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Lot 2379, Auction  128, Mautner, Eduard, 4 Autographen. 1867-1873

Mautner, Eduard
4 Autographen. 1867-1873
Los 2379

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300€ (US$ 345)

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Mautner, Eduard, Wiener Schriftsteller, Journalist, Bühnenautor, Übersetzer, auch franz. Bahn- und österr. Staatsbeamter, mit dem Grafen Victor Wimpffen befreundet (1824-1889). 4 Autographen, davon 3 m. U. "Eduard Mautner". Wien 1867-1873.
I. Eigh. Brief an den Grafen Victor von Wimpffen. 1 S. Doppelbl. mit Monogramm im Briefkopf. Gr. 8vo. Wien 26.VII.1867. "... beifolgend erlaube ich mir Ihnen, Ihrem freundlich ausgesprochenen Wunsche gemäß, die unbedeutenden Verse zu übersenden, die ich vorgestern an Ihrer gastfreien Tafel sprach ...". - Dabei das genannte Manuskript, am Schluß signiert. 1 S. Gr. 8vo. - "Toast, ausgebracht auf Grafen Victor Wimpfen [!], k. k. Corvetten-Capitän zu seinem Geburtstage am 24. Juli 1867." 16 Zeilen. - II. Eigenhändiges Bühnenmanuskript. 91/2 S., eng beschrieben. Gr. 8vo. (Wohl um 1870). - "Auf der Alm. Festspiel". Einakter für 5 Personen. - Mit Streichungen und Verbesserungen. - III. Porträt-Photographie mit eigh. Widmung auf der Rückseite. Kabinett-Format (16,5 x 11,3 cm). Gmunden 10.IX.1873. - "Der hochgeborenen Frau Gräfin Anastasia Wimpffen, geborenen Freiin von Sina". - Die auf Karton gewalzte Photographie vom k. k. Hofphotographen Fritz Luckhardt zeigt Mautner als Brustbild im Oval. - Die Gräfin war die Tochter des "wohl reichsten Mannes der Monarchie", Simon Baron Sina. - Beigegeben eine beschriftete Visitenkarte mit Umschlag von dem Schriftsteller und Publizisten Julius Rodenberg, ebenfalls an den Grafen Victor Wimpffen gerichtet (1882).

Lot 2380, Auction  128, Meisl, Carl, Empfehlungsschreiben für einen Schauspiel-Aspiranten. 1853

Meisl, Carl
Empfehlungsschreiben für einen Schauspiel-Aspiranten. 1853
Los 2380

Schätzung
300€ (US$ 345)

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Meisl, Carl, Wiener Bühnenautor und Beamter, einer der fruchtbarsten Vertreter der Wiener Volkskomödie des Vormärz, schrieb mehr als 200 Stücke (1775-1853). Eigh. Brief m. U. "Carl Meisl, k. k. Rechnungsrath". 3 S. Doppelblatt. 4to. Wien 29.X.1851 (?).
An einen offenbar verehrten Theatermann (Johann Nestroy?), den er mit "Euer Wohledelgeboren" anspricht und ausführlich in betont rührseligem Ton für einen jungen Mann aus notleidender Familie um die Empfehlung für eine Stelle am Grazer Theater bittet. "... werden sich vielleicht kaum mehr eines durch sein Alter verschollenen Namens erinnern, der oder dessen Namensträger einst das Glück hatte, sich Ihres freundlichen Wohlwollens rühmen zu können. Der Zweck dieses meines gewagten, nur durch festes Vertrauen zu Ihrer mir bekannten Humanitaet gerechtfertigten Schreibens betrift den Uiberbringer desselben - August Fürst, den armen Sohn des aermsten Vaters, der früher - ein geachteter Lehrer und Erzieher, seit beinahe 12 Jahren unheilbar krank und elend - 5 unversorgte Kinder an seinem Bette hungern sieht. Der aelteste - sich Ihnen vorstellende Sohn - der den Trieb bei der Bühne sein Glück zu machen, nicht bezwingen kann, ist des Klavierspiels so weit Meister, daß er bei jedem Theater, bis er sich zum Schauspieler gebildet haben wird - selbst bei Einübung der Proben, und selbst als Chorist recht vortheilhaft verwendet werden könnte, hat den haeuslichen Jammer nicht mehr mit ansehen können, und begiebt sich von dem herrlichen Fraeulein [Louise] Neumann des Hoftheaters mit dem Reisegelde nach Graz, um bei dem dortigen Theater das beschraenkteste Unterkommen zu finden. Ich wage es daher, diesen, von Liebe für die Kunst glühenden, und noch so bedauerungswürdigen Mann Ihrer eigenthuemlichen Menschenliebe zu empfehlen ...". Durch gütige Fürsprache des Adressaten werde er vielleicht Aufnahme bei dem Grazer Theaterdirektor Thomé finden, um "dahin zu gelangen, sich, dem Jugend, Talent und Figur eigen sind, zum Schauspieler ausbilden zu können, ohne dem Drucke seines Schicksals zu erliegen ...". - Sehr selten.

Lot 2381, Auction  128, Meissner, Alfred von, Gedicht und Brief, mit Beilagen. 1865

Meissner, Alfred von
Gedicht und Brief, mit Beilagen. 1865
Los 2381

Schätzung
450€ (US$ 517)

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Meissner, Alfred von, deutsch-böhmischer Schriftsteller, dem Jungen Deutschland nahestehend, in Paris mit Heine befreundet, starb durch Selbstmord (1822-1885). Eigh. Gedichtmanuskript m. U. "Alfred Meissner". 1 S. Gr. 8vo. O. O. (wohl um 1865).
"An x x x". 6 Strophen zu je 4 Zeilen: "Ich hab dich immer nur gesehen / Von einem Schleier überwallt, / Der wie ein Duft mit leisem Wehen / Umspielte deine Huldgestalt. - Ob er der Anmuth vollen Schimmer / Verhüllte, dennoch liebt ich ihn / Den Schleier, der ein Bild mir immer / Jungfräulichkeit, von dir erschien! ... Und mit Gedanken, wonnig-tödtend, / Denk' ich: wie wird einst jener sein / Wenn du den Schleier holderröthend / Senkst, Mädchen, vor der Seele dein!" - Oben rechts der Namenszug "Rudolf Glaser" überstempelt "A. Meissner"; unten links das Datum "19. Januar" gestrichen. Rudolf Glaser war der Herausgeber der Zeitschrift "Ost und West". Vielleicht ist das Gedicht in dieser Zeitschrift erschienen. - Dabei: Derselbe. Eigh. Brief m. U. "Meissner". 3 S. Doppelbl. Gr. 8vo. Prag 19.II.1865. - An seinen (nicht genannten) Verleger Janke in Berlin, ausführlich über den Plan einer Fortsetzung seines bei Janke 1862-1864 erschienenen Romans "Schwarzgelb". Zeigt sich hoch erfreut über den neuen Vertragsabschluß mit dem Verleger. "... Ich fürchtete nämlich, Sie bestünden auf 2 Bänden, ich hingegen sah, daß ich in zwei Bänden keinen ausgewachsenen künstlerischen Organismus geben könne, kein Buch, das im Verhältniss zur ersten Abtheilung stünde. - Die 2. Partie wird so gestaltet sein, daß sie auch für sich allein gehalten, einen interessanten, in sich geschlossenen Roman gibt, doch wird der Leser moralisch verpflichtet werden, die erste Abtheilung kennen zu lernen (besser gesgt zu kaufen). Auf dem Titelblatt wird stehn (den Titel weiss ich noch nicht) 'im Anschlusse an Schw.[arzgelb]'. Ich werde das Beste liefern, was ich irgend liefern kann. Plan u. Idee zum Ganzen, wie sie mir jetzt vorliegen, scheinen mir sehr gut. Ich werde mit Lust an die Arbeit gehen, in der Hoffnung, daß auch dadurch die erste Abtheilung wieder flott wird. Der theure Preis schadete dem Buch unmäßig. Dem muß noch, so lange es noch Zeit, abgeholfen werden ...". - Ferner über den Versand von Exemplaren seines in demselben Jahr bei Janke erschienenen Romans "Lemberger und Sohn" an verschiedene österreichische Zeitschriften. Zum Schluß bemerkt Meissner: "... Stünden meine Finanzen besser, käme ich nach Berlin; wie es ist, hoffe ich Sie in Prag wiederzusehen ... Nun heißt es: frisch an die Arbeit. 'Hand in Hand mit Ihnen fordere ich das Jahrhundert in die Schranken! ...". - Die Fortsetzung von "Schwarzgelb" erschien 1867 bei Janke unter dem Titel "Babel" in vier Bänden. - Ferner beiliegend 3 gedruckte Porträts des Dichters.

