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Lot 2601, Auction  127, Napoleon I. Bonaparte, Kaiser der Franzosen, Beförderungs-Urkunde Napoleons als 1. Konsul der Republik. 1803

Napoleon I. Bonaparte, Kaiser der Franzosen
Beförderungs-Urkunde Napoleons als 1. Konsul der Republik. 1803
Los 2601

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300€ (US$ 341)

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Napoleon I. Bonaparte, Kaiser der Franzosen (1769-1821). Urkunde m. U. "Bonaparte". Druck und Handschrift auf Pergament. 1 S. Mit Oblatensiegel, gestoch. Titelvignette und den Kopftiteln "Republique Française" und "Département de la Guerre". Folio. Paris "Le trente fructidor de l'an Onze de la République" (1803).
Napoleon als Erster Konsul der Republik unterzeichnet die Beförderung des Jean Baptiste Bernard Maintenay zum "Capitaine du Génie". Mit tabellarischer Angabe seiner Laufbahn und seiner Teilnahme an der Eroberung von Mainz. - Mitunterzeichnet vom Kriegsminister Alexandre Berthier, Prince de Neuchâtel, Fürst von Wagram (1753-1815). - Gut erhaltene Pergament-Urkunde aus der ersten Phase der Regierung Napoleons. - Der Namenszug "Bonaparte" wird von manchen Forschern der Hand seines Sekretärs Hugues Bernard Maret (des späteren Herzogs von Bassano) zugeschrieben, doch ist dies nicht erwiesen.

Lot 2602, Auction  127, Soubise, Charles de Rohan, Prinz von, 2 Briefe an eine Hoheit in Darmstadt. 1758

Soubise, Charles de Rohan, Prinz von
2 Briefe an eine Hoheit in Darmstadt. 1758
Los 2602

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200€ (US$ 227)

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Soubise, Charles de Rohan, Prinz von, franz. Feldmarschall unter Ludwig XV., bei Roßbach besiegt, später dennoch zum Marschall von Frankreich erhoben (1715-1787). 2 Briefe m. U. "Charles de Rohan Pr. de Soubise". Zus. 3 S. Folio und 4to. Kassel 16.I. und Westhofen 7.XI.1758.
Im Siebenjährigen Krieg an eine Hoheit in Darmstadt, der er von seinem Treffen mit dem Erbmarschall der Landgrafschaft Hessen, Baron Friedrich Georg Riedesel zu Eisenbach (1703-1775) in Kassel berichten sollte. "... je l'ay trouvé à mon arrivée icy du nombre des personnes principalles qu'il a été jugé nécessaire d'y retenir, et j'ay cherché Les moyens de pouvoir me prêter aux désirs de Votre Altesse, les circonstances malheureusement sont devenus moins favorables que jamais et dans celle ou nous nous trouvons, il n'est pas encore possible de pouvoir le degager de la parole qu'il a donnée de ne pas s'écarter de Cassel ...". - Im März mußten die Franzosen das bis dahin besetzte Kassel räumen, und sie nahmen Riedesel wegen angeblich zu wenig gezahlter Kontributionen als Geisel mit nach Straßburg. - Der zweiten Brief, an dieselbe Hoheit in Darmstadt gerichtet, ist ein Dankschreiben. "... Je suis pénétré de la bonté avec laquelle votre altesse veut bien prendre part à ma satisfaction sur le garde dont le Roy vient de m'honnorer ...". - Dabei: Helene, Herzogin von Orléans, geb. Prinzessin zu Mecklenburg-Schwerin, Ehrenbürgerin von Eisenach (1814-1858). Eigh. Brief m. U. "Helene". In deutscher Sprache. 3 S. Mit schwarz gesiegeltem Umschlag. Gr. 8vo. Tuileries 5.I.1842. - Eigenhändig an den Mediziner Karl Wilhelm Stark, Geheimer Hofrat und Professor an der Universität Jena (1787-1845). Herzlicher und ausführlicher Kondolenzbrief zum Tode eines nahen Verwandten. Erwähnt auch seine große Teilnahme bei einem früheren Todesfall in ihrer Familie. - Helene war verheiratet mit Ferdinand Philippe von Orléans, Herzog von Chartres, dem ältesten Sohn des Königs Louis Philippe. Er starb im Jahr des vorliegenden Briefes, und Helenes Bemühungen, ihren Sohn als Anwärter für den Thron von Frankreich zu etablieren, scheiterten 1848 endgültig, so daß sie nach Deutschland floh und sich in Eisenach niederließ. Wegen ihrer vielfältigen karitativen Tätigkeit in Eisenach erhielt sie 1851 dort die Ehrenbürgerschaft.

Lot 2603, Auction  127, Wellington, Arthur Wellesley Herzog von, Brief (Billet) an Mr. Conroy. 1830

Wellington, Arthur Wellesley Herzog von
Brief (Billet) an Mr. Conroy. 1830
Los 2603

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150€ (US$ 170)

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Wellington, Arthur Wellesley Herzog von, englischer Feldmarschall und Staatsmann, Premierminister und Oberbefehlshaber der britischen Armee, neben Blücher Sieger bei Waterloo (1769-1852). Eigh. Brief (Billet) mit Namenszug "Wellington" im Text. 1 S. Mit Trauerrand. London 1.VII.1830.
"The Duke of Wellington presents his Compliment to Mr Conroy and has received his Letter ...". - Etwas gebräunt und rückseitig unfrisch; 1 kleiner Faltenriss.

Lot 2604, Auction  127, Zug am Zuger See, Schuldbeurkundung. Deutsch-schweizer Urkunde in schwarzbrauner Kanzlei-Bastarda auf Pergament.

Zug am Zuger See
Schuldbeurkundung. Deutsch-schweizer Urkunde in schwarzbrauner Kanzlei-Bastarda auf Pergament.
Los 2604

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800€ (US$ 909)

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Zug am Zuger See, Schweiz. Schuldbeurkundung. Deutsch-Schweizer Urkunde in schwarzbrauner Kanzlei-Bastarda auf Pergament. 1 S. auf 1 Bl. 31 Zeilen. Schriftraum 17,5 x 28 cm. Mit 10-zeiliger kalligraphischer Zierinitiale "J", Plica und Siegelbandeinschnitten (ohne das angehängte Siegel). Zug 1531.
Sehr ausführliche, umfangreiche Urkunde in einer feinen Perlschrift-Bastarda auf pfirsichweichem Pergament mit einem Schuldbekenntnis eines Herren Martty Züricher in der Stadt Zug, dem heutigen Hauptort des Schweizer Kantons Zug: "Ich martty Züricher, säßhafft am Zugerberg uff dem hoff genantt, Im placky, Bekenn unnd thue kund, allen menklichen unnd vergich offenlichen, in krafft dis brieffs für mich unnd alle min erben unnd nachkomen [...] das ich schldig bin, unnd gelten soll, etlicher ... bekkannte schuld, Treissig pfundt pfennig geltz [...] der geben ist Zug, uff denstag nach unser lieben frowen tag, zu der lichtmeß, alls man zalte von der gepurt Christj unsers lieben Herren und säligmachers, funffzehen hundert, und dar nach im ein unnd Treissigsten Jare." – Sauberer vertikaler Schnitt ohne Textverlust, wenige Bereibungen an den Falzen und Knicken, sehr sauber geschrieben, gut leserlich. – Beliegt eine weitere, besonders große, umfangreiche Pergamenturkunde über ein Schuldangelegenheit: "Wir Nachbnämpten Bartholomé Wolf", mit Nennung von Zürich, dem Weiler Grüningen, nördlich des Zürichsees, etc. Schweiz 1564. - Ferner: Üly ze Muly. Deutsche Urkunde auf Pergament, wohl aus der Schweiz, Ort Meien bei Wassen im Kanton Uri (?). Datiert 1425.

