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Lot 2331, Auction  128, Fulda, Ludwig, Brief 1908 + Beigabe Oscar Blumenthal. 1875

Fulda, Ludwig
Brief 1908 + Beigabe Oscar Blumenthal. 1875
Los 2331

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150€ (US$ 172)

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Fulda, Ludwig, vielseitiger Schriftsteller, erfolgreicher Dramatiker und ausgezeichneter Übersetzer, Vorsitzender des Senats der Sektion für Dichtkunst in der Preuß. Akademie der Künste, 1939 von den Nazis in den Selbstmord getrieben (1862-1939). Brief m. U. "Ludwig Fulda". 1 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. Berlin 30.I.1908.
Rundschreiben in reproduzierter Handschrift, hier an einen Baron gerichtet. "... Im Namen des Comité's soll ich Sie bitten, den beifolgenden Aufruf, dem die bisherigen Unterschriften beigefügt sind, ebenfalls unterzeichnen zu wollen. Es ist die Meinung, daß Sie nicht nur in Ihrer Eigenschaft als Förderer aller literarischen und künstlerischen Bestrebungen, sondern auch als Träger eines altmärkischen Namens in allererster Linie anzurufen seien, wenn es gilt, den Schilderer der Mark und ihrer alten Geschlechter zu ehren ...". - Dabei: Oscar Blumenthal, Publizist, gefürchteter Kritiker, erfolgreicher Lustspielautor, Gründer des Lessing-Theaters in Berlin (1852-1917). Eigh. Brief m. U. "Osc. Blumenthal". 1 S. Doppelblatt mit Aufdruck "Neue Monatshefte für Dichtkunst und Kritik". Gr. 8vo. Dresden 26.I.1875. - An den (nicht genannten) Verleger Rosner in Wien, den er um Mitteilung bittet, "wann Eduard Grisebachs 'Deutsche Litteratur 1770 bis 1870' die Presse verläßt, eventuell zur Versendung gelangt? Grisebach hat mir eine (kurze) Probe daraus für die 'Neuen Monatshefte' überlassen, und ich möchte gern wissen, wie lange ich noch mit der Veröffentlichung zögern darf ...". - Das Werk erschien im folgenden Jahr bei Rosner.

Gaudy, Franz von
Brief an den Verleger Flemming in Glogau. 1835
Los 2332

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300€ (US$ 345)

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Gaudy, Franz Frhr von, preuß. Offizier, Dichter und Novellist, befreundet mit Chamisso und vielen anderen Schriftstellern (1800-1840). Brief m. U. "Fr. Gaudy". 12/3 S. Doppelblatt mit Adresse und Siegelresten. Gr. 8vo. Schoenborn bei Züllichau 2.IX.1835.
An seinen Verleger Flemming in Glogau. Ausführlich über zwei seiner Werke: den Druck seiner Übersetzung des Buches von G. Wace: "Roman von Rollo und von den Herzögen der Normandie" und über sein Buch "Mein Römerzug". Übersendet ein "Verzeichniß der im Rollo aufgefundenen Druckfehler, und überlasse es Ihnen, obwohl manche recht störende und verdrießliche darunter, ob Sie dieselben anzeigen wollen oder nicht; im erstern Falle bekomme ich wohl die 12 Blätter um sie meinen Exemplaren beigeben zu können. Im Allgemeinen kann ich aber nicht anders als mit der Genauigkeit des Setzers sehr zufrieden zu seyn, denn ich hatte weit ärgere Misgriffe gefürchtet ... Meine hiesige Anwesenheit dehnt sich bis zum 1sten Oct. aus, dann kehre ich nach Berlin zurück, und jede Zuschrift wird mir durch Duncker & Humblot zugestellt werden. Sollte Ihnen eine bedeutende Kritik des Rollo zu Augen kommen, etwa die Menzelsche, so darf ich wohl darauf rechnen, daß Sie mir dieselbe gefälligst mittheilen. - Das besprochene Mspt 'Mein Römerzug' betitelt, wird jetzt um vieles bedeutender ausfallen als ich jüngst intentionirt, und soll keinesweges den ihm ursprüngl. zugedachten Charakter der Skizze tragen. Natürlich kann ich es auch nicht in so kurzer Frist beenden, wie ich es vermeinte ... Vor Briefeschreiben, Verwandten-Besuchen, Erzählen kann ich noch nicht zum Arbeiten kommen, und das genieße ich, denn meine Pläne wachsen mir über den Kopf ...". - Das dreiteilige, umfangreiche Buch 'Mein Römerzug. Federzeichnungen' erschien im folgenden Jahr bei Enslin in Berlin. - Faltenrisse, teils alt restauriert. - Beiliegend ein kurzer, wohl eigenhändiger, flüchtig geschriebener Brief Gaudys (1 S. Doppelblatt mit Adresse. 4to. Wohl Berlin, nach 1833), nur mit "gd" unterzeichnet, an den Buchhändler Reimer in Berlin. - Briefe des interessanten Autors, aus dessen kurzem, abenteuerlichen Leben allein 12 Duelle berichtet werden, kommen sehr selten vor.

Lot 2333, Auction  128, Gehe, Eduard, Brief an einen befreundeten Schriftsteller. 1830

Gehe, Eduard
Brief an einen befreundeten Schriftsteller. 1830
Los 2333

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120€ (US$ 138)

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Gehe, Eduard Heinrich, Dresdener Jurist, Hofrat, Dramatiker, Librettist, Erzähler und Bücherzensor (1793-1850). Eigh. Brief m. U. "E Gehe". 1 S. 8vo. (Dresden, wohl um 1830).
An einen Freund. "... Recht herzlich danke ich Ihnen für die gütige Mittheilung der Erzählung, der ich mit ausdauerndem Interesse gefolgt bin. Wenigstens waren Sonnabend Abends im großen Garten zwey Herrn zu schauen, deren einer dem andern, zuletzt als es dunkelte, noch bei dem zitternden Schein der Lampe im Grünen die Erzählung vorlas. Beide wollten durchaus das Ende wissen und - habe ich recht bemerkt - so lauschten auch Blumen und Bäume nicht dem Vorleser aber dem Vorgelesenen ...". - Beiliegend ein defektes Umschlagblatt von Gehes Tragödie "Gustav Adolf" mit Widmung des Verfassers.

Lot 2334, Auction  128, Gerstäcker, Friedrich, Brief an einen Autor + Beilage. 1865

Gerstäcker, Friedrich
Brief an einen Autor + Beilage. 1865
Los 2334

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200€ (US$ 230)

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Gerstäcker, Friedrich, weit gereister Schriftsteller und Abenteurer, authentischer Schilderer Amerikas und Asiens (1816-1872). Eigh. Brief m. U. "Friedrich Gerstäcker". 1 S. Gr. 8vo. Gotha 15.II.1865.
Wohl an einen Redakteur, der ihn zur Mitarbeit eingeladen hat. "... weise Ihr Anerbieten keineswegs von der Hand. Lassen Sie mir aber, da die Sache ja mich nicht drängt, Zeit zum Ueberlegen, und ich glaube daß wir dann später einmal einen Versuch zusammen machen können. Für dieß Jahr sind Sie ja doch, wie Sie mir schreiben, mit Manuscript versorgt. Jedenfalls hoffe ich, daß wir mit einer kleinen Erzählung den Anfang machen ...". - Beiliegend die Durchschrift eines ausführlichen Beschwerde-Briefes Gerstäckers (1 S. Doppelblatt, Gr. 4to. Plagwitz bei Leipzig, 10.VIII.1852) an die Redaktion der Augsburger Allgemeinen Zeitung, die Manuskript-Teile der von ihm gelieferten Beschreibung einer Reise nach Neuguinea und Australien nicht gedruckt hatte.

