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Lot 2321, Auction  128, Ebner-Eschenbach, Marie von, Brief an Leopold Rosner + Beilagen. 1874

Ebner-Eschenbach, Marie von
Brief an Leopold Rosner + Beilagen. 1874
Los 2321

Schätzung
150€ (US$ 172)

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Ebner-Eschenbach, Marie Freifrau von, Schriftstellerin (1830-1916). Eigh. Brief m. U. "Marie Ebner". 11/2 S. Doppelblatt mi gekröntem Monogramm. 8vo. O. O. 14.XI.1874.
An den Verleger Leopold Rosner. "... So will ich denn noch eine zeitlang warten bevor wir Rechnung machen. Aber endlich werden wir's doch thun, der Gedanke, dass Sie durch mich zu Schaden gekommen sind, ist mir allzu peinlich. Ich werde meine Märchen-Expl. viel schneller los als Sie, bedarf deren wieder 6, die ich bitte mir zu schicken. Sobald die Geigerin und die beiden de Witte von Saar erschienen sein werden, bitte ich um 6 Expl. des ersten u. um 3 Expl. des zweiten Büchleins ...". - Ebner-Eschenbachs Märchenerzählung "Die Prinzessin von Banalien", die 1872 bei Rosner in Wien erschienen war, fand offenbar beim Verlag deutlich weniger Absatz als direkt bei der Verfasserin. - Ferdinand von Saars Novelle "Die Geigerin" und sein Trauerspiel "Die beiden de Witt" erschienen beide 1875 bei Weiß in Heidelberg. - Mehrere gedruckte Beilagen über die Dichterin.

Lot 2322, Auction  128, Engel, Johann Jakob, Brief und Gedicht an J. Fr. Bause. 1772

Engel, Johann Jakob
Brief und Gedicht an J. Fr. Bause. 1772
Los 2322

Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)

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Engel, Johann Jakob, Berliner Aufklärer, Schriftsteller, Dramatiker, Ästhetiker, Theoretiker der Schauspielkunst und Mitdirektor des Nationaltheaters in Berlin (1741-1802). Eigh. Brief m. U. "J. J. Engel". 4 S. Doppelblatt. 4to. Parchim 6.III.1772.
Umfangreicher, fast familiärer Brief an den ihm befreundeten, bedeutenden Kupferstecher Johann Friedrich Bause (1738-1814) in Leipzig. Nach wortreichen Entschuldigungen für zu seltene Korrespondenz schreibt Engel: "... Für alles Uebrige aber, was ich Ihnen noch schreiben könnte, würden Sie mir nur schlechten Dank wissen; denn alles Hiesige ist fremd für Sie, über Ihre Kunst weiß ich Ihnen nichts zu sagen, und von der meinigen verlangen Sie auch wohl nichts zu hören. Mir ekelt sie schon selbst; denn es ist eine magere, eine brodlose Kunst: Philosophie und schöne Wissenschaften ... Ich hätte also höchstens noch von den Teltower Rübchen schreiben können, die meine liebe Freundinn Bausen bey mir bestellt und leider! nicht erhalten hat. Die Schuld liegt sicher nicht an mir, liebster Freund, sondern an den Rüben selbst, daß sie nicht haben wachsen und gedeihen wollen. Es war mein Erstes, was ich bey der Mad. Nicolai in Berlin anbrachte: daß eine ebenso artige und liebenswürdige Frau, als sie selbst wäre - Ich schmeichelte ihr ganz gewis ein wenig, aber bey den Frauenzimmern rechnet man sich das nicht zur Sünde ...". Ferner ausführlich über beide Familien, den Besuch von Engels Sohn bei Bauses, und anderes mehr. Bestellt ein "gehorsamstes Compliment an den Herrn Oeser" und andere Leipziger Bekannte. - Dabei: Derselbe. Eigh. Gedichtmanuskript. 2 S. Gr. 4to. O. O. (wohl um 1790). - Unbetiteltes, umfangreiches Glückwunschgedicht Engels zum Geburtstag seines Freundes Johann Friedrich Bause, am Schluß mit der lateinischen Widmung "Amico suo delectissimo J F Bausio". Auf 58 Zeilen (eine mit Textänderung) behandelt er alle möglichen Aspekte des Glückes und der Glückwünsche und erwähnt auch die Stadt Leipzig: "... Heil diesem Musensitz! Heil dieser Handelsstadt! / Und um es noch ein wenig auszuführen, / So müssen die, die unsern Staat regieren, / So müssen die, die lehren und studiren, / So müssen ferner die, die hier negociiren, / die hier - der Athem fehlt, sie alle anzuführen; - / Sie müssen sämmtlich, groß und klein, / Auf Richterstühlen, auf Cathedern, / Mit Degen, Instrumenten, Federn, / Sie müssen alle glüklich seyn ...". - Am Ende kommt er noch auf sein Spezial- und Lieblingsgebiet, auf das Theater zu sprechen: "... Nun werd ich noch zum Schluß, das könnt ihr leicht ermessen, / Die gute Bühne nicht vergessen. / Wenn Abends um fünf Uhr ihr Herrn genug studirt, / Ihr Richter gnug den Dieb examinirt, / Ihr Aerzte gnug den matten Puls befraget / Und doch die Krankheit nicht verjaget; / Wenn nun die Braut genug den Bräutgam karessirt, / Im Comtoir der Kaufmann gnug addirt, / Und kurz, wenn jeder nun sein Pensum absolvirt: / So - ja, das wünsch ich auch von Grunde meiner Seelen, / So muß doch allerseits die Langeweile quälen! / Uns aber, die wir uns der Kunst des Schauspiels weyhn, / Die Langeweile zu zerstreun, / Uns müsse nie der Kenner Beyfall fehlen." - Minimale Einrisse am Manuskript. - Nicht in der J. J. Engel-Briefausgabe von Alexander Košenina (1992).

Lot 2323, Auction  128, Eschenburg, Johann Joachim, Gehaltsquittung für Tätigkeit als Archivar. 1810

Eschenburg, Johann Joachim
Gehaltsquittung für Tätigkeit als Archivar. 1810
Los 2323

Schätzung
220€ (US$ 253)

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Eschenburg, Johann Joachim, mit Lessing befreundeter Ästhetiker, Literarhistoriker und Übersetzer, Professor am Collegium Carolinum und Bibliothekar in Braunschweig (1743-1820). Eigh. Quittung m. U. "Johann Joachim Eschenburg, Can. Senior". 1/4 S. Folio. Braunschweig 4.X.1810.
"Für das beim Stifte S. Cyriaci mir übertragene Archivariat habe ich aus der Fabrica-Casse das um Michaelis fällige Jahrgehalt mit Zwanzig Fünf Thalern richtig erhalten ...". - Eschenburg hatte 1795 ein Kanonikat am St. Cyriakus-Stift erhalten; jetzt war er dessen letzter Senior.

