Los 2356

Gutzkow, Karl
(1811-1878)2 Briefe. 1840-1878

Schätzung
600€ (US$ 690)

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Los 2356 - Gutzkow, Karl - 2 Briefe. 1840-1878 - 0 - thumb

Aus dem Katalog
Autographensammlung Hermann Kiewy
Auktionsdatum 7.10.2026

Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 6. – 8. Oktober 2026

Lot 2356, Auction  128, Gutzkow, Karl, 2 Briefe. 1840-1878

Gutzkow, Karl, bedeutender liberaler Schriftsteller, Dramatiker, Kritiker und Publizist, dem Jungen Deutschland nahestehend, Förderer Georg Büchners (1811-1878). 2 eigh. Briefe m. U. "K. Gutzkow". Zus. 21/2 S. Gr. 4to bzw. gr. 8vo. Hamburg 31.V.1840 bzw. Sachsenhausen bei Frankfurt 14.V.1878.
Der erste Brief an den Intendanten des Stuttgarter Hoftheaters, Karl Graf Leutrum von Ertingen (1782-1842) dem er das Bühnenmanuskript seines Schauspiels "Werner oder Herz und Welt" übersendet. "... Fräulein Stubenrauch wird Ew. Excellenz ein Schauspiel überreichen, welches hier in drei Wochen neun Vorstellungen bei überfülltem Hause erlebte. Bei dem ausgezeichneten Personal der Ihrer Leitung anvertrauten Bühne ist zu erwarten, daß sich mein Werner grade in Stuttgart der glänzendsten Darstellung würde zu erfreuen haben. Nur kann ich wohl darauf rechnen, von Ew. Excellenz diesmal ein beßres Honorar bewilligt zu erhalten, als ich für den 'Savage' empfing? Von München erhalt' ich für jedes meiner Stücke zehn Karolins. Die Besetzung überlass' ich gern der Einsicht Ew. Excellenz ..." [Hamburg 31.III.1840]. - Die Schaupielerin Amalie von Stubenrauch (1800-1876) war nicht nur die unumschränkte Beherrscherin des Stuttgarter Hoftheaters, sondern auch die Mätresse des Königs Wilhelm von Württemberg. - Der zweite Brief ist 38 Jahre später, in Gutzkows Todesjahr, mit stark veränderter Schrift an einen Drucker oder Verleger. dem er "die zur letzten Lieferung des ersten Bandes gehörende Vorrede. Die Vorrede würde mit kleinerer Schrift gedruckt. Die Anlage macht keone Mühe. Sie schließt sich unmittelbar dem Vorwort zur 5ten Auflage an. Ich bedinge aber die Correktur, die an mich früher geschickt werden muß ...". - Ferner ausführlich über ein angebliches Attentat auf den russischen Zaren. - Beiliegend zwei gedruckte Artikel über Gutzkow und drei gedruckte Bildnisse, darunter eine recht gute Lithographie. - Dabei: Bertha Gutzkow, des Schriftstellers Gemahlin (1829-1909). Eigh. Brief m. U. "Bertha Gutzkow". 3 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. Pension Chemenin sur Vevey Canton de Vaud Suisse 3.I.1866. - Biographisch wertvoller Brief nach dem schweren Depressions-Anfall mit Selbstmord-Versuch ihres Mannes. "... Wir haben hier mit unsern Kindern eine Pension bezogen, in der Hoffnung, die Schönheit der Umgebung und die Entferunung von den doch immer aufregenden Vorgängen des deutschen Lebens, an denen Gutzkow sonst so lebhaft theilnahm, werden dazu beitragen, seinem Geist wieder die alte Kraft zu geben und ganz die trüben, sein Gemüth verdüsternden Vorstellungen zu benehmen, die ihn vor länger als Jahresfrist in Verzweiflung jagten und ihn für seine Handlungen aller Zurechnungsfähigkeit beraubten ...". - Die Aussenseiten des Doppelblattes fleckig, vielleicht durch eine Druckerei verursacht.


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