Los 2406
Salis-Seewis, Johann Gaudenz von
(1762-1834)Brief an Johann Gottlieb Kahlert in Breslau. 1786
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
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Autographensammlung Hermann Kiewy
Auktionsdatum 7.10.2026

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Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 6. – 8. Oktober 2026


Salis-Seewis, Johann Gaudenz von, Schweizer Lyriker und Staatsmann, lebte zeitweilig als Schweizergardist in Paris (1762-1834). Eigh. Brief m. U. "J. G. von Salis". 4 S. Tinte mit Goldstaub. Doppelblatt. 8vo. Paris 19.I.1786.
An Johann Gottlieb Kahlert, ehemals Erzieher in Graubünden, jetzt Privatgelehrter in Breslau, Vater des Schriftstellers August Kahlert. Kahlert hatte Salis-Seewis eine Beschreibung seiner Schweiz-Reise gesandt. Salis zeigt sich erfreut über die Absicht Kahlerts, erst im Frühjahr eine neue Reise anzutreten, weil er selbst vorhatte, Kahlert in Breslau zu besuchen. "... Ihre Abreise würde mir während meinem künftigen Semester manche angenehme Stunde entziehen; und zugleich die Hofnung täuschen Sie je in Paris zu sehen. - Wer weiß ob? und wan? ich nach Breßlau komme ... Ihre Reise nach dem Veltlin, machte mich nach der Fortsezung begierig; ich folgte Ihnen bis Cleven, aber bloß auf den Flüglen der Einbildungskraft. - Die Nayade des Rheinstrohms war freilich unglücklich; das böse Wetter beraubt sie des Ruhmes, einer mahlerischen Beschreibung ihrer Quelle. - Ich lebe mitten in Paris. Dennoch sehen sich meine Tage so ziemlich ähnlich . - Das Schauspiel besuche ich monatlich 2 oder 3 mahl. Ich sah neulich Ariadne, und dachte dabey recht oft an Sie. Kapellmeister Reichard[t], aus Berlin war fast den ganzen Winter hier. Er arbeitet an einer Oper für das hiesige Theater. - Ich habe wie natürlich verschiedene Bekantschaften gemacht; einige davon sind ziemlich interessant, unter andern den berühmten Marquis de Mirabeau. Der izt in Berlin ist, wohin ihn der König berief. Lavater hatte mich auch mit Rekommendations Schreiben an einige Gelehrte versehen, deren Bekantschaft er auf ihren Reisen in Zürich gemacht. - Ich verlor hingegen in Friedel einen vortreflichen Mann. Er starb an der Auszehrung. Wenn ich im Stand wäre etwas seiner würdiges zu liefern, so würde ich seinen Tod in einem Journale angezeigt haben ... Seine Bibliothek soll verauktionirt werden; Eine vortrefliche Gelegenheit sich die besten deutschen Werke spottwohlfeil anzuschaffen! Wenn ich Geld hätte (welches freilich nicht ist!), so würde ich suchen, meine kleine Dichter Sammlung vollständig zu machen ...". - Aus der Sammlung Wilhelm Künzel. - Selten.
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