Japanisch
1900. Zwei Ansichten des Toshogu-Schreins in Nikko
Los 6420
Schätzung
4.500€ (US$ 5,114)
1900. Zwei Ansichten des Toshogu-Schreins in Nikko.
2 Zeichnungen, je Aquarell über schwarzer Kreide auf Whatman-Velin, hinter Passepartout montiert. Je ca. 34 x 51 cm. Ein Blatt unten rechts signiert "S. Suzuki / Nikko", das andere unten links "Nikko / Y. Yoshisawa", auf den Passepartouts vom ehem. Besitzer signiert und datiert "ARickmers 1 May 1900" (wohl Andreas Rickmers) sowie bez. "Jyeyasu Tempel in Nikko / Japan" bzw. "Tempel der heiligen Tänzerinnen / Jyeyasu Tempel / Nikko (Japan)", verso dieselben Annotationen sowie auf Japanisch bezeichnet oder signiert.
Die Firmengeschichte der norddeutschen Schiffsbauer- und Reederfamilie Rickmers ist eng mit Ostasien verbunden. Nachdem der Reishandel zwischen den Vereinigten Staaten und Europa infolge des amerikanischen Bürgerkrieges stark eingeschränkt war, begann die Familie Rickmers, mit eigenen Schiffen Reis aus Asien zu importieren. 1895 wurde ein regelmäßiger Liniendienst nach Ostasien aufgenommen, der Japan über Shanghai und Hong Kong ansteuerte. Für das Frühjahr 1900 - der auf unseren Zeichnungen annotierten Datierung - ist der Frachter Mabel Rickmers in Japan nachweisbar. Er löschte im April in Kobe eine Ladung Petroleum aus Amerika und setzte nach fünfwöchiger Ankerzeit wieder Segel. In dieser Zeit wurde in der Familie der Reishandel von Andreas Rickmers übernommen, dessen Beziehung zu Japan deshalb besonders eng gewesen sein dürfte. Ob er im Mai 1900 selbst geschäftlich in Japan war oder ihm die vorliegenden Aquarelle von der Besatzung der Mabel Rickmers zurückgebracht wurden, muss offen bleiben.
Die beiden Blätter zeigen je eine Ansicht des berühmten Tempel-Schrein Komplexes von Nikko aus dem 17. Jahrhundert rund um das Mausoleum des ersten Tokugawa Shoguns. Die erste Ansicht zeigt den Aufgang zur Schreinanlage, die man oben durch das Yomeimon-Tor betritt. Ist dieses durchschritten, gelangt man in den Innenhof, der auf der zweiten Vedute zu sehen ist. Auf dieser ist links vorne das Gebäude festgehalten, in dem die rituellen Tänze (Kagura) stattfinden.
Provenienz: Womöglich Sammlung Andreas Rickmers (1835-1924), Bremen.
Inrô mit Schirm- und Fächerdekor.
6-teiliges Aufbewahrungs-Behältnis. Holzgefäß mit Schwarzlackgrund (roiro) und Hiramakie in Gold, darstellend einen aufgespannten Kasa-Schirm mit Kranichmotiv sowie einen kleinen Handfächer mit Blütenzweigen, innen Nashiji-Streulack in Kupfer. 8,5 x 4,5 x 3 cm. Japan, Meiji-Zeit, 19. Jh.
Das Inrô (wörtlich "Siegelbehältnis") diente ursprünglich der praktischen Aufbewahrung kleinerer Gegenstände wie Münzen, Arzneien, Salben oder Siegel (hanko), Siegelfarbe und sonstiges Schreibzubehör der Gebildeten japanischen Oberschicht. Es zählt zu den sogenannten Sagemono ("Hängeobjekten"), die - mangels Taschen in der traditionellen japanischen Kleidung - außen am Obi, dem Gürtel des Kimonos, getragen wurden. Die aus mehreren Segmenten (dan) bestehenden Gefäße sind passgenau aufeinander abgestimmt und durch einen durchlaufenden Faden oder eine Kordel miteinander verbunden, die durch seitliche Bohrungen (himotoshi) geführt wird. Am oberen Abschluss befindet sich der Deckel (ten), am unteren Ende der Boden (sokoita); innen sind die Teile oft mit glänzendem Nashiji-Goldlack versehen. Eine verschiebbare Perle (ojime) konnte zum Verschließen zwischen Inrô und dem Gegengewicht - einem Netsuke - sitzen, das den gesamten Komplex sicher am Obi fixierte.