Lot 2605, Auction  127, Bayros, Franz von, Brief an den österr. Dichter und Burgtheaterdirektor Anton Wildgans. Mit Aquarell. 1918/19

Bayros, Franz von
Brief an den österr. Dichter und Burgtheaterdirektor Anton Wildgans. Mit Aquarell. 1918/19
Los 2605

Schätzung
450€ (US$ 511)

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Bayros, Franz von, österr. Maler und Illustrator (1866-1924). Eigh. Brief m. U. "Bayros". 11/4 S. Folio. O. O. (wohl im Winter 1918/19).

An den Lyriker, Dramatiker und Burgtheater-Direktor Anton Wildgans (1881-1932), den er mit "verehrtester Meister" anspricht. "... Wir würden so gerne Ihrer Einladung schon jetzt folgen ... aber ich habe so riesig zu tun, da die Spartakusleute in Berlin keine Geduld mehr haben, meine Collectivausstellung zu sehen, da heißt es gehörig antauchen, so daß ein ganzer Tag, wie Sie ihn für eine Mödlinger Expedition veranschlagen, nicht gewagt werden kann. Wollen Sie uns den Besuch für die erste Baumblühte [!] gutschreiben? ... Wir lasen, daß Anfang Februar Ihr 'Dies irae' angesetzt ist - da hoffen wir aber sicher, daß Sie sich einmal von dem ja nicht auszuweichenden Ärger bei uns an 'Golasch' und einem herrlichen Kirschwasser erholen kommen ...". - Beiliegend ein Orig.-Aquarell (15,5 x 12,3 cm) auf Karton, mit Bleistift signiert "Moritz". Es zeigt eine große, mit einem Knaben besetzte Kaffeemühle, die hoch über Land fliegt. Auf der Rückseite mit Bleistift in verstellter (Kinder)-Schrift der zugehörige Text: "wie der thony auf seynem Ehroplahn von einem Trackt fon seim schloß zum andern fahrth - Moritzi". - Dazugeklebt eine Zeitungs-Annonce mit Immobilien-Angeboten, unterstrichen das Angebot eines Schlosses im Land Salzburg.

Lot 2606, Auction  127, Crane, Walter, Brief an einen Herrn. 1888

Crane, Walter
Brief an einen Herrn. 1888
Los 2606

Schätzung
150€ (US$ 170)

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Crane, Walter, englischer Maler und Illustrator, als Mitglied des "Arts and Crafts Movement" Mitbegründer des Jugendstils (1845-1915). Eigh. Brief m. U. "Walter Crane". 1 S. 8vo. Shepherd's Bush 24.I.1888.
An einen Herrn, den er nicht angetroffen habe. Schlägt eine neue Verabredung vor.

Lot 2607, Auction  127, Feuerbach, Anselm, Brief aus Rom an seine Stiefmutter. Um 1870

Feuerbach, Anselm
Brief aus Rom an seine Stiefmutter. Um 1870
Los 2607

Schätzung
450€ (US$ 511)

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Feuerbach, Anselm, Maler (1829-1880). Eigh. Brief m. U. "Anselm". 2 S. Doppelbl. Gr. 8vo. Rom, "Dienstag" (um 1870).
An seine Stiefmutter Henriette Feuerbach, die seine künstlerische Entwicklung nachhaltig beeinflusste. "... Seit mich mein Unwohlsein verlassen hat, bin ich ein anderer Mensch. Der Nachklang meiner langsamen italienischen Reise fängt an kostbare Früchte abzusetzen. In acht Tagen wird ein prachtvolles Bild fertig, dank dem Pardelfell. Das Programm für die Wintersaison, so wie ich es fühle, wird wohl das großartigste werden, von allen Jahren. Über sonstige Pläne mache ich Dir später Mittheilung. Ich werde jetzt tägl. arbeiten, allein für das große brauche ich noch viel, viel Daten. Basta. Eine große Bundesfahne wird den Einzug des Königs Emanuel vom Atelier aus begrüßen. - Iphigenie ist noch nicht da, und sollte sie auch verloren sein, so kann ich sie ja jeden Moment besser machen ... Hier sind neue Gesichter, und da meine Gesinnung bekannt, die Sprache geläufig, ist meine Stellung eine vollständig respectirte ...".

Lot 2608, Auction  127, Hanfstaengl, Franz, Brief an den Weimarer Hofmaler Johann Heinrich Schramm. 1845

Hanfstaengl, Franz
Brief an den Weimarer Hofmaler Johann Heinrich Schramm. 1845
Los 2608

Schätzung
300€ (US$ 341)

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Hanfstaengl, Franz, berühmter Photograph, Lithograph und Kunstverleger, der bedeutendste deutsche Porträt-Photograph des 19. Jhdts (1804-1877). Eigh. Brief m. U. "Fr Hanfstaengl" sowie mit Adresse und Siegelresten. 1 S. Gr. 4to. Dresden 5.IX.1845.
An den Sachsen-Weimarischen Hofmaler Johann Heinrich Schramm (1810-1865), adressiert nach Coburg, weitergeleitet nach Jena, mit dem Ersuchen, "mir doch von den Portraiten der Jena'ensischen Profeßoren circa noch 10 zu übersenden; da ich mehrere zu gleicher Zeit anfangen möchte. Vorderhand glaube ich ist es ganz unnöthig, daß ich an die Universität schreibe." Er wolle den Professoren lieber die fertigen Abdrucke zusenden, "weil ihnen dann die Sache klarer vor die Augen treten wird". Der Adressat möge seinen Aufenthaltsort mitteilen, damit Hanfstaengl auch ihm Abdrucke sowie die Originale zusenden könne. "... Hier bin ich tief in Arbeiten vergraben, und ich befinde mich dabey doch beßer als es in Coburg bey dem vielen Nichtsthun der Fall gewesen ist ...". - Von 1835 bis 1844 wohnte Hanfstaengl mit seiner Familie in Dresden, wo er in der königl. Galerie ein Atelier einrichtete, um das große lithographische Werk über die Bestände der Dresdener Galerie herzustellen, von dem bis 1852 195 Blätter erschienen. 1844 siedelte er in das neuerworbene Schloß Pähl am Ammersee über, kam aber jährlich für mehrere Wochen oder auch Monate nach Dresden zurück, um das Galeriewerk weiterzuführen. - Gering tintenfleckig. - Selten.

Lot 2609, Auction  127, Kerkovius, Ida, 2 eigh. Briefe u. 1 Postkarte an Wilfried Range. 1962-1963

Kerkovius, Ida
2 eigh. Briefe u. 1 Postkarte an Wilfried Range. 1962-1963
Los 2609

Schätzung
200€ (US$ 227)

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Kerkovius, Ida, deutschbaltische, aus Riga stammende Malerin und Teppichweberin, Adolf-Hölzel- und Bauhaus-Schülerin (1879-1970). 2 eigh. Briefe und 1 eigh. Postkarte m. U. "Ida Kerkovius". Zus. 31/2 S. Verschied. Formate. Stuttgart-Degerloch 1.XI.1962 - 5.X.1963.
An den Maler Wilfried Range, der ihr Dias von eigenen Werken zur Beurteilung schickte. "... ich habe sehr wenig Zeit. Trotzdem habe ich Ihre Dias alle angeschaut. Ich stelle fest, dass Sie einen ausgesprochenen Sinn u. Begabung für die Farbe haben u. rate Ihnen in dem Sinne weiter zu malen. Die Bilder mit Figuren gefallen mir weniger. No 12 u. 14 sind besser, so sollten Sie weiter arbeiten. Aber das Bild Petruschka u. die Sünderin, ein figürliches Bild, hat natürlich auch seine Berechtigung [1.XI.1962] ... Ja meine Ausstellung hätten Sie sehen sollen, sie hätte Sie sicher interessiert. Es ist wirklich sehr schwer nach einem Farbdias [sic] ein erschöpfendes Urteil abzugeben, daher halten Sie sich nicht strikt danach, was ich sage. Ich kann auch unmöglich über jedes einzelne Dias was sagen, sie gefallen mir nach wie vor in der Farbe, glaube aber, dass die Figuren besser gezeichnet werden könnten. Sie sollten vielleicht einen Akt-Kurs unter guter Leitung mitmachen [17.XII.1962] ... Wollen Sie sich nicht inzwischen meine Ausstellung in Göppingen ansehen im Stadthaus ..." [5.X.1963].

