Artist Index: Grosz, George


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Los 3424Grosz, George
Über alles die Liebe

Auktion 118

Zuschlag
140€ (US$ 163)

Details Los merken

Grosz, George. Über alles die Liebe. 60 neue Zeichnungen. 3 Bl. 119 S., 1 Bl. 27 x 20,5 cm. Rotes OLeinen (Rücken leicht verblasst) mit schwarzgeprägtem Rücken- und Vorderdeckeltitel. Berlin, Bruno Cassirer, 1930.
Bülow 91. Lang 56. Bittner 35. – Erste Ausgabe. Mit einem Vorwort des Autors und Künstlers: "Ich erhebe meine Hand und grüße das ewige menschliche Gesetz ... und die fröhliche nichtswürdige Unabänderlichkeit des Lebens!" – Minimal gebräunt, sonst sauber und wohlerhalten.

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Los 7177Grosz, George
Marseille, aus: Ecce Homo

Auktion 117

Ergebnis
492€ (US$ 572) *

Details

Marseille, aus: Ecce Homo
Offsetlithographie auf Velin. 1919.
27,7 x 18 cm (36 x 26,7 cm).
Signiert "Grosz". Auflage 50 Ex.
Dückers S I, 6 A (von D).

Blatt 6 der Folge "Ecce Homo", aus der Vorzugsausgabe A, mit der Prägepressung, herausgegeben vom Malik-Verlag, Berlin. Ganz hervorragender Druck mit dem vollen Rand.

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Los 7178Grosz, George
Stammtischstudien, aus: Ecce Homo

Auktion 117

Ergebnis
800€ (US$ 930) *

Details

Stammtischstudien, aus: Ecce Homo
Offsetlithographie auf Velin. 1919.
19,9 x 27,7 cm (26,4 x 35,9 cm).
Signiert "Grosz". Auflage 50 Ex.
Dückers S I, 10 A (von D).

Blatt 10 der Folge "Ecce Homo", aus der Vorzugsausgabe A, mit der Prägepressung, herausgegeben vom Malik-Verlag, Berlin. Ausgezeichneter Druck mit dem vollen Rand.

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Los 8292 [*]Grosz, George
Vaudeville

Auktion 117

Ergebnis
46.740€ (US$ 54,349) *

Details

"Vaudeville"
Tuschfeder auf Papier. 1917.
28,2 x 22,2 cm
Unten rechts mit Feder in Schwarz signiert "Grosz", rückseitig datiert und betitelt.

Mit spitzer Feder, immensem Können, mit Witz und Ironie zeichnet Grosz die zwei Clowns, geschminkt und kostümiert, und dazu zwei ebenso skurrile Hunde in einer angedeuteten bühnenhaften Kulisse. Der Künstler betitelt die kleine Szenerie "Vaudeville" nach dem Theatergenre, das besonders von der Mitte der 1890er bis zum Anfang der 1930er Jahre populär und für seine leichte Unterhaltung bekannt war. Die verschiedenen, nicht verwandten Akte des Vaudeville ähnelten in ihrer temporeichen Aneinanderreihung einer Varietéshow oder dem Zirkus. Obwohl sich unsere Zeichnung von Grosz' von den häufig ungeschminkteren und direkteren Szenen unterscheidet, thematisiert sie dennoch kritisch die Themen der Zeit: nämlich eine Gesellschaft, die der Realität entkommen will, indem sie sich von den vergänglichen Freuden der Unterhaltungsindustrie verführen lässt. Grosz als heftiger Kritiker der politischen und gesellschaftlichen Mißstände in der Weimarer Republik entlarvt auch hier die gesellschaftlichen Missverhältnisse auf provokante und karikierende Weise und mit charakteristischer psychologischer Schärfe. Das Blatt ist ein wunderbares Beispiel für seinen um 1915 einsetzenden "messerscharfen" Zeichenstil.
Die Zeichnung entstand zum Ende des Ersten Weltkrieges, in einer für den Künstler bewegten Zeit. 1914 und 1917 nahm er jeweils kurzzeitig als Freiwilliger am Krieg teil. Nach der Einberufung 1917 geriet Grosz in eine tiefe psychische Krise, kam vor ein Kriegsgericht und sollte eigentlich standrechtlich erschossen werden. Nur durch die Eingabe von Graf Kessler, der mit Grosz befreundet war, konnte das verhindert werden. Der Künstler landete aber für mehrere Wochen in einem Irrenhaus. In ebendieser Zeit fand er andererseits Zugang zum Avantgardekreis um Else Lasker-Schüler und begann für verschiedene Satire-Zeitungen wie "Ulk" oder "Simplicissimus" und für selbst herausgegebene Zeitschriften zu zeichnen und zu schreiben. 1917, als unsere Zeichnung entstand, veröffentlichte er seine erste Mappe mit Lithographien. Viele seiner häufig gewalttätigen und satirischen Szenen aus der politisch aufgeladenen und korrupten Gesellschaft Berlins zwischen dem Ersten Weltkrieg und Hitlers Aufstieg zur Macht wurden gebündelt und in Publikationen wie Ecce Homo (1925) reproduziert, die von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt wurden.
Eine Expertise von Ralph Jentsch vom 16.01.2018 liegt vor.

Provenienz: Vera Lazuk Gallery, Cold Spring Harbor, New York
Privatsammlung (von oben genannter Galerie erworben, 1966)
Privatsammlung Großbritannien (von oben genannter Sammlung geerbt)

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Los 8294Grosz, George
Run sheep run

Auktion 117

Ergebnis
3.444€ (US$ 4,005) *

Details

"Run sheep run"
Tuschfeder in Schwarz auf glattem Velin. 1941.
59 x 46 cm.
Unten rechts mit der Stempelsignatur "Grosz", darunter mit Bleistift betitelt, unten links bezeichnet "to Ben Hecht 1001 Afternoons", verso mit dem Nachlaßstempel, dort datiert und numeriert "4-51-7".

"Lauft, Schafe - lauft!" - so betitelt Grosz seine Zeichnung und Ben Hecht seine Erzählung über jüdische Identität in Deutschland. Künstler wie Autor stellen jüdische Kultur, Mut und Philosophie, verkörpert in dem alten, traditionell gekleideten Mann, einem neuen, in ihren Augen übertrieben assimilierten Judentum gegenüber: "(...) gerade diese eleganten und emanzipierten Männer von Welt waren es, die als erste verschlungen werden sollten. Sie waren das wohlschmeckendste Fleisch für den Hitlerwolf. Mitsamt ihren Nelken, Monokeln und dicken Scheckbüchern verschwanden sie in seinem Schlund - sogar noch vor den Rabbis." (Ben Hecht, 1001 Nachmittage in New York. Frankfurt/Main und Leipzig 1992, S. 126).
Ben Hecht war einer der bedeutendsten Drehbuchschreiber Hollywoods, er veröffentlichte aber auch zahlreiche Erzählungen, Romane, Theaterstücke und Kurzgeschichten. In den Jahren 1918 bis 1920, also direkt nach dem Ersten Weltkrieg, lebte er als Korrespondent in Deutschland. Aus dieser Zeit rührt seine Freundschaft mit George Grosz, der für den Band "1001 Afternoons in New York" über 80 Illustrationen zu Hechts sozialkritischen Erzählungen lieferte. Mit kraftvoll und lebendig geführter Rohrfeder entwirft der Künstler die beiden jüdischen Gestalten in unserem Blatt. In seinem typischen Zeichenstil, mit vereinfachten Formen und sicher gezogenen Konturen, stellt er die Figuren einander gegenüber, und es scheint, als würden sie sich gegenseitig misstrauisch beäugen.
Eine Fotoexpertise von Ralph Jentsch liegt vor. Beigegeben: Ben Hecht, 1001 Nachmittage in New York, dt. Erstausgabe, Frankfurt/Main und Leipzig 1992.