Während die ursprüngliche Funktionalität im Laufe der Edo- und Meiji-Zeit zunehmend in den Hintergrund trat, entwickelte sich das Inrô zu einem Objekt höchster Kunstfertigkeit und zu einem begehrten Sammlerstück. Als Statussymbol und representatives Schmuckaccessoire wohlhabender Kaufleute und des Samurai-Standes wurden diese Behältnisse zu aufwendig dekorierten kleinen Kunstwerken, veredelt mit Techniken wie Maki-e (Goldstaublack), Raden (Perlmutteinlage) oder filigranen Gravuren.
Provenienz: Privatsammlung Berlin.
Inrô mit Enten und Kirschblütenzweig-Golddekor.
5-teiliges Aufbewahrungs-Behältnis. Holzgefäß mit Kinji-Goldlackgrund über Entenmotiv in einer idealen Landschaft mit Kirschbäumen, innen Nashiji-Streulack in Kupfer. Mit sandfarbener Flechtkordel. 9,5 x 5 x 2,5 cm. Japan, Meiji-Zeit, spätes 18. Jh.
Provenienz: Kunsthandel Klefisch, Köln (1995).
Privatsammlung Berlin.
Inrô mit Schmetterlingsdekor.
5-teiliges Aufbewahrungs-Behältnis. Holzgefäß mit Kinji-Goldlackgrund und Hiramakie in Gold und Akzente in Rot. Innen Nashiji-Streulack in Kupfer. 9,5 x 4 x 3 cm. Mit schwarzer Flecht-Kordel sowie einer beinernen Ojime-Schmuckperle. Japan, Meiji-Zeit, 19. Jh.
Provenienz: Privatsammlung Berlin.
Ein Schneider (Japanischer Schneider).
Farbradierung mit Roulette auf Velin. 20,3 x 19,7 cm. Signiert "Emil Orlik", datiert und bezeichnet "Probedruck". 1902. Voss-Andreae R 106.
Erschienen als Blatt 15 der Mappe "Aus Japan". Brillanter, differenzierter und wunderbar gratiger Probedruck mit dem vollen Rand. Selten.
Chrysanthemenblüten und Ranken.
Katagami (Färberschablone), Japanpapier, geschnitten. 25,3 x 40,8 cm. Japan, Meiji-Zeit, 19. Jh.
Phantasie: Wolken und kleine Blätter
Katagami (Färberschablone), Japanpapier, geschnitten. 25,3 x 40,5 cm. Japan, Meiji-Zeit, 19. Jh.
Rosenblüten, Knospen und Blätter.
Katagami (Färberschablone), Japanpapier, geschnitten, und Seidenfäden. 54 x 40,4 cm. Japan, Meiji-Zeit, 19. Jh.
Spanisch
um 1930. Chang and Fak Hong’s United Magicians presents a Night in Tokio
Los 6428 [*]
Schätzung
450€ (US$ 511)
um 1930. Chang and Fak Hong’s United Magicians presents a Night in Tokio.
Farblithographie, kaschiert auf Karton, von Hija de E. Mirabet, Valencia. 76 x 110 cm.
Das Original-Vintage-Poster „A Night in Tokio“ von Chang und Fak Hong bewirbt die spektakuläre Zauber- und Illusionsshow der beiden Künstler aus den 1930er-Jahren. Es handelt sich um eine Lithographie, die in Spanien gedruckt wurde.Die Show wurde von den „United Magicians“ präsentiert und stellte die Star-Illusionisten Chang und Fak Hong in den Mittelpunkt. Chang war der Künstlername von Juan Pablo Jesorum, einem gebürtigen Panamaer, der seine Karriere als Assistent und Dolmetscher des berühmten Magiers The Great Raymond begann. Fak Hong war ebenfalls ein westlicher Magier, der in den 1920er- und 1930er-Jahren gemeinsam mit Chang in Europa auftrat und große Erfolge feierte. Beide Künstler waren tatsächlich nicht asiatischer Herkunft, inszenierten sich jedoch im Stil einer fernöstlichen Revue. Dies entsprach der damaligen Faszination des westlichen Publikums für China und den „mystischen Osten“, der als geheimnisvoll und fremdartig wahrgenommen wurde.
Die originale Show umfasste zahlreiche aufsehenerregende Darbietungen, darunter das Zersägen einer Frau, das Schwebenlassen von Personen über Tischen, das Durchschießen einer Frau mit einer Kugel sowie weitere spektakuläre Illusionen. Das hier beworbene Programm trug den Titel „A Night in Tokio“ und wurde als orientalische Revue präsentiert.