Lot 2324, Auction  128, Ewers, Hanns Heinz, 1 Brief u. 1 Postkarte an den Verleger Alfred Michow. 1904

Ewers, Hanns Heinz
1 Brief u. 1 Postkarte an den Verleger Alfred Michow. 1904
Los 2324

Schätzung
200€ (US$ 230)

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Ewers, Hanns Heinz, Schriftsteller, Spezialist für okkult-phantastische und unheimliche Romane, Dramen und Erzählungen (1871-1943). 1 eigh. Brief und 1 eigh. Postkarte m. U. "Hanns Heinz Ewers". Zus. 2 S. Gr. 8vo und 8vo. (Charlottenburg bei Berlin, 1.XI.1904 bzw. o. D.).
An den Verleger Alfred Michow. Im Brief ("in aller Eile") schreibt Ewers: "... beifolgend die manuscripte, bitte montag früh sofort tippeln zu lassen! halbe bogen nehmen und nur eine Zeile betippeln. Das Prospect ist gut so, muß aber noch mal getippelt werden (halbe Seiten etc.) wegen der umänderung 'Scherlbücher' ...". - Auf der Postkarte heißt es: "... ich komme in einigen tagen mit ein paar herren mit 'gutem fundamente' zusammen! - bitte lassen sie mir gleich ein exposé machen, möglichst appettitlich [!], (namen der versicherung auslassen!), damit ich besser reden kann! - ich komme in diesen tagen vorbei, es holen! - was macht denn diese niederträchtige druckerei??! ...". - Beiliegend ein gedruckter Aufsatz Ewers', "Von künstlerischem Schaffen", aus einer Zeitschrift, sowie ein Verlagsprospekt zu seiner Erzählung "Alraune".

Lot 2325, Auction  128, Feuchtersleben, Ernst von, 3 beschriftete Visitenkarten. 1840

Feuchtersleben, Ernst von
3 beschriftete Visitenkarten. 1840
Los 2325

Schätzung
90€ (US$ 103)

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Feuchtersleben, Ernst Frhr von, österr. Arzt, Lyriker und Essayist, gilt als Mitbegründer der Psychosomatischen Medizin, prägte den Begriff "Psychose" (1806-1849). 3 eigenhändig beschriftete Visitenkarten mit gedrucktem Namen. (Wohl Wien um 1840).
An verschiedene Adressaten gerichtet, zwei der Karten durch Ludwig August Frankl überreicht. An den Mediziner J. J. Sachs in Berlin: "Dr. L. A. Frankl, der sich selbst am besten empfiehlt, bringt einen freundlichen Gruß an Dr. Sachs u. die Frage, unter welcher Adresse ich demnächst schreiben soll". - An Dr. Ayrer in Harburg: "Dr. L. A. Frankl ist so gütig an Dr. Ayrer u. Fr. Gemalinn, wenn ihn seine Reise durch Harburg führt, meine Empfehlung zu übernehmen und mein längeres Schweigen durch meine Geschäfte zu entschuldigen." - An Ludwig August Frankl: [Feuchtersleben] "wollte sich nach Ihr. u. Ihr. Gemalinn Befinden erkundigen u. Sie bitten, falls Sie den Aufsatz üb. Wächter an Schwab schicken, Beiliegendes beizulegen." - Dazu ein sehr kleines Stahlstich-Porträt Feuchterslebens.

Lot 2326, Auction  128, Förster-Nietzsche, Elisabeth, Brief an einen Redakteur. 1897

Förster-Nietzsche, Elisabeth
Brief an einen Redakteur. 1897
Los 2326

Schätzung
300€ (US$ 345)

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Förster-Nietzsche, Elisabeth, Schwester und Nachlaßverwalterin Friedrich Nietzsches, Gründerin des Nietzsche-Archivs, führte einen literarisch-künstlerischen Salon in Weimar (1846-1935). Vermutlich eigh. Brief m. U. "Elisabeth Förster-Nietzsche". 1 S. Doppelblatt. Gr. 4to. Naumburg 7.I.1897.
Wohl an einen Redakteur, der wegen unveröffentlichter Schriften des noch lebenden Philosophen angefragt hatte. "... Für die noch nicht veröffentlichten Schriften meines großen Bruders habe ich in Bezug auf die Presse noch keine bindenden Versprechungen gegeben. Ich würde deshalb wohl geneigt sein Ihnen Einiges zu senden, nur bitte ich mir etwas Zeit zu lassen damit ich erst selbst den vollkommenen Ueberblick über alles Vorhandene gewonnen habe. - Ich muß aber gleich bemerken: etwas Abgeschlossenes ist unter den noch nicht veröffentlichten Schriften wohl kaum zu finden, es ist wohl so ziemlich Alles in der Art, daß irgendetwas dabei Fragment geblieben ist u. eines Vor- oder Nachwortes bedarf, wozu ich gern bereit bin. Gegen Ende des Vierteljahres werde ich mir erlauben, Ihnen aus den Manuscripten Etwas zuzusenden ...". - In diesem Jahr übersiedelte Elisabeth mit ihrem Bruder und dem Archiv nach Weimar in die "Villa Silberblick". - Das längere Zeit völlig negative Bild von Persönlichkeit und Leistung Elisabeth Förster-Nietzsches ist in letzter Zeit etwas positiver bewertet worden. - So früh selten.

Lot 2327, Auction  128, Fontane, Theodor, Brief an Ludwig Jacobowski. 1892.

Fontane, Theodor
Brief an Ludwig Jacobowski. 1892.
Los 2327

Schätzung
600€ (US$ 690)

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Fontane, Theodor, Dichter, Schriftsteller, Journalist und Kritiker (1819-1898). Eigh. Brief m. U. "Th. Fontane". 1 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. Mit dem eigh. Umschlag. Berlin 7.II.1892.
An Ludwig Jacobowski, der ihm Grüße einer Gruppe von drei Verehrern übersandt hatte. Der Dichter bedankt sich. "... Wenn überall, wo drei Deutsche beim Biere zusammensitzen, meiner so freundlich gedacht würde, so wäre mir und meinem Verleger geholfen ...". Wie immer dekorativ geschrieben. - Nicht bei Jolles/Müller-Seidel; wohl bisher nicht bekannt. - Beiliegend zwei spätere gedruckte Blätter über Fontane.

Lot 2328, Auction  128, Beutner, Thuiskon, 2 Briefe. 1859-1860

Beutner, Thuiskon
2 Briefe. 1859-1860
Los 2328

Schätzung
180€ (US$ 207)

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Fontane-Umkreis. - Beutner, Thuiskon, Publizist, als Chefredakteur der "Neuen Preußischen (Kreuz-) Zeitung" einige Jahre Theodor Fontanes Arbeitgeber und Korrespondent (1816-1882). 2 eigh. Briefe m. U. "Dr. Beutner" bzw. "Beutner". Zus. 51/2 S. Gr. 8vo und 8vo. Berlin 20.II.1859 und 10.VIII.1860.
Der erste Brief an einen Geheimrat, dem er für seinen "vortrefflichen Artikel über Italien" dankt. Es müßten jedoch (wohl aus politischen Gründen) einige Änderungen vorgenommen werden, besonders am Schluß. Begründet dies und geht anschließend auf bisherige Artikel in der "Kreuz-Zeitung" ein: "... Im Allgemeinen haben die Artikel bei urtheilsfähigen Leuten sehr großen Beifall gefunden; bei andren ist wohl diese oder jene Partie bemängelt worden, weil die guten Leute nicht gern von ihrem Reich abgehen. Sie kennen das und haben es wohl - wie ich - nicht anders erwartet. Die 'Österreichische Zeitung' hat sich sehr bitter geäußert und nicht undeutlich zu verstehen gegeben, daß Herr v. Seebach der Verfasser sei! Sie sagt, sie könnte jeden Satz widerlegen und damit - schließt sie ihren Artikel ohne jede Widerlegung ...". - Der zweite Brief an einen "verehrtesten Gönner". Über den Versand von Exemplaren der Zeitung und die Empfehlung eines geeigneten Verlegers. Rät von dem vorgeschlagenen Verleger ab und empfiehlt die Verleger Hertz in Berlin und Perthes in Gotha.

