Billinger, Richard, österr. Schriftsteller, erfolgreicher Dramatiker (1890-1965). Eigh. Briefgedicht m. U. "Richard". 1 S. Gr. 4to. (Linz ?) Dez. 1959.
Briefgedicht mit Grüßen und Wünschen am Rand. "Zum Neuen Jahre!" 8 Zeilen: "Die Schranken offen frei zur Fahrt! / Sei uns die Zeit von Gott geoffenbart! / Ich schreib' es Dir als Neujahrsgruß. / Mach mit dem alten Jahre Schluß / und was sich drin begeben! / Wir leben ... Wir leben ... / Übers Auf, übers Ab / wächst Rasen, wächsts Grab." Am Rand noch Weihnachtsgrüße und Hoffnung auf baldiges Wiedersehen. - Gering tintenfleckig.
Chesterfield, Philipp. D. Stanhope Earl of
Brief an Sir Thomas Robinson. Mit Beigabe Lady Stanhope. 1757
Los 2508
Nachverkaufspreis
150€ (US$ 172)
Chesterfield, Philip D. Stanhope, 4. Earl of, engl. Staatsmann und Schriftsteller, Freund von Pope, Swift und Voltaire (1694-1773). Eigh. Brief m. Namenszug "Lord Chesterfield" am Kopf. 1/4 S. Mit Adresse. 4to. O. O. "Monday Morning" (7.II.1757).
An den Diplomaten und Politiker Sir Thomas Robinson, den späteren Baron Grantham, wegen der Verschiebung einer Einladung. "Lord Chesterfield makes his compliments ... and desires that the appointment with Mr. Wilton may be put off till Thursday morning. He having been very much out of order these two days, and being not yet well enough to venture out today ...". - Eine untere Ecke abgeschnitten. - Dabei: Lady Anne Thistlethwayte Stanhope (1759-1798). Eigh. Brief m. U. "A. Chesterfield". 1 S. O. O. 1798. - Aus ihrem Todesjahr an eine königliche Hoheit, deren Loge im Drury Lane Theatre sie gern benutzen möchte. "... Should your Royal Highness not have disposed of your Box at Drury Lane on Thursday Evening, I shall think myself particularly obliged if you will allow me to make use of it ...".
Genlis, Félicité Comtesse de
4 interessante Briefe, teils über Theater. 1811
Los 2515
Nachverkaufspreis
150€ (US$ 172)
Genlis, Félicité Comtesse de, franz. Schriftstellerin von enormer Produktivität, katholisch geprägte Gegnerin Voltaires und der Madame de Stael (1746-1830). 4 Briefe m. U. "Ctesse de Genlis", davon 3 eigenhändig, 1 diktiert. Zus. 4 S. Jeweils Doppelblätter. 4to und 8vo. (Paris) 15.II. und 6.VIII.1811 bzw. o. J.
Interessante Briefe, vorwiegend in Theater-Angelegenheiten: I. In der dritten Person an die Schauspielerin Jeanne Devienne (eigentlich Thévenin, 1763-1841) mit der Bitte um Zusendung von 2 Exemplaren der Comédie-Ballet "La Princesse d'Elide" von Molière. "... Mme de Genlis ne s'excuse point de cette importunité, elle sait que l'amitié fait prendre à mademoiselle de vienne un vif intérêt à cette charmante pièce qui a le plus grand succès et qui le mérite si bien. Mme de Genlis est charmée de saisir cette occasion d'exprimer à Mademoiselle de vienne le plaisir qu'elle a eu si souvent à la voir, à l'admirer; elle n'a point vu de jeu plus rempli de grace et d'un naturel plus parfait, et elle doit à son beau talent le plus agréable souvenir ...". - Jeanne Devienne, die gefeierte Darstellerin von hübschen, gewitzten Kammerzofen etc., gehörte seit 1785 der Comédie Française an. - Gering fleckig. - II. Eigh. Brief m. U. "ctesse de genlis". 2 S. Doppelblatt mit Goldschnitt. 8vo. (Paris) "ce Samédi 13" o. J. - An einen Herrn, den sie eindringlich bittet, sich für ihren Bruder zu verwenden, dem anscheinend Bestrafung droht. "... cette grace dans les circonstances présentes, est bien intéressante pour la fortune de mon frère, d'ailleur il est fait pour y prétendre par sa naissance, et sa conduite depuis deux ans, dont Mr. de Ramsault rendra les témoignages les plus satisfoirant à tous les égards. on ne peut lui reprocher que quelques légères étourderies, avant ce tems, que sa grande jeunesse devoit rendre excusable ...". - III. Brief m. U. "D. Ctesse de Genlis". 1 S. Doppelblatt. 4to. (Paris) o. J. - Wohl an einen Redakteur, bei dem sie sich für einen von ihr protégierten jungen Künstler einsetzt. "... M. Gerono ... va donner au théâtre d'Elèves, situé à la Barrière Rochechouart, une petite pièce intitulée La petite Gouvernante, dont il a fait les paroles et la Musique. Je connois les paroles qui me paroissent fort agréable, Mr. [Jean-François] Lesueur en a entendu la Musique qu'il trouve charmante. Je prend à M. Gerono le plus vif intérêt et je serois bien reconnoissante, ... si vous aviez la bonté d'annoncer toute de suite, en trois lignes, cette petite production avec un mot bienveillant ...". - Entschuldigt sich in einem Nachsatz dafür, dass sie wegen Krankheit nicht eigenhändig schreiben könne. - Ein Streifen vom unteren Rand unregelmäßig abgerissen. - IV. Eigh. Brief m. U. "D. Genlis". 1/2 S. Doppelblatt mit Adresse. 4to. O. O. 6.VIII.1811. - An Jeanne Louise Henriette Campan (1752-1822), Erzieherin und Schriftstellerin, ehemals Kammerfrau der Königin Marie Antoinette, später berühmte Pädagogin, Vorsteherin der kaiserlichen Erziehungsanstalt in Ecouen. Bedankt sich für die Zusendung von Jeanne Campans neuestem Buch "Lettres de deux jeunes amies" (Paris 1811). "Recevez Madame tous mes remercimens de l'ouvrage aussi agréable qu'utile que vous avez bien voulu m'envoyer, je l'ai lu avec le plus grand plaisir. Mon suffrage n'a nulle importance, mais il est dumoins parfaitement sincère et je n'ai jamais eu à me reprocher la fausseté si commune de réserver les louanges pour l'auteur et les critiques pour les conversations ... vos lettres Madame sont charmantes, tout m'en plait et entr'autres toute ce que vous dites d'excellent et de parfait sur les correspondans particulières des jeunes personnes, et le détail plein d'intérêt de la visite de l'Empereur ...".
