Artist Index: Grosz, George


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Los 8106Grosz, George
Bürgerliche Welt

Auktion 114

Ergebnis
3.936€ (US$ 4,577) *

Details

Bürgerliche Welt
Umdrucklithographie auf genarbtem Velin. 1918.
46,5 x 37 cm (53 x 68 cm).
Signiert "Grosz". Auflage 40 num. Ex.
Dückers E 44.

Herausgegeben vom Verlag Hans Goltz, München. Beeindruckendes und authentisches Abbild der Gesellschaft, die nach dem Ende des Ersten Weltkrieges zutiefst verunsichert, zerrüttet und traumatisiert war. Das große Profilbildnis unten rechts ist ein Selbstporträt des Künstlers, der sich als Teil der bürgerlichen Welt versteht. Prachtvoller Druck mit dem vollen Rand, rechts und links mit dem Schöpfrand.

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Los 3170Grosz, George
Über alles die Liebe

Auktion 113

Zuschlag
120€ (US$ 140)

Details

Grosz, George. Über alles die Liebe. 60 neue Zeichnungen. 3 Bl. und 60 ganzs. Zeichnungen auf 120 Seiten. 27,5 x 20 cm. Illustr. OKart. (etwas gebräunt und leicht fleckig). Berlin, Br. Cassirer, 1930.
Lang 56. – Erste Ausgabe. Mit einem Vorwort des Künstlers: "... Ich erhebe meine Hand und grüße das ewige menschliche Gesetz ... und die fröhliche nichtswürdige Unabänderlichkeit des Lebens!" (Schlußsatz). – Innen sauberes, insgesamt wohlerhaltenes Exemplar der seltener Ausgabe mit dem illustr. Originalumschlag.

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Los 7158Grosz, George
Studie

Auktion 113

Ergebnis
677€ (US$ 787) *

Details

Studie
Photolithographie auf Velin. 1922/23.
26 x 18 cm (36 x 26,5 cm).
Signiert "Grosz".
Dückers S I, 53.

Nach einer Zeichnung von 1922, entstanden für "Ecce Homo". Die Auflage betrug 50 signierte Handpressendrucke mit geprägtem Rand. Blatt 53 der Folge "Ecce Homo". Ausgezeichneter Druck mit Rand.

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Los 8009Grosz, George
Im Café

Auktion 113

Ergebnis
3.690€ (US$ 4,291) *

Details

Im Café
Feder in Schwarzbraun, laviert, auf Velin. 1913.
27,3 x 15,8 cm (Passepartoutausschnitt).
Unten rechts mit dem Signaturstempel "Grosz", verso die Registriernummer "2.111.8".

Verhärmt und einsam sitzt der alte Mann mit Hut und Gehstock an seinem Tisch im Caféhaus. Es ist noch nicht der um 1915 einsetzende "messerscharfe Stil", mit dem George Grosz die Szenerie umreißt, sondern der nervös schwingende Federstrich der frühen Berliner Zeit mit seinen zügigen, fedrigen und lockeren Linien und den leicht lavierten Schattierungen, in denen stellenweise die Tusche zu dunklen Klecksen verlaufen darf und den Umrissen stellenweise eine ungewohnte Schwere verleiht. Motiv und Zeichenstil stehen in schönem Einklang miteinander.
Im Jahr 1912 war Grosz nach einem Intermezzo bei Richard Müller an der Akademie in Dresden zurückgegangen nach Berlin, an die Kunstgewerbeschule zu Emil Orlik. Grosz zeichnete dort die Pariser "5-Minuten-Croquis" und genoss in diesen kurzen Berliner Vorkriegsjahren in vollen Zügen das Großstadtleben, er "schwamm (...) vergnügt im Strom des Friedrichstraßen-Hurenkorsos, der (billigen) Nachtlokale, des Heinrich-Zille-Balls oder der Admiralspalastredoute. Heute weiß ich, dass ich einen Weltuntergang miterlebt habe, und dass die letzten Jahre dieser versunkenen Welt die unbewußtesten und daher glücklichsten meines Lebens gewesen sind" (F. Ahlers-Hestermann, Ausst.-Kat. Berlin, Akademie der Künste, 1962, S. 23).


Provenienz: Peter H. Deitsch, New York (mit dessen Klebeetikett auf der Rahmenrückseite)

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Los 8084Grosz, George
Seitenansicht eines sich bückenden weiblichen Aktes

Auktion 113

Ergebnis
1.230€ (US$ 1,430) *

Details

Seitenansicht eines sich bückenden weiblichen Aktes
Bleistift auf Velin. 1915.
26,6 x 20,4 cm.
Verso mit dem Nachlaßstempel und der Registriernummer "5/30/10".

Meisterlich zeichnet Grosz einen sich bückenden Akt in einer den Künstler herausfordernden Perspektive und Haltung.
Verso mit einer weiteren Bleistiftstudie einer weiblichen gebückten Figur.

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Los 8085Grosz, George
Stehender weiblicher Akt von der Seite mit angehobenen Arm

Auktion 113

Ergebnis
1.230€ (US$ 1,430) *

Details

Stehender weiblicher Akt von der Seite mit angehobenen Arm
Bleistift auf Velin. 1912-13.
14 x 20 cm (Passepartoutausschnitt).
Verso mit dem Nachlaßstempel und der Registriernummer "5/10/2".

