Albinus, Petrus
Meisznische Land und Berg-Chronica. Dresden, o. Dr., 1589-1590. - Zweiter Druck
Los 707
Schätzung
1.200€ (US$ 1,250)
Albinus, Petrus. Meisznische Land und Berg-Chronica: In welcher ein vollstendige description des Landes, so zwischen der Elbe, Sala und Südödischen Behmischen gebirgen gelegen, So wol der dorinnen begriffenen auch anderer Bergwercken, sampt zugehörigen Metall un Metallar beschreibungen [und:] Meisznische Berkwergk Chronica: Darinnen fürnemlich von den Bergkwercken des Landews zu Meissen gehandelt wird. 6 Bl., 449 S., 7 Bl; 4 Bl., 205 S., 3 Bl. Titel in Schwarz und Rot. Mit 2 Holzschnitt-Titelbordüren, 2 Holzschnitt-Karten, 6 Portrait-Holzschnitten, 58 Wappen-Holzschnitten und 2 blattgroßen Portrait-Kupfern und mit Abschlussholzschnitt-Vignette mit Wappendarstellung. 31 x 19 cm. Pergament d. Z. (gewellt, geworfen und teils stärker berieben) mit hs. RTitel und mit goldgeprägtem Supralibros auf den Deckeln mit den Initialien "GA" sowie vier Verschlussbändchen. Dresden, o. Dr., 1589-1590.
VD16 W 1678. Ferchl 6. Graesse I, 59. Poggendorff I, 24. ADB I, 223 und IX, 195 (Gimel Bergen). NDB I, 151. Koch, Bergmännisches Schrifttum Nr. 11 und S. 49. – Zweiter Druck der zuerst 1580 bei Hans Lufft in Wittenberg erschienenen Chronik. Hauptwerk des Begründers der sächsischen Geschichtsschreibung Petrus Albinus (1543-1598), angeregt durch Georg Agricola, dessen Verehrer und Populisator er war. Band I enthält die Landchronik, Band II die Bergchronik mit einem ausführlichen Bericht über den Bergbau in Sachsen und anderen Ländern. "Das Werk ist das Ergebnis zahlreicher Reisen und landeskundlicher Forschungen, die auch viel hüttenchemische Nachrichten enthält (Quelle für das Leben Georg Agricolas)" (NDB). Neben der Annaberger Sammlung von bekannten Sprichwörtern das zweite der beiden verlegerischen Hauptwerke aus der Dresdener Offizin von Gimel Bergen, "kostbar ausgestattet" (ADB). – Papierbedingt gebräunt, leicht stock- und fingerfleckig, vereinzelt mit kleinen Wurmgängen sowie mit modernen Unterstreichungen und Notizen im Text und am Rand.
Mit hs. Besitzvermerk auf dem Vorsatz "Gregor Lindner, Decan Joachimsthal 1882" und dem Titel. Gregor Lindner (1831-1917) war Päpstlicher Geheimkämmerer, Priester, Dekan von Joachimsthal, Chronist der Stadt und Mitglied des Stadtrates.
Apuleius, Lucius
Dell'Asino d'oro. Florenz, Filippo Giunta, 1598. - Durchschossenes Exemplar mit 60 Text-Holzschnitten
Los 708
Schätzung
450€ (US$ 469)
Apuleius, Lucius. Dell’Asino d’oro. Tradotto per M. Agnolo Firenuola. 266 S., 3 Bl. 14 x 8,5 cm. Pergament d. Z. (kleine Fehlstelle am Rücken, berieben) mit späterem goldgeprägtem RSchild. Florenz, Filippo Giunta, 1598.
EDIT16 CNCE 2243. IA II, 106.650. Adams A 1382. STC 35. Gamba 48. Pettas, Giuntas of Florence, 745. – Spätere Ausgabe des "Goldenen Esels" in der italienischen Übersetzung von Agnolo Firenzuola (1493-1543). – Fliegender Vorsatz mit Eintrag. Die ersten drei Blätter und die letzten Lagen etwas wurmlöchrig. Teils etwas stärker sporfleckig. Durchschossenes Exemplar mit 60 Text-Holzschnitten (teils wiederholt) auf 53 Tafeln montiert mehrerer früherer italienischer Ausgaben entnommen.
