Camphausen, Wilhelm
2 Briefe und 1 Visitenkarte, an Gustav zu Putlitz und Rud. Lepke. 1855-1864
Los 2498
Schätzung
250€ (US$ 287)
Camphausen, Wilhelm, Maler der Düsseldorfer Schule, Spezialist für Reiter- und Schlachtenbilder (1818-1885). 2 eigh. Briefe m. U. "W. Camphausen". Zus. 41/2 S. Gr. 8vo. Düsseldorf 10.I.1855 bzw. 25.IV.1864.
Der erste Brief an den Lustspielautor und späteren Hoftheater-Intendanten Gustav zu Putlitz auf Retzien (Prignitz), den Camphausen mit "mein lieber Gustav" anredet und um einen Gefallen bittet. "... Es existirt hier bei unserm Fürsten ein kleines Liebhabertheater mit recht hübschen Kräften, auf dem öfter gespielt wird. Die Auswahl kleiner hübscher Novitäten ist aber oft sehr schwer, und da habe ich dann schon öfter von Deinem 'Weg zur Liebe' und besonders von 'la Carolina' gesprochen und diese beiden als ganz besonders passend für unsre Gesellschaft empfohlen, zugleich auch derselben versprochen, Dich darum zu bitten, auch, was Du sonst etwa noch von Deinen nicht veröffentlichten Lustspielen beifügen kannst, uns recht bald mit einer kleinen Sendung zu erfreuen. In 14 Tagen spiele ich den Reinhold in Deinen 'Badekuren' ... Vorige Woche habe ich den Chevalier d'Harcourt in 'Der Weg durchs Fenster' gespielt; die beiden Damen waren darin vortrefflich ...". - Der zweite Brief an den Berliner Kunsthändler Rudolph Lepke. "... Gestern Abend bin ich von dem Kriegsschauplatz Düppel nach 14tägigem Aufenthalt dort zurückgekehrt, wohin ich auf Veranlassung des Kronprinzen hingereist war. Unvergessliche Tage voll reicher Erinnerungen liegen hinter mir, der ich vor, während, und nach dem Sturm als Augenzeuge zugegen war. Unsre Prinzen und zuletzt der König waren von der größten Liebenswürdigkeit und noch am letzten Abend hatte ich die Ehre, Sr Majestät meine dort gesammelten Studien zu zeigen ... ". Dankt für Lepkes Honorar für sein "Bildchen" und fährt fort: "Ich werde nun wohl in nächster Zeit meine reichen Erlebnisse künstlerisch auszubeuten haben, wenigstens ist von großen wie kleinen Motiven zu Darstellungen die reichste Auswahl ... Täusche ich mich nach den Äußerungen des Königs nicht, so habe ich von dieser Stelle zunächst Aufträge zu erwarten ...". - Beiliegend eine eigh. Visitenkarte Camphausens mit plattdeutschen Neujahrsgrüßen (24.I.1885).
Cornelius, Peter von, Maler der Spätromantik, Hauptvertreter des Nazarener-Stils, in Düsseldorf und München Akademie-Direktor, schuf berühmte Fresken in München und Berlin (1783-1867). Quittung m. U. "P. v. Cornelius". 1/2 S. Folio. München 13.II.1830.
"Quittung. - Daß ich durch die Königl. Bayer. Central-Stiftungs-Kasse von meinem Jahrgehalt von 3600 fl. den Betrag für das Monath Febr. d. i. dreihundert fl. erhalten habe bescheine ich hiemit. P. v. Cornelius". - In diesem Jahr vollendete Cornelius die Fresken "Die Götter Griechenlands" in der Münchener Glyptothek. - Beiliegend 3 gestochene Porträts des Künstlers.
Dillis, Johann Georg von
Brief an Frauenholz wegen des Malers Reinhardt in Rom. 1803
Los 2500
Schätzung
200€ (US$ 230)
Bayerische Malerpinsel nach Rom
Dillis, Georg von, bayerischer Landschaftsmaler, Professor an der Münchener Akademie und kurfürstlicher Galerie-Inspektor (1759-1841). Eigh. Brief m. U. "G. Dillis, Gallerie Inspector". 2/3 S. Doppelbl. 4to. München 11.IV.(1803).
"Freund Frauenholz wird auf das freundschaftlichste ersucht beyliegende Pinsel für 2. f. 48 an den Landschaftsmaler Reinhardt in Rom zu übersenden und den Betrag nach Gelegenheit mir zu übersenden. Da den Herrn Reinhardt sehr danach verlangt, so wird eine baldige Besorgung bestens empfohlen und angesucht ...". - Der bedeutende Maler Johann Christian Reinhart (1761-1847) lebte seit 1789 in Rom. - Beiliegend ein Porträt Dillis', gestochen von J. G. Raber nach dem Gemälde von Kellerhofen. Format des qualitätvollen, leider mit einer Querfalte versehenen Blattes: 27 x 22,2 cm.
Doré, Gustave
Brief an einen Herrn über ein künstlerisches Motiv. 1865
Los 2501
Schätzung
150€ (US$ 172)
Doré, Gustave, franz. Maler, Zeichner und Bildhauer (1832-1883). Eigh Brief m. U. "G Doré". 1/2 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. O. O. (wohl um 1865).
An einen Herrn, der ihm wohl ein Gedicht als Sujet für ein Bild gesandt hat. "... J'ai reçu le poème de la Mer que je trouve en effect très beau et très séduisant pour le dessin. Je vais ne pas perdre un instant pour vous satisfaire à cet égard. Demain vous recevez un ou deux dessins ...". - Beiliegend ein Stahlstich mit dem Bildnis Dorés (Dreiviertelfigur).
Eberle, Adam, Münchener Maler und Lithograph, hoch begabter Mitarbeiter von Peter Cornelius bei der Neugestaltung der Glyptothek, des Odeonssaales und der Ausmalung der Alten Pinakothek, starb im Alter von 28 Jahren in Rom, vielleicht durch Selbstmord (1804-1832). Eigh. Brief m. U. "Eberle". 21/2 S., eng beschrieben. Doppelblatt. Gr. 4to. München 22.VIII.1829.