In klarer Kontur zeichnet Grosz die weibliche Aktfigur im Profil. Er beschreibt die Rundungen ihrer Silhouette mit gesetzten Strichen, kleine Schraffuren modellieren die Plastizität am Rücken, Gesäß und den Oberschenkeln hervor.
Verso mit einer weiteren Bleistiftstudie einer männlichen Figur in Rückenansicht.

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Los 8106Grosz, George
Drei Soldaten

Auktion 113

Ergebnis
8.610€ (US$ 10,012) *

Details

Drei Soldaten
Feder in Schwarz auf Skizzenpapier, auf Karton aufgezogen. Wohl 1932.
56 x 36,7 cm.
Unten rechts mit Feder in Schwarz (später) signiert "George Grosz", datiert "1943", gewidmet "Bert Brecht zur Erinnerung an die '3 Soldatenzeit'" und mit der Ortsangabe "Douglaston".

Im krassen Gegensatz von Reichen, die am üppig gedeckten Tisch sitzen, sowie dem Überfluss der Ladenauslagen im Parterre einerseits sowie dem Elend der drei Kriegsversehrten andererseits, die vor dem Haus auf der Straße auf Almosen warten, prangert Grosz pointiert die soziale Ungleichheit an. Im Jahr 1932 erschien das Kinderbuch "Die drei Soldaten" von Bertolt Brecht mit Illustrationen von George Grosz, das damals jedoch wohl nicht an den Handel ausgeliefert wurde. Grosz' 25 Illustrationen entstanden in enger Zusammenarbeit mit Brecht und verbildlichen mit spitzer Feder den provokanten, polemischen Ton der Verse. Dass Brecht den damals höchst umstrittenen Grosz als Illustrator für sein Kinderbuch auswählte, spiegelt seinen innovativen Anspruch und seine revolutionäre Grundhaltung. Unterhalb der Darstellung mit Bleistift bezeichnet "5. Bild Krieg ist aus, die Reichen sitzen in ihrem Haus - anstatt 'Vaterländ. Gedicht' 'macht Brecht neues Gedicht (?)'".
Ralph Jentsch ist die Zeichnung bekannt.

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Los 8109Grosz, George
Gratulation

Auktion 113

Ergebnis
1.845€ (US$ 2,145) *

Details

Gratulation
Aquarell und Bleistift auf Velin. 1959.
21,7 x 16,3 cm.
Signiert "George" und gewidmet.

Den Kopf erhoben und den Hut mit einer Hand abnehmend, überreicht der Dargestellte einen großen Blumenstrauß als Überbringung von Glückwünschen. Durch den Schriftzusatz "To/ my dear friend/ Erich May 3, 59" handelt es sich unverkennbar um freundschaftliche Grüße seitens des Künstlers.
Grosz studiert von 1909 bis 1911 an der Kunstakademie in Dresden und anschließend von 1912 bis 1916 an der Kunstgewerbeschule in Berlin, wo er Emil Orliks Schüler wird. Ab 1913 arbeitet er im Atelier von Colarossi in Paris. Grosz meldet sich 1914 als Freiwilliger zum Ersten Weltkrieg, wird nach einer Erkrankung jedoch kriegsunfähig. 1916 gründet er gemeinsam mit Wieland Herzfelde und Franz Jung die erste Dada-Zeitschrift „Neue Jugend“. 1917 erscheint die „Kleine Grosz-Mappe“, die als frühes Beispiel des Berliner Dadaismus gilt. Gemeinsam mit Raoul Hausmann und Richard Huelsenbeck nimmt Grosz im Folgejahr am ersten dadaistischen Vortragsabend in der Berliner Sezession teil. Zwischen 1919 und 1920 gründet er weitere Kunstzeitschriften wie z.B. „Die Pleite“ und „Der blutige Ernst“. Seine satirischen Karikaturen führen zu einigen Prozessen gegen ihn, die Inhalte seiner graphischen Serien bringen ihm Verurteilungen wegen Pornografie und Gotteslästerung ein. In den 1920er Jahren beteiligt er sich an mehreren Ausstellungen, so etwa an der Schau „Novembergruppe“ von 1929. Anfang der 1930er Jahre reist Grosz als Gastdozent nach New York, wenige Jahre später übersiedelt er gänzlich in die USA. Mit der Machergreifung der Nationalsozialisten werden seine Werke als "entartet" diffamiert und zahlreiche seiner Arbeiten aus Museen entfernt. Ab 1940 arbeitet Grosz als Professor an der Columbia University New York und gründet 1953 eine eigene private Kunstschule in Long Island. 1959 kehrt er nach Berlin zurück, wo er noch im selben Jahr verstirbt.

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Los 8226Grosz, George
Der Zuchthäusler

Auktion 113

Ergebnis
7.380€ (US$ 8,581) *

Details

Der Zuchthäusler
Lithographie auf Velin. 1919.
46,2 x 34,4 cm (62,9 x 51,4 cm).
Signiert "Grosz" und numeriert "9". Auflage 40 Ex.
Dückers E 52.

