Los 2346
Gerning, Johann Isaak von
(1767-1837)Brief an Karl Ludwig von Knebel. 1810
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450€ (US$ 517)
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Autographensammlung Hermann Kiewy
Auktionsdatum 7.10.2026

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Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 6. – 8. Oktober 2026


Goethekreis. - Gerning, Johann Isaak Frhr von, aus Frankfurt stammender hessischer Diplomat, Staatsmann und Schriftsteller, pflegte regen Kontakt zu Goethe, besaß bedeutende Kunst- und Naturaliensammlungen (1767-1837). Eigh. Brief m. U. "v. Gerning". 4 S., eng beschrieben. Doppelblatt. Gr. 4to. Frankfurt a. M 27.XI.1810.
Umfang- und inhaltsreicher Brief an den ihm befreundeten Karl Ludwig von Knebel (1744-1834), Goethes "Urfreund", dem er zum Geburtstag gratuliert. Dankt für Knebels Schreiben, "das ich ... an einem schönen Morgen, am Fuße des Johannes-Berges im Rheingau, bey der Trauben-Kur erhielt und mich mit Freuden erfüllte. Vor allem Dank für Ihren herrl. Hymnus, wofür die Mutter Erde Sie noch lange mit Leben und Lebenslust lohnen und Ihnen noch viele 30te 9ber verleihen möge ... Zum Angebinde hätt ich Ihnen gern eine Schachtel unserer einheimischen Colonial-Producte gesandt, aber die Castanien und Würste sind noch nicht bereit ... Die Tage unsers Geburts Monats sind diesmal ziemlich trübe, doch wer, wie Sie, den reinsten Lebens-Aether in der Seele trägt, dem sind sie auch heiter. Also leben die 9ber Kinder! Meist haben sie etwas schwärmerisches u. poetisches z. E. Luther, Lavater, Schiller, Werner, Heinrich d. 4te, Bayle, pp. Woher doch dies? ... Man sagt auch, das Schicksal 'rüttle' sie bisweilen. Sey es, haben Sie doch Kraft wieder abzuschütteln ...". Gern würde er wieder "ein Winterchen" bei Knebel verbringen. "... aber jetzt muß man wahrl. die Laren und Penaten nicht verlassen! Wir haben hier, der Colonial-Schacherer wegen, lästige Soldatenbeherbergung! ... So ist überall Sorg und Plage! Doch leb' ich hier unter andern guten Menschen ganz erfreulich, und die Muse bleibt mir eine holde Gefährtin ...". Berichtet dann über die Fortschritte seiner Veröffentlichungen, z. B. die Illustrierung seiner "Bäder am Rhein" sowie seine Ovid- und Horaz-Übertragungen. "... Die gute Wolzogen ist eben hier auf einige Monate u. begrüßt Sie herzl. mit Dank für Ihren Hymnus, den ihr die Schiller gab. Amalie Helwig überwintert in Heidelberg und hat, wie Sie wissen werden, neuen Musen Stoff mitgebracht. Sie will auf Weyhnachten herkommen. Ich traf sie letzten Sommer in Schwalbach und Schlangenbad ...". Spricht dann vom Abdruck des "Hymnus" im "Morgenblatt": "Das ist eine Gunst vom Juden Cotta, der gewöhnl. nur Poetica seines Verlags darin giebt". Läßt den "Musenvater Göthe" grüßen, "dem ich ebenfalls nächstens ein kleines herbstl. Küchen Andenken sende! ...". - Braunfleckig, besonders das zweite Blatt.
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