Lot 2329, Auction  128, Fouqué, Friedrich de la Motte, Brief an den halleschen Juristen Ludwig Pernice. 1838

Fouqué, Friedrich de la Motte
Brief an den halleschen Juristen Ludwig Pernice. 1838
Los 2329

Schätzung
600€ (US$ 690)

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Fouqué, Friedrich Baron de la Motte, märkischer Dichter der Romantik (1777-1843). Eigh. Brief m. U. "LM Fouqué" und Adresse sowie kleinem Papiersiegel mit Monogramm "F". 1 S. Gr. 4to. (Halle a. d. Saale) 13.V.1838.
An den ihm befreundeten Rechtshistoriker Ludwig Pernice (1799-1861), Jura-Professor und Censor in Halle, der wohl Verleger für Fouqué vermittelte. "... Unsre Leipziger Lerchen - ich meine diesmal nicht die singenden, auch nicht die zu verspeisenden, sondern die verlegenden (vielleicht auch vorliegenden Falles etwas verlegnen, denn sonst könnten sie doch ein: 'Ja' oder: 'Nein' herausbringen - lassen doch in der That etwas hyper-indiskret auf sich warten. Und am 3ten ... Junius denke ich auf 14 Tage nach Berlin zu gehn; ja, ich muß es, da die Kaiserin Alexandra einer andern hohen Dame geschrieben hat, sie erwarte mich dort zu sehn, und freue sich darauf. Schaffe mir also bis dahin Entscheidung, und im Vernein-Fall das Mspt, welches mir dort vielleicht von mannigfachem Nutzen sein könnte. - Und dann: wie stehet es mit meiner Natzmer-Rezension? Ich fiel unsern ehrwürdigen Voigtel darüber letzthin auf offner Straasse schier gewaltsam an, zugleich auch an einen Abdruck derselben erinnernd, und er verhieß das Beste. Aber: 'aus den Augen, aus dem Sinn!' scheint ebensosehr bei dem lieben Greise - der Mann ist noch älter, denn ich - zu gelten, als bei der jugendlichsten Schmetterlings-Sylphe. 'Sylphe' sag' ich. Denn der realistische Schmetterling hat, wie ich vermeine, gar keine Augen. Oder schiess' ich damit einen nur noch ärgeren naturhistorischen Bock, indem ich einem solchen auszuweichen bemühet war? - Schlimmsten Falles kommt es ja doch nicht vor Freund Schweiggers Tribunal, sondern vor Dein juridisches, wo nicht blos Ignorantia juris gelten muß, sondern auch andres, hoff' ich ...". - Fouqué lebte von 1833 bis 1841 in Halle an der Saale.

Lot 2330, Auction  128, Frankl, Ludwig August, 2 Briefe und 1 Gedichtmanuskript

Frankl, Ludwig August
2 Briefe und 1 Gedichtmanuskript
Los 2330

Schätzung
300€ (US$ 345)

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Frankl von Hochwart, Ludwig August, Arzt, Journalist und Schriftsteller, Ehrenbürger von Wien (1810-1894). 2 eigh. Briefe und 1 eigh. Gedichtmanuskript. Zus 31/2 S. Mit 1 frankierten Umschlag. Verschied. Formate. 1841-1891.
I. Eigh. Brief m. U. "Frankl". 1 S. Doppelblatt mit Adresse. 4to. (Wohl Wien) 7.I.1841. - An den Schriftsteller und Publizisten Adolph Bäuerle, Herausgeber der vielgelesenen und langlebigen "Allgemeinen Theaterzeitung". Übersendet ein "Blatt", um dessen Zustellung an Bäuerle man ihn gebeten habe. Erinnert bei dieser Gelegenheit daran, dass Bäuerle versprochen habe, Frankls 1840 erschienenen Band "Gedichte" in der Theaterzeitung zu besprechen. - II. Eigh. Brief m. U. "Ludw. Aug. Frankl". 2 S. Mit frankiertem Umschlag. Kl. 8vo. Gmunden 30.VIII.1891. - An einen Autographensammler in Karlsruhe. "... Der anbei rückfolgende Brief rührt nicht vom Freih. Max v. Löwenthal, dem Gatten Sophiens her; sondern vom Chefredakteur der s. Z. bestandenen 'Oesterreichischen Ztg.' J. Löwenthal, wie dies auch an der Spitze des Briefes im Hochdrucke nachweist. Wieso der Brief nach Ihrer Mittheilg. 'durch meine Hand gegeangen ist', ist mir nach so langer Zeit - Sie schreiben 'vor ca 30 Jahren' - ist mir völlig unerinnerlich ... ". Verspricht, nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub zu prüfen, ob sich unter seinen Papieren noch Handschriftliches von Sophie von Löwenthal [der platonisch Geliebten von Nicolaus Lenau] befinde. - III. Eigh. Gedicht m. U. "Ludw. Aug. Frankl". 1/2 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. Wien (wohl um 1890). - 2 Strophen zu je 4 Zeilen, ohne Titel: "Der du grünend noch an Jahren / In dem Leben stehst, / Achte, daß du nicht an weißen Haren [!] / Stumm vorübergehst ...". - Beiliegend ein kleiner Zeitungsausschnitt mit Frankls Porträt.

Lot 2331, Auction  128, Fulda, Ludwig, Brief 1908 + Beigabe Oscar Blumenthal. 1875

Fulda, Ludwig
Brief 1908 + Beigabe Oscar Blumenthal. 1875
Los 2331

Schätzung
150€ (US$ 172)

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Fulda, Ludwig, vielseitiger Schriftsteller, erfolgreicher Dramatiker und ausgezeichneter Übersetzer, Vorsitzender des Senats der Sektion für Dichtkunst in der Preuß. Akademie der Künste, 1939 von den Nazis in den Selbstmord getrieben (1862-1939). Brief m. U. "Ludwig Fulda". 1 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. Berlin 30.I.1908.
Rundschreiben in reproduzierter Handschrift, hier an einen Baron gerichtet. "... Im Namen des Comité's soll ich Sie bitten, den beifolgenden Aufruf, dem die bisherigen Unterschriften beigefügt sind, ebenfalls unterzeichnen zu wollen. Es ist die Meinung, daß Sie nicht nur in Ihrer Eigenschaft als Förderer aller literarischen und künstlerischen Bestrebungen, sondern auch als Träger eines altmärkischen Namens in allererster Linie anzurufen seien, wenn es gilt, den Schilderer der Mark und ihrer alten Geschlechter zu ehren ...". - Dabei: Oscar Blumenthal, Publizist, gefürchteter Kritiker, erfolgreicher Lustspielautor, Gründer des Lessing-Theaters in Berlin (1852-1917). Eigh. Brief m. U. "Osc. Blumenthal". 1 S. Doppelblatt mit Aufdruck "Neue Monatshefte für Dichtkunst und Kritik". Gr. 8vo. Dresden 26.I.1875. - An den (nicht genannten) Verleger Rosner in Wien, den er um Mitteilung bittet, "wann Eduard Grisebachs 'Deutsche Litteratur 1770 bis 1870' die Presse verläßt, eventuell zur Versendung gelangt? Grisebach hat mir eine (kurze) Probe daraus für die 'Neuen Monatshefte' überlassen, und ich möchte gern wissen, wie lange ich noch mit der Veröffentlichung zögern darf ...". - Das Werk erschien im folgenden Jahr bei Rosner.