Umfangreicher Brief an seinen Freund Schäffer, vermutlich der Zeichner, Stecher und Lithograph Eugen Eduard Schäffer in Frankfurt am Main (1802-1871), der wie Eberle Schüler von Cornelius war. Über gemeinsame Arbeiten und über die sich rapide mehrende Abreise der Künstler nach Italien. "... Sey nicht böse, daß ich Dich so lange habe warten lassen, ich war grade mit dem Schluß meines Bildes beschäftigt worauf die Plafong Maler warteten um die Deke ausmalen zu können, gestern als ich mit der Antwort auf Deinen ersten Brief durch Cornelius beschäftigt war, erhielt ich erst den zweiten durch Herrn Schlotthauer ... Als Antwort auf Deinen ersten Brief hab ich Dir daher von Cornelius zu sagen, daß Du beyliegende Zeichnung nur so lassen sollst ... dann sollst Du die Kasetten nur mit einem leichten Ton überdeken, ohne etwas hinein zu machen. Den Amor auf den Pferden hab ich Dir Deinem Wunsche gemäß gezeichnet. Derselbe aber ist wohl das wenigst gelungenste in der ganzen Composition, was Du Dich vielleicht entsinnen wirst, deswegen mußt Du mit meinem weit schlechtern vorlieb nehmen, ich mogte denselben nicht in Deine Zeichnung hinein zeichnen weil ich leicht damit das Ganze hätte stören können und Du am Ende den Deinen noch brauchbarer finden wirst als den meinen. - Was die Ausstellung Deiner Abdrüke anbetrifft, so hat mich Cornelius damit an den Kellerhofen gewiesen mit dem Bemerken, daß es derselbe so einrichte wie Du es wünschtest ... Hiebey erhältst Du auch die verlangten Gelder, wenn Du mehr erwartetest, so rechne dieß auf die bereitstehende Abreise der Frau v. Cornelius, die deshalb vielleicht mit ihren Ausgaben etwas eingeschränkter zu Werke geht, sollte dasselbe aber dennoch vor Deiner Abreise zu Ende gehen, was wohl sehr natürlich sein wird, so schreibe mir nur, so will ich es Dir schon bey Cornelius einkassiren ... den 25ten dM wird der Grundstein zur neuen Ludwigskirche gelegt, die Cornelius malen wird, woran die ganze Geistlichkeit Antheil nehmen wird, diese Idee (nämlich den Bau der Kirche) hat zwischen Sr Maj: und dem hiesigen Magistrat einen gewaltigen Bruch veranlaßt, der schwer auszumerzen sein wird. - Ernst Förster und dessen Bruder Friedrich Förster, hof-demagogischer Poet aus Berlin haben gestern unsere Stadt verlassen, um sich nach Italien zu begeben. Doch vielleicht haben sie Dir schon einen Besuch abgestattet. - Stürmer geht in 14 Tagen 3 Wochen auch dahin, auch ist gestern ein gewisser Hübner nebst Frau, einer der ersten Schüler Schadow's hier um dahin abzugehen, ebenso wird Papa Schilgen den nächsten Monat hindurch dahin reisen und wenn Du Dich des Küsters aus Düsseldorf noch erinnerst, der auf einem Stoke ging, derselbe wird auch den nächsten Monat hier eintreffen, um dahin abzugehn ...". - Eberle erwähnt mit keinem Wort, dass bereits im nächsten Monat auch er die Italienreise antreten werde, gemeinsam mit Cornelius' Ehefrau und deren Tochter. - Sehr selten.
Füssli, Johann Heinrich
Brief-Fragment an Friderike Brun. Wohl um 1790
Los 2503
Schätzung
600€ (US$ 690)
Füssli, Johann Heinrich, Schweizer Maler (1741-1825). Eigh. Brief (Fragment) m. U. "Auf immer der Ihrige Füßli". 1 S. Quer-gr. 8vo. O. O. (wohl um 1790).
An Friderike Brun, geb. Münter, in Rom (gestrichen und verbessert: Lübeck). Die untere Hälfte eines Briefes, der wohl ursprünglich Großquart-Maße besaß. "... Sein königliches Werk über die Kunst gewährt mir großen Genuß. - Der jetzige Vogel stellte auf dem diesjährigen Salon in Zürich und Bern ein Paar gemüthliche Bilder aus, die ihm in Bern einen Preis verschafften. So eben geht noch ein andrer wackerer jetziger Landschafter von hier ... nach Rom ab, den ich, wenn er Sie noch trift, Ihnen ebenfalls empfehle. - Gestern verließ uns die geistreiche Frau Kulenkamp, geb. Platzmann, die mir recht gute Nachricht von Ihrer in Lübeck vermählten treflichen Tochter gab ...". - Am unteren Rand Tinten- und Bleistift-Notizen über Füssli. - Aus der Sammlung Künzel.
Füssli, Johann Rudolf
Brief an einen Lexikographen. Zürich 1779
Los 2504
Schätzung
300€ (US$ 345)
Füssli, Johann Rudolf (gen. der Jüngere), Züricher Maler, Kunsthistoriker und Lexikograph (1709-1793). Eigh. Brief m. U. "J. R. Füßli". 2 S., eng beschrieben. 4to. Zürich 18.V.1779.
An einen Kunsthistoriker und Lexikographen. "... Allein die Einsicht in dero angefangenes Werk, setzet mich in Absicht auf dero Verlangen, von den Kupfer Werken unsrer Schweitzer-Künstler einige Nachricht zu erhalten, in ziemliche Verlegenheit, denn außert den allgemein-bekanten Werken eines Thourneisers, eines J. Frey und zum Theile der alten Meyer, bestehet das Übrige (wie beyligender Auszug aus meinen, schon bey mehr als 40 Jahren gesammelten Verzeichnißen ausweiset), meistens blos in Bildnißen und Landschafften, die aber beyde in den Kupferstiche-Verzeichniße keine ansehnliche Stelle einnehmen. Von beträchtlichen historischen Gemählden, folglich auch Kupferstichen aber, weißt man beynahe in der gantzen Schweitz so viel als nichts. - Da ich in E. H. E. Verzeichniße der Kupferstiche, besonders der älteren Künstler gegen die Meinige gehalten, mußte ich erstaunen, da ich in den letztern so großen Lüken bemerkte, da ich mich doch der meisten Quellen, die Sie in ihrer Vorrede angeführt, fleißig bedient habe ... Hätte es doch E. H. E. ehender beliebt, dieses, allen Liebhabern der Künste, so angenehme als brauchbare Werk durch den Druk bekant zu machen, so hätte mein Lexicon hierdurch unendlich viel vollständiger werden können, als es jetzo ist ...". Sieht für sich als 70jährigen nicht die Chance einer Neuauflage seines Lexikons, bietet aber Unterstützung für das Lexikon des Adressaten an und übersendet eine Liste (hier nicht beiliegend) der ihm bekannt gewordenen Schweizer Künstler-Bildnisse. - Füsslis "Allgemeines Künstler-Lexicon" war schon 1763 erschienen; aber 1779, ohne dass dies im Brief erwähnt wird, gab Füsslis Sohn Hans Heinrich das Lexikon neu heraus, und sorgte dann von 1806 bis 1821 für mehrere Supplementbände.
