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Lot 1029, Auction  128, Indopersische Miniaturen, 3 Einzelblätter aus 2 verschiedenen Handschriften

Indopersische Miniaturen
3 Einzelblätter aus 2 verschiedenen Handschriften
Los 1029

Schätzung
600€ (US$ 690)

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Indopersische Miniaturen. 3 Einzelblätter aus 2 verschiedenen Handschriften. Mit 3 Miniaturen in Deckfarben und Gold. Jeweils innerhalb feiner Linienrahmung mit kalligraphischen Textfeldern. Indopersischer Raum frühes 19. Jahrhundert.
Drei Miniaturen aus illustrierten Handschriften mit höfischen und erzählerischen Darstellungen. Gezeigt werden eine Reitergesellschaft, ein Pavillon mit einem Figurenpaar im Inneren und mehreren umstehenden Personen sowie eine Gruppe von Figuren in einer blumenübersäten Landschaft mit Felsen und einem Ufer. – Papier teils gebräunt und fleckig, mit leichten Randläsuren, kleinen Wurmspuren, Knicken und geringfügigen Fehlstellen. Die Malerei überwiegend gut erhalten, das Kolorit frisch und leuchtend. Insgesamt dekorative Blätter.

Lot 1030, Auction  128, Ge'ez-Miniaturen, 4 Miniaturen in farbiger Gouche auf Pergament. 30 x 24 cm. Verso mit Text. Äthiopien Mitte 19. Jahrhundert

Ge'ez-Miniaturen
4 Miniaturen in farbiger Gouche auf Pergament. 30 x 24 cm. Verso mit Text. Äthiopien Mitte 19. Jahrhundert
Los 1030

Schätzung
400€ (US$ 460)

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Ge'ez-Miniaturen. 4 Miniaturen in farbiger Gouche auf Pergament. 30 x 24 cm. Verso mit Text. Äthiopien Mitte 19. Jahrhundert.
Eindrucksvolle, fast ikonische Miniaturen ausgelöst aus einem äthiopischen-liturgischen Buch wohl der Mitte des 19. Jahrhunderts in der charakteristischen Ge’ez Handschrift, verso teils mit 1-2 spaltigem Text von mehreren Händen sowie teils mit etwas Buchschmuck-Bordüren etc.
Dargestellt sind auf einem Doppelblatt zwei Ansichten des "Pantokrator", jeweils segnend mit erhobenen Händen: Links "Christus pantokrator" als leidender Ecce Homo mit zwei Folterknechten mit Stangen und Hämmern, die ihm eine stilisierte Dornenkrone aufsetzen, während der Heiland selbst beide Hände segnend zur Vergebung der Sünden erhoben hat. Rechts dann der segnende Gottvater mit weißem Bart und Weltkugel als Herrschaftssymbol, umgeben von den Symboltieren der Evangelisten Matthäus (geflügelter Mensch), Markus (geflügelter Löwe), Lukas (geflügelter Stier) und Johannes (Adler).
Das dritte Blatt zeigt den ans Kreuz gebundene Christus, umgeben von zwei Märtyrern mit Palmenwedeln, das vierte den in den Himmel aufgefahrenden segnenden Christus über den Wolken mit der Hand Gottvaters. – Doppelblatt mit Randläsur unten, wenige Löchlein, etwas fingerfleckeig, auch sonst leicht fleckig, Gebrauchsspuren, insgesamt aber gut und in starker Farbigkeit.

Lot 1031, Auction  128, Taschengebetbuch, Ge'ez Handschrift auf Pergament. Um 1850

Taschengebetbuch
Ge'ez Handschrift auf Pergament. Um 1850
Los 1031

Schätzung
400€ (US$ 460)

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Taschengebetbuch. Kleine Ge'ez-Handschrift auf Pergament. 36 nn. Bl. Schriftraum: ca. 6,2 x 5,8 cm. Format: 9,6 x 7,2 cm. Schwarze und violette Tinte im amharischen Ge'ez Duktus. Mit 4 ganzseitigen Miniaturen in Gouachefarben. Reich ornamental blindgeprägtes rotes Leder d. Z. (winziges Löchlein, berieben) über kantigen Holzdeckeln. Äthiopien Ende 19. Jahrhundert.
Besonders kleines und hübsches Taschengebetbuch mit sauberer Ge'ez Schrift in schwarzer und roter Tinte von einheitlicher Hand, sauber auf bemerkenswert helles Pergament geschrieben. Enthalten sind der Psalter, Gebete, Auszüge aus dem Hohelied Salomonis und Marienoffizien, aber auch okkulte Texte - eine für den christlichen Glauben in Nordafrika typische Mischung aus Heiliger Schrift, Andachts- und Erbauungsversen sowie Zauberformeln, die vor bösen Geistern schützen und um Protektion der Heiligen bitten.
Wie üblich wurden die Zeilen durch kleine Nadelstiche vorgegeben und die Linien dann mit dem Griffel gezogen.

Die Miniaturen stellen den Heiligen Georg zu Pferde, eine Maria Eleusa, den Verkündigungsengel Gabriel sowie einen Christus triumphans dar. – Mit üblichen Gebrauchsspuren, allerdings nur wenigen, vereinzelten Pergamentläsuren oder Fehlstellen, etwas fleckig, insgesamt jedoch ein reizendes Zeugnis nordafrikanisch-christlicher Frömmigkeit.

Lot 1032, Auction  128, Buddhistisches Leporello, Thailändische Handschrift mit buddhistischen Texten und 12 Miniaturen

Buddhistisches Leporello
Thailändische Handschrift mit buddhistischen Texten und 12 Miniaturen
Los 1032

Schätzung
700€ (US$ 805)

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Buddhistisches Leporello. Thailändische Handschrift mit buddhistischen Texten und 12 Miniaturen in Gold und Farben auf Papier. 56 Bl., beidseitig beschrieben. Gesamtlänge ca. 580 cm. 11,5 x 34,5 cm. Pappband d. Z. (als Leporello gebunden, stärker lädiert und wurmspurig). Thailand 19. Jahrhundert.
Prächtiges Leporello von bemerkenswerter Länge, reich illustriert. Die Miniaturen zeigen zentrale Szenen aus dem Leben Buddhas: von seiner Jugend als Prinz Siddhartha, der sein königliches Leben verlässt, bis zu Darstellungen Buddhas im Lotussitz, eine davon geschützt von der Muchalinda-Naga-Schlange. Die großformatigen Illustrationssegmente erstrecken sich jeweils über drei ganzseitige Blätter und sind detailliert ausgeführt, mit zahlreichen himmlischen Wesen, Hofangehörigen, Tieren und symbolischen Motiven. Die bildlichen Darstellungen werden von sorgfältig geschriebenem Text in schwarzem Faserstift ergänzt. – Durchgängig stark wurmspurig und wurmgängig sowie fleckig. Die Farben der Miniaturen sind jedoch schön kräftig erhalten.

Lot 1033, Auction  128, Junianus Maius, Liber de priscorum proprietate verborum. Treviso, Bernhard von Köln, 1477

Junianus Maius
Liber de priscorum proprietate verborum. Treviso, Bernhard von Köln, 1477
Los 1033

Schätzung
800€ (US$ 920)

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Aus der Bibliothek des Detlev Mauss
Maius, Junianus. Liber de priscorum proprietate verborum. 326 (statt 330) nn. Bl. 2 Spalten. 51 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 20,9 x 13,5 cm. Format: 32,2 x 21,5 cm. Modernes Pergament (etwas beschabt und bestoßen) mit RTitel. Treviso, Bernhard von Köln, 1477.
Hain 10540. Goff M-96. Proctor 6483. Pellechet 7402. BMC VI, 892. BSB-Ink M-66. Bodleian M-031. Collijnb 683. Gamper 151. Günther 2992. Hubay: Eichstätt 643. Madsen 2599. Ohly-Sack 1852. Rhodes 1153. Sallander 1835. Walsh 3310. IDL 3050. IGI 6037. CIBN M-38. ISTC im00096000. – Zweite Ausgabe des "Liber de priscorum proprietate verborum" ("Buch über die den Alten eigenen Wortbedeutungen"), die erste in Treviso gedruckte, von dem neapolitanischen Humanisten Giuniano Maio (Junius Maius; ca. 1430-1493), einem der bedeutendsten Schüler des Lorenzo Valla. Er verfasste das über die ganze Renaissance-Epoche konsultierte Wörterbuch als ein umfassendes Lexikon des Humanismus der antiken lateinischen Sprache, das kurz vor der vorliegenden Ausgabe im Jahr 1475 in Neapel gedruckt worden war. – Es fehlen vier Blätter: a1, a3, a8 und a10. Das letzte Blatt ll10 ist an den Anfang gebunden, a2, a4-7 und a9 mit größeren, neu ergänzten Ausrissen (teils mit größerem Textverlust), einige Blätter angerändert, gebräunt und mit Gebrauchsspuren, hier und da Feuchtflecke. Am Anfang zeitgenössische Einträge mit lateinischen Sprüchen. Aus der großen Inkunabelsammlung des Detlev Mauss mit dessen Blindprägestempel.