Lot 2610, Auction  127, Kokoschka, Oskar, Brief an Ludwig Goldscheider über sich und Egon Schiele. 1963

Kokoschka, Oskar
Brief an Ludwig Goldscheider über sich und Egon Schiele. 1963
Los 2610

Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)

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Kokoschka, Oskar, Maler, Graphiker und Dramatiker, Hauptmeister des Expressionismus (1886-1980). Eigh. Brief m. U. "OK". 4 S. auf 3 Bl. blauen Papiers mit gedrucktem Briefkopf. Mit dem eigh. Umschlag. Gr. 8vo. Villeneuve (Schweiz) 6.VI.1963.
Umfangreicher, gehaltvoller Brief an den Kunsthistoriker und Verleger Ludwig Goldscheider (1896-1973) in London. Kokoschka bedankt sich für ein Manuskript Goldscheiders, in dem Kokoschkas Leben und Kunst eingehend gewürdigt werden, fühlt sich aber in einem Vergleich zu früheren Größen der Kunstgeschichte überschätzt. "... Es ist mehr Ihrer Güte zuzuschreiben und dem Fehlen eines innern Gleichgewichts der Gesellschaft in gegenwärtiger Zeit, daß es einem dann so vorkommt, weil Alles so abstrakt wird, das Bauen, die bildende Kunst, das Ziel des Lebens selber, als ob man sich dann an die göttlichen Schöpfer von früher allein halten müsste, diese zitieren um nicht in Verzweiflung zu fallen. So erkläre ich mir Ihre unverdiente Anerkennung für das was ich in diesem, leider so kurzen, Leben gemacht habe ... Wir kehrten vorgestern aus Apulien zurück, wo ich glücklich war, reine Landschaft, reine Menschen, arm und würdevoll wie die alten Griechen! Ich habe viel gezeichnet und freue mich es Ihnen zeigen zu können. Peinigend ist es dann die modernen Italiener in den Großstädten zu sehen, in den babylonschen Gefängnissen und slums etwa in Neapel etc. ...". Korrigiert dann einige Aussagen Goldscheiders, berichtet über seine Herkunft, die Laufbahn seines Vaters als Prager Goldschmied und über seine eigene Jugend und kommt schließlich auf Egon Schiele zu sprechen. "... Zum Schluss noch, in Dresden war ich nur 2 Jahre Professor, im 3. Jahr ging ich auf Reisen weil ich, gemäß dem Turnus, dann Rector werden sollte, wozu ich keine Berufung in mir fühlte. - Ob nicht zu viel über Schiele gesagt ist in dem Gespräch? Mich interessiert er nicht, doch die falschen Legenden, die Herr Nierenstein [d. i. dessen Promotor Otto Kallir] im Ausland, U.S.A. in Umlauf brachte, gehen mir auf die Nerven. Was man in Wien von ihm oder mir hält, ist ja irrelevant, nicht? ...". - Schöner Künstlerbrief mit wertvollen biographischen Details.

Lot 2611, Auction  127, Kubin, Alfred, 2 Briefe und 1 Postkarte an Mizi Klein-Gierth. 1933-1935

Kubin, Alfred
2 Briefe und 1 Postkarte an Mizi Klein-Gierth. 1933-1935
Los 2611

Schätzung
900€ (US$ 1,023)

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Kubin, Alfred, österr. Zeichner, Graphiker und Schriftsteller, Meister des Unheimlichen und Phantastischen (1877-1959). 2 eigh. Briefe und 1 eigh. Postkarte m. U. "Alfred Kubin" bzw. "AK"22.VII.1935. Zus. 6 S. Gr. 4to und 8vo. Zwickledt (Wernstein) 1933-1935.
An seine "Jugendfreundin" Mizi Klein-Gierth. Umfang- und inhaltsreiche Briefe mit vielerlei Mitteilungen sowie Kritik an der politischen Entwicklung und den wirtschaftlichen Folgen von Hitlers "Machtergreifung" in Deutschland. Auch über seine Nieren-Erkrankung und andere Leiden bei ihm und seiner Frau gehören zu den Themen. "... Jedenfalls war mir deshalb, in der Einsamkeit des Krankenbettes, alles gleichgültig was 'draussen' in der Welt geschah, so auch die 'Volks-Erhebung' in Deutschland - hintnach sah ich allerdings daß zunächst aus dieser Umgestaltung nur Schaden für meine Person und einen großen Theil meiner Freunde kam. Alle Aufträge die ich noch hatte, wurden abgesagt, ebenso einige Ausstellungen, weil die betreffenden Herren ihre Stellungen verlassen. Später kommt vielleicht eine bessere Zeit für die Kunst, die ... außerhalb der Interessen scheint ... es ging die letzten beiden Jahre schon sehr knapp mit den Einnahmen trotz daß mein Ruf über die Erde ging und ich da alles erreicht was ich erwarten konnte ... Man fasst dies alles als völlig unpolitischer Künstler gar nicht, seit 1914 haben wir eigentlich keine Ruhe mehr ... es ist im Grunde miserabel alles, dennoch hoffe ich wie ein Kork bis zum letzten Atemzug auf dem Meere des Lebens zu schwimmen ohne unterzugehen, denn in all dem Graus wirkt mir die Kunst als Ventil - da mag es noch so barbarisch zugehen, dieser innere Funken bleibt, und siegt schließlich [1.VII.1933] ... Ich war dies Jahr besonders seelisch gedrückt durch die ganzen wirtschaftlichen Verhältnisse - Ich erhalte z. B. zahllose Briefe von Verehrern, aber in materieller Beziehung ergeht es allen ziemlich schlecht - so daß wohl ein starker Bedarf für meine Werke erstanden wäre, aber keine Kaufkraft - Die Verlage für illustrierte Bücher sitzen alle in der Klemme und andrerseits erscheinen ganz unfruchtbare politische Brochuren und Bände, welche uns nur immer wieder vor's Auge führen wie demagogisch zerrüttet unsere ganze Gesellschaft ist ...". Kommt dann auf eine seiner "neuen Lithographien" zu sprechen und resümiert: "... Sonst kann ich berichten, daß mir vieles gelang in meiner Kunst ..." [19.IX.1934]. - Auf der Postkarte, die mit einer gedruckten Zeichnung der Zwickledter Kirche illustriert ist, berichtet Kubin: "... Ich konnte wieder Einiges schaffen, ein Zyklus 'Die Planeten' mit 9 Blatt entstand ..." [22.VII.1935]. - Beiliegend das graphische Dankesblatt für die Glückwünsche zu Kubins 75. Geburtstag, 2 hs. Briefumschläge und 1 Orig.-Photographie (11 x 8,8 cm), die den Künstler mit dem deutsch-böhmischen Schriftsteller Hans Watzlik (1879-1948) an einem Geländer vor Waldhintergrund zeigt, rückseitig von Kubin beschriftet: "Der böhmische Dichter Hans Watzlik. Vorletzte Aufnahme Herbst 30 in Eisenstein; Böhmerwald". - Wertvolle Bekenntnisse des Künstlers vor dem politischen Hintergrund.