Ariosto, Lodovico
Orlando furioso. Venedig, V. Valgrisi, 1572. - Frühe Ausgabe
Los 709
Schätzung
450€ (US$ 469)
Ariosto, Lodovico. Orlando furioso. 8 Bl., 654 S., 15 Bl. Mit figürlicher Holzschnitt-Titelbordüre und Druckermarke sowie 51 ganzseitigen Holzschnitten und Buchschmuck in Holzschnitt. 24 x 18 cm. Moderner marmorierter Pappband mit älterem goldgeprägtem RSchild (dieses berieben). Venedig, Vincenzo Valgrisi, 1572.
Mortimer II, 1, 29. – Schöne frühe venezianische und fein illustrierte Ausgabe. – Letztes weißes Blatt fehlt. Teilweise stärker gebräunt und stockfleckig. Titelblatt im unteren Rand etwas beschnitten und mit Besitzeintrag von 1832.
Aristoteles
Opera. Teil I. Basel, J. Oporinus, 1542. Nachdruck der von Bebel 1538 gedruckten Ausgabe, besorgt von Hieronymus Gemusaeus.
Los 710
Schätzung
400€ (US$ 417)
Aristoteles. Opera. Teil I (von 3). 16 Bl., 246 S., 1 w. Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel, breiter figürlicher Holzschnitt-Titelbordüre, mehreren Holzschnittinitalen in Blau und Rot und einigen Textholzschnitten. 33,5 x 22 cm. Leder d. Z. (Deckel lose, etwas berieben; ohne die 4 Bindebänder). Basel, (Johann Oporinus), 1542.
VD16 A 3283. STC 40. Adams A 1742. IA 108.033. Hieronymus 113 Anm. Schweiger I, 57. – Nachdruck der von Bebel 1538 gedruckten Ausgabe, besorgt von Hieronymus Gemusaeus. – Mit Paragraphenzeichen von alter Hand in Blau und Rot. Stempelung auf dem Titelblatt und Vorsatz, dieser mit mehreren Exlibris und hs. Bemerkungen. Wasserrand.
Zeitgenössischer flämischer Einband von Jan Ryckaert (1516-1573, in Gent), die Prägestempel (Fliege, Rosette, Mensch, Blattwerk, Lilie) sind in der Einbanddatenbank verzeichnet: EBDB Werkstatt w002435. Und bei der Bibliographie von James Weale (1832-1917) "Bookbindings and rubbings of bookbindings in the National Art Library", 422 und vgl. 363f (keine Angabe zum Buchbinder).
Aristoteles
Organon (graece). Frankfurt, Thomas Guarin für Andreas Wechel, 1577. - Korrigierter Nachdruck der Ausgabe Paris 1562, mit dem lateinischen Vorwort
Los 711
Schätzung
600€ (US$ 625)
Aristoteles. Organon (graece). Organum sive logicae tractationes omnes: quarum numerum et ordinem sequens pagella indicabit. Ad exemplaris fidem quod postremum Lutetiae excusum est, diligenter emendatum, et in capita distinctum. 7 S., 465 (recte: 467) S. Mit Holzschnitt-Druckermarke. 22,5 x 17 cm. Schwarz gestrichener Pergamentband mit breitem blindgeprägtem Schweinslederrücken d. Z. (etwas fleckig und berieben, unteres Kapital gering bestoßen, Kanten teils beschabt, mit hs. RTitel). Frankfurt, Thomas Guarin für Andreas Wechel, 1577.
VD16 A 3521. Schweiger 53. – Korrigierter Nachdruck der Ausgabe Paris 1562, mit dem lateinischen Vorwort des Herausgebers Simon Grynäus (1493-1541), einflussreicher Reformator, enger Freund Melanchthons und Professor für Griechisch an den Universitäten von Heidelberg und Basel. – Schwach gebräunt und nur gering fleckig, zwei Textblatt zu Beginn mit unauffällig angestückter Ecke. Schöner breitrandiger griechischer Druck.
Aristoteles
Problemata Aristotelis. Frankfurt, D. Zöpfel, 1554
Los 712
Schätzung
450€ (US$ 469)
Aristoteles. Problemata Aristotelis, ac philosophorum medicorumque complurium, ad varias quaestiones cognoscendas, & ad naturalem Philosophiam discutiendam maxime spectantia. S. 1-278. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. 15 x 9,5 cm. Pergament d. Z. (berieben, fleckig, geworfen, unteres Kapital mit Einriss sowie ohne den Messingverschluss). (Frankfurt, D. Zöpfel), 1554.
