Bülow, Hans von
Brief aus Berlin an Herrn Hallwachs. 1870
Los 2734
Schätzung
200€ (US$ 230)
Bülow, Hans von, Dirigent und Pianist, Schwiegersohn Liszts, Hoftheaterkapellmeister in Hannover und Meiningen, großer Wagner- und Brahms-Interpret (1830-1894). Eigh. Brief mit Unterschrift "H v Bülow". 11/2 S. Doppelbl. mit gekröntem Monogramm "HB" im Briefkopf. Berlin 2.IV.1870.
An Herrn Hallwachs (?), den er seinen "liebenswürdigen Amphitryon" nennt. "... Hr Bechstein sagt mir, daß Sie mir ein wenig grollen, weil ich nichts mehr von mir habe hören lassen, seitdem ich 'ultramontan' geworden." Er habe den Adressaten nicht behelligen wollen und sei auch bis Anfang des Jahres in Florenz, seiner "neuen Heimath" gewesen. "... Gern würde ich Sie hier aufgesucht haben, allein die große Ermüdung von der unfreiwilligen Reise, eine starke Grippe u. s. w. verbieten es mir. Ferner will ich während meines hiesigen Aufenthaltes Niemanden besuchen, am wenigsten Künstler - ich muß mich sehr schonen, jedes 'Verhör' vermeiden, jede Aufregung fliehen, um nicht in einem so hundsjämmerlichen Zustand nach Italien zurückzukehren, als es vorigen Herbst der Fall war. Bitte, sagen Sie also Herrn Hofkapellmeister E. nichts von meiner Anwesenheit ...". - Gemeint ist der Berliner Hofkapellmeister Karl Eckert. - Dabei: Marie von Bülow, seine Ehefrau, österr.-dt. Schauspielerin, seit 1882 mit Hans von Bülow vermählt (1857-1941). Eigh. Brief-Karte m. U. "Hans und Marie v. Bülow". 2 S. Quer-12mo. Hamburg 17.XII.1890. - An eine Verehrerin. Dankt, auch im Namen ihres Mannes, für einen "duftigen Gruß u. das freundliche Echo, welches das letzte Konzert in Ihren warmen kunstbegeisterten Herzen hervorgerufen hat. Solches Mitempfinden ist die größte Freude, die Sie dem Künstler bereiten können ...".
Crusell, Bernard
Brief an den Chemiker J. J. Berzelius. 1836
Los 2735
Schätzung
450€ (US$ 517)
Crusell, Bernard, schwed. Klarinettist und Komponist der Romantik, schrieb zahlreiche Klarinettenkonzerte (1775-1838). Eigh. Brief m. U. "B. Crusell". In schwed. Sprache. 3 S., eng beschrieben. Doppelblatt mit Adresse. Gr. 4to. Linköping 22.VI.1836.
An den großen schwedischen Mediziner und Chemiker Jöns Jakob Berzelius (1779-1848) in Stockholm. Umfangreicher Brief über musikalische Themen, betreffend vor allem seine Tätigkeit als musikalischer Leiter der beiden königlichen Leibregimenter.
Dahlke, Paul, vielbeschäftigter Theater-, Film- und Fernseh-Schauspieler (1904-1984). Sein Wehrpass mit Foto und eigh. U. "Paul Dahlke". 52 S., davon nur S. 1-5 beschriftet. Orig.-Heftstreifen-Kartonage. Berlin 4.IV.1940.
Mit handschriftl. "Angaben zur Person", Passfoto, Wehrnummer, Bezirkskommando etc. - Beiliegend die gedruckte, ausführliche "Gestellungsaufforderung" vom 26.III.1940: "... Zur Musterung müssen Sie gewaschen, mit geschnittenem Haar und mit sauberer Wäsche erscheinen. Das Mitbringen einer Bade- oder Sporthose ist erwünscht. - Ein Anspruch auf Fahrtauslagen, Reisekosten und Entschädigung für Lohnausfall besteht nicht. - Für Sachen, die während der Musterung verlorengehen, kann Ersatz nicht gewährt werden ...". - Dahlke hatte Glück: 1944 stand der beliebte Schauspieler auf der "Gottbegnadeten"-Liste des Propaganda-Ministeriums. - Beide Teile mit stärkeren Gebrauchsspuren.
Dawison, Bogumil
Brief nach seiner Rückkehr aus den USA. 1867
Los 2737
Schätzung
250€ (US$ 287)
Dawison, Bogumil, Schauspieler polnisch-jüdischer Herkunft, bedeutender Charakterdarsteller, wirkte 10 Jahre als Rivale Emil Devrients am Dresdener Hoftheater und verbreitete seinen Ruhm auf zahlreichen Gastspielreisen in Europa und den USA (1818-1872). Eigh. Brief m. U. „B Dawison“. 2 2/3 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. Zschachwitz bei Dresden 16.IX.1867.
Nach der Rückkehr von seiner aufreibenden Amerika-Tournee, die seiner Laufbahn durch physische, psychische und geistige Erkrankung ein Ende bereitete. An einen „liebsten Freund“, wohl einen Zeitungsredakteur. „... Ueber mein Befinden und meine Absichten coursiren in der Welt so viele falsche Gerüchte, daß ich es an der Zeit finde, Sie zu ersuchen, durch eine Notiz aus verläßlichster Quelle die Meinungen gelegentlich berichtigen zu wollen.. - Ich war recht krank, nervenkrank, aber jetzt gottlob bin ich fast ganz genesen. Die Cur in Gastein war ich genöthigt abzubrechen; sie verschlimmerte meine Aufregung und drohte mit ernster Gefahr. ‚Zehn Jahre zu früh unternommen’ - meinte der Geh. Medizinalrath Dr. Walther in Dresden. Ich kehrte nach meinem lieben Zchachwitz zurück und hier ist es die Ruhe des ländlichen Aufenthaltes, die Diät, das Fernhalten jeder Aufregung und geistigen Anstrengung, was mich heilt und auf’s neue dem Leben wiedergibt ...“. Der Arzt meinte, er könne in 4 Wochen wieder auftreten, doch er selbst glaube eher an 4 Monate. „... ich will gründlich ausgeruht sein, bevor ich wieder die Bühne betrete. Schwer wird mirs freilich, den Verlockungen zu widerstehen, doch werde ich fest bleiben. Noch nie fast haben sich die Anträge der großen Bühnen so angehäuft, wie gerade in diesem Jahre. Als die hervorragendsten nenne ich Ihnen St. Petersburg, das Carltheater in Wien (ein Saison Engagement von 7 [nicht 9] Monaten mit einer Gage von 45.000 fl.), Prag, Pesth, Berlin (Wallner), Leipzig, hannoversches Hoftheater (festes Honorar pr. Abnd 250 rh), und obenan Dresden mit einem freundlichen Antrag des Grafen Platen ...“. - Dawisons Zuversicht erfüllte sich nicht: Mit seinem Auftreten als König Lear am 21. Mai 1867 am New Yorker Stadttheater hatte seine Bühnenlaufbahn ihr vorzeitiges Ende gefunden. Große Zeitgenossen wie z. B. Gustav Freytag würdigten ausführlich Dawisons Kunst; 1978 veröffentlichte Peter Kollek die letzte größere Monographie über ihn. - Am 2. Blatt ein kleiner Randausschnitt, ferner das untere Drittel dieses Blattes abgetrennt, vielleicht wegen eines Postskriptums. - Beiliegend ein kurzer Brief des Schauspielers Emil Devrient (1805-1872), des großen Rivalen Dawisons am Dresdener Hoftheater (Dresden 28.II.1870; auf ein Untersatzblatt montiert).
