Los 2737

Dawison, Bogumil
(1818-1872)Brief nach seiner Rückkehr aus den USA. 1867

Schätzung
250€ (US$ 287)

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Los 2737 - Dawison, Bogumil - Brief nach seiner Rückkehr aus den USA. 1867 - 0 - thumb

Aus dem Katalog
Autographen
Auktionsdatum 7.10.2026

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Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 6. – 8. Oktober 2026

Lot 2737, Auction  128, Dawison, Bogumil, Brief nach seiner Rückkehr aus den USA. 1867

Dawison, Bogumil, Schauspieler polnisch-jüdischer Herkunft, bedeutender Charakterdarsteller, wirkte 10 Jahre als Rivale Emil Devrients am Dresdener Hoftheater und verbreitete seinen Ruhm auf zahlreichen Gastspielreisen in Europa und den USA (1818-1872). Eigh. Brief m. U. „B Dawison“. 2 2/3 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. Zschachwitz bei Dresden 16.IX.1867.

Nach der Rückkehr von seiner aufreibenden Amerika-Tournee, die seiner Laufbahn durch physische, psychische und geistige Erkrankung ein Ende bereitete. An einen „liebsten Freund“, wohl einen Zeitungsredakteur. „... Ueber mein Befinden und meine Absichten coursiren in der Welt so viele falsche Gerüchte, daß ich es an der Zeit finde, Sie zu ersuchen, durch eine Notiz aus verläßlichster Quelle die Meinungen gelegentlich berichtigen zu wollen.. - Ich war recht krank, nervenkrank, aber jetzt gottlob bin ich fast ganz genesen. Die Cur in Gastein war ich genöthigt abzubrechen; sie verschlimmerte meine Aufregung und drohte mit ernster Gefahr. ‚Zehn Jahre zu früh unternommen’ - meinte der Geh. Medizinalrath Dr. Walther in Dresden. Ich kehrte nach meinem lieben Zchachwitz zurück und hier ist es die Ruhe des ländlichen Aufenthaltes, die Diät, das Fernhalten jeder Aufregung und geistigen Anstrengung, was mich heilt und auf’s neue dem Leben wiedergibt ...“. Der Arzt meinte, er könne in 4 Wochen wieder auftreten, doch er selbst glaube eher an 4 Monate. „... ich will gründlich ausgeruht sein, bevor ich wieder die Bühne betrete. Schwer wird mirs freilich, den Verlockungen zu widerstehen, doch werde ich fest bleiben. Noch nie fast haben sich die Anträge der großen Bühnen so angehäuft, wie gerade in diesem Jahre. Als die hervorragendsten nenne ich Ihnen St. Petersburg, das Carltheater in Wien (ein Saison Engagement von 7 [nicht 9] Monaten mit einer Gage von 45.000 fl.), Prag, Pesth, Berlin (Wallner), Leipzig, hannoversches Hoftheater (festes Honorar pr. Abnd 250 rh), und obenan Dresden mit einem freundlichen Antrag des Grafen Platen ...“. - Dawisons Zuversicht erfüllte sich nicht: Mit seinem Auftreten als König Lear am 21. Mai 1867 am New Yorker Stadttheater hatte seine Bühnenlaufbahn ihr vorzeitiges Ende gefunden. Große Zeitgenossen wie z. B. Gustav Freytag würdigten ausführlich Dawisons Kunst; 1978 veröffentlichte Peter Kollek die letzte größere Monographie über ihn. - Am 2. Blatt ein kleiner Randausschnitt, ferner das untere Drittel dieses Blattes abgetrennt, vielleicht wegen eines Postskriptums. - Beiliegend ein kurzer Brief des Schauspielers Emil Devrient (1805-1872), des großen Rivalen Dawisons am Dresdener Hoftheater (Dresden 28.II.1870; auf ein Untersatzblatt montiert).


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