Lot 2335, Auction  128, Gerstenberg, Heinrich Wilhelm von, Signiertes Gedicht-Manuskript

Gerstenberg, Heinrich Wilhelm von
Signiertes Gedicht-Manuskript
Los 2335

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600€ (US$ 690)

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Gerstenberg, Heinrich Wilhelm von, Lyriker, Kritiker und Dramatiker der Empfindsamkeit und des Sturm und Drang, Anreger und Begründer der Bardendichtung, befreundet mit J. H. Voß und dem Dichterkreis um Klopstock (1737-1823). Eigh. Gedichtmanuskript m. U. "Heinrich von Gerstenberg". 2/3 S. 4to. O. O. (wohl nach 1800).
"Lebewohl". 2 Strophen zu je 4 Zeilen. "Leicht und fröhlich wie die Welle, / Ewig jung und ewig neu, / Bleibe fort an jeder Stelle / Edle Dir! das Glück getreu ... Laß noch einen Strauß Dir binden, / Jede Blüthe mahnt und spricht; / Nun ruft eine, wirst sie finden, / Aus: 'vergiß, vergiß mein nicht!' - Gerstenberg, dessen Trauerspiel "Ugolino" 1768 Furore machte, erhielt 1815 den Ehrendoktortitel der Universität Kiel. - Beiliegend ein Stahlstich-Portrait Gerstenbergs aus Meyers Conversationslexikon. - Sehr selten.

Lot 2336, Auction  128, Gessner, Salomon, Brief an den Dresdener Maler Klengel. 1784

Gessner, Salomon
Brief an den Dresdener Maler Klengel. 1784
Los 2336

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2.500€ (US$ 2,874)

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Gessner, Salomon, Schweizer Dichter, Illustrator, Radierer und Verleger (1730-1788). Eigh. Brief m. U. "Salomon Geßner". 2 S. Doppelblatt mit Adresse. 4to. Zürich 24.III.1784.
An den bedeutenden Dresdener Radierer und Maler Johann Christian Klengel (1751-1824). Knüpft an alte freundschaftliche Korrespondenz an, "in einer Angelegenheit, die mir eine der wichtigsten ist. Der ihnen [sic] diese Zeilen übergiebt, ist mein Sohn. Er hat sich aus eigener Wahl und Neigung zur Mahlerey bestimmt und ich darf mir schmeicheln, nicht ohne Talente, und sein bestimter Hang geht auf Pferde-Stüke und Schlachten. Nun geht er nach Dresden, um seine Studien für die Kunst da fortzusetzen ...". Spricht die Bitte aus, "daß sie [sic] ihm Ihre Gewogenheit schenken; ihm erlauben, sich bey ihnen zu berathen, und zuweilen auf ihrem Zimmer die fürtreflichen Muster des wahren Schönen in der Kunst unter ihren eigenen Händen entstehen zu sehn ... Mein Sohn ist in Gesellschaft des Herrn Freudweiler von hier, eines geschikten Künstlers in Conversation u. Familien-Stüken, dem sie um seiner Talente willen ihre Freundschaft schenken werden."

Lot 2337, Auction  128, Gilm zu Rosenegg, Herman von, Brief an einen Lyriker. 1854

Gilm zu Rosenegg, Herman von
Brief an einen Lyriker. 1854
Los 2337

Schätzung
150€ (US$ 172)

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Gilm (zu Rosenegg), Herman von, österr. Beamter und vortrefflicher Lyriker, durch drei Gedichte bis heute berühmt (1812-1864). Eigh. Brief m. U. "Herman von Gilm". 2 S. Doppelblatt. Gr. 4to. Wien 11.V.1854.
An einen Lyriker, der ihm eine Gedichtsammlung "Naturbilder" zur Prüfung übersandt hatte. Bedankt sich für diese "freudigste Überraschung". "... Jedes dieser Lieder ist ein rosiges Band, das Sie in unsere, ich meine die Tiroler Berge geworfen, und wir werden es mit Freuden greifen um das deutsche Lied fest an unsere Herzen zu ziehen. - Ich bin vor kurzem zum Statthaltereisekretär in Linz ernannt worden, und werde in der freundlichen Donaustadt Muße und Ruhe finden die Herausgabe meiner Gedichte zu veranstalten, an die ich bisher aus innern und äußern Gründen noch nicht gekommen bin ...". Er werde ihm die Ausgabe zusenden, "... und würde mich glüklich schätzen, wenn der Austausch unserer Schöpfungen auch den Austausch unserer Herzen zu Folge hätte ...". - Herman von Gilm ist noch heute bekannt durch seine schönen Gedichte "Die Nacht", "Allerseelen" und "Zueignung". - Der Dichter schrieb, anders als der falsche Eintrag bei Wikipedia, seinen Vornamen nur mit einem "n". - Blatt 1 am unteren Rand leicht angestaubt.

Lot 2338, Auction  128, Girtanner, Christoph, Brief aus Paris an einen Freund.1790

Girtanner, Christoph
Brief aus Paris an einen Freund.1790
Los 2338

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300€ (US$ 345)

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Girtanner, Christoph, aus der Schweiz stammender Göttinger Arzt, Chemiker, politischer Schriftsteller und Publizist (1760-1800). Eigh. Brief m. U. ""Chr. Girtanner". 1 S. Doppelblatt mit Adresse und Siegelresten. 4to. Paris 29.IX.1790.
An "Doctor Usteri in Zürich", d. i. wohl der Schweizer Arzt, Botaniker und liberale Publizist Paul Usteri (1768-1831), bei dem er sich für sein langes Schweigen mit vielen Reisen und Gechäften entschuldigt. "... Ich komme jetzt aus Schottland zurück und gehe nach Goettingen, wo ich mich einige zeit aufhalten werde und wo ich bald von Ihnen briefe zu erhalten hoffe. Kan ich Ihnen in irgend etwas dienen: so befehlen Sie; und seien Sie meiner bereitwilligkeit Ihnen dienste zu leisten schon im voraus versichert. - Den überbringer dieses briefes brauche ich Ihnen nicht zu empfehlen; es ist empfehlung genug Ihnen zu sagen, daß es Hr. von Jacquin aus Wien ist; der Sohn eines gelehrten den Sie, so wie ich, sehr hoch schäzen. Ausserdem ist er mein freund und darf also in dieser rüksicht auf alle gefälligkeiten anspruch machen die Sie ihm zu leisten im stande sind ...". - Es handelt sich wohl um den Botaniker Joseph Franz Freiherr von Jacquin (1766-1839), Sohn des Wiener Botanikers und Chemikers Nikolaus Joseph von Jacquin (1727-1817), der als Professor an der Wiener Universität sowie als Direktor von deren Botanischem Garten und den kaiserlichen Gärten von Schloss Schönbrunn höchstes Ansehen in der Wissenschaft genoss. - Paul Usteri besaß mit ca. 7500 Broschüren eine der weltweit größten Sammlungen von Revolutionsschriften; sie befindet sich heute in der Zentralbibliothek Zürich. - Sehr selten, zumal Girtanner nur 40 Jahre alt wurde.