Lot 1034, Auction  128, Albertus Magnus, Compendium theologicae veritatis

Albertus Magnus
Compendium theologicae veritatis
Los 1034

Schätzung
1.400€ (US$ 1,609)

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Albertus Magnus. Compendium theologicae veritatis. 98 nn. Bl. 2 Spalten. 46 Z. Got. Typ. Schriftraum 15 x 11 cm. Format 14,4 cm. Modernes Halbleder mit Holzfurnierdeckeln in modernem Leinenschuber. Venedig, Gabriel de Grassis, 14.VI.1485.
Hain-Copinger 441. Goff A-238. Pellechet 279. Brinkhus 1096. Madsen 60. Mendes 42. Schlechter-Ries 952. Sheehan A-106. Walsh 1957. BSB-Ink H-404. BMC V, 333. IDL 123. IGI 172.ISTC ia00238000. – Die dritte venezianische Ausgabe des "Compendium theologicae veritatis", einem "Abriss der theologischen Wahrheit", das zu den erfolgreichsten und meistgelesenen theologischen Lehrbüchern des Spätmittelalters zählte.
Es handelt sich um die einzige Ausgabe bei Gabriel de Grassis, einem Nachdruck der Ausgabe von 1483, die ebenda bei Gregorius Dalmatinus und Jacobus Britannicus erschien. Das "Compendium theologicae veritatis" wird meist dem Kölner Kirchenlehrer Albertus Magnus (1200-1280) zugeschrieben, wahrscheinlicher ist jedoch, dass es von seinem Schüler Hugo Ripelin von Strassburg (1205-1270) stammt. Wie Albertus selbst wurde Ripelin damit zu einem der Wegbereiter des christlich interpretierten Aristotelismus im hohen Mittelalter. Mit dem Compendium legte er einen Grundriss der scholastischen Theologie vor, der bis in die frühe Neuzeit hinein zu den am häufigsten kopierten und ab 1470 dann auch vielfach gedruckten Werken der scholastisch-theologischen Lehre gehörte. – Das erste weiße Blatt (a1) mit hs. Titelei in Eisengallustinte (die Löcher durch Tintenfraß flächig alt hinterlegt), erstes Textblatt (a2) mit Tintenflecken, die ersten Lagen mit hs. Kolumnentiteln, von oben leicht feuchtfleckig, sonst im Block sauber. Scharf beschnitten.

Colonne, Guido delle
Historia Troiana Guidonis [und:] Historia Alesandri magni regis mace doniede preliis
Los 1035

Schätzung
3.000€ (US$ 3,448)

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Colonne, Guido delle. Hystoria Troiana Guidonis [und:] Historia Alexa(n)dri magni regis macedonie de prelijs. 2 Inkunabelschriften in 1 Band. 78 nn. Bl.; 37 nn. Bl. 2 Spalten. 43 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 21 x 12 cm. 24,5 x 17,5 cm. Blindgeprägtes Leder des 18. Jahrhunderts (beschabt, bestoßen, RGelenk offen, Kapitale mit Einrissen und Fehlstellen) mit goldgeprägtem RTitel und RVergoldung sowie dreiseitigem Goldschnitt. Straßburg, Georg Hausner, 1489.
I. Goff C774. H 5510*. Zehnacker 715. Polain(B) 4297. IGI 3101. IBP 1662. Kotvan 394. Sajó-Soltész 1053. IDL 1360. IBE 1704. SI 1202. Coll(U) 654. Madsen 1241. Šimáková-Vrchotka 594, 595. Martín Abad C-152. Ohly-Sack 900, 901. Borm 798. Hubay(Augsburg) 613. Schlechter-Ries 841. Voull(B) 2429. Pad-Ink 195. Kind(Göttingen) 730. Walsh 238. Rhodes (Oxford Colleges) 611. Bod-inc C-397. Sheppard 476. Pr 620. BSB-Ink G-436. GW 7231.

II. ISTC No.ia00398000. Goff A398. HC 780*. Pell 447. CIBN H-148. Hillard 1019. Zehnacker 110. Polain(B) 117. IDL 226. SI 147. IGI 291. IBP 199. CCIR A-39. Sajó-Soltész 131. Coll(U) 64. Madsen 121. Ernst(Hildesheim) I,I 17. Günt(L) 2673. Schlechter-Ries 43. Voull(B) 2426. Ohly-Sack 85. Borm 83. Kind(Göttingen) 838. Walsh 237. Oates 232. Bod-inc A-173. Sheppard 475. Pr 619. BMC I 138. BSB-Ink H-291. GW 877. – Wohl fünfte Ausgabe. Alexander der Große und die Geschichte Trojas sind beliebte Themen der griechischen Antike, welche oft rezipiert und neu erzählt wurden. – Papierbedingt gebräunt, braun- und feuchtfleckig sowie mit hs. Notizen am Rand. – Vorgebunden: Sabellico, Marco Antonio. Exemplorum libri decem. 4, XCXIX num Bl. (Straßburg), Matthias Schürer, 1511.

Biblia
Speyer, Peter Drach, 1489. Zweiter Bibeldruck der bedeutenden Offizin von Peter Drach in Speyer
Los 1036

Schätzung
3.000€ (US$ 3,448)