Gaudy, Franz von
Brief an den Verleger Flemming in Glogau. 1835
Los 2332

Schätzung
300€ (US$ 345)

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Gaudy, Franz Frhr von, preuß. Offizier, Dichter und Novellist, befreundet mit Chamisso und vielen anderen Schriftstellern (1800-1840). Brief m. U. "Fr. Gaudy". 12/3 S. Doppelblatt mit Adresse und Siegelresten. Gr. 8vo. Schoenborn bei Züllichau 2.IX.1835.
An seinen Verleger Flemming in Glogau. Ausführlich über zwei seiner Werke: den Druck seiner Übersetzung des Buches von G. Wace: "Roman von Rollo und von den Herzögen der Normandie" und über sein Buch "Mein Römerzug". Übersendet ein "Verzeichniß der im Rollo aufgefundenen Druckfehler, und überlasse es Ihnen, obwohl manche recht störende und verdrießliche darunter, ob Sie dieselben anzeigen wollen oder nicht; im erstern Falle bekomme ich wohl die 12 Blätter um sie meinen Exemplaren beigeben zu können. Im Allgemeinen kann ich aber nicht anders als mit der Genauigkeit des Setzers sehr zufrieden zu seyn, denn ich hatte weit ärgere Misgriffe gefürchtet ... Meine hiesige Anwesenheit dehnt sich bis zum 1sten Oct. aus, dann kehre ich nach Berlin zurück, und jede Zuschrift wird mir durch Duncker & Humblot zugestellt werden. Sollte Ihnen eine bedeutende Kritik des Rollo zu Augen kommen, etwa die Menzelsche, so darf ich wohl darauf rechnen, daß Sie mir dieselbe gefälligst mittheilen. - Das besprochene Mspt 'Mein Römerzug' betitelt, wird jetzt um vieles bedeutender ausfallen als ich jüngst intentionirt, und soll keinesweges den ihm ursprüngl. zugedachten Charakter der Skizze tragen. Natürlich kann ich es auch nicht in so kurzer Frist beenden, wie ich es vermeinte ... Vor Briefeschreiben, Verwandten-Besuchen, Erzählen kann ich noch nicht zum Arbeiten kommen, und das genieße ich, denn meine Pläne wachsen mir über den Kopf ...". - Das dreiteilige, umfangreiche Buch 'Mein Römerzug. Federzeichnungen' erschien im folgenden Jahr bei Enslin in Berlin. - Faltenrisse, teils alt restauriert. - Beiliegend ein kurzer, wohl eigenhändiger, flüchtig geschriebener Brief Gaudys (1 S. Doppelblatt mit Adresse. 4to. Wohl Berlin, nach 1833), nur mit "gd" unterzeichnet, an den Buchhändler Reimer in Berlin. - Briefe des interessanten Autors, aus dessen kurzem, abenteuerlichen Leben allein 12 Duelle berichtet werden, kommen sehr selten vor.

Lot 2333, Auction  128, Gehe, Eduard, Brief an einen befreundeten Schriftsteller. 1830

Gehe, Eduard
Brief an einen befreundeten Schriftsteller. 1830
Los 2333

Schätzung
120€ (US$ 138)

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Gehe, Eduard Heinrich, Dresdener Jurist, Hofrat, Dramatiker, Librettist, Erzähler und Bücherzensor (1793-1850). Eigh. Brief m. U. "E Gehe". 1 S. 8vo. (Dresden, wohl um 1830).
An einen Freund. "... Recht herzlich danke ich Ihnen für die gütige Mittheilung der Erzählung, der ich mit ausdauerndem Interesse gefolgt bin. Wenigstens waren Sonnabend Abends im großen Garten zwey Herrn zu schauen, deren einer dem andern, zuletzt als es dunkelte, noch bei dem zitternden Schein der Lampe im Grünen die Erzählung vorlas. Beide wollten durchaus das Ende wissen und - habe ich recht bemerkt - so lauschten auch Blumen und Bäume nicht dem Vorleser aber dem Vorgelesenen ...". - Beiliegend ein defektes Umschlagblatt von Gehes Tragödie "Gustav Adolf" mit Widmung des Verfassers.

Lot 2334, Auction  128, Gerstäcker, Friedrich, Brief an einen Autor + Beilage. 1865

Gerstäcker, Friedrich
Brief an einen Autor + Beilage. 1865
Los 2334

Schätzung
200€ (US$ 230)

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Gerstäcker, Friedrich, weit gereister Schriftsteller und Abenteurer, authentischer Schilderer Amerikas und Asiens (1816-1872). Eigh. Brief m. U. "Friedrich Gerstäcker". 1 S. Gr. 8vo. Gotha 15.II.1865.
Wohl an einen Redakteur, der ihn zur Mitarbeit eingeladen hat. "... weise Ihr Anerbieten keineswegs von der Hand. Lassen Sie mir aber, da die Sache ja mich nicht drängt, Zeit zum Ueberlegen, und ich glaube daß wir dann später einmal einen Versuch zusammen machen können. Für dieß Jahr sind Sie ja doch, wie Sie mir schreiben, mit Manuscript versorgt. Jedenfalls hoffe ich, daß wir mit einer kleinen Erzählung den Anfang machen ...". - Beiliegend die Durchschrift eines ausführlichen Beschwerde-Briefes Gerstäckers (1 S. Doppelblatt, Gr. 4to. Plagwitz bei Leipzig, 10.VIII.1852) an die Redaktion der Augsburger Allgemeinen Zeitung, die Manuskript-Teile der von ihm gelieferten Beschreibung einer Reise nach Neuguinea und Australien nicht gedruckt hatte.

Lot 2335, Auction  128, Gerstenberg, Heinrich Wilhelm von, Signiertes Gedicht-Manuskript

Gerstenberg, Heinrich Wilhelm von
Signiertes Gedicht-Manuskript
Los 2335

Schätzung
600€ (US$ 690)

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Gerstenberg, Heinrich Wilhelm von, Lyriker, Kritiker und Dramatiker der Empfindsamkeit und des Sturm und Drang, Anreger und Begründer der Bardendichtung, befreundet mit J. H. Voß und dem Dichterkreis um Klopstock (1737-1823). Eigh. Gedichtmanuskript m. U. "Heinrich von Gerstenberg". 2/3 S. 4to. O. O. (wohl nach 1800).
"Lebewohl". 2 Strophen zu je 4 Zeilen. "Leicht und fröhlich wie die Welle, / Ewig jung und ewig neu, / Bleibe fort an jeder Stelle / Edle Dir! das Glück getreu ... Laß noch einen Strauß Dir binden, / Jede Blüthe mahnt und spricht; / Nun ruft eine, wirst sie finden, / Aus: 'vergiß, vergiß mein nicht!' - Gerstenberg, dessen Trauerspiel "Ugolino" 1768 Furore machte, erhielt 1815 den Ehrendoktortitel der Universität Kiel. - Beiliegend ein Stahlstich-Portrait Gerstenbergs aus Meyers Conversationslexikon. - Sehr selten.