Halbe, Max
2 Briefe an die Wiener "Moderne Rundschau". 1890-1891
Los 2519
Nachverkaufspreis
100€ (US$ 115)
Halbe, Max, Schriftsteller, anfangs dem Naturalismus, später der Neuromantik nahestehend, verkehrte in München mit vielen Schriftstellern und Künstlern (1865-1944). 2 eigh. Briefe m. U. "Max Halbe". Zus. 5 S. 8vo und gr. 8vo. Berlin 30.X.1890 bzw. Friedenau bei Berlin 6.X.1891.
Wohl beide Briefe an die Redaktion der Wiener Zeitschrift "Moderne Rundschau", der er Beiträge verschiedener Art anbietet und später das Honorar für einen gedruckten Beitrag anmahnt. "... Anbei gestatte ich mir, Ihnen zwei lyrische Producte, das eine im Hymnenstil, das andre ein lyrisches Intermezzo, zu übersenden ... Zugleich möchte ich Sie anfragen, ob Ihnen vielleicht mal ein Berliner Theaterbrief von mir erwünscht wäre. Für letzteren könnte ich freilich auf Honorar nicht verzichten. Die Zeiten sind zu schlecht. Na, aber abgesehen davon, wenn Sie also in dieser Richtung noch nicht versehen sind, aber, gesetzt Sie seien es, auch mal einen Andern zu Worte kommen lassen wollen, so stände ich Ihnen gern zur Verfügung. Bei drei 'freien' und 14 unfreien Bühnen ist der Stoff schier unerschöpflich. Ich könnte Ihnen stattdessen vielleicht auch mit dramatischer Kritik oder dem Ähnlichen aufwarten ..." [1890] - Im Oktober 1891 muß Halbe die Zahlung des Honorars für seinen im August erschienenen Beitrag "Weltstadtstimmungen" anmahnen. "... Ich thue dies um so zuversichtlicher, als ich unmöglich voraussetzen kann, daß 'die einzige östreichische Revue großen Stils', wie sich die 'Moderne Rundschau' mit Recht bezeichnen kann, geneigt sein sollte, sich ihren Honorarverpflichtungen zu entziehen." Erinnert an den hohen Anspruch und die Seriosität des Auftretens der Zeitschrift und fährt fort: "... Zum Ueberfluß endlich erinnere ich mich, bei einem Sommerbesuche in Hamburg von Herrn Baron von Liliencron [d. i. Detlef von Liliencron] als bestimmt u. ihm selbst brieflich versichert vernommen zu haben, daß die 'Mod. Rundschau' einen Honorarsatz von 8 Mk. pro Seite in Anrechnung bringt. Ich darf wohl anehmen, daß dies der 'übliche Honorarsatz' ist ..." [1891]. - Offenbar befand sich die 1890 unter dem Titel "Moderne Dichtung" gegründete Halbmonatsschrift in finanziellen Schwierigkeiten, denn 1892 stellte sie ihr Erscheinen ein.
Roth, Eugen
Geschmücktes Gedicht an seine Frau + Beigabe. 1971
Los 2529
Nachverkaufspreis
180€ (US$ 207)
Roth, Eugen, Münchener Erzähler, Lyriker und Kunstsammler, berühmt für seine heiter-philosophisch pointierten "Ein Mensch"-Verse (1895-1976). Eigh. Gedichtmanuskript m. U. "Eugen". 1 S., geschrieben auf einem Original-Biedermeier-Blatt mit einem schönen Farbstich. Gr. 4to. (München) 15.XI.1971.
"Liebe Mammi! Ein Mensch schrieb' gern Dir ein Gedicht, / Jedoch, er weiss, Du magst das nicht. / Auch fünfundsechzig rote Rosen, / Die würden sicher Dich erbosen, / Von hundert vorgeschlagnen Gaben, / Da wolltest Du nicht eine haben ...". 12 Zeilen. Als namhafter Kunstsammler benutzt Roth hier ein reizvoll durch einen Farbstich geschmücktes Blatt aus der Zeit um 1820, das über einer blauen pflanzlichen Schmuckbordüre in einem Oval mehrfarbig Gartengeräte, Rosen und eine Sanduhr zeigt, umgeben von dem Text "Die Zeit entflieht. Doch meine Liebe nicht." - Beiliegend ein gut erhaltener Geldschein im Wert einer Rentenmark, von Eugen Roth eigenhändig beschriftet: "Erste Löhnung im zweiten Weltkrieg! Eugen Roth". - Zwei sehr ungewöhnliche und hübsche Dokumente aus dem Leben des Dichters.
Sade, Donation Alphonse Marquis de
Brief an einen Herrn über eine "Affaire". Wohl vor 1800
Los 2530
Nachverkaufspreis
2.500€ (US$ 2,874)
Sade, Donatien Alphonse Marquis de, Namensgeber des "Sadismus", franz. Schriftsteller und Philosoph, berüchtigt für seine gewaltpornographischen Romane und persönlichen Verhaltungsweisen, verbrachte große Teile seines Lebens in Gefängnissen und Irrenanstalten (1740-1814). Eigh. Brief m. U. "Sade". 1 S. auf bläulichem Papier. 4to. O. O. (wohl vor 1800).
An einen Herrn, dem er zwei Papiere sendet und hierzu, in einiger Erregung, wie es scheint, die Umstände einer "Affaire" erörtert.
Stammbuch
des Carl Felix Colberg aus Berlin 1812-1814 + Beigabe
Los 2537
Nachverkaufspreis
170€ (US$ 195)
Stammbuch des Carl Felix Colberg aus Magdeburg oder Berlin, wo die Mehrzahl der Verwandten wohnte. Ca. 73 Bl., davon 41 S. beschrieben oder illustriert. Mit 7 aquarellierten Federzeichnungen und 3 kolorierten Kupferstichen. Quer-8vo. Brauner Lederband d. Z. (berieben, das Kapital etwas defekt) mit goldgepr. Bordüren auf beiden Deckeln, Rückenvergoldung mit Rückenschild "Der Freundschaft geweiht" sowie Stehkantenvergoldung und Goldschnitt. 1812-1814.
Reizvoll illustriertes Stammbuch, das zwar nur drei (politisch bewegte) Jahre umfasst, den Inhaber jedoch auf einige Reisen begleitet. Die Beiträge stammen von Eltern, Geschwistern und anderen Verwandten vornehmlich in Berlin, ab 1812 aber bereits Magdeburg, wo der Vater und Freunde wohnen, dann Strehlen, Leipzig (?), Hamburg und 1814 nur noch Neuwied. Die hübschen Illustrationen zeigen ein Bauernhaus, idyllische Schäfer-Szenen, Tempel und Denkmäler der Freundschaft, Blumengebinde sowie 1 Blatt mit farbigen Symbolen einer Leipziger Burschenschaft. - Dabei: Stammbuch der Ida Hiege aus Stendal. 34 Bl., davon 17 S. beschrieben oder illustriert. Mit 4 kolorierten Kupfertafeln und 1 mit Goldschrift bedruckten Titelblatt. Quer-8vo. Ziegelroter Halblederband d. Z. mit goldgeprägten Bordüren und Vignetten auf beiden Deckeln sowie Rückenvergoldung und Aufdruck "Denkmal der Freundschaft". Goldschnitt. 1837-1842. - Die Eintragungen von Verwandten und Freundinnen. Nur der früheste Beitrag in Stendal, die weiteren in Potsdam und Angermünde. Die reizvollen kolorierten Kupfer zeigen Liebes- und Harmonie-Szenen, sind nummeriert und scheinen aus der Berliner Werkstatt von C. Schauer zu stammen.