Lot 2382, Auction  128, Meißner, August Gottlieb, Brief aus Dresden an einen Schriftsteller. 1784

Meißner, August Gottlieb
Brief aus Dresden an einen Schriftsteller. 1784
Los 2382

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450€ (US$ 517)

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Meißner, August Gottfried, Schriftsteller, Librettist, Kriminalschriftsteller, Publizist und Universitätsprofessor für Ästhetik und klassische Literatur in Prag (1753-1807). Eigh. Brief m. U. "Mßr". 4 S., eng beschrieben. Doppelblatt. 8vo. Dresden 6.VI.1784.
Umfangreicher Brief an einen Schriftsteller, mit einer Vielzahl von Informationen und Klatsch aus der Literatur-Szene. Erwähnt Nicolai, Wieland, Lessing, Goeckingk und G. A. Bürger. Kündigt seinen Besuch auf der Leipziger Messe an: "... da will ich Ihnen von der Meße mitbringen, alles was sie litterarisch gutes hat. Für den ungeheuer starken Meßkatalog macht ein armer Mit-Autor erbeben, wie Israel, für Goliad den Gothiter. Auch ist er, trotz seiner Größe, beinah eben so nichts nüzig als iener Riese, den ein Kiesel tödtete ... Deutschlands Litteratur muß endlich über der Schreibseeligkeit unberufner Knaben zu Grunde gehn. Ich wolte man führte in ihr ienen Penalismus ein, mit dem einst die Hanse Städte den alzu übertriebnen Hang zur Kaufmanschaft zu mildern suchten. Lübeck regalirte einst den König von Dänemark damit, daß es in seinen Angesicht einige iunge Kaufmanns Diener tüchtig mit Ruthen stäupen ließ. Leipzig könte zwanzig durchreisende Herzoge von Würtemberg, Weimar p. mit Autor Staup Besen divertiren. - Daß Archenhol[t]z Ihren Plutus p. eingerückt hat, sehn Sie aus beifolgenden Stücke, das er mir für Sie gegeben hat; auch Ihr Gedicht an mich ist No. 3 gedruckt, aber ich weiß nicht, warum er auch davon ein Exemplar mir einzuhändigen vergeßen haben muß. - Wegen Blumauers kommen Sie also auf meine Gedanken? Das freut mich. Talent hat der iunge Mann allerdings; doch des Dünkels noch viel mehr, und das verderbt ihn. Für Wien ist er, da Denis schweigt, freilich der erste Dichter. In Berlin würd' er der fünfte, sechste seyn ...". Spricht dann über die Unkenntnis deutscher Literatur in den Niederlanden und erwähnt Nicolai, Wieland, Lessing, Goeckingk und G. A. Bürger. "... Goecking[k]s Journal dreht sich immer noch in meines Journalistikums Strudel herum; aber seiner Gedichte dritten Theil, send ich mit; die ersten 2 sind blos für Briefe bestimmt gewesen. Gegen wenig teutsche Dichter hab' ich mich soviel Ursache zu schämen, als gegen Goeckingk. Ich bin ihm nun seit Jahren auf 4 Briefe Antwort schuldig ... Von Bürgers neuer Auflage weiß ich - nichts. Vielleicht sprech ich auf der Meße seinen Verleger Diet[e]rich ... Das Journal bring ich gewiß mit; denn schon hab' ich heute den 8ten Bogen erhalten ... Ihre beiden Gedichte sind schon abgedruckt ...". - Meißner, dessen Operetten erfolgreich gespielt wurden, gilt auch als Erfinder des Genres der Kriminal-Erzählung in Deutschland. - Sehr selten.

Lot 2383, Auction  128, Merkel, Garlieb, Brief aus Berlin an einen Freund in Weimar.1804

Merkel, Garlieb
Brief aus Berlin an einen Freund in Weimar.1804
Los 2383

Schätzung
600€ (US$ 690)

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Merkel, Garlieb, deutsch-baltischer Schriftsteller, Kritiker und Publizist, Herausgeber des "Freimüthigen" in Berlin (1769-1850). Eigh. Brief m. U. "G. Merkel". 3 S. Doppelblatt. 4to. Berlin 14.VII.1804.
An einen ihm befreundeten Schriftsteller in Weimar, dessen Beitrag für den "Freimüthigen" Merkel sogleich hatte drucken lassen. "... Auch ich denke an Weimar und an die Stunden, die ich mit Ihnen verlebte, gern und froh zurück. Ich bin mit ganzem Herzen Ihr Freund, und werd es immer seyn. - Wie ich lebe? fragen Sie. Je nun, ich bin so ziemlich dahin gekommen, mir aus den Menschen um mich her, Männern und Weibern, sehr wenig zu machen, doch sehr gern mit jedem der ersteren, wenn er Geist hat, eine Flasche Bourgogner zu leeren, und jede der leztern, wenn sie schön ist, zu küßen. Uebrigens hab' ich gar keinen bleibenden Lebenszirkel, sondern wöchentlich einen andern; besuche nie Gesellschaften, gebe aber selbst zuweilen kleine Mahlzeiten, bei denen man mir in der Regel den Gefallen thut, froh zu seyn. - Wie es in meinem Herzen aussieht? ... Von Heirathen, und andern empfindsamen Dingen kann also gar nicht Rede bei mir seyn, außer wenn ich etwa wieder einen Roman schreiben sollte. Gern hätte ich Ihnen längst schon geschrieben; aber ich weiß, daß man in Weimar meinen Namen nicht mit weißer Kreide zu schreiben pflegt, und so - fürchtete ich, Sie zu compromittiren ...". Dies scheine aber nicht der Fall zu sein, und so bitte er, öfter Nachrichten aus Weimar sowie literarische Beiträge für seine Zeitschrift zu liefern. - Sehr selten.

Lot 2384, Auction  128, Merken, Lucretia Wilhelmina van, Brief aus Amsterdam an einen Herrn. 1747

Merken, Lucretia Wilhelmina van
Brief aus Amsterdam an einen Herrn. 1747
Los 2384

Schätzung
300€ (US$ 345)

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Merken, Lucretia Wilhelmina van, holländische Dichterin, mit dem Dramatiker Nicolaas van Winter verheiratet, beide Ehrenbürger von Leiden (1721-1789). Eigh. Brief m. U. "Lucretia Wilhelmina Van Merken". In holländ. Sprache. 2 S. Doppelblatt. 4to. Amsterdam 13.IV.1747.
An einen "Wolgebooren Heer". Über ihre Poesie; erwähnt den Prinzen von Oranien.

Lot 2385, Auction  128, Meyer, Conrad Ferdinand, 2 Autographen. 1891

Meyer, Conrad Ferdinand
2 Autographen. 1891
Los 2385

Schätzung
450€ (US$ 517)

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Meyer, Conrad Ferdinand, Schweizer Schriftsteller, bedeutender Balladendichter (1825-1898). 2 Autographen. Kilchberg bei Zürich 6.IX.1891 bzw. o. J.
I. Visitenkarte mit gedrucktem Namen und eigenhändiger Beschriftung. 2 S. 7 x 11 cm. Kilchberg, ohne Datum. - An einen "verehrten Freund", d. h. einen Redakteur. "... ich habe ... eine Kleinigkeit eingesendet, dieselbe gleich auf das Papier werfend, habe ich mich nicht vielleicht verschrieben Vers 5 Zeile 3: Um und in mir webt u. baut. Natürlich muß es lauten: Um mich, in mir webt u. baut. - Ob das Gedichtchen am Leben bleiben soll oder nicht, bleibt Ihnen anheim ...". - II. Eigh. Brief (Billet) m. U. "C.F. Meyer". 1 S. Gr. 8vo. Kilchberg-Zürich. 6.IX.1891. - An einen Herrn, dessen Einladung er folgen und sich vor Mitte Oktober bei ihm einstellen werde.

