Americanus ex Virginia (Amerikaner aus Virginia im Alter von 23 Jahren).
Radierung. 10,3 x 7,7 cm. 1645. Pennington 2009, Turner (New Hollstein) 816 II.
Für die Zeit recht außergewöhnlich zeigt uns Wenzel Hollar einen dreiundzwanzigjährigen amerikanischen Indigenen mit tätowiertem Gesicht, teilweise rasiertem Kopf und nacktem Oberkörper, den Blick auf den Betrachter gerichtet; er trägt einen Kopfschmuck aus Tierzähnen und eine Perlen- und Muschelkette. Laut George Hamell handelt es sich hierbei womöglich um einen Jacques genannten Mann aus dem Sprachgebiet der Munsee-Delaware an der Ostküste Nordamerikas, der in der Kolonie Neu Niederlande gefangen und 1644 nach Amsterdam verschifft wurde, wo man ihn als menschliche "Kuriosität" ausstellte. - Ausgezeichneter, feinzeichnender Druck mit feinem Rändchen um die teils zart gratige Plattenkante. Minimale Gebrauchsspuren, schwach angestaubt, sonst tadellos. Selten.
Paap, Hans
Bildnis einer indigenen Frau aus Taos, New Mexiko
Los 6451
Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)
Bildnis einer indigenen Frau aus Taos, New Mexiko.
Öl auf Leinwand. 76 x 61 cm. Unten rechts signiert und schwer leserlich bezeichnet "HANS PAAP / TAOS".
Lewis, James Otto
Waa-Na-Taa or the Foremost in Battle / Chief of the Sioux tribe
Los 6452
Schätzung
600€ (US$ 682)
"Waa-Na-Taa or the Foremost in Battle / Chief of the Sioux tribe".
Lithographie, handkoloriert. 35,3 x 25,5 cm. (1835-1836).
Diese handkolorierte Lithographie stammt aus The Aboriginal Portfolio, einem der seltensten frühen Werke zur Darstellung indigener Persönlichkeiten Nordamerikas. Die Mappe wurde zwischen 1835 und 1836 in Philadelphia von George Lehman und Peter S. Duval veröffentlicht. Die Porträts basieren auf Zeichnungen und Gemälden des Künstlers James Otto Lewis. Der in Philadelphia geborene Künstler arbeitete als Graveur und Porträtmaler und hielt sich über viele Jahre im Gebiet der Großen Seen auf. Auf Einladung des Gouverneurs des Michigan-Territoriums, Lewis Cass, porträtierte er 1823 den Shawnee-Propheten Tenskwatawa. In den folgenden Jahren begleitete Lewis mehrere diplomatische Expeditionen und Vertragsverhandlungen mit indigenen Nationen der Region und fertigte dabei zahlreiche Porträts führender Persönlichkeiten an.
Die Arbeiten gehören zugleich zu den frühesten größeren Lithographieprojekten der Vereinigten Staaten und dokumentieren Begegnungen zwischen der US-Regierung und indigenen Gemeinschaften im Gebiet der Großen Seen. Viele der ursprünglichen Gemälde von Lewis gingen später verloren, etliche wurden bei dem Brand des Smithsonian Institution Building im Jahr 1865 zerstört. Die Lithographien aus The Aboriginal Portfolio sind daher heute oft die einzigen erhaltenen bildlichen Zeugnisse dieser Porträts.
Ausgezeichneter Druck, links bis an die Darstellung geschnitten, oben und links knapp in diese, unten in den Text. Leicht stockfleckig und minimal gegilbt, etwas unregelmäßig beschnitten, unten links kleiner Randeinriss, sonst gut erhalten.
Wüstenlandschaft in Texas.
Aquarell und Gouache auf Papier, auf Karton aufgezogen. 31,7 x 39,8 cm. Unten links bezeichnet "Texas", unten rechts signiert "MAX RABES", verso (eigenh.?) bezeichnet "Professor Max Rabes / Wüste in Texas. (1929)" sowie mit einem Klebezettel der Galerie Del Vecchio, Leipzig.
Fischer, Paul (Pablo)
Reiter bei einem kleinen Dorf im Hochland von Mexiko
Los 6454
Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)
Reiter bei einer Hacienda im Hochland von Mexiko.
Aquarell und Deckfarben über Bleistift auf Aquarellpapier. 19,7 x 32,4 cm. Unten rechts monogrammiert "PF[ligiert]".