Dingelstedt, Franz von
2 Briefe als General-Intendant des Weimarer Hoftheaters. 1858-1859
Los 2738
Schätzung
300€ (US$ 345)
Dingelstedt in Weimar
Dingelstedt, Franz von, Schriftsteller, Dramaturg, anfangs dem Jungen Deutschland nahestehend, später hochrangiger Leiter der Hoftheater in München, Weimar und Wien (1814-1881). 2 Briefe m. U. "Fr Dingelstedt". Zus. 21/2 S. Doppelbl. mit Briefkopf "Großherzogl. Sächsische General-Intendantur der Hofkapelle und des Hoftheaters". Gr. 4to. Weimar 7.VII.1858 und 7.V.1859.
Der Brief von 1859 vermutlich an den Komponisten Julius Rietz (1812-1877) über die Vorbereitung von dessen Oper "Georg Neumark oder Die Gambe" (Text von Ernst Pasqué). Auf eine Anfrage des Adressaten teilt Dingelstedt mit, "daß Ihre Oper schon, und zwar ganz in der von Ihnen und dem Herrn Textverfasser gewünschten Weise, ausgetheilt worden ist und gegenwärtig unter Leitung des Herrn Musikdirektor Lassen einstudirt wird. Wenn Sie die erste Vorstellung, wo möglich auch eine oder die andere der letzten Proben, durch Ihre Anwesenheit ehren wollen, so wird dies nicht nur mir angenehm, sondern auch Ihren künstlerischen Interessen unstreitig förderlich sein ...". - Die einaktige Oper wurde am 25. Mai 1859 erstaufgeführt, war offenbar kein Erfolg und wurde nur einmal (im Juni) wiederholt. - Der Brief von 1858 an einen "Hochwohlgeboren" betrifft eine Einladung zur Jubelfeier der Universität Jena. "... Sollten dieselben vorziehen, den höchsten Herrschaften unseres Hofes den zugesagten und wohlgefällig erwarteten Besuch in einer minder geräuschvollen Zeit abzustatten, so würde als solche die Geburtsfeier Schillers zu empfehlen sein, die wir am 10. November d. J. im Großherzoglichen Hoftheater mit einer Vorstellung zum Vortheil der hiesigen Filial-Schiller-Stiftung zu begehen gedenken, und welche durch die Anwesenheit des hochverehrten Vorstandes der Dresdener Haupt-Stiftung die angemessenste Würde und Weihe empfangen würde ...". - Zu den Gründungsmitgliedern der Dresdener Schiller-Stiftung gehörten 1858 u. a. Carl Gustav Carus und Karl Gutzkow. - Faltenrisse und andere kleinere Randdefekte.
Dirigenten
6 nach Wien gerichtete Briefe und Postkarten. 1910-1973
Los 2739
Schätzung
180€ (US$ 207)
Dirigenten. 6 nach Wien gerichtete Briefe und Karten. 1910-1973.
Vorhanden: Karl Böhm (1894-1981). 3 eigh. Briefe / Briefkarten und 1 Ansichtspostkarte m. U. "Karl". Mit 3 eigh. Umschlägen mit Absender "Dr. K. Böhm". - An seine Nichte Lilo. Erwähnt mehrmals Konzerte. - Franz Mannstaedt (1852-1932). 1 eigh. Ansichts-Postkarte (1912) m. U. "Franz Mannstaedt". An den Schriftsteller Oscar Maurus Fontana in Wien. Die Karte zeigt die recht hässliche Raspstraße in "Alt-München", zu der Mannstaedt ironisch bemerkt: "Welche Stadt hätte eine so sehenswürdige Strasse?". - Felix Weingartner (1863-1942). Masch. Brief m. U. "Weingartner" und Briefkopf "Staatsoper". Wien 3.V.1935. - An Dr. Anton Perger in Wien. "... Ich erinnere mich Ihres Herrn Vaters sehr wohl, ich habe schöne und anregende Stunden mit ihm verlebt ... Ich halte es absolut für verfehlt, das Leben Beethovens auf die Bühne zu bringen, und ich könnte auch in indirekter Weise nicht dazu helfen, dass eine solche Oper sich realisiert ...".
Döhler, Theodor
Brief an den Liszt-Schüler Hermann Cohen. 1838
Los 2740
Schätzung
180€ (US$ 207)
Döhler, Theodor, deutschstämmiger Klaviervirtuose und Komponist, geboren und verstorben in Italien, dort zum Kammervirtuosen und Baron erhoben, gastierte in ganz Europa (1814-1856). Eigh. Brief m. U. "Th. Döhler". 21/2 S. Mit 2 Zeilen Musikzitat. 12mo. O. O. "Freytag" (1838).
An den ihm befreundeten Pianisten und Liszt-Schüler Hermann Cohen (1820-1871), der in Paris tätig war und später nach exzessivem Lebensstil zum katholischen Glauben konvertierte. "... Ich sollte morgen im philharmonischen Conzert in Rouen spielen, u. eben erfahre ich, daß es ... aufgeschoben ist; ich bin also den Tag Ihres Conzertes in Rouen. es ist mir sehr leid Ihnen einen refus zu geben, aber, wie ich Ihnen schon sagte, wenn ich auch in Paris für diesen Tag seyn könnte, es wäre schrecklich das ewige [folgen 2 Zeilen Noten] herunterzuhauen ...". - Über die künstlerische Qualität des gefeierten Pianisten äußerte sich Heinrich Heine wenig schmeichelhaft. - Beiliegend ein masch. Blatt in französischer Sprache mit biographischen Informationen über Döhler und Cohen. - Selten.
Furtwängler, Wilhelm, Dirigent und Komponist (1886-1954). Porträt-Fotografie mit Signatur "Wilhelm Furtwängler" auf der Bildseite. 14,5 x 10 cm. O. O. u. J. (wohl um 1950).