Lot 2339, Auction  128, Glassbrenner, Adolf, Brief an seinen Verleger Janke. 1865

Glassbrenner, Adolf
Brief an seinen Verleger Janke. 1865
Los 2339

Schätzung
600€ (US$ 690)

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Glassbrenner, Adolf, Berliner politischer Schriftsteller, Satiriker und Publizist, Herausgeber der "Berliner Montags-Zeitung" (1810-1876). Eigh. Brief m. U. "Ad. Glassbrenner". 3 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. Berlin 9.I.1865.
Wahrscheinlich an seinen Verleger Otto Janke in Berlin. Zeigt sich sehr enttäuscht über die Verschiebung der versprochenen Neuauflage von Glassbrenners erfolgreichen Werken "Die verkehrte Welt" und "Der neue Reineke Fuchs". "... Vor 6 Wochen kam Herr Luttier in Ihrem Auftrage zu mir. Das Resultat war: die noch vorhandenen Exemplare würden inzwischen verkauft; die Auflage sollte vor sich gehen. Das habe ich nun am Lutter-Tisch [d. i. der Stammtisch im Restaurant "Lutter & Wegner" am Gendarmenmarkt] und hier und da erzählt und auch brieflich mitgetheilt, und es ist, wie Sie wohl wissen, mehrfach in Zeitungen gedruckt. Nun stehe ich als Lügner oder Prahler da! Auch war mir Ihre Ankündigung des Effekts wegen - Gedichte. Verk. Welt. Reineke - so sehr erwünscht. Ich freute mich so sehr darüber, daß ich's eben meinen Freunden mittheilte. Lange Zeit war es so still von mir ... ich ertrug es mit größter Ruhe. Nun schlug die 4te Aufl. der Gedichte so ein, Reineke Fuchs, die Verk. Welt gingen zu Ende; zu gleicher Zeit schrieb Keil an mich und forderte mein Bild u. meine Biographie für die 'Gartenlaube' u. s w.! ... R. Fuchs mit Herrn G. Hempel ist mir recht, und ich danke Ihnen im Voraus dafür. Eine Vormittagsstunde bei einer Pulle Wein irgendwo wäre mir lieber, aber ich käme auch abends ... Thun Sie, was Sie für mich thun wollen und können, jetzt; es ist der beste Zeitpunkt ... Heut ist Döring's Geburtstag; bis 3 Uhr sind wir mit ihm bei Lutter. Vielleicht kommen Sie dahin; es wäre hübsch!" - Theodor Döring, der berühmte Charakterkomiker der Königl. Schauspiele, erfreute sich großer Beliebtheit auch in der Berliner Literaturszene und nahm an den legendären Treffen bei Lutter & Wegner teil. - Der "Neue Reineke Fuchs" war zuletzt 1862 bei Janke erschienen. Eine nochmals stark erweiterte Auflage kam 1866 bei Keil in Leipzig heraus. - Beiliegend ein Stahlstich-Porträt Glassbrenners (Halbfigur, nach einer Photographie).

Lot 2340, Auction  128, Gleich, Joseph Alois, Brief an einen Freund. 1824

Gleich, Joseph Alois
Brief an einen Freund. 1824
Los 2340

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150€ (US$ 172)

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Gleich, Joseph Alois, äußerst produktiver Wiener Schriftsteller, Vizedirektor des Theaters in der Josephstadt, Schwiegervater Ferdinand Raimunds, viel gespielter Bühnenautor und Verfasser unzähliger Abenteuer- und Schauerromane (1772-1841). Eigh. Brief m. U. "Dein Freund Gleich". 1 S. 4to. (Wien) 5.VI.1824.
An einen Freund, dessen Besuch er dringend erbittet. "... Du hast versprochen heute zu mir zu kommen, und zwar um 1/2 3 Uhr Mittags. Bei Deinen vielen Geschäften bin ich so frei, Dich nochmal daran zu erinnern, und füge die Bitte bei, daß Du ja gewiß und nicht später kommst, weil um 3 Uhr die Amtsstunde wieder eintritt. Auch Meisl kommt zu mir, und ich hoffe, daß wir in allem einig werden ...". - Karl Meisl (1773-1853), ein ähnlich produktiver Bühnenautor, Dichter und politischer Schriftsteller, war literarisch wesentlich bedeutender als Gleich.

Lot 2341, Auction  128, Gleim, Johann Wilhelm Ludwig, Brief an einen Porträtmaler + Beilagen. 1795

Gleim, Johann Wilhelm Ludwig
Brief an einen Porträtmaler + Beilagen. 1795
Los 2341

Schätzung
600€ (US$ 690)

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Gleim, Johann Wilhelm Ludwig, Dichter, führender Anakreontiker, großer Literatur-Korrespondenz-Sammler, Mäzen und Anreger, stand in Kontakt und freundschaftlichem Briefwechsel mit allen literarischen Größen seiner Zeit in Deutschland (1719-1803). Eigh. Brief m. U. "Gleim". 3 S. Doppelbl. 8vo. Halberstadt 21.XII.1795.
An einen Porträtmaler. "Herr Rector Meineke zu Quedlinburg hat den Lucretz übersetzt, und erläutert! Dieses sein Werk wurde vor einigen Tagen im Tempel der Freundschaft gewürdigt, und erhielt den vollkommensten Beyfall aller der Priester des Tempels, und selbst der Göttin deßselben. Ehe die Versammlung sich trennte bekam ich Befehl: Sie, mein verehrtester Freund, zu bitten, daß Sie die Güte haben möchten, Herrn p. Meineke's Kopf so groß wie Dohms Kopf zu malen, zur Ausstellung im Tempel der Freundschaft ... Eben da ich meinen Nahmen schreibe bringt man Ihr Schreiben vom 17ten ...". Bedauert den Ruf des Malers ins Ausland. "...Sollen wir alle guten Künstler Ausländern überlaßen? Wär ich der Fürst von Berenburg [?], ich ließe Sie nicht weg, gäb' Ihnen ein gutes Auskommen, und machte Sie zum [...]maler aller guten Köpfe Deutschlandes! An den Herrn Gesandten werd' ich den Auftrag diesen Abend noch gelangen laßen! - Auf mein Bildniß von Ihnen bin ich böse! weil's dem Minister von Heinitz, daß er dem Schöpfer des Bildes eine Pension geben solle, nicht befohlen hat ...". - Das Gleimhaus in Halberstadt war der genannte "Tempel der Freundschaft", der mit zahllosen Porträts ausgestattete Treffpunkt eines "Freundschaftsbundes". Der erwähnte Minister Friedrich Anton von Heinitz (1725-1802) war der verdienstvolle Reformator der Berliner Kunstakademie. - Beiliegend ein kurz nach Gleims Tod wohl von seiner Nichte geschriebenes Billet sowie 3 gestochene Porträts des Dichters und ein Zeitungsartikel über den "Freundschaftstempel".