Italienisch
1. Hälfte 19. Jh. Blühende Königin der Nacht (Selenicereus grandiflorus); Aufgehende Feuerball-Lilie (Scadoxus multiflorus)
Los 6455
Schätzung
600€ (US$ 682)
1. Hälfte 19. Jh. Blühende Königin der Nacht (Selenicereus grandiflorus).
Aquarell und Gouache, weiß gehöht. 41,6 x 28,4 cm. Wz. "V. Galvani".
Ihren Namen erhielt die Königin der Nacht, die hauptsächlich in Mittelamerika, Mexiko und der Karibik beheimatet ist, aufgrund der Besonderheit, dass ihre Blüten immer nur für eine Nacht blühen, vom frühen Abend bis in die Morgenstunden. In vielen botanischen Gärten wird dies als spektakuläres Ereignis gefeiert. Beigegeben von derselben Hand ein weiteres Aquarell "Aufgehende Feuerball-Lilie (Scadoxus multiflorus)".
Französisch
19. Jh. Zwei Papageien mit grün-blauem Gefieder
Los 6456
Schätzung
800€ (US$ 909)
19. Jh. Zwei Papageien mit grün-blauem Gefieder.
Aquarell, teils mit Gummi arabicum gehöht, auf Whatman-Velin. 21,8 x 17,3 cm. Unten rechts signiert "B. de Boynes", auf dem Rückendeckel mit dem Etikett des Künstlerbedarfs "F. Manceau, Paris".
Kunstkammerobjekt mit Seeigel.
Seeigelgehäuse, blaue Glaselemente, Messingappliken auf einem schwarzen Steinsockel. Höhe ca. 31 cm.
Arrangement mit blauen Morphofaltern.
10 präparierte Morphofalter (Morpho menelaus alexandrovna) in einem Glassturz (Französisch, um 1850). Ca. 40 x 30 x 30 cm.
Der Morphofalter, auch Himmelsfalter genannt, lebt an den lichten Rändern des tropischen Regenwaldes Mexikos, Mittelamerikas, des nördlichen Südamerikas sowie Trinidads. Aufgrund seiner intensiv blauen Flügeloberseiten, deren Farbe durch die Interferenz des Lichtes auf den Schuppen der Flügel entsteht, zählt der Schmetterling zu den schönsten Arten dieser Spezies.
Clarac, Charles-Othon-Frédéric Comte de - nach
"Forêt vierge du Brésil"
Los 6459
Schätzung
1.800€ (US$ 2,045)
nach. "Forêt vierge du Brésil" (Im brasilianischen Urwald bei Rio Bonito).
Radierung und Grabstichel auf Bütten, von Claude-François Fortier, koloriert und weißgehöht. 67,2 x 82,3 cm. (1822). Nicht im IFF, P. Corrêa do Lago, L. Frank: Le comte de Clarac et la Forêt vierge du Brésil, Ausst.Kat. Paris 2005, S. 16.
Die Pracht der brasilianischen Tropenwälder war in Europa bis ins frühe 19. Jahrhundert weitgehend unbekannt. Dafür sorgten die portugiesischen Kolonialherren, die das Land jahrhundertelang fast hermetisch abriegelten. War noch Alexander von Humboldt die Einreise verwehrt worden, öffneten sich die Grenzen schließlich 1808 mit der Flucht des portugiesischen Hofes nach Rio de Janeiro. Erstmals konnten Naturforscher, Ethnographen und Künstler in das Dickicht der Selva eindringen. Eine der ersten Darstellungen d‘aprés la nature des Urwaldes stammt von Charles de Clarac. Der später vor allem als Archäologe bekannt gewordene Graf war ein begabter Zeichner, der sich 1816 im Gefolge einer diplomatischen Gesandtschaft für mehrere Monate in Brasilien aufhielt. Bei Rio Bonito begann Clarac mit der Anfertigung einer großformatigen Dschungelansicht. Obgleich die majestätische Naturauffassung zeittypisch romantisiert und die Komposition von Clarac aus beobachteten Elementen konstruiert ist, gilt seine Forêt vierge du Brésil aufgrund des Detailreichtums heute als erste „authentische“ Repräsentation des brasilianischen Tropenwaldes (Paris, Musée du Louvre, Inv. 53002). Das 1819 im Pariser Salon ausgestellte Aquarell geriet zur Sensation, sah ein breites Publikum doch zum ersten Mal ein Bild der üppig wuchernden, ursprünglichen Naturpracht.
Aufgrund des Erfolges war die Nachfrage für eine druckgraphische Übersetzung der Komposition gegeben. Die Wahl fiel auf den Stecher Claude-François Fortier, der seine großformatige Radierung 1822 ebenfalls auf dem Salon präsentierte.
