wohl 16. Jh. Pietà.
Öl auf Holz, neu parkettiert. 49,3 x 34,3 cm.
Das Motiv der Pietà, das Maria trauernd mit dem toten Christus im Schoß zeigt, gehört zu den zentralen Themen der christlichen Kunst und symbolisiert tiefes Leiden und Mitgefühl. Unsere Darstellung von Mutter und Sohn in der Landschaft folgt einem nicht vollständig geklärten Vorbild und wurde in mehreren Varianten mit kleinen Detailunterschieden wiederholt. Ein Gemälde, das in seiner Landschaftsgestaltung und Figurendynamik stark mit unserem Werk verwandt ist, stammt vom Antwerpener Manieristen Adrian van Overbeke (Muzeum Narodowe in Warschau, Inv. M.Ob.842 MNW). Das RKD (Nederlands Instituut voor Kunstgeschiedenis) in Den Haag sieht hingegen den Ursprung dieser Pietà-Darstellung in einem Werk, das dem Umkreis von Rogier van der Weyden zugeschrieben wird (Pinacoteca in Carrara, Inv. 81LC00058). Insbesondere die Nähe zu van der Weydens Realismus in der Darstellung menschlicher Emotionen und subtiler Gesten, wie sie in der Pietà im Royal Museum of Fine Arts in Brüssel (Inv. 3515) oder in der Kreuzabnahme im Museo del Prado in Madrid (Inv. P002825) zu sehen sind, lässt sich auch in diesem Werk eines unbekannten Künstlers nicht leugnen. Besonders im 15. Jahrhundert entwickelte sich in der Darstellung dieses Motivs eine eindrucksvolle Verbindung von Realismus und emotionaler Intensität. In unserem Gemälde tritt die menschliche Dimension der Szene deutlich hervor: Der Körper Christi wird mit großer anatomischer Genauigkeit dargestellt, während Marias Schmerz in ihrem Gesichtsausdruck und ihrer Körperhaltung klar erkennbar ist. Die enge Verbindung der Figuren unterstreicht die tiefe Trauer und emotionale Nähe zwischen Mutter und Sohn, was der Darstellung eine besondere Eindringlichkeit verleiht.
Französisch
1711. Klosterarbeit mit Stickbild eines Memento mori
Los 6001 [^]
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
2.125€ (US$ 2,214)
1711. Klosterarbeit: Memento Mori-Stickbild.
Gobelin-Stich mit Silberfäden auf grobgewebtem Stoff. 43,5 x 34,2 cm. Oben rechts datiert "1711".
In den Zellen von Nonnen befanden sich im 17. und 18 Jh. häufig Objekte und Gemälde, die sie beim Meditieren und Beten an die Vergänglichkeit des Lebens erinnern sollten. Unsere Gobelinstickerei ist ein gutes Beispiel dafür. Die Botschaft wird deutlich von dem Schädel vermittelt, der mit gekreuzten Knochen auf einem altarartigen Tisch unter einem reichverzierten Baldachin vor einem flammenden Hintergrund ruht. Darunter befinden sich säuberlich aufgereiht weitere Symbole menschlicher Endlichkeit und Sünde wie die Geißelrute, das Rad und die Sanduhr. Der Bildinhalt wird auch im Text der Kartuschen in den oberen beiden Ecken weitegeführt, der rezitiert: "memento homo quia pulvis es et in pulverem reverteris" (Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und zum Staube zurückkehren wirst). Es handelt sich hierbei um die mahnenden Worte, die bei der Spendung des Aschekreuzes am Aschermittwoch ausgesprochen werden, denn mit der christlichen Hoffnung auf Ewiges Leben geht zugleich die Aufforderung einher, gottgefällig zu leben.
Provenienz: Sammlung Labre, Uzès.
Privatsammlung Spanien.
Privatsammlung Süddeutschland.
Privatsammlung USA.
Süddeutsch
um 1600. Der Untergang von Sodom und Gomorra
Los 6003
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
3.500€ (US$ 3,646)
um 1600. Der Untergang von Sodom und Gomorra.
Öl auf Kalkstein. 18,4 x 24,5 cm. Unten links monogrammiert "JK [ligiert]".