Lot 2342, Auction  128, Goeckingk, Leopold von, Brief an Elisa von der Recke. 1827

Goeckingk, Leopold von
Brief an Elisa von der Recke. 1827
Los 2342

Schätzung
450€ (US$ 517)

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Über Schleiermacher und Schlegel
Goeckingk, Leopold Friedrich Günther von, hoher preuss. Finanzbeamter, Dichter, Schriftsteller, Mitglied des Halberstädter Dichterkreises, dem Göttinger Hain nahestehend, Almanach-Herausgeber, Publizist und Illuminat (1748-1828). Eigh. Brief m. U. "v. Goeckingk". 22/3 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. Deutsch Wartenberg (Schlesien) 19.X.1827.
An die Schriftstellerin Elisa von der Recke. Berichtet in freundschaftlich-familiärem Ton über die neuesten Ereignisse und diverse Personen aus seinem Umkreis. darunter Schleiermacher, A. W. von Schlegel und Tiedge. "... Hier übersende ich Ihnen einen Brief von Frau von Baden, der Sie und Tiedge interessiren wird. Doch dürfte es Ihnen einige Mühe machen, ihn zu entziffern ... Doctor Gödicke hatte mir versprochen, mich in diesen Monaten zu besuchen, aber leider! kann er nicht Wort halten ... Von Mali aus Berlin haben wir immer gute Nachrichten gehabt. Der Unterricht bey Schleiermacher hat wieder angefangen. Die jetzigen Confirmanden werden wohl scheinbar die lezten seyn, die er unterrichtet, denn da er die neue Agende durchaus nicht anerkennen will, so wird er sich wohl genöthiget sehen, seine Stelle aufzugeben. Von dem was in dieser Rücksicht kürzlich vorgefallen ist, werden vermuthlich auswärtige Zeitschriften bald Nachricht geben ... Ohne Zweifel werden Sie in öffentlichen Blättern gelesen haben, daß Schlegel aus Bonn in Berlin Vorlesungen gehalten hat. Diese haben mehr, als seine Person, gefallen. Denn daß er sich schminkt u. falsches Haar trägt, ist seinen Zuhörern anstößig gewesen ...". Ferner ausführlich über Umgang und Zahnleiden einer Wilhelmine. - Mit "Doctor Gödicke" ist wohl der Pädagoge und Schriftsteller Friedrich Wilhelm Gödicke (1773-1842) gemeint, der seit 1823 Beamter im Berliner Innenministerium war. - 1 Faltenriss im 2. Blatt.

Lot 2343, Auction  128, Bertuch, Friedrich Justin, Umfangreicher Geschäftsbrief mit Erwähnung Chr. M. Wielands. 1785

Bertuch, Friedrich Justin
Umfangreicher Geschäftsbrief mit Erwähnung Chr. M. Wielands. 1785
Los 2343

Schätzung
450€ (US$ 517)

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Goethe-Kreis. - Bertuch, Friedrich Justin, Dramatiker, Übersetzer, Verleger, Publizist und Großkaufmann in Weimar, mit Goethe befreundet (1747-1822). Eigh. Brief m. U. "F J Bertuch". 21/2 S., eng beschrieben. Doppelblatt. 4to. Weimar 13.X.1785.
Umfangreicher Geschäftsbrief an einen "hochzuehrenden Freund", mit Erörterung einer Reihe von Maßnahmen in seinen wirtschaftlichen Beziehungen. "... Ihre Erklärung auf meine Anfrage wegen Übernehmung des Merkur Debits, die ich meinem Freund und Hrn. Collegen Wieland sogleich mittheilte, ist so solid und honett, daß wir den Schritt mit Hoffmanns zu brechen und zu Ihnen überzugehen, sogleich gethan hätten; wenn nicht Umstände vorwalteten, die uns noch leider auf ein Jahr zum Laviren nöthigen ...". Beschreibt dann die Finanzlage mit Krediten und Tilgung und stellt fest: "... Wielands zu große Gutherzigkeit ist an dem ganzen Unfuge schuld. Unser vorhabendes Geschäft, lieber Freund, muß also bis dahin in Suspenso bleiben. Ich rechne aber unterdeßen auf Ihre strengste Verschwiegenheit darüber, damit Hoffmanns nicht erfahren, was geschehen soll, und diesen Zweck durch bösen Willen vereiteln. - Für Ihre Warnung wegen Naumann in Drßd. danke ich Ihnen. Ich kenne ihn schon als einen schlechten Zahler", aber der hohe Betrag, den sie schulde, "ist Zahlung für Blumen welche sie von meiner Frau empfängt". Behandelt den künftigen Umgang mit dem Ehepaar Naumann in Dresden und bemerkt am Schluß: "... denn ich liebe in Handlungsgeschäften die strengste Ordnung ...". Bittet ein für den Wiener Buchhändler Gräffer bestimmtes Paket beim Buchhändler Kummer abzugeben. Die untere Hälfte der dritten Seite mit diversen Additionen gefüllt. - Die Erwähnung Christoph Martin Wielands bezieht sich auf Bertuchs Mitarbeit an Wielands "Teutschem Merkur". - Interessanter Einblick in Bertuchs Geschäftstätigkeit. - Beiliegend eine Quittung von Heinrich Friedrich Christian Bertuch (1771-1828), betreffend eine Anzahl Bücher und Hefte (darunter Ifflands "Mimische Darstellungen") für den Prinzen Friedrich von Sachsen-Gotha (Gotha 24.VII.1812).

Lot 2344, Auction  128, Biedermann, Woldemar Frhr von, Brief aus Dresden an den Grafen Victor von Wimpffen. 1885

Biedermann, Woldemar Frhr von
Brief aus Dresden an den Grafen Victor von Wimpffen. 1885
Los 2344

Schätzung
120€ (US$ 138)

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Goethekreis. - Biedermann, Woldemar Frhr von, Goetheforscher, Mitbegründer der Goethe-Gesellschaft (1817-1903). Eigh. Brief m. U. "W Frhr Biedermann". 3 S. Doppelblatt. Mit dem Umschlag. Gr. 8vo. Dresden-Altstadt 29.VII.1885.
An den Grafen Victor von Wimpffen auf Schloß Kainberg (Steiermark). Entschuldigt sich zunächst, dass er den Empfang der Abschrift eines Goethe-Briefes von 1831 an den Großherzog Karl Friedrich noch nicht bestätigt habe, und fährt fort: "... Der Druck des Briefs in dem 'Weimarischen Jahrbuch' III. Bd. S. 211 (1855) unterscheidet sich dadurch von der Abschrift, daß in letzterer in der ersten Zeile 'öfters' steht, im Druck 'öfter'. Wenn im Druck das 'wünsche' in der ersten und 'vertrauend'' in letzter Zeile mit großen Anfangsbuchstaben steht, so hat jedenfalls der Herausgeber jenes Jahrbuchs (Hoffmann v. Fallersleben) die Buchstaben ohne Grund für Initiale angesehen ...".

Lot 2345, Auction  128, Carus, Carl Gustav, Brief an einen Professor. Dresden 1854

Carus, Carl Gustav
Brief an einen Professor. Dresden 1854
Los 2345

Schätzung
450€ (US$ 517)

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Goethekreis. - Carus, Carl Gustav, Freund Goethes, Arzt, Naturforscher, Philosoph, Schriftsteller und Maler (1789-1869). Eigh. Brief m. U. "Carus". 3 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. Dresden 16.II.1854.
An einen Professor, der eines seiner Werke dem König von Sachsen widmen möchte und Carus um Vermittlung gebeten hatte. Er, Carus, habe sich an Herrn von Zeschau, den Minister des Königlichen Hauses, gewandt: "... Nachdem ich ihm mitgetheilt, daß Sie über Dante schon mehrfach mit unserem Königl. Herrn in Correspondenz gestanden hätten, war er sogleich der Ansicht, daß es hier durchaus keiner weiteren Anfrage u. Erlaubniß bedürfe. Hiernach würden Sie also das Werk gegen d. 12/12 direct einsenden können, u. zwar vielleicht am besten an den Oberhofmeister Sr. Majest. ... welcher Majest. täglich sieht und das Werk also Höchstdemselben, nachdem Sie ihm von der hier mitgetheilten Entscheidung des Hrn. Ministers in Kenntniß gesetzt hätten, am besten überreichen könnte ...".

