Bardtenschlager und Schroedter, Adolf
Die vier Hauptgetränke. (Champagner, Rheinwein, Maiwein, Punsch)
Los 399
Schätzung
600€ (US$ 690)
GASTROSOPHIE
Bardtenschlager. Die vier Hauptgetränke. (Champagner, Rheinwein, Maiwein, Punsch). Folge von 4 Farblithographien nach Adolf Schroedter. Unter Glas in reich vergoldeter, ornamentalen Profilleiste. Je 58 x 43 cm. Um 1860.
Thieme-Becker XXX, 291. Boetticher II/1, 661, 79-82. – Allegorische und überaus dekorative Darstellungen der vier Hauptgetränke (Champagner, Rheinwein, Maiwein und Punsch) als heiter inszenierte Genrebilder. Nach Aquarellen von Adolf Schroedter (1805-1875) mit humorvoller Stillleben- und Figurenstaffage. – Wohlerhalten (nicht ausgerahmt). Versand nur ohne Rahmen.
Brillat-Savarin, Jean Anthelme
Physiologie du gout, ou Méditations de gastronomie transcendante
Los 400
Schätzung
750€ (US$ 862)
(Brillat-Savarin, Jean Anthelme). Physiologie du gout, ou Méditations de gastronomie transcendante; ouvrage théorique, historique et a l'ordre du jour, dédié aux gastronomes parisiens. Teil II (von 2). 442 S. 19,5 x 12,5 cm. Etwas späterer Halblederband (etwas berieben, Rücken fleckig) mit dezenter RVergoldung und goldgeprägftem RTitel. Paris, A. Sautelet, 1826.
Vgl. Horn-A. 389. Weiss 504. Drexel 761. Georg 496. Mueller 30. – Band II der überaus seltenen, noch anonym erschienenen ersten Ausgabe. "Das berühmteste Buch, das je über die Gastronomie geschrieben wurde" (Schraemli 78). Erschien in einer Auflage von 500 Exemplaren, zahllose Nachdrucke folgten. "Das bekannteste seiner Werke ist 'La Physiologie du Goût' (Die Physiologie des Geschmacks, 1826 erschienen, 1865 ins Deutsche übersetzt), an dem er 25 Jahre lang gearbeitet haben soll. Darin geht es nicht nur um die Zubereitung exquisiter Speisen, sondern grundsätzlich um sehr geistvolle Theorien zu Tafelfreuden, eine Art Lebenslehre. Insbesondere wird hier zwischen Gourmand (französisch für Schlemmer) und Gourmet (französisch für Feinschmecker) unterschieden. Mit seinem Buch begründete er eine neue Form des Schreibens über Essen und trug in Europa wesentlich zur Weiterentwicklung der Kochkunst bei" (ebenda). Berühmt sind seine Aphorismen wie beispielsweise "Ein echter Feinschmecker, der ein Rebhuhn verspeist hat, kann sagen, auf welchem Bein es zu schlafen pflegte" oder "Ein gutes Essen ohne Dessert ist wie eine einäugige Schönheit". – Leicht stockfleckig, Vorsätze etwas leimschattig, fl. Vorsatz auch mit kleinem Papierrschildchen.
Bücking, Johann J. H
Gemeinnütziges Kochbuch für Jedermann
Los 401
Schätzung
300€ (US$ 345)
Bücking, Johann J. H. Gemeinnütziges Kochbuch für Jedermann. LXXX, 268 S., 4 Bl. Mit großer Holzschnitt-Vignette auf dem Titel. 16,5 x 10 cm. Halbleder d. Z. (berieben und bestoßen). Berlin und Magdeburg, (d. i. Stendal, Franzen und Grosse, 1790).
Vgl. VD18 10673911, Weiss 546 u. Holzmann-Bohatta II, 12247. – Nachdruck oder "billige Ausgabe" von "Diätisch und öconomisches Kochbuch" des Wolfenbütteler Arztes Johann J. H. Bücking (1749-1838). Gegenüber dem in Göttingen digitalisierten Exemplar der Originalausgabe fehlen hier der gestochene Titel und das Frontispiz, die Liste der Pränumeranten, das Inhaltsverzeichnis und die Zwei-Blatt-Anzeigen. – Braun- und stockfleckig und etwas gewellt.
Davidis, Henriette. Der Gemüse-Garten oder praktische Anweisung einen Gemüse-Garten mit Berücksichtigung der Schönheit und des reichlichen Ertrages zu besorgen. Nebst einem Anhange über das Conserviren der Gemüse etc. Dritte verbesserte und vermehrte Auflage. XIII S., 1 Bl., 223 S. 16,5 x 11,5 cm. Halbleinen d. Z. (berieben) mit goldgeprägtem RTitel. Iserlohn, Julius Bädeker, 1857.
Vgl. Dochnahl 33. – Dritte Auflage des zuerst 1850 erschienenen Handbuchs der berühmten Kochbuchautorin. – Stockfleckig.
Eupel, Johann Christian
Vollkommener Conditor oder gründliche Anweisung zur Zubereitung aller Arten Bonbons
Los 403
Schätzung
180€ (US$ 207)
Eupel, Johann Christian. Vollkommener Conditor oder gründliche Anweisung zur Zubereitung aller Arten Bonbons, Stangenzucker, Conserven, Roks und Drops... so wie auch zum Einmachen und Glasiren der Früchte, nebst Abhandlungen vom Zucker, ... ingleichen erprobte Vorschriften u. Recepte zu allen Gattungen der Kunstbäckerei... Ferner zu den beliebtesten Arten künstlicher Getränke u. Chocoladen... 7. vermehrte und verbesserte Auflage. S. V-XVIII, 286 S. Mit 7 (1 gestochene und 6 lithographische) gefalteten Tafeln. 17 x 11 cm. Blindgeprägter OLeinenband (Rückengelenke mit kleinen Fehlstellen und Kapitale mit kleinen Einrissen) mit goldgeprägtem RTitel. Weimar, Voigt 1860.
