Los 2373
Lyser, Johann Peter
(1804-1870)Brief an die Redaktion des Frankfurter "Conversationsblattes". 1845
Schätzung
600€ (US$ 690)
Abgabe von Vorgeboten möglich
Aus dem Katalog
Autographensammlung Hermann Kiewy
Auktionsdatum 7.10.2026

Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 6. – 8. Oktober 2026


Lyser, Johann Peter (eigentl. L. P. Burmeister), Schriftsteller, Bühnenmaler, Illustrator, Karikaturist und Musikkritiker, unterstützt u. a. vom Ehepaar Schumann und von Heinrich Heine (1804-1870). Eigh. Brief m. U. "J. P. Lyser". 1 S., eng beschrieben. Doppelblatt mit Adresse. Gr. 8vo. Wien 10.V.1845.
An die Redaktion des "Conversationsblattes" in Frankfurt a. M. Lyser hatte sich in den deutschlandweiten Aufruhr um den Priester Johannes Ronge gemischt, der mit seiner Bewegung der "Deutschkatholiken" zahlreiche Anhänger gewann und vor allem in den katholischen Gebieten für größte Aufregung sorgte. Lyser ergriff überflüssigerweise in der Presse das Wort, um sich gegen Ronge zu wenden. Auch an das "Conversationsblatt" hatte er einen Artikel gesandt. "... Ich weiß nicht, ob Sie meine Bitte erfüllt und meinen offenen Brief an den Priester Johannes Ronge in die Spalten Ihres Blattes abgedruckt haben ...". Dessen Aufnahme sei von allen norddeutschen Blättern verweigert worden, "was ich erbärmlich und unrechtlich von jenen Herrn Redacteuren finde, die nichts eiligeres zu thun hatten als Ronges Angriff auf mich nachzudrucken, daß übrigens das Ganze von Ronge und seinen Anbetern (zu denen ich nie gehörte) nichts war als ein Puff, um das ziemlich verblaßte Interesse an der trierischen Rockgeschichte wieder aufzufrischen, hat sich jetzt in Leipzig selber herausgestellt, wo Ronge sich völlig als Comödiant und - Werkzeug gezeigt hat. Ich kann mich also immerhin vorerst zufrieden geben. - Da übrigens meine Stellung in Wien es mir wünschenswerth macht auch dann und wann in auswärtigen Blättern etwas drucken zu lassen, so erlaube ich mir die Anfrage, ob Ihnen damit gedient wäre, Correspondenzen von mir aus Wien für Ihre Zeitschrift zu erhalten, sowie dann und wann einen belletristischen Beitrag ...". Fügt eine (hier nicht vorliegende) "Correspondenz" bei und nennt seine Wiener Adresse. - Friedrich Hirth hat 1911 das höchst bewegte Leben Lysers eingehend beschrieben und die sehr umfangreiche Bibliographie seiner Werke erstellt. - 1 Tintenfleck, ferner ein Ausschnitt im Adressblatt vom Öffnen der Versiegelung. - Sehr selten.
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