Provenienz: Atelier des Künstlers, Douglaston, Long Island, New York, 1941
Nachlass George Grosz, 1959
Privatsammlung Nordrhein-Westfalen

Literatur: Ben Hecht, 1001 Nachmittage in New York. Mit Illustrationen von George Grosz, Frankfurt/Main und Leipzig 1992, Abb. S. 125

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Los 8296Grosz, George
Kein Hahn kräht nach ihnen

Auktion 117

Ergebnis
1.722€ (US$ 2,002) *

Details

Kein Hahn kräht nach ihnen
Lithographie auf Similijapan. 1920.
27,4 x 21,8 cm (41 x 31 cm).
Signiert "Grosz". Auflage 125 Ex.
Dückers E 63, Söhn HdO 72708-2.

Das Blatt erschien zusammen mit "Vollkommene Menschen" in: "Die Schaffenden", II. Jahrgang, 4. Mappe, mit deren Blindstempel unten links. Veröffentlicht von Paul Westheim im Gustav Kiepenheuer Verlag, Weimar. Ganz ausgezeichneter Druck mit dem vollen Rand.

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Los 8297Grosz, George
Port d'eaux-mortes

Auktion 117

Ergebnis
1.230€ (US$ 1,430) *

Details

"Port d'eaux-mortes"
80 S. mit Titel, Text, Impressum und 8 Lithographien auf Japan sowie 2 Extrasuiten der Lithographien (16 Bl.) auf Van Gelder Zonen-Bütten bzw. auf China. In Orig.-Pappband, die Suiten in Orig.-Umschlag. 1926.
Bis ca. 21,3 x 16,5 cm (Blattgröße).
Dückers B IV 1 bis 8.

Die Vorzugsausgabe B des Buches von Pierre Mac Orlan aus dem Jahr 1925. Die vollständigen Suiten enthalten die Blätter "Frontispiz", "Café 'Au Beau Patron' (Francesse)", "Oncle Paul spielt Akkordeon", "Die Nacht des Mordes und des Glückspiels", "Das Doppelleben des Nicolas Behen (Jeckill und Hyde)", "Dancing in der West India Docks Road (Der blinde Oncle Paul)", "Judat der Mörder" und "Der Morgen der Hinrichtung".

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Los 3265Grosz, George
Der Spiesser-Spiegel

Auktion 116

Zuschlag
120€ (US$ 140)

Details

Grosz, George. Der Spiesser-Spiegel. 60 Zeichnungen mit einer Selbstdarstellung. Neue veränd. Ausgabe. 14 S. und 60 Tafeln. 25,5 x 19,5 cm. OPpbd. (etwas berieben) mit illustriertem OSchutzumschlag (mit Randläsuren und mehreren Knicken. Dresden, Reissner, 1932.
Lang 44. – "Griechenland ist nun mal zum Teufel, wozu noch klagen - die Quellen aus der Vergangenheit sind trübe und dreckig oder verfärbt, und die Gegenwart ist Bauch und Bankscheck und Fordautomobil im Kaffernkral, eine langohrige Masse mit Kopfhörern und 'mächtig stolz auf die technische Präzisionsarbeit' - dabei, ich sagte es schon, in jeder Weise unfähig, diesem ganzen technischen Irrsinn einen Sinn zu geben" (S. 11). – Sehr gutes Exemplar mit dem seltenen Schutzumschlag.

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Los 3266Grosz, George
Ecce Homo

Auktion 116

Zuschlag
2.200€ (US$ 2,558)

Details

Grosz, George. Ecce Homo. 2 Bl., 1 Bl. (Impressum). Mit 16 Farbtafeln nach Aquarellen und 84 Tafeln nach Lithographien von George Grosz. 36 x 26,5 cm. Illustrierter OBüttenkarton (minimal fleckig). Berlin, Malik, 1923.
Hermann 155. Gittig 59. Herzfelde 59. Ars Libri 46. Lang 38. Bülow 54. Bittner 34. Lewis 275. Malik 59. Motherwell-Karpel 272a. Dückers S I C. – Ausgabe C, die neben der Ausgabe A die vollständigste aller Ausgaben ist mit den Offsetlithos und den Farboffsets nach Georg Grosz' Aquarellen. Diese versinnbildlichen eindringlich den Niedergang der Gesellschaft: stumpfsinnige Militärs, dekadente Oberschichtbohemiens, auf Sexualität reduzierte passive Prostituierte, Lustmörder nach vollbrachter Tat - ein erbarmungsloser Querschnitt durch die (männlichen) Spitzen der Gesellschaft, wie sie sich dem Künstler darstellte. – Sehr gutes, nahezu fleckenloses Exemplar.

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Los 7173Grosz, George
Johannisthal

Auktion 116

Ergebnis
738€ (US$ 858) *

Details

"Johannisthal"
Bleistift auf Skizzenpapier. 1912.
10,3 x 16,1 cm.
Unten rechts mit Bleistift datiert und betitelt.

Mit dem Prägestempel "Estate of George Grosz" sowie verso handschriftlich numeriert "38". 1912 zog George Grosz, nach seinem Kunststudium in Dresden, nach Berlin. Zu Beginn dieser Zeit entstanden Zeichnungen vom Umland der Großstadt sowie Landschaften mit Figurengruppen, bis der Künstler (noch im selben Jahr) begann, sich mit der Darstellung einzelner Individuen Berlins auseinanderzusetzen. Die skizzenhafte Darstellung einer Personengruppe in Johannisthal ist exemplarisch für die frühe Phase des Künstlers in der Metropole.

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Los 7174Grosz, George
Sitzender Mann

Auktion 116

Ergebnis
615€ (US$ 715) *

Details

Sitzender Mann
Bleistift auf Skizzenpapier. 1912.
16,2 x 10,4 cm.
Unten rechts mit Bleistift schwer leserlich datiert und betitelt.

Mit dem Prägestempel "Estate of George Grosz" sowie verso handschriftlich numeriert "33". Im Zentrum des Schaffens von Grosz stand das Alltagsleben Berlins und die Auseinandersetzung mit den sozio-politischen Strukturen der Stadt. "Der Künstler steht nie höher als sein Milieu und die Gesellschaft derjenigen, die ihn bejahen. Denn sein kleiner Kopf produziert nicht den Inhalt seiner Schöpfungen, sondern verarbeitet (wie ein Wurstkessel Fleisch) das Weltbild seines Publikums." (George Grosz' Kunst-Manifest (Textauszug). in, Zit. nach: Marcel Beyer/Karl Riha: George Grosz. Hamburg 1993).

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Los 8116Grosz, George
Studie für das Titelbild des Buches "Strasse frei"

Auktion 116

Ergebnis
3.075€ (US$ 3,576) *

Details

Studie für das Titelbild des Buches "Strasse frei"
Kreide in Schwarz auf Velin. 1928.
60 x 46,1 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert "GROSZ".

Grosz' Studie zeigt die zentrale Figur des Titelbildes für das Buch von Oskar Kanehl. Der Kämpfer ist in unserer Zeichnung noch alleine, im leeren Raum und unbewaffnet, während er in der endgültigen Fassung auf der angedeuteten Straße steht, ein Gewehr geschultert trägt, als Figur insgesamt weiter ausgearbeitet und kräftiger schattiert ist und in riesenhafter Größe das ausbeuterische Gesindel vor sich her treibt. Die markanten Züge und die entschlossene Körperhaltung sind jedoch bereits in der Studie voll ausgeprägt. "Straße frei. Neue Gedichte. Mit 14 ganzseitigen Illustrationen von George Grosz" erschien in Berlin beim Spartakusbund, 1928. Kanehl, enger Freund von Franz Pfemfert und bis zu seinem Freitod Mitarbeiter der "Aktion", stellte sich früher und konsequenter als viele andere an die Seite der kämpfenden Arbeiterklasse. "Straße frei", sein letzter Band, wurde konfisziert. Verso unten links mit dem Nachlaßstempel und der Nachlassnummer "4 143 10", dort handschriftlich bezeichnet.
Mit einer Bestätigung von Ralph Jentsch, Rom, 3.6.2020. Die Zeichnung wird aufgenommen in sein Werkverzeichnis der Arbeiten auf Papier von George Grosz (in Vorbereitung).