Herausragendes lithographisches Einzelblatt des Künstlers, mit dem Zuchthäusler als Helden der Komposition. In ungewöhnlich großem Format zeichnet Grosz links den schlicht und einfach stehenden Gefangenen, ganz bei sich und ruhig vor sich hinblickend, während sich rechts im Bild - in Freiheit! - das Grosz'sche Leben tummelt: Lasterhaftigkeit, Trunksucht, Hurerei finden sich dort verkörpert in den Besuchern, an den Cafétischen, alles mit spitzer Feder, immensem Können, mit Witz und Ironie gezeichnet. Ironischerweise kurz bevor Grosz selber vor Gericht stand - die 1920 auf der Dada-Messe ausgestellte Mappe "Gott mit uns" war Anlass, ihn wegen Beleidigung der Reichswehr zu verklagen; die Verhandlung fand am 20. April 1921 statt, und das Gericht verurteilte Grosz zu einer Geldstrafe von 300 Mark, den Verleger Wieland Herzfelde zu 600 Mark Buße, verfügte zudem die Einziehung und Vernichtung der Platten und Formen und sprach dem Reichswehrministerium die Publikationsbefugnis zu -, stellt er den Zuchthäusler als die am vernünftigsten erscheinende Figur angesichts der Verkommenheit und Verlogenheit der Gesellschaft dar.
Zuerst abgebildet wurde das Blatt in "Der blutige Ernst", 1. Jg., 1919, Nr. 3, unter dem Titel "Ende eines Kriegsberichterstatters?", und später, 1922, bei Mynona. Erschienen in kleiner Auflage von 40 Exemplaren, zudem mindestens zwei Probedrucke und sechs Exemplare ohne Nummer, die Auflage zum Teil auf Bütten gedruckt, im Verlag der Galerie Hans Goltz, München 1920. Brillanter, schwarzer Druck mit breitem Rand. Äußerst selten.

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Los 3187Grosz, George
Abrechnung folgt!

Auktion 112

Zuschlag
170€ (US$ 198)

Details

Grosz, George. Abrechnung folgt! 57 politische Zeichnungen. 61 S., 1 Bl. 25,3 x 18,7 cm. Farbig illustr. OUmschlag (etwas gebräunt). Berlin, Malik, 1923.

Wie üblich papierbedingt leicht gebräunt, aber sehr schönes Exemplar.

Lit.: Hermann 151. Gittig 75. Herzfelde 75. Ars Libri 47. Lang 39. Bülow 53. Düsseldorf 375.

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Los 3188Grosz, George
Das Gesicht der herrschenden Klasse

Auktion 112

Zuschlag
80€ (US$ 93)

Details

Grosz, George. Das Gesicht der herrschenden Klasse. 57 politische Zeichnungen. III. erweiterte Auflage. 13.-25. Tsd. 63 S. 25 x 17,5 cm. Farbig illustr. Orig.-Broschur(etwas gebräunt und berieben). Berlin, Malik, 1921.

Um zwei Zeichnungen erweiterte Ausgabe, erschien im Jahr der Erstausgabe. Auch die Einbandzeichnung ist bei dieser Auflage verändert ("'s riecht hier nach Pöbel!"). – Etwas gebräunt; teils etwas braunfleckig, sonst sehr gutes Exemplar.

Lit.: Hermann 161. Gittig 31. Herzfelde 31. Ars Libri 29. Lang 25. Bülow 26.

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Los 3189Grosz, George
Das neue Gesicht

Auktion 112

Zuschlag
180€ (US$ 209)

Details

Grosz, George. Das neue Gesicht der herrschenden Klasse. 60 neue Zeichnungen. 126 S., 1 Bl. 27,5 x 20 cm. Schwarzer OLeinenband mit Goldprägung. Berlin, Malik, 1930.

Erste Ausgabe. Mit den S. 56-57 "Hitler, der Retter". – Exlibris; sehr gutes Exemplar.

Lit.: Hermann 170. Gittig 232. Lang 54.

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Los 3191Grosz, George
Über alles die Liebe

Auktion 112

Zuschlag
140€ (US$ 163)

Details

Grosz, George. Über alles die Liebe. 60 neue Zeichnungen. 3 Bl. 120 S. 26 x 20 cm. Neuerer schwarzer Leinenband mit Goldprägung. Berlin, Bruno Cassirer, 1930.

Erste Ausgabe. Mit einem Vorwort des Autors und Künstlers: "Ich erhebe meine Hand und grüße das ewige menschliche Gesetz ... und die fröhliche nichtswürdige Unabänderlichkeit des Lebens!" – Minimal gebräunt; insgesamt sauberes Exemplar.

Lit.: Bülow 91. Lang 56. Bittner 35.

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Los 8137 [*]Grosz, George
Hommage à Renoir

Auktion 110

Ergebnis
24.600€ (US$ 28,605) *

Details

Hommage à Renoir
Öl auf Leinwand. 1938.
66,1 x 51,2 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Rot signiert "Grosz".