Lot 2336, Auction  128, Gessner, Salomon, Brief an den Dresdener Maler Klengel. 1784

Gessner, Salomon
Brief an den Dresdener Maler Klengel. 1784
Los 2336

Schätzung
2.500€ (US$ 2,874)

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Gessner, Salomon, Schweizer Dichter, Illustrator, Radierer und Verleger (1730-1788). Eigh. Brief m. U. "Salomon Geßner". 2 S. Doppelblatt mit Adresse. 4to. Zürich 24.III.1784.
An den bedeutenden Dresdener Radierer und Maler Johann Christian Klengel (1751-1824). Knüpft an alte freundschaftliche Korrespondenz an, "in einer Angelegenheit, die mir eine der wichtigsten ist. Der ihnen [sic] diese Zeilen übergiebt, ist mein Sohn. Er hat sich aus eigener Wahl und Neigung zur Mahlerey bestimmt und ich darf mir schmeicheln, nicht ohne Talente, und sein bestimter Hang geht auf Pferde-Stüke und Schlachten. Nun geht er nach Dresden, um seine Studien für die Kunst da fortzusetzen ...". Spricht die Bitte aus, "daß sie [sic] ihm Ihre Gewogenheit schenken; ihm erlauben, sich bey ihnen zu berathen, und zuweilen auf ihrem Zimmer die fürtreflichen Muster des wahren Schönen in der Kunst unter ihren eigenen Händen entstehen zu sehn ... Mein Sohn ist in Gesellschaft des Herrn Freudweiler von hier, eines geschikten Künstlers in Conversation u. Familien-Stüken, dem sie um seiner Talente willen ihre Freundschaft schenken werden."

Lot 2337, Auction  128, Gilm zu Rosenegg, Herman von, Brief an einen Lyriker. 1854

Gilm zu Rosenegg, Herman von
Brief an einen Lyriker. 1854
Los 2337

Schätzung
150€ (US$ 172)

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Gilm (zu Rosenegg), Herman von, österr. Beamter und vortrefflicher Lyriker, durch drei Gedichte bis heute berühmt (1812-1864). Eigh. Brief m. U. "Herman von Gilm". 2 S. Doppelblatt. Gr. 4to. Wien 11.V.1854.
An einen Lyriker, der ihm eine Gedichtsammlung "Naturbilder" zur Prüfung übersandt hatte. Bedankt sich für diese "freudigste Überraschung". "... Jedes dieser Lieder ist ein rosiges Band, das Sie in unsere, ich meine die Tiroler Berge geworfen, und wir werden es mit Freuden greifen um das deutsche Lied fest an unsere Herzen zu ziehen. - Ich bin vor kurzem zum Statthaltereisekretär in Linz ernannt worden, und werde in der freundlichen Donaustadt Muße und Ruhe finden die Herausgabe meiner Gedichte zu veranstalten, an die ich bisher aus innern und äußern Gründen noch nicht gekommen bin ...". Er werde ihm die Ausgabe zusenden, "... und würde mich glüklich schätzen, wenn der Austausch unserer Schöpfungen auch den Austausch unserer Herzen zu Folge hätte ...". - Herman von Gilm ist noch heute bekannt durch seine schönen Gedichte "Die Nacht", "Allerseelen" und "Zueignung". - Der Dichter schrieb, anders als der falsche Eintrag bei Wikipedia, seinen Vornamen nur mit einem "n". - Blatt 1 am unteren Rand leicht angestaubt.

Lot 2338, Auction  128, Girtanner, Christoph, Brief aus Paris an einen Freund.1790

Girtanner, Christoph
Brief aus Paris an einen Freund.1790
Los 2338

Schätzung
300€ (US$ 345)

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Girtanner, Christoph, aus der Schweiz stammender Göttinger Arzt, Chemiker, politischer Schriftsteller und Publizist (1760-1800). Eigh. Brief m. U. ""Chr. Girtanner". 1 S. Doppelblatt mit Adresse und Siegelresten. 4to. Paris 29.IX.1790.
An "Doctor Usteri in Zürich", d. i. wohl der Schweizer Arzt, Botaniker und liberale Publizist Paul Usteri (1768-1831), bei dem er sich für sein langes Schweigen mit vielen Reisen und Gechäften entschuldigt. "... Ich komme jetzt aus Schottland zurück und gehe nach Goettingen, wo ich mich einige zeit aufhalten werde und wo ich bald von Ihnen briefe zu erhalten hoffe. Kan ich Ihnen in irgend etwas dienen: so befehlen Sie; und seien Sie meiner bereitwilligkeit Ihnen dienste zu leisten schon im voraus versichert. - Den überbringer dieses briefes brauche ich Ihnen nicht zu empfehlen; es ist empfehlung genug Ihnen zu sagen, daß es Hr. von Jacquin aus Wien ist; der Sohn eines gelehrten den Sie, so wie ich, sehr hoch schäzen. Ausserdem ist er mein freund und darf also in dieser rüksicht auf alle gefälligkeiten anspruch machen die Sie ihm zu leisten im stande sind ...". - Es handelt sich wohl um den Botaniker Joseph Franz Freiherr von Jacquin (1766-1839), Sohn des Wiener Botanikers und Chemikers Nikolaus Joseph von Jacquin (1727-1817), der als Professor an der Wiener Universität sowie als Direktor von deren Botanischem Garten und den kaiserlichen Gärten von Schloss Schönbrunn höchstes Ansehen in der Wissenschaft genoss. - Paul Usteri besaß mit ca. 7500 Broschüren eine der weltweit größten Sammlungen von Revolutionsschriften; sie befindet sich heute in der Zentralbibliothek Zürich. - Sehr selten, zumal Girtanner nur 40 Jahre alt wurde.

Lot 2339, Auction  128, Glassbrenner, Adolf, Brief an seinen Verleger Janke. 1865

Glassbrenner, Adolf
Brief an seinen Verleger Janke. 1865
Los 2339

Schätzung
600€ (US$ 690)

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Glassbrenner, Adolf, Berliner politischer Schriftsteller, Satiriker und Publizist, Herausgeber der "Berliner Montags-Zeitung" (1810-1876). Eigh. Brief m. U. "Ad. Glassbrenner". 3 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. Berlin 9.I.1865.
Wahrscheinlich an seinen Verleger Otto Janke in Berlin. Zeigt sich sehr enttäuscht über die Verschiebung der versprochenen Neuauflage von Glassbrenners erfolgreichen Werken "Die verkehrte Welt" und "Der neue Reineke Fuchs". "... Vor 6 Wochen kam Herr Luttier in Ihrem Auftrage zu mir. Das Resultat war: die noch vorhandenen Exemplare würden inzwischen verkauft; die Auflage sollte vor sich gehen. Das habe ich nun am Lutter-Tisch [d. i. der Stammtisch im Restaurant "Lutter & Wegner" am Gendarmenmarkt] und hier und da erzählt und auch brieflich mitgetheilt, und es ist, wie Sie wohl wissen, mehrfach in Zeitungen gedruckt. Nun stehe ich als Lügner oder Prahler da! Auch war mir Ihre Ankündigung des Effekts wegen - Gedichte. Verk. Welt. Reineke - so sehr erwünscht. Ich freute mich so sehr darüber, daß ich's eben meinen Freunden mittheilte. Lange Zeit war es so still von mir ... ich ertrug es mit größter Ruhe. Nun schlug die 4te Aufl. der Gedichte so ein, Reineke Fuchs, die Verk. Welt gingen zu Ende; zu gleicher Zeit schrieb Keil an mich und forderte mein Bild u. meine Biographie für die 'Gartenlaube' u. s w.! ... R. Fuchs mit Herrn G. Hempel ist mir recht, und ich danke Ihnen im Voraus dafür. Eine Vormittagsstunde bei einer Pulle Wein irgendwo wäre mir lieber, aber ich käme auch abends ... Thun Sie, was Sie für mich thun wollen und können, jetzt; es ist der beste Zeitpunkt ... Heut ist Döring's Geburtstag; bis 3 Uhr sind wir mit ihm bei Lutter. Vielleicht kommen Sie dahin; es wäre hübsch!" - Theodor Döring, der berühmte Charakterkomiker der Königl. Schauspiele, erfreute sich großer Beliebtheit auch in der Berliner Literaturszene und nahm an den legendären Treffen bei Lutter & Wegner teil. - Der "Neue Reineke Fuchs" war zuletzt 1862 bei Janke erschienen. Eine nochmals stark erweiterte Auflage kam 1866 bei Keil in Leipzig heraus. - Beiliegend ein Stahlstich-Porträt Glassbrenners (Halbfigur, nach einer Photographie).