Erstdruck mit dem Stempel Fortiers (Lugt 6223: "Le cachet avec un palmier dans un ovale se trouve sur des premiers tirages"). Ausgezeichneter Druck mit fein ausdifferenziertem Kolorit und schmalem Rand, unten mit feinem Rändchen. Das Papier insgesamt leicht vergilbt und wellig, einzelne Randeinrisse, die rechte Plattenkante gebrochen, Flecken im weißen Rand, vollständig mit Japanpapier hinterlegt, Montierungsreste, weitere Gebrauchsspuren, sonst in guter, insbesondere die Darstellung in sehr guter Erhaltung. Außerordentlich selten, laut Corrêa do Lago und Frank existieren nur ca. 12 Drucke mit dem Stempel Fortiers.
Fairnington, Mark
Rotohramadine (Stagonopleura oculata), Orchidee (Stanhopea tigrina) und Kannenpflanze (Nepenthes)
Los 6460
Schätzung
2.400€ (US$ 2,727)
Rotohramadine (Stagonopleura oculata), Orchidee (Stanhopea tigrina) und Kannenpflanze (Nepenthes).
Öl auf Leinwand. 81,5 x 66,5 cm. Signiert und datiert auf dem Keilrahmen verso "Fairnington 2000".
Der Schriftsteller, Kritiker, Kurator und Collagenkünstler Andrew Lambirth: „Fairnington verzerrt Maßstäbe, ordnet Arten neu und schafft neue, zweifelhafte Zufallskombinationen. Er bringt das Geheimnisvolle zurück in die Wissenschaft und erinnert uns daran, dass wir nicht alles wissen, dass vieles noch immer nicht erklärbar ist. Die Spannung zwischen den Elementen in seinen Gemälden wird bildlich aufgelöst, hinterlässt jedoch eine subtile Spannung - einen Funken Zweifel -, den der aufnahmebereite Betrachter aufnehmen kann.“ Dies zeigt auf beeindruckende Weise unser Gemälde: die Rotohramadine aus der Familie der Prachtfinken lebt ausschließlich in Australien, die Stanhopea tigrina kommt aus Mexiko, Bolivien und Brasilien, und das Verbreitungszentrum der fleischfressenden Kannenpflanze liegt in Indonesien, Malaysia und den Philippinen.
Provenienz: Sammlung Wolfgang Joop und Edwin Lemberg, Potsdam.
Österreichisch
19. Jh. Amazonenpapagei mit einer Frucht
Los 6461
Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)
19. Jh. Amazonenpapagei mit einer Frucht.
Öl auf Karton. 23,5 x 18,2 cm.
Brasilianischer Urwald.
Aquarell auf Velin. 34,9 x 24,8 cm. Unten rechts signiert "B. Wiegandt Rio [18]79".
Zwischen 1875 und 1880 lebte Bernhard Wiegandt auf Einladung seines Bruders in Brasilien. In diesen Jahren widmete er sich intensiv der Darstellung tropischer Landschaften, urbaner Szenerien und alltäglicher Beobachtungen, die er vorwiegend in Aquarellen festhielt. Mit leichter, zugleich präziser Handschrift fangen die Blätter Atmosphäre, Licht und Vegetation der Region ein und zeugen von einem wachen, dokumentarischen Blick.
Rio de Janeiro.
Öl auf Leinwand. 48 x 38,3 cm. Unten rechts in der nasse Farbe signiert, datiert und bezeichnet "Principe P. Gagerin 1937. Rio.".
Coculilo, Francisco
Bucht von Rio mit Blick auf den Zuckerhut und den Moro da Urca
Los 6464 [*]
Schätzung
600€ (US$ 682)
Bucht von Rio mit Blick auf den Zuckerhut und den Moro da Urca.
Öl auf Platte. 25 x 33,8 cm. Unten rechts signiert "F Cocolilo Rio".
Yachthafen auf Puerto Rico.
Öl auf Leinwand. 56,3 x 91,4 cm. Unten rechts signiert und datiert "Rudolf Jacobi 63." Keilrahmen der Firma Anco Bilt, Glendale (Queens), NY.