Grosz' stehender Rückenakt ist in einem Harem-ähnlichen Interieur dargestellt. "Festzuhalten bleibt, dass die Rückenfiguren zu den besten Werken dieses Themas zählen." (Birgit Möckel, George Grosz in Amerika, Frankfurt u.a. 1997, S. 132). Mit Beginn des Jahres 1937 wendet Grosz sich wieder in größerem Umfang der Aktmalerei zu. Bereits in den Berliner Jahren hatte ihm seine Frau Eva Modell gestanden. Wie prägend ihre weibliche Erscheinung für seine künstlerische Arbeit wurde, beschreibt der befreundete Schriftsteller Walter Mehring u.a. so: „Wo immer (Grosz) die weibliche Figur in ihrer üppigen Vollendung anbringen wollte, in seinen Aktstudien der Rubens- und Bouchermanier, erschien ihm leibhaftig Eva. Kaum ein anderer Künstler hat so monoman, so behext eine Geliebte, die eigene Frau bis zur Erschöpfung in allen ersinnlichen Stellungen abgezeichnet, nach der Natur entblößt und an die Leinwand gemalt“. Ebenfalls 1938 malte Grosz einen Doppelakt, den er 'Hommage to Rubens' betitelte. Grosz verehrte Breughel, Bosch, Courbet und nicht zuletzt Renoir. In einem 1946 verfassten Brief an Elisabeth Lindner, einer Tante seiner Frau, beschreibt er die doppelte Natur seiner Aktmalerei: "Malte auch die andere Seite. Viele Akte - die Frau ist für mich Leben, Zukunft, Trägerin des Kommenden. Sie stelle ich positiv dar - obwohl oft in von Winden (Gedanken und Melodien) bewegter Szenerie. Renoir hat niemals die Vision gehabt von einer Frau, eine seiner so schön gemalten Akte, angebrannt, zerschunden oder zerstört. Man kann solcherlei Gabe bewundern. Ich meine die Gabe, die einer besitzt, seine bukolisch-arkadische Welt zu beschwören - ich habe diese so wunderbare Gabe nur halb - meine Welt ist vornehmend eine düstere, a haunted one, wie sie hier über mich sagten - aber hie und da (welche Spaltung) gibt es auch Gegenden ohne Furcht, Schmerz, und Krieg, Gegenden, wo Nymphen leben und eine eigene Sinnlichkeit". Verso mit dem Nachlaßstempel und Numerierung I-A5-7.

Provenienz: Atelier des Künstlers, Douglaston, Long Island, 1938
Nachlass George Grosz, 1959
Sheldon Ross Gallery, Birmingham, MI
Privatsammlung, New York


Ausstellung: George Grosz. Nudes, Long Island, Northport, Country Life Art Center, 1958, Kat.-Nr. 1

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Los 8139 [*]Grosz, George
shipwrecked

Auktion 110

Ergebnis
9.840€ (US$ 11,442) *

Details

"shipwrecked"
Rohrfeder und Feder in Schwarz auf strukturiertem Strathmore-Velin. 1935.
48,2 x 63,7 cm.
Unten rechts mit Feder in Braun signiert "Grosz", unten mittig mit Bleistift betitelt, numeriert "9" sowie verso mit dem Nachlaßstempel, dort numeriert "4 62 9".

Grosz erhielt 1932 einen Lehrauftrag als Gastdozent an der Kunstschule der Art Students League in New York. Nach einer kurzen Rückkehr nach Deutschland siedelte er 1933 mit seiner Familie endgültig nach New York über. Dort eröffnete er eine Kunstschule mit Maurice Stern und unterrichtete dort sowie in der Art Students League. Ingesamt verbrachte er eine lange Schaffenszeit von 1932 bis 1959 in den USA.
Die Zeichnung "shipwrecked" entstand also während Grosz' früher Emigrationszeit. Es ist eine Vision des Grauens, die er uns vorführt: Tod und Verderbnis beherrschen die Szene um die drei Schiffbrüchigen, von denen zwei Halbtote bereits von Fliegen umschwirrt werden, während der letzte Lebendige, mit einem Messer bewaffnet, nachdenklich seine sterbenden Gefährten betrachtet. Wahrscheinlich spielt Grosz auf die grausamen Zustände in Hitlerdeutschland an, schließt also an seine gesellschaftskritisch-satirischen Werke der 1910er und 1920er Jahre an, bewegt sich jedoch in einem vorher kaum so drastisch geschilderten Bereich menschlichen Grauens.

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Los 3176Grosz, George
Ecce Homo (Ausgabe D)

Auktion 110

Zuschlag
350€ (US$ 407)

Details

(Grosz, George. Ecce Homo). 2 Bl. (Inhalt und Druckvermerk; ohne den Titel). Mit 84 lithographische Tafeln. 35,2 x 26,5 cm. Illustrierte OKartonage (stark lädiert). (Berlin 1923).
Hermann 156. Gittig 59. Herzfelde 59. Diese Ausgabe nicht bei Ars Libri. Lang 38. – Exemplar der einfachen Ausgabe "D", die ohne die 16 Chromokartons erschien. – Es fehlt der Titel. Gebräunt, untere Ecke leicht gestaucht. Abgesehen vom Einbanddefekt von ordentlicher Erhaltung, die Tafeln ohne Papierläsuren.