Die Aufnahme von Jean Schneider in Luzern zeigt den Künstler, den Kopf auf die linke Hand gestützt. - Rückseitig Spuren ehemaliger Montage. - Dabei: Fotografie, die Furtwängler im Gespräch mit zwei Personen in Zürich zeigt. 20 x 18 cm. - Auch hier verso Spuren ehemaliger Montage.
Gästebuch
des Göttinger Theater-Intendanten Dr. Hans Bauer.
Los 2742
Schätzung
150€ (US$ 172)
Gästebuch des Dr. Hans Bauer, u. a. Intendant des Stadttheaters Göttingen. Ca. 120 Bl. Maschinenbütten, davon 61 S. beschrieben oder illustriert. Gr. 4to. Pergamentband d. Z. 1939-1980.
Den Zeitraum von rund 40 Jahren umfassendes Gästebuch, das eine Vielzahl von Freundinnen und Freunden des Theatermannes in schlechten wie in guten Zeiten versammelt, um Premieren, Lesungen oder familiäre Feste zu feiern. Der in Göttingen begonnene Band wanderte mit dem Inhaber umher, so daß nach Göttingen bald Essen, Göggingen und Augsburg folgten. Trotz Aufenthalt in der "Provinz" findet sich doch eine Anzahl überregional prominenter Persönlichkeiten der Theaterwelt unter den Gästen: die Komponisten und Dirigenten Carl Orff, Werner Egk, Ottmar Gerster, Cesar Bresgen und Wolfgang Sawallisch; die Schauspielerinnen Inge Meysel, Edda Seippel und Moje Forbach; der Präsident der Reichs-Theaterkammer, Ludwig Körner; die Regisseure Dr. Werner Kelch und Heinz Dietrich Kenter; die Kritiker und Dramaturgen Karlheinz Ruppel, Albert Schulze-Vellinghausen und Carl Werkshagen sowie die Schriftsteller Egon Vietta und Reinhold Schneider. - Der berühmte Fotograf Albert Renger-Patzsch schreibt sich 1942 und 1958 ein, direkt untereinander und beide Male mit Selbstkarikatur. - Die Versammlungen fanden nicht oft statt, so dass trotz des langen Zeitraums drei Viertel des opulenten Bandes leer geblieben sind. Da es indessen Goldene Hochzeit und hohe Geburtstage zu feiern gab, hat er doch auf angenehme Weise seinen Zweck erfüllt. - Eine Seitenlage gelöst.
Karajan, Herbert von (1908-1989). Eigh. Brief m. U. "Herbert". 4 S. (Kopierstift). Mit Briefkopf "Generalmusikdirektor Herbert von Karajan. Staatsoper Berlin". (Aachen, nach 1937).
An seine Eltern. "... Ich habe sehr gelacht über Mamas Brief. Ich bin eben für Euch noch immer der dumme Bub, der alles stehen lässt, alles verliert und alle können alles besser wie er. Hoffnungslos, ich werde doch wohl nie erwachsen. Sei's drum, ich danke Euch tausend mal für die Sendung. Geld geht heute ab. Das Bild von mir ist vor der Pariser Oper gemacht, es gehörte mir, ich habe es Olga nur geliehen und freue mich, dass es nun an die richtige Adresse gekommen ist ... Ich habe morgen und Freitag hier in Aachen die Missa, nächste Woche wird sie in Berlin wiederholt mit Staatskapelle und dem Chor von hier. Dann habe ich noch Februar in Berlin zu tun. Anfang März fahre ich nach Italien für die Vorproben für Florenz ...". - Da der Brief offenbar in Aachen verfasst wurde, ist der Briefkopf durchgestrichen.
Kolbe, Johann Carl, in Potsdam geborener Königl. Kammermusicus und Violinist der Hofopern-Kapelle in Berlin (1762-1831). 2 Briefe, der erste eigenhändig, m. U. "J Kolbe", der zweite wohl diktiert, mit eigh. U. "Kolbe". Zus. 2 S. auf 2 Doppelbl. Kl. 8vo. Potsdam 1793 und 9.IV.1797.
Der erste Brief an einen "Hochedelgeborenen". "... übersende hiebey einige Avertissements. Wenn sich solten wieder Pränumeranten finden, so bitte mir zur bestimmten Zeit Nachricht zu geben. Sie verzeihen daß ich Ihre Güte und Dienstfertigkeit zu mißbrauchen scheine ...". - Der zweite Brief an einen Freund. "... Hätten Sie wohl wieder die Freundschaft für mich und sammleten einige Pränum: auf meine Lieder? Solten sich Liebhaber dazu finden, so bitte mir die Nahmen zu Ende diesen Monat zu schicken. Da Sie meine Sonaten noch nicht haben, so werde ich mich die Freyheit nehmen, u schicke künftig 1 Ex. mit ...". - Es scheint nicht ausgeschlossen, dass der zweite Brief von Johann Carls Vater Carl Friedrich Kolbe (ca. 1728-1802) stammt, Chordirektor und Kantor der Nicolai-Kirche in Potsdam, von dem mehr Kompositionen als von Johann Carl bekannt sind.
Lacôme d'Estalenx, Paul Jean Jacques
13 Briefe + Beigaben. 1874-1879
Los 2746
Schätzung
450€ (US$ 517)
Lacôme d'Estalenx, Paul Jean Jacques, franz. Operettenkomponist aus der Gascogne, Freund Chabriers (1838-1920). 13 eigh. Briefe m. U. Zus. 24 S. auf 9 Doppel- und 4 Einzelblättern verschiedener 8vo-Formate. Teils o. O. und o. J., meist aber Paris und Le Houga (Gers) 3.V.1874 bis 29.IV.1879.
