Los 2370
Lorm, Hieronymus
(1821-1902)Brief an den Verleger Leopold Rosner. 1878
Schätzung
120€ (US$ 138)
Abgabe von Vorgeboten möglich
Aus dem Katalog
Autographensammlung Hermann Kiewy
Auktionsdatum 7.10.2026

Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 6. – 8. Oktober 2026


Lorm, Hieronymus (eigentl. Heinrich Landesmann), österr. Dichter, Philosoph, Journalist und Literaturkritiker, 1881 erblindet (1821-1902). Eigh. Brief m. U. "Heinrich Landesmann". 2 S. Doppelblatt. Kl. 8vo. Dresden 27.III.1878.
In einer schon vom Augenleiden geprägten Handschrift an den Wiener Verleger Leopold Rosner, dem er das Manuskript eines Romans anbietet, der in österreichischen Adelskreisen des Vormärz spielt. "... Die Zeitverhältniße lasten so ungünstig auf den Geschäften, namentlich dem Buchhandel, daß Sie zu Ihrem 'Bedauern' ablehnen müßen. Dies die Antwort, die Sie mir voraussichtlich auf meinen Antrag ertheilen werden, einen neuen Roman von mir in Verlag zu nehmen. Indeßen ist es doch möglich, daß die nachfolgend angegebenen Thatsachen Sie zu einem Vorschlag stimmen. Aus der 'Vorbemerkung', die ich beilege, ist zu ersehen, daß der Stoff verwandt ist mit dem von Spitzer's 'Herrenrecht'. Nur ist die Darstellung eine im höchsten Sinne künstlerische und der außerordentlich spannende Inhalt mit einem furchtbaren sittlichen Ernst behandelt. Der Roman spielt in österreichischen Adelsverhältnißen des Vormärz, zum Theil in Dalmatien, zu größerem Theil in Wien und Umgebung. Das heikle Thema allein, das den Abdruck in Journalen, die auch in Mädchenpensionate kommen, verbietet, hat Hallberger gehindert, das Manuscript, ebenso wie meine früheren Romane anzukaufen ...". Nennt seinen vorigen bei Hallberger erschienenen sowie einen demnächst erscheinenden Roman, macht Angaben über den zu erwartenden Umfang des neuen Buches, die Rechte des Verlegers und die Übernahme in eine mögliche Gesamtausgabe im Jahr 1883. - Lorm hat sich auch Verdienste durch die Erfindung einer Art Blindenschrift erworben, das "Lormsche Finger-Alphabet", das verschiedentlich heute noch Anwendung findet. - Beiliegend ein Holzstich-Porträt Lorms.
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