Los 2624
Clauberg, Claus
(1890-1963)Sammlung von Musikmanuskripten + Beilagen. 1955-1984
Schätzung
1.500€ (US$ 1,705)
Abgabe von Vorgeboten möglich
Aus dem Katalog
Autographen
Auktionsdatum 15.4.2026

Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 14.–15. April, 2026


Clauberg, Claus, Pianist, Komponist und Musikpädagoge, vor und nach der NS-Zeit politisch linksgerichteter, viel gefragter Chanson- und Couplet-Komponist für diverse Kabarett-Bühnen (1890-1963). Teil seines schriftlichen Nachlasses. Mehr als 200 S. Musikmanuskripte sowie mehr als 100 Schriftstücke Briefwechsel, biographische Typoskripte und andere Dokumente zu Leben und Werk des Künstlers. Ca. 1928-1984. und Sammelband mit eigh. Manuskripten der Vertonung von 51 Chanson- und Couplet-Texten.
Umfangreiches Material zu Leben und Wirken des Komponisten. Im Einzelnen vorhanden: Sammelband mit säuberlicher Reinschrift (selten mit Bleistift verbessert) von 51 Couplet- Kompositionen Claubergs aus dem Zeitraum ab 1921. Mit eigh. Namenszug "Claus Clauberg" auf dem ersten Blatt. 200 Seiten Noten mit Text. (Tinte und Bleistift). Gr. 4to. Halbleinenband d. Z. (Ecken und Kanten bestoßen oder zerschlissen). (Wohl Schwerin, ca. 1960). - Vertont sind Texte von Adelbert von Chamisso, Theodor Fontane, Adolf Glaßbrenner, Arno Holz, Klabund, Alfred Lichtenstein, Walter Mehring, Eduard Mörike, Erich Mühsam, Börries von Münchhausen, Alfred de Musset, Fritz von Ostini, Fritz Reuter, Karl Stieler, Kurt Tucholsky und anderen; gelegentlich mit Angabe von Zeit, Ort oder Interpret der ersten Aufführung. Wohl als "Bilanz" der Kompositionen Claubergs auf diesem Gebiet zusammengestellt während seiner vielfältig aktiven Zeit in der DDR. - Einige Bl. mit Alternativ-Versionen (z. B. zu Tucholskys "Mutterns Hände") lose beiliegend. Mit handschriftl. Inhaltsverzeichnis. - Vorderes Innengelenk teilweise geplatzt; Heftung gelockert; 2 Bl. mit Tesafilm befestigt. - Wertvolle Sammlung von Werken aus dem vielleicht wichtigsten Teil von Claubergs kompositorischer Tätigkeit in den 1920er und 1930er Jahren. - 2 eigh. Musikmanuskripte Claubergs zu Texten Kurt Tucholskys; mit dem Namenszug "Claus Clauberg" auf den Titelseiten. 4 bzw. 7 S. Doppelblatt bzw. geleimte Heftung; ohne Umschlag. Folio. O. O. (wohl um 1955). - Die Manuskripte zu den Tucholsky-Texten sind: "Mutterns Hände. Worte: Kurt Tucholsky. Musik: Claus Clauberg." (4 S.). - "Der andere Mann (Theobald Tiger). Musik: Claus Clauberg." (7 S.) - Das erste dieser beiden Manuskripte etwas gebräunt und mit Randläsuren. - 43 meist eigenhändige (2 masch.), sehr umfangreiche Briefe Claus Claubergs an seine Ehefrau, die Sängerin Katharina Will (1928-1943, 1 Nachtrag 1950). - 2 Bl. masch., signierter Lebenslauf Claubergs (29.10.1946). - 10 Bl. masch. Biographien Claubergs von verschiedenen Autoren. - Schriftwechsel Gerhard Rosenfeld (Internat. Musikbibliothek) mit Claus Clauberg. - 8 masch. Briefe und 1 hs. Postkarte von Hans Heuer-Morgan. - Schriftwechsel Katharina Clauberg-Will mit Prof. Werner Neumann (Leipzig). - 2 interessante eigenhändige Briefe des Komponisten Norbert Schultze, Komponist der „Lili Marleen“, überaus erfolgreicher Schlager- und Operettenkomponist (1911-2002), an Katharina Clauberg. 2 eigh. Briefe m. U. "Norbert Schultze". Zus. 3 S. 8vo und folio. Berlin 17.XII.1979 und 14.I.1984. - An die Konzertsängerin Katharina Clauberg-Will, die aus der DDR nach West-Berlin übergesiedelt und unter Hinweis auf ihre Armut mit größtem Eifer bemüht war, Tantiemen für die Chansons ihres verstorbenen Mannes Claus Clauberg zu erkämpfen. Norbert Schultze zeigt sich genervt: "... Wie soll man Ihnen helfen? Sie gehen Ihren Mitmenschen auf den Wecker und merken es wahrscheinlich garnicht. Wer soll denn die Geduld haben, Ihre Briefe und Dokumente noch zu lesen? Ich habe mich gefreut, zu hören, daß Sie eine Kur in Bad Oeynhausen haben machen können. Ich darf annehmen, daß die AOK dieselbe bezahlt hat. Und Sie haben eine hübsche Wohnung in Wilmersdorf gefunden, Sie können sich eigenes Briefpapier drucken lassen. Ich hoffe daher, es geht Ihnen gut [1979] ... es ist bewundernswert, mit welcher Energie und Ausdauer Sie im hohen Alter noch um Ihr Recht kämpfen." Er könne ihr nicht helfen, auch nicht mit einer Bewertung der Chanson-Manuskripte. "... Ein Chanson von Kurt Weill mag mit DM 1000.- oder mehr zu bewerten sein, der nicht nachweisbare Tantième-Verlust könnte dabei noch 10 mal größer sein. Ein Chanson von Clauberg dagegen könnte mit Null angesetzt werden, wenn man vom realisierbaren Wert und von heutzutage ausgeht, man könnte aber ebensogut von einem Liebhaberwert von DM 3.- oder DM 10.- pro Stück ausgehen, aber eigentlich nur, wenn man einen Liebhaber nachweisen kann. Ist doch alles graue Theorie! ... Je älter man wird, desto mehr Erfahrung sammelt man darüber, daß diese Welt höchst unvollkommen ist. Aber auch, daß sie voller Wunder, voller Schönheit und Harmonie ist. Die Lebenskunst besteht darin, sich an diese Seite der Münze zu halten, an die positive ..." [1984].
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