Weiss 983. – Rezeptbuch von Johann christian Eupel (keine Lebensdaten vorhanden) mit zahlreichen Anweisungen zum backen, glasieren, einmachen und vieles mehr. – Papierbedingt leicht gebräunt, vereinzelt leicht knickpsurig und Tafeln mit Montageresten am Innensteg.
Gutsmuths, Friedr(ich) Wilh(elm): Der praktische Hefenfabrikant, oder gründliche Anweisung, nicht allein die holländische Preßhefe nach einer verbesserten Methode zu fabriciren, sondern auch die besten Arten flüssiger Hefen für die Weißbäckerei auf leichte Weise mit wenigen Kosten sich zu jeder Zeit selbst anzufertigen. 48 S. (S. 44-48 Anzeigen). 17 x 10 cm. Halbleder d. Zt. (beschabt und mit kleinen Wurmlöchern). Quedlinburg und Leipzig, G. Basse, 1833.
Engelmann 132. – Erste Ausgabe. Enthält auch Absätze, die sich mit S. F. Hermbstädts Verfahren zur Hefeherstellung auseinandersetzen. – Rückendeckel mit größerem Nagelloch, auch die Schrift von Westphal betroffen. Die Schriften von Gutsmuths mit Wurmspuren in den Rändern. – Beigebunden: II. Derselbe. Katechismus für praktische Branntweinbrenner; oder der seinen Brenner belehrende Brennherr. In Fragen und Antworten. VI S., 1 Bl., 40 S. Ebenda 1834. - Schoene 12419. Engelmann 131. - Erste Ausgabe. - II. (Karl Georg Heinrich Westphal). Erprobte Mittel das Ausgehen der Haare zu verhindern, den Haarwuchs zu befördern und zu bewirken, daß kahle Stellen des Kopfes sich wieder mit Haaren bedecken; sowie bewährte Vorschriften, um Warzen, Sommersprossen, Leberflecke und Muttermäler wegzubringen. Zweite Auflage. 36 S., 2 Bl. Ebenda 1832. - Vgl. Hirsch-Hübotter V, 913. - Eine erste Ausgabe ist nicht nachweisbar.
R(obert), L(e) S(ieur). L'art de bien traiter, divisé en trois parties. Ouvrage nouveau, curieux, et fort galant, utile a toutes personnes, et conditions. 2 Bl., 413 S. 15 x 9 cm. Modernes Leinen. Paris, Jean du Puis, 1674.
Brunet VII/VIII, 69. Bitting 518. Cagle 407. Livres en bouche 115. Notaker 628.1. Vicaire 43f. – Seltene erste Ausgabe. "Livre rare et curieux" (Brunet). Das Kochuch über die klassische französische Küche behandelt in drei Teilen Suppen, Pâtés, Gemüse, Fisch, Eier, frittierte Speisen, Desserts, Marzipan, Marmeladen und vieles Weitere. In seinem Vorwort kritisiert Le Sieur Robert das 1751 erschienene Werk "Le Cuisinier françois" von La Varenne, dem bedeutensten franzöischen Koch der Zeit, welcher die franzöische Küche maßgeblich prägte. – Gewaschenes, teils leicht stockfleckiges Exemplar. Im Schnitt etwas ausgebunden.
wohl-unterwiesene Köchin, Die
lehret wie man allerley herrliche und geringe Speisen delicat zubereiten kan
Los 406
Schätzung
600€ (US$ 690)
Die wohl-unterwiesene Köchin lehret wie man allerley herrliche und geringe Speisen delicat und künstlich bey Gastereyen und Hochzeiten, auch sonsten insgemein für Gesunde und Krancke zubereiten kan, nebst einem Unterricht allerhand Confect, Latwergen, Säfft und andere eingemachte Sachen zuzurichten, Mit einem vollständigen Register versehen. 11 Bl., 528 S., 36 Bl. Titel in Schwarz und Rot. Mit gestochenem Frontispiz. 13 x 8 cm. Halbpergament d. Z. (starke Gebrauchsspuren). Nürnberg, Erben Johann Hoffmann und Witwe Streck, 1712.
VD18 1166990X. Weiss 4277 (ohne Bindestrich im Titel) – "Sehr seltenes Nürnbeger Kochbuchs mit 820 alphabetisch geordneten Rezepten von 'Aal braten' bis 'Zucker-Zelten zu machen'. Das Werk wurde später als 'Nürnbergische wohlunterwiesene Köchin' weitergeführt" (Weiss). – Sechs Blatt der Lage M mit unfachmännisch überklebtem Riss, dort durch Abklatsch stärker gebräunt. Anfangs etwas gebräunt und braunfleckig sowie mit Feuchtigkeitsrand, vereinzelte Flecken.
Biedermann, Johann Gottfried
Geschlechtsregister des hochadeligen Patriciats zu Nürnberg
Los 407
Schätzung
600€ (US$ 690)
GENEALOGIE UND HERALDIK
Biedermann, Johann Gottfried.Sammlung von Werken zur Genealogie des fränkischen Adels. 9 Teile in 3 Bänden. 34 x 20 cm. Halbleder d. Z. (berieben und bestoßen). Bayreuth, Friedrich Elias Dietzel, 1746-1752.
