Los 2341
Gleim, Johann Wilhelm Ludwig
(1719-1803)Brief an einen Porträtmaler + Beilagen. 1795
Schätzung
600€ (US$ 690)
Abgabe von Vorgeboten möglich
Aus dem Katalog
Autographensammlung Hermann Kiewy
Auktionsdatum 7.10.2026

Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 6. – 8. Oktober 2026


Gleim, Johann Wilhelm Ludwig, Dichter, führender Anakreontiker, großer Literatur-Korrespondenz-Sammler, Mäzen und Anreger, stand in Kontakt und freundschaftlichem Briefwechsel mit allen literarischen Größen seiner Zeit in Deutschland (1719-1803). Eigh. Brief m. U. "Gleim". 3 S. Doppelbl. 8vo. Halberstadt 21.XII.1795.
An einen Porträtmaler. "Herr Rector Meineke zu Quedlinburg hat den Lucretz übersetzt, und erläutert! Dieses sein Werk wurde vor einigen Tagen im Tempel der Freundschaft gewürdigt, und erhielt den vollkommensten Beyfall aller der Priester des Tempels, und selbst der Göttin deßselben. Ehe die Versammlung sich trennte bekam ich Befehl: Sie, mein verehrtester Freund, zu bitten, daß Sie die Güte haben möchten, Herrn p. Meineke's Kopf so groß wie Dohms Kopf zu malen, zur Ausstellung im Tempel der Freundschaft ... Eben da ich meinen Nahmen schreibe bringt man Ihr Schreiben vom 17ten ...". Bedauert den Ruf des Malers ins Ausland. "...Sollen wir alle guten Künstler Ausländern überlaßen? Wär ich der Fürst von Berenburg [?], ich ließe Sie nicht weg, gäb' Ihnen ein gutes Auskommen, und machte Sie zum [...]maler aller guten Köpfe Deutschlandes! An den Herrn Gesandten werd' ich den Auftrag diesen Abend noch gelangen laßen! - Auf mein Bildniß von Ihnen bin ich böse! weil's dem Minister von Heinitz, daß er dem Schöpfer des Bildes eine Pension geben solle, nicht befohlen hat ...". - Das Gleimhaus in Halberstadt war der genannte "Tempel der Freundschaft", der mit zahllosen Porträts ausgestattete Treffpunkt eines "Freundschaftsbundes". Der erwähnte Minister Friedrich Anton von Heinitz (1725-1802) war der verdienstvolle Reformator der Berliner Kunstakademie. - Beiliegend ein kurz nach Gleims Tod wohl von seiner Nichte geschriebenes Billet sowie 3 gestochene Porträts des Dichters und ein Zeitungsartikel über den "Freundschaftstempel".
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