Los 2382
Meißner, August Gottlieb
(1753-1807)Brief aus Dresden an einen Schriftsteller. 1784
Schätzung
450€ (US$ 517)
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Autographensammlung Hermann Kiewy
Auktionsdatum 7.10.2026

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Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 6. – 8. Oktober 2026


Meißner, August Gottfried, Schriftsteller, Librettist, Kriminalschriftsteller, Publizist und Universitätsprofessor für Ästhetik und klassische Literatur in Prag (1753-1807). Eigh. Brief m. U. "Mßr". 4 S., eng beschrieben. Doppelblatt. 8vo. Dresden 6.VI.1784.
Umfangreicher Brief an einen Schriftsteller, mit einer Vielzahl von Informationen und Klatsch aus der Literatur-Szene. Erwähnt Nicolai, Wieland, Lessing, Goeckingk und G. A. Bürger. Kündigt seinen Besuch auf der Leipziger Messe an: "... da will ich Ihnen von der Meße mitbringen, alles was sie litterarisch gutes hat. Für den ungeheuer starken Meßkatalog macht ein armer Mit-Autor erbeben, wie Israel, für Goliad den Gothiter. Auch ist er, trotz seiner Größe, beinah eben so nichts nüzig als iener Riese, den ein Kiesel tödtete ... Deutschlands Litteratur muß endlich über der Schreibseeligkeit unberufner Knaben zu Grunde gehn. Ich wolte man führte in ihr ienen Penalismus ein, mit dem einst die Hanse Städte den alzu übertriebnen Hang zur Kaufmanschaft zu mildern suchten. Lübeck regalirte einst den König von Dänemark damit, daß es in seinen Angesicht einige iunge Kaufmanns Diener tüchtig mit Ruthen stäupen ließ. Leipzig könte zwanzig durchreisende Herzoge von Würtemberg, Weimar p. mit Autor Staup Besen divertiren. - Daß Archenhol[t]z Ihren Plutus p. eingerückt hat, sehn Sie aus beifolgenden Stücke, das er mir für Sie gegeben hat; auch Ihr Gedicht an mich ist No. 3 gedruckt, aber ich weiß nicht, warum er auch davon ein Exemplar mir einzuhändigen vergeßen haben muß. - Wegen Blumauers kommen Sie also auf meine Gedanken? Das freut mich. Talent hat der iunge Mann allerdings; doch des Dünkels noch viel mehr, und das verderbt ihn. Für Wien ist er, da Denis schweigt, freilich der erste Dichter. In Berlin würd' er der fünfte, sechste seyn ...". Spricht dann über die Unkenntnis deutscher Literatur in den Niederlanden und erwähnt Nicolai, Wieland, Lessing, Goeckingk und G. A. Bürger. "... Goecking[k]s Journal dreht sich immer noch in meines Journalistikums Strudel herum; aber seiner Gedichte dritten Theil, send ich mit; die ersten 2 sind blos für Briefe bestimmt gewesen. Gegen wenig teutsche Dichter hab' ich mich soviel Ursache zu schämen, als gegen Goeckingk. Ich bin ihm nun seit Jahren auf 4 Briefe Antwort schuldig ... Von Bürgers neuer Auflage weiß ich - nichts. Vielleicht sprech ich auf der Meße seinen Verleger Diet[e]rich ... Das Journal bring ich gewiß mit; denn schon hab' ich heute den 8ten Bogen erhalten ... Ihre beiden Gedichte sind schon abgedruckt ...". - Meißner, dessen Operetten erfolgreich gespielt wurden, gilt auch als Erfinder des Genres der Kriminal-Erzählung in Deutschland. - Sehr selten.
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