Stammbuch der Anna Mayer in Heidelberg. 63 Bl., davon 32 S. beschrieben oder illustriert. Mit 5 Farblithographien, 1 Stahlstich, 4 Photographien (teils nach Gemälden), 2 ornamentalen Schriftdrucken und 2 getrockneten Blüten. Quer-4to (17 x 23 cm). Lederband d. Z. (unteres Kapital etwas defekt) mit Gold- und Blindprägung auf beiden Deckeln sowie dem vergoldeten Aufdruck "Album" und Goldschnitt. 1859-1860.
Fast alle Beiträge (meist Gedichte) von Verwandten, Freundinnen und Freunden in Heidelberg. Die Abbildungen, darunter zwei schöne Farblithographien mit Ansichten nicht bezeichneter Gebäude (in oder bei Heidelberg?), waren früher oftmals ins Blatt gesteckt, sind jetzt aber z. T. gelöst. - Gleichfalls lose beiliegend 8 Briefe eines Oheims der Anna Mayer aus dem Zeitraum 1878-1882, geschrieben in Ingolstadt, Landshut und Gößweinstein.
Tucholsky, Mary
36 Briefe und Karten an Claus und Katharina Clauberg. 1960-1982
Los 2543
Nachverkaufspreis
1.000€ (US$ 1,149)
Tucholsky, Mary (geb. Gerold), Kurt Tucholskys zweite Ehefrau und Nachlaß-Verwalterin, Gründerin des Kurt Tucholsky-Archivs in Rottach-Egern, Herausgeberin zahlreicher Einzelwerke, Briefe und Tagebücher Tucholskys sowie der 10bändigen Ausgabe Gesammelter Werke (1898-1987). Sammlung von 36 Briefen und Brief-Karten m. U. "Mary Tucholsky" sowie 29 Briefumschlägen und mehreren Beilagen. Rottach-Egern 1960-1982.
Reichhaltige Sammlung von masch. Briefen und Brief-Karten (davon 4 handschriftlich) an den Komponisten Claus Clauberg (1890-1963) und seine Witwe, die Sängerin Katharina Witt. Clauberg hatte eine Reihe von Texten Kurt Tucholskys bereits zu dessen Lebzeiten vertont und war trotz sozialistischer Gesinnung nach 1933 in Deutschland sowie nach 1945 mit seiner Ehefrau in der DDR verblieben. Die Briefe (und 5 Durchschriften von Gegenbriefen der Adressatin) handeln von den Tucholsky-Kompositionen Claubergs und von Veranstaltungen mit Texten Tucholskys in der DDR sowie ausführlich von den unermüdlichen Bemühungen Katharina Witt-Claubergs, das Andenken an ihren Mann zu beleben, seine Kompositionen im Rundfunk und auf Veranstaltungen unterzubringen sowie Tantiemen und andere Erlöse zu erwirken. Mary Tucholsky hilft ihr nach Möglichkeit und läßt ihr auch kleine DM-Spenden zukommen. Ihre Äußerungen über das Tucholsky-Archiv geben auch Aufschlüsse über die Entwicklung des Archivs im Verlauf der 22 Jahre.
Viebig, Clara
Eigh. Postkarte und handschr. Visitenkarte. 1919-1925
Los 2546
Nachverkaufspreis
180€ (US$ 207)
Viebig, Clara, Schriftstellerin, bedeutende Erzählerin (1860-1952). Eigh. Postkarte und eigh. Visitenkarte m. U. "Clara Viebig". Zus. 3 S. Berlin-Zehlendorf 11.VII. 1925 bzw. 1.I.1919.
An den Schauspieler, Regisseur, Intendant und Schriftsteller Curt Elwenspoek in Stuttgart, der sie nach einer Handschrift des berühmten "Schinderhannes" gefragt hatte, weil sie dessen Prozess-Akten eingesehen hatte. "... Ich kann Ihnen leider nicht bestimmt sagen, ob ich die erwähnte Handschrift - das Original - in den Akten zum Schinderh.-Prozeß gesehen habe, oder ob ich mir das Scherz halber erlaubt habe. Ich weiß es nicht mehr; feststellen kann ich das erst, wenn ich im Herbst wieder in jene Gegend komme. Jedenfalls steht in der Reiterles-Kapelle, die berüchtigt war durch die Ueberfälle, keine Inschrift von des Räubers Hand mehr, und ich habe auch dort keine mehr gesehen. Die Kapelle ist innen restauriert ...". - Von Elwenspoek erschien in demselben Jahr das Buch "Schinderhannes. Der rheinische Rebell. Erste kritische Darstellung nach Akten, Dokumenten und Überlieferungen". - Die Visitenkarte ist sozusagen als Albumblatt gedacht: "Wer eine Hoffnung hat ist reich - hoffen ist an sich schon ein Glück! Clara Viebig."
Bötticher, Adolf, Kunsthistoriker und Denkmalpfleger (1842-1901), technischer Leiter der deutschen Ausgrabungen in Olympia, später Provinzialkonservator für Ost- und Westpreußen. Eigh. Brief m. U. 2 S. auf Doppelblatt. 8vo. Berlin 7.VII.1883.
An die Wiener Schriftstellerin und Salonnière Rosa von Gerold (1829-1907) gerichtet. Bötticher äußert seine Freude über deren Reiseerfahrungen in Griechenland ("... daß auch Ihnen ein freilich nur kurzer Aufenthalt in Athen und Corfu vollen Genuß bereitet hat") und berichtet von seiner angeschlagenen Gesundheit, da er sich "nur langsam von meinem Schlaganfalle erhole, der mich im verflossenen Dezember ereilt hat" und ihn derzeit "nur Krakelfüße machen" lasse. Er hoffe, bald wieder "von Athen und speziell von seiner Burg erzählen" zu können, und erwähnt die geplante Überarbeitung seines 1883 bei Julius Springer in Berlin erschienenen Werkes Olympia. Das Fest und seine Stätte. Nach den Berichten der Alten und den Ergebnissen der Deutschen Ausgrabungen, das "bald einer neuen Auflage bedürfen wird" und "überarbeitet und etwas besser ausgestattet" erscheinen solle. – Mit zwei Faltspuren, zweite Vacat-Seite an der Falz mit kl. Einriss.
Botaniker
Konvolut von 22 Briefen und 5 Briefkarten.Ca 1832-1905
Los 2558
Nachverkaufspreis
600€ (US$ 690)
Botaniker. - Sammlung von 22 eigenhändigen Briefen und 5 Briefkarten. Ca. 1832-1905.
