Los 2362

Huber, Therese
(1764-1829)Brief an den Verleger Engelmann sowie ein Gedichtmanuskript. 1819

Schätzung
800€ (US$ 920)

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Los 2362 - Huber, Therese - Brief an den Verleger Engelmann sowie ein Gedichtmanuskript. 1819 - 0 - thumb

Aus dem Katalog
Autographensammlung Hermann Kiewy
Auktionsdatum 7.10.2026

Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 6. – 8. Oktober 2026

Lot 2362, Auction  128, Huber, Therese, Brief an den Verleger Engelmann sowie ein Gedichtmanuskript. 1819

"Geistesfreiheit und Selbstgefühl"
Huber, Therese, Tochter von Chr. G. Heyne, Witwe von George Forster und Ludwig Ferd. Huber, bedeutende Schriftstellerin, Redakteurin des Cottaschen "Morgenblattes für gebildete Stände" (1764-1829). Eigh. Brief m. U. "Therese Huber geb. Heyne". 2 S., eng beschrieben. Doppelblatt mit Adresse. 4to. Stuttgart 6.VIII.1819.
An den Verleger Engelmann in Heidelberg, Herausgeber des Taschenbuches "Cornelia". Umfangreicher, interessanter Brief, in dem sich Therese Huber ausführlich über die schlechte Behandlung einer ihrer Erzählungen beschwert, die im Taschenbuch "Cornelia" gedruckt wurde. Bedankt sich zunächst über den empfangenen Wechsel, "wodurch meine Forderung an Ew. Wohlgeboren für die Erzähl. 'Die Häßliche' im Taschenbuche Cornelia 1820 befriedigt ist. Ihr Verfahren bei der von mir erhaltnen kleinen Geschichte, muß ich gänzlich tadeln. Diese Geschichte war noch nicht gedruckt, noch nicht bezahlt, also noch mein Eigenthum und es kam mir zu, Aenderungen darinn zu machen. Ich finde, daß durch ein wunderliches Ungefähr eine Situation meiner Erzählung einer nie vorher von mir gelesenen der Mad. Schoppenhauer ganz ähnlich ist und aus Achtung für sie und das Publikum, dem man meines Bedünkens wissentlich keine Nachahmung auftischen soll, ändre ich so gleich diese Situation; ich sende Ihnen diese Abänderung, ich erhalte von Ihnen die Nachricht daß diese Änderung in Ihre Hände gelangt ist, und Sie lassen die erste Handschrift drucken, ohne mich davon zu benachrichtigen! - Jezt sagen Sie daß Sie schon einen Kupferstich dazu bestellt gehabt, - ich mache Ihnen bemerklich daß ich Ihnen ausdrücklich gesagt hatte, daß ich es gar nicht ambitionire, Kupferstiche zu meiner Erzählung gefertigt zu sehen. Eine Kleinigkeit wie meine Dichtung ist kein Aufhebens werth; allein da ich einmal vor dem Publikum genannt werde und das Publikum deshalb doch Recht hat mich zu richten, begingen Sie ein Unrecht an mir, diese kleine Geschichte mit einem Flecken drucken zu lassen, der den Tadel, ja den Spott des Publikums auf sie ziehen kann ... Ihr Taschenbuch ist dadurch gekränkt wie mein Stolz, denn Sie haben dadurch einen Beitrag aufgenommen, den man eines Plagiats beschuldigen wird ...". Sie werde aber weiterhin Beiträge liefern, verzichte jedoch feierlich auf Kupferstiche sowie auf jeden Zwang von beiden Seiten. "... Die Cornelia verdient nur Aufsäze welche von Geistesfreiheit und Selbstgefühl zeugen - wie geringfügig sie dann auch sind - und dahin rechne ich die meinen - so sind sie dem weiblichen Sinne: Wahrheit und Milde, angemeßen ...". - Schönes Beispiel für Intelligenz, Geistesfreiheit und Selbstbewußtsein einer Autorin am Beginn eines Jahrhunderts, in dem Schriftstellerinnen den Buchmarkt in rascher Zunahme eroberten. - Dabei: Dieselbe. Eigh. Gedicht-Manuskript. 2/3 S. 8vo. O. O. u. J. - "Bitte eines Isländischen Kindes das die Eltern aussezen wollen." - Mit der Überschrift 13 Zeilen: "Laßt mich zu meiner Mutter! / Mich friert auf dem Boden! / Laßt mich in Vaters Arme! / Wo soll ein Knabe besser ruhn? ...".


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