Alle an einen Librettisten über die Operette "La Vierge du Soleil", mit Vorschlägen für zusätzliche Couplets und Textänderungen, welchen Theaterdirektoren das Stück angeboten werden soll, wer das Manuskript bereits gesehen hat etc. Lacôme nennt die Verleger Heugel und Litolff, erwähnt außerdem Jacques Offenbach. - Der Brief vom 3. Mai 1874 liest sich: "Dès le début de nos relations, j'ai cru devoir vous prévenir que j'avais sur le Chantier, deux ouvrages avec M. Gal-let, un acte pour l'op. com. et 3 autres Bouffes. Je me suis exile au Houga pour terminer ces deux ouvrages, dont le placement prochain est à peu près certain, et au parachèvement desquels les préoccupations de la vie quotidienne sur le pave de Paris, nuisaient quelque peu. Vers la fin du Mai, je compte rentrer débarrasser de ce souci, et tout dispose à mener à prompte fin notre Vierge du Soleil à laquelle je tiens beaucoup, et dont j'ai la meilleure opinion. Ceci étant une vraie lettre d'affaires, nous fixerons si vous voulez le mois de 7bre ou le commencement d'8bre pour que cette partition soit terminé ... ". - Ein weiterer Brief datiert am 13. August 1875: "Je vous annonce de même coup que j'ai fait un petit tour de force, et que je vais demain terminer la dernière page du 3e acte de la Vierge (partition d'orchestre) voilà donc notre ouvrage absolument terminé, et prêt à envoyer à la copie demain si l’on veut ...". - Ferner in einem undatierten Brief: "La Vierge du Soleil est faite et même écrite. Je suis enchante de pouvoir vous donner cette bonne nouvelle ... Je vous demandais si vous ne pensiez pas que des Couplets bouffes pour Gugman au Ier acte feraient bien? Ils pourraient rouler sur ses conquêtes. Une parodie des Mille e Tre de Don Juan ... ". - Lacôme, Ritter der Ehrenlegion, war seinerzeit als Operettenkomponist sehr erfolgreich und gilt als glänzender Orchester-Komponist. - Beiliegend 9 Autographen verschiedener, meist französischer Komponisten: 1) Marius Casadesus (1892-1981). Eigh. Brief m. U. und 1 Albumblatt mit Notenzitat. - 2) Gustave Charpentier (1860-1956). Eigh. Brief m. U. und 1 Visitenkarte. - 3) Louis Ganne (1862-1923). Eigh. musikalisches Albumblatt mit Unterschrift. - 4) Benjamin Godard (1849-1895). 3 eigh. Briefe m. U. (einer davon stark fleckig). - 5) Igor Markevitch (1912-1983). Eigh. Albumblatt mit Unterschrift.
Lieder-Buch 1720
Musikmanuskript zum Nürnbergischen Gesang-Buch. 1720
Los 2747
Schätzung
450€ (US$ 517)
Lieder-Buch, darinnen alle im Nürnbergischen Gesang-Buch befindliche Lieder ... zu finden sind. Musikmanuskript mit Text-Anfängen. 116 Bl., davon ca. 229 S. mit handschriftlichen Noten für Klavier sowie Text-Anfängen oder Quellennachweisen beschrieben. Quer-gr. 8vo. Brauner Lederband d. Z. (stark berieben; Rückenkanten geplatzt). O. O. 1720.
Sorgfältig geschriebenes, umfangreiches "Lieder-Buch, darinnen alle im Nürnbergischen Gesang-Buch befindliche Lieder, auf das Clavier abgefaßt, nebst einem angehängten Register derselben zu finden sind. Anno MDCCXX". Die für Klavier bearbeiteten Lieder beginnen gewöhnlich auf der linken (paginierten) Seite und setzen sich oft auf der rechten, manchmal auch auf der dritten Seite fort, so dass die Anzahl der aufgenommenen Kompositionen sich dem Umfang der Paginierung (109 Bl.) nähern dürfte. Am Schluß ein 14seitiges Register der Text-Anfänge. - Das letzte Notenblatt (110) herausgerissen. - Das gedruckte Nürnbergische Gesangbuch erschien zuerst 1676 und enthielt 1160 Gesänge, die neue Ausgabe von 1690 war auf 1230 erweitert. Die hier vorliegende anonyme Bearbeitung für Klavier ist offenbar nicht im Druck erschienen.
Lüders, Günther, Schauspieler und Regisseur, vielbeschäftigter Charakterdarsteller, Schauspieldirektor des Württemb. Staatstheaters Stuttgart (1905-1975). 6 Autographen m. U. "Günther Lüders". Zus. 6 S. Mit 1 Umschlag. Gr. 8vo und gr. 4to. Berlin, Lübeck und Düsseldorf 1943-1970.
Der erste Brief (Berlin 1943) an den Verleger Georg Elsner, Schatzmeister der Gesellschaft für Theatergeschichte, die übrigen Schreiben (4 eigenhändig, 1 maschinenschriftlich) an Prof. Dr. Hans Knudsen, Professor für Theaterwissenschaft in Berlin. Lüders berichtet von 200 bis 300 Büchern über Theater in seiner Bibliothek, die er der Gesellschaft für Theatergeschichte in Berlin stiften möchte. Kriegs- und Nachkriegszeit verhindern das Vorhaben, bis 1947 der Transport der 280 Bände nach Berlin erfolgt. Bis auf eine Neujahrs-Glückwunschkarte von 1970 handeln alle Briefe von der Bücherstiftung an die Gesellschaft für Theatergeschichte, wobei Lüders' große Verehrung für Hans Knudsen erkennbar wird.
Massenet, Jules, franz. Komponist (1842-1912). Eigh. Brief m. U. "Massenet". 4 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. Paris 22.II.1895.
An eine Dame, bei der er sich entschuldigt, eine Verabredung wegen seiner Grippeerkrankung nicht eingehalten zu haben: "Je suis confus de ne pas m'être trouvé au Ménestrel lorsque vous m'avez fait l'honneur d'y aller. - Je suis encore pris par la 'grippe'. - Certes oui, j'aurais été heureux du projet du 31 mars - mais, puis-je promettre avec certitude lorsque toutes les probabilités sont pour un séjour assez prolonge à Bruxelles en Mars - J'ignore l'époque précis - cela dépend des répétitions et des hazards ... au théâtre - J’en éprouve une vive contrariété et je viendrai un dimanche m'excuser auprès de vous et vous remercier de votre flatteuse attention ...". Im Oktober desselben Jahres fand an der Opéra Comique die Pariser Erstaufführung der Oper "La Navarraise" mit Emma Calve statt. - Kleine Montagespuren auf der letzten Seite. - Beiliegend 2 eigenh. beschriebene Visitenkarten Massenets, eine mit Dank, die andere ein Begleitschreiben zu einem Brief an den Sekretär der Pariser Opéra Comique. - Ferner beiliegend die Einladungskarte zu einem Festessen zu Ehren Felix Weingartners auf den Champs Elysées, mit den Signaturen Weingartners und 6 weiterer Teilnehmer (Paris 1923).
Meyerbeer, Giacomo
Brief an den Operndirektor Frederick Gye in London. 1863
Los 2750 [*]
Schätzung
300€ (US$ 345)
Meyerbeer, Giacomo, Komponist und Dirigent, einer der erfolgreichsten Opernkomponisten des 19. Jahrhunderts, Generalmusikdirektor in Berlin, lebte überwiegend in Paris (1791-1864). Brief m. U. "Meyerbeer". In franz. Sprache. 22/3 S. auf 2 Bl. Gr. 8vo. Berlin 10.III.1863.