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Los 8117Grosz, George
Berliner Straßenszene / Tanzendes Paar

Auktion 116

Ergebnis
3.690€ (US$ 4,291) *

Details

Berliner Straßenszene / Tanzendes Paar
Beidseitige Zeichnung. Rohrfeder in Tusche auf Velin. 1928.
46 x 43 cm.
Unten links bzw. rechts recto und verso mit Bleistift signiert "GROSZ".

Mit kraftvoll und lebendig geführter Rohrfeder entwirft der Künstler die beiden städtischen Szenen. Auf beiden Seiten steht jeweils dem detaillierter ausformulierten Paar eine nur leicht angedeutete Männerfigur gegenüber. In seinem typischen Zeichenstil, mit vereinfachten Formen und scharf gezogenen Konturen, setzt der Künstler die Figuren und ihre Handlungen eng zueinander in Beziehung. Die Zeichnungen entstanden kurz vor der Weltwirtschaftskrise 1929, die den wirtschaftlichen Aufschwung und die kulturelle Blüte der Goldenen Zwanziger Jahre abrupt beendete.
Im Jahr 1928 sah sich Grosz gemeinsam mit Wieland Herzfelde erneut einer Anklage gegenüber, diesmal wegen Gotteslästerung. Auf einer Seite unten links mit dem Nachlaßstempel und der Nachlassnummer "3 105 8".
Mit einer Bestätigung von Ralph Jentsch, Rom, 3.6.2020. Die Zeichnung wird aufgenommen in sein Werkverzeichnis der Arbeiten auf Papier von George Grosz (in Vorbereitung).

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Los 8119 [*]Grosz, George
Gott mit uns

Auktion 116

Ergebnis
18.450€ (US$ 21,453) *

Details

Gott mit uns
Politische Mappe. Neun Lithographien. In Blau lithographierte lose Deckblätter, Titelblatt mit Impressum und 9 Photolithographien auf Strathmore-Japan. 1920.
62 x 40,5 bis 63 x 47 cm.
Die Lithographien jeweils signiert "Grosz". Auflage 20 num. Ex.
Dückers M III A (von C).

"Gott mit uns" stand als Wahlspruch des preußischen Königshauses von 1847 bis 1962 bei preußischen Mannschaften auf den Koppelschlössern. In seiner gleichnamigen Mappe verspottet Grosz zum Ärger der Reichswehr den Militarismus mit fratzenhaften Offizierskarikaturen und falschen Uniformen. Acht der jeweiligen Vorzeichnungen entstanden wohl 1919, die Zeichnung zu Blatt 5 wird von Dückers in das Jahr 1918 datiert. Die 1920 auf der Dada-Messe ausgestellte Mappe war Anlass, Grosz wegen Beleidigung der Reichswehr zu verklagen. Die Verhandlung fand am 20. April 1921 statt. Das Gericht verurteilte Grosz zu einer Geldstrafe von 300 Mark, den Verleger Wieland Herzfelde zu 600 Mark Buße. Zudem verfügte das Gericht die Einziehung und Vernichtung der Platten und Formen und sprach dem Reichswehrministerium die Publikationsbefugnis zu.
Zur Gerichtsverhandlung schrieb Kurt Tucholsky: "Vor der Strafkammer des Landgerichts II zu Berlin fand dieser Tage der Prozeß gegen George Grosz und Genossen wegen Beleidigung der Reichswehr statt. Die Dada-Ausstellung hatte ein paar Spaßfiguren gegen die Götter Preußens: seine Offiziere, aufgebaut - und vor allem hatte der p. Grosz eine geniale Mappe: 'Gott mit uns' verfertigt, in der Fratzen von so unerhörter Brutalität zu sehen waren, dass sich die Reichswehr und ihre Angehörigen getroffen fühlten. (...) Der Prozeß verwässerte Blut zu Limonade. Wenns Grosz nicht so gemeint hat - wir habens so gemeint. In meiner Wohnung hängen die Blätter der Mappe, und ich bin stolz darauf, sie zu besitzen. Sie halten mir vor Augen, welche Leute einmal in Deutschland geherrscht haben. Tun sies noch?" (Ignaz Wrobel, Die Weltbühne, 28.4.1921, Nr. 17, S. 454).
Die vollständige Folge in der Ausgabe A (hier ohne die Mappe); die Gesamtauflage betrug 125 numerierte Exemplare, erschienen im Malik-Verlag, Berlin. Die Titellithographie zierte ursprünglich den vorderen Mappendeckel. Sämtlich prachtvolle Drucke mit dem vollen Rand, die losen Deckblätter beschnitten.

Provenienz: Robert und Elizabeth Haskell

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Los 8121Grosz, George
Whiskey (aus Ecce Homo)

Auktion 116

Ergebnis
5.166€ (US$ 6,007) *

Details

Whiskey (aus Ecce Homo)
Farboffsetlithographie. 1922.
27,8 x 15,8 cm (35,9 x 26,6 cm).
Signiert "GROSZ George Ehrenfried".
Dückers S I, II.

Blatt der Ausgabe A (von D). Ausgezeichneter Druck mit Rand.

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Los 3140Grosz, George
Das neue Gesicht der herrschenden Klasse

Auktion 115

Zuschlag
100€ (US$ 116)

Details

Grosz, George. Das neue Gesicht der herrschenden Klasse. 60 neue Zeichnungen. 126 S., 1 Bl. 28 x 21 cm. Illustrierte OBroschur (Umschlagzeichnung und Titel von George Grosz; etwas stärker fleckig und wasserrandig, mit leichten Randläsuren). Berlin, Malik, 1930.
Hermann 170. Gittig 232. Herzfelde 232. Ars Libri 71. Lang 54. Bülow 90. – Erste Ausgabe. Buchgestaltung: Brüder Heartfield/Herzfelde. Mit den S. 56/57 "Hitler, der Retter". – Vortitel mit diagonalen Knickspuren. Anfangs mit leichten Stockflecken, sonst sauber und wohlerhalten.

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Los 8272Grosz, George
Texasbild für meinen Freund Chingachgook

Auktion 115

Ergebnis
1.476€ (US$ 1,716) *

Details

Texasbild für meinen Freund Chingachgook
Umdrucklithographie auf Japanbütten. 1915/16.
26,9 x 22 cm (40,8 x 28,7 cm).
Signiert "Grosz". Auflage 120 Ex.
Dückers M I, 2.

Blatt 2 aus: "Erste George Grosz Mappe", 1917 herausgegeben vom Verlag Neue Jugend/Der Malik-Verlag, Berlin. Chingachgook ist eine der Hauptgestalten der Lederstrumpf-Erzählungen von James F. Cooper, die zu der bevorzugten Jugendlektüre von George Grosz gehörten. Prachtvoller Druck mit dem vollen Rand.

Provenienz: Galerie Billiet Paris, laut Bleistiftannotationen verso

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Los 8273 [^]Grosz, George
Pappi und Mammi

Auktion 115

Ergebnis
4.674€ (US$ 5,435) *

Details

Pappi und Mammi
Farboffsetlithographie auf Velin. 1922.
26,5 x 20,4 cm (36 x 26,6 cm).
Signiert "Grosz".
Dückers S 1 V.

Blatt 5 der 16 farbigen Offsetlithographien aus "Ecce Homo". Einer von 50 signierten Drucken der Luxusausgabe A.

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Los 8274 [^]Grosz, George
Richard Wagner Gedenkblatt

Auktion 115

Ergebnis
1.722€ (US$ 2,002) *

Details

Richard Wagner Gedenkblatt
Offsetlithographie auf Velin. 1921.
24,1 x 19,1 cm (36 x 26,5 cm).
Signiert "Grosz".
Dückers S 1 60.

Blatt 60 aus "Ecce Homo". Einer von 50 signierten Drucken der Luxusausgabe A.

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Los 7254Grosz, George
Wandervögel

Auktion 114

Ergebnis
738€ (US$ 858) *

Details

Wandervögel
Photolithgraphie auf Velin. 1929.
60 x 44,8 cm.
Nicht bei Dückers.