Jacobi studierte an der Kunstakademie Berlin und arbeitete danach als freischaffender Maler. 1923 heiratete er die Malerin Anna Ottilie Krigar-Menzel, genannt Annot. Zusammen eröffneten sie 1928 in Berlin die Malschule "Annot". Jacobi war Mitglied der Berliner Secession und stellte zusammen mit u.a. Lovis Corinth, Max Liebermann, Max Pechstein, Max Slevogt, Wilhelm Trübner und Fritz von Uhde aus. Die Berliner Nationalgalerie, die Stadt Berlin und das Preußische Innenministerium erwarben Arbeiten Jacobis. Als das Ehepaar sich 1933 weigerte, jüdische Schülerinnen von ihrer Malschule zu verweisen, veranlassten die Nazis die Schließung der Schule. Beide emigrierten in die USA und gründeten 1934 in New York im Rockefeller Center die „Annot Art School". Jacobi war eng mit dem katalanischen Cellisten Pau Casals befreundet, den er mehrfach porträtierte. Casals seinerseits übersiedelte nach dem Sieg Francos 1939 nach Puerto Rico. Die Jacobis, die sich wie Casals für Friedens- und Hilfsorganisationen engagierten, zogen 1956 zu dem engen Freund nach Puerto Rico, wo sie bis 1967 lebten. Anschließend kehrten beide nach Deutschland zurück und arbeiteten bis zu ihrem Ableben als freischaffende Künstler in München. Gemälde Jacobis findet man neben den Berliner auch in mehreren amerikanischen Museen, darunter dem Metropolitan Museum, sowie im Museum Kunst der Verlorenen Generation, Salzburg.
Blaschek, Franz
Studienblatt mit der Gemeinen Drachenwurz
Los 6466
Schätzung
1.500€ (US$ 1,705)
Studienblatt der Aram Dracunculus (Gemeine Drachenwurz).
Aquarell und Deckfarben auf C & I Honig-Bütten. 58,5 x 44,3 cm. Unterhalb der Darstellung signiert "Fr. Blaschek" und am Unterrand in Bleistift betitelt "Aram Dracunculus.".
Die ursprünglich aus der Türkei stammende und bis in den östlichen Mittelmeerraum verbreitete Drachenwurz wurde bereits in der Antike wegen ihres schlangenartigen Blütenstandes mit mythischen Kreaturen und Lindwürmern in Verbindung gebracht. In vielen Kulturen diente die Pflanze als Schutzsymbol gegen böse Geister und negative Energien.
Provenienz: Privatsammlung Wien.
Der Vulkan Antuco in Chile.
Öl auf Leinwand. 27 x 40,5 cm. Unten rechts monogrammiert und datiert "RK 1847".
Bereits mit 21 Jahren erkundete Robert Krause Chile und Peru auf seinen kaufmännischen Reisen nach Südamerika. Seine in Chile geknüpfte Bekanntschaft mit Charles Darwin und dem Maler Moritz Rugendas werden sein Interesse, die einzigartige und dramatische Landschaft der Andenregion festzuhalten, befeuert haben. Gemeinsam mit Rugendas bestieg Krause 1837/38 als einer der ersten Europäer den aktiven Vulkan Antuco und durchwanderte ganz offensichtlich das am Fuße liegende Seengebiet des Laguna de La Laja. Mit einer außergewöhnlichen Detailgenauigkeit und beflügelnder Lichtstimmung gibt Krause im Gemälde Flora und Fauna des ca. 1370 m über dem Meeresspiegel liegenden Vulkansees wieder, darunter Kakteen, Rosen und eine Herde Guanacos. Sein Werk, 1848 im Münchner Kunstverein ausgestellt, spiegelt das mit Alexander von Humboldts Reisen erneuerte Interesse an der Erforschung Lateinamerikas durch Künstler und Naturwissenschaftler.
Provenienz: Ankauf durch den Münchner Kunstverein 1848, durch diesen verlost.
Süddeutsche Privatsammlung.
Literatur: Rechenschafts-Bericht des ... Kunst-Vereins in München für das Jahr 1847, München 1848, S. 56, Nr. 28.
"Time XIX".
Acryl und Öl auf Leinwand. 87 x 100 cm. Verso in rotbraunem Stift eigenh. betitelt, datiert und signiert "TIME XIX / 87 x 100 / Acryl / Oil / Canvas / 2005 / Helmut / HELMUT DITSCH".
Die Erhabenheit der Bergwelt, ob in den argentinischen Anden oder in den österreichischen Alpen, beschäftigt Ditsch seit 1985. In fast altmeisterlich sorgfältiger Manier widmet er sich dem zerborstenen, in verschiedenen Blautönen schimmernden Gletscher, dem Glaciar Perito Moreno in Patagonien, und erzielt mit der feinsinnigen Gestaltung von Licht und Schatten einen nahezu hyperrealistischen Effekt. Die Elemente Wasser, Eis und Luft scheinen als Naturphänomene durch seine Malerei Gestalt anzunehmen und als Ausdruck von Unvergänglichkeit einen metaphysischen Aspekt zu offenbaren. Ab 1988 studierte Ditsch, der als Extrembergsteiger auch selber diesen Elementen immer wieder existenziell ausgesetzt war, Malerei an der Akademie der bildenden Künste in Wien.