Lot 2612, Auction  127, Lenbach, Franz von, Porträt-Photo mit Widmung an Kronprinzessin Luise von Sachsen. 1902

Lenbach, Franz von
Porträt-Photo mit Widmung an Kronprinzessin Luise von Sachsen. 1902
Los 2612

Schätzung
600€ (US$ 682)

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Lenbach, Franz von, hervorragender Porträtist, der Münchener "Malerfürst" (1836-1904). Große Porträt-Photographie, auf Karton gewalzt, m. U. "DF v Lenbach" und längerer Widmung in der Federzeichnung einer Malerpalette. 32,5 x 24 cm (Bildgröße 22,5 x 17 cm). München 7.VIII.1902.
"S. kais. Hoheit der hohen Priesterin der Kunst, Kronprinzessin Louise von Sachsen, geboren zu Arcadien, in größter Bewunderung. Der ganz & gar ergebene D F v Lenbach, Mitarbeiter am Verfall der Kunst". - Die recht unseriös klingende Widmung passte zu der Bewidmeten: Die Kronprinzessin Luise von Österreich-Toskana (1870-1947), die sich 1891 mit dem Prinzen Friedrich August von Sachsen vermählt hatte, begann in diesem Jahr ein äußerst unruhiges Leben mit vielfach wechselnden Aufenthalten, mehreren Liebhabern, neuen Bindungen und insgesamt 8 Kindern von verschiedenen Vätern. - Der Untersatz-Karton an einer Ecke angeknickt, mit leichter Berührung des Fotos.

Lot 2613, Auction  127, Orlik, Emil, Postkarte mit ganzseitiger Federzeichnung. 1897

Orlik, Emil
Postkarte mit ganzseitiger Federzeichnung. 1897
Los 2613

Schätzung
250€ (US$ 284)

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Orlik, Emil, Maler, Graphiker und Kunstgewerbler, Professor an der Kunstgewerbeschule Berlin (1870-1932). Postkarte mit ganzseitiger Federzeichnung, Gruß und Unterschrift "Emil Orlik". 1 S. München 3.III.1897.
An den Komponisten Oskar Fried in Paris gerichtete Grüße, mit noch deutlich vom Jugendstil geprägter Federzeichnung. Sie zeigt im Vordergrund einen Wanderer mit Hut und Stock sowie einen im Tiefflug vorbeisegelnden Vogel, im Hintergrund die Türme der Münchener Frauenkirche, am Himmel eine große Wolke mit menschlichem Gesicht. - Gelocht.

Lot 2614, Auction  127, Orlik, Emil, Brief an einen befreundeten Graphiker in Prag. 1901

Orlik, Emil
Brief an einen befreundeten Graphiker in Prag. 1901
Los 2614

Schätzung
150€ (US$ 170)

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Orlik, Emil (1870-1932). Eigh. Brief m. U. "Emil Orlik". 4 S. Doppelblatt. Mit einer aquarellierten Kopf-Vignette mit den Initialen EO. 8vo. Berlin, Potsdamer Platz, Hotel Fürstenhof, 16.XI.1901.
An einen befreundeten Graphiker in Prag, für dessen "lieben Brief" er dankt. "... Wenn Sie nicht zu gross wären würde ich fast sagen: Sie kleiner Schmeichler, Sie! ... Auch ich erfreue mich eines guten Befindens und besonders eines guten Einkommens und Herauskommens. Von Ihrem Haase exlibris haben Sie mir ja gar nichts geschrieben. Das andere ist nett ausgefallen. Aber die Papirki [Papiere] gefallen mir absolut nicht: ich bitte warten Sie doch mit dem Druck bis ich Anfang December nach Prag komme, ich versorge Ihnen besseres Papier. Denn das ist ein so minimaler materieller Unterschied, dass es schade wäre am Papier zu sparen. Wenn Sie nach Berlin kommen so erfragen Sie im Hotel Fürstenhof meine eigentliche Adresse: es ist nötig der stillen Arbeit wegen, dass sie nicht an der grossen Glocke der Grossstadt hängt ... Die Probedrucke sende ich anbei zurück: dem B-t- sagen Sie aber nixen! ...".

Lot 2615, Auction  127, Orlik, Emil, Postkarte mit ganzseitiger Federzeichnung. 1907

Orlik, Emil
Postkarte mit ganzseitiger Federzeichnung. 1907
Los 2615

Schätzung
200€ (US$ 227)

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Orlik, Emil (1870-1932). Eigh. Postkarte mit ganzseitiger Federzeichnung, Grüßen und Unterschrift "Emil Orlik". 1 S. Oberhof (Thüringen) 25.II.1907.
An den Kommerzienrat Georg Arnhold in Dresden gerichtete Karte aus dem winterlichen Oberhof: "... Hier ist es immer noch sehr schön: ich würde Ihnen Verehrtester raten noch einmal herzukommen; ich für meinen Theil hinterlasse hier die schönsten Eindrücke - im Schnee ...". Die Federzeichnung zeigt die winterliche Berglandschaft um Oberhof, im Vordergrund ein voll besetzter Pferdeschlitten.

Lot 2616, Auction  127, Rodin, Auguste, Brief an einen "Maître". 1903

Rodin, Auguste
Brief an einen "Maître". 1903
Los 2616

Schätzung
300€ (US$ 341)

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Rodin, Auguste, franz. Bildhauer und Graphiker (1840-1917). Eigh. Brief (Billet) m. U. "A Rodin". 1 S. Doppelblatt. 8vo. O. O., Rue de l'Université, (2.I.1903).
An einen "cher Maître" (?). "... je vous envoie mes souvenirs ... j'ai toujours en mémorie votre vive sympathie et votre obligeance et j'ai besoin ... de vous dire toute mon admiration pour vos oeuvres." - Am oberen Rand von anderer Hand datiert.

Lot 2617, Auction  127, Schinkel, Karl Friedrich, Brief an einen Feldmesser-Aspiranten. 1818

Schinkel, Karl Friedrich
Brief an einen Feldmesser-Aspiranten. 1818
Los 2617

Schätzung
350€ (US$ 398)

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Schinkel, Karl Friedrich, überragender Architekt, Kunstgewerbler und Maler, formte maßgeblich das Gesicht Berlins und vieler anderer Städte und Ortschaften in Preußen (1781-1841). Eigh. Signatur "Schinkel" auf einem Gemeinschaftsbrief der Berliner Kgl. Ober-Bau-Deputation. ½ S. Doppelblatt mit Adresse und Lacksiegel. Folio. Berlin 11.II.1818.