VD16, P 4886; nicht bei Durling u. Wellcome (andere Ausgaben). – Frühe Ausgabe aus der Offizin Zöpfel. – Titel lose, leicht braun- und feuchtfleckig, teils mit Randläsuren und mit mehreren hs. Randnotizen. Selten im Handel. – Beigebunden: Albertus Magnus. De virtuibus herbarum, lapidum et animalium quorundam libellus. Seite 279-439. Ebenda.
Aristoteles
Problematum Aristotelis sections duae de quadraginta Theodoro Gaza interprete. Lyon, Balthasar de Gabiano, 1503-1505. - Frühe Ausgabe, wohl aus der Offizin von Balthasar de Gabiano aus Lyon
Los 713
Schätzung
1.000€ (US$ 1,042)
Aristoteles. Problematum Aristotelis sections duae de quadraginta Theodoro Gaza interprete. Teil III (von 3). 212 num. Bl. 17 x 10 cm. Pergament d. Z. (berieben, bestoßen und fleckig sowie neu gebunden unter Verwendung des Einbandes der Zeit) mit hs. RTitel. (Lyon, Balthasar de Gabiano, 1503-1505).
Baudrier VII, 16. Vgl. Adams 1931 (1524). Legrand XLII (1475). Nicht im KVK (nur Band II. Venedig, Aldus, 1504). – Frühe Ausgabe, wohl aus der Offizin von Balthasar de Gabiano aus Lyon. Theodorus Gaza (1410-1475) übersetzte Aristoteles' Werke vom Altgriechischen ins Lateinische und verbesserte gleichzeitig die vorigen lateinischen Übersetzungen. "Problemata Aristotelis emendatissima ut nunc sunt latina lingua antehac non habuit; nam Theodorus Gazes, de romana lingua optime meritus, quam interpretationem Nicolao V jamdui dicaverat emendavit nuper sub Sixto praesente IV pontifice maximo. Testis ego sum, qui eo cictante scribebam, euantum laboris insumpserit senex doctissimus annum continuum in emendandis plurimis librariorum erroribus. Depravati erant certe codices omnes" (Legrand).
Das Buch setzt sich aus folgenden Lagen zusammen: AAA8-ZZZ8, AAAA8-BBBB8, CCCC12. – Vorsätze erneuert. Papierbedingt gebräunt, Titel und erste zehn Blätter stärker braun- und fingerfleckig, mit hinterlegter Fehlstelle, insgesamt teilweise braunfleckig und mit wenigen Wurmlöchern. Seltene Ausgabe.
Thomas von Aquin und Aristoteles
Sammelband mit 4 Drucken erschienen bei Hieronymus Scotus. Venedig, Hieronymus Scotus, 1561-1565
Los 714
Schätzung
1.500€ (US$ 1,563)
Aristoteles. - Thomas von Aquin. Sammelband mit 4 Drucken erschienen bei Hieronymus Scotus. 32 x 21,5 cm. Flexibles Pergament d. Z. (geworfen, fleckig, lädiert) mit hs. RTitel und 2 (von 4) Bindebändern. Venedig, Hieronymus Scotus, 1561-1565.
Alle 4 Drucke in der Offizin bei Hieronymus Scotus (d. i. Girolamo Scotto; 1505-1572) erschienen, eines der einflussreichsten Verleger-Häuser von 1480 bis 1615. Die hier vorhandenen Drucke stammen aus der Hochzeit Scotus’ selbst:
I. In libros Aristotelis De generatione et corruptione castigatissima commentaria: cum duplici textus tralatione, antiqua videlicet & nova Francisci Vatabli nuperrime addita. 4 nn., 45 (recte: 44) num. Bl. Mit Porträt-Vignette in Holzschnitt und Holzschnitt-Druckermarke am Schluss. Ebenda 1565. - EDIT16 CNCE 32261. - Späte Ausgabe.