Das eindrucksvolle Steinlithographie-Poster unterstreicht die düstere, geheimnisvolle Atmosphäre der Show: Es zeigt Geister, Kobolde, Skelette, Einhörner und Schlangen und erzeugt so eine dunkle, beinahe unheimliche Stimmung. Chang und Fak Hong tourten nicht nur durch Europa, sondern auch durch die Vereinigten Staaten und galten in den 1920er- und 1930er-Jahren als renommierte Vertreter der internationalen Zauberkunst. - Ganz ausgezeichneter Druck mit dem vollen Rand. Gegilbt, Randeinrisse und kleine Papierverluste, Quetschfalten durch die Montierung.
Deutsch
19. Jh. und später. "Monsieur" - Portrait mit Zebrakopf
Los 6429
Schätzung
450€ (US$ 511)
19. Jh. und später. "Monsieur" - Portrait mit Zebrakopf.
Öl auf Leinwand. 15,4 x 13 cm.
Deutsch
19. Jh. und später. "Madame": Portrait mit Echsenkopf
Los 6430
Schätzung
450€ (US$ 511)
19. Jh. und später. "Madame": Portrait mit Echsenkopf.
Öl auf Holz. 24 x 18 cm.
Kunstkammerobjekt
Kunstkammerobjekt mit Pagode und Rhinozeros
Los 6431
Schätzung
500€ (US$ 568)
Kunstkammerobjekt mit Pagode und Tiger.
Bergkristall, Glaselemente, Messingappliken und Metallguss auf schwarzem Marmorsockel. Höhe ca. 34 cm.
Kunstkammerobjekt
Kunstkammerobjekt mit Pagode und Rhinozeros
Los 6432
Schätzung
500€ (US$ 568)
Kunstkammerobjekt mit Pagode und Rhinozeros.
Bergkristall, Glaselemente, Jadescheibe, Messingappliken und Metallguss. Höhe ca. 28 cm.
Der Löwenangriff ("In Afrika II").
Lithographie. 40,5 x 53,4 cm. Nicht in Nagler, Winkler.
Die Darstellung eines verzweifelten, schon verlorenen Kampfes ist durchdrungen von dramatischer Dynamik. Sie ist angelehnt an Raden Salehs berühmter Komposition "In letzter Not" von 1842. Doch kann sich hier der Reiter, anders als in Salehs Darstellung, nicht im letzten Augenblick an einen rettenden Ast klammern und muss mit seinem panischen Hengst und dem angreifenden Löwen, dem er noch eine tödliche Wunde versetzen konnte, in den Abgrund stürzen. - Prachtvoller, gegensatzreicher Abzug mit feinem Rändchen und der Schrift unten. Schwach angestaubt und fleckig, die äußerste Eckenspitze unten links mit Abriss, die untere Blattkante teils mit schmalem Papierstreifen ergänzt, weitere geringe Gebrauchsspuren, sonst in schöner Erhaltung. Selten.
Ažbe, Anton
Portrait eines jungen Mannes, wohl aus Südost-Asien
Los 6434
Schätzung
3.000€ (US$ 3,409)
Portrait eines jungen Mannes, wohl aus Südostasien.
Öl auf Leinwand, doubliert. 50,8 x 44,4 cm.