An Friedrich Wullstein, Kandidat der Mathematik, speziell der Feldmesskunst, in Magdeburg. Die Ober-Bau-Deputation in Berlin, hier vertreten durch Karl Friedrich Schinkel, den Oberlandesbaudirektor Johann Albert Eytelwein (1764-1848) und die Oberbauräte Rothe, Cochius und Funk, fordert den Kandidaten auf, sich von der dortigen Provinzialregierung eine Prüfungsaufgabe aushändigen zu lassen: „Auf Ihre Eingabe ... haben wir heute die dortige königliche Regierung ersucht, Ihnen eine Karte zum Behuf Ihrer Prüfung in den zur Ausübung der Feldmeßkunst erforderlichen Kenntnissen aushändigen zu lassen ... Diese Karte ist übrigens auf gutes Royalpapier, welches vorher auf Leinewand gezogen werden muß, sauber und genau zu kopiren und bei gedachter Königlichen Regierung mit einem schriftlichen Aufsatze über Ihre wissenschaftliche Ausbildung und einem Atteste eines recipirten Feldmessers, daß Sie bereits gemessen und nivellirt haben, einzureichen." - Von allen fünf leitenden Berliner Baubeamten unterzeichnet.

Lot 2618, Auction  127, Verdhandi-Bund. Signierte Programmschrift, Druck mit 10 Künstler-Signaturen. 1907

Verdhandi-Bund. Signierte Programmschrift
Druck mit 10 Künstler-Signaturen. 1907
Los 2618

Schätzung
450€ (US$ 511)

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"Verdhandi-Bund zur Förderung jungdeutscher Kunst". Gedrucktes Heft mit 3 figürlichen Holzschnitten von Friedrich Seesselberg, am Schluss die Orig.-Signaturen (meist Bleistift) von 10 Künstlern und Schriftstellern. 7 S. Gr. 4to. Kordelheftung. O. O. (1907).
Programm- und Propaganda-Schrift einer deutschnationalen, extrem völkischen Bewegung zur Förderung germanischer Kunst und germanistischer Wissenschaft, gegründet von dem Maler Hermann Hendrich sowie den Professoren Friedrich Seesselberg und Reinhold von Lichtenberg. Am Schluss haben sich 10 namhafte Persönlichkeiten überreden lassen, als Mitglieder eines "Ehrenbeirates" zu fungieren und dies mit ihrer Unterschrift zu bestätigen: der Kunsthistoriker Henry Thode (1857-1920), der Maler Hans Thoma (1839-1924), der Indologe und Schriftsteller Leopold von Schroeder (1851-1920), der Kunsthistoriker Franz von Reber (1834-1919), der Maler und Architekt Friedrich von Thiersch (1852-1921), der Maler Fritz von Uhde (1848-1911), der Schriftsteller Wilhelm Raabe (1831-1910), der Maler Arthur Kampf (1864-1950) und der Dichter, Maler und Zeichner Wilhelm Busch (1832-1908). Gemäß einer Notiz hätten sich zudem für den Vorstand u. a. Paul Wallot, Fritz Schumacher und Cornelius Gurlitt schriftlich bereiterklärt. Die Mehrzahl der hier Unterzeichneten war älter als 50 Jahre, und es ist bezeichnend für den Zeitgeist, dass selbst Autoren ersten Ranges wie Wilhelm Raabe und Wilhelm Busch ihre Namen für eine so fanatische Organisation zur "Neubelebung völkischen Denkens und Fühlens" hergaben. - Leichte Gebrauchsspuren.

Lot 2619, Auction  127, Verdhandi-Bund. Veränderte Programmschrift, Druck in geänderter Version mit anderen Signaturen.1907

Verdhandi-Bund. Veränderte Programmschrift
Druck in geänderter Version mit anderen Signaturen.1907
Los 2619

Schätzung
450€ (US$ 511)

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"Verdhandi-Bund zur Förderung jungdeutscher Kunst". (Veränderte Version). Gedrucktes Heft mit 2 figürlichen Holzschnitten von Friedrich Seesselberg, am Schluss die Orig.-Signaturen (meist Bleistift) von 8 Künstlern und Kunsthistorikern. 6 S. Gr. 4to. Kordelheftung. O. O. (1907).
Geänderte Version des Programm- und Propaganda-Heftes der extrem deutschnationalen und völkischen Bewegung. Es fehlt der große, düstere und wenig anziehende Textholzschnitt von Friedrich Seesselberg, und der Text ist stellenweise umformuliert. Statt "Von undeutscher Lebensverneinung zurück zu fröhlicher Lebensbejahung" heißt es hier: "zu frischer Lebensbejahung". Und der Titel ist handschriftlich (wahrscheinlich von Heinrich Vogeler) verändert: die Formulierung "zur Förderung jungdeutscher Kunst" ist mit Tinte gestrichen und ersetzt durch "bodenständiger Kunst und Kultur". Am Schluss haben (meist mit Bleistift) signiert: H. Wagner (Bremen), A. Hahn (Schöneberg bei Berlin), der Maler Hans am Ende (Worpswede), der Maler, Graphiker und Illustrator Heinrich Vogeler (Worpswede), der Maler Otto Modersohn (Worpswede), der Maler Richard Hartmann (Worpswede), der Kunsthistoriker und Museumsdirektor Dr. Karl Schaefer und der Architekt Emil Högg. - Bemerkenswert ist, dass diese Gruppe von Künstlern und Kunsthistorikern bei der Gestaltung des Heftes offensichtlich für Mäßigung in Titel und Formulierungen eintrat. - Leichte Gebrauchsspuren.

Lot 2620, Auction  127, Britten, Benjamin, Billett auf einer Karte + zahlreiche Beilagen. 1949-1979.

Britten, Benjamin
Billett auf einer Karte + zahlreiche Beilagen. 1949-1979.
Los 2620

Schätzung
150€ (US$ 170)

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Britten, Benjamin, engl. Komponist (1913-1976). Eigh. Billet m. U. "Ben B" auf einer mit Adresse versehenen Karte. 1 S. Quer-8vo. Aldeburgh (Suffolk) (ca. 1950).
An Friederike von Wedelstädt von der "Englischen Musikleihbibliothek" in Berlin. "My dear Frau von Wedelstädt [gedruckt: Thank you very much indeed for your kind message.] It was good of you to write. Much love ... Ben B". - Mit der gedruckten Adresse: "Benjamin Britten. The Red Jouse, Aldeburgh, Suffolk". - Zahlreiche Beilagen, darunter 6 Briefe von Edgar Bielefeldt, deutscher Vertreter der Londoner Firma Boosey & Hawkes, an Frau von Wedelstädt über den Verkauf von Britten-Musikdrucken nach England und ihre deutsche Edition von Brittens "Serenade". Ferner 10 Zeitungsartikel über Britten etc.

Lot 2621, Auction  127, Bruch, Max, Musikmanuskript mit Beilage. Ca 1881

Bruch, Max
Musikmanuskript mit Beilage. Ca 1881
Los 2621

Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)

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Bruch, Max, Komponist und Dirigent (1838-1920). Eigh. Musikmanuskript. 4 S., zwölfzeilig beschrieben. Doppelblatt. Folio. O. O. (ca. 1881).
"Lied aus Marino Faliero", dem 1876 erschienenen Trauerspiel von Heinrich Kruse. Mit Blaustift bezeichnet "No 4 - in B". Aus "Lieder und Gesänge", op. 49. Skizze des 1881/82 entstandenen Liedes. Zwei Anfangstakte für die Einleitung des Klaviers sind freigelassen. Es folgt die vollständige Ausführung der Gesangsstimme mit dem unterlegten Text: "Wenn dich die Sorgen des Lebens bedrücken, / so steig' in die Gondel, das Liebste im Arm, / achte nicht auf die Paläste und Brücken, / acht' auf die Schöne und halte sie warm ...". Ab Takt 15 ist die Klavierbegleitung notiert. Auf Seite 3 bezeichnet "Cres[cendo]" und "Allargando", auf Seite 4 "Allegretto. / scherzando". - Beiliegend eine Echtheitsbestätigung von Hand seines Sohnes Max Felix Bruch (Berlin-Friedenau 17.III.1925).