Lot 2340, Auction  128, Gleich, Joseph Alois, Brief an einen Freund. 1824

Gleich, Joseph Alois
Brief an einen Freund. 1824
Los 2340

Schätzung
150€ (US$ 172)

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Gleich, Joseph Alois, äußerst produktiver Wiener Schriftsteller, Vizedirektor des Theaters in der Josephstadt, Schwiegervater Ferdinand Raimunds, viel gespielter Bühnenautor und Verfasser unzähliger Abenteuer- und Schauerromane (1772-1841). Eigh. Brief m. U. "Dein Freund Gleich". 1 S. 4to. (Wien) 5.VI.1824.
An einen Freund, dessen Besuch er dringend erbittet. "... Du hast versprochen heute zu mir zu kommen, und zwar um 1/2 3 Uhr Mittags. Bei Deinen vielen Geschäften bin ich so frei, Dich nochmal daran zu erinnern, und füge die Bitte bei, daß Du ja gewiß und nicht später kommst, weil um 3 Uhr die Amtsstunde wieder eintritt. Auch Meisl kommt zu mir, und ich hoffe, daß wir in allem einig werden ...". - Karl Meisl (1773-1853), ein ähnlich produktiver Bühnenautor, Dichter und politischer Schriftsteller, war literarisch wesentlich bedeutender als Gleich.

Lot 2341, Auction  128, Gleim, Johann Wilhelm Ludwig, Brief an einen Porträtmaler + Beilagen. 1795

Gleim, Johann Wilhelm Ludwig
Brief an einen Porträtmaler + Beilagen. 1795
Los 2341

Schätzung
600€ (US$ 690)

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Gleim, Johann Wilhelm Ludwig, Dichter, führender Anakreontiker, großer Literatur-Korrespondenz-Sammler, Mäzen und Anreger, stand in Kontakt und freundschaftlichem Briefwechsel mit allen literarischen Größen seiner Zeit in Deutschland (1719-1803). Eigh. Brief m. U. "Gleim". 3 S. Doppelbl. 8vo. Halberstadt 21.XII.1795.
An einen Porträtmaler. "Herr Rector Meineke zu Quedlinburg hat den Lucretz übersetzt, und erläutert! Dieses sein Werk wurde vor einigen Tagen im Tempel der Freundschaft gewürdigt, und erhielt den vollkommensten Beyfall aller der Priester des Tempels, und selbst der Göttin deßselben. Ehe die Versammlung sich trennte bekam ich Befehl: Sie, mein verehrtester Freund, zu bitten, daß Sie die Güte haben möchten, Herrn p. Meineke's Kopf so groß wie Dohms Kopf zu malen, zur Ausstellung im Tempel der Freundschaft ... Eben da ich meinen Nahmen schreibe bringt man Ihr Schreiben vom 17ten ...". Bedauert den Ruf des Malers ins Ausland. "...Sollen wir alle guten Künstler Ausländern überlaßen? Wär ich der Fürst von Berenburg [?], ich ließe Sie nicht weg, gäb' Ihnen ein gutes Auskommen, und machte Sie zum [...]maler aller guten Köpfe Deutschlandes! An den Herrn Gesandten werd' ich den Auftrag diesen Abend noch gelangen laßen! - Auf mein Bildniß von Ihnen bin ich böse! weil's dem Minister von Heinitz, daß er dem Schöpfer des Bildes eine Pension geben solle, nicht befohlen hat ...". - Das Gleimhaus in Halberstadt war der genannte "Tempel der Freundschaft", der mit zahllosen Porträts ausgestattete Treffpunkt eines "Freundschaftsbundes". Der erwähnte Minister Friedrich Anton von Heinitz (1725-1802) war der verdienstvolle Reformator der Berliner Kunstakademie. - Beiliegend ein kurz nach Gleims Tod wohl von seiner Nichte geschriebenes Billet sowie 3 gestochene Porträts des Dichters und ein Zeitungsartikel über den "Freundschaftstempel".

Lot 2342, Auction  128, Goeckingk, Leopold von, Brief an Elisa von der Recke. 1827

Goeckingk, Leopold von
Brief an Elisa von der Recke. 1827
Los 2342

Schätzung
450€ (US$ 517)

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Über Schleiermacher und Schlegel
Goeckingk, Leopold Friedrich Günther von, hoher preuss. Finanzbeamter, Dichter, Schriftsteller, Mitglied des Halberstädter Dichterkreises, dem Göttinger Hain nahestehend, Almanach-Herausgeber, Publizist und Illuminat (1748-1828). Eigh. Brief m. U. "v. Goeckingk". 22/3 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. Deutsch Wartenberg (Schlesien) 19.X.1827.
An die Schriftstellerin Elisa von der Recke. Berichtet in freundschaftlich-familiärem Ton über die neuesten Ereignisse und diverse Personen aus seinem Umkreis. darunter Schleiermacher, A. W. von Schlegel und Tiedge. "... Hier übersende ich Ihnen einen Brief von Frau von Baden, der Sie und Tiedge interessiren wird. Doch dürfte es Ihnen einige Mühe machen, ihn zu entziffern ... Doctor Gödicke hatte mir versprochen, mich in diesen Monaten zu besuchen, aber leider! kann er nicht Wort halten ... Von Mali aus Berlin haben wir immer gute Nachrichten gehabt. Der Unterricht bey Schleiermacher hat wieder angefangen. Die jetzigen Confirmanden werden wohl scheinbar die lezten seyn, die er unterrichtet, denn da er die neue Agende durchaus nicht anerkennen will, so wird er sich wohl genöthiget sehen, seine Stelle aufzugeben. Von dem was in dieser Rücksicht kürzlich vorgefallen ist, werden vermuthlich auswärtige Zeitschriften bald Nachricht geben ... Ohne Zweifel werden Sie in öffentlichen Blättern gelesen haben, daß Schlegel aus Bonn in Berlin Vorlesungen gehalten hat. Diese haben mehr, als seine Person, gefallen. Denn daß er sich schminkt u. falsches Haar trägt, ist seinen Zuhörern anstößig gewesen ...". Ferner ausführlich über Umgang und Zahnleiden einer Wilhelmine. - Mit "Doctor Gödicke" ist wohl der Pädagoge und Schriftsteller Friedrich Wilhelm Gödicke (1773-1842) gemeint, der seit 1823 Beamter im Berliner Innenministerium war. - 1 Faltenriss im 2. Blatt.