Plakat zur Ausstellung "George Grosz / E. O. Hoppé / Photos" im Juli 1929 in der Kunsthütte zu Chemnitz, herausgegeben von J.C.F. Pickenhahn & Sohn A.-G., Chemnitz, entstanden nach der gleichnamigen Zeichnung des Künstlers. Gemeinsam mit Arbeiten von Grosz werden im Juli 1929 Fotografien von Emil Otto Hoppé ausgestellt. Der in München geborene und später nach England ausgewanderte Hoppé war einer der wichtigsten Porträt- und Landschaftsfotografen seiner Zeit. In Berlin porträtierte er Persönlichkeiten des kulturellen Lebens, darunter Lion Feuchtwanger und Bruno Walter sowie Ufa-Schauspieler für die Film-Star-Postkartenserie des Ross Verlags. Sehr schöner, kräftiger Druck. Beigegeben: Eine Lithographie von Hermann Max Pechstein, "Einholen des Bootes", Blatt 15 der Folge "Reisebilder Italien", 1919 (Krüger L 320), eine signierte Lithographie von Oskar Nerlinger, "Seelandschaft", 1947, sowie ein Blatt aus: "Kriegszeit", 1915, mit zwei Lithographien von Oskar Nerlinger und Fritz Rhein.

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Los 8101Grosz, George
Interieur einer Dachkammer mit Flaschenzug

Auktion 114

Ergebnis
1.107€ (US$ 1,287) *

Details

Interieur einer Dachkammer mit Flaschenzug
Bleistift auf Bütten. 1922.
21,5 x 28 cm.
Verso mit dem Nachlaßstempel und der Registriernummer "6/12/6".

Vorliegende Skizze fertigte Grosz auf Briefpapier der norwegischen Dampfschiffgesellschaft von Trondheim an. Im Jahr 1922 unternahm er gemeinsam mit dem dänischen Schriftsteller Martin Andersen Nexö eine Reise über Nordnorwegen nach Russland, so dass demnach unsere Zeichnung vermutlich auf dieser Reise entstanden ist. Das charmante, aber schlicht eingerichtete Interieur einer Dachkammer mit Flaschenzug weist durchaus auf eine örtliche Nähe zu einem Hafengebiet hin. Auch die Pfeife, vorne links in der Komposition wiedergegeben, könnte auf einen Hafenarbeiter oder sogar einen Matrosen deuten.

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Los 8102Grosz, George
Porträt eines Agitators

Auktion 114

Ergebnis
7.380€ (US$ 8,581) *

Details

Porträt eines Agitators
Pinsel in Schwarz auf China. Um 1923.
59 x 45,7 cm.
Unten links mit Bleistift signiert "Grosz", verso mit dem Nachlaßstempel und der Registriernummer "3/70/4".

Die Hände zu Fäusten geballt, das Kinn energisch vor- und die Augenbrauen zusammengezogen - so beschreibt Grosz mit breiten und kraftvollen Strichen im Seitenprofil einen Redner, der kämpferisch seine Thesen vorträgt. Grosz war ein genauer Beobachter seiner Zeit - der Dargestellte steht charakteristisch für die stimmungsmachenden Agitatoren der Weimarer Republik. Verso eine Skizze in Rohrfeder, "Männerprofil und Frauenrückenakt".

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Los 8103Grosz, George
Der Ganove und sein Schatten

Auktion 114

Ergebnis
23.370€ (US$ 27,174) *

Details

Der Ganove und sein Schatten
Rohrfeder in Sepia und Aquarell auf Velin. Wohl 1927.
35 x 24,8 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert "Grosz", verso mit Farbstift in Rot bezeichnet "11/4 Cass sur".

Bedeutende, schön durchkomponierte Darstellung des bunten Treibens in dem südfranzösischen Rivierahafen Cassis-sur-Mer, wo Grosz sich im Jahr 1927 länger aufhielt. Ganove und Matrose - das sind die zwei zentralen, in leuchtender Farbigkeit aquarellierten Figuren in der Bildmitte. Ganz rechts zeichnet Grosz in Sepia den Schatten des Ganoven: eine fast gleiche Figur, ebenso groß und in derselben Haltung, jedoch nur locker angedeutet, schemenhaft gefasst. Mit kraftvoll und lebendig geführter Rohrfeder entwirft der Künstler links einen Gendarm und hinter ihm zwei männliche Figuren mit Schiebermützen, im Hintergrund ist wohl die Längsseite oder die Reling eines Schiffes angedeutet. Die identische Figur eines Matrosen zeigt eine weitere Zeichnung Grosz', "Matrose" von 1927, vgl. Katalog Galerie Ilse Schweinsteiger, München 1985, Nr. 84. In seinem typischen Zeichenstil, mit vereinfachten Formen und scharf gezogenen Konturen, setzt der Künstler durch den verschachtelten Bildaufbau die Figuren und ihre Handlungen eng zueinander in Beziehung und überlässt dem Betrachter die endgültige Deutung. Die Zeichnung entstand kurz vor der Weltwirtschaftskrise 1929, die den wirtschaftlichen Aufschwung und die kulturelle Blüte der Goldenen Zwanziger Jahre abrupt beendete.
Rückseitig mit der handschriftlichen Nummer "06 (oder UC?)-5-16". Die Zeichnung ist bei Ralph Jentsch unter dieser Nummer registriert.

Provenienz: Galerie Ilse Schweinsteiger München 1977
Privatbesitz München

Literatur: George Grosz, Katalog Galerie Ilse Schweinsteiger, München 1977, Nr. 93 (mit Abb.), dort betitelt "Marseiller Straßenszene" und datiert "1924"

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Los 8105Grosz, George
Menschen in der Straße

Auktion 114

Ergebnis
1.476€ (US$ 1,716) *

Details

Menschen in der Straße
Umdrucklithographie auf bräunlichem Japanbütten. 1915.
27,6 x 21,5 cm (40,8 x 28,9 cm).
Signiert "Grosz" und datiert. Auflage 120 num. Ex.
Dückers M 1, 5.
Verso mit dem Nachlaßstempel und der Registriernummer "7/55/2".

Blatt 5 aus: "Erste George Grosz-Mappe", 1917 herausgegeben vom Verlag Neue Jugend/Der Malik-Verlag, Berlin. Was die genauen Unterschiede zwischen den einzelnen Mappenausgaben betrifft, herrscht einige Unklarheit; die Exemplare 1-5 und wohl auch 6-20 wurden auf Kaiserlich Japan gedruckt und signiert. Prachtvoller Druck mit vollem Rand.

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Los 8106Grosz, George
Bürgerliche Welt

Auktion 114

Ergebnis
3.936€ (US$ 4,577) *

Details

Bürgerliche Welt
Umdrucklithographie auf genarbtem Velin. 1918.
46,5 x 37 cm (53 x 68 cm).
Signiert "Grosz". Auflage 40 num. Ex.
Dückers E 44.

Herausgegeben vom Verlag Hans Goltz, München. Beeindruckendes und authentisches Abbild der Gesellschaft, die nach dem Ende des Ersten Weltkrieges zutiefst verunsichert, zerrüttet und traumatisiert war. Das große Profilbildnis unten rechts ist ein Selbstporträt des Künstlers, der sich als Teil der bürgerlichen Welt versteht. Prachtvoller Druck mit dem vollen Rand, rechts und links mit dem Schöpfrand.

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Los 7158Grosz, George
Studie

Auktion 113

Ergebnis
677€ (US$ 787) *

Details

Studie
Photolithographie auf Velin. 1922/23.
26 x 18 cm (36 x 26,5 cm).
Signiert "Grosz".
Dückers S I, 53.

Nach einer Zeichnung von 1922, entstanden für "Ecce Homo". Die Auflage betrug 50 signierte Handpressendrucke mit geprägtem Rand. Blatt 53 der Folge "Ecce Homo". Ausgezeichneter Druck mit Rand.