Umfangreicher Brief an Frederick Gye, Direktor des Royal Opera House Covent Garden in London. Bedankt sich für einen Brief von Gye aus Paris, der Meyerbeer mitteilte, dass Gye in dieser Saison Meyerbeers Oper "Der Nordstern" in sein Repertoire aufnehmen möchte, aber noch um Abänderungen in der Tonlage des "Gritzenko" für den Londoner Bariton Sebastiano Ronconi bittet. "... Il est très vrai que j'ai dit à Mr. Harris que j'étais prêt à arranger le rôle de Gritzenko pour la voix de Mr. Ronconi; mais j'ai ajouté que pour pouvoir faire cela d'une façon convenable, il fallait qu'il me procurât de Mr. Ronconi l'indication de l'étendue de sa voix; quelles sont le notes les plus sonores de sa gamme; sur quelles notes il peut prononcer les paroles; et enfin, s'il a encore d'autres détails particuliers à sa voix, de me les communiquer également. Il serait bon aussi que Mr. Ronconi ajoutât quel sont les rôles qui vont le mieux à sa voix dans son état actuel; ce qui m'éclairerait encore plus pour mon travail ...". In einem Postscriptum empfiehlt Meyerbeer noch die Berliner Primadonna Pauline Lucca: "Madelle Lucca a chanté il y a trois jours le rôle de Bertha dans le Prophète d'une façon vraiment extraordinaire, qui a électrisé tout le public. Je crois que si vous lui faisiez chanter une fois cette année ce rôle dans une des trois représentations qu'elle doit vous donner, elle y produirait un grand effet. Elle va étudier ce rôle en italien." - Mit Empfangsvermerk von Gyes Hand: "Reçu Paris March 12 1863". - Kleiner Einriss im ersten Blatt und späterer Vermerk mit Lebensdaten Meyerbeers am Ende des zweiten Blattes.
Müller, Johann Heinrich Friedrich
Brief an Bürgermeister und Rat der Stadt Enns. 1763
Los 2751
Schätzung
120€ (US$ 138)
Müller, Johann Heinrich Friedrich, berühmter Wiener Burgschauspieler, vorher bei den Wandertruppen von Schuch und Schönemann, Chronist und Förderer des Burgtheaters, Lustspielautor, Verfasser einer wertvollen Autobiographie, die 1958 neu herausgegeben wurde (1738-1815). Brief m. U. "Müller". Doppelblatt mit Adresse und Lacksiegel. Folio. Wien 12.XII.1763.
An Bürgermeister und Rat der Stadt Enns. Gemäß dem Schreiben der Adressaten habe er "den Fisch [?] dem Hrn. Baron von Managetta zugestellt, welcher sich hievor bedanken lasset". Ferner über ein "Memoriale". - Mit kleinem alten Aufkleber einer französ. Autographensammlung. - Der Inhalt des Briefes passt so wenig zur Person des Theatermannes Müller, der in diesem Jahr Mitglied des Burgtheaters geworden war, dass Zweifel an der Richtigkeit der Zuschreibung aufkommen können. Es liegt allerdings der zugehörige Ausschnitt aus einem alten französischen Antiquariatskatalog bei, in dem der Brief eindeutig dem "célèbre acteur et auteur dramatique allemand" zugeschrieben wird.
Neumann, Louise
2 Briefe + 5 Schauspielerbriefe als Beigaben. 1848-1918
Los 2752
Schätzung
350€ (US$ 402)
Neumann, Louise, ab 1857 verh. Gräfin Schönfeld, hervorragende Wiener Schauspielerin, Tochter der Schauspielerin Amalie Haizinger, bis zu ihrer Vermählung rund 17 Jahre gefeiertes Mitglied des Burgtheaters (1817-1905). 2 eigh. Briefe m. U. "Louise Neumann". Zus. 5 S. Doppelbl. Gr. 8vo. Wien 16.V.1848 und IX.1854.
Der Brief von 1848 vermutlich an den (nicht genannten) Schauspieler und Schriftsteller Arnold Schloenbach (1817-1866), der sich bei Amalie Haizinger mitten im Revolutionsgetümmel nach dem Schicksal seines beim Burgtheater eingereichten Dramas "Gustav III." erkundigt hatte. Louise antwortet im Auftrag ihrer Mutter, "... daß Herr von Holbein in dessen Hände jetzt das Repertoire des Burgtheaters gelegt ist, Ihr Stück noch einmal durchlesen wird, da so viel er sich erinnert, nur dessen Tendenz ihn bisher abhielt, es anzunehmen. Jetzt wo wir durch keine Censur mehr in der freien Entwiklung der Zeit mehr gehindert werden, bezweifle ich keinen Augenblick, daß Ihr Gustav III. über unsere Bühne schreiten wird. Sollte aber wider Vermuthen dennoch ein Umstand vorwalten, der Ihrem Werke hinderlich wäre, so verlaßen Sie sich auf uns beide; wir werden es gewiß einer unsrer Vorstadt Bühnen dringend empfelen ... Entweder wird Ihnen Hr. von Holbein selbst oder vielleicht meine Mutter in einiger Zeit darüber berichten, denn wenn Ihr Stück zur Aufführung kömmt, so wird es erst nach mehreren Monaten geschehen, weil im gegenwärtigen Augenblicke die Direction überflutet wird mit Produkten inländischer Poeten, welche alle prätendiren - (ob mit oder ohne Talent) den Vorzug vor den Ausländern zu verdienen ...". - Der Brief von 1854 an einen Autor, der Biographisches über sie und ihre Mutter nebst Bildnissen veröffentlichen möchte und sie um Selbst-Auskunft gebeten hatte. Louise teilt mit, "daß ich 2 Litographien, als die gelungensten Portraits von meiner Mutter und mir an Sie abgeschickt habe. Was die biographischen Notizen anbelangt, so finden Sie über meine Mutter (Frau Haizinger) die besten im Humoristen des Jahres 39 oder 40 abgedruckt, welchen nur noch hinzuzufügen wäre, daß sie seit 9 Jahren zum Wiener Burgtheater eintrat, wo sie in dem ältern Fache sich eben so bewährte wie in dem früheren. Notizen über mein Leben geben zu wollen, wäre lächerlich, es ist nach Außen hin so glatt, daß es sicher Niemanden interessiren kann. Das Wenige was sich darüber sagen läßt, wurde einmal in der Wiener illustrirten Zeitung neben einer Litographie abgedruckt ...". - 5 Beilagen: 2 eigh. Briefe des Burgschauspielers Josef Lewinsky (1904 an den Bildhauer Hans Dietrich, 1905 an einen Freund). - 2 eigh. Briefe des Burgschauspielers Hugo Thimig (1892 an einen Theaterdirektor, mit Empfehlung der Schauspielerin Anna Kallina; 1895 an einen Hofrat, der ihm ein Bildnis Ludwig Dessoirs für Thimigs Theatersammlung gestiftet hatte). - 1 kurzer eigh. Brief des Schauspielers Albert Bassermann (Wien 5.IV.1918 an den Schauspieler und Operettensänger Alexander Girardi, in Bassermanns kurioser Orthographie. Seine Frau läßt Girardi danken für Rosen, famose Theaterplätze und Girardis Leistung, wohl in Raimunds "Bauer als Millionär", 2 Wochen vor Girardis Tod). - Insgesamt 7 Briefe höchst prominenter Wiener Künstler zum Thema Theater.
