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Lot 2351, Auction  128, Schopenhauer, Adele, Brief an die Malerin Louise Seidler.

Schopenhauer, Adele
Brief an die Malerin Louise Seidler.
Los 2351

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450€ (US$ 517)

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Goethekreis. - Schopenhauer, Adele, Schriftstellerin und Scherenschnitt-Künstlerin, mit Goethe befreundet, Tochter der Johanna Schopenhauer und Schwester des Philosophen Arthur Schopenhauer (1797-1849). Eigh. Brief m. U. "Adele". 2 S. Doppelblatt (rosa Papier) mit Adresse. Kl. 8vo. Jena 13.XII. (wohl um 1840).
An die bedeutende Malerin Louise Seidler (1786-1866) in Weimar. "Die Nachricht die Sie ... mir geben, zerstört all meine Pläne. Meine sämtlichen Koffer und Kisten waren bereits in Weimar, ich muß aber fürchten, daß wenn Preller auch beßer ist, es wohl nach der Pogwisch Brief noch mehrere Wochen dauern kann, ehe er korrigiren und sich um mich kümmern mag. Da ich aus Ursachen, die ich Ihnen mündlich mittheilen werde schon am 1sten April an den Rhein zu reisen dachte, wird vieleicht [sic] nun mein ganzer Aufenthalt dort verändert, verschoben - wenn nicht gar jetzt vor der Reise unausführbar! Thun Sie mir die einzige Liebe mir Sonabend wieder ein paar Worte zu schreiben, wie es geht. - Wie sehr Sie selbst mich dauern mag ich gar nicht sagen, wenn Sie den Freund verloren hätten, es wäre zu entsetzlich gewesen! ... Die Mertens hat abermals um das Albumblatt geschrieben. Was soll ich nun eigentlich antworten, da sie nichts von der Pilgerin weiß ...". - Die Unterschrift "Adele" ist, vielleicht von der Adressatin, mit dem Namen "Schopenhauer" ergänzt worden. - Mit "Preller" ist der Weimarer Maler Friedrich Preller d. Ä. (1804-1878) gemeint. "Die Mertens" ist Sybille Mertens-Schaaffhausen, Adeles Freundin ab 1826 und spätere Lebensgefährtin.

Lot 2352, Auction  128, Schopenhauer, Johanna, Brief an den Buchhändler Brockhaus in Leipzig. 1833

Schopenhauer, Johanna
Brief an den Buchhändler Brockhaus in Leipzig. 1833
Los 2352

Schätzung
450€ (US$ 517)

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Goethekreis. - Schopenhauer, Johanna, Schriftstellerin, Mutter Arthur Schopenhauers, unterhielt einen literarischen Salon in Weimar (1766-1838). Eigh. Brief m. U. "J. Schopenhauer". 1/2 S. Mit Adresse. Gr. 4to. Bonn 4.VIII.1833.
An den Buchhändler Brockhaus in Leipzig, dem sie Manuskripte sendet. "Der Rest des Manuskripts, das mit dem, was Sie schon erhalten haben, 49 Seiten von meiner Hand beträgt, die Sie kennen, geht morgen früh mit der Fahrpost an Sie ab. Ich bin außer mir über die Verzögerung, und sehr dankbar dafür, daß Sie mich nicht mit Vorwürfen überhäufen, aber Gott weiß am besten, welche Last aus und in die Bäder gehender Fremder und Bekannter wärend der letzten drei Wochen über mich herfiel und jeden freien Augenblick mir verkümmerte. Wollen Sie mir eine rechte Gefälligkeit erzeigen, um feurige Kohlen auf mein schuldiges Haupt zu sammeln, so bitte ich Sie mir durch Buchhändler Gelegenheit ... die Aushängebogen der kleinen Novelle zu senden ...". - Eck-Abrisse, wohl durch das Öffnen des Faltbriefes entstanden.

Lot 2353, Auction  128, Schütze, Johann Stephan, Brief aus Weimar an einen Buchhändler. 1835

Schütze, Johann Stephan
Brief aus Weimar an einen Buchhändler. 1835
Los 2353

Schätzung
150€ (US$ 172)

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Goethekreis. - Schütze, Johann Stephan, Weimarer Schriftsteller und Publizist, Almanach- und Journal-Herausgeber, Theaterkritiker, Sachsen-Weimar. Hofrat (1771-1839). Eigh. Brief m. U. "St. Schütze". 1 S. 8vo. Weimar 15.V.1835.
Wohl an den (nicht genannten) Verleger Arnold in Dresden, wegen eines Titelblattes. "... Ich verschrieb im vorigen Jahr den ersten Theil von meinen heiteren Stunden, um ein Jahr vollständig zu haben, worin grade dieser Theil fehlte. Ich erhielt ja auch, allein mit einem Titelblatt, worauf steht: Zweite wohlfeilere Ausgabe. Dresden und Leipzig 1828. Es ist mir aber daran gelegen, das ältere Titelblatt, ohne diesen Zusatz, zu haben, weil nur dieses zu den andern noch vorhandenen Theilen paßt. Könnte ich nun wohl nicht dieses frühere Titelblatt mit der früheren Jahreszahl, zu dem ersten Theile bekommen? Wahrscheinlich sind solche Titelblätter noch vorräthig ...". Bittet um Zusendung mit der Post, "und zwar in einem so langen Umschlag, daß das Blatt nicht gedrückt oder gefaltet wird ...".

Lot 2353a, Auction  128, Grabbe, Christian Dietrich, Signiertes Protokoll einer Vernehmung. 1828

Grabbe, Christian Dietrich
Signiertes Protokoll einer Vernehmung. 1828
Los 2353a

Schätzung
6.000€ (US$ 6,897)

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Grabbe, Christian Dietrich, der bedeutende, geniale Dramatiker des Vormärz (1801-1836). Eigh. Manuskript mit zweimaliger Unterschrift "Grabbe". 71/2 S., halbspaltig beschrieben. 2 Doppelbl. Folio. Detmold 15.VIII.1828.
Aus dem ersten Jahr von Grabbes Tätigkeit als besoldeter Auditeur in Detmold. Protokoll der Vernehmung mehrerer Beteiligter an einer verbalen und tätlichen Auseinandersetzung auf einer Straße in Detmold. Friederike Reuter, Dienstmädchen eines Tischlers, führt als "Implorantin" Klage gegen den "Imploraten" Rosenbauer, einen Soldaten, der sich handgreiflich eingemischt habe, als die Klägerin einen beleidigenden Wortwechsel mit einem anderen, begleiteten Dienstmädchen geführt hatte. Er schlug so heftig auf die Klägerin ein, dass sie zu Boden fiel. Grabbe zitiert in dem "Actum" auf 7 Seiten detailliert die unterschiedlichen Aussagen der verschiedenen Beteiligten und signiert am Schluss: "In fidem Grabbe". Auf der letzten Seite findet sich noch (durchgestrichen) die Bestellung von zwei Dienstmägden auf das Amt, ebenfalls von Grabbe unterzeichnet. - Sehr selten.

Lot 2354, Auction  128, Grillparzer, Franz, Haarlocke mit signierter Zuschreibung von Kathi Fröhlich

Grillparzer, Franz
Haarlocke mit signierter Zuschreibung von Kathi Fröhlich
Los 2354

Schätzung
4.500€ (US$ 5,172)

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Grillparzers Haarlocke von 1821
Grillparzer, Franz, österr. Schriftsteller, Hauptvertreter der literarischen Romantik und Klassik in Österreich (1791-1872). Seine Haarlocke, in ein Faltblatt mit rotem Lacksiegel montiert und von seiner Jugendliebe und Gefährtin Katharina Fröhlich kommentiert und signiert. 8vo. (Wien) 11.VII.1874.
"Als Grillparzer 30 Jahre alt war. d. 11. Juli [1]874 Katharina Fröhlich". Leicht rötliches Haarbüschel, mit einem roten Lacksiegel auf dem Papier befestigt. - Das seit 1820 bestehende Liebesverhältnis Grillparzers mit der attraktiven "Kathi" Fröhlich (1800-1879) führte bekanntlich nur zur dauerhaften Verlobung, auch als sich Grillparzer 1849 endgültig bei den Schwestern Fröhlich einmietete. - 4 gedruckte Beilagen. - Von größter Seltenheit.