Provenienz: Sammlung Wolfgang Joop und Edwin Lemberg, Potsdam.
Lenbach, Franz von
Bildnis des Polarforschers Fridtjof Nansen
Los 6469
Schätzung
6.000€ (US$ 6,818)
Bildnis des Polarforschers Fridtjof Nansen.
Öl auf Malkarton. 78,5 x 66,5 cm. Oben rechts signiert und datiert "F. Lenbach 1899".
Als einer der großen Polarforscher ist Fridtjof Nansen in die Geschichte eingegangen. Ende des 19. Jahrhunderts durchquert der Norweger als Erster das eisige Innere Grönlands auf Skiern und macht sich daneben als Pionier der damals noch jungen Neurologie einen Namen. Die Polarforschung hat den studierten Zoologen bereits fest in ihren Bann gezogen. Als Nansen 1896 von einer weiteren Expedition, diesmal zum Nordpol, mitsamt seinem Team unversehrt zurückkehrt, ist sein Ruhm endgültig zementiert. Eine etwas kleinere Ölstudie ebenfalls aus dem Jahr 1899 mit dem Bildnis Nansens bewahrt das Oslo Museum.
Provenienz: Lempertz, Köln, Auktion am 15. Mai 1999, Los 1436.
Süddeutsche Privatsammlung.
Amundsen, Roald
Roald Amundsen: Maud-Expedition in die Arktis: Ehrenurkunde für Hakon H. Hammer
Los 6470
Schätzung
750€ (US$ 852)
Roald Amundsen: Maud-Expedition in die Arktis: Ehrenurkunde für Hakon H. Hammer.
Feder in Schwarz, schwarze Kreide mit Goldhöhungen und Aquarell auf Velin von Yngvar Sonnichsen (1878 Oslo - 1938 Seattle). 38,5 x 28,9 cm. Unten rechts monogrammiert "YS" (ligiert), mit der eigenhändigen Unterschrift von Roald Amundsen.
Roald Amundsen lernte Hakon Hedemann Hammer 1921 in Seattle kennen. Der 1886 in Dänemark geborene Hammer fungierte fortan als Finanzier für Amundsens Durchfahrung der Nordostpassage mit dem Forschungsschiff Maud, das am unteren Bildrand gezeigt ist. Oben erscheint der von Amundsen und seiner Crew gezähmte Eisbär Marie.
Eiskathedrale.
Öl auf Faserplatte. 80 x 60 cm. Unten links signiert und datiert "A. von Riesen 1919/1924".
Unter blassblauem Himmel hat sich in einer von Menschen unbewohnten Gegend Eis zu einer grandiosen Formation aufgetürmt, die an eine Kathedrale der Gotik erinnert. Der aus Moskau stammende und in Berlin wirkende Künstler Alexander von Riesen war fasziniert von außergewöhnlichen Naturphänomenen, die er in seinen ungewöhnlichen Gemälden festhielt.
Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers.
Fecht, Hannes von der
Lomonossow-Rücken im Arktischen Ozean
Los 6472
Schätzung
600€ (US$ 682)
Lomonossow-Rücken im Arktischen Ozean.
Fine Art Print auf Hahnemühle Photo Rag. 82 x 82 cm. 2004.
Im Spätsommer 2004 startete eine Forschungsexpedition vom norwegischen Tromsø in Richtung Nordpol. Die Arctic Coring Expedition (ACEX) war Teil eines internationalen Forschungsprogramms, an dem Europa, die USA, Kanada und Japan beteiligt waren. Über mehrere Wochen wurden Sedimentproben aus dem arktischen Ozeanboden am Lomonossow-Rücken entnommen, die Einblicke in die Klima- und Umweltgeschichte der Arktis lieferten - mit der überraschenden Erkenntnis, dass die Region vor über 50 Millionen Jahren tropisch war.
An Bord befand sich auch der Fotograf Hannes von der Fecht, der die Expedition aus künstlerischer Perspektive dokumentierte. Seine Aufnahme, die rund 200 Kilometer vom Nordpol entfernt entstand, vermittelt die existenzielle Einsamkeit des Menschen angesichts der Weite des Eises - ein Gefühl von Isolation, das sich trotz der Präsenz zahlreicher Expeditionsteilnehmer einstellte.
Durch lange Belichtungszeiten unter diffusen Lichtverhältnissen entsteht eine Bildsprache zwischen Dokumentation und Abstraktion - ein „Kratzen am Sichtbaren zwischen Kunst und Wissenschaft“, so der Fotograf. Zugleich ist das Bild ein historisches Zeugnis einer Landschaft, die sich seither unwiederbringlich verändert hat. Seine Fotos von der Expedition wurden u.a. im National Geographic und der New York Times veröffentlicht.