Nach einem viersemestrigen Studium in Wien entschloss sich der in Österreich-Ungarn geborene slowenische Maler Anton Ažbe 1884 an der Münchner Akademie weiter zu studieren. Von seinen Kollegen Ferdo Vesel (1861-1946) und Rihard Jakopič (1869-1943) ermuntert, eröffnete Ažbe 1891 ein eigenes Atelier, wo er Unterricht erteilte und in dem man nach dem Modell zeichnen und malen konnte. Aufgrund seiner ausgezeichneten pädagogischen Fähigkeiten errang die Ažbe-Schule bald einen internationalen Ruf und die Zahl der Schüler an der privaten Akademie erreichte bald mehr als einhundert. Zu den später berühmtesten zählten von 1897 bis 1899 der gerade in München angekommene junge Wassily Kandinsky, der bei Ažbe auch zum erstenmal auf Alexej von Jawlensky traf. Laut Jawlensky hatte ihr Lehrer einen vorzüglichen Sinn für Farben, das Aufflimmern des Lichtes und pflegte eine „virtuose Maltechnik“. In der National Gallery of Slovenia (Narodna galerija) in Ljubljana findet man heute ein unserem Gemälde vergleichbares, von Anton Ažbe 1889 datiertes Portrait einer unbekannten schwarzen Dame (Inv.Nr. NG S 1). Dieses frühe Portrait hing als Vorbild und zur Ermutigung der Schüler, unter dem Verzicht auf scharfe Umrisskonturen „mit Farbe zu zeichnen”, im Zeichensaal seiner Schule. Insbesonders die Darstellung dunkeler Haut galt in Bezug auf Farben und Licht als anspruchsvolle Aufgabe. Im gleichen Museum findet man ein 1890 datiertes frühes Gemälde seines Kollegen Rihard Jakopič, dem augenscheinlich derselbe Mann wie in unserem Bild Modell stand (Inv.Nr. NG S 1398, 60,5 x 48,5 cm). Ažbe litt in seinen beiden letzten Lebensjahren an Kehlkopfkrebs, dem er, erst 43 Jahre alt, erlag. Noch Jahre nach seinem Tod hatte seine Schule einen hervorragenden Ruf und wurde als „Ažbe-Schule“ für Malerei und Graphik bis 1913 von Paul Weinhold und Felix Eisengräber weitergeführt.
Acasio, Lino
Philippinische Landschaft mit Hütte und Büffelreiter
Los 6435
Schätzung
750€ (US$ 852)
Philippinische Landschaft mit Hütte und Büffelreiter.
Öl auf Leinwand, wohl in der originalen Rahmung des Künstlers. 46 x 121,5 cm. Unten rechts signiert und datiert "ACASIO 1991", verso auf der Rahmenabdeckung handschriftl. Werkangaben, u.a. auf Filipino betitelt "Tumana [Fruchtbares Land]".
Wassermelonen-Ernte auf den Philippinen.
Öl auf Leinwand, wohl in der originalen Rahmung des Künstlers. 91,5 x 122 cm. Unten rechts signiert und datiert "ACASIO 1991", verso auf der Rahmenabdeckung handschriftl. Werkangaben, u.a. auf Filipino betitelt "Nag-Aani Aig Pakwan".
Delacroix, André
Am Kanal von Song Tam Bac in Haiphong, Vietnam
Los 6437
Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)
Am Kanal von Song Tam Bac in Haiphong, Vietnam.
Öl auf Holz. 26,4 x 35 cm. Unten links signiert "A. DELACROIX", verso eigenhändig bezeichnet und datiert "Son tam bac / Le coin de fluviales / Crépuscule gris / Mars 1911".
Das Leben und die künstlerische Laufbahn des französisch-algerischen Malers André Delacroix spielte sich fast ausschließlich in den Gebieten der ehemaligen französischen Kolonien und Protektorate ab. Wohin er auch reiste, begegnete Delacroix den Orten mit sensiblem Gespür für die atmosphärischen und koloristischen Eigenarten der Landschaft. Nach dem Studium an der the École des Beaux-Arts in Algiers bereiste der rastlose Künstler Martinique, Somalien, Madagascar und la Réunion, lebte anschließend mehrere Jahre in Südostasien, ehe er sich 1920 dauerhaft in Tunesien niederließ.
Tempelruine in Kambodscha.
Feder und Pinsel in Grau auf Transparentpapier, aufgezogen. 21,4 x 31,8 cm. Unten links signiert und datiert "PWernecke 1881", unten rechts bezeichnet "aus Cambodscha / Buch für Alle 1875".
Porträt eines Mädchens aus Java.
Schwarze Kreide auf Japan. 43,2 c 37,6 cm. Unten rechts signiert und datiert "M. Bengtsson Java 1921".
Magnus Bengtsson, ein dänischer Zeichner und Maler, begleitete Anfang der 1920er-Jahre die Reise des dänischen Arztes Johannes Wöller, dessen Eindrücke später in dem Reisebericht „Von Jütland bis Java. Reisetagebuch eines dänischen Arztes“ (1937) veröffentlicht wurden. Für dieses Werk schuf Bengtsson Illustrationen, die die Begegnungen, Landschaften und Alltagsszenen der Reise festhalten.