Lot 2355, Auction  128, Groth, Klaus, Ausführlicher Brief über ein Hebbel-Denkmal in Wesselburen. Kiel 1882

Groth, Klaus
Ausführlicher Brief über ein Hebbel-Denkmal in Wesselburen. Kiel 1882
Los 2355

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1.200€ (US$ 1,379)

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Über das Hebbel-Denkmal in Wesselburen
Groth, Klaus, schleswig-holsteinischer Dichter (1819-1899). Eigh. Brief m. U. "Klaus Groth". 7 S. auf 2 Doppelbl. mit Monogramm "KG". Gr. 8vo. Kiel 24.III.1882.
An den Hebbel-Verehrer Schlömer; sehr ausführliche Ratschläge zu dessen Bemühungen um die Errichtung eines Hebbel-Denkmals in Wesselburen. "... Es kommt mir nicht darauf an, wann ich meine Mscr. von der Frau Kuh wieder erhalte, nur muß ich sie endlich bekommen: es sind Hebbel's Briefe an mich, Abschriften seiner Briefe an Freunde in Schleswig-Holstein, sowie Abschrift sämmtlicher Gedichte Hebbels aus dem Eidersteder Boten. Endlich noch eine Jugendgeschichte Hebbels von meiner Hand oder in Abschrift. - Für das Denkmaal regt es sich hoffentlich bald wieder. Lassen Sie sich nur nicht einschläfern, indem Sie glauben Dr. Bamberg und der Großherzog würden jetzt Alles thun, dann geschieht am Ende gar nichts: selbst ist der Mann. Ditmarschen muß sich durch das Denkmaal selbst ehren, selber die Hauptsache thun. Wenn die reichen Freunde und hohen Herren helfen wollen - gut, so weisen Sie es nicht ab, dann laß sie Geld geben oder schaffen, auch guten Rath meinetwegen, aber Ditmarschen, Holstein, ja Wesselburen muß die Hauptsache thun und die entscheidende Stimme behalten. Ich bitte das Comittee dringend, in diesem Sinne zu verfahren und Dr. Bamberg zu antworten, und zwar gleich, damit die Sache nicht ins Stocken geräth.
Auch laßen Sie sich das Denkmaal nicht aus Wesselburen wegreden. Dort gehört es hin. Gesehen wird es hinreichend an einem Orte mit Eisenbahn, wenn nicht so häufig, dann mit um so größerem Interesse. In Kiel steht ein Denkmaal für Klaus Harms. Wer sieht es an? ... Gar Hebbel wäre in Kiel verloren. Nein, in Wesselburen wird seine Büste auf hohem Sockel von Jedem beachtet werden, von Vielen bewundert, Manchem eine Anregung zum Nachdenken oder Nacheiferung. Sie selbst, mein junger Freund, haben die Ehre, die erste thätige Anregung gegeben zu haben ... ein würdiges Denkmaal, auch wenn es einiger Zeit zur Herstellung bedarf, also eine Kolossalbüste auf einem würdigen Sockel, etwa Granitstein, aufzustellen auf dem Hauptplatze im Mittelpunkte Wesselburens. Daran lassen Sie Niemand rütteln ... Wenn Sie nichts Anderes haben bringen Sie irgendwelche Notizen in die Ditmarscher Zeitungen, und wären es kurze Auszüge aus Kuhs Biographie Hebbels ... Sie müssen für all dieses und mehr die Geduld und den Eifer haben ... Nur keinen Zwiespalt dulden und nicht verdrießlich werden. Wer nicht mit thun will, den bitten Sie sanft nicht zu stören ...". - "Frau Kuh" war die Witwe des maßgeblichen Hebbel-Biographen Emil Kuh. Felix Bamberg war der erste Herausgeber von Hebbels Tagebüchern. - 1887 wurde das erste Hebbel-Denkmal in Wesselburen aufgestellt. - Beiliegend 2 gedruckte Bildnisse Groths.

Lot 2356, Auction  128, Gutzkow, Karl, 2 Briefe. 1840-1878

Gutzkow, Karl
2 Briefe. 1840-1878
Los 2356

Schätzung
600€ (US$ 690)

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Gutzkow, Karl, bedeutender liberaler Schriftsteller, Dramatiker, Kritiker und Publizist, dem Jungen Deutschland nahestehend, Förderer Georg Büchners (1811-1878). 2 eigh. Briefe m. U. "K. Gutzkow". Zus. 21/2 S. Gr. 4to bzw. gr. 8vo. Hamburg 31.V.1840 bzw. Sachsenhausen bei Frankfurt 14.V.1878.
Der erste Brief an den Intendanten des Stuttgarter Hoftheaters, Karl Graf Leutrum von Ertingen (1782-1842) dem er das Bühnenmanuskript seines Schauspiels "Werner oder Herz und Welt" übersendet. "... Fräulein Stubenrauch wird Ew. Excellenz ein Schauspiel überreichen, welches hier in drei Wochen neun Vorstellungen bei überfülltem Hause erlebte. Bei dem ausgezeichneten Personal der Ihrer Leitung anvertrauten Bühne ist zu erwarten, daß sich mein Werner grade in Stuttgart der glänzendsten Darstellung würde zu erfreuen haben. Nur kann ich wohl darauf rechnen, von Ew. Excellenz diesmal ein beßres Honorar bewilligt zu erhalten, als ich für den 'Savage' empfing? Von München erhalt' ich für jedes meiner Stücke zehn Karolins. Die Besetzung überlass' ich gern der Einsicht Ew. Excellenz ..." [Hamburg 31.III.1840]. - Die Schaupielerin Amalie von Stubenrauch (1800-1876) war nicht nur die unumschränkte Beherrscherin des Stuttgarter Hoftheaters, sondern auch die Mätresse des Königs Wilhelm von Württemberg. - Der zweite Brief ist 38 Jahre später, in Gutzkows Todesjahr, mit stark veränderter Schrift an einen Drucker oder Verleger. dem er "die zur letzten Lieferung des ersten Bandes gehörende Vorrede. Die Vorrede würde mit kleinerer Schrift gedruckt. Die Anlage macht keone Mühe. Sie schließt sich unmittelbar dem Vorwort zur 5ten Auflage an. Ich bedinge aber die Correktur, die an mich früher geschickt werden muß ...". - Ferner ausführlich über ein angebliches Attentat auf den russischen Zaren. - Beiliegend zwei gedruckte Artikel über Gutzkow und drei gedruckte Bildnisse, darunter eine recht gute Lithographie. - Dabei: Bertha Gutzkow, des Schriftstellers Gemahlin (1829-1909). Eigh. Brief m. U. "Bertha Gutzkow". 3 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. Pension Chemenin sur Vevey Canton de Vaud Suisse 3.I.1866. - Biographisch wertvoller Brief nach dem schweren Depressions-Anfall mit Selbstmord-Versuch ihres Mannes. "... Wir haben hier mit unsern Kindern eine Pension bezogen, in der Hoffnung, die Schönheit der Umgebung und die Entferunung von den doch immer aufregenden Vorgängen des deutschen Lebens, an denen Gutzkow sonst so lebhaft theilnahm, werden dazu beitragen, seinem Geist wieder die alte Kraft zu geben und ganz die trüben, sein Gemüth verdüsternden Vorstellungen zu benehmen, die ihn vor länger als Jahresfrist in Verzweiflung jagten und ihn für seine Handlungen aller Zurechnungsfähigkeit beraubten ...". - Die Aussenseiten des Doppelblattes fleckig, vielleicht durch eine Druckerei verursacht.

