Weimar meinen Namen nicht mit weißer Kreide zu schreiben pflegt, und so - fürchtete ich, Sie zu compromittiren ...". Dies scheine aber nicht der Fall zu sein, und so bitte er, öfter Nachrichten aus Weimar sowie literarische Beiträge für seine Zeitschrift zu liefern. - Sehr selten.
Merken, Lucretia Wilhelmina van
Brief aus Amsterdam an einen Herrn. 1747
Los 2384
Schätzung
300€ (US$ 345)
Merken, Lucretia Wilhelmina van, holländische Dichterin, mit dem Dramatiker Nicolaas van Winter verheiratet, beide Ehrenbürger von Leiden (1721-1789). Eigh. Brief m. U. "Lucretia Wilhelmina Van Merken". In holländ. Sprache. 2 S. Doppelblatt. 4to. Amsterdam 13.IV.1747.
An einen "Wolgebooren Heer". Über ihre Poesie; erwähnt den Prinzen von Oranien.
Meyer, Conrad Ferdinand, Schweizer Schriftsteller, bedeutender Balladendichter (1825-1898). 2 Autographen. Kilchberg bei Zürich 6.IX.1891 bzw. o. J.
I. Visitenkarte mit gedrucktem Namen und eigenhändiger Beschriftung. 2 S. 7 x 11 cm. Kilchberg, ohne Datum. - An einen "verehrten Freund", d. h. einen Redakteur. "... ich habe ... eine Kleinigkeit eingesendet, dieselbe gleich auf das Papier werfend, habe ich mich nicht vielleicht verschrieben Vers 5 Zeile 3: Um und in mir webt u. baut. Natürlich muß es lauten: Um mich, in mir webt u. baut. - Ob das Gedichtchen am Leben bleiben soll oder nicht, bleibt Ihnen anheim ...". - II. Eigh. Brief (Billet) m. U. "C.F. Meyer". 1 S. Gr. 8vo. Kilchberg-Zürich. 6.IX.1891. - An einen Herrn, dessen Einladung er folgen und sich vor Mitte Oktober bei ihm einstellen werde.
Möllhausen, Balduin, Forschungsreisender und Romanschriftsteller, mit Alexander von Humboldt befreundet (1825-1905). Eigh. Brief m. U. "Balduin Möllhausen". 1 S. Gr. 8vo. Potsdam 16.III.1877.
An seinen Verleger. "... Auch der 2te Band des 'Piratenlieutenant' ist druckfertig, da es indessen noch nicht eilt, schicke ich ihn später mit den beiden anderen zusammen; nebenbei eine schreckliche Arbeit! Ich habe noch immer keine Correcturen erhalten! Nicht als ob ich drängelte. Aber ich bin ängstlich geworden u. fürchte, daß es, wie im vorigen Jahr, in der Druckerei für überflüssig gehalten wird, mir dieselben zuzusenden ...". Möllhausens Roman "Der Piratenlieutenant" erschien 1870 in 4 Bänden; hier scheint es sich um eine verbesserte 2. Auflage zu handeln.
Möser, Justus
Brief an seinen Schwiegersohn J. G. J. von Voigts. 1780
Los 2387
Schätzung
400€ (US$ 460)
Möser, Justus, der große Osnabrücker Jurist, Staatsmann, Schriftsteller, Historiker und Publizist (1720-1794). Eigh. Brief m. U. "Möser". 3 S. Doppelblatt mit Adresse. 4to. O. O. (wohl um 1780).
An seinen Schwiegersohn, den Geheimrat und seit 1776 Forstkommissarius Johann Gerlach Jost von Voigts (1741-1797) in Melle. In geschäftlichen Angelegenheiten. "... Daß Sie die Casse nicht länger behalten wollten, verdenke ich Ihnen nicht. Aber woher nehmen wir einen andern? Hierüber erbitte ich mir Ihre Meinung ... Wir müßen uns also scheiden und so dachte ich wäre es allenfalls der kürzeste Weg, den Bergleuten jetzt zu sagen, daß sie um Ostern reisen könnten ... Daß Herr Kamptz [?] annoch näher beschieden werde, scheinet mir überflüssig zu seyn. Was kann er uns weiter sagen als er gesagt hat? und das gesagte noch mit Gründen zu bestärken ist unnöthig ... Wenn Hr. Kamptz etwa noch andre Vorschläge Ihren Beamten über dasjenige, was wir noch etwa zu thun oder zu lassen hätten: so wünschen alle hiesige ..., daß er Ihnen solche Schrifften mittheilen mögte." - Voigts' Ehefrau, Mösers Tochter Jenny, pflegte Freundschaft und Briefwechsel mit zahlreichen Schriftstellern ihrer Zeit, mit fast allen namhaften Aufklärern, Hainbündlern und Vertretern des Sturm und Drang.
Mühsam, Erich
Postkarte an die Buchhandlung Friedländer und Sohn. 1915
Los 2387a
Schätzung
600€ (US$ 690)
Mühsam, Erich, Schriftsteller, revolutionärer Pazifist, im KZ gestorben (1878-1934). Eigh. Postkarte m. U. "Erich Mühsam". 1 S. Quer-8vo. München (12.III.1915).
An die Buchhandlung R. Friedländer & Sohn in Berlin, die ein Exemplar von Mühsams Gedichtband "Die Wüste" bestellen wollte. "... Ich teile ergeb. mit, daß die Auflage völlig vergriffen sit. Ich persönlich besitze noch einen ganz kleinen Rest von Exemplaren, die, wie ich bekanntgemacht habe, zum Preise von 10 Mk pro Exemplar von mir persönlich zu beziehen ist. - Ich mache Sie darauf aufmerksam, daß ein Teil der in der 'Wüste' enthaltenen Gedichte in meinem im vorigen Jahre bei Cassirer erschienenen Sammelband 'Wüste. Krater. Wolken' aufgenommen ist ...". Bietet an, den Band "Die Wüste" bei sofortiger Zahlung auch für 7,50 Mark abzugeben, jedoch unter der Bedingung, mit dem Verkaufspreis für das Buch grundsätzlich nicht unter 10 Reichsmark zu gehen.
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