Briefe und Postkarten von Botanikern und Naturforschern aus Deutschland, der Schweiz, Belgien und Australien, meist von regem wissenschaftlichem und fachbezogenem Inhalt.
Vorhanden: I. Paul Ernst Emil Sintenis, Botaniker und Reiseschriftsteller (1847-1907). 4 eigenh. Briefe. Kupferberg und Çukurova (Südtürkei) 2. II.1874 bis 4. X. 1902. - II. Hans Schinz, Schweizer Forschungsreisender und Botaniker (1858-1941). 1 eigenh. Brief und 1 Karte. Zürich 1892-1889. - III. Max Koch, Botaniker, deutsch-australischer Kaufmann, Seemann, Farmer und Pflanzensammler (1854-1925). 4 Briefe. Lyndhurst 1899-1900. - IV. Alexandre Louis Simon Lejeune, belgischer Arzt und Botaniker (1779-1858). 3 Briefe. 1832-1835. - V. Emilio Levier, Schweizer Botaniker und Mediziner (1838-1911). 5 Briefe und 1 Karte. Florenz 28. XII. 1870 - 31. VII. 1903. - VI. Franz Buchenau, Botaniker und Lehrer (1831-1906). 5 Briefe und 3 Karten. Bremen 1885-1905. - Unterschiedlich erhalten; teils mit altersbedingten Gebrauchsspuren, vereinzelt Knickspuren.
Gagern, Hans Christoph von
Brief an den Verleger Wilmans. 1808
Los 2564
Nachverkaufspreis
80€ (US$ 92)
Gagern, Hans Christoph Freiherr von, Staatsmann und Historiker, oberster Gerichtspräsident und leitender Minister des Fürstentums Nassau, Vater des Politikers Heinrich von Gagern, ab 1813 in preußischen Diensten unter dem Freiherrn vom Stein, dessen Briefe er auch herausgab (1766-1852). Eigh. Brief m. U. "v Gagern". 11/2 S. 4to. Wiesbaden 10.II.1808.
An den Verleger Wilmans in Frankfurt a. M., dem er das Manuskript zu seinem Buch "Die Resultate der Sittengeschichte. Bd I: Die Fürsten" übersendet und Bedingungen nennt, da das Buch nicht ohne politische Brisanz ist. "... Es wird wohl leserlich seyn. Ob auch lesbar, das ist eine andere Frage. Ich habe so viel Vertrauen auf Ihre Redlichkeit und Rechtlichkeit als auf Ihren Kunstfleiß. Daher genehmige ich ohne Discussion alles was Sie schreiben. Bestimmen Sie den Vorschuß den ich leisten soll ... Sie wählen also gute Setzer und Correctoren. - 1. Es hängt von Ihnen ab auf das Titelblatt den Nahmen des Druckortes und Verlages zu setzen. - 2. Meine Initial-Buchstaben sind so deutlich, daß sich niemand irren wird und das Incognito ist auch nicht mein Zweck. ... 5. Sonst habe ich alles, Dedication, Inhalt etc. so schreiben lassen, wie ich auch wünsche, daß es in der Naehe gedruckt werde ...". - Auf Gagerns "Resultate der Sittengeschichte", die in 9 Teilen bis 1847 erschienen, folgte ab 1813 eine vierbändige "Nationalgeschichte der Deutschen", während Gagern sich zugleich weiterhin bis an sein Lebensende intensiv politisch betätigte.
Palibin, Iwan Wladimirowitsch
4 Briefe an einen Fachkollegen. St. Petersburg 1909-1912
Los 2570
Nachverkaufspreis
180€ (US$ 207)
Palibin, Iwan Wladimirowitsch, russischer Botaniker und Paläobotaniker, Professor, Direktor mehrerer Botanischer Gärten (u. a. Batumi, Leningrad), Mitglied der Akademie der Wissenschaften der UdSSR (1872-1949). 4 eigh. Briefe m. U. In deutscher Sprache. Zus. 9 S. 8vo bis Folio. St. Petersburg 28.III.1909 - 6.XI.1912.
Wissenschaftliche Korrespondenz über Flechtensammlungen aus Nordrussland, der Küste des Stillen Ozeans, der nördlichen Mongolei und Transbaikalien. Palibin übersendet mehrfach Sammlungen ("eine kleine Sammlung von Flechten aus nordrussischem Gebiet, etwas nach Süden von der Mündung des Flusses Amur") und bittet um deren Bearbeitung, Bestimmung und gemeinsame Publikation in deutscher Sprache. Er behandelt sowohl "Phanerogamen" als auch "Cryptogamen" und erwähnt den russischen Reisenden, Offizier W. K. Arsenjew, dessen Material er gemeinsam mit dem finnischen Botaniker Viktor F. Brotherus (1849-1929) und dem Adressaten auswerten un publizieren möchte. Außerdem weist er auf einen weiteren Gelehrten hin, der die Bearbeitung der Meeresalgen der Ozeanküste übernehmen müsste, und fragt: "Kennen Sie nicht vielleicht, Herr Doctor, einen Gelehrten für diese Arbeit?" Die Publikation schlägt er in den "Annalen" des Adressaten oder in einer Ausgabe der "Kaiserl. Akad. der Wissenschaften zu St. Petersburg" vor. In weiteren Schreiben erkundigt er sich nach dem Erhalt der Sendungen, berichtet von neuen Sammlungen aus dem östlichen Transbaikalien, beschreibt Standorte und klimatische Bedingungen ("die Gegend ist sehr interessant in floristischer Hinsicht, da sie noch bis jetzt sehr wenig bekannt ist") und schildert ein Missverständnis im Botanischen Museum, bei dem ein Kasten seiner Flechten versehentlich fehlgeleitet wurde.
Tausch, Ignaz Friedrich
Nomenklatur von Zierpflanzen. Ca 1820
Los 2574
Nachverkaufspreis
90€ (US$ 103)
Tausch, Ignaz Friedrich, böhmischer Botaniker (1793-1848). Eigenh. Nomenklatur. 2 S. (Bleistift und Tinte). Qu.-Folio. O. O. u. J. (wohl Prag, erste Hälfte 19. Jahrhundert).
Tabellarisch angelegtes botanisch-gärtnerisches Arbeitsdokument - ein Fragment eines umfangreicheren Registers. Wohl entstanden im Zusammenhang mit der Tätigkeit Tauschs, der von 1815-1826 als Professor am Botanischen Garten des Grafen Emmanuel von Canal (1745-1826) in Prag wirkte und dort die Pflanzenbestände erfasste und katalogisierte (Grundlage seines Hauptwerks Hortus Canalius).
Verzeichnet sind in fortlaufender Nummerierung verschiedene Zierpflanzensorten, u. a. "Aurantiaca magnif., Aurea miniata, Aurelia, Battle rival, Beatrix, Beauty in the Bush, Beauty of Battersea, Beauty of England, Beauty of Lulington, Bella Mathilde, Bellona" und weitere. Die Einträge sind spaltenweise gegliedert und erfassen u. a. morphologische Merkmale, darunter Pflanzenhöhe (Altudo), Beschaffenheit des Stängels (Caulis), Blattmerkmale (Folia), Blütendurchmesser (Diamet.) sowie Farbe (Color) und weiteres. - Papierbedingt gebräunt, einmal gefaltet.