Lot 2357, Auction  128, Hardt, Ernst, Manuskript zur Eröffnung der Weimarer Nationalversammlung, mit Begleitbrief.1919

Hardt, Ernst
Manuskript zur Eröffnung der Weimarer Nationalversammlung, mit Begleitbrief.1919
Los 2357

Schätzung
800€ (US$ 920)

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Zum Empfang der Weimarer Nationalversammlung
Hardt, Ernst, Schriftsteller, Übersetzer, Theater- und Rundfunk-Intendant (1876-1947). Eigh. Manuskript und Begleitbrief, beides m. U. "Ernst Hardt". Zus. 101/2 S. auf 8 Bl. und 1 Doppelblatt. Folio und gr. 4to. Weimar 26.I. und 1.VIII.1919.
"Szenischer Prolog zum Empfang der Mitglieder der deutschen Nationalversammlung. Aufgeführt am 6.II.1919" (spätere Überschrift anstelle der durchgestrichenen Original-Überschrift "Weimars Prolog zur Nationalversammlung"). 8 Seiten umfassendes, vollständiges, am Schluß signiertes und datiertes Manuskript zu dem bedeutenden historischen Ereignis der deutschen Geschichte, verfasst von Ernst Hardt als damaligem Generalintendanten des Weimarer Nationaltheaters. Auf die Bitte eines Fräuleins für einen Autographensammler (Hermann Kiewy?) macht er es diesem zum Geschenk und erklärt dazu in einem Schreiben (mit Briefkopf "Der General-Intendant des Deutschen Nationaltheaters und der Kapelle") vom 1. August 1919: "... Das Lesen Ihres Briefes traf mit dem Aufräumen meines Schreibtisches zusammen, den ich für einige Wochen verlassen will, und da fielen mir die erste Niederschrift und die erste Reinschrift des szenischen Prologes in die Hand, den ich den Abgeordneten der deutschen Nationalversammlung vorgesetzt habe. Da diese Manuskripte also zugleich ein gewisses historisches Interesse haben, darf ich hoffen, dass Sie damit dem Handschriftensammler wirklich eine Freude bereiten können. Ich sende sie Ihnen, er mag wählen oder beide behalten, ganz wie es ihm beliebt ...". - Das Manuskript papierbedingt stärker gebräunt; dennoch als historisches Dokument museumswürdig.

Lot 2358, Auction  128, Hauptmann, Gerhart, Brief an den Kaufmännischen Verein Karlsruhe. 1895

Hauptmann, Gerhart
Brief an den Kaufmännischen Verein Karlsruhe. 1895
Los 2358

Schätzung
120€ (US$ 138)

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Hauptmann, Gerhart, Dramatiker, Erzähler, Nobelpreisträger (1862-1946). Eigh. Brief m. U. "Gerhart Hauptmann". 2/3 S. Doppelblatt, mit frankiertem Umschlag. 8vo. Berlin 2.V.1895.
An den Kaufmännischen Verein Karlsruhe, der den Dichter zu Vorträgen eingeladen hatte. "... ich bedaure Ihrem Wunsche, in den kaufmännischen Vereinen Badens Vorträge zu halten, auch dieses Jahr nicht nachkommen zu können. Literarische Arbeiten beanspruchen meine ganze Zeit. Nehmen Sie die Versicherung, dass ich Ihre Aufforderung als eine Ehre empfunden habe ...". - Beiliegend eine Porträtfoto-Postkarte mit dem Bildnis Hauptmanns, die als Werbung für eine Foto-Ausstellung des Ateliers Rudolf Dührkoop in Hamburg verschickt wurde (1921).

Lot 2359, Auction  128, Heyse, Paul, Brief an den Autor einer Novelle. 1873

Heyse, Paul
Brief an den Autor einer Novelle. 1873
Los 2359

Schätzung
150€ (US$ 172)

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Heyse, Paul, Schriftsteller, Nobelpreisträger, Haupt des Münchener Dichterkreises (1830-1914). Eigh. Brief m. U. "Dr. Paul Heyse". 11/2 S. Gr. 8vo. München 6.X.1873.
An einen Redakteur, wegen eines von Heyse gewünschten Wiederabdrucks einer anonymen Novelle in seiner mit Hermann Kurz herausgegebenen Reihe "Deutscher Novellenschatz". "Sie erinnern sich vielleicht, ... daß ich vor Jahren wegen der Novelle 'Rede oder Schweigen' bei Ihnen anfragte, die ich Otto Ludwig (dem Großen) zuschrieb, während sie seinen Doppelgänger zum Verfasser hat. Sie versagten damals Ihre Erlaubniß zur Aufnahme der Erzählung in unsern Novellenschatz, da Sie die Absicht hegten, die Novelle dieses Reichenbacher O. L. in einem Separatdruck erscheinen zu lassen." Fragt, ob dies denn inzwischen geschehen sei. "... Es wäre, da mir seither von keiner Seite eine öffentliche Stimme über diese werthvollen Arbeiten zu Ohren gekommen, auch Ihnen vielleicht jetzt nicht unerwünscht, wenn wir in unsrer Sammlung auf dieselbe aufmerksam machten. Falls Sie zustimmen, würde ich mich direct an den Herrn Verf. wenden, von dessen Lebensumständen mir nicht das Geringste bekannt ist ... Gerade solche Findlinge sind es, auf die wir bei unserem Unternehmen das größte Gewicht legen ...". - Beiliegend 5 Holzstich-Porträts und ein gedrucktes Gedicht Paul Heyses.

Lot 2360, Auction  128, Hillern, Wilhelmine von, Brief an den Verleger Otto Janke über ihren ersten Roman. 1865

Hillern, Wilhelmine von
Brief an den Verleger Otto Janke über ihren ersten Roman. 1865
Los 2360

Schätzung
180€ (US$ 207)

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Hillern, Wilhelmine von, Tochter der Dramatikerin Charlotte Birch-Pfeiffer, Schauspielerin und Schriftstellerin, ihr Roman "Die Geier-Wally" wurde mehrfach verfilmt (1836-1916). Eigh. Brief m. U. "W von Hillern". 3 S. Doppelbl. Gr. 8vo. Freiburg i. Br. 26.V.1865.
An den (nicht genannten) Berliner Verleger Otto Janke, dem ihre Mutter das Manuskript von Wilhelmines erstem Roman "Doppelleben" bei Janke eingereicht hatte. Sie erwarte die Korrekturfahnen und habe verschiedene Fragen, z. B. ob ihr aktueller bürgerlicher Name "Wilhelmine von Hillern geb. Birch" auf das Titelblatt gesetzt werden solle oder nur der frühere Name "Wilhelmine Birch". Sie beschäftige sich schon mit einer neuen Idee, wolle sie aber erst zur Ausführung bringen, wenn das im Druck befindliche Werk sie nicht mehr beschäftigen muß. Dem Potsdamer Rezensenten möge er ihren Dank für seine wertvollen Anmerkungen ausrichten, die sie alle gutgeheißen und genauestens berücksichtigt habe. Am Schluss eine Bemerkung zu eigener Lektüre: "Spielhagens 'Problematische Naturen' haben mich entzückt - welch ein genialer Mensch ist das!"

Lot 2361, Auction  128, Hoffmann, E. T. A., Brief an Stephan Schütze in Weimar. 1821.