II. In libros meteorologicorum Aristotelis praeclarissima commentaria, cum duplici textus interpretatione, una Francisci Vatabli, antiqua altera: Denuo maxima diligentia & fidelius quam antea a mendis & erroribus espurgata. 2 Bl., 270 Sp. Mit Porträt-Vignette in Holzschnitt und Holzschnitt-Druckermarke am Schluss. Ebenda 1561. - IA 108.447. STC 48. Vgl. Adams A 1858 (spätere Ausgabe). - Erste Ausgabe.
III. In octo physicorum Aristotelis commentaria. Ad haec accessit Roberti Linconiensis in eosdem summa. 8 nn., 184 (recte 186) num. Bl. Mit Porträt-Vignette in Holzschnitt, Holzschnitt-Druckermarke am Schluss und mehreren Holzschnitten im Text. Ebenda 1564. - EDIT16 CNCE 32254. Vgl. STC 52 (Erstausgabe). Nicht bei Adams und IA. - Vierte bei Scotus erschienene Ausgabe mit der Zusammenfassung von Robert Grosseteste zu der Naturphilosophie Aristoteles'.
IV. In quatuor libros Aristotelis De coelo, et mundo commentaria: quae, cum morte praeventus perficere non potuerit, absoluit Petrus de Aluernia. 6 Bl., 400 Sp. Ohne die Porträt-Vignette in Holzschnitt (ausgeschnitten), mit Holzschnitt-Druckermarke am Schluss und mehreren Holzschnitten im Text. Ebenda 1562. - EDIT16 CNCE 32192. Nicht bei Adams, Schweiger, im STC und im IA. - Zweite Auflage der Kommentare des Thomas von Aquin zu Aristoteles' Himmelskörperlehre. – Teil IV "In quatuor libros Aristotelis" ist die ovale Porträt-Vignette aus dem Titelblatt ausgeschnitten. Mit Marginalien, teils gebräunt und fleckig, Vorsatz mit hs. Einträgen. Exlibris. Innen schönes Exemplar.
Belon, Pierre
L'histoire de la nature des Oyseaux. Paris, B. Prevost für Guillaume Cavellat, 1555
Los 715
Schätzung
7.500€ (US$ 7,813)
Belon, Pierre. L'histoire de la nature des oyseaux, avec leurs descriptions & naifs portraicts. Teil I-VII in 1 Band. 14 Bl., 381 S. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel, Holzschnitt-Porträt verso Titel, 160 Textholzschnitten und verschieden großen, figürlichen Holzschnitt-Initialien u. a. von Pierre Gourdelle. 34 x 21,5 cm. Kalbsleder d. Z. (beschabt, bestoßen, mit Kratzern, Fehlstellen und Kapitale mit Einrissen) über 6 Bünden mit golgeprägten DFileten und Ornamenten. Paris, B. Prevost für Guillaume Cavellat, 1555.
IA 116.330. Adams B 558. Anker SS. 9 f. Brun 149. Brunet I, 762. Ebert 1902. Mortimer So, Anm. Nissen, IVB 86. Zimmer 52. – Erste Ausgabe in der für Cavellat gedruckten Auflage (der andere Teil der Auflage ging an Corrozet). Der französische Naturforscher Pierre Belon (1517-1564) gilt als Wegbereiter der vergleichenden Morphologie.
"Pierre Belon, one of the founders of the renewed study of birds, used the markets in the foreign cities which he visited on his journeys as the basis of his study of birds and fishes. In his main work ... he mentions about two hundred different birds, mainly European, but some foreign. He makes many original observations, although he frequently refers to Aristotle and Pliny and seeks to identify the birds they treat. The material is given in a certain systematic order and might thus serve as an example to posterity, as would also his treatment of anatomical and morphological conditions" (Anker).
Die eindrucksvollen Holzschnitte zeigen die verschiedenen beschriebenen Vogelarten wie zum Beispiel, Enten, Hühner, Pfauen, Adler, Raben, Eulen, Gänse etc. – Stärker braun- und fingerfleckig, mit Randläsuren, Einrissen und kleinen Fehlstellen (kein Textverlust). Exlibris auf dem Vorsatz.