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Zweiter Bibeldruck der bedeutenden Offizin von Peter Drach in Speyer
Biblia Sacra. Veteris et novi testamenti. 581 (statt 582; ohne das erste Blatt) nn. Bl. 2 bzw. 3 Spalten. 48 bzw. 53 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 21,6 x 13,5 cm. Format: 27,6 x 19,8 cm. Mit 14-zeiliger Initiale "F" in Altrosa auf Blau und Blattgoldgrund im Quadrat und Hunderten von 3-11-zeiligen Lombarden in Rot und Blau. Schlichter dunkelbrauer Kalbslederband d. Z. (berieben, beschabt und bestoßen, mit Fehlstellen im Deckelbezug und an Kanten, Rücken restaurierend hinterlegt mit aufgeblendeten Stücken des urprünglichen Rückenleders) über abgefasten Holzdeckeln (mit zwei Bruchstellen, wohl Remboîtage vom Ende des 17. Jahrhunderts) mit hübscher Blindfileten-Zier (zwei- bzw. vierfach parallele Dreifachfileten in Kreuzanordnung mit einem Andreaskreuzornament, alles in dreifacher Fileten-Rahmenlinie), dreiseitiger punzierter Rotschnitt mit sich überlagernden Kreisen als Punktierpunze und Mittelstern. Speyer, Peter Drach, 1489.
Hain 3105. Hain-Copinger 3103. GW 4264. Goff B-587. Proctor 2378. Pellechet 2327. Bodleian B-296. Deckert 126. 127. Ernst I,1 90. Feigelmanas 83. Finger 195. Günther 2579. Hartig 118-120. Hubay 371. Lökkös 90. ÖNB-Ink B-374. Sallander 1624. BMC II, 497. BSB-Ink B-461. CIBN B-414. CIH 647. IBE 1029. IBP 1026. IDL 851. ISTC ib00587000. – Zweiter Speyerer Bibeldruck von Peter Drach, weitgehend kollations- und inhaltsgleicht mit der Ausgabe von 1486 (Hain 3093). – Es fehlt das erste Blatt a1 mit dem Titel "Biblia ...". Wenige kleine Randläsuren, wie vereinzelte (ein alt hinterlegter) Einrisse oder schwache Feuchtränder, Ränder hier und da gering brüchig, minimal gebräunt oder fleckig, zwei kleine Randausrisse (nur einer davon mit geringem Textverlust im Register, alt hinterlegt) und hinterlegtes Löchlein im letzten Blatt (ebenfalls kaum Textverlust, verso alte Verstärkungen). Ganz vereinzelte Lombarden leicht ausgewaschen, die Goldgrund-Initiale am Anfang etwas abgeschabt, unwesentliche, zu vernachlässigende Wurmlöchlein. Mehrfache hübsche Notabene-Händchen am Rand mit zeitgenössischer Tinte (z. B. b1 und kk1 et passim).
Obere Marge teilweise etwas kapp beschnitten (wenige Kolumnentitel-Serifen betroffen), rechter und unterer Steg jedoch bemerkenswert breitrandig, lediglich im NT einige Konkordanz-Marginalien im äußeren Steg ebenfalls etwas überschnitten. Im Gesamtkatalog (GW online) wird vermerkt: "Gesamtüberlieferung: 105 Exemplare / Fragmente in öffentlichen Einrichtungen und mindestens 1 Exemplar in Privatbesitz nachgewiesen." Mit dem vorliegenden wäre dann ein zweites in Privatbesitz nachgewiesen. Tatsächlich ist auch kein einziges Exemplar des Drach-Druckes im Jahrbuch der Auktionspreise seit Jahrzehnten nachweisbar.
Provenienz: Blatt a2 mit mehreren, teils durchgestrichenen alten Besitzeinträgen, darunter "Ex libris Joannis Klimes Canonici Wissehradensis [...]", von dem der Vysehrader Kanoniker aus Prag, eines "Joannis Jacobi zub [= sub] sacerdotis Ecclesiastici", ferner "Ex libris mag. Zdenconi Comes de Walstaijn scilicit Consilianus et Cubiculanus", bei dem es sich wohl um einen Rechtsberater und Kämmerer wohl handelte, einen Grafen Zdenko von Walstain (Zdenek von Waldstein bzw. Zdenek z Valstejna) aus Cesky Ráj bei Turnov. Der fliegender Vorsatz mit Besitzvermerk "Ex Libris Procopii Stiasny Justitiarii Frauenberg[iu]s 1790" und recto weiteren Eintrag derselben Hand "Biblia Sacra Veteris et Novi Testamenti. Sine Titulo". Demnach war die Bibel im Besitz des
Gerichtshalters Procop Stiasny der Patrimonialgerichtsbarkeit (Justititarius) im böhmischen Frauenberg (Hluboká nad Vltavou) der Adelsherren aus der Fürstenfamilie derer von Schwarzenberg. Interessant, dass auch schon zum Ende des 18. Jahrhunderts das Titelblatt fehlte.

Lot 1037, Auction  128, Voragine, Jacobus de, Legenda Aurea, Strassburg, Drucker des Jordanus von Quedlinburg, 16.VIII.1490.

Voragine, Jacobus de
Legenda Aurea, Strassburg, Drucker des Jordanus von Quedlinburg, 16.VIII.1490.
Los 1037

Schätzung
1.000€ (US$ 1,149)

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Voragine, Jacobus de. Legenda aurea. 263 (statt 264) Bl. 2 Spalten. 46 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 20,6 x 13,8 cm. Format: 26,6 x 19 cm. Mit großer 8-zeiliger Zierinitiale "A" in Altrosa-Blattwerk mit Hellgrün und Binnenzeichnung in Weiß und mit Goldgrund gefüllt, zahlreichen 3-4-zeiligen Lombarden und durchgehender Rubrizierung mit Unterstreichungen und Absatzmarken in Rot und Blau. Halbleder vom Anfang des 19. Jahrhunderts (beschabt, bestoßen und berieben, Gelenke leicht eingerissen, hs. RSchil). Strassburg, Drucker des Jordanus von Quedlinburg, 16.VIII.1490.
Hain-Copinger-Reichling . GW . Goff J-124. Proctor 622. Bodleian J-053. Chrisman C4.2.1.i. Ernst I,1 425. Feigelmanas 243. Günther 2679. Kind Göttingen 1032. Madsen 2191. Walsh 241. CR 6454. CIH 1855. CIR J-19. IBP 3005. IBS 691. IDL 2574. BSB-Ink I-96. ISTC ij00124000. - Nicht im BNC, bei Pellechet und im CIBN. – Sehr seltene 1490er Ausgabe der berühmten Stehsatz-Legenda aus der Offizin des nicht namentlich bekannten sog. "Druckers des Jordanus de Quedlinburg", dem auch die Straßburger Ausgaben von 1483 (Goff J-1017), 1485 (J-110), 1486 (J-117) und 1489 (J-122) zuzuordnen sind. Möglicherweise handelt es sich bei dem Drucker um Georg Hussner selbst oder um einen Drucker, der mit dessen Typenrepertoir in Straßburg weiterdruckte (vgl. Goff J-88 und J-92). "Der sogenante Drucker des Jordanus von Quedlinburg wird mit ihm identifiziert." (Benzing, Drucker, 410).
– Es fehlt das erste Blatt (j1) mit dem Titel, das erste der Lage M am Schluss (M1) sowie das le. w. Bl. (N8). Erste Lage unten mit hinterlegten Randausrissen, letztes Blatt mit angesetzten Rändern (jeweils nur minimaler Serifenverlust, gegen Anfang und Ende deutlich stärker, sonst nur vereinzelt stärker wasserrandig, fleckig und gebräunt, teils etwas finger-, vereinzelt tintenfleckig und angeschmutzt, im Block meist sehr gut erhalten, wiewohl mit einigen gebräunten Feuchtflecken und einigen ausgewaschenen Lombarden. Mit zahlreichen interessanten zeitgenössischen und einigen späteren Marginalien in roter und schwarzer Tinte.

Lot 1038, Auction  128, Bustis, Bernardinus de., Mariale. Strassburg, Martin Flach, 26.VII.1496

Bustis, Bernardinus de.
Mariale. Strassburg, Martin Flach, 26.VII.1496
Los 1038

Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)

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Bustis, Bernardinus de. Mariale. Mit dem Officium et missa Immaculatae Conceptionis Beatae Mariae Virginis und mit Beigaben des Domenico Ponzoni. 356 (statt 378) nn. Bl. 2 Spalten. 54 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 20 x 12,6 cm. Format: 28 x 20 cm. Mit Hunderten von großen, 6-10-zeiligen Lombarden und durchgehender Rubrizierung mit Kapitalstrichelung, Absatzmarken, Unterstreichungen etc. Schlichter dunkelbrauner Kalbslederband d. Z. (Gelenke etwas brüchig, Bezugsfehlstellen teils alt restauriert, Rücken im 17. Jahrhundert alt geweißt, Gebrauchsspuren) mit Bordürerahmen aus 7-fachen Blindfileten und 2 vollständigen Messingschließen (Schließbänder alt erneuert, Schließbügel alt durch gehämmerte Eisenschließen ersetzt) an 4 intakten punzierten und ziselierten gotischen Schließbeschlägen. Strassburg, Martin Flach, 26.VII.1496.
Hain-Copinger 4161. GW 5805. Goff B-1334. Proctor 704. Pellechet 3110. Collijn 272. Deckert 185. Hartig 171. 172. Hubay 498. Madsen 964. Ohly-Sack 754. Schlechter-Ries 241. Sheehan B-571. Wilhelmi 116. BMC I, 154. BSB-Ink B-1016. ÖNB-Ink B-773. CIH 865. IBE 1345. IBP 1345. IBS 323. IDL 1090. IGI 2283. ISTC ib01334000. – Illustres Hauptwerk des bedeutenden italienischen Franziskaners, Theologen und Kanzelredner des späten 15. Jahrhunderts (gestorben wohl um 1500). Er arbeitete an der Reform des Ordens der Franziskanter-Oberservanten und schriebe Hunderte von Predigten, in deren Zentrum immer wieder die Verehrung der Muttergottes Maria, wie deren Unbeflecktheit (Immaculata Conceptione Beatae Mariae Virginis) thematisisert wurde, was in dem vorliegenden Band versammelt herausgegeben wurde. Das "Mariale" gilt damit als eine der wichtigsten Quellen für die Marienverehrung der Neuzeit, nicht zuletzt auch in der bildenden Kunst der Kirchen. – Insgesamt fehlen 22 Blätter, darunter Teile der "Tabula Alphabetica", der "Prologus" ist jedoch vollständig erhalten. Es fehlen die Blätter A8, B1, bb5-6, cc1, cc3, cc5, cc8, FF5-6 GG2-6. Blatt B2 mit alt ersetzter Eckfehlstelle (winziger Textverlust), mehrere, teils alt hinterlegte Einrisse, nur wenige Flecke oder Anschmutzungen bzw. allgemeine Gebrauchsspuren,