Das vorliegende Porträt zeigt den sensiblen Blick des Künstlers. Mit dem reduzierten zeichnerischen Mitteln fängt Bengtsson sowohl die Individualität der dargestellten Frau als auch die stille Würde der Pose ein. Die Zeichnung steht exemplarisch für seine während der Reise entstandenen Studien, in denen er Menschen Javas mit großer Aufmerksamkeit und Respekt porträtierte. Als selten erhaltenes Blatt aus von dieser Reise ist das Werk ein wertvolles, visuelles Dokument der dänisch-südostasiatischen Begegnungen der frühen 1920er Jahre.
Südseeschönheit mit Papagei
Chagrins d'Amour "Kusaie, Est Carolines".
Farbholzschnitt auf japanischem Papier. 39,3 x 30 cm (Einfassungslinie), 44,6 x 34,4 cm (Blattgröße). Mit rotem Schmetterlingssiegel, rechts mit dem Siegel des Blockschneiders Maeda Kentaro. 1. Auflage 150 num Ex. Japan, um 1940.
Paul Jacoulet wurde in Paris geboren und wuchs überwiegend in Japan auf. Dort entwickelte er früh eine enge Bindung zur lokalen Kultur und erlernte die traditionellen Holzschnittverfahren bei japanischen Meistern. Seine Kunst verbindet klassische Ukiyo-e-Technik mit westlicher Porträtauffassung. Während des Zweiten Weltkriegs lebte er zurückgezogen in Karuizawa. Ganz ausgezeichneter, farbfrischer Druck mit Rand. Leicht stockfleckig, sonst schönes Exemplar.
Zötl, Aloys
Vögel und Passionsblume - Die Lorbeerblättrige Passionsblume und Tropische Bartvögel
Los 6441 [*]
Schätzung
6.000€ (US$ 6,818)
"Vögel und Passionsblume - Die Lorbärblättrige Passionsblume und Tropische Bartvögel".
Bleistift und Aquarell auf Velin. 43,8 x 54,5 cm. Am Unterrand betitelt "Vögel und Pflanzen. Taf.", sowie unten rechts signiert und datiert "Alois Zötl fecit am 15. Februar 1878", ferner unten mittig eigenh. beschriftet: "Die Lorbeerblättrige Passions: Blume. Passifora laurifolia. Linn.) Ist ein Schlinggewächs das sich auf die höchsten Bäume aufwindet, in den tropischen Wäldern Westindiens und Südamerika. a die Frucht in wahrer Grösse gegeben nach Wilhelm. Pfanzenreich. Tom. 5. Taf. 34.", verso seitenverkehrter Abklatsch einer großformatigen kalligraphischen Schrift: "XXVI. Gattung / Paradiesvogel / Paradisea."
Provenienz: Hôtel Drouot, Paris, Auktion am 19. Dezember 1955.
Christie's, Paris, Sammlung Rothschild - Katalog "Le Haras d'Estimauville - Oeuvres et Objets d'art Provenant des Collections Rothschild", Auktion am 27. Oktober 2010, Los 260 (mit Abb.).
Privatsammlung Berlin.
Ausstellung: Mythos Tier, Das Tier in der Bildenden Kunst, Kunstverein Talstrasse e.V., Kunsthalle, Halle/Saale, 30. Oktober 2014 - 18. Januar 2015.
Aloys Zötl. Bestiarien der eigenen Art, Galerie Haas, Zürich, 13. Januar - 18. Februar 2017.
Literatur: Matthias Rataiczyk, Christin Müller-Wenzel (Hrsg.): Mythos Tier, Das Tier in der Bildenden Kunst, Ausst. Kat. Kunstverein Talstrasse e.V., Kunsthalle, Halle/Saale 2014, S. 28 (Farbabb.).
Ausst. Kat. Galerie Haas: Aloys Zötl. Bestiarien der eigenen Art, Zürich 2017, S. 31 (ganzs. Farbabb.).
Tabatière.
Als Tabaksdose verarbeitete Turbanschnecke, Gehäuse geschnitzt und poliert mit freigelegtem Perlmutt, mit Silbermontierung und Scharnierdeckel, dieser mit gravierten Blumen und Muscheln, sowie mit dem Besitzermonogramm "GF". Höhe 5 cm, Breite 4 cm, Tiefe 3,5 cm. Deutsch oder Englisch, 18. Jh.
Tabatière.
Als Tabaksdose verarbeitete Zebra Turboschnecke (Cittarum Pica), Gehäuse poliert und mit teilweise freigelegtem Perlmutt, mit Silbermontierung und Scharnierdeckel, letzterer mit gravierter Blume. Höhe 4,5 cm, Breite 6 cm, Tiefe 5 cm. Deutsch oder Englisch, 18. Jh.