Besson, Jacques
Theatrum instrumentorum et machinarum. Mit 60 Textkupfern von F. Beroaldi. Lyon, B. Vincent, 1578
Los 716
Schätzung
1.500€ (US$ 1,563)
"Der höhere Blödsinn"
Besson, Jacques. Theatrum instrumentorum et machinarum. Cum Franc. Beroaldi figurarum declaratione demonstrativa. 72 Bl. Mit breiter figürlicher gestochener Titelbordüre und 60 blattgroßen Textkupfern von Francesco Beroaldi. 40 x 25,5 cm. Moderner marmorierter Halblederband. Lyon, Bartholomäus Vincent, 1578.
Millard I.22. Mortimer 58. Vgl. Ornamentstichsammlung 1769. Feldhaus 82 . – "Probably third edition (according to Mortimer; the second of three editions published by Vincent in 1578), with Latin text" (Millard); der Erstdruck erchien 1569. Eine der bedeutendsten Schriften des 16. Jahrhunderts über Maschinenbau. Der in Lyon und Orléans wirkende Mathematiker und Ingenieur Jacques Besson (ca. 1540-1573) stand mit seinen zahlreichen Erfindungen noch ganz in der Tradition der technischen Arbeiten Leonardo da Vincis. Dargestellt sind Mühlen, Hammerwerke, Sägen, Rammen, Winden, Webstühle, Förderanlagen, Kutschen, eine Feuerspritze, ein Saiteninstrument, auch eine Drehbank mit Leitspindel zum Gewindeschneiden u. a.
Die Tafeln geben ein anschauliches Bild vom Erfindungsreichtum und dem Stand der Technik zur Zeit der Renaissance. Nachdem Besson das Werk 1569 zuerst als reines Schaubuch mit Radierungen des französischen Architekten und bedeutenden Stechers Jacques Androuet Ducerceau (Thieme-Becker X, 30 f.), aber ohne Text herausgegeben hatte, erschienen 1578 drei Ausgaben mit französischen oder lateinischen Bildüberschriften. – Wohl behutsam gewaschenes, trotzdem aber noch etwas fingerfleckiges Exemplar, einige Kupfer etwas flau im Druck, das Papier etwas dünn. Titel mit hs. Anmerkung eines kritischen Lesers wohl des späten 19. Jahrhunderts zum Erkenntnisgehalt des Werks ("der höhere Blödsinn").
Biblia germanica
Das naw testament nach lawt der Christlichen Kirchen bewerten text
Los 717
Schätzung
15.000€ (US$ 15,625)
Erste Ausgabe der ersten antilutherischen Bibelübersetzung
Biblia germanica. - Das naw testament nach lawt der Christlichen kirchen bewerten text, corrigirt, und widerumb zu recht gebracht. 1 (statt 4) nn., CXCVI Bl. Titel in Rotdruck. Mit szenischem Titelholzschnitt und 27 (statt 28) zumeist blattgroßen Textholzschnitten sowie einigen figürlichen Holzschnittinitialen. 30,5 x 20 cm. Blindgeprägter Kalbslederband d. Z. (berieben und etwas beschabt, Gelenke angeplatzt, Kapitale bestoßen, VDeckel gelockert, Deckelbezüge mit Kratzspuren, ohne die Schließen; datiert und monogrammiert: "V 1525 K"). (Dresden, Wolfgang Stöckel, 1527).