Lot 1040, Auction  128, Agend Büchlein, für die Pfarrherren auff dem Land (+ 2 Beibände)

Agend Büchlein
für die Pfarrherren auff dem Land (+ 2 Beibände)
Los 1040

Schätzung
300€ (US$ 345)

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ALTE DRUCKE VOR 1600
Agend Büchlein, für die Pfarrherren auff dem Land. 88 nn. Bl. Titel in Rot und Schwarz. Mit Wappenholzschnitt auf dem Titel. 19,5 x 14,5 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (stärker fleckig und berieben) mit 2 (modernen) Messingschließen. Nürnberg, Nikolaus Knorr, 1586.
VD16 A 654. – Frühe Ausgabe des zuerst 1543 erschienenen Agendbüchleins, das von dem Reformator Veit Dietrich (1506-1549 ebenda) im Auftrag der Stadt Nürnberg bearbeitet und herausgegeben wurde. Regional wichtiges Handbuchs der Kirchenordnung für die Pfarrer der Kirchen in der reformierten Stadt Nürnberg, das neben den üblichen Fragen auch Grundsätzliches zum Protestantismus enthält. – Beigebunden: Christliche Vermanung, alle Sontage, vor der Predigt und Communion, der Gemeine fiirzulesen. 10 nn. Bl. Mit Wappenholzschnitt auf dem Titel. Nürnberg, (Katharina Gerlach), 1591. - VD16 ZV 16652. - Collecten, auch Tauff und Traubiichlein. 50 nn. Bl. Titel in Rot und Schwarz. Mit Wappenholzschnitt auf dem Titel. 50 Bl. Ebenda 1591. - VD16 ZV 16612. - Vorsätze modern erneuert, alle drei Drucke fast durchgehend im Seitenrand fachmännisch mit Japanpapier verstärkt (anfangs dort Fehlstellen), Titel vom Agendbüchlein verso gestempelt. Durchgehend in der oberen rechten Ecke mit Bleistift foliiert.

Lot 1041, Auction  128, Ambrosius von Mailand, (Opera omnia quae extant). Bände IV und V in 1 Band.

Ambrosius von Mailand
(Opera omnia quae extant). Bände IV und V in 1 Band.
Los 1041

Schätzung
300€ (US$ 345)

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Ambrosius von Mailand. (Opera omnia quae extant). Bände IV und V (von 5) in 1 Band. 593 S.; 414 S., 21 Bl. 33,5 x 22,5 cm. Mächtiger blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (Ecken teils sauber restauriert, Vorsätze erneuert, leicht abgegriffen) über 4 Doppelbünden und schweren abgefasten Holzdeckeln mit 2 vollkommen intakten ziselierten Messingschließen. Basel (Hieronymus Frobenius und Nicolaus Eposcopius), 1538.
VD16 A 2181. Adams A 937. – Die maßgebliche zweite große Kirchenväterausgabe mit den Werken des Heiligen Ambrosius von Mailand (339-397), die Erasmus von Rotterdam (1466-1536) philologisch bearbeitet und herausgegeben hat. Ihm verdanken wir auch die übersichtliche textkritische Gliederung in fünf Bände sowie die höchste typografische Qualität der Offizin von Froben und Episcopius.
Der imposante Band enthält die Teile IV und V. Diese Bände umfasst die exegetischen und allegorischen Kommentare zu den Büchern des Alten Testaments (Band IV) und die Auslegungen des Neuen Testaments. Der fünfte Band geriet zu dem mit Abstand bedeutendsten und umfangreichsten Werk der Gesamtausgabe. – Nur vereinzelte, wenige Feuchtränder und Flecken von unten, sonst sehr sauber, auf sehr weißem, höchst breitrandigen guten Papier - eindrucksvoll gebunden.

Lot 1042, Auction  128, Appianus Alexandrinus, Romaika (graece.). Rom. historiarum

Appianus Alexandrinus
Romaika (graece.). Rom. historiarum
Los 1042

Schätzung
600€ (US$ 690)

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Appianus Alexandrinus. Romaika (graece.). Rom. historiarum. Punica, sive Carthaginiensis, Syrica, Partihca, Mithridatica, Iberica, Annibalica, Celticae & Illyricae fragmenta quaedam. Item De bellis civilibus libri V. Henr. Steph. annotationes. 6 Bl., X S., 1 w. Bl., 767, 72 S., 18 Bl. (l. w.). Mit Holzschnitt-Druckermarke. 34 x 22 cm. Pergament d. Z. (fleckig und berieben, Rückdeckel mit kleinerer Stauchspur, mit hs. RTitel). (Genf), H. Estienne (Stephanus), 1592.
IA 106.591. Adams A 1352. Renouard 155, 4. Schreiber 223. – Zweite Estienne-Ausgabe von Appians Geschichtswerk, in welchem er vor allem die römische Kriegsgeschichte behandelt. Mit hervorragend gedrucktem griechisch-lateinischem Paralleltext. "In this second edition Henri Estienne incorporates the Iberica and Hannibalica, which had not yet been discovered when the edition princeps was published. Estienne has also added 72 pages of very valuable annotations" (Schreiber). – Schwach gebräunt und etwas fleckig, sonst schönes und wohlerhaltenes Provenienzexemplar aus zwei bedeutenden Gelehrtenbibliotheken des 18. Jahrhunderts: Des an der Universität Halle wirkenden Juristen und Historikers Johann Peter von Ludewig (1668-1743), mit dessen großformatigem, von Johann Christoph Sysang gestochenem Wappenexlibris auf dem Innenspiegel sowie eigenhändigem Besitzeintrag auf dem Titel verso, datiert 1701. Und des Leipziger Historikers Friedrich August Wilhelm Wenck (1741-1810), mit dessen eigenhändigem Besitzvermerk ebenfalls auf dem Innenspiegel, datiert 1777.

Lot 1043, Auction  128, Aristoteles, Opera quae quidem extant omnia (Basel 1538)

Aristoteles
Opera quae quidem extant omnia (Basel 1538)
Los 1043

Schätzung
600€ (US$ 690)

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Aristoteles. Opera quae quidem extant omnia, latinitate vel iam olim, vel nunc recens a viris doctissimis donata, & graecum ad exemplar diligentissime recognita. Item Io. Lodovici vivis Valentini, de libris Aristotelicis censura, nunc recens & nata & edita. Ad haec de vita Aristotelis per Philippum Melanchthonem. Teil I (von 2). 6 Bl., 843 S. Mit Holzschnitt-Druckermarke. 34,5 x 21,5 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (etwas stärker fleckig und berieben, insgesamt nachgedunkelt; ohne die Schließen) mit 2 alten Papierrückenschildern. Basel, (Johann Oporinus), 1538.
VD16 A 3282. Adams A 1741. – Lateinischer Oporinus-Druck der Schriften des Aristoteles, hier allerdings nur der Teil I der zweibändigen Ausgabe. – Titel gestempelt und mit hs. Besitzeintrag. Etwas fleckig und feuchtrandig sowie mit zwei kleinen Wurmgängen im Seitenschnitt.