Enthält: I. Genealogie der hohen Fürstenhäuser im Fränkischen Crayse. Erster Theil (alles Erschienene). Bayreuth, Dietzel, 1746. - Pfeiffer 15425. - II. Geschlechtsregister der Reichsfrey unmittelbaren Ritterschaft Landes zu Franken Löblichen Orts Baunach. Bayreuth, Dietzel, 1747. - Pfeiffer 15510. - III. Geschlechts-Register der Reichs-Frey-unmittelbaren Ritterschafft Landes zu Francken Löblichen Orts-Gebürg. Bamberg, Gertner, 1747. - Pfeiffer 15522. - IV. Geschlechtsregister des hochadeligen Patriciats zu Nürnberg. Bayreuth, Friedrich Elias Dietzel, 1748. - Pfeiffer 29622. - V. Geschlechtsregister der Reichsfrey unmittelbaren Ritterschaft Landes zu Franken Löblichen Orts an der Altmühl. Bayreuth, Dietzel, 1748. - Pfeiffer 15498. - VI. Geschlechts-Register der Reichs-frey unmittelbaren Ritterschafft Landes zu Francken, löblichen Orts Steigerwald. Nürnberg, Franz Köngott, 1748. - Pfeiffer 15550. - VII.
Geschlechtsregister der Reichsfrey unmittelbaren Ritterschaft Landes zu Franken Löblichen Orts Rhön und Werra. Bayreuth, Dietzel, 1749. - Pfeiffer 15541. - VIII. Geschlechts-Register der Reichs Frey unmittelbaren Ritterschafft Landes zu Francken löblichen Orts Ottenwald. Kulmbach, Spindler, 1751. - Pfeiffer 15530. - IX. Geschlechts Register der löblichen Ritterschaft im Voigtlande. Kulmbach, Johann Albrecht Spindler, 1752. – Stellenweise gebräunt und fleckig, sonst wohlerhalten. Zwischengebunden sind mehrere handschriftliche oder gedruckte Ergänzungen zu den Tabellen. Darunter auch Federzeichnungen verschiedener Wappen, teils koloriert.
Einzinger v. Einzing, Johann Martin Maximilian
Bayerischer Löw
Los 408
Schätzung
300€ (US$ 345)
Einzinger von Einzing, Johann Martin Maximilian. Bayerischer Löw, Das ist: Historisches und Heraldisches Verzeichniß der Bayerischen Turnierer, und Helden. 2 Teile in 1 Band. 8 Bl., 431 S., 10 Bl.; 614 S., 1 Bl. Mit Textkupfer, 23 Kupfertafeln und 12 mehrfach gefalteten Stammtafeln (ohne das gestochene Frontispiz). 21 x 16 cm. Modernes Halbleder. München, Franz Joseph Thuille, 1762.
Pfister I, 4255. Lentner II, 3060. ADB V, 763: "Sein bedeutendstes Werk". – Erste Ausgabe. Seltenes Turnierbuch, das sich mit Adelsrängen, Turnieren, Erbfolgen, Ritterorden uvm. beschäftigt. Der erste Band behandelt Turniere und den Adel, Band II enthält genealogische und heraldische Erläuterungen der bayerischen Turniere. Die Kupfertafeln zeigen jeweils 20 fein gestochene Wappen. – Es fehlt das Frontispiz. Titel verso mit Besitzvermerk und dekorativer kolorierter Wappenzeichnung von 1885. Kaum fleckig, das letzte Blatt teils hinterlegt.
Gatterer, Johann Christoph. Abriss der Diplomatik. 4 Bl., 374 S. Mit 12 gefalteten Kupfertafeln. 20,5 x 12 cm. Leder d. Z. (berieben und mit Lager- sowie Wurmspuren) mit rotem RSchild und RVergoldung (diese stark verblasst). Göttingen, Vandenhoeck und Ruprecht, 1798.
Berchem 339. – Erste Ausgabe. Johann Christoph Gatterers (1727-1799) "bleibendes Verdienst liegt auf dem Gebiete der historischen Hülfswissenschaften, der Diplomatik, Heraldik, Genealogie, Geographie ... Die genannten Disciplinen sind zum guten Theil durch Gatterer wissenschaftlich in Deutschland begründet oder doch eingebürgert und an den Universitäten eingeführt worden" (ADB VIII, 412). – Fl. Vorsatz mit altem Besitzeintrag. Papierbedingt gebräunt und gelegentlich etwas stockfleckig. Tafel Nr. 3 mit größerem Einriss. Die übrigen nur am Rand etwas abgegriffen.
Georg Wilhelm von Brandenburg-Bayreuth
Statuten des Hoch Fürstl. Brandenburg-Culmbachischen Ordens de la sincerité
Los 410
Schätzung
250€ (US$ 287)
Georg Wilhelm von Brandenburg-Bayreuth. Statuten des Hoch Fürstl. Brandenburg-Culmbachischen Ordens de la sincerité. 19 Bl. Mit 1 Frontispiz in Schabkunst von Christoph Weigel und 2 Kupfertafeln. 33 x 20 cm. Moderner Pappband. Bayreuth 1712.