Palucca, Gret, Tänzerin und Tanzpädagogin (1902-1993). Brief m. U. "Deine Palucca". 11/2 S. Quer-gr. 8vo. Mit Umschlag. Dresden 13.III.1972.
An ihre Freundin Eva Waechter in Zürich, der sie, bevor sie "nach Stockholm zum Unterrichten fahre", für deren Brief danken möchte. "... Es ist ... in der letzten Zeit bei mir sehr viel los gewesen, und ich hab mehr denn je zu arbeiten ... Ich habe bis 8. Juli Internationalen Sommerkurs hier, dann fahre ich direkt anschließend bis Ende September nach Vitte/Hiddensee ... Ich hatte ja auch eine Einladung, im Internationalen Sommerkurs in Zürich zu unterrichten, und man wollte versuchen, den Film, der zum Geburtstag über mich herauskam, (Dokumentarfilm) dort zu zeigen. Aber ich mußte leider absagen, weil dieser Kursus mitten in meine Ferien fällt. Das ist sehr schade, denn wie gern wäre ich wieder einmal in der Schweiz gewesen ...".
Pfitzner, Hans, Komponist und Dirigent (1869-1949). Konvolut von 2 masch. Briefen, 1 masch. Postkarte und 1 eigh. Postkarte m. U. "Hans Pfitzner" bzw. "D Hans Pfitzner". Zus. 4 S. Gr. 4to, quer-gr. 8vo und quer-8vo. Berlin, München und Wien 1904-1944.
Die eigenhändige Postkarte (Berlin 1904) ist an Carl Horwitz in Charlottenburg gerichtet. "... Ihr Brief, sowie der Ihres Freundes, ist mir vollkommen unverständlich; ich nehme an, daß Sie das Bedürfnis empfinden, mir die wahren Gründe Ihres plötzlichen Entschlusses mündlich mitzuteilen, nachdem Sie doch schon so weit mit mir in Beziehung getreten sind. Was mich betrifft, so wünschte ich schon deshalb Aufklärung zu erhalten, weil Frau Dir. Mahler so liebenswürdig war, Sie mir zu empfehlen ...". - Wahrscheinlich handelt es sich um den Wiener Adler- und Schönbergschüler Horwitz (1884-1925), der später als Dirigent und Komponist in Erscheinung trat. - Die übrigen Schriftstücke im Weltkrieg jeweils an Hans von Besele, Professor an der Hochschule für Musik in Stuttgart. Der erste Brief mit Umschlag: "... Frl. Domberger kann mir natürlich vorsingen ... Warum schreiben Sie mir nicht, wie Sie sie finden und was für eine Qualität von Sängerin sie ist?" [München 25.II.1941]. - Die masch. Karte: Dankt Besele für einen Brief mit beigefügtem Konzertprogramm: "... Dass die Klavierstücke daraufstehen ist ja sehr schön, aber die tragen die opus-Zahl 47, nicht 45. Ich lege Wert darauf, dieses festzustellen" [München 1.VII.1942]. - Der Brief aus Wien [7.III.1944]: "Ich komme ziemlich spät zur Beantwortung Ihres Briefes vom 29. Dezember 1943. Sie können sich denken, dass die Zeit seit Empfang desselben mit allerlei wichtigen Tätigkeiten ausgefüllt war. Inzwischen hat sich die Frage meiner Unterkunft so weit aufgeklärt, dass ich noch diesen Monat in mein neues, mir zur Verfügung gestelltes Häuschen in Rodaun bei Wien einzuziehen gedenke ... Von dem neuesten, offenbar sehr starken Angriff auf Stuttgart habe ich gehört und bitte Sie, mir doch sobald als möglich mitzuteilen, ob Sie auch darunter haben leiden müssen ... Die Schreckensnachrichten werden einem ja allmählich zur Gewohnheit und man ist zufrieden, wenn man nur die hauptsächlichsten Auskünfte über seine Freunde und Bekannten hat ...". - Der Brief auf gebräuntem Kriegspapier. - Beiliegend eine gedruckte Dankeskarte (auch die Unterschrift gedruckt) an die Gratulanten zu Pfitzners 75. Geburtstag.
Rubini, Giovanni Battista, ital. Opernsänger, einer der berühmtesten Tenöre seiner Zeit (1795-1854). Eigh. Brief m. U. "Gio: Batt: Rubini". In franz. Sprache. 11/2 S. Doppelbl. 8vo. Limanche 5.VI.1842.
An einen Herrn "... Je regrette infiniment que mon départ précipité pour Londres, me prive de l'avantage de vous faire mes adieux, et de vous exprimer de vive voix ma reconnaissance pour vos bonnes dispositions pour moi; si vous me faites l'honneur de m'écrire, comme vous me l'avez dit, vous adresserez voslettres au héâtre, c'est le plus sure moyen, pour qu'elles me parviennent ...". - 1 obere Ecke defekt. - Rubini, der in Italien den Herzogstitel erhielt, "war ein außergewöhnlicher Belcantointerpret und einer der berühmtesten Sänger Europas zwischen 1820 und 1840" (Wikip.).
Schauspielerinnen u. Schauspieler des 19. u. 20. Jhdts
11 Briefe und 3 Postkarten. 1863-1951
Los 2756
Schätzung
200€ (US$ 230)
Schauspielerinnen und Schauspieler des 19. und 20. Jahrhunderts. 14 Autographen. 1863-1951.
Sammlung von 11 Briefen und 3 Postkarten von teilweise großen Stars, die zeitweilig in Berlin oder Sachsen auf der Bühne oder im Film tätig waren. Vorhanden: Ludwig Barnay (2 Briefe 1880, 1903), Gertrud Eysoldt (Postkarte 1951), Anton Hartmann (Postkarte 1906), Wolfgang Liebeneiner (Brief als UFA-Produktionschef an Prof. Hans Knudsen, 1944), Adalbert Matkowsky (Brief 1898; beiliegend eine Porträtfoto-Postkarte, von anderer Hand beschriftet), Bernhard Minetti (Brief 1934 an Prof. Hans Knudsen), Asta Nielsen (Postkarte vor 1945 aus Kopenhagen an Victor de Kowa in Berlin), Hedwig Niemann-Raabe (Brief 1887 an Ludwig Barnay), Marie Niemann-Seebach (Brief 1870), Max Pohl (Brief 1921), Anna Schramm (Briefchen 1899 an einen Arzt), Felix Schweighofer (Brief Dresden 1892), Pauline Ulrich (Brief 1863). - Beiliegend ein Brief von A. Vormeng, Herausgeber und Redakteur der "Deutschen Thalia", wegen Versendung der Nr. 1 der Zeitschrift zur Besprechung (Berlin 19.I.1886).