Graeb, Paul
Brief bei Übersendung des Holzstocks seiner Zeichnungen zum Berliner Rathaus. 1870
Los 2505
Schätzung
120€ (US$ 138)
Graeb, Paul, Berliner Architekturmaler und Zeichner, wichtiger Darsteller prominenter Innenräume (1842-1892). Eigh. Brief m. U. "Paul Graeb jr.". 1 S. Mit Monogramm "PG" im Briefkopf. Berlin 6.VII.1870.
An einen Herrn, vermutlich Redakteur oder Verleger. "Ew. Hochwohlgeboren übersende ich hiermit ergebenst den Holzstock mit den Zeichnungen der Interieurs des Berliner Rathhauses. Mit der Bitte, die Verzögerung, welche die Ausführung durch die Ihnen bereits durch Herrn Scheerenberg mitgetheilten Hindernisse erlitten, gütigst entschuldigen zu wollen, und mit der Hoffnung, daß die Zeichnung Ihren Wünschen entsprechen möge ...". - Am Rand mit Bleistift kritische Bemerkungen des Empfängers: "Die Einfassung nimmt leider immer noch so viel Raum ein, daß die Großartigkeit der einzelnen Säle durchaus nicht zur Geltung kommt. Unterschriften müssen jedenfalls unmittelbar unter die Bilder kommen. Was aber soll in den Raum, in den Sie die Unterschriften eingezeichnet haben? Bitten um Honorarangabe."
Hitz, Dora
Briefkarte mit Umschlag an Alma Lessing. 1994.
Los 2506
Schätzung
450€ (US$ 517)
Hitz, Dora, Malerin (1856-1924). Eigh. Brief-Karte m. U. "Dora Hitz". 2 S. Mit dem eigh. Umschlag. 8vo. (Berlin) 26.XI.1894.
An die Galeristin Alma Lessing, geb. Marschall v. Bieberstein, wegen einer Ausstellung. "... Dem Spediteur ... ist, nach Ihrer gütigen Erlaubniss, der Auftrag ertheilt die Bilder morgen Dienstag zwischen 2 u. 3 Uhr zu Ihnen in Ihr Atelier zu bringen ... Darf ich noch die Bitte beifügen, das Fliederbild mit Glas u. Rahmen aufnehmen zu wollen. Ich möchte den Rahmen gerne mit haben da er decorativ sehr gut zu dem Bilde steht u. auch nicht gerne das Bild aus dem Rahmen nehmen, da es nicht mehr mir gehört u. bei Pastell die Gefahr immer wie ein Damokles Schwert an einem Haare hängt ...". - Mit einer Querfalte. - Die Qualität der Bilder von Dora Hitz wird erst seit einigen Jahren auf den Auktionen mit sehr hohen Preisen gewürdigt.
Maler, Malerinnen und Graphiker des 19. Jahrhunderts. Ca. 105 Autographen. - Jeweils lose in einem Papier-Umschlag, der mit Namen und Lebensdaten versehen ist. Eingelegt in eine als Buch gestaltete Halbleder-Kassette um 1890 (Rücken und Kanten teils stärker beschabt) im Format 29 x 25 x 8 cm mit Rücken- und Deckel-Vergoldung sowie Rückenschildern "Autographen-Sammlung" und "Herm. Kiewy".
Meist eigenhändige Briefe oder Postkarten, viele an den Berliner Kunsthändler Rudolph Lepke gerichtet. Wo keine Zahl hinter dem Namen steht, handelt es sich jeweils um 1 Autograph. - Vorhanden: Christian Wilhelm Allers, Sir Lawrence Alma Tadema (2), Friedrich Ritter von Amerling, Wilhelm Amberg, Heinrich von Angeli, Carl Arnold, Robert Assmus, Hermann Baisch, Fritz Bamberger, Hans von Bartels, Karl Bauer, Carl Becker, Johanna Beckmann, Ludwig Beckmann (2), Ferdinand Bellermann, Hans Eduard von Berlepsch-Valendas, Robert Beyschlag, Edouard de Bièfre (2), Carl R. von Blaas, Eugen Blaas, Julius von Blaas, Gottlieb Bodmer, Hans Bohrdt, Louis Braun, Gustave Brion, Julie von Buddenbrock, Alexander Cabanel, H. Caran d'Ache, Cham (Amédée de Noé), Charles Chaplin (franz Maler u. Kupferstecher), Lorenz Clasen, Benjamin Constant, Abraham Cooper, Hermann Corrodi, Constantin J. F. Cretius, Hans Dahl, Siegwald Dahl, Karl Ernst Daumerlang, Adrien Dauzat, Carl Friedrich Deiker, Heinrich Deiters, Ludwig Des Coudres, Ludwig Dettmann, Anton Dieffenbach, Louis Douzette, Louis Dubois (mit Federzeichnung), Eugène Gustav Düker, Jacob Joseph Eeckhout, Hermann Effenberger, F. H. Ehmcke, Julius Ehrentraut, Johann Ender, Otto H. Engel, Otto Erdmann, Ludwig K. W. Fahrenkrog, Hanns Fechner, Gustav Feckert, Otto Fikentscher, Walther Firle, Arthur Fitger, Albert Flamm (2), Max Flashar, Joseph Flüggen, Friedrich Friedländer, Bernhard Fries, Richard Fries, Louis Gallait, Friedrich Gauermann, Franz Gaul, Gustav Gaul, Eduard von Gebhardt (2), Otto Gebler, Ismael Gentz (2), Wilhelm Gentz (2), Eduard Geselschap, Hermann Götz, Gustav Graef, Otto Greiner, Theodor Grosse, Philipp Grotjohann, Otto Günther, Theodor Hagen, Louis von Hagn (2), Hugo Friedrich Hartmann, Fritz Hegenbart, Franz E. Hein, Hermann Hendrich, Albert Hendschel (2, mit Zeichnung), Bruno Héroux, Hans Herrmann, Karl Hertel, Friedrich Hiddemann, Ernst Hildebrand, Theodor Hildebrandt, Karl Hilgers. - Diverse Beilagen, darunter Porträts.
Billroth, Theodor
Brief an einen Kollegen über ein Ehrengeschenk an einen Musiker. 1875
Los 2508
Schätzung
180€ (US$ 207)
Billroth, Theodor, Wiener Chirurg, musikhistorisch durch seine Freundschaft mit Johannes Brahms bekannt (1829-1894). Eigh. Brief m. U. "Th. Billroth". 2/3 S. Gr. 8vo. Wien 18.3.1875.
An einen Kollegen. "... Von dem Damen-Comité, welche sich dieser Angelegenheit thätig annimmt, ist mir der Auftrag ertheilt, Sie zu ersuchen, dem Herrn Baron v. Sina Kenntniss von diesem Ehrengeschenk zu geben, der auch als Abonnent in der Liste der philharmonischen Concerte aufgeführt ist. Vielleicht trägt er auch etwas bei ...". - Beiliegend ein gedrucktes Porträtfoto aus der "Galerie hervorragender Ärzte und Naturforscher".
