Los 2509
Dietrichstein, Moriz Fürst von
(1775-1864)Brief nach Dresden über Autographen-Tausch. 1832
Schätzung
450€ (US$ 517)
Abgabe von Vorgeboten möglich
Aus dem Katalog
Autographensammlung Hermann Kiewy
Auktionsdatum 7.10.2026

Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 6. – 8. Oktober 2026


"meine Autographen-Sammlung ist allerdings bedeutend"
Dietrichstein, Moriz Fürst von, österr. Offizier und Komponist, großer Freund von Literatur, Musik und Theater, Förderer Beethovens, Leiter der Hofmusik, der Hoftheater und der Hofbibliothek in Wien, für die er kostbare Musikautographen beschaffte; später ebenso verdienstvoll als Direktor des Münz- und Antikenkabinetts (1775-1864). Eigh. Brief m. U. "M Dietrichstein". 2 S., eng beschrieben. Doppelblatt mit Goldschnitt. 4to. Wien 24.V.1832.
An einen Bibliothekar in Dresden. Wertvoller Brief über bibliothekarischen Austausch zwischen Wien und Dresden, auch Autographen betreffend, besonders durch Kontakte zu Karl August Böttiger (1760-1835) und Dresdens Bibliotheksdirektor Friedrich Adolf Ebert (1791-1834). Zunächst über den erfolgreichen Besuch eines Herrn Weigel (vermutlich des Dresdener Buchhändlers Adolf Weigel) in Wien und dessen Hofbibliothek. "... Obschon ich Herrn Weigel nur selten sehen konnte, weiß ich doch, daß ihm von Seite des kaiserl. Institutes, dem ich vorzustehen die Ehre habe, jene Bereitwilligkeit und warme Anerkennung zu Theil wurde, die jeder Gelehrte genießt, welcher die Bibliotheca Palatina durch seinen Besuch erfreut, und die Herr Weigel ganz besonders in Anspruch zu nehmen berechtiget ist. - Euer Wohlgeboren erinnern mich an einen Gegenstand, den ich nicht vergessen habe, da er Ihnen, gleich mir, ein lebhaftes Interesse einflößt und bereits von Ihnen mit so großem Erfolge behandelt wurde. Meine Autographen-Sammlung ist allerdings bedeutend, sie zählt aber noch äußerst wenige Doubletten. Seyn Sie jedoch versichert, daß ich Ihre Wünsche eifrig berücksichtigen werde. Leider konnte ich aus gleichem Grunde eine alte Schuld an Herrn Hofrath von Böttiger noch nicht abtragen und erscheine nun, obgleich schuldlos, als undankbar gegen einen von mir so hochverehrten Mann! - In dieser beengten Lage muß ich es mir versagen, Ihnen meine Desiderata mitzutheilen, die Sie so zuvorkommend von mir begehren, und es dem Zeitpunkte vorbehalten, wo meine erste Sendung von Autographen meine Zusage bekräftigen wird. - Unauslöschliche Erinnerungen fesseln mich an Dresden! - Darum die angelegentliche Bitte: mich den verehrungswerthen Gelehrten zu nennen, deren Wohlwollen mich beglückte. - Von Hrn. Hofrath von Ebert's Gefälligkeit erwarte ich noch stets höchst belehrende Mittheilungen. Möchte doch sein Handbuch für Bibliothekare, 2 Bände, im nächsten Meßkataloge unter den schon erschienenen Werken enthalten seyn! Sein bibliographisches Lexikon ist der trefflichste Leitfaden, große Bibliotheken zu bereichern ... Meine und meiner wackern Gehülfen Thätigkeit, und mein ausgebreiteter Briefwechsel werden diesen wichtigen Gegenstand mächtig fördern. - Empfehlen Sie mich gütigst den Herren Hofräthen von Böttiger und von Tieck und H. Director v. Frenzel ...". - Seit 1826 Direktor der kaiserlichen Hofbibliothek in Wien, hatte Dietrichstein 1829 der Bibliothek Haydns Hymne "Gott erhalte Franz den Kaiser" geschenkt; 1838 erwarb er die Partitur von Mozarts "Requiem". - 2 Fleckchen am Rand.
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