Los 1050

Augustinus, Aurelius
(354-430)De summa Trinitate. Mit Holzschnitt-Vignette und breiter Bordüre

Schätzung
900€ (US$ 1,034)

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Los 1050 - Augustinus, Aurelius - De summa Trinitate. Mit Holzschnitt-Vignette und breiter Bordüre - 0 - thumb

Aus dem Katalog
Alte Drucke, Theologie, Orientalia
Auktionsdatum 6.10.2026

Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 6. – 8. Oktober 2026

Lot 1050, Auction  128, Augustinus, Aurelius, De summa Trinitate. Mit Holzschnitt-Vignette und breiter Bordüre

Johann Koberger lässt in Lyon drucken
Augustinus, Aurelius. De summa Trinitate. 110 num. Bl. (ohne die 6 Bl. Index am Schluss). Mit großer szenischer Holzschnitt-TVignette (Magister cum discipulo), breiter vierteiliger Holzschnitt-Bordüre und Titel in Schwarz- und Rotdruck. 29 x 20 cm. Moderes Pergament mit hs. RTitel und 4 Bindebändern. (Lyon, Jacques Sacon für Nürnberg, Johann Koberger), 1520.
VD16 ZV 24636. IA 110.151. BNHCat. A 740. – Erste Ausgabe der bedeutenden Schrift über die Trinität des Kirchenvaters Augustinus aus der Lyonneser Offizin des Jacques Sacon, der diese in Auftrag des berühmten Nürnberger Verlegers Johann Koberger anfertigte. Es ist ein frühes Beispiel für die immer internationaler werdenden Beziehungen und Vertriebssysteme im Bereich des verhältnismäßig neuen Mediums "Druck" und ein eindrucksvolles Zeugnis deutsch-französischer Zusammenarbeit. Finanziert und in Auftrag gegeben wurde das Werk von Johann Koberger d. Ä. (1454-1543), dem Vetter des bedeutenden Druckers Anton Koberger, der das von Jacques Sacon gedruckte Werk in seinen Vertrieb nahm. Im Kolophon nennen sich beide - Drucker wie Verleger: "Jmpressi lugduni ere et impressis circumspecti viri Joannis koburger civis Nurembergensis. Arte tamen ac pervigili cura Industrij viri Jacobi saccon. Anno virginei partus quingentesimo super millesimum secundo Kalendas Augustas".
Der hübsche szenische Titelholzschnitt zeigt ganz in der Tradition der "Magister cum dicipulis" den heiligen Kirchenvater am Pult und vor ihm ein nacktes Kind, das mit einem Löffel einen Teller leert, ein ikonographisches Sinnbild für die Unfassbarkeit Gottes und die Grenzen des menschlichen Verstands.
Ab 1504 hatte Koberger seinen Konzert vom Drucker auf das Verleger- und Verlagsgeschäft umgestellt und immer mehr bei verschiedenen Druckern in Europa drucken lassen, wie bei Jacques Sacon in Lyon. Lyon war zu dieser Zeit nach Paris das zweitwichtigste Druckzentrum Frankreichs Die Produktion, die Löhne für Setzer und das Papier waren dort zeitweise günstiger oder qualitativ konkurrenzfähiger als im kriegs- und reformationsgeschüttelten Deutschland jener Jahre. – Es fehlen die letzten sechs Blätter Register, sonst vollständig, nur vereinzelt gering fleckig, vom rechten Rand gelegentlich blasse Feuchtränder. Titel mit altem Monogrammstempel (Lambda-Phi), sonst sehr schön erhaltene Postinkunabel.


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