Hoffmann, E. T. A.
Brief an Stephan Schütze in Weimar. 1821.
Los 2361

Schätzung
4.500€ (US$ 5,172)

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Hoffmann, Ernst Theodor Amadeus, Jurist, Schriftsteller, Komponist und Zeichner, Hauptvertreter der Berliner literarischen Romantik (1776-1822). Eigh. Brief m. U. "Hoffmann". Mit Adresse und papiergedecktem Siegel. 1/3 S. 4to. (Berlin) 18.II.1821.
An den Weimarer Hofrat Stephan Schütze, Schriftsteller des Goethe-Kreises, vielseitiger Publizist und Almanach-Herausgeber (1771-1839), dem Hoffmann eine Erzählung zu liefern verspricht. "Zu Ihrer Beruhigung ... nur in höchster Eil, in Akten vergraben, dass ich die in Rede stehende Erzählung baldigst endigen und spätestens im Aprill Ihnen zusenden werde. Sie könn[en] sich darauf verlaßen ...". - Von einem späteren Besitzer das "E. T. A." vor dem Namen "Hoffmann" zart mit Bleistift ergänzt. - Beiliegend 2 spätere Buch-Seiten über Hoffmann. - Zum Hoffmann-Umkreis siehe Nr. 2511 (Julius Reichsgraf Soden).

Lot 2361a, Auction  128, Hoffmann von Fallersleben, Heinrich, Eigenhändige Vollmacht für Otto Jahn.1857

Hoffmann von Fallersleben, Heinrich
Eigenhändige Vollmacht für Otto Jahn.1857
Los 2361a

Schätzung
450€ (US$ 517)

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Hoffmann von Fallersleben, August Heinrich, politischer Lyriker, Dichter des Deutschlandliedes und beliebter Kinderlieder, Germanist und Bibliothekar (1798-1874). Eigh. Vollmacht m. U. "Hoffmann von Fallersleben" und rotem Lacksiegel. 2 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. Berlin 14.X.1857.
"Ich Endesunterzeichneter bevollmächtige hiemit Herrn Professor Jahn, meine Sammlung französischer Chansons, welche ich der Kön. Bibliothek zu Berlin zur Bewahrung übergeben habe, für vierhundert Thaler zu verkaufen. Die Sammlung enthält nebst den handschriftlichen Stücken über 1500 Lieder mit Musiknoten ...". Auf Blatt 2 die Auflistung: "Chansons françaises T. I-IX." mit der Anzahl der Stücke in jedem Teil und der Summe "1494 nebst den handschriftlichen Stücken über 1500." - Zu Hoffmanns bedeutenden Literatursammlungen gehörten auch europäische Volkslieder. Der Philologe und Musikwissenschaftler Otto Jahn war seit 1855 Professor an der Universität Bonn.

Lot 2362, Auction  128, Huber, Therese, Brief an den Verleger Engelmann sowie ein Gedichtmanuskript. 1819

Huber, Therese
Brief an den Verleger Engelmann sowie ein Gedichtmanuskript. 1819
Los 2362

Schätzung
800€ (US$ 920)

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"Geistesfreiheit und Selbstgefühl"
Huber, Therese, Tochter von Chr. G. Heyne, Witwe von George Forster und Ludwig Ferd. Huber, bedeutende Schriftstellerin, Redakteurin des Cottaschen "Morgenblattes für gebildete Stände" (1764-1829). Eigh. Brief m. U. "Therese Huber geb. Heyne". 2 S., eng beschrieben. Doppelblatt mit Adresse. 4to. Stuttgart 6.VIII.1819.
An den Verleger Engelmann in Heidelberg, Herausgeber des Taschenbuches "Cornelia". Umfangreicher, interessanter Brief, in dem sich Therese Huber ausführlich über die schlechte Behandlung einer ihrer Erzählungen beschwert, die im Taschenbuch "Cornelia" gedruckt wurde. Bedankt sich zunächst über den empfangenen Wechsel, "wodurch meine Forderung an Ew. Wohlgeboren für die Erzähl. 'Die Häßliche' im Taschenbuche Cornelia 1820 befriedigt ist. Ihr Verfahren bei der von mir erhaltnen kleinen Geschichte, muß ich gänzlich tadeln. Diese Geschichte war noch nicht gedruckt, noch nicht bezahlt, also noch mein Eigenthum und es kam mir zu, Aenderungen darinn zu machen. Ich finde, daß durch ein wunderliches Ungefähr eine Situation meiner Erzählung einer nie vorher von mir gelesenen der Mad. Schoppenhauer ganz ähnlich ist und aus Achtung für sie und das Publikum, dem man meines Bedünkens wissentlich keine Nachahmung auftischen soll, ändre ich so gleich diese Situation; ich sende Ihnen diese Abänderung, ich erhalte von Ihnen die Nachricht daß diese Änderung in Ihre Hände gelangt ist, und Sie lassen die erste Handschrift drucken, ohne mich davon zu benachrichtigen! - Jezt sagen Sie daß Sie schon einen Kupferstich dazu bestellt gehabt, - ich mache Ihnen bemerklich daß ich Ihnen ausdrücklich gesagt hatte, daß ich es gar nicht ambitionire, Kupferstiche zu meiner Erzählung gefertigt zu sehen. Eine Kleinigkeit wie meine Dichtung ist kein Aufhebens werth; allein da ich einmal vor dem Publikum genannt werde und das Publikum deshalb doch Recht hat mich zu richten, begingen Sie ein Unrecht an mir, diese kleine Geschichte mit einem Flecken drucken zu lassen, der den Tadel, ja den Spott des Publikums auf sie ziehen kann ... Ihr Taschenbuch ist dadurch gekränkt wie mein Stolz, denn Sie haben dadurch einen Beitrag aufgenommen, den man eines Plagiats beschuldigen wird ...". Sie werde aber weiterhin Beiträge liefern, verzichte jedoch feierlich auf Kupferstiche sowie auf jeden Zwang von beiden Seiten. "... Die Cornelia verdient nur Aufsäze welche von Geistesfreiheit und Selbstgefühl zeugen - wie geringfügig sie dann auch sind - und dahin rechne ich die meinen - so sind sie dem weiblichen Sinne: Wahrheit und Milde, angemeßen ...". - Schönes Beispiel für Intelligenz, Geistesfreiheit und Selbstbewußtsein einer Autorin am Beginn eines Jahrhunderts, in dem Schriftstellerinnen den Buchmarkt in rascher Zunahme eroberten. - Dabei: Dieselbe. Eigh. Gedicht-Manuskript. 2/3 S. 8vo. O. O. u. J. - "Bitte eines Isländischen Kindes das die Eltern aussezen wollen." - Mit der Überschrift 13 Zeilen: "Laßt mich zu meiner Mutter! / Mich friert auf dem Boden! / Laßt mich in Vaters Arme! / Wo soll ein Knabe besser ruhn? ...".

Lot 2363, Auction  128, Forster, Marie Therese, Brief an Prosektor Dr. Herz in Erlangen. Um 1842

Forster, Marie Therese
Brief an Prosektor Dr. Herz in Erlangen. Um 1842
Los 2363

Schätzung
150€ (US$ 172)

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- Forster, Marie Therese, Tochter von Therese Huber und Georg Forster, Erzieherin, Brief-Autorin und Herausgeberin der Werke ihres Vaters (1786-1862). Eigh. Brief m. U. "Therese Forster". 1 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. Erlangen 27.V. (wohl ca. 1855).

Dankschreiben an den Arzt Dr. Herz in Erlangen. "... Sie mögen sagen was Sie wollen. Der Dankbarkeit für Ihre freundschaftlichen Bemühungen können Sie nicht wehren. Sie müßen uns wenigstens erlauben Ihnen ein Zeichen davon zu hinterlaßen. Herders Kinder bitten Sie in seinem und ihrem Namen den kleinen Merkur in Ihr Zimmer zu stellen; ich erlaube mir Ihnen Molleschotts [!] Lebensbild meines Vaters zu senden ...". - Therese Forster betreute Adele und Ferdinand von Herder, die Kinder Emil von Herders, seitdem deren Mutter 1831 im Kindbett verstorben war. Anfang der 1840er Jahre begann Therese, systematisch die Werke ihres Vaters Georg Forster zu edieren. 1854 erschien Jacob Moleschotts Buch "Georg Forster, der Naturforscher des Volks".

Lot 2364, Auction  128, Janitschek, Maria, Brief an einen Arzt.