Lot 2346, Auction  128, Gerning, Johann Isaak von, Brief an Karl Ludwig von Knebel. 1810

Gerning, Johann Isaak von
Brief an Karl Ludwig von Knebel. 1810
Los 2346

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450€ (US$ 517)

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Goethekreis. - Gerning, Johann Isaak Frhr von, aus Frankfurt stammender hessischer Diplomat, Staatsmann und Schriftsteller, pflegte regen Kontakt zu Goethe, besaß bedeutende Kunst- und Naturaliensammlungen (1767-1837). Eigh. Brief m. U. "v. Gerning". 4 S., eng beschrieben. Doppelblatt. Gr. 4to. Frankfurt a. M 27.XI.1810.
Umfang- und inhaltsreicher Brief an den ihm befreundeten Karl Ludwig von Knebel (1744-1834), Goethes "Urfreund", dem er zum Geburtstag gratuliert. Dankt für Knebels Schreiben, "das ich ... an einem schönen Morgen, am Fuße des Johannes-Berges im Rheingau, bey der Trauben-Kur erhielt und mich mit Freuden erfüllte. Vor allem Dank für Ihren herrl. Hymnus, wofür die Mutter Erde Sie noch lange mit Leben und Lebenslust lohnen und Ihnen noch viele 30te 9ber verleihen möge ... Zum Angebinde hätt ich Ihnen gern eine Schachtel unserer einheimischen Colonial-Producte gesandt, aber die Castanien und Würste sind noch nicht bereit ... Die Tage unsers Geburts Monats sind diesmal ziemlich trübe, doch wer, wie Sie, den reinsten Lebens-Aether in der Seele trägt, dem sind sie auch heiter. Also leben die 9ber Kinder! Meist haben sie etwas schwärmerisches u. poetisches z. E. Luther, Lavater, Schiller, Werner, Heinrich d. 4te, Bayle, pp. Woher doch dies? ... Man sagt auch, das Schicksal 'rüttle' sie bisweilen. Sey es, haben Sie doch Kraft wieder abzuschütteln ...". Gern würde er wieder "ein Winterchen" bei Knebel verbringen. "... aber jetzt muß man wahrl. die Laren und Penaten nicht verlassen! Wir haben hier, der Colonial-Schacherer wegen, lästige Soldatenbeherbergung! ... So ist überall Sorg und Plage! Doch leb' ich hier unter andern guten Menschen ganz erfreulich, und die Muse bleibt mir eine holde Gefährtin ...". Berichtet dann über die Fortschritte seiner Veröffentlichungen, z. B. die Illustrierung seiner "Bäder am Rhein" sowie seine Ovid- und Horaz-Übertragungen. "... Die gute Wolzogen ist eben hier auf einige Monate u. begrüßt Sie herzl. mit Dank für Ihren Hymnus, den ihr die Schiller gab. Amalie Helwig überwintert in Heidelberg und hat, wie Sie wissen werden, neuen Musen Stoff mitgebracht. Sie will auf Weyhnachten herkommen. Ich traf sie letzten Sommer in Schwalbach und Schlangenbad ...". Spricht dann vom Abdruck des "Hymnus" im "Morgenblatt": "Das ist eine Gunst vom Juden Cotta, der gewöhnl. nur Poetica seines Verlags darin giebt". Läßt den "Musenvater Göthe" grüßen, "dem ich ebenfalls nächstens ein kleines herbstl. Küchen Andenken sende! ...". - Braunfleckig, besonders das zweite Blatt.

Lot 2347, Auction  128, Imhoff, Amalie von, Umfangreicher Brief an Frau von Bardeleben in Frankfurt/Oder. 1830

Imhoff, Amalie von
Umfangreicher Brief an Frau von Bardeleben in Frankfurt/Oder. 1830
Los 2347

Schätzung
250€ (US$ 287)

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Goethekreis. - Imhoff, Amalie von, verh. Helvig, in Weimar Patentochter von Anna Amalia und K. L. von Knebel, Schriftstellerin und Übersetzerin, prominenteste und beliebteste Weimarer Hofdame, später bedeutende Salonniere in Berlin (1776-1831). Eigh. Brief m. U. "Amalie v. Helvig". 2 S., sehr eng beschrieben. Doppelbl. mit Adresse und Lacksiegel. Gr. 4to. Berlin 17.VIII.1830.
An Frau von Bardeleben in Frankfurt/Oder. Sehr umfangreicher Brief mit einer Vielzahl von privaten, familiären und anderen Mitteilungen nebst Klatsch aus ihrem Umkreis.

Lot 2348, Auction  128, Kestner, Charlotte, Signierter Auftrag für einen Leinweber. 1810

Kestner, Charlotte
Signierter Auftrag für einen Leinweber. 1810
Los 2348

Schätzung
450€ (US$ 517)

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Goethekreis. - Kestner, Charlotte, geb. Buff, Freundin Goethes, die "Lotte" im "Werther"-Briefroman (1753-1828). Eigh. Auftrag an einen Leinweber, m. U. "Charlotte Kestner". 5 Zeilen auf grauem Konzeptpapier. 8,1 x 20 cm. (Hannover) 30.XI.1810.
"Dem Leinweber Knadt in Linden in Arbeit gegeben ...". Anzahl und Maße von verschiedenen Textilien, darunter 4 Tischtücher. - Die Begegnung mit Charlotte Buff im Juni 1772 begeisterte bekanntlich den jungen Goethe, der jedoch schließlich das aussichtslose Verhältnis in "Die Leiden des jungen Werthers" verarbeitete. Der sehr viel später erfolgte Besuch Charlotte Kestners in Weimar reizte auch Thomas Mann als Stoff für einen Roman.

Lot 2349, Auction  128, Maltitz, Apollonius August Frhr von, Brief an den Maler Vogel von Vogelstein. 1857 + Beilagen

Maltitz, Apollonius August Frhr von
Brief an den Maler Vogel von Vogelstein. 1857 + Beilagen
Los 2349

Schätzung
200€ (US$ 230)

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Goethekreis. - Maltitz, Apollonius von, Diplomat und Dichter, lange Jahre kaiserlich russischer Gesandter am Weimarer Hof, vernetzt mit fast allen Größen der Literatur seiner Zeit, lebte 7 Jahre in Rio de Janeiro (1795-1870). Eigh. Brief m. U. "Maltitz". 11/3 S. Doppelblatt mit Adresse. 8vo. Weimar 28.XI.1857.
An den Maler Carl Christian Vogel von Vogelstein in München. "Die biographische Skizze, welche Sie ... mir aus München mitgaben, habe ich an den Herrn Großherzog von Sachsen Weimar gelangen lassen. Er hat sie mit besonderem Interesse gelesen, und mir aufgetragen, Ihnen dieses auszusprechen. - In Leipzig standen wir andächtig vor Ihrem schönen Altarblatte in der katholischen Kirche. - Eben erhalte ich aus Wiesbaden günstige Nachrichten von unserm Freunde Plötz. Heute ist seiner edlen Gemahlin Sterbetag. Sie ruhet unter ihrem zweiten Schnee. Göthe sagt: 'Der Hügel schützt gegen den Winter' ...". - Einriss im Adressblatt, sonst ordentlich erhalten. - Beiliegend ein eigh. Brief vom Vater des Dichters, dem russischen Gesandten Peter Friedrich von Maltitz (1753-1826). In franz. Sprache, wohl an den Verleger Frommann (2 S. Doppelblatt. Gr. 4to. Karlsruhe 16./28. März 1820). - Über geschäftliche Angelegenheiten. - Diese Beilage etwas gebräunt und fleckig. - Ferner beiliegend ein Zeitungsartikel von 1870 mit Nachruf auf Apollonius von Maltitz.