Lot 1044, Auction  128, Aristoteles, Organum, hoc est libri omnes ad Logicam pertinentes

Aristoteles
Organum, hoc est libri omnes ad Logicam pertinentes
Los 1044

Schätzung
500€ (US$ 575)

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Aristoteles. Organum, hoc est libri omnes ad Logicam pertinentes, Græcé & Latiné. Iul. Pacius recensuit. 4 Bl., 831 S. Mit figürlicher Holzschnitt-Titelbordüre und zahlreichen schematischen Holzschnitt-Illustraionen. 24,5 x 16,5 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (etwas fleckig, berieben und bestoßen; ohne Schließbänder). (Morges), Guillaume de Leymarie, 1584.
Adams A 1866. IA 108.668. Lonchamp 152. – Erster Druck der von dem hoch angesehenen Genfer Rechtsgelehrten Julius Pacius (1550-1635) besorgten und kommentierten Edition der logischen Schriften des Aristoteles, eine zweite Auflage erschien 1597 bei Andreas Wechel in Frankfurt. Mit lateinisch-griechischem Paralleltext. – Durchgehend mit stellenweise stärkerem Braunfleck im oberen Rand, anfangs auch im unteren Rand. Einige Seiten der Analytik mit ausführlicheren Annotationen in einer Miniaturkursive. Dekorativer Schweinslederband, die Mittelplatten mit allegorischen Darstellungen der Justitia mit ihren Attributen Richtschwert und Waage (Vorderdeckel) und der sich erdolchenden Lukretia (Rückdeckel). Mit in Tinte aufgetragenen Eignerinitialen "IPB".

Lot 1045, Auction  128, Aristoteles, Politicorum sive de republica libri octo

Aristoteles
Politicorum sive de republica libri octo
Los 1045

Schätzung
250€ (US$ 287)

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Aristoteles. Politicorum sive de republica libri octo. Aretino interprete cum D. Thomae Aquinatis explanatione ... Hic accessere ipsius D. Thomae de regimine principum libri quatuor ... Oeconomia etiam ex antiqua interpretatione ... sunt addita. Iul. Martiani Rotae labore. 8 nn., 27 num., 1 w., 168 num. Bl. Mit 2 Druckermarken. 31,5 x 21,5 cm. Pergament d. Z. (etwas berieben und fleckig, RSchild) mit hs. RTitel. Venedig, Giunta, 1568.
IA 108.550. Adams A 1919. EDIT16 CNCE 27304. – Nachdruck der 1558 bei Giunta in Venedig erschienen Ausgabe (vgl. Hoffmann I, 366). – Titel etwas fleckig, sonst kaum gebräunt. Vorsatz und Titel mit offenbar ausgeschiedenen Bibliotheksstempeln der Zentralbibliothek Kapuziner-Kloster und Bibliothek des Konvents der Minderen Brüder Kapuziner in der Schweiz.

Lot 1046, Auction  128, Arnobius, Disputationum adversus gentes libri octo.

Arnobius
Disputationum adversus gentes libri octo.
Los 1046

Schätzung
300€ (US$ 345)

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Arnobius. Disputationum adversus gentes libri octo. Nunc primum in lucem editi. 5 nn., 100 (statt 102) röm. pag., 1 nn. Bl. 32 x 21,5 cm. Blindgeprägter Kalbslederband des späten 19. Jahrhunderts (mit leichten Schab- und Kratzspuren) mit neuerem RSchild. Rom, Franziskus Priscianese, 1542.
IA 108.890. Adams A 1994. STC 56. Brunet I, 491. Ebert 1219. – Erste Ausgabe dieser zwischen 304 und 310 verfassten Streitschrift gegen das Heidentum. Hieronymus zufolge kandidierte der aus Sicca in Nordafrika stammende Rhetor Arnobius (um 330) mit diesem Werk für die Zulassung zur Taufe und seine Überzeugung für den christlichen Glauben. – Es fehlen die beiden Textblatt Diii und Div (durch Kopien ergänzt) sowie das jeweils weiße Anfangs- und Schlussblatt. Etwas fleckig, Titel auch etwas angestaubt sowie mit mehreren Tinteneinträgen, mehrere Lagen mit etwas stärkerem Braunfleck im oberen Rand, am Schluss auch mit schmalem Feuchtigkeitsrand. Mit alten Annotationen und Unterstreichungen.

Lot 1047, Auction  128, Athanasius Alexandrinus, Operain, quatuor tomos distributa

Athanasius Alexandrinus
Operain, quatuor tomos distributa
Los 1047

Schätzung
450€ (US$ 517)

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Athanasius Alexandrinus. Opera, in quatuor tomos distributa: quorum tres sunt à Petronanio Alcmariano, ad Graecorum exemplarium fidem iam primum conversi, exceptis paucis antehac imperfectis ab eo denuo plenius & latinius redditis: Quartus, Latina multorum interpretatione ferè totus seorsim emissus, nunc in unum digestus & concinnatus. Index sub finem additus. 4 Bl., 730 S., 142 S., 13 Bl. Mit 2 Holzschnitt-Druckermarken und zahlreichen figürlichen Holzschnitt-Initialen. 32,5 x 21 cm. Flexibler Pergamentband d. Z. unter Verwendung einer zeitgenössischen Handschrift (fleckig und berieben, Rücken lädiert, VUmschlag mit 2 Einrissen). Basel, Hieronymus Froben d. Ä. und Nikolaus Episcopius d. Ä., 1556.
VD16 A 3980. – Typographisch ansprechender, von Erasmus von Rotterdam besorgter Frobendruck mit den in vier Teile gegliederten Schriften des Kirchenlehrers Athanasius von Alexandria (um 300-373), der mit seiner Disputatio contra Arrium die Irrlehren des Arrianismus abwehrte und ihm den Beinamen "Vater der Orthodoxie" eintrug. Die Teile I bis III mit durchgehender Paginierung, der Teil IV mit eigenem Zwischentitel und eigener Kollation. – Innenspiegel mit historischem und modernem Exlibris. Erste Blatt in der unteren rechten Ecke leicht gestaucht, Titel mit altem Eintrag. Sonst nur etwas fleckig und vereinzelt mit kleinen Wurmlöchern.

Lot 1048, Auction  128, August Kurfürst von Sachsen, Ehe wirdt vornemlich, von wegen der Blutfreuntschafft

August Kurfürst von Sachsen
Ehe wirdt vornemlich, von wegen der Blutfreuntschafft
Los 1048

Schätzung
800€ (US$ 920)

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(August, Kurfürst von Sachsen). Die Ehe wirdt vornemlich, von wegen der Blutfreuntschafft, Darnach auch von wegen der Schwegerschafft, wie folgend zusehen, verboten [und:] Volget nun von Personen und graden, so von wegen der Schwegerschaft, zu Ehelichen verboten. 19,5 x 15 cm. 12 nn. Bl. Mit doppelblattgroßer Holzschnitt-Tafel. Ohne Einband. (Dresden, Mathhes Stöckel), 1557.
VD16 S 871 und 874. – Erster Druck der ersten offiziellen sächsische Eheordnung aus der Reformationszeit. Herausgegeben wurde sie von Kurfürst August von Sachsen (1526-1586) und im Jahr 1557 in Dresden von dem Hofbuchdrucker Matthäus Stöckel in zwei Teilen gedruckt, um vor allem der Inzucht beizukommen. Der Druck ist Teil der 64 Seiten unmfassenden "General Articul und gemeiner bericht, wie es in den Kirchen mit den Pfarherrn, Kirchendienern ... gehalten werden soll (siehe VD16 S 874 mit 64 Seiten), meist wurden aber nur diese beiden Teile separat verteilt. Passend dazu wurde dem Werk zur Verdeutlichung ein Arbor Consanguinitatis als Falttafel in Holzschnitt beigegeben, in Form eines knorrigen, gut verwurzelten Baumes "Das ist der Baum der angebornen Mageschafft, und des angebornen geblütes nach gemeiner Sechsischer sprache", in dessen Mitte der Stammvater als Pater familias in einem Clipeus erscheint, von dem aus sich in Ästen die Verwandten ausbreiten, links die "Agnati. Schwertmagen." und rechts die "Cognati Spielmagen". – Gering gebräunt, winziges Wurmlöchlein, Tafel und letztes Blatt mit kleinem Loch, letztes Blatt auch mit Randausriss (ohne Textverlust). Ohne die anderen 52 Bl. "Articuln" des Gesamtwerks.