Janitschek, Maria
Brief an einen Arzt.
Los 2364

Schätzung
120€ (US$ 138)

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Janitschek, Maria, Lyrikerin und Erzählerin österr. Herkunft, lebte in Graz, Straßburg, Leipzig, Berlin und München (1859-1927). Eigh. Brief m. U. "Maria Janitschek". 3 S. Doppelbl. Gr. 8vo. (München, wohl um 1900).
An einen ihr befreundeten Arzt, um dessen Besuch sie bittet. "... Wissen Sie denn auch, dass ich noch auf der Welt bin? Das heisst nicht ganz, denn ich wohne in - Gern. Ich weiss selbst nicht wie es kam, dass ich so blödsinnig in der Wahl meiner Wohnung war; jetzt aber bin ich halt schon drin und muss aushalten ... Ich bitte Sie um Ihren ärztlichen Besuch, lieber Herr Doctor ... Sollten Sie nicht kommen können so bitte eine Karte mit der Bestimmung wann Sie kommen können. Mich zwicken allerlei Krankheiten ...". Als Adresse gibt sie an: "München-Gern, Gernerstr. 50, III Tr."

Lot 2365, Auction  128, Keller, Gottfried, Brief an Herrn Ott-Usteri. 1845

Keller, Gottfried
Brief an Herrn Ott-Usteri. 1845
Los 2365

Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)

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Keller, Gottfried, Schweizer Schriftsteller, einer der bedeutendsten deutschsprachigen Erzähler des 19. Jhdts (1819-1890). Eigh. Brief m. U. "Gottfried Keller". 1 S. Doppelblatt mit Adresse und Lacksiegel. Gr. 4to. Zürich 20.VIII.1845.
An Herrn Ott-Usteri. "... Sie haben mir eine gewiß ganz unmotivirte Erkenntlichkeit auf eine Art erwiesen, die mich wiederum, tief beschämt, zu innigstem Danke verpflichtet. Ein Theil Ihres schönen Geschenkes hat mir neuerdings Ihr Wirken und somit den ganzen Werth, den Aufmunterungen solcher Männer für mich haben müssen, gezeigt. Ihre gütige Anspielung auf 1940 muß ich mit dem frommen Wunsche erwiedern, daß meine kleinen Privat-Hoffnungen in der Erfüllung allgemeiner und großer Hoffnungen aufgehen mögen! ...". - Kleine Randläsur im Adressblatt vom Öffnen der Versiegelung.

Lot 2366, Auction  128, Kempner, Friederike, Brief an einen Freund

Kempner, Friederike
Brief an einen Freund
Los 2366

Schätzung
150€ (US$ 172)

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Kempner, Friederike, vielseitige Schriftstellerin und Sozialpolitikerin, als "Schlesischer Schwan" berühmt durch ihre Lyrik, deren Auflagenstärke auf ihrer unfreiwilligen Komik beruhte (1828-1904). Eigh. Brief m. U. "Friederike Kempner". 1 S. Doppelbl. Gr. 8vo. Friederikenhof 20.I.1869.
An einen Freund, dem sie ihre Novelle "Nettelbeck" übersendet. "... Wie geht es Ihnen und den geschätzten Ihrigen? Wie steht's mit dem Bilde Mama's, die ich täglich tiefer beweine? ...". - Aus der Sammlung Künzel.

Lot 2367, Auction  128, Kotzebue, August von, Billet an einen Bekannten. Berlin 1817

Kotzebue, August von
Billet an einen Bekannten. Berlin 1817
Los 2367

Schätzung
150€ (US$ 172)

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Kotzebue, August von, Dramatiker und Erzähler, der erfolgreichste dt. Bühnenautor der Goethezeit (1761-1819, ermordet). Eigh. Billet m. U. "Kotzebue". 1/2 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. "Mittwoch früh um 3 Uhr" (Berlin 14.V.1817).
"Verzeihen Sie mir. Freund Weber spielte mir gestern so lange auf seinem Harmonium vor, bis es leider zu spät wurde Sie zu besuchen. Von ganzem Herzen Ihr ergebenster Kotzebue." - Von zeitgenöss. Hand datiert. - Beiliegend ein Zeitungsartikel von 1919 zum 100. Todestag Kotzebues.

Lot 2368, Auction  128, Lewald-Stahr, Fanny, Brief an einen Freund. 1857

Lewald-Stahr, Fanny
Brief an einen Freund. 1857
Los 2368

Schätzung
300€ (US$ 345)

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Lewald-Stahr, Fanny, Schriftstellerin, verheiratet mit Adolf Stahr, führte in Berlin einen einflußreichen literar. Salon (1811-1889). Eigh. Brief m. U. "Fanny Lewald Stahr". 4 S., eng beschrieben. Doppelbl. Gr. 8vo. Berlin 17. und 18.II.1857.
Sehr umfangreicher Trostbrief an einen Freund, der nach einer früheren Verstimmung und jetzt auch nach einem Verlust (seiner Frau?) zurückgekommen ist und Versöhnung anstrebt. "... Vor allen Dingen lassen Sie mich Ihnen sagen, daß mir Ihr Hiersein große Freude gemacht hat, u. eigentlich wohlthuend gewesen ist, weil mir war, als hätten wir Sie ganz in der alten Weise wieder gefunden, u. als fühlten auch Sie, in welcher alten u. recht ursprünglichen Beziehung Sie zu uns stehen. Es hat eine Zeit gegeben, in welcher ich das Zutrauen zu Ihnen verloren hatte - aus Gründen, die zu erörtern nicht hieher gehört, die Sie zum Theil begreifen oder doch errathen können, u. die jetzt gleichgültig sind, weil sie ihren Einfluß auf mich verloren haben. Als Sie neulich bei uns waren, uns Ihren Verlust klagend, den wir in seiner früheren Zufriedenheit gekannt haben, da fühlte ich es doch, daß die Heimath Ihres Herzens bei uns ist, u. auch bei uns bleiben wird; u. daß Sie - welche Verbindungen Sie sonst auch schliessen mögen - mit einem Theile Ihres Wesens aus Nothwendigkeit immer zu uns zurückkehren u. uns gehören werden ...". Berichtet dann über eine Aufführung von Glucks "Orpheus und Eurydike". "Die Wagner als Orpheus war sehr gut, aber das Haus voll u. heiß, u. Stahr hat darauf sich nicht gut befunden, wie denn überhaupt seit dem Herbste seine Gesundheit Nichts weniger als gut ist. Sein Hals ist schlimm u. seine Nerven sind sehr angegriffen, u. doch liegt das ersehnte Italien uns unerreichbar fern, durch den Zwang des Hierbleibens, den die Erziehung der jüngern Knaben uns auferlegt. Ich will hoffen, daß der Frühling dem geliebtesten Mann wohlthut, u. daß er mir wieder frisch u. munter wird, wie er es vor dem Jahre in dieser Zeit gewesen ist. Unser Glück in uns ist so groß, so voll, daß wir es kaum in solcher Größe verstanden, als wir es ersehnten, u. es fehlt uns nur die Gesundheit des geliebten Mannes, um dann wieder zuversichtlich in die Zukunft zu sehen ...". - Erörtert dann Zukunftspläne wie den Besuch auf dem Gut ihres hoch gelobten Freundes v. Hennig bei Graudenz und alle möglichen Ziele im deutschsprachigen Raum: Wien, Dresden, Stuttgart, Nordsee. Weiterhin ist sie bemüht, den Adressaten über seinen Verlust zu trösten und lädt ihn über die Osterfeiertage ein: "... ich denke, aus Ihrem einsamen Hause für ein paar Tage fortzugehen, u. Ihr Herz unter Freunden zu erwärmen, müsse Ihnen gutthun. Wir haben mehr verloren, als wir einmal werden verantworten können, daß wir seit Jahren so nahe beieinander uns doch so wenig gesehen haben". Er solle auf ihren Vorschlag eingehen, "wäre es auch nur, um sich aus der Zeit herauszureißen u. sich von den Erinnerungen zu zerstreuen, die jetzt in dieser Zeit die Tage Ihnen schmerzlich bringen ... Sie sind zu sehr ein moderner Mensch, als daß Sie Ihren Ruhm darin setzen könnten, unglücklich zu sein ...". - Beiliegend ein Zeitungsartikel (1911) von Rudolf Göhler über Fanny Lewald sowie ein Prospekt (mit Holzstich-Porträt) zum Erscheinen ihrer 6bändigen "Lebensgeschichte".