Ab 1705 wurde der Roter Adlerorden durch den Markgrafen Georg Wilhelm von Brandenburg-Bayreuth als Ordre de la sincérité gestiftet. Das dekorative Frontispiz in Schabkunst von dem Kupferstecher Christoph Weigel (1654-1725). – Das Frontispiz knapp beschnitten und mit kleiner Fehlstelle. Titel und letztes Blatt stellenweise hinterlegt. Schönes Exemplar, selten.
Hartard von und zu Hattstein, D.
Die Hoheit des Teutschen Reichs-Adels
Los 411
Schätzung
180€ (US$ 207)
Hartard von und zu Hattstein, D. Die Hoheit des Teutschen Reichs-Adels. 11. Teil. 6 Bl., 590 S., 16 S., 1 Bl., 81 S., 1 Bl. Mit gestochenem Frontispiz und 8 Kupfertafeln. 35 x 22,5 cm. Pergament d. Z. (stark lädiert, mit hinterlegten Fehlstellen) Deckel mit Buntpapierbezug (berieben, fleckig undbestoßen). Fulda, Köß, 1740.
Graesse III, 218. Bernd No. 2514. – Erste Ausgabe des umfangreichen und bandweise in drei Alphabeten geordneten Verzeichnis des niederen deutschen Adels. Mit jeweils ausführlicher Ahnentafel und Abbildung der betreffenden Stammwappen. Jeder Band mit mehreren Registern, die auch die großmütterlichen, mütterlichen und eingeheirateten Ahnen verzeichnen. Das gestoch. Widmungsblatt mit Porträt des Abts des Hochstifts Fulda, Adolph, darunter eine hübsche Gesamtansicht der Stadt. – Etwas stockfleckig, gewellt und mit kleinen Gebrauchsspuren.
Reiger, Johann Friedrich
Die ausgeleschte Chur-Pfaltz-Simmersche Stamms-Linie + Beiband
Los 412
Schätzung
240€ (US$ 276)
(Johann Friedrich Reiger). Die ausgeleschte Chur-Pfaltz-Simmersche Stamms-Linie, mittelst weil. beyder in den Jahren 1680. und 1685. abgestorbener Durchl. Churfürsten zu Pfaltz Carl Ludwigen und Carls, Vater und Sohn, worinnen derselben Lebens-Lauff begriffen, und was sich unter beyder Regierung sowol in public- als privat Sachen zugetragen, erzehlet wird; Zur Erläuterung der Pfältzisch- und Zweybrückischen Successions-Sache, aufs neue übersehen, und mit verschiedenen Anmerckungen heraus gegeben. 8 Bl., 304 S. 16,5 x 10 cm. Halbpergament d. Z. (etwas fleckig und berieben) mit hs. RTitel. Saarlouis, Claudie Messange, 1732.
VD18 14550563. – Eine von zwei im selben Jahr erschienenen Druckvarianten der genealogischen Schrift über die Familiengeschichte der Fürsten von Simmern. Früher an der Saar erschienener Druck, hergestellt in der "Teutschen Buchdruckerey" von Claudine Messange in Saarlouis. – Titel mit verblassten Wischern, mit schmalem Feuchtigkeitsrand, sonst wohlerhalten. – Vorgebunden: Historischer Schau-Platz aller Rechts-Ansprüche auf Jülich, Cleve, Berg, Marck, Ravensberg, Ravenstein, Winnenthal und Breskesand. 8 Bl., 306 S., 248 S., 4 Bl. Mit 5 typographischen Falttabellen. Frankfurt und Leipzig 1738. - VD18 11573570. - Einzige Ausgabe der unfirmierten und anonym zusammengestellten Darstellung. "Mit 5. vollständigen genealogischen Tabellen erläutert und einer geographischen Beschreibung dieser sämtlichen Lande auch darzu nöthigen Uhrkunden" (Untertitel). - Etwas fleckig.
Seibertz, Johann Suibert
Stammbuch der Familie Seibertz zu Wildenberg und Brunsrappel
Los 413
Schätzung
300€ (US$ 345)
(Seibertz, Johann Suibert). Stammbuch der Familie Seibertz zu Wildenberg und Brunsrappel. 136 S. Mit lithographischem Frontispiz, lithographischem Titel, 4 lithographischen Wappentafeln mit je 8 Darstellungen und 12 typographischen gefalteten Stammtafeln. 25 x 19,5 cm. (Arnsberg, Stein) 1847.
Einzige Ausgabe der in kleiner, ausschließlich als Gabe für die Familienmitglieder gedruckten genealogischen Schrift. Das Frontispiz zeigt das "Stammhaus der Familie Seibertz zu Mayen". – Titel und Frontispiz schwach stockfleckig, einige der Stammtafeln mit Quetschfalten.
Siebmacher, Johann. New Wapenbuch: Darinnen deß H. Röm. Reichs Teutscher Nation hoher Potentaten, Fürsten, Herren, und Adelspersonen, auch anderer Ständt und Stätte Wapen [und:]
Newen Wapenbuchs [und:] Deß neuen Teutschen Wappenbuchs. Teil I, II und III (von 5) in 2 Bänden. Mit 3 Kupfertiteln und 587 (von 590) Kupfertafeln. 15 x 19 cm. Leder d. Z. (berieben, datiert: "1624"; Rücken erneuert) mit Blindprägung auf den Deckeln bzw. Pergament d. Z. (stärker berieben, Kapital erneuert) mit spanischen kanten. Nürnberg, Abraham Wagenmann und Paulus Fürst, 1612-1656.