Lot 2386, Auction  128, Möllhausen, Balduin, Brief an seinen Verleger. 1877

Möllhausen, Balduin
Brief an seinen Verleger. 1877
Los 2386

Schätzung
300€ (US$ 345)

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Möllhausen, Balduin, Forschungsreisender und Romanschriftsteller, mit Alexander von Humboldt befreundet (1825-1905). Eigh. Brief m. U. "Balduin Möllhausen". 1 S. Gr. 8vo. Potsdam 16.III.1877.
An seinen Verleger. "... Auch der 2te Band des 'Piratenlieutenant' ist druckfertig, da es indessen noch nicht eilt, schicke ich ihn später mit den beiden anderen zusammen; nebenbei eine schreckliche Arbeit! Ich habe noch immer keine Correcturen erhalten! Nicht als ob ich drängelte. Aber ich bin ängstlich geworden u. fürchte, daß es, wie im vorigen Jahr, in der Druckerei für überflüssig gehalten wird, mir dieselben zuzusenden ...". Möllhausens Roman "Der Piratenlieutenant" erschien 1870 in 4 Bänden; hier scheint es sich um eine verbesserte 2. Auflage zu handeln.

Lot 2387, Auction  128, Möser, Justus, Brief an seinen Schwiegersohn J. G. J. von Voigts. 1780

Möser, Justus
Brief an seinen Schwiegersohn J. G. J. von Voigts. 1780
Los 2387

Schätzung
400€ (US$ 460)

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Möser, Justus, der große Osnabrücker Jurist, Staatsmann, Schriftsteller, Historiker und Publizist (1720-1794). Eigh. Brief m. U. "Möser". 3 S. Doppelblatt mit Adresse. 4to. O. O. (wohl um 1780).
An seinen Schwiegersohn, den Geheimrat und seit 1776 Forstkommissarius Johann Gerlach Jost von Voigts (1741-1797) in Melle. In geschäftlichen Angelegenheiten. "... Daß Sie die Casse nicht länger behalten wollten, verdenke ich Ihnen nicht. Aber woher nehmen wir einen andern? Hierüber erbitte ich mir Ihre Meinung ... Wir müßen uns also scheiden und so dachte ich wäre es allenfalls der kürzeste Weg, den Bergleuten jetzt zu sagen, daß sie um Ostern reisen könnten ... Daß Herr Kamptz [?] annoch näher beschieden werde, scheinet mir überflüssig zu seyn. Was kann er uns weiter sagen als er gesagt hat? und das gesagte noch mit Gründen zu bestärken ist unnöthig ... Wenn Hr. Kamptz etwa noch andre Vorschläge Ihren Beamten über dasjenige, was wir noch etwa zu thun oder zu lassen hätten: so wünschen alle hiesige ..., daß er Ihnen solche Schrifften mittheilen mögte." - Voigts' Ehefrau, Mösers Tochter Jenny, pflegte Freundschaft und Briefwechsel mit zahlreichen Schriftstellern ihrer Zeit, mit fast allen namhaften Aufklärern, Hainbündlern und Vertretern des Sturm und Drang.

Lot 2387a, Auction  128, Mühsam, Erich, Postkarte an die Buchhandlung Friedländer und Sohn. 1915

Mühsam, Erich
Postkarte an die Buchhandlung Friedländer und Sohn. 1915
Los 2387a

Schätzung
600€ (US$ 690)

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Mühsam, Erich, Schriftsteller, revolutionärer Pazifist, im KZ gestorben (1878-1934). Eigh. Postkarte m. U. "Erich Mühsam". 1 S. Quer-8vo. München (12.III.1915).
An die Buchhandlung R. Friedländer & Sohn in Berlin, die ein Exemplar von Mühsams Gedichtband "Die Wüste" bestellen wollte. "... Ich teile ergeb. mit, daß die Auflage völlig vergriffen sit. Ich persönlich besitze noch einen ganz kleinen Rest von Exemplaren, die, wie ich bekanntgemacht habe, zum Preise von 10 Mk pro Exemplar von mir persönlich zu beziehen ist. - Ich mache Sie darauf aufmerksam, daß ein Teil der in der 'Wüste' enthaltenen Gedichte in meinem im vorigen Jahre bei Cassirer erschienenen Sammelband 'Wüste. Krater. Wolken' aufgenommen ist ...". Bietet an, den Band "Die Wüste" bei sofortiger Zahlung auch für 7,50 Mark abzugeben, jedoch unter der Bedingung, mit dem Verkaufspreis für das Buch grundsätzlich nicht unter 10 Reichsmark zu gehen.

Lot 2388, Auction  128, Müller, Karl Ludwig Methusalem, Brief an einen Schriftsteller + Beigabe. 1827

Müller, Karl Ludwig Methusalem
Brief an einen Schriftsteller + Beigabe. 1827
Los 2388

Schätzung
200€ (US$ 230)

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Müller, K. L. Methusalem, Leipziger Schriftsteller, Publizist und Zensor, langjähriger Redakteur der einflußreichen "Zeitung für die elegante Welt" (1771-1837). Eigh. Brief m. U. "Methus. Müller". 1 S. Gr. 4to. Leipzig 16.III.1827.
An einen Schriftsteller, der ihm das Manuskript von Teilen einer Erzählung übersandt hatte, wohl gedacht für den Abdruck in der "Zeitung für die elegante Welt". Müller lehnt jedoch mit ausführlicher Begründung ab, vor allem, weil der Text in zu kleinen Portionen abgedruckt werden müsse, so dass das Interesse der Leser erlahmen würde. Die Erzählung sollte besser in einem Taschenbuch untergebracht werden, denn der Inhalt sei durchaus unterhaltend. - Beigegeben: Carl Borromäus Freiherr von Miltitz, Dresdener Dichter, Komponist und Musikschriftsteller (1781-1845). Eigh. Brief m. U. "C. B. v. Miltitz". 1 S. Quer-gr. 4to. Pillnitz 1.VI.1833. - An einen Herrn, der wohl um geeignete Verse für eine Komposition gebeten hatte. Sendet ein Gedicht von Tiedge, von dem er jedoch leider trotz vieler Suche nur 1 Vers gefunden habe. - Randausriß mit leichtem Buchstabenverlust.

Lot 2389, Auction  128, Müller, Wilhelm, Brief an den Dichter De la Motte-Fouqué. 1822

Müller, Wilhelm
Brief an den Dichter De la Motte-Fouqué. 1822
Los 2389

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1.800€ (US$ 2,069)

