Los 2610

Kokoschka, Oskar
(1886-1980)Brief an Ludwig Goldscheider über sich und Egon Schiele. 1963

Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)

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Los 2610 - Kokoschka, Oskar - Brief an Ludwig Goldscheider über sich und Egon Schiele. 1963 - 0 - thumb

Aus dem Katalog
Autographen
Auktionsdatum 15.4.2026

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Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 14.–15. April, 2026

Lot 2610, Auction  127, Kokoschka, Oskar, Brief an Ludwig Goldscheider über sich und Egon Schiele. 1963

Kokoschka, Oskar, Maler, Graphiker und Dramatiker, Hauptmeister des Expressionismus (1886-1980). Eigh. Brief m. U. "OK". 4 S. auf 3 Bl. blauen Papiers mit gedrucktem Briefkopf. Mit dem eigh. Umschlag. Gr. 8vo. Villeneuve (Schweiz) 6.VI.1963.
Umfangreicher, gehaltvoller Brief an den Kunsthistoriker und Verleger Ludwig Goldscheider (1896-1973) in London. Kokoschka bedankt sich für ein Manuskript Goldscheiders, in dem Kokoschkas Leben und Kunst eingehend gewürdigt werden, fühlt sich aber in einem Vergleich zu früheren Größen der Kunstgeschichte überschätzt. "... Es ist mehr Ihrer Güte zuzuschreiben und dem Fehlen eines innern Gleichgewichts der Gesellschaft in gegenwärtiger Zeit, daß es einem dann so vorkommt, weil Alles so abstrakt wird, das Bauen, die bildende Kunst, das Ziel des Lebens selber, als ob man sich dann an die göttlichen Schöpfer von früher allein halten müsste, diese zitieren um nicht in Verzweiflung zu fallen. So erkläre ich mir Ihre unverdiente Anerkennung für das was ich in diesem, leider so kurzen, Leben gemacht habe ... Wir kehrten vorgestern aus Apulien zurück, wo ich glücklich war, reine Landschaft, reine Menschen, arm und würdevoll wie die alten Griechen! Ich habe viel gezeichnet und freue mich es Ihnen zeigen zu können. Peinigend ist es dann die modernen Italiener in den Großstädten zu sehen, in den babylonschen Gefängnissen und slums etwa in Neapel etc. ...". Korrigiert dann einige Aussagen Goldscheiders, berichtet über seine Herkunft, die Laufbahn seines Vaters als Prager Goldschmied und über seine eigene Jugend und kommt schließlich auf Egon Schiele zu sprechen. "... Zum Schluss noch, in Dresden war ich nur 2 Jahre Professor, im 3. Jahr ging ich auf Reisen weil ich, gemäß dem Turnus, dann Rector werden sollte, wozu ich keine Berufung in mir fühlte. - Ob nicht zu viel über Schiele gesagt ist in dem Gespräch? Mich interessiert er nicht, doch die falschen Legenden, die Herr Nierenstein [d. i. dessen Promotor Otto Kallir] im Ausland, U.S.A. in Umlauf brachte, gehen mir auf die Nerven. Was man in Wien von ihm oder mir hält, ist ja irrelevant, nicht? ...". - Schöner Künstlerbrief mit wertvollen biographischen Details.


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