Lot 2343, Auction  128, Bertuch, Friedrich Justin, Umfangreicher Geschäftsbrief mit Erwähnung Chr. M. Wielands. 1785

Bertuch, Friedrich Justin
Umfangreicher Geschäftsbrief mit Erwähnung Chr. M. Wielands. 1785
Los 2343

Schätzung
450€ (US$ 517)

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Goethe-Kreis. - Bertuch, Friedrich Justin, Dramatiker, Übersetzer, Verleger, Publizist und Großkaufmann in Weimar, mit Goethe befreundet (1747-1822). Eigh. Brief m. U. "F J Bertuch". 21/2 S., eng beschrieben. Doppelblatt. 4to. Weimar 13.X.1785.
Umfangreicher Geschäftsbrief an einen "hochzuehrenden Freund", mit Erörterung einer Reihe von Maßnahmen in seinen wirtschaftlichen Beziehungen. "... Ihre Erklärung auf meine Anfrage wegen Übernehmung des Merkur Debits, die ich meinem Freund und Hrn. Collegen Wieland sogleich mittheilte, ist so solid und honett, daß wir den Schritt mit Hoffmanns zu brechen und zu Ihnen überzugehen, sogleich gethan hätten; wenn nicht Umstände vorwalteten, die uns noch leider auf ein Jahr zum Laviren nöthigen ...". Beschreibt dann die Finanzlage mit Krediten und Tilgung und stellt fest: "... Wielands zu große Gutherzigkeit ist an dem ganzen Unfuge schuld. Unser vorhabendes Geschäft, lieber Freund, muß also bis dahin in Suspenso bleiben. Ich rechne aber unterdeßen auf Ihre strengste Verschwiegenheit darüber, damit Hoffmanns nicht erfahren, was geschehen soll, und diesen Zweck durch bösen Willen vereiteln. - Für Ihre Warnung wegen Naumann in Drßd. danke ich Ihnen. Ich kenne ihn schon als einen schlechten Zahler", aber der hohe Betrag, den sie schulde, "ist Zahlung für Blumen welche sie von meiner Frau empfängt". Behandelt den künftigen Umgang mit dem Ehepaar Naumann in Dresden und bemerkt am Schluß: "... denn ich liebe in Handlungsgeschäften die strengste Ordnung ...". Bittet ein für den Wiener Buchhändler Gräffer bestimmtes Paket beim Buchhändler Kummer abzugeben. Die untere Hälfte der dritten Seite mit diversen Additionen gefüllt. - Die Erwähnung Christoph Martin Wielands bezieht sich auf Bertuchs Mitarbeit an Wielands "Teutschem Merkur". - Interessanter Einblick in Bertuchs Geschäftstätigkeit. - Beiliegend eine Quittung von Heinrich Friedrich Christian Bertuch (1771-1828), betreffend eine Anzahl Bücher und Hefte (darunter Ifflands "Mimische Darstellungen") für den Prinzen Friedrich von Sachsen-Gotha (Gotha 24.VII.1812).

Lot 2344, Auction  128, Biedermann, Woldemar Frhr von, Brief aus Dresden an den Grafen Victor von Wimpffen. 1885

Biedermann, Woldemar Frhr von
Brief aus Dresden an den Grafen Victor von Wimpffen. 1885
Los 2344

Schätzung
120€ (US$ 138)

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Goethekreis. - Biedermann, Woldemar Frhr von, Goetheforscher, Mitbegründer der Goethe-Gesellschaft (1817-1903). Eigh. Brief m. U. "W Frhr Biedermann". 3 S. Doppelblatt. Mit dem Umschlag. Gr. 8vo. Dresden-Altstadt 29.VII.1885.
An den Grafen Victor von Wimpffen auf Schloß Kainberg (Steiermark). Entschuldigt sich zunächst, dass er den Empfang der Abschrift eines Goethe-Briefes von 1831 an den Großherzog Karl Friedrich noch nicht bestätigt habe, und fährt fort: "... Der Druck des Briefs in dem 'Weimarischen Jahrbuch' III. Bd. S. 211 (1855) unterscheidet sich dadurch von der Abschrift, daß in letzterer in der ersten Zeile 'öfters' steht, im Druck 'öfter'. Wenn im Druck das 'wünsche' in der ersten und 'vertrauend'' in letzter Zeile mit großen Anfangsbuchstaben steht, so hat jedenfalls der Herausgeber jenes Jahrbuchs (Hoffmann v. Fallersleben) die Buchstaben ohne Grund für Initiale angesehen ...".

Lot 2345, Auction  128, Carus, Carl Gustav, Brief an einen Professor. Dresden 1854

Carus, Carl Gustav
Brief an einen Professor. Dresden 1854
Los 2345

Schätzung
450€ (US$ 517)

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Goethekreis. - Carus, Carl Gustav, Freund Goethes, Arzt, Naturforscher, Philosoph, Schriftsteller und Maler (1789-1869). Eigh. Brief m. U. "Carus". 3 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. Dresden 16.II.1854.
An einen Professor, der eines seiner Werke dem König von Sachsen widmen möchte und Carus um Vermittlung gebeten hatte. Er, Carus, habe sich an Herrn von Zeschau, den Minister des Königlichen Hauses, gewandt: "... Nachdem ich ihm mitgetheilt, daß Sie über Dante schon mehrfach mit unserem Königl. Herrn in Correspondenz gestanden hätten, war er sogleich der Ansicht, daß es hier durchaus keiner weiteren Anfrage u. Erlaubniß bedürfe. Hiernach würden Sie also das Werk gegen d. 12/12 direct einsenden können, u. zwar vielleicht am besten an den Oberhofmeister Sr. Majest. ... welcher Majest. täglich sieht und das Werk also Höchstdemselben, nachdem Sie ihm von der hier mitgetheilten Entscheidung des Hrn. Ministers in Kenntniß gesetzt hätten, am besten überreichen könnte ...".

Lot 2346, Auction  128, Gerning, Johann Isaak von, Brief an Karl Ludwig von Knebel. 1810

Gerning, Johann Isaak von
Brief an Karl Ludwig von Knebel. 1810
Los 2346

Schätzung
450€ (US$ 517)