Bernd 2296. Berchem I, 573. Lipperheide Rc 10. Vgl. Graesse VI/1, 400. – Posthum erschienene Auflagen (erster und zweiter Teil 1612 gedruckt) des berühmten Wappenbuchs des Radierers und Verlegers Johann Ambrosius Siebmacher (1561-1611) mit über 5000 Wappendarstellungen. Angesichts seiner Wichtigkeit für die Heraldik erfuhr Siebmachers Hauptwerk im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Neuauflagen, Verbesserungen und Erweiterungen. "Von Silbermacher selbst nur die beiden ersten Bände. Nach seinem Tode gingen alle Platten an Paulus Fürst über, der sie wiederholt zu neuen Ausgaben benutzte und später das Wappenbuch um vier weitere teile vermehrte" (Lipperheide). – In Teil II fehlen die Tafeln 40, 92 und 93. Teil III mit Bibliotheksstempel und rasiertem Besitzvermerk auf dem Titel. Etwas finger- und braunfleckig, sonst gut erhalten.
Siegelsammlung
von ca. 1000 ausgeschnittenen und auf Papier montierten Lacksiegeln. 18.-19. Jahrhundert
Los 415
Schätzung
900€ (US$ 1,034)
Siegelsammlung von ca. 1000 ausgeschnittenen und auf Papier montierten Lacksiegeln, verso zumeist alt beschriftet. Meist in Rot oder Schwarz. Durchmesser: 1 bis 6 cm. Lose im modernem Pappkarton. Zumeist 18.-19. Jahrhundert.
Wenige gebrochen und mit kleinen bis größeren Gebrauchsspuren.
Tyroff, J. A. Wappenbuch der Preußischen Monarchie. Teil I-IV (von 5) in 2 Bänden. Mit 4 gestochenen Titeln und 375 (von 400) Kupfertaf. Modernes Leinen mit goldgeprägtem RSchild. Nürnberg 1828-1837.
Graesse VI/2, 220. Bernd 2569 (nur Band 1). – Erste Ausgabe. Die zahlreichen Wappen von Fürsten, Grafen, Freiherren sowie der Adeligen alphabetisch sortiert. Der bei Graesse genannte fünfte Band ist vermutlich ein Nachtrag. – Die ersten 25 Kupfer von Band II fehlen. Innenspiegel mit Exlibris. Papierbedingt gebräuntes, sonst gut erhaltenes Exemplar. Aus der Bibliothek des Prinzen August von Preußen (1779-1843).
NUMISMATIK
Ficoroni, Francesco de. I piombi antichi. Dedicata alla santità di nostro signore Papa Benedetto XIV. 6 Bl., 168 S. Titel in Rot und Schwarz. Mit gestochenem Frontispiz, gestochener Titelvignette und 64 Kupfertafeln. 26,5 x 20 cm. Pergament d. Z. (gering fleckig, berieben und bestoßen) mit hs. RTitel. Rom, Girolamo Mainardi, 1740.
Graesse II, 576. – Erste Ausgabe der umfangreich illustrierten antiken Münzkunde durch den Archäologen und Experten für die römische Antike Francesco de’ Ficoroni (1664-1747). Eine lateinische Ausgabe erschien 1750. – Etwas stockfleckig, vorderes Innengelenk angeplatzt, Vorsätze stark braunfleckig. Innenspiegel mit dem Wappenexlibris von Giuseppe Capece-Latro (1744-1836), Erzbischof von Tarent und einflussreicher italienischer Staatsmann.
Havercamp, Sigebert
Medailles de grand et moyen bronze du cabinet de la Reine Christine
Los 418
Schätzung
750€ (US$ 862)
Havercamp, Sigebert. Medailles de grand et moyen bronze du cabinet de la Reine Christine. Nummophylacium Reginae Christinae, quod comprehendit numismata aerea imperatorum romanorum, latina, graeca, atque in coloniis cusa, quondam a Petro Santes Bartolo. 6 Bl. 464 S. Titel in Rot und Schwarz. Mit 2 wiederholten gestochenen Titelvignetten, gestochener Textvignette und 63 Kupfertafeln. 39 x 25,5 cm. Kalbleder d. Z. (berieben und bestoßen, Gelenke teils angeplatzt, vor allem der Rückdeckel mit Schabspuren) mit ornamentaler RVergoldung und goldgeprägtem RSchild. Den Haag, Pierre de Hondt, 1742.
Brunet III, 62. Ebert 9328. Hoefer XXIII, 619f. Lipsius 178. – Einzige Ausgabe. Reich illustrierter Katalog der römischen Kaisermünzen aus der Sammlung der dänischen Königin Christine. Mit lateinisch-französischem Paralelltext. – Etwas gebräunt und braun- oder stockfleckig, teils mit schmalen Feuchtigkeitsrändern, eine Lage in der unteren rechten etwas gestaucht, wenige Tafeln gestempelt. Sonst wohlerhalten.
Medaillen und Plaketten seit dem XV. Jahrhundert. 3 Bl. Mit losen 54 auf kräftigen dunkelgrauen Karton montierte Tafeln. 34 x 25 cm. OHalbleinenmappe (fleckig, Rücken etwas lose) mit goldgeprägtem Titel auf dem Vorderdeckel. Elberfeld, Schöpp & Vorsteher, (1911).