Billstein, Conradt
Brief aus Schwedens Krieg gegen Kurbrandenburg. 1676
Los 2582
Nachverkaufspreis
200€ (US$ 230)
Billstein, Conradt, wohl Offizier in schwedischen Diensten. Eigh. Brief m. U. "Conradt Billstein". In deutscher Sprache. 1 S. Verso mit Adresse und Siegel. 4to. Nyhusen 20.X.1676.
An den Baron Jean Creutz, Senator, Reichsrat und Botschafter des Königs von Schweden, über den Abzug russischer Truppen. "... habe hiemit unterthänigst berichten sollen, wie daß die Muskowiter, nachdem sie heute ... ihr schwartzes Thuech und die fenstern durch einen Obristen welcher 60 pferde bey sich gehabt, in größester eile weggenommen, nun gantz unsere gräntzen quittiret, es ist aber Pronzeschoff mit dem Meisner der letzte gewesen, ihr aufbruch wahr gantz frühe und stille, Sie hätten anfangs nur 1 Compagnie Reuter nach sich gelaßen aber, ich halte davor, als sie vernommen daß unsere Reuter eben umb die Zeit ankahmen, ließen sich in der geschwindigkeit 3 Comp: sehen, welche sich auf dem felde stelleten, ihre hütten stecketen sie in den brand, ich fürchte daß das Dorf auch wird noth gelitten haben, indehm sie das thuech abnahmen, ist nichts sonderliches vorgefallen, nur der mit commandirte Officier hat zu unsere Leute gesaget, es wehre numehro kalt, sie könnten darumb, und aus mangell an Fourage nicht länger stehen, Sie wolten also ihren, und wir möchten unsern Weg gehen ...". - Um diese Zeit befand sich Brandenburg unter dem Großen Kurfürsten mit Schweden im Kriegszustand, und nach der Schlacht bei Fehrbellin (1675) rückten die brandenburgischen Truppen unaufhaltsam in Pommern vor. - Kleine Randläsuren außerhalb der Schrift.
Friedrich, Landgraf von Hessen-Darmstadt
Bericht über sein Ableben und Begräbnis. 1682
Los 2584
Nachverkaufspreis
200€ (US$ 230)
Breslau. - Friedrich, Landgraf von Hessen-Darmstadt, Kardinal und Fürstbischof von Breslau (1616-1682). Zeitgenöss. Bericht über sein Ableben und Begräbnis. Manuskript. 31/2 S. auf 3 Bl. Folio. Breslau, Februar 1682.
"Extract Schreibens aus Breßl. den 5. Febr. 1682." An einen Grafen Nostitz adressierter Bericht über den Tod und das Begräbnis des Fürstbischofs von Breslau. "... Der Todt des Herrn Cardinals ist bekandt. Er soll allzeit bei gutem Verstande gwesen sein, tages vor seinem tode hatt er zu Mittage communiciret, bald darauf die lezte Öhlung empfangen, und zugleich allen Weltlichen valediciret, da dann niemand alß sein beichtvater, & ... der Barbier, so ihm stets müssen in Halß spritzen, bei ihm verblieben. Und obwohl 2 Canonici zu ihm gewollt, sind sie doch abgewiesen worden ...". Weiter über alle folgenden Einzelheiten und auch das Ergebnis der Obduktion des Leichnams. Daran schließt sich auf 21/2 Seiten die genaue Beschreibung aller 21 Abteilungen des Leichenzuges mit ihren Attributen. Der Schlußsatz lautet: "Entlich folgete der gemeine Mann, und Dorffschafften, wenig von FrauenZimmer." - Gleichmäßig gebräunt.
Heinrich, Prinz von Preußen
Brief an den Kommerzienrat Sartorius in Königsberg. 1776
Los 2594
Nachverkaufspreis
500€ (US$ 575)
Heinrich, Prinz von Preußen, Bruder Friedrichs des Großen, erfolgreicher Feldherr, residierte meist in Rheinsberg (1726-1802). Brief m. U. "Heinrich". 1/2 S. 4to. Zarskoje Selo (Russland) 3./14.V.1776.
In der dritten Person an den Kommerzienrat Sartorius in Königsberg, dem er mitteilen läßt, "wie es Höchstdenenselben angenehm seyn würde wenn derselbe anbey gehende und Höchstgedacht Sr. König: Hoheit zu gehörige zwei Kisten mit Thé und Rabarbre in Empfang nehmen und sogleich an die Printz. Heinrichsche Domainen Cammer zu Berlin, welche in der Anlage ordre erhält, die Speesen zu zahlen, abgehen laßen wolte ...". - Geschrieben bei Prinz Heinrichs zweitem Besuch bei der Zarin Katharina (der Großen). - In der unteren Hälfte leicht fleckig.
Has, Johannes
Brief 1430 über den Hussiten-Einfall
Los 2595
Nachverkaufspreis
1.000€ (US$ 1,149)
1430 - der Hussiten-Einfall in Franken
Hussiten-Kriege. - Johann Has, Geistlicher in Franken. Eigh. (?) Brief an einen Amtskollegen. In deutscher Sprache mit lateinischen Passagen. 1 S. Mit rückseitiger Adresse. 4to. O. O. 1430.
Ausführlicher Bericht an seinen Amtsbruder Engelhard Guspach, Pfarrer an der Marienkirche in Theuerstadt bei Bamberg, dem er die Verwüstungen und Plündereien der aus Sachsen in Franken eingefallenen Hussiten schildert. Nachdem sie das sächsische Plauen erobert hatten, drangen Orebiten und Taboriten in Franken ein, besetzten Bayreuth und Kulmbach und andere Orte, drangsalierten die Bewohner, brandschatzten und plünderten fünf Tage lang, bis sie sich vereint nach Bamberg wandten, das sie aber nach Zahlung eines Lösegeldes ("Brandschatzung") verschonten. Has berichtet über Fluchtversuche, den Raub von Getreide und Wein bei sich und anderen Bürgern. Schreibtische, Truhen und Hausrat bis hin zur Bratpfanne wurden zerschlagen. "... staffelstein ist halp verbrant, lichtenfelß hat sich erwert, cronach hat sich erwert, Schefflicz potenstein weischenfelt kupferperg höff kulmnach peyerreut, alz aufgebrant, zu ebermanstat zu pretfelt haben sy geprant ...". - Ein Faltenriss; als sonst gut erhaltener Privatbrief aus dem Spätmittelalter von großer Seltenheit.