Die Malerei auf Stein erlebte in den Jahrzehnten um 1600 eine regelrechte Blüte. Es war eine Zeit, in der gebildete Sammler zunehmend einen Geschmack für Objekte entwickelten, die das Kostbare mit dem Kuriosen und Seltenen verbanden. In Italien experimentierten Künstler bereits im frühen 16. Jahrhundert mit steinernen Maluntergründen. Die Innovation verbreitete sich dann vermittelt durch niederländische und deutsche Künstler, die sich im Süden aufgehalten hatten, rasch auch nördlich der Alpen. Insbesondere die kosmopolitischen Höfe in Prag und Wien boten den idealen Nährboden, um das künstlerische Potential von Steinbildern zu explorieren.
Europa und der Stier.
Öl auf Kupfer. 53 x 46,4 cm. Unten rechts signiert "P. Sion".
Das Urteil des Midas.
Öl auf Kupfer. 53 x 46,4 cm. Unten rechts signiert "P. Sion".
Francken II., Frans - Werkstatt
Das Gastmahl der Esther
Los 6008
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
3.500€ (US$ 3,646)
Werkstatt. Das Gastmahl der Esther.
Öl auf Holz. 53 x 68 cm. Verso mit dem roten Wachssiegel einer adeligen Sammlung mit stehendem Löwen mit Kugel.
Niederländisch
1645. Ein Paar Porträts im Rund
Los 6009
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.875€ (US$ 1,953)
1645. Bildnisse eines Herren und einer Dame mit weißen Batistkragen.
2 Gemälde, je Öl auf Holz. Ca. 5,8 cm (Herr) und 5,5 cm (Dame) im Rund. Der Herr bezeichnet und datiert "AET. 54 / 1645", die Dame "AET 51 / 1645".
Palamedesz., Anthonie
Elegante Gesellschaft mit Lautenspieler
Los 6013
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
5.625€ (US$ 5,859)
Elegante Gesellschaft mit Lautenspieler.
Öl auf Holz. 47 x 64 cm. Unten links signiert "A. Palamedesz".
Walter Bernt beschreibt das Gemälde in seinem Gutachten vom 1. März 1972 (in Kopie vorhanden) als ein "charakteristisches, koloristisch besonders reizvolles und sehr gut erhaltenes Werk" des Anthonie Palamedesz., dessen Darstellungen eleganter Gesellschaften ihrer stofflichen Raffinesse und der prunkvollen Details wegen bei den Zeitgenossen besonders geschätzt waren.
Provenienz: Galerie Konrad Bernheimer, München.
Dort 1975 erworben (für DM 42.500, Rechnung vorhanden).
Privatbesitz Rheinland-Pfalz.
17. Jh. Raub der Europa.
Öl auf Holz. 51 x 136 cm.
Genueser Schule
17. Jh. Die Ungläubigkeit des hl. Thomas
Los 6016
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
2.500€ (US$ 2,604)
17. Jh. Die Ungläubigkeit des hl. Thomas.
Öl auf Leinwand. 91 x 71 cm.
Das Gemälde mit der Darstellung des ungläubigen Thomas aus dem gleichnamigen Evangelium gibt sich stilistisch eindeutig als ein Werk der Genueser Schule zu erkennen. Als Inspiration dürfte die Version Valerio Castellos gedient haben, die sich in einer Privatsammlung befindet und von Camillo Manzitti um 1649/50 datiert wird (Camillo Manzitti: Valerio Castello, Turin 2004, S. 106, Nr. 54 mit Abb.).
18. Jh. Kopf wohl des Apostels Petrus.
Öl auf Leinwand, doubliert. 52 x 45 cm. Verso auf der Leinwand mit montiertem Etikett, darauf in brauner Feder eine alte Galerienummer "Nr 693".
Provenienz: Rheinischer Privatbesitz.
Englisch
um 1730. Bildnis eines Ehepaars mit zwei Kindern vor einer Parklandschaft
Los 6022
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
3.750€ (US$ 3,906)
um 1730. Bildnis eines Ehepaars mit zwei Kindern vor einer Parklandschaft.
Öl auf Holz. 34 x 32 cm.
Provenienz: Rudolph Lepke, Berlin, Auktion „Kunstsammlung und Wohnungseinrichtung Generalkonsul Eisenmann“ am 19./20. Juni 1935, Nr. 93 (als „Englischer Meister“), mit Abb. (in der Familie Eisenmann verblieben).