Dietrichstein, Moriz Fürst von
Brief nach Dresden über Autographen-Tausch. 1832
Los 2509
Schätzung
450€ (US$ 517)
"meine Autographen-Sammlung ist allerdings bedeutend"
Dietrichstein, Moriz Fürst von, österr. Offizier und Komponist, großer Freund von Literatur, Musik und Theater, Förderer Beethovens, Leiter der Hofmusik, der Hoftheater und der Hofbibliothek in Wien, für die er kostbare Musikautographen beschaffte; später ebenso verdienstvoll als Direktor des Münz- und Antikenkabinetts (1775-1864). Eigh. Brief m. U. "M Dietrichstein". 2 S., eng beschrieben. Doppelblatt mit Goldschnitt. 4to. Wien 24.V.1832.
An einen Bibliothekar in Dresden. Wertvoller Brief über bibliothekarischen Austausch zwischen Wien und Dresden, auch Autographen betreffend, besonders durch Kontakte zu Karl August Böttiger (1760-1835) und Dresdens Bibliotheksdirektor Friedrich Adolf Ebert (1791-1834). Zunächst über den erfolgreichen Besuch eines Herrn Weigel (vermutlich des Dresdener Buchhändlers Adolf Weigel) in Wien und dessen Hofbibliothek. "... Obschon ich Herrn Weigel nur selten sehen konnte, weiß ich doch, daß ihm von Seite des kaiserl. Institutes, dem ich vorzustehen die Ehre habe, jene Bereitwilligkeit und warme Anerkennung zu Theil wurde, die jeder Gelehrte genießt, welcher die Bibliotheca Palatina durch seinen Besuch erfreut, und die Herr Weigel ganz besonders in Anspruch zu nehmen berechtiget ist. - Euer Wohlgeboren erinnern mich an einen Gegenstand, den ich nicht vergessen habe, da er Ihnen, gleich mir, ein lebhaftes Interesse einflößt und bereits von Ihnen mit so großem Erfolge behandelt wurde. Meine Autographen-Sammlung ist allerdings bedeutend, sie zählt aber noch äußerst wenige Doubletten. Seyn Sie jedoch versichert, daß ich Ihre Wünsche eifrig berücksichtigen werde. Leider konnte ich aus gleichem Grunde eine alte Schuld an Herrn Hofrath von Böttiger noch nicht abtragen und erscheine nun, obgleich schuldlos, als undankbar gegen einen von mir so hochverehrten Mann! - In dieser beengten Lage muß ich es mir versagen, Ihnen meine Desiderata mitzutheilen, die Sie so zuvorkommend von mir begehren, und es dem Zeitpunkte vorbehalten, wo meine erste Sendung von Autographen meine Zusage bekräftigen wird. - Unauslöschliche Erinnerungen fesseln mich an Dresden! - Darum die angelegentliche Bitte: mich den verehrungswerthen Gelehrten zu nennen, deren Wohlwollen mich beglückte. - Von Hrn. Hofrath von Ebert's Gefälligkeit erwarte ich noch stets höchst belehrende Mittheilungen. Möchte doch sein Handbuch für Bibliothekare, 2 Bände, im nächsten Meßkataloge unter den schon erschienenen Werken enthalten seyn! Sein bibliographisches Lexikon ist der trefflichste Leitfaden, große Bibliotheken zu bereichern ... Meine und meiner wackern Gehülfen Thätigkeit, und mein ausgebreiteter Briefwechsel werden diesen wichtigen Gegenstand mächtig fördern. - Empfehlen Sie mich gütigst den Herren Hofräthen von Böttiger und von Tieck und H. Director v. Frenzel ...". - Seit 1826 Direktor der kaiserlichen Hofbibliothek in Wien, hatte Dietrichstein 1829 der Bibliothek Haydns Hymne "Gott erhalte Franz den Kaiser" geschenkt; 1838 erwarb er die Partitur von Mozarts "Requiem". - 2 Fleckchen am Rand.
Hensel, Wilhelm
An einen Freund über den musikalischen Nachlass Fanny Hensels. 1847
Los 2510
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
"Fanny's Lieblingsfest"
Hensel, Fanny. - Wilhelm Hensel, Berliner Maler, Porträtist, Hofmaler, Ehemann der hervorragenden Pianistin und Komponistin Fanny, geb. Mendelssohn, Felix Mendelssohns Schwester (1794-1861). 3 S, Doppelblatt. Gr. 8vo. (Berlin) 15.XII.1847.
An einen Freund, dem er, rund ein halbes Jahr nach Fannys Tod, für dessen Bemühungen um die Veröffentlichung von Fannys Kompositionen bei Breitkopf & Härtel dankt, vor allem "für den antheilvollen Eifer, noch einige Hefte von den nachgelassenen Werken meiner Frau vor Weihnacht zur Erscheinung zu bringen. Es liegt eine große Genugthuung für mich darin, an diesem mir so werth gewordenen Feste, das Fanny's Lieblingsfest war, viele an sie erinnert zu wissen. - Was die Titel betrifft, so schließe ich mich den Vorschlägen an, nur wünsche ich, daß bei den 6 Liedern ohne Worte das ohne Worte wegbliebe, und so wie sie es selbst gehalten, blos: '6 Lieder für das Pianoforte' stände. Für die Liederhefte, ganz nach Vorschlag: '6 Lieder für eine Singstimme, mit Begleitung des Pianoforte. Unten bei allen, wie bei Felix, op: - No - der nachgelassenenWerke.' - Es würde mit op: 8, No 1. der nachgelassenen Werke zu beginnen seyn - 7 Hefte von ihr sind beim Leben erschienen. - Was die Ausstattung betrifft, möchte ich daß dieselbe ganz einfach, aber recht gediegen ist, ihrem Wesen gemäß. Keine Züge und Schnörkel, soll eine Verzierung des Titels seyn, nur eine ernste, bescheidene. Die Steinschrift massenhaft und markig. - In all dem kann ich ja dieser Firma vollkommen vertrauen, wo Geschmack, Anstand, und Antheil verbunden sind ... Gern hätte ich natürlich eine Anzahl von Exemplaren der erscheinenden Hefte so lang als möglich vor Weihnachten, mich aber auch bescheidend, wenn sonst die Gediegenheit litte. Das betreffende Arrangement überlasse ich ganz ...". - Ferner über eines seiner Gemälde. - Schöner Brief, der zeigt, mit welch rührender Liebe der Witwer die künstlerischen Intentionen der Verstorbenen genau zu verwirklichen und ihrer Persönlichkeit damit ein würdiges Denkmal zu setzen bemüht ist.