Lot 2622, Auction  127, Busoni, Ferruccio, Brief an Alfred Dandelot in Paris. 1907

Busoni, Ferruccio
Brief an Alfred Dandelot in Paris. 1907
Los 2622

Schätzung
450€ (US$ 511)

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Busoni, Ferruccio, ital. Komponist, Pianist und Musikpädagoge, lebte lange in Berlin (1866-1924). Eigh. Brief m. U. "Ferruccio Busoni". In franz. Sprache. 2 S. Doppelblatt. 8vo. Wien 16.X.1907.
An den Konzert-Agenten Alfred Dandelot in Paris. "... J'ai donné l'ordre à Mnss. Breitkopf & Härtel de vous faire envoyer la partition du concert. La phrase de réserve 'avant de s'engager définitivement' m'a surprit, puisque on à demandé de moi une resolution definitive, que j'ai donnée, et communiquée aux éditeurs. J'espère, que vous éviterez de me faire jouer un rôle equivoque devant ces derniers ...".

Lot 2623, Auction  127, Busoni, Gerda, 2 Verträge mit Breitkopf & Härtel. 1925

Busoni, Gerda
2 Verträge mit Breitkopf & Härtel. 1925
Los 2623

Schätzung
600€ (US$ 682)

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Busoni, Gerda, Ehefrau des Komponisten (1862-1956). 2 masch. Verträge m. U. "Gerda Busoni" sowie den Unterschriften der Söhne Benvenuto und Rafaello Busoni und eines Verlagsvertreters von Breitkopf & Härtel. Zus. 5 S. Gr. 4to. Berlin und Leipzig 16.I.1925.
Verträge, betreffend zunächst die Übertragung sämtlicher Rechte an Busonis nachgelassener Oper "Doktor Faust" an den Musikverlag Breitkopf & Härtel, einschließlich des Textes (der bisher von Kiepenheuer verlegt wurde), des Klavierauszugs und aller Bearbeitungen und Veröffentlichungen, zu denen sich der Verlag verpflichtet. "... Die Busonischen Erben erhalten 80 % der Urheberanteile von den Bühnenaufführungen. Ueber diese findet monatliche Abrechnung statt. Als Freiexemplare erhalten die Erben 15 Klavierauszüge und drei Partituren, die zu Aufführungszwecken keine Verwendung finden dürfen. - Für die Uebertragung aller Rechte an Partitur, Klavierauszug und Stimmen erhalten die Busonischen Erben zunächst ein Garantiehonorar von 5000 Goldmark ...". Ferner "ein auf den Erfolg des Werkes abgestelltes Nachhonorar von neunmal je 5000 Goldmark, zahlbar nach erfolgter Aufführung des Werkes ... innerhalb der 30jährigen Schutzfrist ...". - Ein zweiter Vertrag legt fest, dass der Verlag für die Honoraransprüche des Verstorbenen an die Erben 20.000 Goldmark zahlt, unabhängig von den Urheber-Anteilen. Alle Zahlungen erfolgen in Raten. - Interessante Informationen über den "Marktwert" der Kompositionen Busonis nach Ende der Inflation. - Knickfalten; kleine Läsuren mit Transparentpapier repariert.

Lot 2624, Auction  127, Clauberg, Claus, Sammlung von Musikmanuskripten + Beilagen. 1955-1984

Clauberg, Claus
Sammlung von Musikmanuskripten + Beilagen. 1955-1984
Los 2624

Schätzung
1.500€ (US$ 1,705)

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Clauberg, Claus, Pianist, Komponist und Musikpädagoge, vor und nach der NS-Zeit politisch linksgerichteter, viel gefragter Chanson- und Couplet-Komponist für diverse Kabarett-Bühnen (1890-1963). Teil seines schriftlichen Nachlasses. Mehr als 200 S. Musikmanuskripte sowie mehr als 100 Schriftstücke Briefwechsel, biographische Typoskripte und andere Dokumente zu Leben und Werk des Künstlers. Ca. 1928-1984. und Sammelband mit eigh. Manuskripten der Vertonung von 51 Chanson- und Couplet-Texten.
Umfangreiches Material zu Leben und Wirken des Komponisten. Im Einzelnen vorhanden: Sammelband mit säuberlicher Reinschrift (selten mit Bleistift verbessert) von 51 Couplet- Kompositionen Claubergs aus dem Zeitraum ab 1921. Mit eigh. Namenszug "Claus Clauberg" auf dem ersten Blatt. 200 Seiten Noten mit Text. (Tinte und Bleistift). Gr. 4to. Halbleinenband d. Z. (Ecken und Kanten bestoßen oder zerschlissen). (Wohl Schwerin, ca. 1960). - Vertont sind Texte von Adelbert von Chamisso, Theodor Fontane, Adolf Glaßbrenner, Arno Holz, Klabund, Alfred Lichtenstein, Walter Mehring, Eduard Mörike, Erich Mühsam, Börries von Münchhausen, Alfred de Musset, Fritz von Ostini, Fritz Reuter, Karl Stieler, Kurt Tucholsky und anderen; gelegentlich mit Angabe von Zeit, Ort oder Interpret der ersten Aufführung. Wohl als "Bilanz" der Kompositionen Claubergs auf diesem Gebiet zusammengestellt während seiner vielfältig aktiven Zeit in der DDR. - Einige Bl. mit Alternativ-Versionen (z. B. zu Tucholskys "Mutterns Hände") lose beiliegend. Mit handschriftl. Inhaltsverzeichnis. - Vorderes Innengelenk teilweise geplatzt; Heftung gelockert; 2 Bl. mit Tesafilm befestigt. - Wertvolle Sammlung von Werken aus dem vielleicht wichtigsten Teil von Claubergs kompositorischer Tätigkeit in den 1920er und 1930er Jahren. - 2 eigh. Musikmanuskripte Claubergs zu Texten Kurt Tucholskys; mit dem Namenszug "Claus Clauberg" auf den Titelseiten. 4 bzw. 7 S. Doppelblatt bzw. geleimte Heftung; ohne Umschlag. Folio. O. O. (wohl um 1955). - Die Manuskripte zu den Tucholsky-Texten sind: "Mutterns Hände. Worte: Kurt Tucholsky. Musik: Claus Clauberg." (4 S.). - "Der andere Mann (Theobald Tiger). Musik: Claus Clauberg." (7 S.) - Das erste dieser beiden Manuskripte etwas gebräunt und mit Randläsuren. - 43 meist eigenhändige (2 masch.), sehr umfangreiche Briefe Claus Claubergs an seine Ehefrau, die Sängerin Katharina Will (1928-1943, 1 Nachtrag 1950). - 2 Bl. masch., signierter Lebenslauf Claubergs (29.10.1946). - 10 Bl. masch. Biographien Claubergs von verschiedenen Autoren. - Schriftwechsel Gerhard Rosenfeld (Internat. Musikbibliothek) mit Claus Clauberg. - 8 masch. Briefe und 1 hs. Postkarte von Hans Heuer-Morgan. - Schriftwechsel Katharina Clauberg-Will mit Prof. Werner Neumann (Leipzig). - 2 interessante eigenhändige Briefe des Komponisten Norbert Schultze, Komponist der „Lili Marleen“, überaus erfolgreicher Schlager- und Operettenkomponist (1911-2002), an Katharina Clauberg. 2 eigh. Briefe m. U. "Norbert Schultze". Zus. 3 S. 8vo und folio. Berlin 17.XII.1979 und 14.I.1984. - An die Konzertsängerin Katharina Clauberg-Will, die aus der DDR nach West-Berlin übergesiedelt und unter Hinweis auf ihre Armut mit größtem Eifer bemüht war, Tantiemen für die Chansons ihres verstorbenen Mannes Claus Clauberg zu erkämpfen. Norbert Schultze zeigt sich genervt: "... Wie soll man Ihnen helfen? Sie gehen Ihren Mitmenschen auf den Wecker und merken es wahrscheinlich garnicht. Wer soll denn die Geduld haben, Ihre Briefe und Dokumente noch zu lesen? Ich habe mich gefreut, zu hören, daß Sie eine Kur in Bad Oeynhausen haben machen können. Ich darf annehmen, daß die AOK dieselbe bezahlt hat. Und Sie haben eine hübsche Wohnung in Wilmersdorf gefunden, Sie können sich eigenes Briefpapier drucken lassen. Ich hoffe daher, es geht Ihnen gut [1979] ... es ist bewundernswert, mit welcher Energie und Ausdauer Sie im hohen Alter noch um Ihr Recht kämpfen." Er könne ihr nicht helfen, auch nicht mit einer Bewertung der Chanson-Manuskripte. "... Ein Chanson von Kurt Weill mag mit DM 1000.- oder mehr zu bewerten sein, der nicht nachweisbare Tantième-Verlust könnte dabei noch 10 mal größer sein. Ein Chanson von Clauberg dagegen könnte mit Null angesetzt werden, wenn man vom realisierbaren Wert und von heutzutage ausgeht, man könnte aber ebensogut von einem Liebhaberwert von DM 3.- oder DM 10.- pro Stück ausgehen, aber eigentlich nur, wenn man einen Liebhaber nachweisen kann. Ist doch alles graue Theorie! ... Je älter man wird, desto mehr Erfahrung sammelt man darüber, daß diese Welt höchst unvollkommen ist. Aber auch, daß sie voller Wunder, voller Schönheit und Harmonie ist. Die Lebenskunst besteht darin, sich an diese Seite der Münze zu halten, an die positive ..." [1984].

