Los 2502

Eberle, Adam
(1804-1832)Brief aus München an Schäffer

Schätzung
450€ (US$ 517)

Abgabe von Vorgeboten möglich

Los 2502 - Eberle, Adam - Brief aus München an Schäffer - 0 - thumb

Aus dem Katalog
Autographensammlung Hermann Kiewy
Auktionsdatum 7.10.2026

Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 6. – 8. Oktober 2026

Lot 2502, Auction  128, Eberle, Adam, Brief aus München an Schäffer

Eberle, Adam, Münchener Maler und Lithograph, hoch begabter Mitarbeiter von Peter Cornelius bei der Neugestaltung der Glyptothek, des Odeonssaales und der Ausmalung der Alten Pinakothek, starb im Alter von 28 Jahren in Rom, vielleicht durch Selbstmord (1804-1832). Eigh. Brief m. U. "Eberle". 21/2 S., eng beschrieben. Doppelblatt. Gr. 4to. München 22.VIII.1829.
Umfangreicher Brief an seinen Freund Schäffer, vermutlich der Zeichner, Stecher und Lithograph Eugen Eduard Schäffer in Frankfurt am Main (1802-1871), der wie Eberle Schüler von Cornelius war. Über gemeinsame Arbeiten und über die sich rapide mehrende Abreise der Künstler nach Italien. "... Sey nicht böse, daß ich Dich so lange habe warten lassen, ich war grade mit dem Schluß meines Bildes beschäftigt worauf die Plafong Maler warteten um die Deke ausmalen zu können, gestern als ich mit der Antwort auf Deinen ersten Brief durch Cornelius beschäftigt war, erhielt ich erst den zweiten durch Herrn Schlotthauer ... Als Antwort auf Deinen ersten Brief hab ich Dir daher von Cornelius zu sagen, daß Du beyliegende Zeichnung nur so lassen sollst ... dann sollst Du die Kasetten nur mit einem leichten Ton überdeken, ohne etwas hinein zu machen. Den Amor auf den Pferden hab ich Dir Deinem Wunsche gemäß gezeichnet. Derselbe aber ist wohl das wenigst gelungenste in der ganzen Composition, was Du Dich vielleicht entsinnen wirst, deswegen mußt Du mit meinem weit schlechtern vorlieb nehmen, ich mogte denselben nicht in Deine Zeichnung hinein zeichnen weil ich leicht damit das Ganze hätte stören können und Du am Ende den Deinen noch brauchbarer finden wirst als den meinen. - Was die Ausstellung Deiner Abdrüke anbetrifft, so hat mich Cornelius damit an den Kellerhofen gewiesen mit dem Bemerken, daß es derselbe so einrichte wie Du es wünschtest ... Hiebey erhältst Du auch die verlangten Gelder, wenn Du mehr erwartetest, so rechne dieß auf die bereitstehende Abreise der Frau v. Cornelius, die deshalb vielleicht mit ihren Ausgaben etwas eingeschränkter zu Werke geht, sollte dasselbe aber dennoch vor Deiner Abreise zu Ende gehen, was wohl sehr natürlich sein wird, so schreibe mir nur, so will ich es Dir schon bey Cornelius einkassiren ... den 25ten dM wird der Grundstein zur neuen Ludwigskirche gelegt, die Cornelius malen wird, woran die ganze Geistlichkeit Antheil nehmen wird, diese Idee (nämlich den Bau der Kirche) hat zwischen Sr Maj: und dem hiesigen Magistrat einen gewaltigen Bruch veranlaßt, der schwer auszumerzen sein wird. - Ernst Förster und dessen Bruder Friedrich Förster, hof-demagogischer Poet aus Berlin haben gestern unsere Stadt verlassen, um sich nach Italien zu begeben. Doch vielleicht haben sie Dir schon einen Besuch abgestattet. - Stürmer geht in 14 Tagen 3 Wochen auch dahin, auch ist gestern ein gewisser Hübner nebst Frau, einer der ersten Schüler Schadow's hier um dahin abzugehen, ebenso wird Papa Schilgen den nächsten Monat hindurch dahin reisen und wenn Du Dich des Küsters aus Düsseldorf noch erinnerst, der auf einem Stoke ging, derselbe wird auch den nächsten Monat hier eintreffen, um dahin abzugehn ...". - Eberle erwähnt mit keinem Wort, dass bereits im nächsten Monat auch er die Italienreise antreten werde, gemeinsam mit Cornelius' Ehefrau und deren Tochter. - Sehr selten.


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