Los 6459
Clarac, Charles-Othon-Frédéric Comte de - nach
(1777-1847, Paris)"Forêt vierge du Brésil"
Schätzung
1.800€ (US$ 2,045)
Abgabe von Vorgeboten möglich
Aus dem Katalog
Horizonte – Zauber ferner Welten
Auktionsdatum 4.6.2026


nach. "Forêt vierge du Brésil" (Im brasilianischen Urwald bei Rio Bonito).
Radierung und Grabstichel auf Bütten, von Claude-François Fortier, koloriert und weißgehöht. 67,2 x 82,3 cm. (1822). Nicht im IFF, P. Corrêa do Lago, L. Frank: Le comte de Clarac et la Forêt vierge du Brésil, Ausst.Kat. Paris 2005, S. 16.
Die Pracht der brasilianischen Tropenwälder war in Europa bis ins frühe 19. Jahrhundert weitgehend unbekannt. Dafür sorgten die portugiesischen Kolonialherren, die das Land jahrhundertelang fast hermetisch abriegelten. War noch Alexander von Humboldt die Einreise verwehrt worden, öffneten sich die Grenzen schließlich 1808 mit der Flucht des portugiesischen Hofes nach Rio de Janeiro. Erstmals konnten Naturforscher, Ethnographen und Künstler in das Dickicht der Selva eindringen. Eine der ersten Darstellungen d‘aprés la nature des Urwaldes stammt von Charles de Clarac. Der später vor allem als Archäologe bekannt gewordene Graf war ein begabter Zeichner, der sich 1816 im Gefolge einer diplomatischen Gesandtschaft für mehrere Monate in Brasilien aufhielt. Bei Rio Bonito begann Clarac mit der Anfertigung einer großformatigen Dschungelansicht. Obgleich die majestätische Naturauffassung zeittypisch romantisiert und die Komposition von Clarac aus beobachteten Elementen konstruiert ist, gilt seine Forêt vierge du Brésil aufgrund des Detailreichtums heute als erste „authentische“ Repräsentation des brasilianischen Tropenwaldes (Paris, Musée du Louvre, Inv. 53002). Das 1819 im Pariser Salon ausgestellte Aquarell geriet zur Sensation, sah ein breites Publikum doch zum ersten Mal ein Bild der üppig wuchernden, ursprünglichen Naturpracht.
Aufgrund des Erfolges war die Nachfrage für eine druckgraphische Übersetzung der Komposition gegeben. Die Wahl fiel auf den Stecher Claude-François Fortier, der seine großformatige Radierung 1822 ebenfalls auf dem Salon präsentierte.
Erstdruck mit dem Stempel Fortiers (Lugt 6223: "Le cachet avec un palmier dans un ovale se trouve sur des premiers tirages"). Ausgezeichneter Druck mit fein ausdifferenziertem Kolorit und schmalem Rand, unten mit feinem Rändchen. Das Papier insgesamt leicht vergilbt und wellig, einzelne Randeinrisse, die rechte Plattenkante gebrochen, Flecken im weißen Rand, vollständig mit Japanpapier hinterlegt, Montierungsreste, weitere Gebrauchsspuren, sonst in guter, insbesondere die Darstellung in sehr guter Erhaltung. Außerordentlich selten, laut Corrêa do Lago und Frank existieren nur ca. 12 Drucke mit dem Stempel Fortiers.
Wir bitten darum, Zustandsberichte zu den Losen zu erfragen, da der Erhaltungszustand nur in Ausnahmefällen im Katalog angegeben ist.
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