Lot 2350, Auction  128, Pogwisch, Ulrike von, Billet an eine Hofrätin. 1840

Pogwisch, Ulrike von
Billet an eine Hofrätin. 1840
Los 2350

Schätzung
180€ (US$ 207)

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Goethekreis. - Pogwisch, Ulrike von, Schwägerin August von Goethes, lebte 10 Jahre in Goethes Haus, später Priorin des St. Johannis-Klosters bei Schleswig (1798-1875). Eigh. Billet m. U. "Ulrica v. Pogwisch". 1 S. Quer-8vo. O. O. (vermutlich um 1840).
An eine "Geheime Hofräthin". "Ich weiß nicht ... ob Sie die Dame kennen, der ich versprochen habe, die Ankunft der durchbrochenen u. zugest. Couverts u. Pappiere zu melden, sollte ich mich irren, so entschuldigen Sie gewiß freundlichst, aber sollte es Ihnen Vergnügen machen sie zu sehen (ohne zu kaufen) so wird es mir jederzeit eine Freude sein, sie Ihnen zu zeigen ...".

Lot 2351, Auction  128, Schopenhauer, Adele, Brief an die Malerin Louise Seidler.

Schopenhauer, Adele
Brief an die Malerin Louise Seidler.
Los 2351

Schätzung
450€ (US$ 517)

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Goethekreis. - Schopenhauer, Adele, Schriftstellerin und Scherenschnitt-Künstlerin, mit Goethe befreundet, Tochter der Johanna Schopenhauer und Schwester des Philosophen Arthur Schopenhauer (1797-1849). Eigh. Brief m. U. "Adele". 2 S. Doppelblatt (rosa Papier) mit Adresse. Kl. 8vo. Jena 13.XII. (wohl um 1840).
An die bedeutende Malerin Louise Seidler (1786-1866) in Weimar. "Die Nachricht die Sie ... mir geben, zerstört all meine Pläne. Meine sämtlichen Koffer und Kisten waren bereits in Weimar, ich muß aber fürchten, daß wenn Preller auch beßer ist, es wohl nach der Pogwisch Brief noch mehrere Wochen dauern kann, ehe er korrigiren und sich um mich kümmern mag. Da ich aus Ursachen, die ich Ihnen mündlich mittheilen werde schon am 1sten April an den Rhein zu reisen dachte, wird vieleicht [sic] nun mein ganzer Aufenthalt dort verändert, verschoben - wenn nicht gar jetzt vor der Reise unausführbar! Thun Sie mir die einzige Liebe mir Sonabend wieder ein paar Worte zu schreiben, wie es geht. - Wie sehr Sie selbst mich dauern mag ich gar nicht sagen, wenn Sie den Freund verloren hätten, es wäre zu entsetzlich gewesen! ... Die Mertens hat abermals um das Albumblatt geschrieben. Was soll ich nun eigentlich antworten, da sie nichts von der Pilgerin weiß ...". - Die Unterschrift "Adele" ist, vielleicht von der Adressatin, mit dem Namen "Schopenhauer" ergänzt worden. - Mit "Preller" ist der Weimarer Maler Friedrich Preller d. Ä. (1804-1878) gemeint. "Die Mertens" ist Sybille Mertens-Schaaffhausen, Adeles Freundin ab 1826 und spätere Lebensgefährtin.

Lot 2352, Auction  128, Schopenhauer, Johanna, Brief an den Buchhändler Brockhaus in Leipzig. 1833

Schopenhauer, Johanna
Brief an den Buchhändler Brockhaus in Leipzig. 1833
Los 2352

Schätzung
450€ (US$ 517)

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Goethekreis. - Schopenhauer, Johanna, Schriftstellerin, Mutter Arthur Schopenhauers, unterhielt einen literarischen Salon in Weimar (1766-1838). Eigh. Brief m. U. "J. Schopenhauer". 1/2 S. Mit Adresse. Gr. 4to. Bonn 4.VIII.1833.
An den Buchhändler Brockhaus in Leipzig, dem sie Manuskripte sendet. "Der Rest des Manuskripts, das mit dem, was Sie schon erhalten haben, 49 Seiten von meiner Hand beträgt, die Sie kennen, geht morgen früh mit der Fahrpost an Sie ab. Ich bin außer mir über die Verzögerung, und sehr dankbar dafür, daß Sie mich nicht mit Vorwürfen überhäufen, aber Gott weiß am besten, welche Last aus und in die Bäder gehender Fremder und Bekannter wärend der letzten drei Wochen über mich herfiel und jeden freien Augenblick mir verkümmerte. Wollen Sie mir eine rechte Gefälligkeit erzeigen, um feurige Kohlen auf mein schuldiges Haupt zu sammeln, so bitte ich Sie mir durch Buchhändler Gelegenheit ... die Aushängebogen der kleinen Novelle zu senden ...". - Eck-Abrisse, wohl durch das Öffnen des Faltbriefes entstanden.

Lot 2353, Auction  128, Schütze, Johann Stephan, Brief aus Weimar an einen Buchhändler. 1835

Schütze, Johann Stephan
Brief aus Weimar an einen Buchhändler. 1835
Los 2353

Schätzung
150€ (US$ 172)

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Goethekreis. - Schütze, Johann Stephan, Weimarer Schriftsteller und Publizist, Almanach- und Journal-Herausgeber, Theaterkritiker, Sachsen-Weimar. Hofrat (1771-1839). Eigh. Brief m. U. "St. Schütze". 1 S. 8vo. Weimar 15.V.1835.
Wohl an den (nicht genannten) Verleger Arnold in Dresden, wegen eines Titelblattes. "... Ich verschrieb im vorigen Jahr den ersten Theil von meinen heiteren Stunden, um ein Jahr vollständig zu haben, worin grade dieser Theil fehlte. Ich erhielt ja auch, allein mit einem Titelblatt, worauf steht: Zweite wohlfeilere Ausgabe. Dresden und Leipzig 1828. Es ist mir aber daran gelegen, das ältere Titelblatt, ohne diesen Zusatz, zu haben, weil nur dieses zu den andern noch vorhandenen Theilen paßt. Könnte ich nun wohl nicht dieses frühere Titelblatt mit der früheren Jahreszahl, zu dem ersten Theile bekommen? Wahrscheinlich sind solche Titelblätter noch vorräthig ...". Bittet um Zusendung mit der Post, "und zwar in einem so langen Umschlag, daß das Blatt nicht gedrückt oder gefaltet wird ...".

Lot 2353a, Auction  128, Grabbe, Christian Dietrich, Signiertes Protokoll einer Vernehmung. 1828

Grabbe, Christian Dietrich
Signiertes Protokoll einer Vernehmung. 1828
Los 2353a

Schätzung
6.000€ (US$ 6,897)

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Grabbe, Christian Dietrich, der bedeutende, geniale Dramatiker des Vormärz (1801-1836). Eigh. Manuskript mit zweimaliger Unterschrift "Grabbe". 71/2 S., halbspaltig beschrieben. 2 Doppelbl. Folio. Detmold 15.VIII.1828.
Aus dem ersten Jahr von Grabbes Tätigkeit als besoldeter Auditeur in Detmold. Protokoll der Vernehmung mehrerer Beteiligter an einer verbalen und tätlichen Auseinandersetzung auf einer Straße in Detmold. Friederike Reuter, Dienstmädchen eines Tischlers, führt als "Implorantin" Klage gegen den "Imploraten" Rosenbauer, einen Soldaten, der sich handgreiflich eingemischt habe, als die Klägerin einen beleidigenden Wortwechsel mit einem anderen, begleiteten Dienstmädchen geführt hatte. Er schlug so heftig auf die Klägerin ein, dass sie zu Boden fiel. Grabbe zitiert in dem "Actum" auf 7 Seiten detailliert die unterschiedlichen Aussagen der verschiedenen Beteiligten und signiert am Schluss: "In fidem Grabbe". Auf der letzten Seite findet sich noch (durchgestrichen) die Bestellung von zwei Dienstmägden auf das Amt, ebenfalls von Grabbe unterzeichnet. - Sehr selten.