Lot 2625, Auction  127, Debussy, Claude, Brief an einen Musiker. 1913

Debussy, Claude
Brief an einen Musiker. 1913
Los 2625

Schätzung
750€ (US$ 852)

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Debussy, Claude, franz. Komponist (1862-1918). Eigh. Brief m. U. "Claude Debussy". 1/2 S. Auf blauem Papier mit Monogramm "CD". Gr. 4to. O. O. 22.VI.1913.
An einen Dirigenten. "... je regrette sincèrement que la Société des Grandes-Auditions n'a pas cru devoir m'inviter à une de vos répétitions. Il aurait été si intéressant pour moi de vous entendre diriger 'Iberia', peut-être encore plus, - laissez moi ... vous entendre faire travailler! Comme je n'aurai certainement pas l'occasion de vous voir ce fois, voulez vous trouver dans ces quelques lignes l'expression de toute ma sympathie artistique ...".

Lot 2626, Auction  127, Einem, Gottfried von, Konvolut musikal. Albumblätter, signierte Porträtfotos und Brief. 1959-1990

Einem, Gottfried von
Konvolut musikal. Albumblätter, signierte Porträtfotos und Brief. 1959-1990
Los 2626

Schätzung
750€ (US$ 852)

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Einem, Gottfried von, Komponist (1918-1996). Konvolut von 5 musikal. Albumblättern (quer-4to und quer-gr. 8vo), 2 sign. Porträtfotos, 1 eigh. Brief und einer 1 beschrifteten Dankeskarte. Zus. 9 Teile. Verschied. Formate. Zürich, Wien und Rindlberg 1959-1991.
Vorhanden: Musikal. Albumblatt m. U., aus "Prinzessin Turandot". Zürich 1.IV.1959. - 2 musikal. Albumblätter m. U., das eine auch mit Widmung, aus "Der Zerrissene". Wien 8.V.1968 und 5.IV.1991. - Musikal. Albumblatt m. U. und Widmung, aus "Dantons Tod". Wien 11.XI.1974. - Musikal. Albumblatt m. U. und Widmung, aus "Der Besuch der alten Dame". O. O. 24.II.1975. - Porträtfoto-Postkarte mit eigh. Signatur auf der Bildseite. Wien 14.II.1959. - Porträtfoto mit eigh. Signatur auf der Bildseite. 17,8 x 12,6 cm. O. O. (wohl um 1990). - Eigh. Dankesbrief m. U. an einen Verehrer, der ihm eine Cassette mit der Aufnahme eines Jubiläumsgottesdienstes in einer Stiftskirche (wohl mit Einems Musik) übersandt hatte. Rindlberg 1.II.1990. - Eigenhändig beschriftete Dankeskarte für Glückwünsche zum Geburtstag, gerichtet an mehrere Personen, aus einer Klinik in Bern geschrieben und unterzeichnet: "der kanarigelbe allmählich aber rosig erblühende Gottfried Einem". - Schöne Sammlung zur Musik und Person des Künstlers. - Das Albumblatt von 1959 gebräunt.

Lot 2627, Auction  127, Elssler, Fanny, Brief an Friedrich von Gentz. Um 1830

Elssler, Fanny
Brief an Friedrich von Gentz. Um 1830
Los 2627

Schätzung
600€ (US$ 682)

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"ich küsse Dich Deutsch"
Elssler, Fanny, österr. Tänzerin, eine der berühmtesten Ballerinen des 19. Jahrhunderts (1810-1884). Eigh. Brief m. U. "Fanny". In franz. Sprache mit deutschen Schlußworten. 1 S. Doppelblatt. Kl. 8vo. (Wien um 1830).
Reizender kleiner Liebesbrief der jungen Tänzerin an ihren glühenden Verehrer und Liebhaber Friedrich von Gentz (1764-1832), den über 60jährigen prominenten Politiker, Staatstheoretiker und Schriftsteller, Berater des Fürsten Metternich. In noch fehlerhaftem Französisch geschriebenes Briefchen, welches erkennen läßt, daß die Talente der europaweit umschwärmten Ballerina sich noch nicht im Schreiben französischer Briefe manifestierten. "Bonjour cher Gentz tu est bien étonner, que je t'ecriez en français, n'est-ce pas? Tu vois comme je suive tes conseiles. Je me porte tre bien, et aussi ma familles ce port très bien ... Si nous nous voyons pas aujourdhui, que je n'espère pas, tu m'écriras. adieu lieber Gentz ich küsse Dich deutsch und bleibe Deine deutsch Fanny." - Offenbar hatte Gentz ihr geraten, auf Französisch zu schreiben, damit der Inhalt ihrer Briefe nicht für jedermann sofort verständlich ist. Einige Worte aus vorliegendem Brief zitiert Emil Pirchan in seiner Elssler-Biographie (1940) und fügt hinzu: "Von Fannys Briefen an Gentz sind nur wenige erhalten, er vernichtete sie, weil - sie unorthographisch geschrieben waren! Deshalb gab er ihr, dem wenig gebildeten Wiener Vorstadtmädel, Unterricht in deutschem Stil und in französischer Sprache - er erzog sie, wie ein 'geliebtes Kind'."