Maria Theresia, Kaiserin von Österreich
Pergament-Urkunde mit gezeichneter Ornamentik. 1743
Los 2599
Nachverkaufspreis
350€ (US$ 402)
Maria Theresia, Kaiserin von Österreich (1717-1780). Urkunde m. U. "Maria Theresia" unter der Plica. Prächtige Kalligraphie auf Pergament, mit sehr reicher, teils figürlicher Ornamentik in Orig.-Federzeichnung auf allen vier Rändern. 1 S. Quer-imperial-folio (55 x 72 cm). Gefaltet. Wien 12.II.1743.
Verleihung des Tuchlauben-Rechtes an Leopold Benedl und seine Erben. Mit Angabe der Bedingungen. Die Kopfzeile sowie die 7-12 cm breiten Ränder mit reicher Ornamentik in Orig.-Federzeichnung gefüllt. - Teilweise angestaubt;die Schrift an einzelnen Stellen beschabt oder verblasst; die Signatur der Kaiserin wohl durch Feuchtigkeit stark ausgeblichen; 3 Löcher in der Plica von der ehem. Befestigung des - fehlenden - Siegels. - Trotz der Erhaltungsmängel eine beeindruckend prächtige Pergament-Urkunde aus der Frühzeit der Regierung Maria Theresias.
Soubise, Charles de Rohan, Prinz von
2 Briefe an eine Hoheit in Darmstadt. 1758
Los 2602
Nachverkaufspreis
120€ (US$ 138)
Soubise, Charles de Rohan, Prinz von, franz. Feldmarschall unter Ludwig XV., bei Roßbach besiegt, später dennoch zum Marschall von Frankreich erhoben (1715-1787). 2 Briefe m. U. "Charles de Rohan Pr. de Soubise". Zus. 3 S. Folio und 4to. Kassel 16.I. und Westhofen 7.XI.1758.
Im Siebenjährigen Krieg an eine Hoheit in Darmstadt, der er von seinem Treffen mit dem Erbmarschall der Landgrafschaft Hessen, Baron Friedrich Georg Riedesel zu Eisenbach (1703-1775) in Kassel berichten sollte. "... je l'ay trouvé à mon arrivée icy du nombre des personnes principalles qu'il a été jugé nécessaire d'y retenir, et j'ay cherché Les moyens de pouvoir me prêter aux désirs de Votre Altesse, les circonstances malheureusement sont devenus moins favorables que jamais et dans celle ou nous nous trouvons, il n'est pas encore possible de pouvoir le degager de la parole qu'il a donnée de ne pas s'écarter de Cassel ...". - Im März mußten die Franzosen das bis dahin besetzte Kassel räumen, und sie nahmen Riedesel wegen angeblich zu wenig gezahlter Kontributionen als Geisel mit nach Straßburg. - Der zweiten Brief, an dieselbe Hoheit in Darmstadt gerichtet, ist ein Dankschreiben. "... Je suis pénétré de la bonté avec laquelle votre altesse veut bien prendre part à ma satisfaction sur le garde dont le Roy vient de m'honnorer ...". - Dabei: Helene, Herzogin von Orléans, geb. Prinzessin zu Mecklenburg-Schwerin, Ehrenbürgerin von Eisenach (1814-1858). Eigh. Brief m. U. "Helene". In deutscher Sprache. 3 S. Mit schwarz gesiegeltem Umschlag. Gr. 8vo. Tuileries 5.I.1842. - Eigenhändig an den Mediziner Karl Wilhelm Stark, Geheimer Hofrat und Professor an der Universität Jena (1787-1845). Herzlicher und ausführlicher Kondolenzbrief zum Tode eines nahen Verwandten. Erwähnt auch seine große Teilnahme bei einem früheren Todesfall in ihrer Familie. - Helene war verheiratet mit Ferdinand Philippe von Orléans, Herzog von Chartres, dem ältesten Sohn des Königs Louis Philippe. Er starb im Jahr des vorliegenden Briefes, und Helenes Bemühungen, ihren Sohn als Anwärter für den Thron von Frankreich zu etablieren, scheiterten 1848 endgültig, so daß sie nach Deutschland floh und sich in Eisenach niederließ. Wegen ihrer vielfältigen karitativen Tätigkeit in Eisenach erhielt sie 1851 dort die Ehrenbürgerschaft.
Crane, Walter, englischer Maler und Illustrator, als Mitglied des "Arts and Crafts Movement" Mitbegründer des Jugendstils (1845-1915). Eigh. Brief m. U. "Walter Crane". 1 S. 8vo. Shepherd's Bush 24.I.1888.
An einen Herrn, den er nicht angetroffen habe. Schlägt eine neue Verabredung vor.
Kerkovius, Ida
2 eigh. Briefe u. 1 Postkarte an Wilfried Range. 1962-1963
Los 2609
Nachverkaufspreis
140€ (US$ 161)
Kerkovius, Ida, deutschbaltische, aus Riga stammende Malerin und Teppichweberin, Adolf-Hölzel- und Bauhaus-Schülerin (1879-1970). 2 eigh. Briefe und 1 eigh. Postkarte m. U. "Ida Kerkovius". Zus. 31/2 S. Verschied. Formate. Stuttgart-Degerloch 1.XI.1962 - 5.X.1963.
An den Maler Wilfried Range, der ihr Dias von eigenen Werken zur Beurteilung schickte. "... ich habe sehr wenig Zeit. Trotzdem habe ich Ihre Dias alle angeschaut. Ich stelle fest, dass Sie einen ausgesprochenen Sinn u. Begabung für die Farbe haben u. rate Ihnen in dem Sinne weiter zu malen. Die Bilder mit Figuren gefallen mir weniger. No 12 u. 14 sind besser, so sollten Sie weiter arbeiten. Aber das Bild Petruschka u. die Sünderin, ein figürliches Bild, hat natürlich auch seine Berechtigung [1.XI.1962] ... Ja meine Ausstellung hätten Sie sehen sollen, sie hätte Sie sicher interessiert. Es ist wirklich sehr schwer nach einem Farbdias [sic] ein erschöpfendes Urteil abzugeben, daher halten Sie sich nicht strikt danach, was ich sage. Ich kann auch unmöglich über jedes einzelne Dias was sagen, sie gefallen mir nach wie vor in der Farbe, glaube aber, dass die Figuren besser gezeichnet werden könnten. Sie sollten vielleicht einen Akt-Kurs unter guter Leitung mitmachen [17.XII.1962] ... Wollen Sie sich nicht inzwischen meine Ausstellung in Göppingen ansehen im Stadthaus ..." [5.X.1963].
Bruch, Max
Musikmanuskript mit Beilage. Ca 1881
Los 2621
Nachverkaufspreis
1.000€ (US$ 1,149)
Bruch, Max, Komponist und Dirigent (1838-1920). Eigh. Musikmanuskript. 4 S., zwölfzeilig beschrieben. Doppelblatt. Folio. O. O. (ca. 1881).