Hannes von der Fecht studierte Integriertes Design an der Hochschule für Künste Bremen. Er lebt als freischaffender Fotograf in Bremen.
17./18. Jh. Atlantis.
Pietra Paesina (Ruinenmarmor), aus zwei Platten zusammengesetzt, gefasst in hellem Marmor. 12,4 x 30,2 cm. Gerahmt.
Als Ruinenmarmor oder Florentiner Marmor werden Steine bezeichnet, die trotz ihres Namens kein echter Marmor sind. Bei Pietra Paesina handelt es sich um eine besondere Form von Sedimentgestein, das aus verdichtetem Kalkstein und Ton entstanden ist und in den nördlichen Apenninen vorkommt. Äußerlich wirken die Kalksteine zunächst eher unscheinbar, doch im Inneren zeigen sich beim Aufschneiden faszinierende, landschaftsähnliche Muster. Diese natürlichen Zeichnungen sind das Resultat geologischer Prozesse, die bereits vor rund 50 Millionen Jahren einsetzten. In ganz Europa fand Ruinenmarmor vielfältige Verwendung, etwa für Möbeleinlagen (Intarsien), für Mosaikarbeiten oder als dekorativer Hintergrund in bestimmten Ölgemälden.
Guérard, Eugène von - Umkreis
Sonnenaufgang über den Sarah Anne Rocks an der Westküste Tasmaniens, Australien
Los 6474
Schätzung
4.500€ (US$ 5,114)
Umkreis. Sonnenaufgang über den Sarah Anne Rocks an der Westküste Tasmaniens, Australien.
Öl auf Leinwand. 37,7 x 55 cm.
Die Küstenfelsen Westtasmaniens zeigen eine außergewöhnliche Vielfalt, geprägt von einer komplexen geologischen Entwicklung. In der Region West Coast Tasmania treten sehr alte Gesteine wie widerstandsfähige Quarzite neben stärker verwitterungsanfälligen Sedimenten auf. Diese Unterschiede bestimmen die Formen der Küste: Massive, steil aufragende Klippen wechseln mit zerklüfteten Buchten, Höhlen und isolierten Felstürmen. Ein eindrucksvolles Beispiel sind die Sarah Anne Rocks - markante, aus dem Meer ragende Felsformationen, die durch selektive Erosion härterer Gesteinsschichten entstanden sind und wie Felsskulpturen in den Himmel ragen. Wind, Wellen und tektonische Hebungen formen diese Küstenlandschaft bis heute und machen sie zu einem dynamischen Zeugnis erdgeschichtlicher Prozesse.
Diese dramatische Vielfalt an Formen, Farben und Strukturen blieb lange Zeit nur wenigen Menschen außerhalb Australiens bekannt. Im 19. Jahrhundert war der Kontinent für europäische Reisende äußerst entlegen und nur sehr wenige Maler nahmen die beschwerliche Reise auf sich, um diese Landschaften mit eigenen Augen zu sehen und ihre Eindrücke festzuhalten. Zu ihnen gehörten etwa Eugène von Guérard und auch Nicholas Chevalier (1828-1902, siehe Los 6415). Mit ihren Gemälden brachten sie nicht nur die geologische Eigenart und monumentale Weite der australischen Küsten in die europäischen Salons, sondern auch Bilder einer bis dahin kaum bekannten Natur- und Lebenswelt. Ihre Werke vermittelten Heimatländern eine Vorstellung der Erhabenheit und Tiefe dieses fernen Kontinents - und machten Landschaften wie jene Westtasmaniens zu einem Teil des kulturellen Gedächtnisses weit über die Grenzen Australien hinaus.
Kosmodrom Baikonur 1983.
30, auf dicken Kartonbögen festmontierte Farbphotos der Zeit (je ca. 18,5 x 13,6 cm), in rotem Original-Leinen Album (20,8 x 26,5 cm) mit goldgeprägter Deckel-Vignette und Deckel-Titel in Kyrillisch "Kosmodrom / Baikonur / 1983". Sowjetunion, 1983.
