Los 2398
Paalzow, Henriette
(1792-1847)Brief an einen Redakteur über Karl Goedekes Literaturkritik. 1845
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300€ (US$ 345)
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Autographensammlung Hermann Kiewy
Auktionsdatum 7.10.2026

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Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 6. – 8. Oktober 2026


Karl Goedeke als Literaturkritiker
Paalzow, Henriette, erfolgreiche Berliner Romanschriftstellerin und Salonnière, Schwester des Malers Karl Wilhelm Wach, befreundet mit der Familie Wilhelm von Humboldts sowie mit vielen Künstlern und Schriftstellern (1792-1847). Eigh. Brief m. U. "Henriette Paalzow-Wach". 3 S. Doppelblatt, mit dem eigh. Umschlag. Gr. 8vo. (Berlin) 13.I.1845.
Umfangreicher Brief an den Hofbuchhändler Hahn in Hannover, der ihr Rezensionen gesandt hatte, von denen der Aufsatz von Karl Goedeke (vielleicht über ihren Roman "Thomas Thyrnau") ihr besonders gefiel. "... Die Kritick des Herrn Gödecke habe ich mit großer Aufmerksamkeit und wahrem Antheil gelesen. Der gebildete Mann, der sich die brutale Roheit seiner Collegen weit abhält, giebt ihm den achtungsvoll forschenden Blick, der dem Autor so wohl thut, weil auf diese Weise jedes Verständniß möglich und erreichbar ist, und es höchst belehrend und intereßant ist zu hören, wie dem Fremden, der frisch hinzutretend das Werk in seiner Gesamtheit beurtheilt, Anschauung und Urtheil entsteht! Solche Kritick legt man mit dem Wunsch nieder den Verfasser zu kennen, und mit ihm recht gemüthlich über das sprechen zu können was er ausstellt, erräth, im Zweifel läßt, tadelt oder lobt! - Die Sache ist für mich so sehr die Hauptsache, daß ich fast ganz vergeße, daß ich zu derselben in so nahem Verhältniß stehe - daß was ich schreibe, trit so sehr als Absicht aus mir heraus daß ich wie sein Referent fast in einem leidenden Verhältniß dazu trete - daher urtheile ich nachher wie der Zuschauer, und es ist mir ein Genuß, mit einem gebildeten Kriticker darüber so ruhig erörternd zu streiten! - Wie schön ist der erste Satz, womit Herr Gödecke seine Ansichten über Kritick einleitet - in dem ganzen Aufsatz ist ein so wahrer, gebildeter, edler Standpunkt festgestellt, er enthält so das wahre Bedürfniß des Autors zur Kritick, daß man einer solchen Feder mit williger Hingebung sich unterwerfen mögte ...". Äußert den Wunsch, Goedeke persönlich kennenzulernen und fügt hinzu: "... Niemals habe ich Journale gehalten, und sie nur zufällig gelesen, dies war keine besondere Absicht, sondern daß meine Zeit durch andere Lecture ausgefüllt war. Seit meiner eignen Literarischen Thätigkeit ward dies Grundsatz - ich laß nur, was Andere gelegentlich mir gaben! ...". - Der berühmte Bibliograph und Editor Karl Goedeke gab zu dieser Zeit in Hannover die "Deutsche Wochenschrift" heraus. - Aus der Sammlung Künzel. - Beiliegend ein Stahlstich-Porträt der Henriette Paalzow.
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