Lot 2369, Auction  128, Löns, Hermann, Brief an eine Redaktion. 1910

Löns, Hermann
Brief an eine Redaktion. 1910
Los 2369

Schätzung
450€ (US$ 517)

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Löns, Hermann, Schriftsteller und Publizist (1866-1914). Eigh. Brief m. U. "Hermann Löns". 1 S. Mit Briefkopf "Hannoversches Tageblatt". Gr. 4to. Hannover 21.XI.1910.
An eine Redaktion, die ihn zur Mitarbeit eingeladen hatte. "... Ihr Brief traf um die Zeit ein, als ich gerade wieder das Feuilleton des 'Hannov. Tagebl.' übernommen hatte und zudem mit den Correkturen meines Romans und einer Menge dringender Auftragsarbeiten mehr zu tun hatte, als meine durch den zweijährigen Aufenthalt in Bückeburg stark durchgescheuerten Nerven eigentlich erlaubten ...". Er sei nun mit Aufträgen zu Originalbeiträgen so überhäuft, "daß ich nicht dem zehnten Teile nachkommen kann, zumal ich noch einen seit dem Februar in der Hauptsache beendeten Roman genau durcharbeiten muß. Vielleicht teilen Sie mir mit, was für Arbeiten von mir Sie am liebsten hätten. - Im Verlage von Eugen Diederichs erschien soeben mein 3. Roman 'Der Wehrwolf, eine Bauernchronik', im 30jährigen Kriege in der Lüneburger Haide spielend. Ich glaube, daß er Sie interessieren wird ...". - Bemerkenswert an dem Briefpapier ist der mit Eigenwerbung aufdringlich bestückte Briefkopf: "Reichhaltigstes, parteiloses Blatt Nordwestdeutschlands. Billigste Zeitung Hannovers. Auflage 65000. Zweitgrößte Auflage aller außerhalb Berlins erscheinenden Morgenzeitungen. Amtliches Publikationsorgan aller Behörden." - Kleiner Faltenriss.

Lot 2370, Auction  128, Lorm, Hieronymus, Brief an den Verleger Leopold Rosner. 1878

Lorm, Hieronymus
Brief an den Verleger Leopold Rosner. 1878
Los 2370

Schätzung
120€ (US$ 138)

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Lorm, Hieronymus (eigentl. Heinrich Landesmann), österr. Dichter, Philosoph, Journalist und Literaturkritiker, 1881 erblindet (1821-1902). Eigh. Brief m. U. "Heinrich Landesmann". 2 S. Doppelblatt. Kl. 8vo. Dresden 27.III.1878.
In einer schon vom Augenleiden geprägten Handschrift an den Wiener Verleger Leopold Rosner, dem er das Manuskript eines Romans anbietet, der in österreichischen Adelskreisen des Vormärz spielt. "... Die Zeitverhältniße lasten so ungünstig auf den Geschäften, namentlich dem Buchhandel, daß Sie zu Ihrem 'Bedauern' ablehnen müßen. Dies die Antwort, die Sie mir voraussichtlich auf meinen Antrag ertheilen werden, einen neuen Roman von mir in Verlag zu nehmen. Indeßen ist es doch möglich, daß die nachfolgend angegebenen Thatsachen Sie zu einem Vorschlag stimmen. Aus der 'Vorbemerkung', die ich beilege, ist zu ersehen, daß der Stoff verwandt ist mit dem von Spitzer's 'Herrenrecht'. Nur ist die Darstellung eine im höchsten Sinne künstlerische und der außerordentlich spannende Inhalt mit einem furchtbaren sittlichen Ernst behandelt. Der Roman spielt in österreichischen Adelsverhältnißen des Vormärz, zum Theil in Dalmatien, zu größerem Theil in Wien und Umgebung. Das heikle Thema allein, das den Abdruck in Journalen, die auch in Mädchenpensionate kommen, verbietet, hat Hallberger gehindert, das Manuscript, ebenso wie meine früheren Romane anzukaufen ...". Nennt seinen vorigen bei Hallberger erschienenen sowie einen demnächst erscheinenden Roman, macht Angaben über den zu erwartenden Umfang des neuen Buches, die Rechte des Verlegers und die Übernahme in eine mögliche Gesamtausgabe im Jahr 1883. - Lorm hat sich auch Verdienste durch die Erfindung einer Art Blindenschrift erworben, das "Lormsche Finger-Alphabet", das verschiedentlich heute noch Anwendung findet. - Beiliegend ein Holzstich-Porträt Lorms.

Lot 2371, Auction  128, Ludwig, Otto, Brief an den Buchhändler Ernst am Ende. Um 1855

Ludwig, Otto
Brief an den Buchhändler Ernst am Ende. Um 1855
Los 2371

Schätzung
150€ (US$ 172)

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Ludwig, Otto, Dramatiker, Erzähler und Shakespeare-Forscher, wichtiger Vertreter des "poetischen Realismus" (1813-1865). Eigh. Brief m. U. "Otto Ludwig". 1 S. Doppelblatt. 8vo. "Pillnitzerstr." (Dresden um 1855).
An den Schriftsteller, Buchhändler und Bibliothekar Christian Gottlob Ernst am Ende (1819-1890) in Dresden, den er um die Zusendung des Buches "Die Irrfahrten des Odysseus" zur Ansicht bittet. Erkundigt sich ferner nach den Preisen von 5 Lehrbüchern für Schulzwecke, darunter eine lateinische Grammatik, Dielitz' "Grundriß der Weltgeschichte für Gymnasien" und Voigts "Leitfaden der Geographie".

Lot 2372, Auction  128, Lynar, Rochus Otto Fürst zu, Brief an den Schauspieler und Schriftsteller Hans Georg Kriete. 1841

Lynar, Rochus Otto Fürst zu
Brief an den Schauspieler und Schriftsteller Hans Georg Kriete. 1841
Los 2372

Schätzung
120€ (US$ 138)

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Lynar, Rochus Otto Manderup Fürst zu, Politiker, Lyriker und Dramatiker, Standesherr von Drehna und Brandeis (1793-1860). Eigh. Brief m. U. "Fürst Lynar". 1 S. Doppelblatt. 4to. Dresden 4.II.1841 [?].
An den Schauspieler, Sänger und Schriftsteller Hans Georg Kriete. "... Sie haben mich recht angenehm überrascht durch die freundliche Mittheilung der allerliebsten Verse, die Sie für mich gedichtet, u. die - wenn ich nicht irre - H. Fischer in Musik zu setzen die Güte gehabt hat. - Ihr schönes Talent war mir längst bekannt; allein höchst schmeichelhaft ist es mir, daß m. dramatischer Versuch die Veranlassung gewesen ist, solches mir zu Ehren in so freundliche Anwendung zu bringen. Ich statte Ihnen ... so wie dem wohlwollenden Herrn Componisten, den herzl. Dank dafür ab ...". - Das undeutlich gschriebene Jahresdatum könnte auch 1847 sein. - Mit 2 kleinen Stempeln berühmter Autographen-Sammlungen: "Graf Victor Wimpffen" und "Sammlung La Roche".