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Los 3177Grosz, George
Hintergrund

Auktion 110

Zuschlag
200€ (US$ 233)

Details

Grosz, George. Hintergrund. 17 Zeichnungen zur Aufführung des "Schwejk" in der Piscator-Bühne. Titelblatt und 17 Bl. Zeichnungen von George Grosz. 17,5 x 26,5 cm. Lose Blatt in illustrierter OKarton-Mappe (gebräunt und etwas fleckig, mit Randknicken, Mappenflügel teils eingerissen, stellenweise unfachmännisch hinterlegt). Berlin, Malik, 1928.
Hermann 165. Gittig 191. Herzfelde 191. Ars Libri 66. Lang 51. Dückers M VI. – Erste Ausgabe. Mit den zeitweise wegen Gotteslästerung verbotenen und beschlagnahmten Blättern 2, 9 und 10. Größe der Blätter: ca. 17 x 26 cm. – Titelblatt leicht stockfleckig, sonst sehr schön und nahezu fleckenfrei.

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Los 3178Grosz, George
Über alles die Liebe

Auktion 110

Zuschlag
140€ (US$ 163)

Details

Grosz, George. Über alles die Liebe. 60 neue Zeichnungen. 3 Bl. 120 S. 27,5 x 21 cm. Roter OLeinenband (etwas fleckig und berieben) mit illustriertem OSchutzumschlag (etwas stärker fleckig und berieben, mit restaurierten Fehlstellen, verso hinterlegt, Rücken gebräunt). Berlin, Bruno Cassirer, 1930.
Bülow 91. Lang 56. Bittner 35. – Erste Ausgabe. Mit einem Vorwort des Autors und Künstlers: "Ich erhebe meine Hand und grüße das ewige menschliche Gesetz ... und die fröhliche nichtswürdige Unabänderlichkeit des Lebens!" – Anfangs und am Schluss minimale, unbedeutende Stockflecken. Nur im Rand schwach gebräunt. Sauber und wohlerhalten.

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Los 3183 [*]Grosz, George
Die Gezeichneten

Auktion 109

Zuschlag
80€ (US$ 93)

Details

Grosz, George. Die Gezeichneten. 60 Blätter aus 15 Jahren. 126 S., 1 Bl. 28 x 21 cm. Illustr. OKartonage (mit starken Gebrauchsspuren). Berlin, Malik, 1930.
Hermann 163. – Erste Ausgabe. "s riecht hier nach Pöbel" (1919). Umschlagzeichnung und Titel von George Grosz. – Vorder- sowie Rückumschlag vom Block gelöst, liegen lose bei. Titelblatt mit Braunfleck und zwei Exlibris. Innen sonst sauber und wohlerhalten.

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Los 8078Grosz, George
"Gute Zeit" (Selbstportrait mit Raubvogel und Ratte)

Auktion 109

Ergebnis
14.760€ (US$ 17,163) *

Details

"Gute Zeit" (Selbstportrait mit Raubvogel und Ratte)
Feder in Schwarz, Aquarell und Deckweiß auf MBM-Bütten. 1940.
63,5 x 48 cm.
Unten links mit dem Signaturstempel, verso unten links mit Bleistift betitelt, numeriert "297" sowie mit der gestempelten Nachlassnummer "4 13 8".

Grosz erhielt 1932 einen Lehrauftrag als Gastdozent an der Kunstschule der Art Students League in New York. Nach einer kurzen Rückkehr nach Deutschland siedelte er 1933 mit seiner Familie endgültig nach New York über. Dort eröffnete er eine Kunstschule mit Maurice Stern und unterrichtete dort sowie in der Art Students League in den folgenden Jahren. Ingesamt verbrachte er eine lange Schaffenszeit von 1932 bis 1959 in den USA.
Unser charaktervolles Selbstportrait entstand während seiner Emigrationszeit. Während Grosz sich selbst seelenruhig an seinem mit Malutensilien überladenen Tisch zeichnet, spielt sich um ihn herum eine apokalyptische Vision ab: Oben rechts hält ein Raubvogel mit ausgebreiteten Schwingen eine Ratte im Schnabel, am unteren Bildrand windet sich eine Schlange und es kreucht und fleucht allerlei Käfergetier im Bild herum. Dramatisch und grausam inszeniert Grosz diese Szenerie um ihn, den abgeklärten Realisten, herum. Sicherlich möchte er hiermit auf die grausamen Zustände im Hitler-Deutschland anspielen und schließt somit an seine gesellschaftskritisch-satirischen Werke der 1910er und 1920er Jahre an.

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Los 8080Grosz, George
Bahndamm

Auktion 109

Ergebnis
3.198€ (US$ 3,719) *

Details

Bahndamm
Umdrucklithographie auf Ingres ICA France-Bütten. 1912.
17,1 x 26,6 cm (32,1 x 48 cm).
Signiert "Grosz". Auflage 12 Ex.
Dückers E 4.

Grosz hat das Blatt wohl später signiert. Rückseitig mit dem Nachlaßstempel und der Numerierung "7 202 10". Prachtvoller, lebendiger Druck mit breitem Rand, unten mit dem Schöpfrand. Extrem selten.