Lot 2354, Auction  128, Grillparzer, Franz, Haarlocke mit signierter Zuschreibung von Kathi Fröhlich

Grillparzer, Franz
Haarlocke mit signierter Zuschreibung von Kathi Fröhlich
Los 2354

Schätzung
4.500€ (US$ 5,172)

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Grillparzers Haarlocke von 1821
Grillparzer, Franz, österr. Schriftsteller, Hauptvertreter der literarischen Romantik und Klassik in Österreich (1791-1872). Seine Haarlocke, in ein Faltblatt mit rotem Lacksiegel montiert und von seiner Jugendliebe und Gefährtin Katharina Fröhlich kommentiert und signiert. 8vo. (Wien) 11.VII.1874.
"Als Grillparzer 30 Jahre alt war. d. 11. Juli [1]874 Katharina Fröhlich". Leicht rötliches Haarbüschel, mit einem roten Lacksiegel auf dem Papier befestigt. - Das seit 1820 bestehende Liebesverhältnis Grillparzers mit der attraktiven "Kathi" Fröhlich (1800-1879) führte bekanntlich nur zur dauerhaften Verlobung, auch als sich Grillparzer 1849 endgültig bei den Schwestern Fröhlich einmietete. - 4 gedruckte Beilagen. - Von größter Seltenheit.

Lot 2355, Auction  128, Groth, Klaus, Ausführlicher Brief über ein Hebbel-Denkmal in Wesselburen. Kiel 1882

Groth, Klaus
Ausführlicher Brief über ein Hebbel-Denkmal in Wesselburen. Kiel 1882
Los 2355

Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)

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Über das Hebbel-Denkmal in Wesselburen
Groth, Klaus, schleswig-holsteinischer Dichter (1819-1899). Eigh. Brief m. U. "Klaus Groth". 7 S. auf 2 Doppelbl. mit Monogramm "KG". Gr. 8vo. Kiel 24.III.1882.
An den Hebbel-Verehrer Schlömer; sehr ausführliche Ratschläge zu dessen Bemühungen um die Errichtung eines Hebbel-Denkmals in Wesselburen. "... Es kommt mir nicht darauf an, wann ich meine Mscr. von der Frau Kuh wieder erhalte, nur muß ich sie endlich bekommen: es sind Hebbel's Briefe an mich, Abschriften seiner Briefe an Freunde in Schleswig-Holstein, sowie Abschrift sämmtlicher Gedichte Hebbels aus dem Eidersteder Boten. Endlich noch eine Jugendgeschichte Hebbels von meiner Hand oder in Abschrift. - Für das Denkmaal regt es sich hoffentlich bald wieder. Lassen Sie sich nur nicht einschläfern, indem Sie glauben Dr. Bamberg und der Großherzog würden jetzt Alles thun, dann geschieht am Ende gar nichts: selbst ist der Mann. Ditmarschen muß sich durch das Denkmaal selbst ehren, selber die Hauptsache thun. Wenn die reichen Freunde und hohen Herren helfen wollen - gut, so weisen Sie es nicht ab, dann laß sie Geld geben oder schaffen, auch guten Rath meinetwegen, aber Ditmarschen, Holstein, ja Wesselburen muß die Hauptsache thun und die entscheidende Stimme behalten. Ich bitte das Comittee dringend, in diesem Sinne zu verfahren und Dr. Bamberg zu antworten, und zwar gleich, damit die Sache nicht ins Stocken geräth.
Auch laßen Sie sich das Denkmaal nicht aus Wesselburen wegreden. Dort gehört es hin. Gesehen wird es hinreichend an einem Orte mit Eisenbahn, wenn nicht so häufig, dann mit um so größerem Interesse. In Kiel steht ein Denkmaal für Klaus Harms. Wer sieht es an? ... Gar Hebbel wäre in Kiel verloren. Nein, in Wesselburen wird seine Büste auf hohem Sockel von Jedem beachtet werden, von Vielen bewundert, Manchem eine Anregung zum Nachdenken oder Nacheiferung. Sie selbst, mein junger Freund, haben die Ehre, die erste thätige Anregung gegeben zu haben ... ein würdiges Denkmaal, auch wenn es einiger Zeit zur Herstellung bedarf, also eine Kolossalbüste auf einem würdigen Sockel, etwa Granitstein, aufzustellen auf dem Hauptplatze im Mittelpunkte Wesselburens. Daran lassen Sie Niemand rütteln ... Wenn Sie nichts Anderes haben bringen Sie irgendwelche Notizen in die Ditmarscher Zeitungen, und wären es kurze Auszüge aus Kuhs Biographie Hebbels ... Sie müssen für all dieses und mehr die Geduld und den Eifer haben ... Nur keinen Zwiespalt dulden und nicht verdrießlich werden. Wer nicht mit thun will, den bitten Sie sanft nicht zu stören ...". - "Frau Kuh" war die Witwe des maßgeblichen Hebbel-Biographen Emil Kuh. Felix Bamberg war der erste Herausgeber von Hebbels Tagebüchern. - 1887 wurde das erste Hebbel-Denkmal in Wesselburen aufgestellt. - Beiliegend 2 gedruckte Bildnisse Groths.

Lot 2356, Auction  128, Gutzkow, Karl, 2 Briefe. 1840-1878

Gutzkow, Karl
2 Briefe. 1840-1878
Los 2356

Schätzung
600€ (US$ 690)