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Goethekreis. - Gerning, Johann Isaak Frhr von, aus Frankfurt stammender hessischer Diplomat, Staatsmann und Schriftsteller, pflegte regen Kontakt zu Goethe, besaß bedeutende Kunst- und Naturaliensammlungen (1767-1837). Eigh. Brief m. U. "v. Gerning". 4 S., eng beschrieben. Doppelblatt. Gr. 4to. Frankfurt a. M 27.XI.1810.
Umfang- und inhaltsreicher Brief an den ihm befreundeten Karl Ludwig von Knebel (1744-1834), Goethes "Urfreund", dem er zum Geburtstag gratuliert. Dankt für Knebels Schreiben, "das ich ... an einem schönen Morgen, am Fuße des Johannes-Berges im Rheingau, bey der Trauben-Kur erhielt und mich mit Freuden erfüllte. Vor allem Dank für Ihren herrl. Hymnus, wofür die Mutter Erde Sie noch lange mit Leben und Lebenslust lohnen und Ihnen noch viele 30te 9ber verleihen möge ... Zum Angebinde hätt ich Ihnen gern eine Schachtel unserer einheimischen Colonial-Producte gesandt, aber die Castanien und Würste sind noch nicht bereit ... Die Tage unsers Geburts Monats sind diesmal ziemlich trübe, doch wer, wie Sie, den reinsten Lebens-Aether in der Seele trägt, dem sind sie auch heiter. Also leben die 9ber Kinder! Meist haben sie etwas schwärmerisches u. poetisches z. E. Luther, Lavater, Schiller, Werner, Heinrich d. 4te, Bayle, pp. Woher doch dies? ... Man sagt auch, das Schicksal 'rüttle' sie bisweilen. Sey es, haben Sie doch Kraft wieder abzuschütteln ...". Gern würde er wieder "ein Winterchen" bei Knebel verbringen. "... aber jetzt muß man wahrl. die Laren und Penaten nicht verlassen! Wir haben hier, der Colonial-Schacherer wegen, lästige Soldatenbeherbergung! ... So ist überall Sorg und Plage! Doch leb' ich hier unter andern guten Menschen ganz erfreulich, und die Muse bleibt mir eine holde Gefährtin ...". Berichtet dann über die Fortschritte seiner Veröffentlichungen, z. B. die Illustrierung seiner "Bäder am Rhein" sowie seine Ovid- und Horaz-Übertragungen. "... Die gute Wolzogen ist eben hier auf einige Monate u. begrüßt Sie herzl. mit Dank für Ihren Hymnus, den ihr die Schiller gab. Amalie Helwig überwintert in Heidelberg und hat, wie Sie wissen werden, neuen Musen Stoff mitgebracht. Sie will auf Weyhnachten herkommen. Ich traf sie letzten Sommer in Schwalbach und Schlangenbad ...". Spricht dann vom Abdruck des "Hymnus" im "Morgenblatt": "Das ist eine Gunst vom Juden Cotta, der gewöhnl. nur Poetica seines Verlags darin giebt". Läßt den "Musenvater Göthe" grüßen, "dem ich ebenfalls nächstens ein kleines herbstl. Küchen Andenken sende! ...". - Braunfleckig, besonders das zweite Blatt.

Lot 2347, Auction  128, Imhoff, Amalie von, Umfangreicher Brief an Frau von Bardeleben in Frankfurt/Oder. 1830

Imhoff, Amalie von
Umfangreicher Brief an Frau von Bardeleben in Frankfurt/Oder. 1830
Los 2347

Schätzung
250€ (US$ 287)

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Goethekreis. - Imhoff, Amalie von, verh. Helvig, in Weimar Patentochter von Anna Amalia und K. L. von Knebel, Schriftstellerin und Übersetzerin, prominenteste und beliebteste Weimarer Hofdame, später bedeutende Salonniere in Berlin (1776-1831). Eigh. Brief m. U. "Amalie v. Helvig". 2 S., sehr eng beschrieben. Doppelbl. mit Adresse und Lacksiegel. Gr. 4to. Berlin 17.VIII.1830.
An Frau von Bardeleben in Frankfurt/Oder. Sehr umfangreicher Brief mit einer Vielzahl von privaten, familiären und anderen Mitteilungen nebst Klatsch aus ihrem Umkreis.

Lot 2348, Auction  128, Kestner, Charlotte, Signierter Auftrag für einen Leinweber. 1810

Kestner, Charlotte
Signierter Auftrag für einen Leinweber. 1810
Los 2348

Schätzung
450€ (US$ 517)

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Goethekreis. - Kestner, Charlotte, geb. Buff, Freundin Goethes, die "Lotte" im "Werther"-Briefroman (1753-1828). Eigh. Auftrag an einen Leinweber, m. U. "Charlotte Kestner". 5 Zeilen auf grauem Konzeptpapier. 8,1 x 20 cm. (Hannover) 30.XI.1810.
"Dem Leinweber Knadt in Linden in Arbeit gegeben ...". Anzahl und Maße von verschiedenen Textilien, darunter 4 Tischtücher. - Die Begegnung mit Charlotte Buff im Juni 1772 begeisterte bekanntlich den jungen Goethe, der jedoch schließlich das aussichtslose Verhältnis in "Die Leiden des jungen Werthers" verarbeitete. Der sehr viel später erfolgte Besuch Charlotte Kestners in Weimar reizte auch Thomas Mann als Stoff für einen Roman.

Lot 2349, Auction  128, Maltitz, Apollonius August Frhr von, Brief an den Maler Vogel von Vogelstein. 1857 + Beilagen

Maltitz, Apollonius August Frhr von
Brief an den Maler Vogel von Vogelstein. 1857 + Beilagen
Los 2349

Schätzung
200€ (US$ 230)

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Goethekreis. - Maltitz, Apollonius von, Diplomat und Dichter, lange Jahre kaiserlich russischer Gesandter am Weimarer Hof, vernetzt mit fast allen Größen der Literatur seiner Zeit, lebte 7 Jahre in Rio de Janeiro (1795-1870). Eigh. Brief m. U. "Maltitz". 11/3 S. Doppelblatt mit Adresse. 8vo. Weimar 28.XI.1857.
An den Maler Carl Christian Vogel von Vogelstein in München. "Die biographische Skizze, welche Sie ... mir aus München mitgaben, habe ich an den Herrn Großherzog von Sachsen Weimar gelangen lassen. Er hat sie mit besonderem Interesse gelesen, und mir aufgetragen, Ihnen dieses auszusprechen. - In Leipzig standen wir andächtig vor Ihrem schönen Altarblatte in der katholischen Kirche. - Eben erhalte ich aus Wiesbaden günstige Nachrichten von unserm Freunde Plötz. Heute ist seiner edlen Gemahlin Sterbetag. Sie ruhet unter ihrem zweiten Schnee. Göthe sagt: 'Der Hügel schützt gegen den Winter' ...". - Einriss im Adressblatt, sonst ordentlich erhalten. - Beiliegend ein eigh. Brief vom Vater des Dichters, dem russischen Gesandten Peter Friedrich von Maltitz (1753-1826). In franz. Sprache, wohl an den Verleger Frommann (2 S. Doppelblatt. Gr. 4to. Karlsruhe 16./28. März 1820). - Über geschäftliche Angelegenheiten. - Diese Beilage etwas gebräunt und fleckig. - Ferner beiliegend ein Zeitungsartikel von 1870 mit Nachruf auf Apollonius von Maltitz.

Lot 2350, Auction  128, Pogwisch, Ulrike von, Billet an eine Hofrätin. 1840

Pogwisch, Ulrike von
Billet an eine Hofrätin. 1840
Los 2350

Schätzung
180€ (US$ 207)

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Goethekreis. - Pogwisch, Ulrike von, Schwägerin August von Goethes, lebte 10 Jahre in Goethes Haus, später Priorin des St. Johannis-Klosters bei Schleswig (1798-1875). Eigh. Billet m. U. "Ulrica v. Pogwisch". 1 S. Quer-8vo. O. O. (vermutlich um 1840).
An eine "Geheime Hofräthin". "Ich weiß nicht ... ob Sie die Dame kennen, der ich versprochen habe, die Ankunft der durchbrochenen u. zugest. Couverts u. Pappiere zu melden, sollte ich mich irren, so entschuldigen Sie gewiß freundlichst, aber sollte es Ihnen Vergnügen machen sie zu sehen (ohne zu kaufen) so wird es mir jederzeit eine Freude sein, sie Ihnen zu zeigen ...".

[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.

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