Lot 2628, Auction  127, Franz, Robert, Brief an Henny Ohlmann in Frankfurt a. M. + Beilage. 1885

Franz, Robert
Brief an Henny Ohlmann in Frankfurt a. M. + Beilage. 1885
Los 2628

Schätzung
120€ (US$ 136)

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Franz, Robert, Hallischer Komponist und Dirigent, dort auch Universitätsmusikdirektor, vor allem Liedkomponist und Förderer der Bach- und Händelrenaissance (1815-1892). Eigh. Brief m. U. "Rob. Franz". 2 S. (Bleistift). Doppelblatt. Gr. 8vo. Halle (Saale) 27.XII.1885.
An eine Gesangslehrerin, vermutlich Henny Ohlmann in Frankfurt a. M. "... Herr Dr. H. M. Schuster schrieb mir von dem schönen Erfolge, den Frl. Anna Zahn, Ihre Schülerin, mit den Schilfliedern in Kretschmanns Quartettunterhaltung erzielt hat. Daß Sie sich in Ihrem Lehrplane nach ... der von mir eingeschlagenen Kunstrichtung so freundlich annehmen, kann ich Ihnen nicht genug danken: denn aus diesem Kreise, dem ja auch Dr. Schuster angehört, ist in Wien eine Bewegung zu Gunsten meiner Lieder hervorgegangen, die meine kühnsten Hoffnungen weit übertrifft ...". - Beiliegend der abgeschnittene Adressteil eines eigenhändig von Franz mit seinem Absender beschrifteten Briefumschlags, der an Henny Ohlmann in Frankfurt a. M. adressiert ist. Da das Datum des Poststempels fehlt, ist nicht sicher, ob der Umschlag zu dem Brief gehörte.

Lot 2629, Auction  127, Glasunow, Alexander, Signierte Porträtfoto-Postkarte mit Musikzitat. 1931

Glasunow, Alexander
Signierte Porträtfoto-Postkarte mit Musikzitat. 1931
Los 2629

Schätzung
600€ (US$ 682)

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Glasunow, Alexander, russ. Komponist (1865-1936). Porträtfoto-Postkarte mit eigh. Widmung und Musikzitat auf der Bildseite. In russ. Sprache. 1931.
Die Aufnahme eines russischen Ateliers zeigt den Künstler im Brustbild mit Blick zur Kamera. Am oberen Rand eine Widmung, an den Rändern ein Musikzitat("Moderato", 2 Takte) und der Namenszug. - Leichte Gebrauchsspuren mit geringfügigen Absplitterungen der Bromsilber-Beschichtung an den Rändern.

Lot 2630, Auction  127, Henze, Hans Werner, Konvolut Briefe und Postkarten. 1956-1967

Henze, Hans Werner
Konvolut Briefe und Postkarten. 1956-1967
Los 2630

Schätzung
4.000€ (US$ 4,545)

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Henze, Hans Werner, einer der bedeutendsten deutschen Komponisten des 20. Jahrhunderts (1926-2012). Konvolut von 50 Briefen, 1 Briefkarte, 6 Ansichts-Postkarten und 3 Bl. Notizen; davon 35 Teile handschriftlich, 22 maschinenschriftlich. Zus. 91 S. Meist gr. 4to. 1956-1967.
An seinen Liebhaber und späteren Biographen Klaus Geitel, renommierter Musik- und Tanzkritiker in Berlin (1924-2016). Meist sehr umfang- und inhaltsreiche Briefe, teils in tändelnd, neckischem Ton von Liebesbriefen, aber stets mit einer Fülle von Informationen über den Fortgang seiner kompositorischen Arbeiten, deren Aufführungen und Schicksale sowie über seine private Existenz (auch mit Mitteilungen aus seinem Sexualleben), seine Zusammenarbeit und Begegnungen mit Schriftstellern, Musikern und anderen prominenten Persönlichkeiten. Ein Großteil seiner zwischen 1956 und 1967 entstandenen Werke kommt zur Sprache. Breiten Raum nimmt z. B. Henzes Zusammenarbeit mit Klaus Geitel an der Oper "Der Prinz von Homburg" ein, deren Libretto zwar offiziell von Ingeborg Bachmann stammt, aber offenbar von Geitel für die Komposition erheblich mitgeprägt wurde. Einige Zitate:
"... der homburg wird inzwischen abgezogen auf matritzen und Dir zugesandt. meine gesamtdauer-minutage ist 130 minuten. die erste szene habe ich komponiert, genau 7 minuten. die erste reaktion auf den text den die inge [d. i. Ingeborg Bachmann] wirklich sehr clever und doll gemacht hat (darunter ein Liebesduett aus anderen Werken des Kleist zusammenmontiert, und ein schlusschor) war ein telegramm meines alten verlegers ludwig strecker (einer der immer was zu mummeln haben muss): bravo restlos einverstanden etc. ... ich selber habe auch ein sehr gutes gefuehl und habe mit viel konzemtration den neuen stil angespielt und ... bin sehr geruehrt von mir selber. es ist ganz was neues und unerwartetes ... die inge war sehr weg von Deinem schoenen brief. schreib mir doch bitte auch manchmal sowas! [8.VIII.1958] ... Dein homburg-brief ist die masche, und Du hast in allen Punkten recht. ich schicke es gleich an die inge, weil sie eh schon einige ezes hat & hie und da dran drehen muss. ein glück dass keine kritik [von Geitel] ueber die beiden ersten szenen dabei ist: denn die habe ich schon komponiert, heute beendet. das naechste ist die arie 'nun denn, auf deiner kugel, ungeheures' das mache ich morgen. heute will ich Dir nur erst mal sehr herzlich danken, mein lieber, fuer diese wirklich sehr wichtige freundestat ... ich bin doch sehr gluecklich, einen so cleveren freund zu haben ... habe irrsinnig geschuftet! aber die beiden ersten szenen stehn da, sind kurz und hauen hin. es ist eine neue musik, die bisher keiner weiss, nur das rumpelstilzchen. je mehr ich die worte des jungen kleist da lese, desto mehr gefallen sie mir & regen mich ja denn auch schon arch an ... zu Deinen homburg-korrekturen: ... die anmerkungen ueber kottwitz's schnellen meinungswandel in der schlacht und ueber den herold des entsetzens, wie ueber die herrliche aufklaerung werde ich ingeborg unterbreiten (der ich Dein skript schicke.) Deine ideen zur verbesserung des 2. aktes sollen alle akzeptiert werden ... uebrigens hatten wir schon Deinen vorschlag angenommen, drei akte zu machen und nicht zwei ... auch am schluss soll die ingeborg in Deinem Sinne drehen. Du weisst ja wohl, wie schwer es war, aus dem schweren prosa-apparat das herauszuloesen, was jetzt als libretto da steht (es sind auch zeilen aus 'penthesilea' und ich glaube den schroffensteins mit drin, kein wort von inge selber.) ...".
Viele Werke kommen zur Sprache, darunter das "Undine"-Ballett, "König Hirsch", "Die Bassariden" und natürlich "Der junge Lord". Henzes berufliche Beziehungen zu einem großen Teil der Prominenz des europäischen Musiktheaters auf seinen Reisen werden behandelt, darunter die Dirigenten Karajan, Dóhnanyi und Sawallisch. Henze, der ja immer qualitätvolle, bereits berühmte Textvorlagen für seine Kompositionen wählte, erörtert auch mancherlei unausgeführte Projekte. Und immer wieder lange Abhandlungen über Musiktheater im allgemeinen und seine Arbeiten im besonderen. - Beiliegend das 4seitige masch. Konzept eines Briefes von Geitel an Henze, 4 handschriftliche Briefe (einer auf der Rückseite eines Henze-Briefes) von dem Schauspieler Folker Bohnet, als dessen "lover" sich Henze bezeichnet, sowie eine handschriftliche Besetzungsliste. - Die große Brieffolge Hans Werner Henzes bildet eine außerordentlich dichte und aussagekräftige Chronik vom Leben und Schaffen des gefeierten Komponisten in der Epoche seiner größten Erfolge.

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