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"Meinen Griechen bleibe ich treu!"
Müller, Wilhelm, gen. „Griechen-Müller", früh verstorbener Dichter und Schriftsteller, Bibliothekar in Dessau, einer der ersten Herausgeber von Barockdichtern, Schöpfer berühmter Volkslieder, teils von Schubert vertont, Hauptvertreter des dt. literarischen Philhellenismus (1794-1827). Eigh.Brief m. U. "Wilhelm Müller". 21/2 S. Doppelblatt mit Adresse. 4to. Dessau 7.III.1822.
An den Dichter Friedrich de la Motte-Fouqué auf dessen Schloß Nennhausen (Mark Brandenburg). Sehr schöner, inhaltsreicher Brief über seine Barockdichter-Editionen, seine Griechenland-Kampagne und weitere aktuelle Politik. Als "Entschuldiger" für die Verspätung seines Briefes lasse er "einen alten, würdigen Mann auftreten - Martin Opitz von Boberfeld - Mit diesem unsern poetischen Ahn hatte ich in diesen Wochen so viel zu thun, daß ich die Briefe meiner Freunde seit 8 bis 10 Wochen erst jetzt zu beantworten anfangen kann. Ich gebe nehmlich bei Brockhaus in Leipzig eine Bibliothek deutscher Dichter des 17ten Jahrhunderts heraus, in 8 bis 9 Bändchen, deren erstes, das zur Ostermesse erscheint, den alten pater poeseos germaniae, wie Opitz sonst titulirt wurde, enthält. Dann folgt der von seinem Deutschland beinahe ganz vergessene Weckherlin, der fromme, kräftige Andreas Gryphius, auch der feurige Flemming, von dem Schwab zwar schon eine neue Ausgabe geliefert hat, der jedoch in meiner Sammlung nicht fehlen darf, endlich minder bedeutende und weniger liefernde Dichter: Tscherning, Gerhard, Logau, Rist, Günther pp. ... Daß Ihr Buch über Griechenland das Schicksal der Griechen theilt - nehmlich gar zu lange, endlich wohl ganz vergebens auf die Russische Kriegserklärung zu warten, thut mir Leid. Warum befreien Sie aber das Buch nicht aus der Vetterschen Despotie? Von mir fliegen nächstens mit der ersten Frühlingsluft neue Griechische Freiheitslieder mit den alten (d. h. mit einer neuen Auflage der alten) in die Welt. Sie werden ihnen schon ein Fenster auf Ihrem Schlosse öffnen wollen, wenn Sie draußen anklopfen hören. Lieber klopfte ich freilich selbst an Ihre Thür ...". Aber Amtsgeschäfte und die bevorstehende Geburt eines Kindes hinderten ihn vorläufig daran. "... Wir fühlen uns hier in Anhalt jetzt etwas freier u. wohler, seitdem die freien Wogen der Elbe an unsern Ufern rauschen, und trinken unsern Wein mit dem wonnigen Gefühl daß kein fremder Herrscher und seine Beamten von jedem Glase mittrinken. Nun darf ich auch das wahrhaft drückende Gefühl - das ich, als Anhaltiner, oder richtiger, als Unterthan eines deutschen Bundesstaates, gegen Preußen hegen mußte, das ich eine Zeit lang als mein Vaterland geliebt und dafür gekämpft habe, von mir werfen. - In der Ansicht der größeren Welthändel geht es mir nicht so wohl. Der Trost, den Sie neulich für unerfüllte Hoffnungen in Ihrem Gedicht an den Verfasser von Pseudo-Meister [d. i. Johann Friedrich Wilhelm Pustkuchen, der 1822 "Wilhelm Meisters Wanderjahre" herausbrachte] aufstellten, genügt mir nicht. Freilich starb der Sieger bei Marathon im Gefängnisse - aber Athen ward frei. Miltiades hatte ja nicht für sich gekämpft, also ward sein Sieg durch seinen schmählichen Tod nicht fruchtlos. Meinen Griechen bleibe ich treu ...". - Wilhelm Müller ist heute noch als Verfasser von Volksliedern wie "Am Brunnen vor dem Tore" (entstanden 1822, im Jahr des vorliegenden Briefes), "Das Wandern ist des Müllers Lust" und "Im Krug zum grünen Kranze" im Gedächtnis geblieben. - Gering fleckig; Siegel-Ausriss alt restauriert. - Aus der berühmten Sammlung Wilhelm Künzel, der auch mit Bleistift am unteren Rand vermerkt hat: "sehr interessant".

Lot 2390, Auction  128, Müllner, Adolph, Brief an Ernst Ortlepp über die Eignung zum Dichter. 1826

Müllner, Adolph
Brief an Ernst Ortlepp über die Eignung zum Dichter. 1826
Los 2390

Schätzung
300€ (US$ 345)

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Über Dichtung und Dichter
Müllner, Adolph, Schriftsteller, Publizist und Jurist, neben Zacharias Werner Hauptvertreter der Gattung des "Schicksalsdramas", leitete ein berühmtes Liebhaber-Theater in Weißenfels (1774-1829). Eigh. Brief m. U. "Müllner". 3 S. Doppelblatt. 4to. Weißenfels 10.XI.1826.
Sehr gehaltvoller Brief an den (nicht genannten) jungen Schriftsteller Ernst Ortlepp (1800-1864), der ihn um Rat und Urteil über das Einschlagen einer Dichter-Laufbahn gebeten und Manuskripte zur Probe übersandt hatte. Müllner erteilt ausführliche, umfassende Informationen und Ratschläge über das Wesen, die Bedingungen und die Aussichten von Dichtung und Dichter in der literarischen Praxis. "... In der hier zurückfolgenden Sammlung habe ich nichts gefunden, was ich Ihnen rathen könnte, öffentlich als Talentprobe auszustellen. Nicht als ob ich darin die Spuren der Dichteranlagen vermißt hätte; ich glaube deren in mehreren Einzelheiten erkannt zu haben. Auch nicht als ob ich die erlangte Ausbildung im Technischen der Poesie verkannt hätte; Sie sind darin Vielen überlegen, welche mit ihren Poesien Beifall gefunden haben. Aber es scheint mir, daß der, gewöhnlich vom Zufall abhängige, Augenblick noch nicht gekommen ist, der Ihrer schwankenden Neigung den rechten Stoff entgegengeführt, wo der Stoff Ihrer ganzen Seele sich bemeistert, und dadurch die wahre, dichterische Begeisterung angefacht hätte, die - einmal empfunden - das Talent plötzlich entwickelt, u. dem damit Begabten zum lebendigen Gefühl desselben verhilft. Die Lust zu dichten empfindet man gewöhnlich früher als jener Entwickelungs-Moment eintritt. Wenn er kommt, so empfindet man nicht sowohl eine Lust, als vielmehr einen Zwang zu dichten, der von einem bestimmten Gegenstand ausgeht. Beide Zustände verhalten sich ungefähr wie der Liebestrieb u. die Liebe ...". Müllner zitiert dann Friedrich Schiller und rät zum Abwarten: "... Lassen Sie die Dichtfeder ruhen. Beschäftigen Sie den Geist mit wissenschaftlichen Dingen und daneben das Gemüth mit dem Genuße der Kunst an fremden Werken. Dann wird entweder die Muse Sie aufsuchen, oder Sie werden ihre Gunst entbehren lernen. Nichts, als Dichter sein wollen, nichts thun wollen als dichten, oder überhaupt künstlerisch schaffen, das ist ein Bestreben, gleich gefährlich für die innere wie für die äußere Glückseligkeit, für die Haltung der Seele wie für die Subsistenz im äußerlichen Leben. Von der Dichtkunst zu leben, dazu gehört ein eminentes Talent, dabei große Fruchtbarkeit, und überdies Glück in der Ausbreitung des Rufes. Und aus diesem Quell allein für die ganze Lebensdauer die innere Befriedigung zu schöpfen, das halt' ich für ganz unmöglich ...". - Aus der Sammlung Wilhelm Künzel.

Lot 2391, Auction  128, Musäus, Johann Karl August, Brief an einen "Herrn Rath" über eine Dame in Eisenach. 1787

Musäus, Johann Karl August
Brief an einen "Herrn Rath" über eine Dame in Eisenach. 1787
Los 2391

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600€ (US$ 690)

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Musäus, Johann Karl August, Schriftsteller, Philologe und Literaturkritiker der Aufklärung, bedeutend vor allem auch als Märchen-Sammler, vielseitig vernetztes Mitglied der Weimarer Gesellschaft zur Zeit Anna Amalias (1735-1787). Eigh. Brief ohne Unterschrift (die abgeschnitten ist). 3 S., eng beschrieben. Doppelblatt. 4to. Weimar 19.IX.1787.
Wenige Tage vor seinem plötzlichen Tod an einen "Herrn Rat", dem er auf dessen Wunsch eine sehr ausführliche Beschreibung und Chakterisierung einer Madame Cramer in Eisenach liefert. Schildert ihr Äußeres ebenso wie ihre Charakterzüge, ihre Tätigkeit und gesellschaftliche Stellung in Eisenach. - Leider ist von einem "Autographensammler" die Unterschrift abgeschnitten und durch ein neueres Stück Papier ersetzt worden. Sonst gut erhaltenes, äußerst seltenes Autograph des Verfassers der "Volksmährchen der Deutschen" (1782). - Beiliegend ein Ausschnitt aus dem Auktionskatalog IV der Firma Karl Ernst Henrici mit der Beschreibung des Briefes und dem fett gedruckten Hinweis: "Sehr selten".

