Los 2380
Meisl, Carl
(1775-1853)Empfehlungsschreiben für einen Schauspiel-Aspiranten. 1853
Schätzung
300€ (US$ 345)
Abgabe von Vorgeboten möglich
Aus dem Katalog
Autographensammlung Hermann Kiewy
Auktionsdatum 7.10.2026

Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 6. – 8. Oktober 2026


Meisl, Carl, Wiener Bühnenautor und Beamter, einer der fruchtbarsten Vertreter der Wiener Volkskomödie des Vormärz, schrieb mehr als 200 Stücke (1775-1853). Eigh. Brief m. U. "Carl Meisl, k. k. Rechnungsrath". 3 S. Doppelblatt. 4to. Wien 29.X.1851 (?).
An einen offenbar verehrten Theatermann (Johann Nestroy?), den er mit "Euer Wohledelgeboren" anspricht und ausführlich in betont rührseligem Ton für einen jungen Mann aus notleidender Familie um die Empfehlung für eine Stelle am Grazer Theater bittet. "... werden sich vielleicht kaum mehr eines durch sein Alter verschollenen Namens erinnern, der oder dessen Namensträger einst das Glück hatte, sich Ihres freundlichen Wohlwollens rühmen zu können. Der Zweck dieses meines gewagten, nur durch festes Vertrauen zu Ihrer mir bekannten Humanitaet gerechtfertigten Schreibens betrift den Uiberbringer desselben - August Fürst, den armen Sohn des aermsten Vaters, der früher - ein geachteter Lehrer und Erzieher, seit beinahe 12 Jahren unheilbar krank und elend - 5 unversorgte Kinder an seinem Bette hungern sieht. Der aelteste - sich Ihnen vorstellende Sohn - der den Trieb bei der Bühne sein Glück zu machen, nicht bezwingen kann, ist des Klavierspiels so weit Meister, daß er bei jedem Theater, bis er sich zum Schauspieler gebildet haben wird - selbst bei Einübung der Proben, und selbst als Chorist recht vortheilhaft verwendet werden könnte, hat den haeuslichen Jammer nicht mehr mit ansehen können, und begiebt sich von dem herrlichen Fraeulein [Louise] Neumann des Hoftheaters mit dem Reisegelde nach Graz, um bei dem dortigen Theater das beschraenkteste Unterkommen zu finden. Ich wage es daher, diesen, von Liebe für die Kunst glühenden, und noch so bedauerungswürdigen Mann Ihrer eigenthuemlichen Menschenliebe zu empfehlen ...". Durch gütige Fürsprache des Adressaten werde er vielleicht Aufnahme bei dem Grazer Theaterdirektor Thomé finden, um "dahin zu gelangen, sich, dem Jugend, Talent und Figur eigen sind, zum Schauspieler ausbilden zu können, ohne dem Drucke seines Schicksals zu erliegen ...". - Sehr selten.
Galerie Bassenge
Erdener Str. 5A
14193 Berlin
Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag, 10–18 Uhr,
Freitag, 10–16 Uhr
Telefon: +49 30 8938029-0
Fax: +49 30 8918025
E-Mail: info (at) bassenge.com
Impressum
Datenschutzerklärung
© 2026 Galerie Gerda Bassenge
Galerie Bassenge
Erdener Str. 5A
14193 Berlin
Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag, 10–18 Uhr,
Freitag, 10–16 Uhr
Telefon: +49 30 8938029-0
Fax: +49 30 8918025
E-Mail: info (at) bassenge.com
Impressum
Datenschutzerklärung
© 2026 Galerie Gerda Bassenge