Lot 2373, Auction  128, Lyser, Johann Peter, Brief an die Redaktion des Frankfurter "Conversationsblattes". 1845

Lyser, Johann Peter
Brief an die Redaktion des Frankfurter "Conversationsblattes". 1845
Los 2373

Schätzung
600€ (US$ 690)

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Lyser, Johann Peter (eigentl. L. P. Burmeister), Schriftsteller, Bühnenmaler, Illustrator, Karikaturist und Musikkritiker, unterstützt u. a. vom Ehepaar Schumann und von Heinrich Heine (1804-1870). Eigh. Brief m. U. "J. P. Lyser". 1 S., eng beschrieben. Doppelblatt mit Adresse. Gr. 8vo. Wien 10.V.1845.
An die Redaktion des "Conversationsblattes" in Frankfurt a. M. Lyser hatte sich in den deutschlandweiten Aufruhr um den Priester Johannes Ronge gemischt, der mit seiner Bewegung der "Deutschkatholiken" zahlreiche Anhänger gewann und vor allem in den katholischen Gebieten für größte Aufregung sorgte. Lyser ergriff überflüssigerweise in der Presse das Wort, um sich gegen Ronge zu wenden. Auch an das "Conversationsblatt" hatte er einen Artikel gesandt. "... Ich weiß nicht, ob Sie meine Bitte erfüllt und meinen offenen Brief an den Priester Johannes Ronge in die Spalten Ihres Blattes abgedruckt haben ...". Dessen Aufnahme sei von allen norddeutschen Blättern verweigert worden, "was ich erbärmlich und unrechtlich von jenen Herrn Redacteuren finde, die nichts eiligeres zu thun hatten als Ronges Angriff auf mich nachzudrucken, daß übrigens das Ganze von Ronge und seinen Anbetern (zu denen ich nie gehörte) nichts war als ein Puff, um das ziemlich verblaßte Interesse an der trierischen Rockgeschichte wieder aufzufrischen, hat sich jetzt in Leipzig selber herausgestellt, wo Ronge sich völlig als Comödiant und - Werkzeug gezeigt hat. Ich kann mich also immerhin vorerst zufrieden geben. - Da übrigens meine Stellung in Wien es mir wünschenswerth macht auch dann und wann in auswärtigen Blättern etwas drucken zu lassen, so erlaube ich mir die Anfrage, ob Ihnen damit gedient wäre, Correspondenzen von mir aus Wien für Ihre Zeitschrift zu erhalten, sowie dann und wann einen belletristischen Beitrag ...". Fügt eine (hier nicht vorliegende) "Correspondenz" bei und nennt seine Wiener Adresse. - Friedrich Hirth hat 1911 das höchst bewegte Leben Lysers eingehend beschrieben und die sehr umfangreiche Bibliographie seiner Werke erstellt. - 1 Tintenfleck, ferner ein Ausschnitt im Adressblatt vom Öffnen der Versiegelung. - Sehr selten.

Lot 2374, Auction  128, Mahlmann, Siegfried August, Brief an den Schriftsteller Karl Friedrich Müchler in Berlin. 1807

Mahlmann, Siegfried August
Brief an den Schriftsteller Karl Friedrich Müchler in Berlin. 1807
Los 2374

Schätzung
300€ (US$ 345)

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Mahlmann, Siegfried August, Leipziger Hofrat, Schriftsteller und Publizist, Dramatiker, Erzähler und Lyriker (1771-1826). Eigh. Brief m. U. "Mal". 3 S., eng beschrieben. Doppelblatt mit Adresse und Lacksiegel. 8vo. O. O. 10.XII.1807.
Inhaltsreicher Brief - in der Situation nach der Niederlage von Jena und Auerstedt - an den Schriftsteller und preußischen Kriegs- und Domänenrat Friedrich Karl Müchler (1763-1857) in Berlin. "Bei uns ... ist es seit einiger Zeit durch Durchmärsche sehr lebendig. Die deutschen und italienischen Truppen strömen ... aus Preußen heraus und wie man sagt, werden die Franzosen bald nachfolgen. Ich staune, daß Ihr letzter Brief diese Hofnung noch nicht zur Gewißheit verwandelte. Man trägt sich zwar hier auch mit den Gerüchten, daß Berlin diesen Winter nicht geräumt werden würde, aber das immerwährende Zurückmarschieren der Truppen scheint das Gegentheil zu beweisen. Von Berlin aus kommen uns jetzt die Ankündigungen der durch den Krieg unterbrochenen Journale zu. Herr Kuhn hat sich etablirt und setzt mit Kotzebue den Freimüthigen fort. Ich wette Herr Kuhn wird ein Nachfolger von Gabriel [!] Merkel, auch die Ankündigung von der Zeitung bey Litfaß habe ich erhalten. Sonderbar, daß alle so früh datirt sind und so spät erscheinen, die von Kuhn ist October datirt und erst gestern ist sie mir zu Augen gekommen ... Wahrscheinlich sollten sie erst nach dem Abmarsch der Franz. in die Welt wandern und nun will man doch die Zeit vor dem Schluß des Jahres nicht verstummen ...". Es folgen interessante Kommentare über Friedrich von Cölln [den umstrittenen Verfasser der "Feuerbrände"] und andere Zeitgenossen. "... Ihre Schrift gegen Cölln habe ich leider noch nicht zu lesen bekommen ... Cölln ist vor seiner Abreise nicht bey mir gewesen. Ich bin gewiß, seine ganze Absicht ist, noch eine bedeutende Rolle zu spielen. Es ist unbegreiflich, daß er seine Stelle wieder erhielt, da so viele würdige Männer unverschuldet darben müßen ... Von Königsberg habe ich lange Zeit her keine Briefe. Die Königin soll schwanger seyn. Wahrlich dieser Umstand erklärt den Charakter des Königs ...".

Lot 2375, Auction  128, Martyni-Lagonia, Johann Aloysius, Brief an den Verleger Göschen. 1786

Martyni-Lagonia, Johann Aloysius
Brief an den Verleger Göschen. 1786
Los 2375

Schätzung
200€ (US$ 230)

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Martyni-Lagonia, Johann Aloysius (d. i. Karl Friedrich Martini), sächsischer Universalgelehrter und Schriftsteller, Hofmeister bei verschied. Adelsfamilien, befreundet mit vielen Philosophen und Schriftstellern, lehnte als wohlhabender Gutbesitzer zahlreiche Angebote in- und ausländischer Hochschulen ab (1755-1824). Eigh. Brief m. U. "Martyni, genannt Lagonia". 1 S. 4to. Köhnsgut bei Zwickau 1.XII.1786.
Wohl an den Buchhändler Georg Joachim Göschen. "... Ew. Hochedelgeb. erhalten andurch 2 rh. Praenumeration auf 12 Exemplare des Noth- u. Hülfsbüchleins. Der Subscribent desselben ist Herr Kaufmann Martini in Zwickau. Von den übrigen ist noch nichts eingegangen; weil der meiste Theil schon an's Praenumeriren gehet. - Das Stück der Literatur u. Völkerkunde, worinnen mein Mspt enthalten, ist mir erst in vorigem Monate zugegangen; sonst ich, während dieser Zeit, manche, nicht unbedeutende, Beyträge hätte liefern können. Ich finde, daß man in den so fürtrefl. Göttingischen Anzeigen, bey Beurtheilung des Journals, meine Aufsätze mit Beyfall erwähnt hat, u. dieß ist mir nicht gleichgültig. - Ueber einige literarische Arbeiten, womit ich mich seit einiger Zeit beschäftige, werde Ew. Hochedelgeb., bey mehrer Muse [!], einige Winke geben ...". - Rudolph Zacharias Beckers "Noth- und Hülfsbüchlein", dessen erster Teil erst 1788 bei Göschen erschien, wurde ein sensationeller Verkaufserfolg. - Von den Verfassern der Artikel "Martyni-Laguna" in den Literaturlexika einschl. Wikipedia hat vermutlich nie einer einen Brief des Autors gesehen, denn "Laguna" ist falsch: er unterschreibt hier ganz deutlich: "Martyni, genannt Lagonia".