Lot 1049, Auction  128, August, Kurfürst von Sachsen, General Articul und gemeiner bericht

August, Kurfürst von Sachsen
General Articul und gemeiner bericht
Los 1049

Schätzung
350€ (US$ 402)

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August, Kurfürst von Sachsen. General Articul und gemeiner bericht, wie es in den Kirchen mit den Pfarherrn, Kirchendienern, den Eingepfarten ... werden soll. Teil I (von 2). 52 Bl. Mit großer Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. 19,5 x 15 cm. Fadenheftung, ohne Einband. (Dresden, Stöckel), 1557.
VD16 S 874 (gibt fälschlich 62 Bl. an). Richter, Kirchenordnungen II, 178. Nicht im STC. – Einer von zwei Drucken im Jahr der ersten Ausgabe, bei dem ersten Dresdner Hofbuchdrucker Matthäus Stöckel. Der zweite Teil über die Ehehindernisse wegen Blutsverwandschaft ist hier nicht dabei. – Gebräunt. Titel mit Wasserfleck und hs. Bemerkung der Zeit, diese auch im Text. Unscheinbare Wurmspur. Selten im Handel.

Lot 1050, Auction  128, Augustinus, Aurelius, De summa Trinitate. Mit Holzschnitt-Vignette und breiter Bordüre

Augustinus, Aurelius
De summa Trinitate. Mit Holzschnitt-Vignette und breiter Bordüre
Los 1050

Schätzung
900€ (US$ 1,034)

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Johann Koberger lässt in Lyon drucken
Augustinus, Aurelius. De summa Trinitate. 110 num. Bl. (ohne die 6 Bl. Index am Schluss). Mit großer szenischer Holzschnitt-TVignette (Magister cum discipulo), breiter vierteiliger Holzschnitt-Bordüre und Titel in Schwarz- und Rotdruck. 29 x 20 cm. Moderes Pergament mit hs. RTitel und 4 Bindebändern. (Lyon, Jacques Sacon für Nürnberg, Johann Koberger), 1520.
VD16 ZV 24636. IA 110.151. BNHCat. A 740. – Erste Ausgabe der bedeutenden Schrift über die Trinität des Kirchenvaters Augustinus aus der Lyonneser Offizin des Jacques Sacon, der diese in Auftrag des berühmten Nürnberger Verlegers Johann Koberger anfertigte. Es ist ein frühes Beispiel für die immer internationaler werdenden Beziehungen und Vertriebssysteme im Bereich des verhältnismäßig neuen Mediums "Druck" und ein eindrucksvolles Zeugnis deutsch-französischer Zusammenarbeit. Finanziert und in Auftrag gegeben wurde das Werk von Johann Koberger d. Ä. (1454-1543), dem Vetter des bedeutenden Druckers Anton Koberger, der das von Jacques Sacon gedruckte Werk in seinen Vertrieb nahm. Im Kolophon nennen sich beide - Drucker wie Verleger: "Jmpressi lugduni ere et impressis circumspecti viri Joannis koburger civis Nurembergensis. Arte tamen ac pervigili cura Industrij viri Jacobi saccon. Anno virginei partus quingentesimo super millesimum secundo Kalendas Augustas".
Der hübsche szenische Titelholzschnitt zeigt ganz in der Tradition der "Magister cum dicipulis" den heiligen Kirchenvater am Pult und vor ihm ein nacktes Kind, das mit einem Löffel einen Teller leert, ein ikonographisches Sinnbild für die Unfassbarkeit Gottes und die Grenzen des menschlichen Verstands.
Ab 1504 hatte Koberger seinen Konzert vom Drucker auf das Verleger- und Verlagsgeschäft umgestellt und immer mehr bei verschiedenen Druckern in Europa drucken lassen, wie bei Jacques Sacon in Lyon. Lyon war zu dieser Zeit nach Paris das zweitwichtigste Druckzentrum Frankreichs Die Produktion, die Löhne für Setzer und das Papier waren dort zeitweise günstiger oder qualitativ konkurrenzfähiger als im kriegs- und reformationsgeschüttelten Deutschland jener Jahre. – Es fehlen die letzten sechs Blätter Register, sonst vollständig, nur vereinzelt gering fleckig, vom rechten Rand gelegentlich blasse Feuchtränder. Titel mit altem Monogrammstempel (Lambda-Phi), sonst sehr schön erhaltene Postinkunabel.

Lot 1051, Auction  128, Augustinus, Aurelius, Liber Epistolarum . Compluriusque sanctorum & illustrium virorum ad ipsium Augustinum rescribentium.

Augustinus, Aurelius
Liber Epistolarum . Compluriusque sanctorum & illustrium virorum ad ipsium Augustinum rescribentium.
Los 1051

Schätzung
500€ (US$ 575)

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Aus den Bibliotheken eines Dresdner Privatgelehrten und eines Bautzener Domherren aus Schirgiswalde
Augustinus, Aurelius. Liber Epistolarum. Compluribusque sanctorum & illustrium virorum ad ipsium Augustinum rescribentium. 8 nn., 162 num., 32 nn. Bl. (d. le. w.). Mit großer vierteiliger Holzschnitt-Titelbordüre und Druckermarke des Jean Petit und zahlreichen 3-15-zeiligen Holzschnitt-Initialen. 31,5 x 21 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (etwas fleckig, angestaubt und abgegriffen, kaum Fehlstellen) über vier Doppelbünden und kantigen Holzdeckeln mit 2 Messingschließen (Gelenkbänder erneuert) sowie altem Schnitttitel "EPLE.AUG". (Paris, Johannes Parvus und Jodocus Badius, 1515).
IA BP16 102675. Renouard, Badius, II, 60f. – Ausgabe des Briefcorpus aus der Feder des Heiligen Augustinus von Hippo, herausgegeben von Badius und Parvus (Jean Petit) in deren Pariser Offizin. Ein sehr schöner Postinkunabeldruck. – Titel und ersten Blätter mit restauriertem Wurmgang (minimaler Darstellungs-, aber kein Textverlust), weitere kleine Risshinterlegungen, auch in den Vorsatzblättern, etwas unschönes Einlaufen von roter Tinte vom rechten oberen Schnitt, sonst im Block gut erhalten.
Titel mit hs. Besitzvermerken: "Exlibris Joan. Josephi Drosche Dresda comeptis 1684", also erworben von Johann Drosche, der zwischen 1678 bis 1681 als Pfarrer im sächsischen Schirgiswalde nachweisbar ist, und: "Nunc Jacobi Thaddaei Gersky [?] Can[onici] Acsidentis Buddessin 1727", wohl "Jetzt [im Besitz] des Jacob Thaddäus Gersky, Domherr Akzidentiar, 1727." Die Ortschaft
Schirgiswalde unterstand direkt dem Domstift St. Petri in Bautzen. Die dortigen Domherren verwalteten die katholischen Besitztümer der Region. Jacob Thaddäus Gersky war demnach ein Kanonikus des Bautzener Domstifts. Als Akzidentiar (Acidentii) war er im Jahr 1727 konkret dafür zuständig, die anfallenden Sondergebühren und Abgaben (Akzidenzien) - unter anderem aus der katholischen Enklave Schirgiswalde - für das Bistum bzw. das Domkapitel abzurechnen.