Soden, Julius Reichsgraf von
Brief aus Bamberg an den Musikverlag Hoffmeister. 1802
Los 2511
Schätzung
300€ (US$ 345)
Hoffmann-Umkreis. - Soden, Julius Reichsgraf von, Theaterleiter in Bamberg mit E.T.A. Hoffmann, extrem fruchtbarer Bühnenautor, ferner Nationalökonom Philosoph, Theologe, Diplomat und Geheimer Rat (1754-1831). Brief m. U. "Julius Graf Soden". 2/3 S. Mit Adresse und Siegelrest. 4to. Bamberg 11.IX.1802.
Als Leiter des kurz zuvor von ihm gegründeten Bamberger Theaters an den Leipziger Musikverlag Hoffmeister und Kühnel zwecks Aufbau eines Opernrepertoires in Bamberg. "... 1.) haben Sie die Güte das Verzeichniß aller der Opern Partituren die Sie besizen oder verschaffen können, mir zu senden, und zugleich die Preiße beyzufügen. - 2.) den Betrag derjenigen, die bestellt werden, weiße ich Ihnen dann bey meinem Banquier Hrn. E. H. Löhr und Sohn alldort an, und können Sie darüber ganz ruhig seyn. - Da jezt erst die Oper zu Stande gekommen ist, so ist dieß auch Ursache, warum Ihr Schreiben erst jezt zur Beantwortung kam ...". - sieben Jahre später berief Graf Soden den Juristen, Schriftsteller und Komponisten E. T. A. Hoffmann als Mitdirektor an das Bamberger Theater. - Rand-Ausriss vom Öffnen der Versiegelung.
Schreyvogel, Josef, Dramaturg und künstlerischer Leiter des Wiener Burgtheaters, Dramatiker, Übersetzer und Publizist, eine der bedeutendsten Persönlichkeiten unter den Theaterleitern des 19. Jhdts, begründete den europäischen Ruhm des Burgtheaters (1768-1832). . Brief (Billet) m. U. "Schreyvogel". 1 S. Kl. 4to. (Wien) 29.II.1832.
An einen Dramatiker, dem er ein abgelehntes Bühnenstück zurücksendet. "... Da das Schauspiel: Wilhelm v. Schäufenburg zur Darstellung auf dem Hofburgtheater nicht geeignet befunden worden, so folgt dasselbe, mit dem Danke der Direction für die gefällige Mittheilung, im Anschlusse zurück ...". - Ein Ausriss mit Siegelrest alt repariert.
Schubert-Umkreis. - Schober, Franz von, österr. Dichter, Librettist, Lithograph, Schauspieler sowie Legationsrat in Weimar, in Wien mit Franz Schubert befreundet, der viele seiner Gedichte vertonte (1798-1882). Eigh. Brief m. U. "F v Schober". 1 S. 8vo. O. O. 16.IV. (nach 1857).
An einen Professor. "... Soeben erhalte ich die leider durch Krankheit desselben verspätete Antwort Kalckreuths. Wenn Sie Ihren Geschäften ein halbes Stündchen abmüßigen können, so bitte ich Sie mich mit Ihrem freundlichen Besuche zu beehren, damit wir über die Sache sprechen können. Kalckreuth hat den größten Wunsch Ihr Bild in Weimar auszustellen ...". - Der Maler Stanislaus Graf von Kalckreuth (1820-1894) war Mitbegründer und ab 1858 erster Direktor der Großherzogl. Kunstschule in Weimar.
Kiewy, Hermann
"Katalog meiner Auographen-Sammlung" und Handbibliothek
Los 2514
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Kiewy, Hermann. "Katalog meiner Autographen-Sammlung", eigenhändiges hs. Verzeichnis und: Autographen-Literatur. Handbibliothek des Sammlers Hermann (Hirsch) Kiewy. 22 Werke in 22 Bänden. Meist Einbände der Zeit (teils etwas beschabt, angestaubt, bestoßen und berieben). Verschiedene Drucker 1835-1930.
Die Handbibliothek des Autographensammlers Hermann Kiewy (1858-1924), die nach ihren Irrfahrten über Hamburg, Lauenstein im Erzgebirge und Eriwan in Armenien endlich den Erben des Sammlers restituiert werden konnte. Dabei ist das einzige auf uns gekommene Inventarverzeichnes Hermann Kiewys "Katalog meiner Autographen-Sammlung", ein unscheinbares liniiertes Oktavheft in der sauberen Handschrift des Sammlers: 71 Bl. mit 142 hs. doppelt num. Bl. 19 x 12 cm.
Von "Abegg, Jul. Friedr. Heinr." bis "Jacobsen, Paul Heinrich" enthält das Heft fast 1600 Einträge der Buchstaben A-J mit Verzeichnis der Autoren, deren Nach- und Vornamen, Geburtsdatum, Geburtsort sowie Sterbeort und Datum, soweit Kiewy das eruieren konnte. Es folgt die Berufsbezeichnung "Philolog", "Naturphilos.", "Schrifst.", "Dichter", Schausp.", "Maler", "Musiker", "Dramatiker", "Chemiker", "Arzt", "Komponist", "Astronom", "Jurist", "Cellist", ein sehr interessantes Dokument, das zeigt, wie enzyklopädisch der Sammler vorging. Die in die Sammlung aufgenommenen Autographen wurden von Kiewy dann nur ganz knapp benannt, etwa mit "L.a.s", "L.s.", "Notiz a.s.", "Visitk. a.s.", "Doc. a.s.", "Albumbll. a.s.", "Postk. a.s." etc., wohinter er den Umfang angibt "2 S." oder "5 Z.". Diese Angaben lassen leider keinerlei Identifikationen mit den vorhandenen, geschweige denn mit den fehlenden Stücken der Sammlung zu.