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Los 8009Grosz, George
Im Café

Auktion 113

Ergebnis
3.690€ (US$ 4,291) *

Details

Im Café
Feder in Schwarzbraun, laviert, auf Velin. 1913.
27,3 x 15,8 cm (Passepartoutausschnitt).
Unten rechts mit dem Signaturstempel "Grosz", verso die Registriernummer "2.111.8".

Verhärmt und einsam sitzt der alte Mann mit Hut und Gehstock an seinem Tisch im Caféhaus. Es ist noch nicht der um 1915 einsetzende "messerscharfe Stil", mit dem George Grosz die Szenerie umreißt, sondern der nervös schwingende Federstrich der frühen Berliner Zeit mit seinen zügigen, fedrigen und lockeren Linien und den leicht lavierten Schattierungen, in denen stellenweise die Tusche zu dunklen Klecksen verlaufen darf und den Umrissen stellenweise eine ungewohnte Schwere verleiht. Motiv und Zeichenstil stehen in schönem Einklang miteinander.
Im Jahr 1912 war Grosz nach einem Intermezzo bei Richard Müller an der Akademie in Dresden zurückgegangen nach Berlin, an die Kunstgewerbeschule zu Emil Orlik. Grosz zeichnete dort die Pariser "5-Minuten-Croquis" und genoss in diesen kurzen Berliner Vorkriegsjahren in vollen Zügen das Großstadtleben, er "schwamm (...) vergnügt im Strom des Friedrichstraßen-Hurenkorsos, der (billigen) Nachtlokale, des Heinrich-Zille-Balls oder der Admiralspalastredoute. Heute weiß ich, dass ich einen Weltuntergang miterlebt habe, und dass die letzten Jahre dieser versunkenen Welt die unbewußtesten und daher glücklichsten meines Lebens gewesen sind" (F. Ahlers-Hestermann, Ausst.-Kat. Berlin, Akademie der Künste, 1962, S. 23).


Provenienz: Peter H. Deitsch, New York (mit dessen Klebeetikett auf der Rahmenrückseite)

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Los 8084Grosz, George
Seitenansicht eines sich bückenden weiblichen Aktes

Auktion 113

Ergebnis
1.230€ (US$ 1,430) *

Details

Seitenansicht eines sich bückenden weiblichen Aktes
Bleistift auf Velin. 1915.
26,6 x 20,4 cm.
Verso mit dem Nachlaßstempel und der Registriernummer "5/30/10".

Meisterlich zeichnet Grosz einen sich bückenden Akt in einer den Künstler herausfordernden Perspektive und Haltung.
Verso mit einer weiteren Bleistiftstudie einer weiblichen gebückten Figur.

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Los 8085Grosz, George
Stehender weiblicher Akt von der Seite mit angehobenen Arm

Auktion 113

Ergebnis
1.230€ (US$ 1,430) *

Details

Stehender weiblicher Akt von der Seite mit angehobenen Arm
Bleistift auf Velin. 1912-13.
14 x 20 cm (Passepartoutausschnitt).
Verso mit dem Nachlaßstempel und der Registriernummer "5/10/2".

In klarer Kontur zeichnet Grosz die weibliche Aktfigur im Profil. Er beschreibt die Rundungen ihrer Silhouette mit gesetzten Strichen, kleine Schraffuren modellieren die Plastizität am Rücken, Gesäß und den Oberschenkeln hervor.
Verso mit einer weiteren Bleistiftstudie einer männlichen Figur in Rückenansicht.

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Los 8106Grosz, George
Drei Soldaten

Auktion 113

Ergebnis
8.610€ (US$ 10,012) *

Details

Drei Soldaten
Feder in Schwarz auf Skizzenpapier, auf Karton aufgezogen. Wohl 1932.
56 x 36,7 cm.
Unten rechts mit Feder in Schwarz (später) signiert "George Grosz", datiert "1943", gewidmet "Bert Brecht zur Erinnerung an die '3 Soldatenzeit'" und mit der Ortsangabe "Douglaston".

Im krassen Gegensatz von Reichen, die am üppig gedeckten Tisch sitzen, sowie dem Überfluss der Ladenauslagen im Parterre einerseits sowie dem Elend der drei Kriegsversehrten andererseits, die vor dem Haus auf der Straße auf Almosen warten, prangert Grosz pointiert die soziale Ungleichheit an. Im Jahr 1932 erschien das Kinderbuch "Die drei Soldaten" von Bertolt Brecht mit Illustrationen von George Grosz, das damals jedoch wohl nicht an den Handel ausgeliefert wurde. Grosz' 25 Illustrationen entstanden in enger Zusammenarbeit mit Brecht und verbildlichen mit spitzer Feder den provokanten, polemischen Ton der Verse. Dass Brecht den damals höchst umstrittenen Grosz als Illustrator für sein Kinderbuch auswählte, spiegelt seinen innovativen Anspruch und seine revolutionäre Grundhaltung. Unterhalb der Darstellung mit Bleistift bezeichnet "5. Bild Krieg ist aus, die Reichen sitzen in ihrem Haus - anstatt 'Vaterländ. Gedicht' 'macht Brecht neues Gedicht (?)'".
Ralph Jentsch ist die Zeichnung bekannt.

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Los 8109Grosz, George
Gratulation

Auktion 113

Ergebnis
1.845€ (US$ 2,145) *

Details

Gratulation
Aquarell und Bleistift auf Velin. 1959.
21,7 x 16,3 cm.
Signiert "George" und gewidmet.

Den Kopf erhoben und den Hut mit einer Hand abnehmend, überreicht der Dargestellte einen großen Blumenstrauß als Überbringung von Glückwünschen. Durch den Schriftzusatz "To/ my dear friend/ Erich May 3, 59" handelt es sich unverkennbar um freundschaftliche Grüße seitens des Künstlers.
Grosz studiert von 1909 bis 1911 an der Kunstakademie in Dresden und anschließend von 1912 bis 1916 an der Kunstgewerbeschule in Berlin, wo er Emil Orliks Schüler wird. Ab 1913 arbeitet er im Atelier von Colarossi in Paris. Grosz meldet sich 1914 als Freiwilliger zum Ersten Weltkrieg, wird nach einer Erkrankung jedoch kriegsunfähig. 1916 gründet er gemeinsam mit Wieland Herzfelde und Franz Jung die erste Dada-Zeitschrift „Neue Jugend“. 1917 erscheint die „Kleine Grosz-Mappe“, die als frühes Beispiel des Berliner Dadaismus gilt. Gemeinsam mit Raoul Hausmann und Richard Huelsenbeck nimmt Grosz im Folgejahr am ersten dadaistischen Vortragsabend in der Berliner Sezession teil. Zwischen 1919 und 1920 gründet er weitere Kunstzeitschriften wie z.B. „Die Pleite“ und „Der blutige Ernst“. Seine satirischen Karikaturen führen zu einigen Prozessen gegen ihn, die Inhalte seiner graphischen Serien bringen ihm Verurteilungen wegen Pornografie und Gotteslästerung ein. In den 1920er Jahren beteiligt er sich an mehreren Ausstellungen, so etwa an der Schau „Novembergruppe“ von 1929. Anfang der 1930er Jahre reist Grosz als Gastdozent nach New York, wenige Jahre später übersiedelt er gänzlich in die USA. Mit der Machergreifung der Nationalsozialisten werden seine Werke als "entartet" diffamiert und zahlreiche seiner Arbeiten aus Museen entfernt. Ab 1940 arbeitet Grosz als Professor an der Columbia University New York und gründet 1953 eine eigene private Kunstschule in Long Island. 1959 kehrt er nach Berlin zurück, wo er noch im selben Jahr verstirbt.

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Los 8226Grosz, George
Der Zuchthäusler

Auktion 113

Ergebnis
7.380€ (US$ 8,581) *

Details

Der Zuchthäusler
Lithographie auf Velin. 1919.
46,2 x 34,4 cm (62,9 x 51,4 cm).
Signiert "Grosz" und numeriert "9". Auflage 40 Ex.
Dückers E 52.