Schneider, Romy
3 eigenhändige Briefe an einen Filmroduzenten. Mit 3 Setfotos. 1976
Los 2757
Schätzung
2.000€ (US$ 2,299)
"trotz aller schwierigen Seiten, trotz aller Missstimmungen"
Schneider, Romy, österr.-franz. Schauspielerin, eine der ganz großen Persönlichkeiten des europäischen Films (1938-1982). 3 eigh. Briefe m. U. "RS" bzw. "Romy Schneider" und "Ro". Zus. 9 S. Auf 4 blauen Briefkarten und 1 weißen Zettel. Mit 2 Umschlägen. Quer-8vo. (Berlin) 28.IX.1976 bzw. o. D. (1976).
Interessante, teils ausführliche und kritische Briefe an den Filmproduzenten Hans Brockmann, während der Vorbereitungen und Aufnahmen zu dem Film "Gruppenbild mit Dame" nach dem gleichnamigen Roman von Heinrich Böll; mit dem Regisseur Aleksandar ("Sascha") Petrovič und Romy Schneider als "Leni". Romy beklagt sich bei den Vorbereitungen über diverse Mißstände und unzumutbare Bedingungen, lobt aber Teile der besichtigten Spielstätten. "... es war gut und wichtig für mich gestern 'die Ruinen' und den Friedhof bzw. unser 'Glashaus' (sehr schön!) zu sehen. Sascha sprach plötzlich deutsch und das tat auch gut; es wird trotzdem ein ziemliches 'Sprachen-Durcheinander' geben, das ist leider nicht zu ändern. Weder Sascha's noch meine grosse Nervosität! ... Der erste, sehr nette! Assistent sagte mir er hätte ein Tonband (Schubert Sonate) machen lassen - damit kann ich dann 'üben' - Er sagte auch er würde mir andere Trackl [!] Texte schicken - Ich warte dringend darauf sowie auf das letzte Drehbuch!! Was den Klavierlehrer betrifft, sagte man mir dieser könne nur ab 20 h mit mir arbeiten - damit kann ich nicht einverstanden sein; denn 10 Stunden (für mich 12!) Arbeit pro Tag und dann um 8 h Abends noch 'Lieder üben', das ist zu viel & zu spät! Ich kann diese Woche und auch Wochenende jeden Nachmittg. ab 16 h ... wo immer man will das Lied lernen - bzw. üben ... Wenn ich ab 6. zu drehen beginne muss ich eben gleich nach Dreh-Schluss noch Klavierstunden haben ... ich bin recht enttäuscht, dass die Photographin & deren Assistent ... abgelehnt wurden; warum? Die macht wirklich sehr gute Photos und alles andere als konventionell - Leo Weise ist das, was Sie doch eigentl. (Paris Gespräch!!) auch nicht wollten, weil sehr konventionell! ... ich bedaure es sehr - im Sinne des Films! ...". Berichtet dann über den Presse-Rummel und meldet: "... Heute wird nun endgültig Herrn Prinz von 'Bild' abgesagt und allen anderen auch - ausser BZ, das mache ich morgen um 16 h! Dieses Interview geht dann in 6-7 andere Tageszeitg. ... Voilà - Sie sehen, alles (was das letztere betrifft) läuft so, wie wir 3 in Paris es besprochen haben! [28.9IX.1976] ... Wissen Sie, wenn ich einmal erfahren habe, was da so alles hinter meinem Rücken gesprochen wird, dann wird mir erst mal übel & danach habe ich nichts mehr zu sagen! Sollten Sie etwas zu sagen oder zu schreiben haben, dann tun Sie es doch! Ich bin froh wieder gesund zu sein und mache diesen Film trotz aller schwierigen Seiten - trotz aller Missstimmungen - de mon mieux - weiter! C'est tout! Ich bitte Sie mich wissen zu lassen wann ich für 2 Stunden 'Mado' synchronistieren kann ...". - Auf der Rückseite eines Aufnahme-Zeitplans notiert Romy hastig die Bitte: "lieber Hans - die 'Papparazzis' dürfen nicht da sein wo sie eben waren - ich bitte Sie, - Pitt Schröder weiss - ich bitte jetzt alle wegzuschicken! Danke Ro." - Alle Teile gelocht, 2 Bl. auch mit kleinen Büroklammer-Rostspuren. - Beiliegend 3 große Setfotos, schwarz-weiß (unter Glas gerahmt 40,5 x 51 und 39 x 48 cm), von den Aufnahmen zum Film "Gruppenbild mit Dame". - Aufschlußreiche Einblicke in das Produktionsgeschehen des Films, der 1977 zwar überwiegend negative Kritiken erhielt; aber Romy Schneider wurde mit dem Filmband in Gold für die "beste darstellerische Leistung" ausgezeichnet.
Schröder, Sophie
Brief an die Burgtheater-Direktion, wohl an Joh. L. Deinhardstein. 1832.
Los 2758
Schätzung
180€ (US$ 207)
Schröder, Sophie, Schauspielerin und Sängerin, langjähriges Mitglied des Wiener Burgtheaters, eine der berühmtesten Tragödinnen ihrer Zeit (1781-1868). Eigh. Brief m. U. "Sophie Schröder". 3 S. Doppelblatt. 4to. München 15.IX.1832.
An einen "Hochwohlgeborenen", vermutlich den Vizedirektor des Wiener Burgtheaters, Johann Ludwig Deinhardstein (1790-1859), der in diesem Jahr die Nachfolge Joseph Schreyvogels angetreten hatte. Umfangreiches Schreiben, in dem die Schauspielerin ihre Bedingungen für künftige Gastspiele am Burgtheater darlegt. Sie zeigt sich erfreut, dass der Oberstkämmerer [Graf Czernin, der eigentliche Direktor des Hofburgtheaters] ihrem Antrag "nicht abgeneigt" sei. "... Ich wünschte nämlich in jedem der drey nächsten, aufeinanderfolgenden Jahre auf dem k. k. Hofburg-Theater einen durch drey Monate dauernden, jeden Monat wenigstens 10 Rollen enthaltenden Cyclus zu geben, für ein Honorar von 100 fl. Conv. Münze per Rolle, und den jedesmaligen Reisekosten per Extrapost für die Hin und Rückreise ...". Erörtert dann Möglichkeit und Bedingungen erweiterter Gastspiele sowie mögliche Hindernisse durch Krankheit oder andere Ursachen. "... In Hinsicht der Zeit kann ich leider vor der Ankunft Seiner Majestät des Königs [Ludwig I. von Bayern] , welcher in den ersten Tagen des künftigen Monats erwartet wird, nichts näheres bestimmen, doch hoffe ich die Bewilligung eines Urlaubs, entweder für April, May und Juni, oder August, September und October zu erhalten ...". - Der energische Vortrag von Bedingungen und Honorar für Gastspiele auf dem angesehensten Theater des deutschsprachigen Raumes läßt den hohen Rang und "Marktwert" erkennen, den die Künstlerin zu dieser Zeit erreicht hatte.