Lot 2392, Auction  128, Naubert, Benedicte, Brief an eine Dame. 1809

Naubert, Benedicte
Brief an eine Dame. 1809
Los 2392

Schätzung
300€ (US$ 345)

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Naubert, Benedicte, Leipziger Schriftstellerin, schrieb mehr als 50 histor. Romane und gilt als Mitbegründerin dieser Literaturgattung (1756-1819). Eigh. Brief m. U. "Benedicte Naubert geb. Hebenst." 1 S. 4to. N[aumburg] 23.I.1809.
An eine "theuerste Frau", der sie für die Überweisung von 82 Talern dankt, wohl für einen literarischen Beitrag. "... möchte uns bald wieder ein ähnliches Gestirn aufgehen! Sehen Sie unsern guten Rochlitz so grüßen Sie ihn herzlich". Er möge für seine Augen sorgen: "Ich muß mich jetzt größtentheils mit Diktiren behelfen. Möchten Sie diese Zeilen lesen können ... Wüßten o wüßten Sie was wir hier durch innige Sorge um Leipzig leiden!" - Rand-Ausschnitt durch Öffnen der Versiegelung. - Selten.

Lot 2393, Auction  128, Neuffer, Christian Ludwig, Signiertes Gedichtmanuskript. Wohl um 1830

Neuffer, Christian Ludwig
Signiertes Gedichtmanuskript. Wohl um 1830
Los 2393

Schätzung
450€ (US$ 517)

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Neuffer, Christian Ludwig, schwäbischer Dichter und Theologe, mit Hölderlin befreundet, ab 1819 Stadtpfarrer am Ulmer Münster (1769-1839). Eigh. Gedichtmanuskript m. U. "Neuffer". 15 S. auf 4 Doppelbl. 8vo. O. O. u. J.
"Die Ruhe. Ein lyrisch-didaktischer Hymnus". 29 Strophen zu je 10 Zeilen. "Voll Entzücken hingesunken / In melodisches Gefühl, / Von dem schöpferischen Funken / Der Begeistrung kühn und trunken / Greif ich zu dem Saitenspiel ...". Umfangreiche, leicht satirische Verherrlichung der Ruhe, am Schluß signiert. - Zierliche Reinschrift auf festem Bütten. - Sehr selten. - Beiliegend ein Stahlstich-Porträt des Dichters.

Lot 2394, Auction  128, Nieritz, Gustav, Signiertes Manuskript einer Erzählung. Circa 1840

Nieritz, Gustav
Signiertes Manuskript einer Erzählung. Circa 1840
Los 2394

Schätzung
450€ (US$ 517)

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Nieritz, Gustav, erfolgreicher, viel gelesener Dresdener Jugend- und Volksschriftsteller (1795-1876). Eigh. Manuskript m. U. "Gustav Nieritz". 11 S., sehr eng beschrieben. 3 lose Doppelbl. Folio. (Wohl Dresden, ca. 1840).
"Hochmuth vor dem Falle. Erzählung aus der Jetztzeit. Von Gustav Nieritz." Umfangreiches Manuskript einer vollständigen Erzählung, am Schluß signiert. Wahrscheinlich in einem der verschiedenen populären, von Nieritz herausgegebenen Periodika erschienen. Schwärzliche Fingerspuren aus der Druckerei deuten auf die Verwendung des Manuskripts als Druckvorlage. - Kleine Faltenrisse und andere mäßige Gebrauchsspuren. - Selten.

Lot 2395, Auction  128, Österreichische Schriftsteller und Journalisten des 18. Jahrhunderts, 45 Autographen

Österreichische Schriftsteller und Journalisten des 18. Jahrhunderts
45 Autographen
Los 2395

Schätzung
600€ (US$ 690)

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Österreichische Schriftsteller und Journalisten des 18. und 19. Jahrhunderts (I). Ca. 45 Autographen.
Meist eigenhändige Briefe und Karten an andere namhafte Autoren, Redakteure oder Buchhändler. Wo keine Anzahl hinter den Lebensdaten angegeben ist, handelt es sich jeweils um 1 Stück. - Vorhanden: Paul d'Abrest (1850-1893), Alfred Amschl (1852-1926), Johann Melchior Armbruster (1761-1814), Raoul Auernheimer (1876-1948), Cornelius von Ayrenhoff (1733-1819), Eduard Frhr von Badenfeld (Pseud. Ed. Silesius, 1800-1860), Moriz Band (1864-1932; 2), Adolf Bäuerle (1786-1859; 2), Karl Isidor Beck (1817-1879; 2), Camillo Belolawek-Morgan (1860-1925), Oscar Bendiener (1870-1940), O. F. Berg (1833-1886), Alois Berla (1826-1896), Moriz Bermann (1823-1895), Joseph Carl Bernard (1780-1850, an Treitschke), Anton Bettelheim (1851-1930), Julius Ebersberg (1831-1870), Karl Egon Ritter von Ebert (1801-1882), Ludwig Eckardt (1827-1871), Anton Edlinger (1854-1919), Karl Elmar (1815-1888), Moriz Engel (1846-1897), Julius Epstein, Josef Erler (1857-), Michael Etienne (1827-1879), Johann Frhr Falke von Lilienstein (1827-1895), Theodor Flamm (d. i. Anton Krüpl, 1822-1902), Richard Fleischer (1849-), Ludwig Foglar (1820-1889, 2), Adolf Franckel (1823-), Karl Emil Franzos (1848-1904, 2), Wilhelm Frey, Alfred Hermann Fried (1864-1921), Otto Bernhard Friedmann (1824-1880), Wilhelm Gaertner (1811-1875), Isidor Gaiger (1828-1880), Eduard Galler, Carl Giugno (1818-1891), Max Glass (1881-1965), - Einige Beilagen, darunter Bildnisse. - Wenige Briefe mit Defekten. 8 Schriftstücke tragen als Restitutions-Exemplare einen ungültigen Bibl.-Stempel.

Lot 2396, Auction  128, Österreichische Schriftsteller des 18. und 19. Jahrhunderts, 44 Autographen

Österreichische Schriftsteller des 18. und 19. Jahrhunderts
44 Autographen
Los 2396

Schätzung
600€ (US$ 690)

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Österreichische Schriftsteller des 18. und 19. Jahrhunderts (II). Ca 44 Autographen.
Meist eigenhändige Briefe, Karten oder Manuskripte. - Vorhanden: Ignaz Machanek (1825-1903), Dr. Märzroth (d. i. Moritz Barach, 1818-1888), Johann Nepomuk Mahl-Schedl von Alpenburg (1806-1873), Richard March (1850-1897), Friedrich Marx (1830-1905, 2), Joseph Karl Maurer (1834-1902), Ludwig Ritter von Mertens (1826-1909), Gotthelf Meyer (1844-), Josef Mitter, Carl Morre (1832-1897), Salomon Hermann Ritter v. Mosenthal (1821-1877), Guido Mosing (1812-), Friedrich August Müller (1767-1807, an Friedrich Nicolai), Adam Müller-Guttenbrunn (1852-1923, 2), Anton August Naaf (1850-1918), Erik Nessl (1831-1883), Franz Nissel (1831-1897), Johannes Nordmann (1820-1887, 2), Josef Oppenheim (1811-1881), Franz Sartori (1782-1832), Richard Schaukal (1874-1942, 2), Victor Schembera (1841-), Ludwig Scheyrer (1811-1874), August Schilling von Henrichau (1815-1886), Mathias Leopold Schleifer (1771-1842), Sigmund Schlesinger (1832-1918), Friedrich Schlögl (1821-1892, 2), Franz von Schönthan (1849-1913), Paul von Schönthan (1853-1905, 2), Anton Schott (1866-1945), Eduard Maria Schranka (1850-1916), Amand von Schweiger-Lerchenfeld (1846-1910), Johann Gabriel Seidl (1804-1875), August Silberstein (1827-1900), Wilhelm Singer (1847-1917), Moritz Smets (1828-1890), Daniel Spitzer (1835-1893), Johann Sporschil (1800-1863).