VD16 B 4374. STC 111. Darlow-Moule II,1, 4191. Bibliotheca biblica, Verzeichnis einer sehr bedeutenden Bibelsammlung, Köln 1843, S. 11. ADB VI, 96f. NDB IV, 488 f. Panzer, Geschichte der römisch-katholischen Bibelübersetzung. Nürnberg 1781, S. 34f. Nagler, Monogrammisten, III, 94. – Erste Ausgabe der antilutherischen Bibelausgabe von Hieronymus Emser (1478-1527). Von Herzog Georg von Sachsen in Auftrag gegebene Übersetzung, "durch Text, Vorreden, Glossen, Buchformat und Bildausstattung ist sie der katholische Gegenentwurf zu Luthers 'Septembertestament' und den ihm folgenden Editionen ... Emsers heftige Abneigung, sein Haß gegenüber den Lutheranern kann nicht verbergen, wie sehr die Reformation auf ihn und die alte Kirche bereits gewirkt hat. Bei aller Ablehnung war es nicht mehr möglich, die Heilige Schrift unübersetzt zu lassen und eine 'Reformation der Reformation' auf dem Verordnungswege durchzuführen. Die Macht des Faktischen ging so weit, daß Herzog Georg und Emser es nicht wagen konnten, eine ganz unillustrierte Bibel zu edieren" (Reinitzer 111). So wurden auf Drängen Emsers Lukas Cranachs Holzstöcke zu Luthers Neuem Testament (1522) mit den polemischen Illustrationen zur Offenbarung erworben, zwar in der leicht entschärften Form der Dezemberausgabe (die Papstkronen in drei Bildern waren getilgt worden), dennoch wurde damit auch dem katholischen Publikum der Fall Babylons als der Untergang Roms dargestellt und Herzog Georg selbst ist im 9. Bild als gegen das Volk wütender Löwenreiter porträtiert (vgl. Schmidt, Illustration der Lutherbibel S. 93 ff.). Lediglich zwei Cranach-Holzschnitte (Nr. 5 und 6 der insgesamt 21 Bilder umfassenden Folge) konnten offenbar nicht mehr beschafft werden und wurden ersetzt durch kleinere Illustrationen Georg Lembergers, der auch die weiteren Holzschnitte beisteuerte. "Luther's famous antagonist Hierome Emser brought out this version of the N.T." (Darlow-Moule). "In seiner Polemik konnte er doch nicht schweigen und folgte gern der Aufforderung seines Herzogs und des Bischofs von Merseburg, an Luther's Übersetzung des Neuen Testaments Kritik zu üben. In einer Schrift vom Jahr 1523 wollte er Luthern nicht weniger als 1400 Fehler und ketzerische Irrthümer in seiner Uebersetzung nachgewiesen haben ... Im Jahr 1527 gab er selbst eine Übersetzung heraus. Sie erwies sich als ein großartiges Plagiat der lutherischen, in der nur hin und wieder Veränderungen nach der Vulgata vorgenommen sind. Trotzdem erlebte sie eine große Zahl von Auflagen" (ADB). – Es fehlen drei Blatt der Vorstücke, darunter einer der blattgroßen Holzschnitte. Mal mehr, mal weniger gebräunt und braunfleckig, anfangs mit Braunfleck in der oberen rechten Ecke, erste Blatt mit Wurmspuren im weißen Rand, zwei Textblatt zu Beginn mit grünem Farbfleck und Anstreichung in Rot im Seitenrand. Seitenschnitt mit Blattweiser. Gut erhaltenes Exemplar im datierten und monogrammierten Einband ("V 1525 K"). – Beigebunden: Augustinus von Hippo. Quattuor libri de Doctrina Christiana: omnibus qui sacrã scripturã. Vel recte intelligere vel fructuose predicare volũt. 57 Bl. Titel in Rot und Schwarz. Mit Titelholzschnitt. (Leipzig), Melchior Lotter, Mai 1515. - VD16 A 4195. STC 53. Nicht bei Adams. - Nach der Kölner Inkunabelausgabe von Bartholomäus de Unkel der zweite Separatdruck von Augustinus' Lehrbuch, in welchem er Anweisungen zur korrekten Auslegung der Bibel liefert. Die Edition besorgte der Humanist Johannes Böhm (um 1485-1534). - Etwas fleckig, wenige Blatt leicht gebräunt, Blatt K1 lose, die Schlusslage gelockert, die letzten beiden Blatt mit Wurmspur im weißen Seitenrand. Vor allem zu Beginn mit zahlreichen zeitgenössischen Annotationen. Schöner Antiquadruck.
Blum, Hans
Grundtlicher bericht von den fünff Sülen. Amsterdam, W. Jansszoon, 1612
Los 718
Schätzung
600€ (US$ 625)
Blum, Hans. Grundtlicher bericht von den fünff Sülen, unnd deren eigentliche contrafeyung, nach Symmetrischer ußteilung der Architectur. 18 Bl. Mit einigen architektonischen Holzschnitt-Illustrationen. 38 x 25,5 cm. Modernes Halbleinen. Amsterdam, Willem Jansszoon, 1612.