1. Carl Emmül. Handschriften im Original von 100 Personen eigenhändig niederschrieben. 1835. - 2. The Autograph Portfolio. A Collection of Fac-simile Letters from eminent persons. 1837. - 3. Felix Bogaerts. Recueil d'autographes fac-similés. 1846. - 4. Karl Schramm. Album von Autographen hervorragender Personen. 1. Lieferung. 1864. - 5. The Autographic Mirror. (Vol. 4). 1866. - 6. Album di Autografi. Fac-simili e cenni biografici dei più rinomati maestri ed artisti di musica. 1871. - 7. Benjamin Fillon. Inventaire des Autographs. 1877. - 8. Alfred Sensier. Catalogue des lettres autographes. 1878. - 9. Aus Sturm und Noth. Selbstschriften-Album des Deutschen Reiches. 1881. - 10. Eufemia Ballestrem und Constantin von Schmidt. Im Zeichen des rothen Kreuzes.. 1882. - 11. Deutsche Dichter u. Denker der Gegenwart. 1884. - 12. E. Fischer von Röslerstamm. Mittheilungen für Autographensammler. I.-X. Jahrgang in 1 Band. 1884-1893. - 13. Alexander Meyer Cohn. Katalog einer Autographen-Sammlung zur Geschichte der deutschen Litteratur. - Mit Verfasserwidmung "Herrn Hermann Kiewy der Verfasser". 1886. - 14. Etienne Charavay. Autographe und Autographensammlungen. 1888. - 15. Sammlung Weber. Gemälde alter Meister. 1897. - 16. Lempertz. Johann Wolfang von Goethe im Mittelpunkt seiner Zeit. Verzeichniss der Goethe-Sammlung H. Lempertz. 1899. - 17. Sammelbuch von Aussprüchen Schillers in Faksimiles. Um. 1900. - 18. Carl Fr. Schulz-Euler. Autographen-Publikation Jahrgang 1907. 1907. - 19. The Signatures in the first Journal-Book and the Charter-Book of the Royal Society. 1912. - 20. Handschriften namhafter Persönlichkeiten der neuesten Zeit. Ein Handbuch für Graphologen. 1916. - 21. Fac Simile's van onultgegevene brieven von Beroemde Mannen. Um. 1930. – Angestaubt, fleckig, gebräunt, aber meist sehr ordentlich, mit Akzessions-Schildchen und teils mit modernen Strichcode-Aufklebern der Staats- und Universitäts-Bibliothek Hamburg sowie entsprechenden Signaturen, bei denen die Autographensammlung und Handbibliothek Hermann Kiewys aufbewahrt worden war, bevor sie an die Erben restituiert werden konnte ("SUB-HH restituiert").
Albert-Lasard, Lou und Rilke, Rainer Maria
Eigenh. Gedichte in einem Album. Mit Widmungsexemplar von R.M. Rilke
Los 2601
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Dokumente einer Künstlerliebe zu Zeiten des Krieges: Rainer Maria Rilke und Lou Albert-Lasard
Albert-Lasard, Lou, deutsch-französische Malerin (1885-1969). Eigenh. Gedichte in einem Album. 35 S. Klein-4°. 18 x 15,5 cm. Halbleinen-Album d. Z. mit KGoldschnitt. Paris 27.IX.-12.XI.1914.
Eigenhändige Poesien der begabten Malerin Lou Albert-Lasard (auch "Lulu" bzw. "Loulou Lazard"), die in den Münchner Künstlerkreisen des "Blauen Reiters" um Alexej von Jawlensky, Marianne von Werefkin, Wassily Kandinsky, Paul Klee und Franz Marc verkehrte, bevor sie nach Paris ging, wo sie die Geliebte von Rainer Maria Rilke (1875-1926) wurde. Die ebenso emotional-intensive und wie kreativ-stürmische Liebesaffäre begann im September 1914 in Paris, überschattet von dem im Juni ausgebrochenen Ersten Weltkrieg, der Eingang in die Gedichte Albert-Lasards fand:
"Krieg. Die Züge fahren nicht, das Land wird weit / Und unbewingbar wie das Firmament. / Ein Menschenknäul auf einem ewigen Fleck / steht da und starrt sich an und klafft vor Schrecken [...]. Die immerselben Sterne lächeln - Krieg?"
Es folgen weitere Gedichte der Jahre 1910-1913 wie "Traum" ("Sommer 1913"), "Der Regen" ("Winter 1912"), "Sacré Coeur" ("Paris hiver 1912). Das Album enthält verschiedene Gedichte der Jahre 1910-1914, die die Künstlerin in eigenhändiger Reinschrift zusammenfasste, vielleicht um sie ihrem Liebhaber Rainer Maria Rilke zu zeigen, der sich wiederum mit an seine Freundin gewidmeten Büchern revanchierte: 1) Maurice de Guérin. Der Kentaur. Übertragen durch Rainer Maria Rilke. 24 x 16 cm. OBroschur. Leipzig, Insel, 1911. - Eines von 250 Exemplaren (Gesamtauflage: 300). Sarkowski 638. Rodenberg 78. - Gebräunt, vom Umschlag gelöst. - Vorsatz mit 5-zeiliger eigenh. Widmung Rainer Maria Rilkes an Lou Albert-Lazard "Lal (zu meinen Büchern.) 10. November 1915 am (hoffentlich richtig gemerkten) Geburtstag. Rainer". - Ja, Rainer hatte Lals Geburtstag richtig in Erinnerung! - Ferner im Bund einmontiert an Falz eine kleine Grußkarte (6,5 x 10 cm): "Geburtstags-Gruß, liebe Lal. Ich komme nachmittag selbst. 10. Nov. Rainer". - Ferner 2) Rainer Maria Rilke. Poèmes. Traduction de Lou Albert-Lasard. OBroschur (leicht lädiert). Paris, Gallimard, (1937). - Vorsatz mit eigenh. Besitzvermerk "Lou Albert-Lazard". - Beiliegt 3) Ausstellungskatalog zum Werk der Künstlerin von 2024. – Gebrauchspuren.
Ausländer, Rose
2 eigenhändige und signierte Gedicht-Manuskripte. Um 1976
Los 2602
Schätzung
450€ (US$ 517)
Ausländer, Rose, Lyrikerin (1901-1988). 2 eigh. Gedicht-Manuskripte m. U. "Rose Ausländer". Zus. 2 S. (Kugelschreiber). Gr. 8vo. O. O. (ca. 1976 und 1986).
I. "Abend II". 11 Zeilen: "Blutender Abendmund / wenn die Sonne / ertrinkt. - Zaubersprüche / von toten Müttern. - Der glitzernde Finsterring / umarmt uns ...". - 1 Wort verbessert. - Das um 1976 entstandene Gedicht erschien, stellenweise verändert, erstmals 1978 in dem Band "Mutterland". - II. "Unendlich". 6 Zeilen: "Vergiß / Deine Grenzen / Wandre aus / Das Niemandsland / Unendlich / nimmt dich auf." Als Entstehungsjahr für dieses Gedicht gilt das Jahr 1986.
Ausländer, Rose
Eigenhändiges signiertes Gedichtmanuskript.
Los 2603
Schätzung
450€ (US$ 517)
Ausländer, Rose. Eigh. Gedichtmanuskript m. U. "Rose Ausländer". 1 S. (Kugelschreiber). Gr. 8vo. O. O. u. J.
"Unbeschriebenes Blatt". 16 Zeilen: "Du triffst / in die weiße Scheibe. - Zeichen die aus dem Viel / ein Weniges machen / Worte. - Mythos / hier kann er Wurzel fassen / im unbefleckten Papier ...". - Das Gedicht erschien u. a. in der Anthologie "Regenwörter".