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Los 8515 [^]Grosz, George
Orgie

Auktion 109

Ergebnis
8.610€ (US$ 10,012) *

Details

Orgie
Feder in Schwarz, laviert, auf dünnem Zeichenpapier. 1913.
23 x 23 cm.
Unten rechts mit Feder in Schwarz signiert "Groß" und datiert "13.", verso im unteren Rand mit dem violetten Nachlaßstempel und der Registriernummer in Tusche "3 34 7", zusätzlich mit der Bezeichnung "L4 Nr. 918".

Halb entblößt tanzt eine Frau auf dem Tisch eines Berliner Nachtlokals. Sie hebt ihren Rock, das Gesicht tief verschattet von Trunkenheit, und ist auf allen Seiten umgeben von gierig nach ihr greifenden Männern und einem leidenschaftlich zusammenfindenden Paar. Die Kommunikation zwischen den Geschlechtern ist in der grotesken Szene auf das sexuelle Begehren reduziert. Es ist noch nicht der um 1915 einsetzende "messerscharfe Stil", mit dem George Grosz die entfesselte Szenerie umreißt, sondern der nervös schwingende Federstrich der frühen Berliner Zeit mit seinen zügigen, lockeren Linien und leicht lavierten Schattierungen, in denen stellenweise die Tusche zu dunklen Klecksen verlaufen darf. Zeichenstil und Motiv stehen hier in höchstem Einklang miteinander.
Im Jahr 1912 war Grosz nach einem Intermezzo bei Richard Müller an der Akademie in Dresden zurückgegangen nach Berlin, an die Kunstgewerbeschule zu Emil Orlik. Grosz zeichnete dort die Pariser "5-Minuten-Croquis" und genoss in diesen kurzen Berliner Vorkriegsjahren in vollen Zügen das Großstadtleben, er "schwamm ... vergnügt im Strom des Friedrichstraßen-Hurenkorsos, der (billigen) Nachtlokale, des Heinrich-Zille-Balls oder der Admiralspalastredoute. Heute weiß ich, dass ich einen Weltuntergang miterlebt habe, und dass die letzten Jahre dieser versunkenen Welt die unbewußtesten und daher glücklichsten meines Lebens gewesen sind" (F. Ahlers-Hestermann, Ausst.-Kat. Berlin, Akademie der Künste, 1962, S. 23).


Orgy
Pen and black ink, with wash, on thin drawing paper. 1913.
23 x 23 cm.
Signed with pen in black lower right "Groß" and dated "13.", on the verso in the lower margin the estate stamp in violet, numbered "3 34 7", and inscribed "L4 Nr. 918".

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Los 8516 [^]Grosz, George
Taverne du midi

Auktion 109

Ergebnis
2.091€ (US$ 2,431) *

Details

Taverne du midi
Umdrucklithographie auf bräunlichem Maschinenpapier. 1915/1916.
24,2 x 18,5 cm (40 x 27,6 cm).
Signiert "Grosz" und numeriert "3", verso im unteren Rand mit dem violetten Nachlaßstempel und der Registriernummer in Tusche "7 211 2", zusätzlich mit der Bezeichnung "L6 Nr. 103" und "PMG 248". Auflage 15 Ex.
Dückers E 30.

George Grosz trug sich offenbar mit dem Gedanken, eine Reihe von Illustrationen zu Rachildes (d.i. Marguerite Eymery) Roman "Der Liebesturm" anzufertigen, zu denen auch die "Taverne du midi" gehört. Es ist das Bordell aus dem Text, das den Hintergrund der drastischen Szene bildet. Einer der bei Dückers verzeichneten Drucke aus dem Nachlass. Prachtvoller Druck mit dem vollen Rand.


Taverne du midi
Transfer lithograph on brownish paper. 1915/1916.
24,2 x 18,5 cm (40 x 27,6 cm).
Signed "Grosz" and numbered "3", on the verso with the estate stamp in violet, numbered "7 211 2", inscribed "L6 Nr. 103" and "PMG 248". Edition of 15.
Dückers E 30.

Grosz intended to illustrate Rachilde's (Marguerite Eymery's) novel "Der Liebessturm". In the background of its dramatic setting, his lithograph "Taverne du midi" shows the whorehouse from this text. A very good impression with full margins.

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Los 8517 [^]Grosz, George
Attentat

Auktion 109

Ergebnis
4.428€ (US$ 5,149) *

Details

Attentat
Lithographie auf Bütten. 1915.
19 x 24,3 cm (24,3 x 32 cm).
Signiert "Grosz" und numeriert "6", verso im unteren Rand mit dem violetten Nachlaßstempel und der Registriernummer in Tusche "7 210 7", zusätzlich mit der Bezeichnung "L6 Nr. 237" und "9833".
Dückers E 29.

"Fliegerbombe" betitelte Grosz die eng verwandte Federzeichnung desselben Jahres. Laut Dückers wurden vermutlich nur 15 Exemplare gedruckt. Prachtvoller, kräftiger und herrlich körniger Druck mit dem vollen Rand. Selten.