"Lied aus Marino Faliero", dem 1876 erschienenen Trauerspiel von Heinrich Kruse. Mit Blaustift bezeichnet "No 4 - in B". Aus "Lieder und Gesänge", op. 49. Skizze des 1881/82 entstandenen Liedes. Zwei Anfangstakte für die Einleitung des Klaviers sind freigelassen. Es folgt die vollständige Ausführung der Gesangsstimme mit dem unterlegten Text: "Wenn dich die Sorgen des Lebens bedrücken, / so steig' in die Gondel, das Liebste im Arm, / achte nicht auf die Paläste und Brücken, / acht' auf die Schöne und halte sie warm ...". Ab Takt 15 ist die Klavierbegleitung notiert. Auf Seite 3 bezeichnet "Cres[cendo]" und "Allargando", auf Seite 4 "Allegretto. / scherzando". - Beiliegend eine Echtheitsbestätigung von Hand seines Sohnes Max Felix Bruch (Berlin-Friedenau 17.III.1925).
Clauberg, Claus
Sammlung von Musikmanuskripten + Beilagen. 1955-1984
Los 2624
Nachverkaufspreis
1.000€ (US$ 1,149)
Clauberg, Claus, Pianist, Komponist und Musikpädagoge, vor und nach der NS-Zeit politisch linksgerichteter, viel gefragter Chanson- und Couplet-Komponist für diverse Kabarett-Bühnen (1890-1963). Teil seines schriftlichen Nachlasses. Mehr als 200 S. Musikmanuskripte sowie mehr als 100 Schriftstücke Briefwechsel, biographische Typoskripte und andere Dokumente zu Leben und Werk des Künstlers. Ca. 1928-1984. und Sammelband mit eigh. Manuskripten der Vertonung von 51 Chanson- und Couplet-Texten.
Umfangreiches Material zu Leben und Wirken des Komponisten. Im Einzelnen vorhanden: Sammelband mit säuberlicher Reinschrift (selten mit Bleistift verbessert) von 51 Couplet- Kompositionen Claubergs aus dem Zeitraum ab 1921. Mit eigh. Namenszug "Claus Clauberg" auf dem ersten Blatt. 200 Seiten Noten mit Text. (Tinte und Bleistift). Gr. 4to. Halbleinenband d. Z. (Ecken und Kanten bestoßen oder zerschlissen). (Wohl Schwerin, ca. 1960). - Vertont sind Texte von Adelbert von Chamisso, Theodor Fontane, Adolf Glaßbrenner, Arno Holz, Klabund, Alfred Lichtenstein, Walter Mehring, Eduard Mörike, Erich Mühsam, Börries von Münchhausen, Alfred de Musset, Fritz von Ostini, Fritz Reuter, Karl Stieler, Kurt Tucholsky und anderen; gelegentlich mit Angabe von Zeit, Ort oder Interpret der ersten Aufführung. Wohl als "Bilanz" der Kompositionen Claubergs auf diesem Gebiet zusammengestellt während seiner vielfältig aktiven Zeit in der DDR. - Einige Bl. mit Alternativ-Versionen (z. B. zu Tucholskys "Mutterns Hände") lose beiliegend. Mit handschriftl. Inhaltsverzeichnis. - Vorderes Innengelenk teilweise geplatzt; Heftung gelockert; 2 Bl. mit Tesafilm befestigt. - Wertvolle Sammlung von Werken aus dem vielleicht wichtigsten Teil von Claubergs kompositorischer Tätigkeit in den 1920er und 1930er Jahren. - 2 eigh. Musikmanuskripte Claubergs zu Texten Kurt Tucholskys; mit dem Namenszug "Claus Clauberg" auf den Titelseiten. 4 bzw. 7 S. Doppelblatt bzw. geleimte Heftung; ohne Umschlag. Folio. O. O. (wohl um 1955). - Die Manuskripte zu den Tucholsky-Texten sind: "Mutterns Hände. Worte: Kurt Tucholsky. Musik: Claus Clauberg." (4 S.). - "Der andere Mann (Theobald Tiger). Musik: Claus Clauberg." (7 S.) - Das erste dieser beiden Manuskripte etwas gebräunt und mit Randläsuren. - 43 meist eigenhändige (2 masch.), sehr umfangreiche Briefe Claus Claubergs an seine Ehefrau, die Sängerin Katharina Will (Zeitraum 1928-1943, 1 Nachtrag 1950). - 2 Bl. masch., signierter Lebenslauf Claubergs (29.10.1946). - 10 Bl. masch. Biographien Claubergs von verschiedenen Autoren. - Schriftwechsel Gerhard Rosenfeld (Internat. Musikbibliothek) mit Claus Clauberg. - 8 masch. Briefe und 1 hs. Postkarte von Hans Heuer-Morgan. - Schriftwechsel Katharina Clauberg-Will mit Prof. Werner Neumann (Leipzig). - 2 interessante eigenhändige Briefe des Komponisten Norbert Schultze, Komponist der „Lili Marleen“, überaus erfolgreicher Schlager- und Operettenkomponist (1911-2002), an Katharina Clauberg. 2 eigh. Briefe m. U. "Norbert Schultze". Zus. 3 S. 8vo und folio. Berlin 17.XII.1979 und 14.I.1984. - An die Konzertsängerin Katharina Clauberg-Will, die aus der DDR nach West-Berlin übergesiedelt und unter Hinweis auf ihre Armut mit größtem Eifer bemüht war, Tantiemen für die Chansons ihres verstorbenen Mannes Claus Clauberg zu erkämpfen. Norbert Schultze zeigt sich genervt: "... Wie soll man Ihnen helfen? Sie gehen Ihren Mitmenschen auf den Wecker und merken es wahrscheinlich garnicht. Wer soll denn die Geduld haben, Ihre Briefe und Dokumente noch zu lesen? Ich habe mich gefreut, zu hören, daß Sie eine Kur in Bad Oeynhausen haben machen können. Ich darf annehmen, daß die AOK dieselbe bezahlt hat. Und Sie haben eine hübsche Wohnung in Wilmersdorf gefunden, Sie können sich eigenes Briefpapier drucken lassen. Ich hoffe daher, es geht Ihnen gut [1979] ... es ist bewundernswert, mit welcher Energie und Ausdauer Sie im hohen Alter noch um Ihr Recht kämpfen." Er könne ihr nicht helfen, auch nicht mit einer Bewertung der Chanson-Manuskripte. "... Ein Chanson von Kurt Weill mag mit DM 1000.- oder mehr zu bewerten sein, der nicht nachweisbare Tantième-Verlust könnte dabei noch 10 mal größer sein. Ein Chanson von Clauberg dagegen könnte mit Null angesetzt werden, wenn man vom realisierbaren Wert und von heutzutage ausgeht, man könnte aber ebensogut von einem Liebhaberwert von DM 3.- oder DM 10.- pro Stück ausgehen, aber eigentlich nur, wenn man einen Liebhaber nachweisen kann. Ist doch alles graue Theorie! ... Je älter man wird, desto mehr Erfahrung sammelt man darüber, daß diese Welt höchst unvollkommen ist. Aber auch, daß sie voller Wunder, voller Schönheit und Harmonie ist. Die Lebenskunst besteht darin, sich an diese Seite der Münze zu halten, an die positive ..." [1984].