Die Photos zeigen mehrere Sojus-Raketen, wichtige Gebäude und Denkmäler der Stadt Baikonur, die bis 1995 noch Leninsk hieß, im südlichen Kasachstan und des ca. 38 km entfernten gleichnamigen Kosmodroms. Die Stadt wird seit Ende 1994 bis 2050 von Russland gepachtet, steht unter russischer Verwaltung und bildet daher einen eigenständigen Distrikt. 11 Photos zeigen 14 sowjetische Kosmonauten, darunter Juri Gagarin, German Titov und Valentina Tereshkova, 1963 die erste Frau im Weltraum, sowie in chronologischer Reihenfolge die Startbesatzungen der Sojus-Flüge 30-31, 33, 36-40, darunter die jeweils ersten Kosmonauten der Länder Polen, Bulgarien, Ungarn, Deutschland (Sigmund Jähn), Vietnam, Kuba, der Mongolei und Rumänien.
Sowjetunion
1960er Jahre. Porträt des Weltraumpioniers und sowjetische Kosmonauten Yuri Gagarin
Los 6476
Schätzung
2.800€ (US$ 3,182)
1960er Jahre. Porträt des Weltraumpioniers und sowjetische Kosmonauten Yuri Gagarin.
Öl auf Malkarton, auf Holzplatte aufgezogen. 56,5 x 41,8 cm. Verso mit Bleistift bezeichnet "Tschkalov" und mit Filzstift bezeichnet "Yuri Gagarin".
NASA (National Aeronautics and Space Administration)
Ende der 1960er Jahre. Neil Armstrong, Michael Collins und Buzz Aldrin - Die Astronauten der Apollo 11 Mission
Los 6477
Schätzung
750€ (US$ 852)
Neil Armstrong, Michael Collins und Buzz Aldrin - Die Astronauten der Apollo 11 Mission.
Farbiger Portraitdruck mit eigenhändigen Signaturen in grünem, blauem und schwarzem Filzschreiber "Neil Armstrong", "M Collins" und "Buzz Aldrin". Ca. 20,3 x 25,3 cm.
Die drei Astronauten Armstrong, Aldrin und Collins starteten am 16. Juli 1969 mit einer Saturn-V-Rakete vom Kennedy Space Center in Florida und erreichten am 19. Juli die vorgesehene Mondumlaufbahn. Während Collins im Kommandomodul des Raumschiffs Columbia zurückblieb, setzten Armstrong und Aldrin am nächsten Tag mit der Mondlandefähre Eagle auf dem Erdtrabanten auf. Wenige Stunden später betrat Armstrong als erster Mensch den Mond, kurz danach auch Aldrin. Nach einem knapp 22-stündigen Aufenthalt startete die Landefähre wieder von der Mondoberfläche und kehrte zum Kommandoschiff zurück. - Das vor ihrer Mondlandung aufgenommene, dann im Offset-Verfahren gedruckte Farbfoto wurde offiziell von der NASA mit gedruckten Signaturen oder aber auch mit Hilfe von Schreibautomaten in Tinte herausgegeben, und ist in diesen Versionen weit verbreitet. Unsere Unterschriften weisen weder die typischen Kennzeichen einer Autopen-Signatur auf, noch sind sie in einer der Datenbanken zu finden, die diese automatisierten Unterschriften verzeichnen (z.B. http://astroautopens.com/index.shtml). Es wird kolportiert, dass der Sammler für sein 1969 in Schwechat gegründetes "Zeitgeschichtliches Archiv Adolf Ezsöl" die NASA des öfteren unter wechselnden Namen ab stets mit derselben Adresse mit der Bitte um Originalsignaturen verschiedenster Astronauten kontaktierte.
Provenienz: Aus der Sammlung Adolf Ezsöl (1942-2025, Schwechat bei Wien).
Kranz, Wilhelm
Ideale Mondlandschaft: Blick aus einem Mondkrater auf die Erde
Los 6478
Schätzung
4.500€ (US$ 5,114)
Ideale Mondlandschaft: Blick aus einem Mondkrater auf die Erde.
Öl auf Leinwand. 80 x 119,8 cm.