Attentat
Chalk-lithograph on laid paper. 1915.
19 x 24,3 cm (24,3 x 32 cm).
Signed "Grosz" and numbered "6", on the verso the estate stamp in violet, numbered "7 210 7", inscribed "L6 Nr. 237" and "9833".
Dückers E 29.

According to Dückers the edition was only about 15. A superb impression with full margins. Rare.

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Los 8519 [^]Grosz, George
Zwei Männer

Auktion 109

Ergebnis
4.428€ (US$ 5,149) *

Details

Zwei Männer
Umdrucklithographie auf Bütten. 1915/1916.
26,2 x 20,6 cm (40,5 x 32,3 cm).
Signiert "Grosz" und numeriert "6".
Dückers E 36.

Im Unterrand von fremder Hand betitelt "Zwei Männer am Tisch" und datiert. Laut Dückers wurden vermutlich nur 15 Exemplare gedruckt. Prachtvoller, schön differenzierter Druck mit dem vollen, sehr breiten Rand. Selten.


Zwei Männer
Transfer lithograph on laid paper. 1915/1916.
26,2 x 20,6 cm (40,5 x 32,3 cm).
Signed "Grosz" and numbered "6".
Dückers E 36.

According to Dückers the edition was only about 15. A superb, fine impression with full margins. Rare.

Provenienz: Ketterer, München, 10. Auktion 1973, Nr. 484
Galerie Nierendorf, Berlin 1977, Nr. 22

Ausstellung: "Licht und Schatten", Galerie Nierendorf, Berlin 1977, Nr. 22

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Los 8520 [^]Grosz, George
Deutsches Straßenbild

Auktion 109

Ergebnis
2.952€ (US$ 3,433) *

Details

Deutsches Straßenbild
Lithographie auf faserigem Japan. 1916.
16,1 x 14 cm (35 x 27,4 cm).
Signiert "Grosz".
Dückers E 37.

Nr. 1 der "Publikationen um die Neue Jugend". Laut Dückers wurde vom Herausgeber, dem Verlag Neue Jugend, Berlin, eine Auflage von 200 Exemplaren angekündigt und dort auch in einem Werbeprospekt abgebildet, jedoch ist das Blatt sehr selten. Prachtvoller, klarer Druck mit dem vollen Rand.


Deutsches Straßenbild
Pen-lithograph on fibrous Japan paper. 1916.
16,1 x 14 cm (35 x 27,4 cm).
Signed "Grosz".
Dückers E 37.

A very good, clear impression with full margins, extremely rare.

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Los 8521 [^]Grosz, George
Friedvolle Rheinlandschaft

Auktion 109

Ergebnis
3.444€ (US$ 4,005) *

Details

Friedvolle Rheinlandschaft
Lithographie auf Japon nacré. 1915/1916.
17,2 x 11,7 cm (34,5 x 27,2 cm).
Signiert "Grosz".
Dückers E 39.

Zwar wurde eine Auflage in Höhe von 200 Exemplaren angekündigt, jedoch ist das Blatt laut Dückers sehr rar. Blatt 5 der "Publikationen um die Neue Jugend", herausgegeben als signierter Sonderdruck der Reproduktion in "Neue Jugend", 1. Jg., Heft 10, 1916. Insgesamt erschienen in dieser Publikationsreihe elf Sonderdrucke auf qualitätvollem Papier und ohne die typographischen Bezeichnungen, alle von außergewöhnlicher Seltenheit. Prachtvoller Druck mit breitem Rand. Sehr selten.


Friedvolle Rheinlandschaft
Pen-lithograph on Japon nacré. 1915/1916.
17,2 x 11,7 cm (34,5 x 27,2 cm).
Signed "Grosz".
Dückers E 39.

A very good impression with full margins. Extremely rare.

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Los 8529 [^]Grosz, George
Ecce Homo

Auktion 109

Ergebnis
3.690€ (US$ 4,291) *

Details

Ecce Homo
3 Bl., 16 Farbtafeln nach Aquarellen und 84 Tafeln nach Lithographien. Illustrierter Orig.-Kartonband in Leinenschuber. 1922/23.
36 x 26,5 cm.
Dückers S I C, Hermann 155, Gittig 59, Herzfelde 59, Ars Libri 46, Lang 38, Bülow 54, Bittner 34, Lewis 275, Malik 59, Motherwell-Karpel 272a.

Erschienen im Malik-Verlag, Berlin, in einer Auflage von 10.000 Exemplaren. Ausgabe C, die neben der Ausgabe A die vollständigste aller Ausgaben ist, mit den Offsetlithographien und den Farboffsetdrucken nach Georg Grosz' Aquarellen. Der Künstler illustriert so eindringlich und erbarmungslos die Dekadenz seiner Zeit und den Niedergang wie auch die Sittenlosigkeit der Gesellschaft, dass gegen ihn wegen "Verbreitung unzüchtiger Schriften" Anklage erhoben wurde.


Ecce Homo
3 sheets, 16 color plates and 84 image plates. Illustrated original cardboard binding in linen slipcase. 1922/23.
36 x 26,5 cm.
Dückers S I C, Hermann 155, Gittig 59, Herzfelde 59, Ars Libri 46, Lang 38, Bülow 54, Bittner 34, Lewis 275, Malik 59, Motherwell-Karpel 272a.