Sorma, Agnes (eigentl. A. Zaremba), exzellente Berliner Schauspielerin, von Publikum und Kritik gefeiert, Star des Deutschen Theaters, verbreitete ihren Ruhm auf vielen Gastspielreisen (1862-1927). 4 Autographen. 1884-1897.
2 eigh. Briefe, 1 eigh. Postkarte und 1 Porträt-Photographie m. U. „Agnes Sorma“ bzw. „A. Sorma“. Die Briefe und die Postkarte sind an den ihr befreundeten Berliner Hof-Photographen L. Haase gerichtet und handeln von Photos, Terminen und Aktivitäten der Künstlerin. - Das auf der Bildseite signierte Rollenphoto (Brustbild, 1897) aus dem Atelier des Berliner Hofphotographen W. Höffert (Kabinett-Format, 16,5 x 10,8 cm) zeigt Agnes Sorma in einer ihrer berühmtesten Rollen, dem „Rautendelein“ in Gerhart Hauptmanns Märchendrama „Die versunkene Glocke“.
Ackermann, Peter. In Gesellschaft. Titel und 6 sign. und nummer. Orig.-Radierungen. 56 x 44 cm. OLeinen-Mappe (minimale Altersspuen). Berlin (1971).
15. Graphik-Edition des Rembrandt-Verlages. Eines von 85 Exemplaren (Gesamtauflage 110 Ex.). – Bis auf die kleinen Mängel der Mappe sehr schönes, frisches Exemplar. Der "phantastische Realist" Peter Ackermann (1934-2007), der lange Jahre in Karlsruhe und Berlin tätig war, schuf seine Radierungen in altmeisterlicher Technik, und daher wurde seine Bildauffassung auch immer wieder mit der Piranesis und Canalettos verglichen.
Adorf, Mario. "Mädchen vorm Spiegel" und "Crucifixus". 2 originale Zeichnungen in schwarzem Faserstift auf Papier. Beide unten betitelt und signiert "M. Adorf 58". 62 x 44 cm. In Kunststoffleiste unter Glas gerahmt. München 1958.
Zwei ebenso virtuose wie künstlerisch überzeugend sichere Zeichnungen eines mit wenigen Strichen auf das Papier geworfenen Mädchens mit über dem Kopf verschränkten Armen "Mädchen vorm Spiegel" und der Darstellung des Gekreuzigten mit Dornenkrone und Dreinagelung "Crucifixus". Verso sind beide Blätter zugeeinet: "Für Gudrun Glath in alter Freundschaft Mario Adorf (1958-2004)" bzw. "Für Gudrun Glath von einem alten Freund! Mario Adorf (1958-2004). Die Widmungsträgerin war wohl die langjährige Lebensgefährtin des Schlagersängers Rex Gildo, die auch in Kreisen des Mario Adorf (1930-2026) verkehrte. – Kaum gebräunt, sehr gut erhalten.
Aleixandre, Vicente. Inseltage - Inselnächte. Gedichte. 28 Bl.; als Blockbuch gebunden. Mit 13 teils farbigen Original-Holzschnitten von Herbert Gutsch. 4to. Rotes OLeinen mit schwarzem Sandpapier- sowie Kork-Deckelbezug. Berlin, Edition Gutsch Handpresse, 1984.
Spindler 103, 3. – Eines von 100 und vom Künstler im Druckvermerk signierten Exemplaren (Gesamtauflage). Enthält u.a. folgende Gedichte: "Geburt der Liebe, Dargebotene Hand - Volkommenheit der Liebe - An dich, Lebhafte - Sie liebten sich - Der Himmel - Die Luft - Das Meer, ...." – Wohlerhalten.
Almanach auf das Jahr 1920
Herausgegeben von Fritz Gurlitt
Los 3004
Schätzung
300€ (US$ 345)
Almanach auf das Jahr 1920. Herausgegeben von Fritz Gurlitt. 216 S., XXII. Mit zahlreichen Abbildungen und 3 Original-Graphiken von Lovis Corinth und Max Pechstein. 21 x 15,5 cm. Farbig illustrierte OPappband (etwas berieben) mit RTitel. Berlin, Fritz Gurlitt, (1919).
Söhn II, 206-4 bis 206-6. – Eines von 500 Exemplaren (Gesamtauflage: 750) auf Japanvelin. Mit Beiträgen von A. Polgar, Alfred Richard Meyer (Heinrich Lautensack zum Gedächtnis), Heinrich Zille, Munkepunke Dionysos, C. Glaser, M. Osborn, O. Kokoschka. Enthält die Lithographie von L. Corinth 'Weiblicher Studienkopf I' (Schwarz L 357), eine Radierung des Künstlers ('Selbstbildnis' von 1919) und den Pechstein-Holzschnitt 'Kopf eines Insulaners' (Krüger H 212) sowie die Einbandholzschnitte von M. Pechstein (Krüger H 226 a-c, Fechter 158)Mit weiteren Illustrationen und Abbildungen von Hans Thoma, Richard Janthur, Heinrich Nauen, Willy Jaeckel, Richard Seewald, Max Slevogt, Lesser Ury, Rudolf Belling, Heinrich Zille, Renée Sintenis, Willi Geiger, Edvard Munch, Erich Heckel, Oskar Kokoschka u.a. Mit Texten von Alfred Polgar, Alfred Richard Meyer, Heinrich Lautensack, Lovis Corinth, Bethge, Julius Meier-Graefe, Oskar Kokoschka u.a. – Papierbedingt gebräunt und vereinzelt leicht stockfleckig.
Alt, Otmar. Luderbär - Zwölf Offsetlithographien. 12 sign. Farb-Offsetlithographien. 34 x 29 cm. Lose unter Passepartout in illustr. OPappschuber (dieser etwas berieben). Köln, Middelhauve, 1971.
Nach Gouachen zu der Kindergeschichte "Luderbär" von Hans Stempel und Martin Ripkens. – Wohlerhalten.
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