Lot 2376, Auction  128, Matthisson, Friedrich von, Brief an einen Freund und Brief seiner Frau Luise. 1783, 1794

Matthisson, Friedrich von
Brief an einen Freund und Brief seiner Frau Luise. 1783, 1794
Los 2376

Schätzung
450€ (US$ 517)

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Matthisson, Friedrich von, Dichter, Pädagoge, Vorleser, Privatsekretär der Fürstin Luise von Anhalt-Dessau in Wörlitz, später Geh. Legationsrat, Theaterintendant und Oberbibliothekar in Stuttgart (1761-1831). Eigh. Brief m. U. "F. Matthisson". 3 S. Kl. 4to. Dessau 14.XII.1783.
An einen Freund, den er mit "mein Theuerster" anredet und dem er die im Mittelalter angesiedelte märchenhafte Erzählung der "Una" ausführlich wiedergibt.
"Noch zu rechter Zeit erinner' ich mich meines Versprechens, Ihnen die Geschichte der Una zu erzählen ... Was zur Erklärung des Bildes gehört, steht im ersten Band und zweiten Gesange von Spensers Fairy Queen. - Die Dame, mit welche der Ritter vom rothen Kreuz, St. Georg (d. i. die Heiligkeit) ausreitet, ist Una (d. i. die Wahrheit). Ihr erstes Abentheuer ist, daß sie sich, bei einem Ungewitter, in dem Wald der Irrthümer verirren ..." [usw.]. Kommt zum Schluß noch auf ein beigefügtes (hier nicht mehr vorhandenes) Gedicht zu sprechen. "... Beiliegendes Gedicht quoll aus dem Innersten meiner Seele, als ich in einer stillen Abendstunde, unter wehmüthig-frohen Empfindungen, Ihrer gedachte, und die Stunde tausendmal segnete, die mich Ihnen entgegen brachte ...". - Dabei: Luise Matthisson (geb. von Glafey), die erste Gattin des Dichters, Hofdame der Fürstin Luise von Anhalt-Dessau, vermählte sich 1793 mit Friedrich von Matthisson in Zürich. Eigh. Brief m. U. "Luise Matthisson, geb. von Glafey". 12/3 S. Doppelblatt mit Adresse und Lacksiegel. 4to. Bern (Schweiz) 31.VII.1794. - An den Kammerrat Rode in Dessau, der sich offenbar für Luise von Glafey um die Auszahlung einer Pension vom Hof aus Dessau bemühte. "... Da ich das Geld bald zu haben wünschte, so bitte ich Ew. Wohlgeb. es mir diesmal unter meiner Adresse geradeswegs durch die Post hierher nach Bern zu senden. Ich logire im Hause des Herrn von Bonstetten, gewesenen Landvogt zu Nion ... Sehr verpflichten würden Sie mich wenn Sie mir in Golde auszahlen könnten, vorausgesezt daß es Ihnen keine Umstände mache die Münzsorte zu bekommen die in der Schweiz cursirt, widrigenfalls ich mir Laubthaler bitte, wie das Erstemal ...". - Das Ehepaar Matthisson war in dieser Zeit zu Gast im Landhaus Karl Viktor von Bonstettens bei Bern.

Lot 2377, Auction  128, Matthisson, Friedrich von, Brief an den Buchhändler Brockhaus in Leipzig. 1817

Matthisson, Friedrich von
Brief an den Buchhändler Brockhaus in Leipzig. 1817
Los 2377

Schätzung
300€ (US$ 345)

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Matthisson, Friedrich von (1761-1831). Eigh. Brief m. U. "Matthisson". 3 S. Doppelblatt mit Adresse und Siegelrest. 8vo. Stuttgart 18. XI.1817.
Umfangreicher Brief an den Buchhändler Brockhaus in Leipzig. Beschwert sich zunächst, dass sein mangelhafter biographischer Artikel in Brockhaus' "Conversations-Lexikon" unverändert und unkorrigiert aufs Neue erschienen sei. "... war gewiß nicht Ihrem Willen gemäß, mein verehrtester Freund! Denn Sie gaben mir ja deshalb Ihr gütiges Wort. Man hätte so leicht aus meiner Biographie in den 'Zeitgenossen' einen kleinen anspruchlosen Artikel zusammensetzen können! Das hat aber Hrn. Prof. W. nicht gefallen. Ich hätte wol gewünscht, daß man meiner in Ihrem allverbreiteten Werke lieber gar nicht, als auf eine so unmilde Weise gedacht hätte ...". Sein Tadel beziehe sich jedoch nicht auf den Herausgeber des Lexikons (also Brockhaus), sondern auf den Redakteur. Beklagt sich bei der Gelegenheit auch noch über die hämische Rezension eines auch von Matthisson ungeliebten Werkes, "Das Jagdfest von Bebenhausen", das er am liebsten "tief in die Lethe tauchen möchte ... Freundin [Therese] Huber u. Freund [Friedrich] Haug empfehlen sich Ihrem wohlwollenden Andenken angelegentlich ...". In einem Postscriptum äußert er sich lobend über Ernst Schulzes Dichtung "Die bezauberte Rose". "... Das Gedicht (in der neusten, so trefflich ausgestatteten Urania) ... hat mich angenehm überrascht. Ich las es zuerst in einer erlesenen Gesellschaft bei der Herzogin Wilhelm vor, wo unter mehreren, auch der geniale Danecker ganz davon hingerissen wurde. Nichts geht über den magischen Wohlklang des Versbaues, nichts über die glühende Lebendigkeit der Farbengebung bey dieser durchaus gelungenen, eines Wieland würdigen Komposition." - Siegel-Ausriss vom Öffnen des Briefes alt restauriert. - Beiliegend 2 gestochene Porträts Matthissons.

Lot 2378, Auction  128, Mauthner, Fritz, 2 Briefe, der erste an Leopold Rosner. 1873-1879

Mauthner, Fritz
2 Briefe, der erste an Leopold Rosner. 1873-1879
Los 2378

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300€ (US$ 345)

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Mauthner, Fritz, aus Böhmen stammender deutschsprachiger Philosoph, Schriftsteller, Journalist und höchst erfolgreicher Sprachparodist (1849-1923). 2 eigh. Briefe m. U. "Fritz Mauthner". Zus. 2 S. gr. 8vo. Prag 24.X.1873 und Berlin 6.II.1879.
Der erste Brief an den Wiener Verleger Leopold Rosner. "... erst in der letzten Zeit kam ich dazu die Wiener Spaziergänge, für deren Zusendung ich bestens danke, zu lesen; eine Notiz darüber sende ich beiher mit. - Mein Stück hat die Bedingung, welche Sie forderten, um weiter vom Verlage zu sprechen, erfüllt; es ist vom Prager Landestheater angenommen u. soll noch in diesem Jahre, vielleicht November, gewiß zur Aufführung kommen. Gleichzeitig habe ich's Laube eingereicht; von diesem habe ich noch keine Antwort, und ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie, wie Sie versprachen, etwas für das Stück thun, resp. Laube zu einer raschen Entscheidung bringen könnten. Übrigens bitte ich abermals, das Faktum so lange als Geheimnis zu betrachten, bis die hiesige journalistische Reklame das erste Wort gesprochen hat ...". Er strebe nach wie vor eine Buchausgabe an, zu der die Zusage noch möglichst vor der Aufführung erfolgen solle. - Der zweite Brief ebenfalls an einen Verleger oder Redakteur. "... Sie haben mir auf die Einsendung der Anzengruber-Artikel gar nicht geantwortet. Ich setze also voraus, daß Sie Ihre Absicht aufgegeben haben. Bitte dringend um Rücksendung, ich werde sie als Anzengruberiana einem Buche einverleiben, das demnächst erscheint ...". - Der oben erwähnte Theaterleiter Heinrich Laube war zu dieser Zeit Direktor des Wiener Stadttheaters.

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