Benn, Gottfried, Arzt und Schriftsteller, einer der bedeutendsten dt. Lyriker des 20. Jhdts (1886-1956). Eigh. Postkarte m. U. "Gottfried Benn". 1 S. Berlin 25.VIII.1953.
An den ihm befreundeten Berliner Journalisten, Theater- und Literaturkritiker sowie Benn-Biographen Walter Lennig. "... bitte vergessen Sie nicht, mir einen Tip zu geben wegen Plivier, ich ersah erst jetzt aus dem Brief, dass ich ja im Radio ... eine kurze Rede über ihn halten soll ...". Bittet ferner um die Rückgabe von zwei Büchern: "1) Apollinaire 2) das Sammelbuch aus Knokke über IX/52". - Beiliegend ein eigenhändiger Zettel mit Benns gedruckter Adresse und handschriftlichen . Informationen zum Schriftsteller-Kongress in Knokke: "Organisationssecretär Jean Gyory. Brüxelles ... Biennales Internationales de Poesie (Knokke-Le Zoute)". - Ferner beiliegend ein eigenhändig adressierter Briefumschlag Benns. - Die Postkarte mit Stempelspur am unteren Rand der Schriftseite.
Benn, Gottfried
Ansichts-Postkarte vom Bayrischen Platz an Walter Lennig. 1955
Los 2605
Schätzung
300€ (US$ 345)
Benn, Gottfried (1886-1956). Eigh. Ansichts-Postkarte m. U. "Benn". 1/2 S. (Kugelschreiber). (Berlin) 3.V. 1955.
An den ihm befreundeten Journalisten Walter Lennig. "Das waren aber schöne Schneebälle! Herzlichen Dank! Auch an Ihre Frau u. Robert. Auf baldiges Wiedersehen (s. umstehend). Immer Ihr (alter müder) Benn". - Auf der Bildseite, einer fotografischen Ansicht des Bayrischen Platzes in Berlin-Schöneberg, hat Benn "Dramburg!" geschrieben, dazu einen auf ein Gebäude gerichteten Pfeil. Gemeint ist das Lokal "Dramburg", wo sich der Dichter regelmäßig mit Walter Lennig zum Bier traf. - Leicht fleckig auf der Bildseite.
Benn, Gottfried
Ansichtspostkarte aus Glücksburg an Walter Lennig. 1955
Los 2606
Schätzung
300€ (US$ 345)
Benn, Gottfried (1886-1956). Eigh. Ansichts-Postkarte m. U. "Ihre Benns G. u. I.". (Kugelschreiber). (Glücksburg 8.VIII.1955).
Aus einem Ostsee-Urlaub an den ihm befreundeten Walter Lennig in Berlin. "... es ist ganz nett hier. Wetter teils, teils. Meine Tochter war mit ihrem Wagen hier u. hat uns rumgefahren.- Wir hoffen, Sie sind fruchtbar u. arbeitsam ...". - Die Bildseite der Karte zeigt ein Foto des Kurhotels in Glücksburg.
Benn, Gottfried (1886-1956). Eigh. Brief m. U. "Benn". 1 S. Mit eigh. Umschlag. Gr. 8vo. (Berlin-Schöneberg) 13.II.1956.
An Walter Lennig. "... 'Stück' ist der Weinbrand, den wir hier immer trinken, er ist ganz angenehm. Die Zigaretten zum Bierchen u. Verdauen. Und beides zusammen von meiner Frau u. mir als herzlichen Glückwunsch zum Wiegenfest! Auf baldiges Wiedersehen! ...".
Benn, Gottfried
Ansichts-Postkarte aus Schlangenbad an Walter Lennig. 1956
Los 2608
Schätzung
450€ (US$ 517)
Benn, Gottfried (1886-1956). Eigh. Ansichts-Postkarte m. U. "Ihr Benn". (Kugelschreiber). (Schlangenbad) 20.VI.1956.
Von seinem letzten Kur-Aufenthalt an Walter Lennig in Berlin, den er bittet, eine Frau anzurufen, "die sich immer so nett interessiert. Sagen Sie ihr bitte, daß ich nicht schreiben kann u. erzählen Sie ihr das Malheur. In einer Woche ca. sind wir wieder in der Bozenerstr., völlig ungeheilt ...". - Benn verstarb knapp drei Wochen später. Die Handschrift und der bei der Unterschrift teilweise versagende Kugelschreiber lassen die schwere Erkrankung des Dichters ahnen. - Dabei: Derselbe. Diktierter (oder abschriftlich hergestellter) handschriftlicher Brief. 1 S. (Bleistift). Gr. 8vo. (Schlangenbad 13.VI.1956. - An denselben, eine Woche vor der obigen Postkarte verfasst. "Staatl. Kurhotel (sehr teuer!). ... Die Sache hier verlief leider ganz anders, als ich hoffte. Als ich halbtot vor Schmerzen hier ankam, warf ich mich aufs Bett, bat einen Badearzt zu mir, ein sehr netter, sympathischer Mann, der sah meine Dokumente aus Berlin an, hörte meine Geschichte u. sagte: 'Lieber Freund, Sie sind hier fehl am Platz, Sie sind 4 Wochen zu früh gekommen, völlig ausgeschlossen, bei einem so akuten schweren Anfall von Rheuma u. Neuritis u. so hoher Blutsenkung irgendeine balneologische Maßnahme zu ergreifen, würde die Sache nur verschlimmern. Sie bleiben fest im Bett liegen u. bekommen jeden Tag eine Spritze Irgapyrin von mir.' So geschah es. Habe jetzt 7 Spritzen ohne eine leiseste Besserung, die Schmerzen sind enorm. Esse im Bett, da ich mich im Restaurant garnicht setzen kann, war noch keinen Schritt aus dem Bett. Dazu das Wetter: Regen, Nebel, Kälte. Eine ganz desolate Lage ... Dies ist das erste Wort, das ich schreibe ... Bewachen Sie Dramburg! Selige Erinnerung an Dramburg! Ihr Benn". - Dramburg war das Schöneberger Lokal, in dem Benn und Lennig regelmäßig beim Bier zusammensaßen. - Bewegende Eindrücke aus den letzten Wochen im Leben des Dichters.
Benn, Gottfried
Von Benn signierte Porträt-Zeichnung. 1950 + Beilagen
Los 2609
Schätzung
1.500€ (US$ 1,724)
Benn, Gottfried (1886-1956). Eigh. Signatur "Gottfried Benn" und Datum (Kugelschreiber) unter einer Original-Bleistiftzeichnung mit Benns Porträt von Rita Zeltner. 29,5 x 21 cm. (Berlin) 21.III.1950.