Einem, Gottfried von
Konvolut musikal. Albumblätter, signierte Porträtfotos und Brief. 1959-1990
Los 2626
Nachverkaufspreis
500€ (US$ 575)
Einem, Gottfried von, Komponist (1918-1996). Konvolut von 5 musikal. Albumblättern (quer-4to und quer-gr. 8vo), 2 sign. Porträtfotos, 1 eigh. Brief und einer 1 beschrifteten Dankeskarte. Zus. 9 Teile. Verschied. Formate. Zürich, Wien und Rindlberg 1959-1991.
Vorhanden: Musikal. Albumblatt m. U., aus "Prinzessin Turandot". Zürich 1.IV.1959. - 2 musikal. Albumblätter m. U., das eine auch mit Widmung, aus "Der Zerrissene". Wien 8.V.1968 und 5.IV.1991. - Musikal. Albumblatt m. U. und Widmung, aus "Dantons Tod". Wien 11.XI.1974. - Musikal. Albumblatt m. U. und Widmung, aus "Der Besuch der alten Dame". O. O. 24.II.1975. - Porträtfoto-Postkarte mit eigh. Signatur auf der Bildseite. Wien 14.II.1959. - Porträtfoto mit eigh. Signatur auf der Bildseite. 17,8 x 12,6 cm. O. O. (wohl um 1990). - Eigh. Dankesbrief m. U. an einen Verehrer, der ihm eine Cassette mit der Aufnahme eines Jubiläumsgottesdienstes in einer Stiftskirche (wohl mit Einems Musik) übersandt hatte. Rindlberg 1.II.1990. - Eigenhändig beschriftete Dankeskarte für Glückwünsche zum Geburtstag, gerichtet an mehrere Personen, aus einer Klinik in Bern geschrieben und unterzeichnet: "der kanarigelbe allmählich aber rosig erblühende Gottfried Einem". - Schöne Sammlung zur Musik und Person des Künstlers. - Das Albumblatt von 1959 gebräunt.
Ivogün, Maria
Brief an die Sängerin Henny Wolff über Aufnahmen ihrer "Zerbinetta"-Arie. 1964
Los 2631
Nachverkaufspreis
100€ (US$ 115)
Ivogün, Maria, weltweit gefeierte Sängerin, Sopran, Primadonna der Opernhäuser in München und Berlin (1891-1987). Eigh. Brief m. U. "Maria Ivogün". 2 S. Gr. 4to. Immensee 21.II.1964.
An die Sängerin Henny Wolff in Hamburg. Gibt ausführlich Auskünfte über die Schallplatten, die ihre berühmte "Zerbinetta"-Arie (aus Richard Strauss' Ariadne auf Naxos) enthalten, weil Henny Wolff diese für eine Schülerin beschaffen möchte. "... Ich würde mich aufrichtig freuen, wenn Ihre Schülerin mit dieser bezaubernden Rolle einen großen Erfolg hätte ...".
Kilpinen, Yrjö
Brief an Katharina Clauberg-Will. 1954
Los 2632
Nachverkaufspreis
300€ (US$ 345)
Kilpinen, Yrjö, finnischer Lieder-Komponist (1892-1959). Eigh. Brief m. U. "Yrjö Kilpinen". In deutscher Sprache. 13/4 S. Mit dem eigh. Umschlag. Gr. 4to. (Helsingfors) 18.X.1954.
An die Konzertsängerin Katharina Clauberg-Will in Schwerin. "... Es freut mich, dass Sie sich für die finnischen Lieder interessieren und habe ich dem Verlag Faser, Helsinki, den Auftrag gegeben meine Fiebellieder Heft I Ihnen zu senden ... Kennen Sie übrigens z. B. meine bei Bote & Bock (Berlin) erschienenen Lieder nach Gedichten von Morgenstern, Sergel u. v. Zwehl und können Sie sie dort haben oder bestellen? - Es freut mich, dass Sie Finnland und Ihren Aufenthalt hier vor so vielen Jahren noch nicht vergessen haben. - Vor einigen Tagen waren 7 Künstler aus Ost-Deutschland bei mir. Sie haben einige Konzerte mit sehr gutem Erfolg hier gegeben und waren sehr zufrieden mit ihrer Reise ...". - Allein von Christian Morgenstern hat Kilpinen 74 Gedichte vertont.
Lind, Jenny
Brief an Antonia Kufferath in London. 1882
Los 2636
Nachverkaufspreis
120€ (US$ 138)
Lind, Jenny, weltberühmte schwed. Opern- und Konzertsängerin, die "schwedische Nachtigall", mit dem Pianisten und Komponisten Otto Goldschmidt verheiratet (1820-1887). Eigh. Brief m. U. "J.-L. Goldschmidt". In deutscher Sprache. 2 S. Doppelblatt mit Trauerrand. 8vo. (London) 20.III. (1882).
An die (nicht genannte) Sängerin Antonia Kufferath. "... Es würde für Sie gar kein Nutzen seyn die Arie aus der Zauberflöte vor dem Concerte mit uns zu singen. Ich werde Sie Donnerstag ... etwa um 11 Uhr des Vormittags erwarten ...". - Name der Adressatin und Datum von anderer Hand eingesetzt; am Rand kleine Einstiche von ehemaliger Fadenheftung.
Milhaud, Darius
5 Briefe an ein Klavier-Duo. 1964-1966
Los 2642
Nachverkaufspreis
600€ (US$ 690)
Milhaud, Darius, franz. Komponist (1892-1974). 5 eigh. Briefe m. U. "Milhaud". Zus. 51/2 S. Folio, 4to und gr. 8vo. Oakland, Paris und Aspen 1964-1966.
Mit Musik-Thematik gefüllte Briefe an das deutsche Klavier-Duo Lieselotte Gierth / Gerd Lohmeyer. Er lobt ihre Schallplatten-Aufnahmen ("Vous êtes les interprêts parfaits"), empfiehlt seine Werke und berichtet über seine Konzerte. "... Je suis très heureux que vous vous interessez à mes oeuvres pour deux pianos. Si un jour vous avez une bande de la Suite op 300, envoyez la moi car je n'ai jamais entendu ce morceau. Connaissez vous mon Concerto 2 pianos et orchestre? J'ai écrit récemment un Concerto pour 2 pianos et percussion, qui va été publié chez Eschig 48 Rue de Rome Paris dont l'Agent est Schott à Mayence. Il pourrait vous en communiquer une partition si cela vous interesse ...". Schreibt über absolvierte und bevorstehende Konzerte, beantwortet einen Fragenkatalog der Adressaten und zeigt sich glücklich über eine bevorstehende Aufführung seines "Concerto avec Percussion" in Stuttgart, die er auf Wunsch auch dirigieren könne. - 1 Brief gelocht, 3 andere mit leichter Büroklammer-Rostspur.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
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