Das 19. Jahrhundert war eine Zeit des rasanten Wandels in der Astronomie. Sie erlangte im Bewusstsein der Öffentlichkeit an immer größerer Bedeutung. Mag unser Gemälde für den heutigen Wissensstand wie eine überbordene Phantasie erscheinen, stellte es zu seiner Zeit jedoch den Anspruch, zwar visionär, aber auch populärwissenschaftlich realitätsnah zu sein. Zeitlich zu verorten zwischen den Abenteuerromanen De la Terre à la Lune, trajet direct en 97 heures 20 minutes (1865) und seiner Fortsetzung Autour de la Lune (1870, dtsche. Ausgaben 1873), des französischen Autors Jules Verne, bei denen die Landung auf dem Mond noch scheitert, und dem aus umwerfender Naivität und beeindruckendem tricktechnischen Erfindungsreichtum bestehendem Meisterwerk des französischen Filmpioniers Georges Méliès Le voyage dans la lune (1902), bekannt für die Szene, in der eine Raumkapsel im Auge des Mondes landet, und in der die Raumfahrer letztendlich von den Mondbewohnern, den Seleniten, vertrieben werden, greift unsere Mondlandschaft eher der Ästhetik des 30 Jahre später entstandenen Meisterwerkes Fritz Langs, Die Frau im Mond, voraus. Für diesen Film stand Fritz Lang als wissenschaftlicher Berater Hermann Julius Oberth zur Seite, bekannt geworden mit seinem 1929 erschienenem, epochalen Werk Wege zur Raumschiffahrt , einer erweiterten Fassung seiner 1923 verfassten Diplomarbeit Die Rakete zu den Planetenräumen. Diese „Bibel der Raumfahrttechnik" sollte schließlich auch Werner von Braun maßgeblich beeinflussen. - Der in Braunschweig geborene Maler und Illustrator Wilhelm Kranz studierte in Genf und Berlin. Seit Gründung der Berliner Urania 1888, einer über Deutschland hinaus bekannten Kultur- und Bildungseinrichtung mit öffentlicher Sternwarte, wissenschaftlichem Museum, experimentellem wissenschaftlichem Theater und physikalischem Kabinett, deren Ziel es war, wissenschaftliche Erkenntnisse auch einem Laienpublikum zugänglich zu machen, war Kranz Vorstand der Abteilung "Wissenschaftliches Theater". Er schuf u.a. zahlreiche Bühnenbilder für wissenschaftliche Vorträge und farbige Lichtbilder für die sogenannten Projektions- und Experimental-Vorträge. Der erste Direktor der Urania, Max Wilhelm Meyer, ein Schulfreund von Kranz in Braunschweig, verzeichnete zudem in seinem 1892 erschienenem Führer durch die Sammlung in den Korridoren der Sternwarte zwei "auf den Schwingen der wissenschaftlich geleiteten Phantasie" gezeichnete Bilder von Wilhelm Kranz, beide "ideale Mondlandschaften" darstellend (Wilhelm M. Meyer: Illustrirter Leitfaden der Astronomie, Physik und Mikroskopie in Form eines Führers durch die Urania zu Berlin, Berlin 1892).
Ende 1889 besuchte Thomas Alva Edison in Begleitung von Werner von Siemens die Urania. Das Wissenschaftliche Theater wurde im Anschluss zu einer Tournee durch Städte an der Ostküste der USA eingeladen. Meyer und Kranz machten sich auf die Reise nach New York. Die Theaterstücke „Von der Erde bis zum Monde“ (als „A Trip to the Moon“ ins Englische übersetzt) und und „Geschichte der Urwelt“ wurden u.a. in New York in der damals neuen Carnegie Hall aufgeführt. Wilhelm Kranz war auch als Illustrator mehrerer populär-astronomischer Werke tätig. Im Auftrag des 1906 gegründeten Deutschen Museums in München schuf Kranz 1919 das großformatige Gemälde mit der Aufschrift "W. Kranz / Landschaftsgemälde / Phantasiebild einer idealen Mondlandschaft / von der aus ein Beobachter unsere Erde erblickt" (Inv.Nr. 47582).
Kranz, Wilhelm
Idealansicht des Jupiter mit seinen vier Galileischen Monden von der Oberfläche des Mondes Amalthea aus gesehen
Los 6479
Schätzung
1.500€ (US$ 1,705)
Idealansicht des Jupiter mit seinen vier Galileischen Monden von der Oberfläche des Mondes Amalthea aus gesehen.
Gouache auf dünnem, festem Zeichenkarton. 36 x 46,6 cm. Verso mit Bleistift nummeriert "1".
Die vier größten Monde des Jupiter, Io, Europa, Ganymed und Kallisto, wurden im Januar 1610 von Galileo Galilei entdeckt. Damit wurde zum ersten Mal bewiesen, dass es Himmelskörper gibt, die sich nicht unmittelbar um die Erde drehen. Da dies ein Widerspruch zum offiziellen geozentrischen Weltbild der Kirche war, wurden seine Forschungen von einflussreichen Kreisen bekämpft oder nicht anerkannt. Professoren in Florenz weigerten sich sogar, durch sein Teleskop zu sehen. Der fünfte und letzte Mond Jupiters, der teleskopisch entdeckt wurde, war Amalthea. Edward Barnard fand ihn am 9. September 1892 mit dem 36 Zoll-Riesenteleskop des Lick-Observatoriums auf dem Mount Hamilton in Kalifornien.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
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Galerie Bassenge
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