Von der Pressezeichnerin Rita Zeltner (Monogramm "RZ") gut getroffenes Porträt des Dichters, von diesem signiert "Gottfried Benn. 21.III.1950". Der Kopf im Profil ist hier nach links gerichtet, während Benn auf dem an demselben Tag gefertigten Porträt, das wir in unserer 125. Auktion versteigerten, nach rechts blickt. - Geringfügig geknittert. - Dabei: Stephan Benn, der jüngere Bruder des Dichters (1889-1974). Typoskript m. U. "St. Benn". 21/2 S. auf 3 Bl. Gr. 4to. Mit Umschlag. O. O. (wohl 1962). - "Anmerkungen". Eine an Walter Lennig verschickte Liste mit einer Reihe detaillierter Fakten-Korrekturen und -Ergänzungen zu Lennigs Monographie "Gottfried Benn in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten", die 1962 in der Reihe der Rowohlt-Monographien erschien. Interessante biographische Ergänzungen zu Gottfried Benns Werdegang.
Böll, Heinrich
Brief in die DDR wegen Honorarforderungen. 1961
Los 2610
Schätzung
300€ (US$ 345)
Böll, Heinrich, Schriftsteller, Nobelpreisträger (1917-1985). Brief m. U. "Heinrich Böll". 1 S. Mit gedrucktem Briefkopf. Gr. 8vo. Köln-Müngersdorf 27.II.1961.
An einen Literatur-Agenten in der DDR, wegen Honorar-Forderungen für Böll-Nachdrucke und gesendete Texte. „... Bitte machen Sie doch auch noch ausfindig, wo meine Erzählung ‚Hauptstädtisches Journal’ abgedruckt wurde (übrigens ohne meine Einwilligung, was in diesem Fall besonders wenig erfreulich war). Das gesamte Honorar hätte ich gerne am 10. März hauptpostlagernd Leipzig zu meiner Verfügung. Vielleicht können Sie auch ausfindig machen, ob bei[m] Deutschlandsender noch Honorare für mich stehen ...“.
Broch, Hermann
Typoskript mit eigenhändigen Korrekturen. 1945
Los 2611
Schätzung
600€ (US$ 690)
"ein Einfrager"
Broch, Hermann, österr. Schriftsteller, emigrierte 1938 in die USA (1886-1951). Typoskript mit eigh. Korrekturen im Text. 71/2 S. und 8 Bl. Gr. 4to. O. O. (1945).
Typoskript seiner Rede zum 60. Geburtstag des Schriftstellers Berthold Viertel. "Verehrte Anwesende, nun, da er - nicht ganz freiwilllig und nicht übermässig gerne - sechzig Jahre alt wird, ist es durchaus vorstellbar, dass Berthold Viertel, dieser unentwegte Selbstprüfer, sich jenes Gedichtes erinnerte, das er vor geraumer Zeit geschrieben und 'Einsagen' genannt hatte [hier folgt Viertels dreistrophiges Gedicht] ... Und so ist es sicherlich nicht unangebracht, dass ein Altersgenosse, der überdies, wenn auch erst in vorgerückten Jahren zum Klassengenossen des Schülers Viertel geworden ist, sich der Flüsterpflicht des Einsagens unterziehe: Viertel Berthold, ein Lebenlang bist Du ein Einfrager gewesen, und das ist mehr als ein Einsager. Die Fragen, die Du an die Welt zu richten hattest, hast Du ihr zugeflüstert, und siehe, es waren ihre eigensten, wichtigsten Fragen ... Denn Dichtung, oder richtiger Kunst überhaupt ist gleich der Wissenschaft ein unaufhörliches 'warum'; die eine wie die andere dient der Erkenntnis, und wo die Fragekette abreisst, da wird die Wissenschaft zur blossen Praxis, die Kunst aber zur Unkunst ...". Im weiteren Text wird noch ein anderes Gedicht Viertels, "Pax vobiscum", zitiert. - Mit einer Reihe von Einschüben und Verbesserungen von Brochs Hand, mit Tinte ausgeführt. - Linker Rand etwas beschnitten, vereinzelt kleine Randeinrisse und Fleckchen, am Oberrand kleine Heftklammer-Spuren und auf Bl. 1 eine Überschrift von fremder Hand.
Deutsche Schriftsteller. 13 Autographen. 1881-1986.
Hand- und maschinenschriftliche Briefe und Karten sowie ein Gedicht-Typoskript mit Widmung. Vorhanden: Stefan Andres (masch. Brief an den Greifenverlag, 1946), Manfred Hausmann (eigh. Brief an die Kultur-Redaktion der "Neuen Zeit" in Ostberlin, 1956), Hanns Johst (masch. Brief als Staatstheater-Dramaturg an Hans Knudsen, lehnt ein von Knudsen empfohlenes Schauspiel von Max René Hesse ab, 1933), Friedrich Luft (3 masch. Briefe an die Schauspielerin Ilse Trautschold, 1976-1981; dabei ein unvollständiges Typoskript mit ihrer interessanten Bühnenlaufbahn, 1981), Anton von Perfall (eigh. Brief 1881), Max Ring (eigh. Gedicht an Friedrich Spielhagen zu dessen 70. Geburtstag, 1899), Reinhold Schneider (1 Briefkarte, 2 Postkarten und 1 masch. Zyklus von 10 Sonetten, mit eigh. Widmung, 1937), Erwin Strittmacher (handschr. Glückwünsche zum Jahreswechsel 1986/87 an den DDR-Minister Dr. Joachim Hoffmann).
Dingelstedt, Franz von
8 Briefe an die Verleger Gebr. Paetel. 1877-1880
Los 2613
Schätzung
800€ (US$ 920)
Dingelstedt, Franz von, Schriftsteller, Dramaturg, anfangs dem Jungen Deutschland nahestehend, später hochrangiger Leiter der Hoftheater in München, Weimar und Wien (1814-1881). Sammlung von 8 eigh. Briefen m. U. "Frhr. v. Dingelstedt", "F v Dingelstedt" oder "F D". Zus. 23 S., davon 1 Brief mit Blindstempel "k. k. Hoftheater Direction", 4 Briefe mit gekröntem Monogramm "F D" und 1 Brief mit Trauerrand. Gr. 8vo und gr. 4to. Wien 1877-1880.
An die Verleger Gebr. Paetel; ausführlich über Auswahl, Zusammenstellung und Druck seiner lyrischen, epischen und dramatischen Werke sowie die Ausstattung der Bände seiner in 12 Bänden 1877 erschienenen "Sämmtlichen Werke". Seine Kommentare zu den einzelnen Dichtungen und zu seinen wichtigen Shakespeare-und Faust-Bearbeitungen bieten wertvolles Material zur Beurteilung und Würdigung der Leistungen des vielseitigen und interessanten Protagonisten in der Literatur- und Theaterwelt aus rund vier Jahrzehnten. - 1 Brief mit Faltenrissen; sonst alles ordentlich erhalten.
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