Lot 1052, Auction  128, Beaucaire, François, Oratio de victoria, qua Carolus IX. Galliarum rex Francisci Lotharingi Guisae ducis, necnon et Annae Monmorencii equitum magistri auspiciis rebelles causam religionis pretexentes ingenti clade superavit

Beaucaire, François
Oratio de victoria, qua Carolus IX. Galliarum rex Francisci Lotharingi Guisae ducis, necnon et Annae Monmorencii equitum magistri auspiciis rebelles causam religionis pretexentes ingenti clade superavit
Los 1052

Schätzung
200€ (US$ 230)

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Beaucaire, François. Oratio de victoria, qua Carolus IX. Galliarum rex Francisci Lotharingi Guisae ducis, necnon et Annae Monmorencii equitum magistri auspiciis rebelles causam religionis pretexentes ingenti clade superavit. 10 Bl. 19 x 14 cm. Marmorierter Umschlag (leicht berieben) mit handschriftlichem Titelschild. Brescia, G. B. Bozzola für D. Turlino, 1563.
Adams B 412. Jöcher I, 878. – Erste Ausgabe. Rede vor den in Trient versammelten Konzilsvätern über den Sieg, den der Herzog von Guise, Franz v. Lothringen, am 19. Dezember 1562 über die Hugenotten errungen hatte. François Beaucaire (hier Belcarius) de Péguillon war der vom Hause Lothringen eingesetzte Bischof von Metz. – Titel etwas verstaubt und mit altem Besitzvermerk.

Lot 1053, Auction  128, Bembo, Pietro, De gliasolani di M. Pietro nequali si ragiona d'amore

Bembo, Pietro
De gliasolani di M. Pietro nequali si ragiona d'amore
Los 1053

Schätzung
600€ (US$ 690)

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Bembo, Pietro. De gliasolani di M. Pietro nequali si ragiona d'amore. 2. Ausgabe. 104 S. 15 x 9,5 cm. Leder d. Z. (berieben, bestoßen und oberes Kapital mit Einriss) mit goldgeprägtem RSchild, RVergoldung. O. O. und Dr., 1539.
Nicht bei Adams. – Sehr selten. Von uns konnte nur ein weiteres Exemplar aus der Universitätsbibliothek Regensburg bestimmt werden. – Ersten zwei Blätter gebräunt, erstes Blatt mit hinterlegter Fehlstelle, insgesamt etwas stockfleckig.

Lot 1054, Auction  128, Biblia germanica, Das Newe Testament, verdeutscht. Durch D. Johan. Dietenberger.

Biblia germanica
Das Newe Testament, verdeutscht. Durch D. Johan. Dietenberger.
Los 1054

Schätzung
1.500€ (US$ 1,724)

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Biblia germanica. - Das Newe Testament, verdeutscht. Durch D. Johan. Dietenberger. (Bl. CCCCXLV)-CCCCCLXXVIII, 4 nn. Bl. Mit 2 wiederholten vierteiligen Holzschnittbordüren mit Wappendarstellungen auf dem Titel und am Schluss und 28 szenischen Textholzschnitten von Hans Sebald Beham, Anton Woensam u. a. sowie zahlreichen figürlichen Holzschnitt-Initialen. 4. 31 x 23 cm. Moderner Halbpergamentband (mit schwächeren Schabspuren) mit RTitel. Mainz und Köln, Peter Jordan für Peter Quentell, 1534.
VD16 B 2693. Vgl. Darlow-Moule 4211. NDB 3, 667. – Erster Druck der berühmten Dietenberger-Bibel, die als katholische "Gegenbibel" der Lutherübertragung Konkurrenz machte und bis ins späte 18. Jahrhundert die verbreitetste Bibelübersetzung in allen deutschsprachigen katholischen Regionen war. Sie erlebte etwa 100 Auflagen. Vorliegend allerdings nur das Neue Testament mit der dramatischen Holzschnittfolge (21) zur Apokalypse des Johannes. – Titel alt gestempelt, mit kleinem Loch im weißen Seitenrand und mit Besitzeintrag in Sepia im oberen Rand, Blatt ll1 verso und ll2 recto stärker fleckig, einige Blatt verbunden, stellenweise etwas gebräunt oder braunfleckig. Am Schluss mit verblasstem Feuchtigkeitsrand im unteren Bug, das Schlussblatt auch etwas wurmstichig und mit kleiner hinterlegter Fehlstelle (geringer Wortverlust).

Lot 1055, Auction  128, Biblia latina, Testamentum novum ex Des. Erasmi Rot. versione

Biblia latina
Testamentum novum ex Des. Erasmi Rot. versione
Los 1055

Schätzung
300€ (US$ 345)

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Biblia latina. - Testamentum novum ex Des. Erasmi Rot. versione, ac eiusdem recognitione postrema. 797 S. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. 12,5 x 7 cm. Moderner Kalbslederband unter Verwendung alter Deckelbezüge mit Goldprägung im Grolier-Stil auf den Deckeln, den Eignerinitialen "IO. W." sowie Goldschnitt. Lyon, Sebastian Gryphius, 1550.
Lyoneser Taschenausgabe in der kommentierten Textedition des Erasmus. – Gering gebräunt und leicht fleckig. Exemplar aus der historischen Bibliothek des Kartäuserklosters Buxheim, mit entsprechendem hs. Eintrag und Stempel auf dem Titel recto et verso.

Biblia latina
Biblia Sacra, veteris et novi testamenti, secundum editionem vulgatam
Los 1056

Schätzung
2.500€ (US$ 2,874)

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Die Tobias-Stimmer-Vulgata in einheitlichen, auf "1583" datierten und reich verzierten Einbände
Biblia latina. - Biblia Sacra, veteris et novi testamenti, secundum editionem vulgatam. 3 Teile in 2 Bänden. 16 Bl., 612; 251 S., 3 Bl., 224 S., 37 Bl. Mit Holzschnitt-Titelbordüre, 3 Holzschnitt-Druckermarken, 190 Textholzschnitten von Tobias Stimmer sowie 3 gefalteten und 1 ganzseitigen (im Text) Holzschnitt-Karten. 21,5 x 13,5 cm. Reich blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (stellenweise alt fleckig, etwas stärker gebräunt, jedoch kaum beschabt, bestoßen oder mit Bezugsfehlern) über kraftvollen, abgefasten Holzdeckeln mit jeweils 2 intakten ziselierten Messingschließen und dreiseitigem Rotschnitt. Basel, Thomas Guarinus, 1578.
VD16 B 2644. STC 87. Adams B 1086. Andresen III, 131. Thieme-Becker XXXII, 57-62. Vgl. Schmidt 297 ff. und Fairfax Murray 66. Nicht bei Darlow-Moule. Siehe Foot, H. Davis Gift II, 408-409. Goldschmitdt, Gothic & Renaissance Bookbindings I, 251-252. – Prachtvoll zeitgenössisch gebundenes Exemplar der ersten Ausgabe der vollständigen Quart-Bibel mit der kleinformatigen Folge der schönen, fantasievollen Holzschnitte von Tobias Stimmer (1539-1584), die erstmals in einem Album mit Reimen von Johann Fischart 1576 in Basel erschienen waren. So hatte der Drucker Thomas Guarinus (Gwarin, Guarin) eine Serie von Holzschnitten mit biblischen Szenen von Tobias Stimmer als "Neue Künstliche Figuren Biblischer Historien" (vgl. Fairfax-Murray G 68) herausgebracht und diese 170 Bilder von Versen des Johann Fischart (1546-1591) begleiten lassen. Nach dem Druck obiger Bibel wanderten die Stöcke nach Straßburg, wo sie von B. Jobin und später L. Zetzner noch mehrfach verwendet wurden: "Diese Schnitte von Tobias Stimmer sind hervorragend schön. Matthäus Merian hat dann mit seinem sicheren Urteil nicht weniger als ein rundes Dutzend zu Vorbildern seiner Bibelkupferstiche genommen" (Schmidt).