Die ersten Abbildungen zeigen Medaillen von Vittore Pisano, Benvenuto Cellini, Hanibal Fontana sowie weiteren tlw. nicht bekannten italienischen und französischen Künstlern. Unter den frühen deutschen Künstlern sind nennenswert: Peter Flötner, Mathäus Walbaum, Ferdinand von St. Urbain. Aus dem 19. Jahrhundert vertreten sind u.a. Christian Rauch, J. C. Chaplain, O. Rotty, Herman Hahn, Hugo Kauffmann. Ab Tafel 38 folgen meist deutsche Künstler des 20. Jahrhunderts: R. Bosselt, M. Dasio, L. Chr. Lauer, K. Goetz u.a. – Textblätter und Tafeln nahezu sauber.
JUDAICA
Josephus, Flavius. Sämmtliche Wercke, als zwantzig Bücher von den alten Jüdischen Geschichten ... Mit vielen Anmerkungen, wie auch accuraten Registern versehen und ausgefertiget von Johann Friedrich Cotta. 3 (statt 4) Bl., 735 S.; 212 S.; 178 S.; 34 S. Titel in Schwarz und Rot. Mit Kupfertitel, 8 (1 gefaltet) Kupfertafeln und gefalteter Kupferstichkarte. 35 x 24 cm. Leder d. Z. (stark berieben) mit schlichter RVergoldung und goldgeprägtem RSchild. Tübingen, Johann Georg Cotta, 1736.
Graesse III, 482. – Erste von dem Tübinger Theologen Johann Friedrich Cotta (1701-1779) herausgegebene Ausgabe. – Es fehlt der Vortitel. Die Faltkarte mit verso überklebtem Randeinriss. Leicht fleckig.
Lund, Johann
Die alten Jüdischen Heiligthümer, Gottesdienste und Gewohnheiten
Los 421
Schätzung
180€ (US$ 207)
Lund, Johann. Die alten jüdischen Heiligthümer, Gottesdienste und Gewohnheiten, für Augen gestellet, in einer ausführlichen Beschreibung des gantzen Levitischen Priesterthums. Mit gestochenem Portrait, gestochenem Frontispiz, 24 (von 29) teils gefalteten Kupfertafeln von Johann Wilhelm Michaelis und mehrere Textholzschnitten. 18 Bl., 1090 S., 71 Bl. 34 x 19,5 cm. Titel in Schwarz und Rot. Pergament d. Z. (etwas fleckig und berieben) mit hs. RTitel. Hamburg, Johann W. Fickweiler, 1711.
VD18 11134836. Fürst I, 274. Lipperheide I, 130. – Spätere Ausgabe; die erste Ausgabe erschien 1704. Enthält: "I. Von der Stiffts-Hütten. II. Von dem Tempel. III. Von den Hohen- und andern Priestern. IV. Von den Leviten, deren Ursprung. V. Von dem täglichen Gottesdienst der alten Hebräer" (Untertitel). – Vorsätze erneuert, Frontispiz, Porträt und Vortitel am Innensteg verstärkt; Titel und erstes Blatt am Innensteg teils locker und offen. Papierbedingt stärker gebräunt, mit Randläsuren, teils hinterlegten Einrissen und kleinen Fehlstellen, knickspurig, stock- und fingerfleckig.
Mahzôr
’im lešôn aškenaz. Offenbach, Zebi Hirsch, (1811). + Beilage
Los 422
Schätzung
250€ (US$ 287)
Mahzôr. ’im lešôn aškenaz we-hadarat qôdeš ke-minhag aškenaz û-š’ar qehillôt qedôšôt û-mevû’ār bi-vē'ûr maspîq (hebraice: "Mahzor. In aschkenasischer Sprache und in heiliger Pracht, gemäß dem Brauch der Aschkenasim und anderer heiliger Gemeinden, und in ausreichender Klarheit erläutert."). Band VII (von 9). 88, 8 num. Bl. 19,6 x 12 cm. Halbleder d. Z. (etwas gedunkelt, gering berieben) mit rotem RSchild und (gedunkelter) RVergoldung. Offenbach, Zebi Hirsch, (1811).
Ashkenasisch-jüdisches Gebetbuch "Machsor" aus dem jüdischen Jahr 5557, was auf den Zeitraum um 1797 datiert, gedruckt in der bekannten Druckerei des Zebi Hirsch in Offenbach. Zebi Hirsch (auch Zvi Hirsch Segal Spitz aus Pressburg) war ein bedeutender jüdischer Buchdrucker, der ab 1767 den hebräischen Buchdruck in Offenbach am Main nach einer jahrelangen Pause wiederbelebte. Seine Offenbacher Offizin druckte zahlreiche klassische Werke wie Haggadot und Gebetbücher. Vorhanden aus der Reihe der Gebetbücher ist hier Band VII "Le-yôm rîšôn we-šēnî šel Pesah" von insgesamt neun zwischen 1797 und 1827 erschienenen Bänden. Der Band enthält die Festtagsgebete und liturgischen Dichtungen (Pijjutim) für Pessach mit einem leicht verständlichen hebräischen Kommentar sowie Erklärungen in jiddischer Sprache (im Text als "Leschon Aschkenas" bezeichnet), damit die Betenden den tieferen Sinn der Gebete auch unter Zeitdruck direkt verstehen können. – Nur vereinzelt etwas fleckig und mit kleinen Gebrauchsspuren, insgesamt sehr gut erhaltenes Exemplar. – Beiliegt: Slichoth mikal ha-shana (hebraice: "Bußgebete für das ganze Jahr"). 113 num. Bl. 18,5 x 11,3 cm. Stark lädierte Pappe über lädierten Holzdeckeln. Wien, Anton Edler von Schmid, 1838. - Die Bußgebete nach dem Ritus der jüdischen Gemeinden in Böhmen, vor allem in Prag, in Mähren, Ungarn und Schlesien. - Stärker lädiert und mit einigen heftigeren Gebrauchsspuren, Fingerflecken, Rissen, Anschmutzungen etc., wohl aber komplett.