Lot 2397, Auction  128, Oettinger, Eduard Maria, Brief aus Berlin an Adolf Bäuerle. 1830

Oettinger, Eduard Maria
Brief aus Berlin an Adolf Bäuerle. 1830
Los 2397

Schätzung
300€ (US$ 345)

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Oettinger, Eduard Maria, Schriftsteller, satirischer Publizist und bedeutender Bibliograph (1808-1872). Eigh. Brief m. U. "Eduard Maria Oettinger". 4 S. Doppelblatt mit Adresse. 4to. Berlin 1.X.1830.
Interessanter, charakteristischer Brief an Adolf Bäuerle, den vielseitigen Bühnenautor und langjährigen Herausgeber der einflußreichen "Allgemeinen Theaterzeitung" in Wien, den Oettinger mit "Mein verehrter, innig geliebter Vice:Vater" anredet. Unter anderem über seine satirischen Zeitschriften, die immer wieder mit Verboten belegt wurden. "... Vor einigen Tagen bin ich von meinen Kreuz und Querzügen durch Frankreich, Holland und Norddeutschland nach Berlin zurückgekehrt. Ich habe Ihren gütevollen Rath befolgt und setze meinen 'Eulenspiegel' nach der Art des beifolgenden Probeblattes fort. Meine beiden Almanachs 'Das schwarze Gespenst' werden wahrscheinlich schon in Ihren Händen sein. Ich habe Herrn Sauerländer in Frankfurt am Main ersucht, Ihnen ein Frei:Exemplar einzusenden. Des Reisens bin ich immer noch nicht satt geworden, vielleicht bin ich vor Neujahr wieder in Paris ... Dem bayerischen Landesverwiesenen wurden überall Schwierigkeiten in den Weg gelegt. Jetzt stehen die Sachen besser in Frankfurt und mein Plan hinsichtlich einer deutschen Zeitung ist nur aufgeschoben und nicht aufgehoben. - In 2 Monaten erscheint das weiße Gespenst von mir bei Taubert in Leipzig, zu Ostern das rothe Gespenst, enthaltend sechs Lustspiele. Mein Dankgefühl dictirte mir, dieselben keinem Andern, als meinem frühern Wohlthäter, dem lieben Herrn von Bäuerle zu dediciren. In dieser Dedication habe ich offen bekannt, was ich Ihnen danke und wieviel ich Ihnen schulde. Sie haben mich zu dem gemacht, was ich bin, trotz der Verfolgungen bereue ich es nicht, Journalist zu sein. Ich habe mich unendlich geändert. Sie würden mich nicht wiedererkennen ...". - Im zweiten Teil des Briefes empfiehlt er dessen Überbringer, "den in der Kunstwelt rühnlich bekannten Virtuosen und Cammermusikus Hr. Belke [d. i. der Bassposaunist Friedrich August Belcke, 1795-1874]. Auf dem Bassethorn hat derselbe eine solche Vollkommenheit erlangt, daß er der Matador der Meister genannt werden darf ...". Beteuert dann noch mehrmals seine Dankbarkeit gegenüber Bäuerle: "... Keine Stunde ist bisher vergangen, in der ich nicht mit tiefgefühltem Danke an Sie zurückgedacht hätte! Schreiben Sie mir bald ... denn Sie wissen, ich bleibe nicht gern sehr lang an einem Ort ...". - Oettinger war eine Zeitlang Mitarbeiter Bäuerles an der "Theaterzeitung", wie auch sein Satiriker-Kollege Moritz Gottlieb Saphir, mit dem er nach Lebenslauf und publizistischer Tätigkeit viel Ähnlichkeit hat, wenn auch weniger provokant und sehr viel fleißiger als Saphir, denn Oettingers großes biographisches Sammelwerk "Moniteur des Dates" ist ein phänomenales Beispiel für Fleiß und Belesenheit. - Beiliegend ein gutes Stahlstich-Porträt Oettingers mit faksimilierter Unterschrift.

Lot 2398, Auction  128, Paalzow, Henriette, Brief an einen Redakteur über Karl Goedekes Literaturkritik. 1845

Paalzow, Henriette
Brief an einen Redakteur über Karl Goedekes Literaturkritik. 1845
Los 2398

Schätzung
300€ (US$ 345)

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Karl Goedeke als Literaturkritiker
Paalzow, Henriette, erfolgreiche Berliner Romanschriftstellerin und Salonnière, Schwester des Malers Karl Wilhelm Wach, befreundet mit der Familie Wilhelm von Humboldts sowie mit vielen Künstlern und Schriftstellern (1792-1847). Eigh. Brief m. U. "Henriette Paalzow-Wach". 3 S. Doppelblatt, mit dem eigh. Umschlag. Gr. 8vo. (Berlin) 13.I.1845.
Umfangreicher Brief an den Hofbuchhändler Hahn in Hannover, der ihr Rezensionen gesandt hatte, von denen der Aufsatz von Karl Goedeke (vielleicht über ihren Roman "Thomas Thyrnau") ihr besonders gefiel. "... Die Kritick des Herrn Gödecke habe ich mit großer Aufmerksamkeit und wahrem Antheil gelesen. Der gebildete Mann, der sich die brutale Roheit seiner Collegen weit abhält, giebt ihm den achtungsvoll forschenden Blick, der dem Autor so wohl thut, weil auf diese Weise jedes Verständniß möglich und erreichbar ist, und es höchst belehrend und intereßant ist zu hören, wie dem Fremden, der frisch hinzutretend das Werk in seiner Gesamtheit beurtheilt, Anschauung und Urtheil entsteht! Solche Kritick legt man mit dem Wunsch nieder den Verfasser zu kennen, und mit ihm recht gemüthlich über das sprechen zu können was er ausstellt, erräth, im Zweifel läßt, tadelt oder lobt! - Die Sache ist für mich so sehr die Hauptsache, daß ich fast ganz vergeße, daß ich zu derselben in so nahem Verhältniß stehe - daß was ich schreibe, trit so sehr als Absicht aus mir heraus daß ich wie sein Referent fast in einem leidenden Verhältniß dazu trete - daher urtheile ich nachher wie der Zuschauer, und es ist mir ein Genuß, mit einem gebildeten Kriticker darüber so ruhig erörternd zu streiten! - Wie schön ist der erste Satz, womit Herr Gödecke seine Ansichten über Kritick einleitet - in dem ganzen Aufsatz ist ein so wahrer, gebildeter, edler Standpunkt festgestellt, er enthält so das wahre Bedürfniß des Autors zur Kritick, daß man einer solchen Feder mit williger Hingebung sich unterwerfen mögte ...". Äußert den Wunsch, Goedeke persönlich kennenzulernen und fügt hinzu: "... Niemals habe ich Journale gehalten, und sie nur zufällig gelesen, dies war keine besondere Absicht, sondern daß meine Zeit durch andere Lecture ausgefüllt war. Seit meiner eignen Literarischen Thätigkeit ward dies Grundsatz - ich laß nur, was Andere gelegentlich mir gaben! ...". - Der berühmte Bibliograph und Editor Karl Goedeke gab zu dieser Zeit in Hannover die "Deutsche Wochenschrift" heraus. - Aus der Sammlung Künzel. - Beiliegend ein Stahlstich-Porträt der Henriette Paalzow.