Herausragendes lithographisches Einzelblatt des Künstlers, mit dem Zuchthäusler als Helden der Komposition. In ungewöhnlich großem Format zeichnet Grosz links den schlicht und einfach stehenden Gefangenen, ganz bei sich und ruhig vor sich hinblickend, während sich rechts im Bild - in Freiheit! - das Grosz'sche Leben tummelt: Lasterhaftigkeit, Trunksucht, Hurerei finden sich dort verkörpert in den Besuchern, an den Cafétischen, alles mit spitzer Feder, immensem Können, mit Witz und Ironie gezeichnet. Ironischerweise kurz bevor Grosz selber vor Gericht stand - die 1920 auf der Dada-Messe ausgestellte Mappe "Gott mit uns" war Anlass, ihn wegen Beleidigung der Reichswehr zu verklagen; die Verhandlung fand am 20. April 1921 statt, und das Gericht verurteilte Grosz zu einer Geldstrafe von 300 Mark, den Verleger Wieland Herzfelde zu 600 Mark Buße, verfügte zudem die Einziehung und Vernichtung der Platten und Formen und sprach dem Reichswehrministerium die Publikationsbefugnis zu -, stellt er den Zuchthäusler als die am vernünftigsten erscheinende Figur angesichts der Verkommenheit und Verlogenheit der Gesellschaft dar.
Zuerst abgebildet wurde das Blatt in "Der blutige Ernst", 1. Jg., 1919, Nr. 3, unter dem Titel "Ende eines Kriegsberichterstatters?", und später, 1922, bei Mynona. Erschienen in kleiner Auflage von 40 Exemplaren, zudem mindestens zwei Probedrucke und sechs Exemplare ohne Nummer, die Auflage zum Teil auf Bütten gedruckt, im Verlag der Galerie Hans Goltz, München 1920. Brillanter, schwarzer Druck mit breitem Rand. Äußerst selten.

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Los 3170Grosz, George
Über alles die Liebe

Auktion 113

Zuschlag
120€ (US$ 140)

Details

Grosz, George. Über alles die Liebe. 60 neue Zeichnungen. 3 Bl. und 60 ganzs. Zeichnungen auf 120 Seiten. 27,5 x 20 cm. Illustr. OKart. (etwas gebräunt und leicht fleckig). Berlin, Br. Cassirer, 1930.
Lang 56. – Erste Ausgabe. Mit einem Vorwort des Künstlers: "... Ich erhebe meine Hand und grüße das ewige menschliche Gesetz ... und die fröhliche nichtswürdige Unabänderlichkeit des Lebens!" (Schlußsatz). – Innen sauberes, insgesamt wohlerhaltenes Exemplar der seltener Ausgabe mit dem illustr. Originalumschlag.

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Los 3187Grosz, George
Abrechnung folgt!

Auktion 112

Zuschlag
170€ (US$ 198)

Details

Grosz, George. Abrechnung folgt! 57 politische Zeichnungen. 61 S., 1 Bl. 25,3 x 18,7 cm. Farbig illustr. OUmschlag (etwas gebräunt). Berlin, Malik, 1923.
Kleine revolutionäre Bibliothek, Band 10. Hermann 151. Gittig 75. Herzfelde 75. Ars Libri 47. Lang 39. Bülow 53. Düsseldorf 375.Wie üblich papierbedingt leicht gebräunt, aber sehr schönes Exemplar.

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Los 3188Grosz, George
Das Gesicht der herrschenden Klasse

Auktion 112

Zuschlag
80€ (US$ 93)

Details

Grosz, George. Das Gesicht der herrschenden Klasse. 57 politische Zeichnungen. III. erweiterte Auflage. 13.-25. Tsd. 63 S. 25 x 17,5 cm. Farbig illustr. Orig.-Broschur(etwas gebräunt und berieben). Berlin, Malik, 1921.
Kleine revolutionäre Bibliothek, Band IV. Hermann 161. Gittig 31. Herzfelde 31. Ars Libri 29. Lang 25. Bülow 26. – Um zwei Zeichnungen erweiterte Ausgabe, erschien im Jahr der Erstausgabe. Auch die Einbandzeichnung ist bei dieser Auflage verändert ("'s riecht hier nach Pöbel!"). – Etwas gebräunt; teils etwas braunfleckig, sonst sehr gutes Exemplar.

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Los 3189Grosz, George
Das neue Gesicht

Auktion 112

Zuschlag
180€ (US$ 209)

Details

Grosz, George. Das neue Gesicht der herrschenden Klasse. 60 neue Zeichnungen. 126 S., 1 Bl. 27,5 x 20 cm. Schwarzer OLeinenband mit Goldprägung. Berlin, Malik, 1930.
Hermann 170. Gittig 232. Lang 54. – Erste Ausgabe. Mit den S. 56-57 "Hitler, der Retter". – Exlibris; sehr gutes Exemplar.

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Los 3191Grosz, George
Über alles die Liebe

Auktion 112

Zuschlag
140€ (US$ 163)

Details

Grosz, George. Über alles die Liebe. 60 neue Zeichnungen. 3 Bl. 120 S. 26 x 20 cm. Neuerer schwarzer Leinenband mit Goldprägung. Berlin, Bruno Cassirer, 1930.
Bülow 91. Lang 56. Bittner 35. – Erste Ausgabe. Mit einem Vorwort des Autors und Künstlers: "Ich erhebe meine Hand und grüße das ewige menschliche Gesetz ... und die fröhliche nichtswürdige Unabänderlichkeit des Lebens!" – Minimal gebräunt; insgesamt sauberes Exemplar.

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Los 8137 [*]Grosz, George
Hommage à Renoir

Auktion 110

Ergebnis
24.600€ (US$ 28,605) *

Details

Hommage à Renoir
Öl auf Leinwand. 1938.
66,1 x 51,2 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Rot signiert "Grosz".

Grosz' stehender Rückenakt ist in einem Harem-ähnlichen Interieur dargestellt. "Festzuhalten bleibt, dass die Rückenfiguren zu den besten Werken dieses Themas zählen." (Birgit Möckel, George Grosz in Amerika, Frankfurt u.a. 1997, S. 132). Mit Beginn des Jahres 1937 wendet Grosz sich wieder in größerem Umfang der Aktmalerei zu. Bereits in den Berliner Jahren hatte ihm seine Frau Eva Modell gestanden. Wie prägend ihre weibliche Erscheinung für seine künstlerische Arbeit wurde, beschreibt der befreundete Schriftsteller Walter Mehring u.a. so: „Wo immer (Grosz) die weibliche Figur in ihrer üppigen Vollendung anbringen wollte, in seinen Aktstudien der Rubens- und Bouchermanier, erschien ihm leibhaftig Eva. Kaum ein anderer Künstler hat so monoman, so behext eine Geliebte, die eigene Frau bis zur Erschöpfung in allen ersinnlichen Stellungen abgezeichnet, nach der Natur entblößt und an die Leinwand gemalt“. Ebenfalls 1938 malte Grosz einen Doppelakt, den er 'Hommage to Rubens' betitelte. Grosz verehrte Breughel, Bosch, Courbet und nicht zuletzt Renoir. In einem 1946 verfassten Brief an Elisabeth Lindner, einer Tante seiner Frau, beschreibt er die doppelte Natur seiner Aktmalerei: "Malte auch die andere Seite. Viele Akte - die Frau ist für mich Leben, Zukunft, Trägerin des Kommenden. Sie stelle ich positiv dar - obwohl oft in von Winden (Gedanken und Melodien) bewegter Szenerie. Renoir hat niemals die Vision gehabt von einer Frau, eine seiner so schön gemalten Akte, angebrannt, zerschunden oder zerstört. Man kann solcherlei Gabe bewundern. Ich meine die Gabe, die einer besitzt, seine bukolisch-arkadische Welt zu beschwören - ich habe diese so wunderbare Gabe nur halb - meine Welt ist vornehmend eine düstere, a haunted one, wie sie hier über mich sagten - aber hie und da (welche Spaltung) gibt es auch Gegenden ohne Furcht, Schmerz, und Krieg, Gegenden, wo Nymphen leben und eine eigene Sinnlichkeit". Verso mit dem Nachlaßstempel und Numerierung I-A5-7.