Tabatière.
Als Tabaksdose geschnittene Cypraea Tigris, auch Tigermuschel, mit Silbermontierung und Scharnierdeckel, letzterer mit graviertem Monogramm. Höhe 4 cm, Breite 7 cm, Tiefe 4 cm. Deutsch, um 1700.
Tabatière.
Als Tabaksdose verarbeitete Harfenschnecke (Harpa Davidis), Gehäuse poliert, mit Silbermontierung und Scharnierdeckel. Höhe 3,3 cm, Breite 7 cm, Tiefe 4,5 cm. Deutsch oder Englisch, um 1820.
Tabatière.
Als Tabaksdose geschnittene Olivenschnecke (Olivia porphyria), Gehäuse poliert, mit Silbermontierung und Scharnierdeckel. Höhe 4 cm, Breite 8 cm, Tiefe 3,7 cm. Deutsch oder Englisch, 19. Jh.
Scheidel, Franz Anton von
Der Schuppenpanzer einer Hawksbill'schen Meeres-Schildkröte
Los 6447
Schätzung
3.000€ (US$ 3,409)
Der Schuppenpanzer einer Hawksbill'schen Meeres-Schildkröte.
Aquarell über Bleistift. 36,6 x 50,5 cm. Am oberen Bildrand eigenh. in brauner Feder betitelt: "Testudo Imbricata. Schuppenschild". Wz. J. Honig & Zonen.
Als Naturalienmaler spezialisierte sich Franz Anton von Scheidel auf faszinierend getreue, meist großformatige Darstellungen aus der Tier- und Pflanzenwelt. Er war einer der gefragtesten Illustratoren für die enzyklopädischen Werke der Naturwissenschaft, die bei dem gebildeten Publikum ihrer detailgetreuen Bildtafeln wegen sehr populär waren. Obwohl auch vorliegendes Blatt aus einem solchen Album entstammen dürfte, wie die alten Heftspuren am Oberrand nahelegen, löst sich Scheidel bei diesem Aquarell doch von der Tradition der klassischen Naturaliendarstellung. Der vom Tier isoliert dargestellte Schuppenpanzer ist schräg von links oben gesehen, die bizarre Form mit den gezackten Kanten erschließt sich erst auf den zweiten Blick. Der Bildgegenstand entfaltet als urzeitliches Relikt eine eigene Magie. In dieser Hinsicht entspricht das Werk den Zeichnungen des rund 70 Jahre nach ihm geborenen Aloys Zötl, dessen Aquarelle von den Surrealisten eben wegen dieser über den Gegenstand hinausgehenden eigenen Realität geschätzt wurden. - Die Hawksbill'sche Meeres-Schildkröte, die meist in tropischen Meeren vorkommt und heute übrigens vom Aussterben bedroht ist, wurde erstmals 1766 von dem schwedischen Zoologen Carl Linnaeus (Carl von Linné) in der 12. Ausgabe seiner Nomenklatur Systema Naturae als "Testudo imbricata" aufgeführt. Heute trägt sie den zoologischen Namen "Ertmochelys imbricata".
Französisch
spätes 17. Jh. Stehender Mann wohl aus dem Volk der Seminolen
Los 6448
Schätzung
2.400€ (US$ 2,727)
spätes 17. Jh. Stehender Mann wohl aus dem Volk der Seminolen.
Rötelzeichnung. 37 x 19 cm. Wz. IFQ.
Bei dem Dargestellten in traditioneller Tracht mit Federkopfschmuck handelt es sich wohl um ein Mitglied aus dem indigenen Volk der Seminolen (lt. Auskunft von Dr. Hans Ottomeyer, ehem. Deutsches Historisches Museum, Berlin), die im Gebiet des heutigen Florida lebten. Besonders die Mütze mit dem Federbesatz war ein typisches Requisit der Seminolen. Möglicherweise könnte die Zeichnung als Vorstudie für eine Darstellung der Allegorie des Kontinents Amerika gedient haben.
Provenienz: Süddeutsche Privatsammlung.
Amerikanisch
Mitte 19. Jh. . Raddampfer auf dem Mississippi
Los 6449
Schätzung
800€ (US$ 909)
Mitte 19. Jh. Schiffe auf dem Mississippi, im Vordergrund der Raddampfer Mary Jones.
Aquarell, weiß gehöht, Feder und Pinsel auf Papier, auf festem Karton kaschiert. 41,5 x 64,8 cm.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.
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