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Gutzkow, Karl, bedeutender liberaler Schriftsteller, Dramatiker, Kritiker und Publizist, dem Jungen Deutschland nahestehend, Förderer Georg Büchners (1811-1878). 2 eigh. Briefe m. U. "K. Gutzkow". Zus. 21/2 S. Gr. 4to bzw. gr. 8vo. Hamburg 31.V.1840 bzw. Sachsenhausen bei Frankfurt 14.V.1878.
Der erste Brief an den Intendanten des Stuttgarter Hoftheaters, Karl Graf Leutrum von Ertingen (1782-1842) dem er das Bühnenmanuskript seines Schauspiels "Werner oder Herz und Welt" übersendet. "... Fräulein Stubenrauch wird Ew. Excellenz ein Schauspiel überreichen, welches hier in drei Wochen neun Vorstellungen bei überfülltem Hause erlebte. Bei dem ausgezeichneten Personal der Ihrer Leitung anvertrauten Bühne ist zu erwarten, daß sich mein Werner grade in Stuttgart der glänzendsten Darstellung würde zu erfreuen haben. Nur kann ich wohl darauf rechnen, von Ew. Excellenz diesmal ein beßres Honorar bewilligt zu erhalten, als ich für den 'Savage' empfing? Von München erhalt' ich für jedes meiner Stücke zehn Karolins. Die Besetzung überlass' ich gern der Einsicht Ew. Excellenz ..." [Hamburg 31.III.1840]. - Die Schaupielerin Amalie von Stubenrauch (1800-1876) war nicht nur die unumschränkte Beherrscherin des Stuttgarter Hoftheaters, sondern auch die Mätresse des Königs Wilhelm von Württemberg. - Der zweite Brief ist 38 Jahre später, in Gutzkows Todesjahr, mit stark veränderter Schrift an einen Drucker oder Verleger. dem er "die zur letzten Lieferung des ersten Bandes gehörende Vorrede. Die Vorrede würde mit kleinerer Schrift gedruckt. Die Anlage macht keone Mühe. Sie schließt sich unmittelbar dem Vorwort zur 5ten Auflage an. Ich bedinge aber die Correktur, die an mich früher geschickt werden muß ...". - Ferner ausführlich über ein angebliches Attentat auf den russischen Zaren. - Beiliegend zwei gedruckte Artikel über Gutzkow und drei gedruckte Bildnisse, darunter eine recht gute Lithographie. - Dabei: Bertha Gutzkow, des Schriftstellers Gemahlin (1829-1909). Eigh. Brief m. U. "Bertha Gutzkow". 3 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. Pension Chemenin sur Vevey Canton de Vaud Suisse 3.I.1866. - Biographisch wertvoller Brief nach dem schweren Depressions-Anfall mit Selbstmord-Versuch ihres Mannes. "... Wir haben hier mit unsern Kindern eine Pension bezogen, in der Hoffnung, die Schönheit der Umgebung und die Entferunung von den doch immer aufregenden Vorgängen des deutschen Lebens, an denen Gutzkow sonst so lebhaft theilnahm, werden dazu beitragen, seinem Geist wieder die alte Kraft zu geben und ganz die trüben, sein Gemüth verdüsternden Vorstellungen zu benehmen, die ihn vor länger als Jahresfrist in Verzweiflung jagten und ihn für seine Handlungen aller Zurechnungsfähigkeit beraubten ...". - Die Aussenseiten des Doppelblattes fleckig, vielleicht durch eine Druckerei verursacht.

Lot 2357, Auction  128, Hardt, Ernst, Manuskript zur Eröffnung der Weimarer Nationalversammlung, mit Begleitbrief.1919

Hardt, Ernst
Manuskript zur Eröffnung der Weimarer Nationalversammlung, mit Begleitbrief.1919
Los 2357

Schätzung
800€ (US$ 920)

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Zum Empfang der Weimarer Nationalversammlung
Hardt, Ernst, Schriftsteller, Übersetzer, Theater- und Rundfunk-Intendant (1876-1947). Eigh. Manuskript und Begleitbrief, beides m. U. "Ernst Hardt". Zus. 101/2 S. auf 8 Bl. und 1 Doppelblatt. Folio und gr. 4to. Weimar 26.I. und 1.VIII.1919.
"Szenischer Prolog zum Empfang der Mitglieder der deutschen Nationalversammlung. Aufgeführt am 6.II.1919" (spätere Überschrift anstelle der durchgestrichenen Original-Überschrift "Weimars Prolog zur Nationalversammlung"). 8 Seiten umfassendes, vollständiges, am Schluß signiertes und datiertes Manuskript zu dem bedeutenden historischen Ereignis der deutschen Geschichte, verfasst von Ernst Hardt als damaligem Generalintendanten des Weimarer Nationaltheaters. Auf die Bitte eines Fräuleins für einen Autographensammler (Hermann Kiewy?) macht er es diesem zum Geschenk und erklärt dazu in einem Schreiben (mit Briefkopf "Der General-Intendant des Deutschen Nationaltheaters und der Kapelle") vom 1. August 1919: "... Das Lesen Ihres Briefes traf mit dem Aufräumen meines Schreibtisches zusammen, den ich für einige Wochen verlassen will, und da fielen mir die erste Niederschrift und die erste Reinschrift des szenischen Prologes in die Hand, den ich den Abgeordneten der deutschen Nationalversammlung vorgesetzt habe. Da diese Manuskripte also zugleich ein gewisses historisches Interesse haben, darf ich hoffen, dass Sie damit dem Handschriftensammler wirklich eine Freude bereiten können. Ich sende sie Ihnen, er mag wählen oder beide behalten, ganz wie es ihm beliebt ...". - Das Manuskript papierbedingt stärker gebräunt; dennoch als historisches Dokument museumswürdig.

Lot 2358, Auction  128, Hauptmann, Gerhart, Brief an den Kaufmännischen Verein Karlsruhe. 1895

Hauptmann, Gerhart
Brief an den Kaufmännischen Verein Karlsruhe. 1895
Los 2358

Schätzung
120€ (US$ 138)

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Hauptmann, Gerhart, Dramatiker, Erzähler, Nobelpreisträger (1862-1946). Eigh. Brief m. U. "Gerhart Hauptmann". 2/3 S. Doppelblatt, mit frankiertem Umschlag. 8vo. Berlin 2.V.1895.
An den Kaufmännischen Verein Karlsruhe, der den Dichter zu Vorträgen eingeladen hatte. "... ich bedaure Ihrem Wunsche, in den kaufmännischen Vereinen Badens Vorträge zu halten, auch dieses Jahr nicht nachkommen zu können. Literarische Arbeiten beanspruchen meine ganze Zeit. Nehmen Sie die Versicherung, dass ich Ihre Aufforderung als eine Ehre empfunden habe ...". - Beiliegend eine Porträtfoto-Postkarte mit dem Bildnis Hauptmanns, die als Werbung für eine Foto-Ausstellung des Ateliers Rudolf Dührkoop in Hamburg verschickt wurde (1921).

Lot 2359, Auction  128, Heyse, Paul, Brief an den Autor einer Novelle. 1873

Heyse, Paul
Brief an den Autor einer Novelle. 1873
Los 2359

Schätzung
150€ (US$ 172)

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Heyse, Paul, Schriftsteller, Nobelpreisträger, Haupt des Münchener Dichterkreises (1830-1914). Eigh. Brief m. U. "Dr. Paul Heyse". 11/2 S. Gr. 8vo. München 6.X.1873.
An einen Redakteur, wegen eines von Heyse gewünschten Wiederabdrucks einer anonymen Novelle in seiner mit Hermann Kurz herausgegebenen Reihe "Deutscher Novellenschatz". "Sie erinnern sich vielleicht, ... daß ich vor Jahren wegen der Novelle 'Rede oder Schweigen' bei Ihnen anfragte, die ich Otto Ludwig (dem Großen) zuschrieb, während sie seinen Doppelgänger zum Verfasser hat. Sie versagten damals Ihre Erlaubniß zur Aufnahme der Erzählung in unsern Novellenschatz, da Sie die Absicht hegten, die Novelle dieses Reichenbacher O. L. in einem Separatdruck erscheinen zu lassen." Fragt, ob dies denn inzwischen geschehen sei. "... Es wäre, da mir seither von keiner Seite eine öffentliche Stimme über diese werthvollen Arbeiten zu Ohren gekommen, auch Ihnen vielleicht jetzt nicht unerwünscht, wenn wir in unsrer Sammlung auf dieselbe aufmerksam machten. Falls Sie zustimmen, würde ich mich direct an den Herrn Verf. wenden, von dessen Lebensumständen mir nicht das Geringste bekannt ist ... Gerade solche Findlinge sind es, auf die wir bei unserem Unternehmen das größte Gewicht legen ...". - Beiliegend 5 Holzstich-Porträts und ein gedrucktes Gedicht Paul Heyses.

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