Brinckmann, Johann Peter
Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme
Los 423
Schätzung
300€ (US$ 345)
KULTUR- UND SITTENGESCHICHTE
Brinckmann, Johann Peter. Vergleichung der Erziehung der Alten mit der heutigen, und Untersuchung welche von beiden mit der Natur am meisten übereinstimme. 570 S., 1 Bl. 17,5 x 10,5 cm. Leder d. Zeit mit RSchild (leicht berieben und mit wenigen Wurmstichen, Rückenschild mit kl. Abplatzungen). Dessau und Leipzig, Buchhandlung der Gelehrten, 1784.
Erste Ausgabe. Pädagogisches Hauptwerk des großen Arztes und Philanthropen. Brinckmann (1746-1785) zeigt, daß die antike Pädagogik in den humanistischen Bildungsvorstellungen seiner Zeit höchst einseitig und in einer der menschlichen Natur wenig entsprechenden Weise mißverstanden worden sei. Die Schrift wurde "von den beiden kühnen Neuerern auf dem Gebiete der Pädagogik, Basedow und Campe, mit freudigem Beifall begrüßt. Campe trug Brinckmann sofort die Mitarbeiterschaft an seinem großen pädagogischen Sammelwerke (der Allgemeinen Revision) an, das damals gerade in Vorbereitung war" (ADB XLVII, 236). Ähnlich wie Basedow war Brinckmann ein Vertreter des eudämonistischen Prinzips und bestimmte als oberstes Erziehungsziel die Glückseligkeit, die in einer glücklichen und möglichst allseitigen Entwicklung aller Anlagen des Zöglings liege. "Allenthalben offenbart sich der denkende Arzt, der neben vielem andern die große Bedeutung der lange fast vergessenen Gymnastik eingehend hervorhob - hier wie in vielen andern Dingen seiner Zeit um Jahrzehnte in der Erkenntnis vorauseilend" (ADB). – Gering stockfleckig.
Hermann, Johann Gottlieb
Der Mystagog oder vom Ursprung und Entstehung aller Mysterien
Los 424
Schätzung
220€ (US$ 253)
(Hermann, Johann Gottlieb). Der Mystagog oder vom Ursprung und Entstehung aller Mysterien und Hieroglyphen der Alten welche auf die Freymaurerey Bezug haben aus den ältesten Quellen hergeleitet und aufgesucht von einem ächten Freymaurer. 4 Bl., 319 S. 20 x 11,5 cm. Pappband d. Z. (etwas lädiert, beschabt, bestoßen, lichtrandig, leicht geöffnete Gelenke und Fehlstellen) mit goldgeprägtem RSchild. Osnabrück und Hamm, Philipp Heinrich Perrenon, 1789.
Wolfstieg 4868. – Einzige Ausgabe dieser Geschichte der Mysterien. Behandelt werden in 16 Kapiteln u. a. "Ursache der Abgötterey", "Von der Entstehung der Hieroglyphen", ferner über Ursprung, Geschichte, Untergang und Einweihungsrituale der ägyptischen Mysterien, die Lehren des Pythagoras und die griechischen Mysterien. Am Schluss mit dem "Beweis, daß der Freymaurerorden die Forstsetzung der alten Mysterien unter veränderter Gestalt sey". – Mit hs. Bestizvermerk auf dem Vorsatz und dem Titel "Gutjahr". Etwas stockfleckig und mit kleiner Fehlstelle am fliegenden Blatt. Vorderes Innengelenk offen.
Holwell, John Zephaniah. Événemens historiques intéressans. Traduit de l'Anglois. 2 Bände. XXVIII S., 2 Bl., 208 S.; 2 Bl., 184 S. Mit 9 gefalteten Kupfertafeln. 20 x 10,5 cm. Halbleder d. Zeit mit RSchildern und floraler RVergoldung (berieben, Rückgelenk von Bd. 1 mit kleiner Wurmspur, Ecken sorgfältig restauriert). Amsterdam, Arkstee und Merkus und Paris, de Hansy le Jeune, 1768.
Cox I, 297. – Erste französische Ausgabe. Die Originalausgabe erschien 1766-67 (Bd. I und II; ein dritter Band erschien erst 1771 und wurde wohl nicht mehr übersetzt). Holwell (1711-78) arbeitete nach seiner Ankunft in Bengalen zunächst als Chirurg, später in der Verwaltung, wo er für kurze Zeit sogar zum Gouverneur Bengalens aufstieg. Bekannt wurde Holwell durch sein Buch über die Ereignisse im Schwarzen Loch von Kalkutta 1756. Als einziger Bericht eines Beteiligten galt es lange Zeit als authentisches Zeugnis; später stellte sich heraus, daß Holwell die Fakten stark zum Nachteil der indischen Beteiligten verändert hatte. Die vorliegende Arbeit bietet zum einen eine Geschichte Bengalens, seiner Menschen und ihrer Glaubenswelt, zum anderen ist es die erste Untersuchung eines Europäers über die bengalischen Altertümer (einige abgebildet auf den 5 Tafeln in Band 2). Holwell hatte zwar Hindi gelernt, verfügte aber nicht über Sanskrit-Kenntnisse, sodass für spätere Forscher einige Irrtümer bezüglich der indischen Mythologie zu berichtigen blieben. Die Karten in Bd. I zeigen u.a. den Lauf des Jumna-Flusses mit den daran liegenden Städten und Ortschaften. – Gering gebräunt und stockfleckig, S. 145-160 sowie Tafeln in der unteren Ecke wasserrandig. Beide Titel verso mit Stempel des Joachimsthalschen Gymnasiums (Nachlaß (F. W. von) Thulemeier), darüber "Ausgeschieden" Stempel.