Published by Malik Verlag, Berlin.

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Los 8530 [^]Grosz, George
Friedrichstraße

Auktion 109

Ergebnis
9.840€ (US$ 11,442) *

Details

Friedrichstraße
Fotolithographie auf Velin. 1918.
46,7 x 31,2 cm (65,7 x 48 cm).
Signiert "Grosz" und numeriert "25". Auflage 40-50 Ex.
Dückers E 49.

Herausragendes Beispiel für Grosz' vielfigurige Straßenbilder, erschienen im Verlag der Galerie Alfred Flechtheim, wohl 1924, in einer Auflage von 40-50 meist numerierten Exemplaren, das Motiv jedoch vorher bereits abgebildet in "Ecce Homo", Blatt 1, 1923. Zwischen 1918 und 1924 vertrat Grosz der Münchener Galerist Hans Goltz. Nachdem bereits 1922 Illustrationen des Künstlers im "Querschnitt" erschienen waren, nahm Alfred Flechtheim ihn 1923 in sein Galerieprogramm auf, und es entwickelte sich eine freundschaftliche Beziehung zwischen Beiden.
"Im figurenreichsten und komplexesten der gezeichneten Straßenbilder, dem Blatt 'Friedrichstraße'... tut sich im Zentrum eine Raumschlucht von erheblicher Sogwirkung in die Tiefe auf, während die Brücke und die übrigen Baulichkeiten... das zum Bersten dicht sich ballende, zugleich fragil wie aus Papier gefaltet erscheinende Stadtgefüge und sein Ausgreifen in die Höhe anzeigen... Der Begriff Tumult ist geradezu das Signum aller dieser Szenen (...)" (A. Dückers, Der Zeichner George Grosz, in: George Grosz. Berlin. New York. Ausst.-Kat. Nationalgalerie Berlin 1994, S. 161). Prachtvoller, klarer Druck mit sehr breitem Rand. Selten.


Friedrichstraße
Photo lithograph on wove paper. 1918.
46,7 x 31,2 cm (65,7 x 48 cm).
Signed "Grosz" and numbererd "25". Edition of 40-50.
Dückers E 49.

A very good, clear impression with wide margins. Rare.

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Los 8537 [^]Grosz, George
Selbstportrait (für Charlie Chaplin)

Auktion 109

Ergebnis
8.610€ (US$ 10,012) *

Details

Selbstportrait (für Charlie Chaplin)
Lithographie auf festem Velin. 1919.
49,5 x 33,5 cm (73,5 x 54,8 cm).
Signiert "Grosz" und numeriert "10". Auflage 60 Ex.
Dückers E 53.

Erschienen um 1921 im Verlag der Galerie Hans Goltz, München, der Grosz zwischen 1918 und 1924 vertrat. In diesem Selbstporträt "präsentiert er sich als Protagonisten, der seinem Metier, dem Zeichnen, in selbstbewusst-dominanter Haltung nachgeht. Zugleich aber ist er hineinverwoben in das Splitterwerk aus Versatzstücken großstädtischen Lebens, in die Frauenleiber, die Nackte mit Totenkopf, die Leuchtreklamen, in den Gebäudewirrwarr oben und die Akrobatenstücke unten, wobei dies alles, den Eindruck von Hektik und Flüchtigkeit steigernd, nur fragmentarisch erfasst wird. Grosz ist nicht allein Chronist der Turbulenzen und Dissonanzen des Lebens in der Großen Stadt innerhalb der Spanne von Sexualität und Tod, er gibt sich mit prononciertem Verweis auf seine Männlichkeit auch als Mitspieler." (A. Dückers, Der Zeichner George Grosz, in: George Grosz. Berlin. New York. Ausst.-Kat. Nationalgalerie Berlin 1994, S. 161).
Die Widmung an Charlie Chaplin dient Grosz als Selbstpositionierung: Wie Chaplin verbündet sich der Künstler in einer "nicht-affirmativen Form der Bejahung" mit seiner Zeit, "um sie genauer zu sichten, tritt mit der Ironie eines geprügelten, ins Räderwerk geratenen Ichs auf, das sich die Hände so schmutzig macht, wie die Verhältnisse sind und das inmitten der Geschehnisse nur darauf achtet, geistesgegenwärtig zu bezeugen, was ihm begegnet ist." (vgl. Peter Sloterdijk, Kritik der zynischen Vernunft, Frankfurt a. M. 1983, S. 788).
Prachtvoller, klarer Druck mit sehr breitem Rand, an drei Seiten mit dem Schöpfrand.


Selbstportrait (für Charlie Chaplin)
Lithograph on heavy wove paper. 1919.
49,5 x 33,5 cm (73,5 x 54,8 cm).
Signed "Grosz" and numbered "10". Edition of 60.
Dückers E 53.

Published by Hans Goltz, Munich, 1921. A superb, clear impression with wide margins.

Provenienz: Ketterer, München, 4. Auktion 1970, Losnr. 274
Hans Joachim Ziersch, München (Papier dort als "Bütten" bezeichnet)

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[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.

* Alle Angaben inkl. 23% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.“


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