Provenienz: Atelier des Künstlers, Douglaston, Long Island, 1938
Nachlass George Grosz, 1959
Sheldon Ross Gallery, Birmingham, MI
Privatsammlung, New York


Ausstellung: George Grosz. Nudes, Long Island, Northport, Country Life Art Center, 1958, Kat.-Nr. 1

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Los 8139 [*]Grosz, George
shipwrecked

Auktion 110

Ergebnis
9.840€ (US$ 11,442) *

Details

"shipwrecked"
Rohrfeder und Feder in Schwarz auf strukturiertem Strathmore-Velin. 1935.
48,2 x 63,7 cm.
Unten rechts mit Feder in Braun signiert "Grosz", unten mittig mit Bleistift betitelt, numeriert "9" sowie verso mit dem Nachlaßstempel, dort numeriert "4 62 9".

Grosz erhielt 1932 einen Lehrauftrag als Gastdozent an der Kunstschule der Art Students League in New York. Nach einer kurzen Rückkehr nach Deutschland siedelte er 1933 mit seiner Familie endgültig nach New York über. Dort eröffnete er eine Kunstschule mit Maurice Stern und unterrichtete dort sowie in der Art Students League. Ingesamt verbrachte er eine lange Schaffenszeit von 1932 bis 1959 in den USA.
Die Zeichnung "shipwrecked" entstand also während Grosz' früher Emigrationszeit. Es ist eine Vision des Grauens, die er uns vorführt: Tod und Verderbnis beherrschen die Szene um die drei Schiffbrüchigen, von denen zwei Halbtote bereits von Fliegen umschwirrt werden, während der letzte Lebendige, mit einem Messer bewaffnet, nachdenklich seine sterbenden Gefährten betrachtet. Wahrscheinlich spielt Grosz auf die grausamen Zustände in Hitlerdeutschland an, schließt also an seine gesellschaftskritisch-satirischen Werke der 1910er und 1920er Jahre an, bewegt sich jedoch in einem vorher kaum so drastisch geschilderten Bereich menschlichen Grauens.

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Los 3176Grosz, George
Ecce Homo (Ausgabe D)

Auktion 110

Zuschlag
350€ (US$ 407)

Details

(Grosz, George. Ecce Homo). 2 Bl. (Inhalt und Druckvermerk; ohne den Titel). Mit 84 lithographische Tafeln. 35,2 x 26,5 cm. Illustrierte OKartonage (stark lädiert). (Berlin 1923).
Hermann 156. Gittig 59. Herzfelde 59. Diese Ausgabe nicht bei Ars Libri. Lang 38. – Exemplar der einfachen Ausgabe "D", die ohne die 16 Chromokartons erschien. – Es fehlt der Titel. Gebräunt, untere Ecke leicht gestaucht. Abgesehen vom Einbanddefekt von ordentlicher Erhaltung, die Tafeln ohne Papierläsuren.

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Los 3177Grosz, George
Hintergrund

Auktion 110

Zuschlag
200€ (US$ 233)

Details

Grosz, George. Hintergrund. 17 Zeichnungen zur Aufführung des "Schwejk" in der Piscator-Bühne. Titelblatt und 17 Bl. Zeichnungen von George Grosz. 17,5 x 26,5 cm. Lose Blatt in illustrierter OKarton-Mappe (gebräunt und etwas fleckig, mit Randknicken, Mappenflügel teils eingerissen, stellenweise unfachmännisch hinterlegt). Berlin, Malik, 1928.
Hermann 165. Gittig 191. Herzfelde 191. Ars Libri 66. Lang 51. Dückers M VI. – Erste Ausgabe. Mit den zeitweise wegen Gotteslästerung verbotenen und beschlagnahmten Blättern 2, 9 und 10. Größe der Blätter: ca. 17 x 26 cm. – Titelblatt leicht stockfleckig, sonst sehr schön und nahezu fleckenfrei.

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Los 3178Grosz, George
Über alles die Liebe

Auktion 110

Zuschlag
140€ (US$ 163)

Details

Grosz, George. Über alles die Liebe. 60 neue Zeichnungen. 3 Bl. 120 S. 27,5 x 21 cm. Roter OLeinenband (etwas fleckig und berieben) mit illustriertem OSchutzumschlag (etwas stärker fleckig und berieben, mit restaurierten Fehlstellen, verso hinterlegt, Rücken gebräunt). Berlin, Bruno Cassirer, 1930.
Bülow 91. Lang 56. Bittner 35. – Erste Ausgabe. Mit einem Vorwort des Autors und Künstlers: "Ich erhebe meine Hand und grüße das ewige menschliche Gesetz ... und die fröhliche nichtswürdige Unabänderlichkeit des Lebens!" – Anfangs und am Schluss minimale, unbedeutende Stockflecken. Nur im Rand schwach gebräunt. Sauber und wohlerhalten.

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Los 8078Grosz, George
"Gute Zeit" (Selbstportrait mit Raubvogel und Ratte)

Auktion 109

Ergebnis
14.760€ (US$ 17,163) *

Details

"Gute Zeit" (Selbstportrait mit Raubvogel und Ratte)
Feder in Schwarz, Aquarell und Deckweiß auf MBM-Bütten. 1940.
63,5 x 48 cm.
Unten links mit dem Signaturstempel, verso unten links mit Bleistift betitelt, numeriert "297" sowie mit der gestempelten Nachlassnummer "4 13 8".

Grosz erhielt 1932 einen Lehrauftrag als Gastdozent an der Kunstschule der Art Students League in New York. Nach einer kurzen Rückkehr nach Deutschland siedelte er 1933 mit seiner Familie endgültig nach New York über. Dort eröffnete er eine Kunstschule mit Maurice Stern und unterrichtete dort sowie in der Art Students League in den folgenden Jahren. Ingesamt verbrachte er eine lange Schaffenszeit von 1932 bis 1959 in den USA.
Unser charaktervolles Selbstportrait entstand während seiner Emigrationszeit. Während Grosz sich selbst seelenruhig an seinem mit Malutensilien überladenen Tisch zeichnet, spielt sich um ihn herum eine apokalyptische Vision ab: Oben rechts hält ein Raubvogel mit ausgebreiteten Schwingen eine Ratte im Schnabel, am unteren Bildrand windet sich eine Schlange und es kreucht und fleucht allerlei Käfergetier im Bild herum. Dramatisch und grausam inszeniert Grosz diese Szenerie um ihn, den abgeklärten Realisten, herum. Sicherlich möchte er hiermit auf die grausamen Zustände im Hitler-Deutschland anspielen und schließt somit an seine gesellschaftskritisch-satirischen Werke der 1910er und 1920er Jahre an.

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Los 8080Grosz, George
Bahndamm

Auktion 109

Ergebnis
3.198€ (US$ 3,719) *

Details

Bahndamm
Umdrucklithographie auf Ingres ICA France-Bütten. 1912.
17,1 x 26,6 cm (32,1 x 48 cm).
Signiert "Grosz". Auflage 12 Ex.
Dückers E 4.

Grosz hat das Blatt wohl später signiert. Rückseitig mit dem Nachlaßstempel und der Numerierung "7 202 10". Prachtvoller, lebendiger Druck mit breitem Rand, unten mit dem Schöpfrand. Extrem selten.

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Los 8515 [^]Grosz, George
Orgie

Auktion 109

Ergebnis
8.610€ (US$ 10,012) *

Details

Orgie
Feder in Schwarz, laviert, auf dünnem Zeichenpapier. 1913.
23 x 23 cm.
Unten rechts mit Feder in Schwarz signiert "Groß" und datiert "13.", verso im unteren Rand mit dem violetten Nachlaßstempel und der Registriernummer in Tusche "3 34 7", zusätzlich mit der Bezeichnung "L4 Nr. 918".

