Los 6478
Kranz, Wilhelm
(1853 Braunschweig –1930 Berlin)Ideale Mondlandschaft: Blick aus einem Mondkrater auf die Erde
Schätzung
4.500€ (US$ 5,114)
Abgabe von Vorgeboten möglich
Aus dem Katalog
Horizonte – Zauber ferner Welten
Auktionsdatum 4.6.2026


Ideale Mondlandschaft: Blick aus einem Mondkrater auf die Erde.
Öl auf Leinwand. 80 x 119,8 cm.
Das 19. Jahrhundert war eine Zeit des rasanten Wandels in der Astronomie. Sie erlangte im Bewusstsein der Öffentlichkeit an immer größerer Bedeutung. Mag unser Gemälde für den heutigen Wissensstand wie eine überbordene Phantasie erscheinen, stellte es zu seiner Zeit jedoch den Anspruch, zwar visionär, aber auch populärwissenschaftlich realitätsnah zu sein. Zeitlich zu verorten zwischen den Abenteuerromanen De la Terre à la Lune, trajet direct en 97 heures 20 minutes (1865) und seiner Fortsetzung Autour de la Lune (1870, dtsche. Ausgaben 1873), des französischen Autors Jules Verne, bei denen die Landung auf dem Mond noch scheitert, und dem aus umwerfender Naivität und beeindruckendem tricktechnischen Erfindungsreichtum bestehendem Meisterwerk des französischen Filmpioniers Georges Méliès Le voyage dans la lune (1902), bekannt für die Szene, in der eine Raumkapsel im Auge des Mondes landet, und in der die Raumfahrer letztendlich von den Mondbewohnern, den Seleniten, vertrieben werden, greift unsere Mondlandschaft eher der Ästhetik des 30 Jahre später entstandenen Meisterwerkes Fritz Langs, Die Frau im Mond, voraus. Für diesen Film stand Fritz Lang als wissenschaftlicher Berater Hermann Julius Oberth zur Seite, bekannt geworden mit seinem 1929 erschienenem, epochalen Werk Wege zur Raumschiffahrt , einer erweiterten Fassung seiner 1923 verfassten Diplomarbeit Die Rakete zu den Planetenräumen. Diese „Bibel der Raumfahrttechnik" sollte schließlich auch Werner von Braun maßgeblich beeinflussen. - Der in Braunschweig geborene Maler und Illustrator Wilhelm Kranz studierte in Genf und Berlin. Seit Gründung der Berliner Urania 1888, einer über Deutschland hinaus bekannten Kultur- und Bildungseinrichtung mit öffentlicher Sternwarte, wissenschaftlichem Museum, experimentellem wissenschaftlichem Theater und physikalischem Kabinett, deren Ziel es war, wissenschaftliche Erkenntnisse auch einem Laienpublikum zugänglich zu machen, war Kranz Vorstand der Abteilung "Wissenschaftliches Theater". Er schuf u.a. zahlreiche Bühnenbilder für wissenschaftliche Vorträge und farbige Lichtbilder für die sogenannten Projektions- und Experimental-Vorträge. Der erste Direktor der Urania, Max Wilhelm Meyer, ein Schulfreund von Kranz in Braunschweig, verzeichnete zudem in seinem 1892 erschienenem Führer durch die Sammlung in den Korridoren der Sternwarte zwei "auf den Schwingen der wissenschaftlich geleiteten Phantasie" gezeichnete Bilder von Wilhelm Kranz, beide "ideale Mondlandschaften" darstellend (Wilhelm M. Meyer: Illustrirter Leitfaden der Astronomie, Physik und Mikroskopie in Form eines Führers durch die Urania zu Berlin, Berlin 1892).
Ende 1889 besuchte Thomas Alva Edison in Begleitung von Werner von Siemens die Urania. Das Wissenschaftliche Theater wurde im Anschluss zu einer Tournee durch Städte an der Ostküste der USA eingeladen. Meyer und Kranz machten sich auf die Reise nach New York. Die Theaterstücke „Von der Erde bis zum Monde“ (als „A Trip to the Moon“ ins Englische übersetzt) und und „Geschichte der Urwelt“ wurden u.a. in New York in der damals neuen Carnegie Hall aufgeführt. Wilhelm Kranz war auch als Illustrator mehrerer populär-astronomischer Werke tätig. Im Auftrag des 1906 gegründeten Deutschen Museums in München schuf Kranz 1919 das großformatige Gemälde mit der Aufschrift "W. Kranz / Landschaftsgemälde / Phantasiebild einer idealen Mondlandschaft / von der aus ein Beobachter unsere Erde erblickt" (Inv.Nr. 47582).
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