Meisner, Ernst
Ein Hundert Drey-unddreyssig Gotteslästerliche
Los 426
Schätzung
450€ (US$ 517)
Meisner, Ernst. Ein Hundert Drey-unddreyssig Gotteslästerliche, gottlose, schändliche und schädliche, auch unanständige, und theils falsche teutsche Sprüch-Wörter. 8 Bl., 143 S. 16,5 x 9 cm. Moderner Halbpergamentband (etwas berieben und bestoßen, Gelenke mit kleinen Einrissen) mit goldgeprägtem RTitel. Jena, Johann Bielcke, 1705.
Sehr seltenes Werk, das sich kritisch mit umstrittenen oder als unmoralisch empfundenen Redewendungen des frühen 18. Jahrhunderts befasst. Ernst Meisner widerlegt ebenso einige der theologischen bzw. moralischen Sprichwörter. Von uns konnte kein weiteres Buch ausfindig gemacht werden, nur zwei Mikrofich-Versionen in zwei Bibliotheken. – Papierbedingt gebräunt, sonst gutes Exemplar.
Pancirolli, Guido. Rerum memorabilium sive Deperditarum commentariis illustrata, et loci prope innumeris postremum aucta ab Henrico Salmuth. 2 Teile in 1 Band. 3 Bl., 349 S., 10 Bl.; 313 S., 9 Bl. Mit Kupfertitel. 20,5 x 17 cm. Pergament d. Z. mit hs. RTitel. Frankfurt, Erben Johann Gottfried Schönwetter, 1660.
Graesse V, 117. Katalog Rosenthal 8744. Dorbon-Aine 3452 (Ausgabe 1631). – Eine von mehreren Druckvarianten der Ausgabe, die 1660 in Frankfurt erschien. Interessantes Sammelwerk des italienischen Juristen Guido Pancirolli (1523-1599) über naturwissenschaftliche, geographische und kulturhistorische Errungenschaften. Behandelt Porzellan, Uhren, Typographie, Papier, Musik, Alchemie, Getränke, Bibliotheken, antikes Schiffswesen, Geheimschriften u. a. Mit einer ausführlichen Beschreibung Amerikas auf 64 Seiten (vgl. Sabin XIV, 58412). Der Kupfertitel mit einer allegorischen Darstellung der Alten und der Neuen Welt, sowie dem Inneren einer Druckerwerkstatt. Der Erstdruck erschien 1599 bis 1602 posthum in Frankfurt und Amberg. – Schwach braunfleckig, sonst wohlerhalten.
Praetorius, Johann (d. i. Hans Schultze). Daemonologia Rubinzalii Silesii. Das ist, Ein ausführlicher Bericht, von den wunderbarlichen, sehr alten, und weitbeschrienen Gespensts dem Rübezahl; welches sich, auff den Gebürgen in Schlesien und Böhmen erzeiget. 3 Teile in 1 Band. 10 Bl., 292 S.; 1 Bl., 232 S., 3 w. Bl.; 12 Bl., 264 S. (ohne Register). 13 x 7 cm. Leder d. Z. (stärker berieben, Ecken etwas bestoßen, Rückenbezug am unteren Kapitale mit Fehlstelle, mit einigen Wurmlöchern, mit hs. RSchild) mit goldgeprägter Rücken- und Deckelfilete. Arnstadt bzw. Rudolstadt und Leipzig, Caspar Freyschmied für Johann Barthol Oehler, 1662-1665.
Dünnhaupt V, 3155, 10.I.2., 10.II.2. und 10.III.1. Faber du Faur II, 745d. Graesse, Bibliotheca Magica 22. Hayn, Praetorius 84. Jantz II, 2021. ADB XXVI, 524, 5. Vgl. Goedeke III, 238, 9. – Mischauflage der in verschiedenen Drucken überlieferten ersten umfassenden literarischen Gestaltung des Rübezahlstoffes, Hauptwerk des unter zahlreichen Pseudonymen schreibenden Polyhistors Johannes Praetorius (1630-1680). Der Teil I liegt in der leicht gekürzten späteren von zwei bekannten Fassungen mit dem Druckjahr 1662 vor (vgl. Dünnhaupt). Enthält eine Sammlung von über 250 teils nacherzählten, teils frei von ihm erfundenen Rübezahlgeschichten. "Es handelt sich hier um das erste große Rübezahlbuch, auf dem alle späteren Fassungen - auch die anderer Herausgeber - beruhen" (Dünnhaupt). "In spite of the halting German, Praetorius in this book has created the most vivid ghostly apparition of the century, a phantom which has persisted to the present time. One fearful story follows another. Rübezahl can take on any form and haunts everyone everywhere; but on the whole he remains just a humorous 'Poltergeist' and at times even turns benevolent. He is undoubtedly the most amusing of all ghosts" (Faber du Faur). – Es fehlen das weiße Schlussblatt in Teil I und das Gesamtregister am Schluss von Band III. Papierbedingt etwas gebräunt und braunfleckig, anfangs auch mit kleinerem Feuchtigkeitsrand. Ohne das vord. fl. Vorsatz. Exemplar mit allen drei Teilen.
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