Lot 2399, Auction  128, Paoli, Betty, Brief an Hermann Kiewy über ihre Beziehung zu Nicolaus Lenau. 1887

Paoli, Betty
Brief an Hermann Kiewy über ihre Beziehung zu Nicolaus Lenau. 1887
Los 2399

Schätzung
150€ (US$ 172)

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Paoli, Betty (eigentl. Barbara Anna Glück), österr. Schriftstellerin, Journalistin und Übersetzerin (1814-1887). Eigh. Brief m. U. "Betty Paoli". 21/2 S. Doppelbl. 8vo. Mit dem Umschlag. Wien 20.XI.1887.
An den Buchhändler und Autographensammler Hermann Kiewy in der Leopold Rosnerschen Buchhandlung, der gehört hatte, dass Betty Autographen von Nicolaus Lenau besitze. Sie müsse ihn jedoch enttäuschen: "... Ich besitze nämlich nicht eine Zeile von Lenau's Hand. Sie sind falsch berichtet, wenn Sie glauben, daß ich in einem wirklichen Verkehr mit ihm stand. Unsere persönlichen Berührungen beschränkten sich darauf, daß er mich ein paarmal besuchte. Nie kamen wir einander so nahe, daß sich ein Briefwechsel daraus hätte entwickeln können. Das Wohlwollen, das er mir bewies, und die jugendliche Begeisterung, mit der ich zu ihm emporblickte, haben keine brieflichen Spuren zurückgelassen ...". - Beiliegend 2 gestochene Porträts der Dichterin und eine kleine Zeitungsnotiz mit der Inschrift auf ihrem Grabdenkmal.

Lot 2400, Auction  128, Pichler, Caroline, Brief an drei Bekannte zwecks einer Versammlung zum "Probiren". Wohl um 1805

Pichler, Caroline
Brief an drei Bekannte zwecks einer Versammlung zum "Probiren". Wohl um 1805
Los 2400

Schätzung
350€ (US$ 402)

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Pichler, Caroline, Wiener Schriftstellerin, Lyrikerin, Kritikerin und Salonnière (1769-1843). Eigh. Brief m. U. "ganz ergebenste Freundin Pichler". 1 S. Quer-schmal-8vo. (Wien) 30.X. (um 1805?).
Wohl eine Art Rundschreiben an drei ihrer Bekannten (darunter Collin), betreffend die Planung einer Versammlung zum "Probiren", vielleicht einer Privattheater-Aufführung. Eventuell könne man "bey Baron Hormayer [wohl Joseph von Hormayr] probiren". Auch Graf Zichy wird erwähnt. "... bis 6 Uhr könnten wir dann fertig seyn, und indes zu seinen Abendgeschichten oder Unterhaltung gehn ...". - Mit "Collin" ist vermutlich der Wiener Schriftsteller und erfolgreiche Dramatiker Heinrich Joseph von Collin (1771-1811) gemeint.

Lot 2401, Auction  128, Polko, Elise, Brief an einen Herrn Scholz. Nach 1850

Polko, Elise
Brief an einen Herrn Scholz. Nach 1850
Los 2401

Schätzung
120€ (US$ 138)

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Polko, Elise, Sängerin und vielgelesene Musikschriftstellerin (1823-1899). Eigh. Brief m. U. "Elise Polko". 3 S. Doppelbl. 8vo. Minden 27.VII. (nach 1850).
An einen Herrn Scholz, der ihr ein Manuskript und eine Nummer der "Tribüne" übersandt und angeboten hatte, sie gegen öffentliche Angriffe eines Kontrahenten in dieser Zeitschrift zu verteidigen. Die "Tribüne" sei "aus jener schwersten Zeit meines Lebens, u. ich danke Gott, daß sie hinter mir liegt. Die Gemeinheit und Lüge, die mich angriff, ist längst zu Schanden geworden, - u. die vielen Beweise der Liebe u. Verehrung, die mich in jenen entsetzlichen Tagen erreichten, waren der beste Wundenbalsam. Ein mir gänzlich unbekannter Mann hat mich in einer Weise angegriffen, die eben nur aus den niedrigsten Motiven hervorgehen konnte. Natürlich schickte er mir ein Exemplar zu, u. ich erkrankte fast tödtlich vor Schmerz u. Schreck u. habe Monate lang gekämpft u. gerungen - war unfähig zu jeder Arbeit ... Besten Dank für Ihr freundliches Vertheidigungsanerbieten, - die Sache ist ja längst erledigt ... privatim ist sehr viel geschehen u. der Armselige, der den Schlag gegen eine wehrlose Frau führte, hat sich selber das Grab gegraben u. bereut jetzt längst sein Thun, u. sieht sich in die Acht erklärt von allen denen, die früher mit ihm verkehrten ...".

Lot 2402, Auction  128, Praetorius, Bernhard, Albumblatt 1607

Praetorius, Bernhard
Albumblatt 1607
Los 2402

Schätzung
150€ (US$ 172)

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Praetorius, Bernhard (eigentlich Schultheiß), Nürnberger Jurist, Dichter und Schriftsteller; Syndikus der Stadt Nürnberg, Bibliothekar und Aufseher der öffentlichen Stadtbibliothek (1567-1616). Eigh. Albumblatt m. U. "Bern. Praetorius ... Noribg. Synd." 1 S. Kl. 4to. 1607.
Vier Sinnsprüche in verschiedenen Sprachen: Italienisch, Englisch, Griechisch und Latein. "Parenti con parenti, / Guai a chi non a niente ... Non splendere foris, nec habeti velle; sed Esse ..."

Lot 2403, Auction  128, Rudolphi, Caroline Christiane, Brief an den Verleger Göschen. Heidelberg 1806

Rudolphi, Caroline Christiane
Brief an den Verleger Göschen. Heidelberg 1806
Los 2403

Schätzung
300€ (US$ 345)

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Rudolphi, Caroline Christiane, Erzieherin, Dichterin und Schriftstellerin, gründete erfolgreiche Erziehungs-Institute in Hamburg und Heidelberg und pflegte Umgang mit Klopstock, Claudius und den Protagonisten der Heidelberger Romantik, Arnim, Brentano, Tieck, Creuzer, Sophie Mereau u. a. (1754-1811). Eigh. Brief m. U. "C. Rudolphi". 21/2 S., eng beschrieben. Doppelblatt mit Adresse und Siegelrest. Gr. 4to. Heidelberg 10.VI.1806.
An den Verleger Göschen in Leipzig. Ausführlich über Lehr- und Lesebücher für die Jugend und das Manuskript eines eigenen Erziehungsbuches, das sie Göschen zum Verlag angeboten hat und über dessen Annahme oder Ablehnung sie jetzt eine klare Aussage erwarte. Ferner über die Suche nach einem jungen Mann als Hauslehrer, der eine Reihe von Bedingungen erfüllen soll. "... Es wird freilich viel von ihm gefordert. Er soll nemlich ein ruhiger und doch ein talentvoller Kopf und ein reiner, edler Mensch sein, der Kenntnisse und vor allem die schöne Fähigkeit hat, sie der weiblichen Jugend lebhaft, angenehm und mit dem möglichsten Zartsinn vorzutragen. Er soll über die stürmische Jahreszeit der Leidenschaften hinaus und dennoch mild, wohlwollend und herzlich theilnehmend sein. Dabei soll sein ganzes Wesen durchaus Achtung gebieten ...". - Wichtige Persönlichkeit in der Geschichte der Pädagogik. Sie selbst wurde von dem Komponisten J. Fr. Reichardt gefördert, der auch ihre Gedichte vertonte. - Adressblatt mit Siegel-Ausriss, doch ohne Textverlust.

Lot 2404, Auction  128, Saar, Ferdinand von, Signiertes Gedichtmanuskript mit Beilagen. Um 1870.

Saar, Ferdinand von
Signiertes Gedichtmanuskript mit Beilagen. Um 1870.
Los 2404

Schätzung
300€ (US$ 345)

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Saar, Ferdinand von, österr. Schriftsteller, bedeutender Erzähler (1833-1906, starb durch Selbstmord). Eigh. Gedichtmanuskript m. U. "Ferdinand von Saar". 11/2 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. O. O. (wohl um 1870).
"Gebet". 6 Strophen zu je 4 Zeilen. "Jahr um Jahr hab' ich gerungen / Und erlitten Schmerz um Schmerz; / Aber stark und unbezwungen / Hielt sich mein gequältes Herz. - Wie sich auch die Wolken ballten, / Wie sich Mißgunst rings verschwor - / Mit stets reinerem Entfalten / Schwang sich still mein Geist empor ... Also fleh' ich, von den Schwingen / Der Erfüllung leist umweht - / Und doch fürchtend, daß mein Ringen / Im Verhängniß untergeht." - Saubere Handschrift, die offenbar als Druckvorlage für eine Zeitschrift diente, denn es ist beim Titel von Redakteurshand "Von Ferdinand von Saar" eingefügt, während der originale Namenszug am Schluß gestrichen wurde. Auch rühren Flecken auf dem Papier eindeutig von Druckerschwärze her. - Beiliegend ein eigh. Billet m. U. "Ihr Saar": "Theile mit freundlichem Gruße mit, daß ich die letzten Correcturen (Bogen 10, 11 und Titelblatt) direct an Fromme habe zurückgehen lassen. Ihr Saar." - Ferner beiliegend der Faksimiledruck einer handschriftlichen Autobiographie v. Saars nebst druckgraphischem Porträt.

