Los 1036

Biblia
Speyer, Peter Drach, 1489. Zweiter Bibeldruck der bedeutenden Offizin von Peter Drach in Speyer

Schätzung
3.000€ (US$ 3,448)

Abgabe von Vorgeboten möglich

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Aus dem Katalog
Alte Drucke, Theologie, Orientalia
Auktionsdatum 6.10.2026

Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 6. – 8. Oktober 2026

Lot 1036, Auction  128, Biblia, Speyer, Peter Drach, 1489. Zweiter Bibeldruck der bedeutenden Offizin von Peter Drach in Speyer

Zweiter Bibeldruck der bedeutenden Offizin von Peter Drach in Speyer
Biblia Sacra. Veteris et novi testamenti. 581 (statt 582; ohne das erste Blatt) nn. Bl. 2 bzw. 3 Spalten. 48 bzw. 53 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 21,6 x 13,5 cm. Format: 27,6 x 19,8 cm. Mit 14-zeiliger Initiale "F" in Altrosa auf Blau und Blattgoldgrund im Quadrat und Hunderten von 3-11-zeiligen Lombarden in Rot und Blau. Schlichter dunkelbrauer Kalbslederband d. Z. (berieben, beschabt und bestoßen, mit Fehlstellen im Deckelbezug und an Kanten, Rücken restaurierend hinterlegt mit aufgeblendeten Stücken des urprünglichen Rückenleders) über abgefasten Holzdeckeln (mit zwei Bruchstellen, wohl Remboîtage vom Ende des 17. Jahrhunderts) mit hübscher Blindfileten-Zier (zwei- bzw. vierfach parallele Dreifachfileten in Kreuzanordnung mit einem Andreaskreuzornament, alles in dreifacher Fileten-Rahmenlinie), dreiseitiger punzierter Rotschnitt mit sich überlagernden Kreisen als Punktierpunze und Mittelstern. Speyer, Peter Drach, 1489.
Hain 3105. Hain-Copinger 3103. GW 4264. Goff B-587. Proctor 2378. Pellechet 2327. Bodleian B-296. Deckert 126. 127. Ernst I,1 90. Feigelmanas 83. Finger 195. Günther 2579. Hartig 118-120. Hubay 371. Lökkös 90. ÖNB-Ink B-374. Sallander 1624. BMC II, 497. BSB-Ink B-461. CIBN B-414. CIH 647. IBE 1029. IBP 1026. IDL 851. ISTC ib00587000. – Zweiter Speyerer Bibeldruck von Peter Drach, weitgehend kollations- und inhaltsgleicht mit der Ausgabe von 1486 (Hain 3093). – Es fehlt das erste Blatt a1 mit dem Titel "Biblia ...". Wenige kleine Randläsuren, wie vereinzelte (ein alt hinterlegter) Einrisse oder schwache Feuchtränder, Ränder hier und da gering brüchig, minimal gebräunt oder fleckig, zwei kleine Randausrisse (nur einer davon mit geringem Textverlust im Register, alt hinterlegt) und hinterlegtes Löchlein im letzten Blatt (ebenfalls kaum Textverlust, verso alte Verstärkungen). Ganz vereinzelte Lombarden leicht ausgewaschen, die Goldgrund-Initiale am Anfang etwas abgeschabt, unwesentliche, zu vernachlässigende Wurmlöchlein. Mehrfache hübsche Notabene-Händchen am Rand mit zeitgenössischer Tinte (z. B. b1 und kk1 et passim).
Obere Marge teilweise etwas kapp beschnitten (wenige Kolumnentitel-Serifen betroffen), rechter und unterer Steg jedoch bemerkenswert breitrandig, lediglich im NT einige Konkordanz-Marginalien im äußeren Steg ebenfalls etwas überschnitten. Im Gesamtkatalog (GW online) wird vermerkt: "Gesamtüberlieferung: 105 Exemplare / Fragmente in öffentlichen Einrichtungen und mindestens 1 Exemplar in Privatbesitz nachgewiesen." Mit dem vorliegenden wäre dann ein zweites in Privatbesitz nachgewiesen. Tatsächlich ist auch kein einziges Exemplar des Drach-Druckes im Jahrbuch der Auktionspreise seit Jahrzehnten nachweisbar.
Provenienz: Blatt a2 mit mehreren, teils durchgestrichenen alten Besitzeinträgen, darunter "Ex libris Joannis Klimes Canonici Wissehradensis [...]", von dem der Vysehrader Kanoniker aus Prag, eines "Joannis Jacobi zub [= sub] sacerdotis Ecclesiastici", ferner "Ex libris mag. Zdenconi Comes de Walstaijn scilicit Consilianus et Cubiculanus", bei dem es sich wohl um einen Rechtsberater und Kämmerer wohl handelte, einen Grafen Zdenko von Walstain (Zdenek von Waldstein bzw. Zdenek z Valstejna) aus Cesky Ráj bei Turnov. Der fliegender Vorsatz mit Besitzvermerk "Ex Libris Procopii Stiasny Justitiarii Frauenberg[iu]s 1790" und recto weiteren Eintrag derselben Hand "Biblia Sacra Veteris et Novi Testamenti. Sine Titulo". Demnach war die Bibel im Besitz des
Gerichtshalters Procop Stiasny der Patrimonialgerichtsbarkeit (Justititarius) im böhmischen Frauenberg (Hluboká nad Vltavou) der Adelsherren aus der Fürstenfamilie derer von Schwarzenberg. Interessant, dass auch schon zum Ende des 18. Jahrhunderts das Titelblatt fehlte.


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