In den 70er Jahren vom jetzigen Besitzer vom Enkel Eisenmanns, Percy Henschel, erworben.
Seitdem Berliner Privatbesitz.
September 2024 Bestätigung des rechtmäßigen Eigentums des jetzigen Besitzers durch die Vertretung der Erben Margarete und Samuel Felix Eisenmann (Austrag in der Lost-Art-Datenbank).
Italienisch
um 1790. Panorama einer südlichen Landschaft mit Kastell
Los 6025
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.250€ (US$ 1,302)
um 1790. Panorama einer südlichen Landschaft mit Kastell.
Öl auf Leinwand, auf Hartfaserplatte kaschiert. 33,2 x 115,5 cm.
Provenienz: Aus der Sammlung Friedrich Leyrer, Stuttgart (Stempel verso vierfach auf dem Keilrahmen).
Niederländisch
17./18.Jh. Winterlandschaft mit Eisläufern
Los 6026
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.500€ (US$ 1,563)
17./18.Jh. Winterlandschaft mit Eisläufern.
Öl auf Leinwand. 37,5 x 46 cm.
Niederländisch
um 1700. Weite Landschaft mit See und Fischerbooten
Los 6027
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
500€ (US$ 521)
um 1700. Weite Landschaft mit See und Fischerbooten.
Öl auf Holz. 21 x 28,5 cm.
Kobell, Franz
Dorf zwischen Hügeln bei aufziehendem Gewitter
Los 6028
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
2.000€ (US$ 2,083)
Dorf zwischen Hügeln bei aufziehendem Gewitter; Dorf zwischen Weinbergen bei Abendlicht.
2 Gemälde, Öl auf Holz. Je ca. 17 x 14 cm. Das erste Bild rechts unten monogrammiert "F K".
Bei den als Pendants angelegten Gemälden ließ Kobell sich offensichtlich durch die Landschaft zwischen Rhein und Neckar inspirieren. Sie sind daher wohl der Frühzeit seiner Tätigkeit als Maler zuzuordnen, die er in Heidelberg begann.
Kauffmann, Angelika
Die Verehrung (Brustbildnis einer jungen Frau mit Turban)
Los 6029
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
32.500€ (US$ 33,854)
Die Verehrung (Brustbildnis einer jungen Frau mit Turban).
Öl auf Eisenblech. 17,1 x 13,1 cm (im Oval). Vor 1779.
Dieses neuentdeckte Gemälde Angelika Kauffmanns ergänzt eine Reihe kleinformatiger, ovaler Bilder mit allegorischen Frauengestalten. Es war bislang nur durch eine Radierung in Punktiermanier von Francesco Bartolozzi aus dem Jahr 1779 bekannt (Calabi/De Vesme 1928, Nr. 570). Der Titel der Radierung ("Adoration") verrät, dass die Darstellung eben nicht als Bildnis, sondern als die Personifikation der "Verehrung" bzw. "Anbetung" zu deuten ist. Pendant zu diesem Gemälde war laut Bettina Baumgärtel wahrscheinlich die "Demut", die sich heute im englischen Privatbesitz befindet und die Bartolozzi unter dem Titel "Humility" ebenfalls nachstach (Calabi/De Vesme 1928, Nr. 634). Die Deutung dieser allegorischen Sinnbilder ist aufgrund fehlender Attribute oftmals schwer. Sie sind, so Baumgärtel, wohl gleichsam als Ausdrucksstudien zu verstehen.
Wir danken Dr. Bettina Baumgärtel für die Bestätigung der Autorschaft von Angelika Kauffmann (Gutachten vom 23. September 2024 vorhanden). Das Werk wird in das in Vorbereitung befindliche Werkverzeichnis aufgenommen werden.
Jones of Bath, William - zugeschrieben
Früchtestillleben mit Erdbeeren, Nüssen und einem Eichhörnchen
Los 6030
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
2.500€ (US$ 2,604)
zugeschrieben. Früchtestillleben mit Erdbeeren, Nüssen und einem Eichhörnchen.
Öl auf Leinwand, doubliert. 52 x 68 cm.
Provenienz: Hamburger Privatsammlung.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.
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