Lot 2405, Auction  128, Sacher-Masoch, Leopold Ritter von, Brief mit Umschlag an Theodor Rother in Leipzig. 1879

Sacher-Masoch, Leopold Ritter von
Brief mit Umschlag an Theodor Rother in Leipzig. 1879
Los 2405

Schätzung
120€ (US$ 138)

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Sacher-Masoch, Leopold Ritter von, Schriftsteller und Publizist, Namensgeber des Begriffs Masochismus (1836-1895). Eigh. Brief m. U. "Sacher Masoch". 2 S. Doppelblatt. Mit frankiertem Umschlag. 8vo. Graz 27.IV.1879.
An Theodor Rother in Leipzig, über die Planung eines gemeinsamen Zeitschriften-Projekts. "... Ich verspreche mir von dem Unternehmen sehr viel, weil es einmal etwas ganz Neues ist. Wir haben jetzt lederne Journale genug in Deutschland, Familienblätter, Modejournale, Revuen und wie sie heißen mögen, was uns wieder einmal Noth thut, ist ein frischer, kräftiger literarischer Luftstrom wie zu Lessings oder Heine und Börnes Zeiten ...". - Beiliegend ein zeitgenöss. Zeitungsartikel über Sacher-Masoch.

Lot 2406, Auction  128, Salis-Seewis, Johann Gaudenz von, Brief an Johann Gottlieb Kahlert in Breslau. 1786

Salis-Seewis, Johann Gaudenz von
Brief an Johann Gottlieb Kahlert in Breslau. 1786
Los 2406

Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)

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Salis-Seewis, Johann Gaudenz von, Schweizer Lyriker und Staatsmann, lebte zeitweilig als Schweizergardist in Paris (1762-1834). Eigh. Brief m. U. "J. G. von Salis". 4 S. Tinte mit Goldstaub. Doppelblatt. 8vo. Paris 19.I.1786.
An Johann Gottlieb Kahlert, ehemals Erzieher in Graubünden, jetzt Privatgelehrter in Breslau, Vater des Schriftstellers August Kahlert. Kahlert hatte Salis-Seewis eine Beschreibung seiner Schweiz-Reise gesandt. Salis zeigt sich erfreut über die Absicht Kahlerts, erst im Frühjahr eine neue Reise anzutreten, weil er selbst vorhatte, Kahlert in Breslau zu besuchen. "... Ihre Abreise würde mir während meinem künftigen Semester manche angenehme Stunde entziehen; und zugleich die Hofnung täuschen Sie je in Paris zu sehen. - Wer weiß ob? und wan? ich nach Breßlau komme ... Ihre Reise nach dem Veltlin, machte mich nach der Fortsezung begierig; ich folgte Ihnen bis Cleven, aber bloß auf den Flüglen der Einbildungskraft. - Die Nayade des Rheinstrohms war freilich unglücklich; das böse Wetter beraubt sie des Ruhmes, einer mahlerischen Beschreibung ihrer Quelle. - Ich lebe mitten in Paris. Dennoch sehen sich meine Tage so ziemlich ähnlich . - Das Schauspiel besuche ich monatlich 2 oder 3 mahl. Ich sah neulich Ariadne, und dachte dabey recht oft an Sie. Kapellmeister Reichard[t], aus Berlin war fast den ganzen Winter hier. Er arbeitet an einer Oper für das hiesige Theater. - Ich habe wie natürlich verschiedene Bekantschaften gemacht; einige davon sind ziemlich interessant, unter andern den berühmten Marquis de Mirabeau. Der izt in Berlin ist, wohin ihn der König berief. Lavater hatte mich auch mit Rekommendations Schreiben an einige Gelehrte versehen, deren Bekantschaft er auf ihren Reisen in Zürich gemacht. - Ich verlor hingegen in Friedel einen vortreflichen Mann. Er starb an der Auszehrung. Wenn ich im Stand wäre etwas seiner würdiges zu liefern, so würde ich seinen Tod in einem Journale angezeigt haben ... Seine Bibliothek soll verauktionirt werden; Eine vortrefliche Gelegenheit sich die besten deutschen Werke spottwohlfeil anzuschaffen! Wenn ich Geld hätte (welches freilich nicht ist!), so würde ich suchen, meine kleine Dichter Sammlung vollständig zu machen ...". - Aus der Sammlung Wilhelm Künzel. - Selten.

Lot 2407, Auction  128, Sallet, Friedrich von, Brief an Ludwig Eichler über die Breslauer Zeitung. 1839

Sallet, Friedrich von
Brief an Ludwig Eichler über die Breslauer Zeitung. 1839
Los 2407

Schätzung
300€ (US$ 345)

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Sallet, Friedrich von, spätromantischer schlesischer Lyriker, jung verstorben (1812-1843). Eigh. Brief m. U. "Ihr Freund F. v. Sallet". 11/4 S. Doppelblatt mit Adresse und Siegelrest. Breslau 13.XII.1839.
Ausführlicher Brief an den Schriftsteller Ludwig Eichler in Berlin, der sich um eine Position als Korrespondent bei der Breslauer Zeitung beworben hatte. Sallet erklärt Eichler, dass der Redakteur Dr. Nimbs nichts entscheiden könne, solange der eigentliche Chef, Baron Vaerst, sich in Berlin aufhalte. "... Nimbs kannte Sie dem Namen nach sehr wohl und sagte, es würde der Zeitung sehr erwünscht sein, einen Correspondenten in Berlin zu haben, der zugleich Litterat wäre, um die Nachrichten gleich in gehöriger, genießbarer Fassung zu erhalten. Aber freilich kömmt es hier hauptsächlich auf politische Nachrichten an, da belletristische Correspondenzen in der Zeitung nur einen kleinen Raum einnehmen könnten ...". Er möge mitteilen, ob er in Berlin Verbindungen der Art habe, "daß Sie auch politische Notizen, aber wohlverstanden: nur durchaus verbürgte (schon wegen der Verantwortlichkeit der Redaction) aus Berlin schnell beschaffen könnten ... Ferrand wird Ihnen wohl gesagt haben, daß ich jetzt grade eifrigst mit einer großen poetischen Arbeit, einem 'Laienevangelium' beschäftigt bin. Natürlich ist mir das lieber als alle Journalredigirerei, zu der ich doch nicht das mindeste Geschick habe ...". Äußert sich dann noch über die Saumseligkeit seines Freundes Mücke. "... Aber Sie müsssen sein langes Schweigen nicht zu streng beurtheilen. Mücke ist ein treuer Freund, aber vielleicht der größte 'Weitläuftigkeitsrath' seiner Zeit. Man könnte ihn auch 'den Vater aller Hindernisse' nennen. Er kreist fortwährend und kann nicht zum Gebären kommen. Hierin liegt die Erklärung für all sein Thun und Unterlassen ... Wenn Sie mit Ferrand, Arthur Müller, Gaudy, Leitner zusammen kommen, so grüßen Sie selbige schönstens von mir ...". - In Sallets 1842 erschienenem "Laienevangelium", seinem erfolgreichesten Werk, setzt sich der Dichter kritisch mit dem Christentum auseinander, das neben dem Militärwesen zu den am meisten von Sallet kritisch beurteilten Themen gehörte. - Faltenrisse, teils mit Transparentpapier unterlegt. - Da Sallet nur 31 Jahre alt wurde, recht selten.

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