Halb entblößt tanzt eine Frau auf dem Tisch eines Berliner Nachtlokals. Sie hebt ihren Rock, das Gesicht tief verschattet von Trunkenheit, und ist auf allen Seiten umgeben von gierig nach ihr greifenden Männern und einem leidenschaftlich zusammenfindenden Paar. Die Kommunikation zwischen den Geschlechtern ist in der grotesken Szene auf das sexuelle Begehren reduziert. Es ist noch nicht der um 1915 einsetzende "messerscharfe Stil", mit dem George Grosz die entfesselte Szenerie umreißt, sondern der nervös schwingende Federstrich der frühen Berliner Zeit mit seinen zügigen, lockeren Linien und leicht lavierten Schattierungen, in denen stellenweise die Tusche zu dunklen Klecksen verlaufen darf. Zeichenstil und Motiv stehen hier in höchstem Einklang miteinander.
Im Jahr 1912 war Grosz nach einem Intermezzo bei Richard Müller an der Akademie in Dresden zurückgegangen nach Berlin, an die Kunstgewerbeschule zu Emil Orlik. Grosz zeichnete dort die Pariser "5-Minuten-Croquis" und genoss in diesen kurzen Berliner Vorkriegsjahren in vollen Zügen das Großstadtleben, er "schwamm ... vergnügt im Strom des Friedrichstraßen-Hurenkorsos, der (billigen) Nachtlokale, des Heinrich-Zille-Balls oder der Admiralspalastredoute. Heute weiß ich, dass ich einen Weltuntergang miterlebt habe, und dass die letzten Jahre dieser versunkenen Welt die unbewußtesten und daher glücklichsten meines Lebens gewesen sind" (F. Ahlers-Hestermann, Ausst.-Kat. Berlin, Akademie der Künste, 1962, S. 23).


Orgy
Pen and black ink, with wash, on thin drawing paper. 1913.
23 x 23 cm.
Signed with pen in black lower right "Groß" and dated "13.", on the verso in the lower margin the estate stamp in violet, numbered "3 34 7", and inscribed "L4 Nr. 918".

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Los 8516 [^]Grosz, George
Taverne du midi

Auktion 109

Ergebnis
2.091€ (US$ 2,431) *

Details

Taverne du midi
Umdrucklithographie auf bräunlichem Maschinenpapier. 1915/1916.
24,2 x 18,5 cm (40 x 27,6 cm).
Signiert "Grosz" und numeriert "3", verso im unteren Rand mit dem violetten Nachlaßstempel und der Registriernummer in Tusche "7 211 2", zusätzlich mit der Bezeichnung "L6 Nr. 103" und "PMG 248". Auflage 15 Ex.
Dückers E 30.

George Grosz trug sich offenbar mit dem Gedanken, eine Reihe von Illustrationen zu Rachildes (d.i. Marguerite Eymery) Roman "Der Liebesturm" anzufertigen, zu denen auch die "Taverne du midi" gehört. Es ist das Bordell aus dem Text, das den Hintergrund der drastischen Szene bildet. Einer der bei Dückers verzeichneten Drucke aus dem Nachlass. Prachtvoller Druck mit dem vollen Rand.


Taverne du midi
Transfer lithograph on brownish paper. 1915/1916.
24,2 x 18,5 cm (40 x 27,6 cm).
Signed "Grosz" and numbered "3", on the verso with the estate stamp in violet, numbered "7 211 2", inscribed "L6 Nr. 103" and "PMG 248". Edition of 15.
Dückers E 30.

Grosz intended to illustrate Rachilde's (Marguerite Eymery's) novel "Der Liebessturm". In the background of its dramatic setting, his lithograph "Taverne du midi" shows the whorehouse from this text. A very good impression with full margins.

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Los 8517 [^]Grosz, George
Attentat

Auktion 109

Ergebnis
4.428€ (US$ 5,149) *

Details

Attentat
Lithographie auf Bütten. 1915.
19 x 24,3 cm (24,3 x 32 cm).
Signiert "Grosz" und numeriert "6", verso im unteren Rand mit dem violetten Nachlaßstempel und der Registriernummer in Tusche "7 210 7", zusätzlich mit der Bezeichnung "L6 Nr. 237" und "9833".
Dückers E 29.

"Fliegerbombe" betitelte Grosz die eng verwandte Federzeichnung desselben Jahres. Laut Dückers wurden vermutlich nur 15 Exemplare gedruckt. Prachtvoller, kräftiger und herrlich körniger Druck mit dem vollen Rand. Selten.


Attentat
Chalk-lithograph on laid paper. 1915.
19 x 24,3 cm (24,3 x 32 cm).
Signed "Grosz" and numbered "6", on the verso the estate stamp in violet, numbered "7 210 7", inscribed "L6 Nr. 237" and "9833".
Dückers E 29.

According to Dückers the edition was only about 15. A superb impression with full margins. Rare.

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Los 8519 [^]Grosz, George
Zwei Männer

Auktion 109

Ergebnis
4.428€ (US$ 5,149) *

Details

Zwei Männer
Umdrucklithographie auf Bütten. 1915/1916.
26,2 x 20,6 cm (40,5 x 32,3 cm).
Signiert "Grosz" und numeriert "6".
Dückers E 36.

Im Unterrand von fremder Hand betitelt "Zwei Männer am Tisch" und datiert. Laut Dückers wurden vermutlich nur 15 Exemplare gedruckt. Prachtvoller, schön differenzierter Druck mit dem vollen, sehr breiten Rand. Selten.


Zwei Männer
Transfer lithograph on laid paper. 1915/1916.
26,2 x 20,6 cm (40,5 x 32,3 cm).
Signed "Grosz" and numbered "6".
Dückers E 36.

According to Dückers the edition was only about 15. A superb, fine impression with full margins. Rare.

Provenienz: Ketterer, München, 10. Auktion 1973, Nr. 484
Galerie Nierendorf, Berlin 1977, Nr. 22

Ausstellung: "Licht und Schatten", Galerie Nierendorf, Berlin 1977, Nr. 22

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Los 8520 [^]Grosz, George
Deutsches Straßenbild

Auktion 109

Ergebnis
2.952€ (US$ 3,433) *

Details

Deutsches Straßenbild
Lithographie auf faserigem Japan. 1916.
16,1 x 14 cm (35 x 27,4 cm).
Signiert "Grosz".
Dückers E 37.

Nr. 1 der "Publikationen um die Neue Jugend". Laut Dückers wurde vom Herausgeber, dem Verlag Neue Jugend, Berlin, eine Auflage von 200 Exemplaren angekündigt und dort auch in einem Werbeprospekt abgebildet, jedoch ist das Blatt sehr selten. Prachtvoller, klarer Druck mit dem vollen Rand.


Deutsches Straßenbild
Pen-lithograph on fibrous Japan paper. 1916.
16,1 x 14 cm (35 x 27,4 cm).
Signed "Grosz".
Dückers E 37.

A very good, clear impression with full margins, extremely rare.

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Los 8521 [^]Grosz, George
Friedvolle Rheinlandschaft

Auktion 109

Ergebnis
3.444€ (US$ 4,005) *

Details

Friedvolle Rheinlandschaft
Lithographie auf Japon nacré. 1915/1916.
17,2 x 11,7 cm (34,5 x 27,2 cm).
Signiert "Grosz".
Dückers E 39.

Zwar wurde eine Auflage in Höhe von 200 Exemplaren angekündigt, jedoch ist das Blatt laut Dückers sehr rar. Blatt 5 der "Publikationen um die Neue Jugend", herausgegeben als signierter Sonderdruck der Reproduktion in "Neue Jugend", 1. Jg., Heft 10, 1916. Insgesamt erschienen in dieser Publikationsreihe elf Sonderdrucke auf qualitätvollem Papier und ohne die typographischen Bezeichnungen, alle von außergewöhnlicher Seltenheit. Prachtvoller Druck mit breitem Rand. Sehr selten.


Friedvolle Rheinlandschaft
Pen-lithograph on Japon nacré. 1915/1916.
17,2 x 11,7 cm (34,5 x 27,2 cm).
Signed "Grosz".
Dückers E 39.

A very good impression with full margins. Extremely rare.

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[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.

* Alle Angaben inkl. 23% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.“


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