Thieme-Becker verweisen, dass die Bildentwürfe "durch die Fülle des Neuen in Auffassung der Szenen und Wahl und Komposition des dekorativen Apparats auf lange Zeit hinaus schulbildend" wirkten und noch Peter Paul Rubens sie höchst bewunderte. Die Karten zeigen das Paradies, das Heilige Land (2, davon 1 mit Ägypten) und das östliche Mittelmeer (im Text). – Vorsätze mit altausgestrichenen Einträgen, Titel mit Vermerkrasuren, wenige Fleckchen, teils leicht gebräunt, hier und da Unterstreichungen in Rot und wenige rote Federzeichnungen in den Holzschnitt-Vignetten. Band II mit einigen Wurmlöchlein und Unterstreichungen in schwarzer Tinte, hier und da blasse Wasserränder. Insgesamt ein außergewöhnlich schönes, einheitliches Paar der beiden Bände dieser hervorragend edierten und illustrierten Vulgata.

Die blindgeprägten Einbände mit dem Porträt Karls V. auf dem Vorderdeckel: "Carole mortales dubitant homo sisne deusve sunt tua sc[e]ptra hominis sed tua facta dei". Auf dem Rückdeckel eine Porträtplatte mit dem Antlitz des Herzogs Johann Friedrich von Sachsen: "Victus eras acie fidei constantia tandem victorem ante homines fecit et ante deum". Goldschmidt erwähnt zwei ganz ähnliche Einbände in seiner Sammlung (Nr. 251 und 252) und stellt fest, dass es mehrere dieser Platten gab, sowohl signiert wie unsigniert. Auch bei Foot findet man einen ähnlichen Einband von 1582. Die vorliegenden Exemplare sind beide auf das Jahr "1583" datiert und tragen die Initialen "K.L.R." als Monogramm des Eigners. Die Porträtplatten sind umgeben von breiten floralen Rollen mit Profilköpfen in Tondi, Putten und einem Schildträger mit den Initialen "H.S" sowie einem Christuskind (vgl. dazu Haebler II, Tafeln III/1).

Lot 1057, Auction  128, Biblia polyglotta, Sacr. Bibliorum quadrilinguium

Biblia polyglotta
Sacr. Bibliorum quadrilinguium
Los 1057

Schätzung
300€ (US$ 345)

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Biblia polyglotta. - Sacr. Bibliorum quadrilinguium tomus secundus trilingius. 26 nn., 289 num. Bl. Titel in Schwarz und Rot. Mit Kupfertitel, 2 blattgroßen Textkupfern, Holzschnitt-Titelbordüre und zahlreichen Textholzschnitten nach J. Mores d. Ä. 37,5 x 24 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (etwas fleckig und berieben, 1 Messingschließe defekt). Hamburg, Jacob Lucius d. J., 1596.
Kayser-Dehm 60. Kayser, Hamburger Bücher 25. Lappenberg 93. ADB XLIV, 541. – Erste Ausgabe. Band I der in sieben Teilen erschienenen, von dem an der Hamburger St. Petri-Kiche wirkenden Prediger David Wolder (1550-1604) herausgegebenen Hamburger Polyglottenbibel, illustriert mit den schönen Textholzschnitten nach Jakob Mores (um 1540-1612), die auch für die Bibeldrucke der Lüneburger Sterne Verwendung fanden. Enthalten ist der Pentateuch mit den ersten fünf Büchern Mose. "Wolder hat sich besonders in weiteren Kreisen bekannt gemacht durch die Herausgabe größerer Bibelwerke. Schon bei der durch Elias Hutter besorgten Ausgabe des hebräischen Textes des Alten Testamentes war Wolder betheiligt. Das Werk erschien nach langen Vorbereitungen zu Hamburg 1587; obschon es in mancher Hinsicht verdienstlich ist und jedenfalls viel Fleiß und Mühe auf die Herstellung verwandt ward, fand es wenig Absatz. Wolder gab daraufhin für sich allein eine vollständige Bibel in griechischer, lateinischer und deutscher Sprache heraus; in vier Columnen neben einander druckte er die Septuaginta, die Vulgata, die lateinische Uebersetzung von Pagnini und die deutsche Uebersetzung Luther's ab. Das Werk erschien in sieben Theilen (gewöhnlich in 3 Bänden gebunden) in Folio Hamburg 1596, gedruckt bei Jacob Lucius dem Jüngeren, einem damals sehr thätigen Drucker und Verleger. Der Verleger verband sodann mit dieser Wolder’schen Polyglotte die Hutten’sche Ausgabe des hebräischen Textes des A. T.'s als ersten Band und gab dem ganzen (nun vierbändigen) Werke den neuen Titel: 'Sacra biblia quadrilinguia'" (ADB). – Etwas gebräunt oder braunfleckig, sonst wohlerhaltenes Exemplar des aufwendigen vierspaltigen Drucks in einem schönen zeitgenössischen Einband mit Reformatorenrolle, der Vorderdeckel mit szenischer Kreuzigungsszene, den Eignerinitialen "CKT" sowie dem Bindejahr "1615", ferner mit dem etwas später aufgebrachtem Stempel einer historischen Schulbibliothek.

Lot 1058, Auction  128, Bock, Hieronymus, Kreuter Buch

Bock, Hieronymus
Kreuter Buch
Los 1058

Schätzung
1.800€ (US$ 2,069)

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Bock, Hieronymus. Kreuter Buch. Darin Underscheid, Würckung und Namen der Kreiiter so in Deutschen Landen wachsen ... I-II Teil (von 3). 19 Bl., VI-CCCL, CCCLIII (letzten drei Bl. unkenntliche Nummerierung) num. Bl. Mit zahlreichen kolorierten Textholzschnitten. 28 x 18,5 cm. Blindgeprägtes Leder d. Z. (beschabt und bestoßen) über Holzdeckel und 4 Bünden mit 2 Messingschließen. Straßburg, Wendelin Rihel, 1546.
Nissen 182. Pritzel 865. VD16 B 6016. ADB II, 766. – Zweite Ausgabe, die erste erschien im Jahre 1539. Die Illustrationen erschienen jedoch erstmalig in der vorliegenden zweiten Ausgabe. "Seine Beschreibungen und seine Holzschnitte, die er in dem 'New Kreuterbuch' ... von den deutschen Pflanzen gab, sind ... meist ausführlicher und naturgetreuer, als diejenigen seiner Vorgänger" (ADB). – Es fehlen die nummerierten Blätter I-V und CCCLI-CCCLII. Vorsatz mit mehreren hs. Besitzvermerk und Titel auf Papier montiert sowie mit rotem Besitzstempel (unleserlich). Mehrere Seiten mit verstärkten Rändern, Einrissen und Fehlstellen sowie braun- und fingerfleckig.

Lot 1059, Auction  128, Bock, Hieronymus, Kreutterbuch

Bock, Hieronymus
Kreutterbuch
Los 1059

Schätzung
2.400€ (US$ 2,759)

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Bock, Hieronymus. Kreutterbuch, darin underscheidt Nammen und Würckung der Kreutter, Stauden, Hecken und Beumen, sampt ihren Früchten, so inn Teutschen Landen wachsen. 26 Bl., 400 (von 454) num. Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke und zahlreichen Textholzschnitten. Titel in Rot und Schwarz. Leder d. Z. (beschabt, bestoßen, mit Fehlstellen, Einrissen insgesamt stark lädiert) VDeckel über Holzdeckel. 33 x 20 cm. Straßburg, (J. Rihel), 1587.
VD 16, B 6024. Ind. Aurel. 120.600. Ritter 219. Nissen 182. Pritzel 866. – Vierte von Melchior Sebezius revidierte und erweiterte Ausgabe des wohl bedeutendsten Kräuterbuchs des 16. Jahrhunderts. – Es fehlen 54 nummerierte und 23 nicht nummerierte Blätter. Zahlreiche Blätter lose, papierbedingt gebräunt, feucht- und braunfleckig, mit größeren Einrissen und Fehlstellen. Vorsatz und Titel mit hs. Besitzvermerken. Insgesamt mit größeren Gebrauchsspuren und stark lädiert.

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