VD17 12:650120E. – Späterer deutsche Ausgabe der zuerst 1550 bei Froschauer in Zürich auf Latein erschienenen Säulenlehre des Architekturtheorethikers Hans Blum (1520-1552). "Mit den antiken Bauwerken vertraut, schrieb er auf Marcus Pollio Vitruv und Sebastian Serlio fußend ein z. T. mit von ihm signierten Holzschnitten versehenes Werk über die Fünfsäulenordnung, das in seiner grundlegenden Bedeutung den Formenschatz der italienischen Renaissance in Deutschland weiter verbreiten half. Das Werk, das bisher bis 1662 in 15 Ausgaben nachgewiesen werden konnte, wurde ins Englische, Französische und Holländische übersetzt und hat auf die Fassadenarchitektur des beginnenden Barock auch außerhalb Deutschlands Einfluß gehabt" (NDB II, 324). Blum gilt als Begründer der Gattung "Säulenbuch". – Blatt *ii mit Einriss im oberen Bug, dort auch fachmännisch restauriert, das Schlussblatt im Seitenrand hinterlegt. Etwas gebräunt und fleckig, im Bug etwas feuchtrandig.
Bodin, Jean
Universae naturae theatrum. Lyon, Jaco Roussin, 1596. - Erste Ausgabe
Los 719
Schätzung
1.000€ (US$ 1,042)
Bodin, Jean. Universae naturae theatrum. In quo rerum omnium effectrices causae, & fines contemplantur, & continuae series quinque libris discutuntiur. 4 Bl., 633 S. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel, kleinen Holzschnitten im Text und zahlreichem Buchschmuck. 17 x 10,5 cm. Pergament d. Z. (etwas berieben, fleckig und mit winzigen Fehlstellen) mit spanischen Kanten. Lyon, Jaco Roussin, 1596.
Adams B 2249. Caillet 1280. Cioranescu 4135. STC 72. – Erste Ausgabe. Das Werk "Universae naturae theatrum" kann als die systematischste Darstellung von Jean Bodins (1529-1596) Weltanschauung angesehen werden. Es ist das am wenigsten erforschte seiner Werke und wurde nie ins Englische übersetzt. Bodin selbst gibt an, dass das Theatrum im Jahr 1590 geschrieben wurde. Die französische Übersetzung des Werks "Le Théâtre de la nature universelle" wurde 1597 veröffentlicht. Seit Beginn seiner Laufbahn war Bodin bestrebt, alle Dinge, menschliche und göttliche, methodisch zu untersuchen. Er schreibt: "Die Geschichte, d.h. die wahre Erzählung der Dinge, besteht aus drei Arten: der menschlichen, der natürlichen und der göttlichen. Die erste betrifft den Menschen, die zweite die Natur, die dritte den Vater der Natur (...). So soll es kommen, dass wir vom Nachdenken zuerst über uns selbst, dann über unsere Familie, dann über unsere Gesellschaft zur Untersuchung der Natur und schließlich zur wahren Geschichte des unsterblichen Gottes, d.h. zur Kontemplation geführt werden" (Bodin, Methode zum leichten Verständnis der Geschichte, 1945). – Vorderes Innengelenk leicht geöffnet. Vorsatz mit kleinen Wurmspuren und verso mit hs. Besitzvermerk "Ex libris Joan. Bernardi à Garzarolshoff Nijmegen 1679" und teilweise etwas braunfleckig.
Bullinger, Heinrich
Ad Ioannis Cochlei de canonicae scripturae et Catholicae ecclesiae authoritate libellum. Zürich, Froschauer, 1544. - Erste Ausgaben zweier Predigten
Los 720
Schätzung
600€ (US$ 625)
Bullinger, Heinrich. Ad Ioannis Cochlei de canonicae scripturae et Catholicae ecclesiae authoritate libellum ... [und:] Derselbe. Brevis antibole (graece) responsio secunda ... 2 Teile in 1 Band. 73 num, 6 nn.; 38 num, 2 nn. Bl. 20,5 x 13,5 cm. Mit 2 Holzschnitt-Druckermarken auf den Titeln und mehreren Holzschnitt-Initialen. Blindgeprägtes Kalbsleder des 18. Jahrhunderts (beschabt, bestoßen, Rückengelenke angeplatzt, wenigen Wurmlöchern, kleinen Fehlstellen und leicht gewellt) mit hs. RTitel und RSchild. Zürich, Froschauer, 1544.
VD16 B9542, B9569. Adams 3188, 3193. – Erste Ausgaben zweier Predigten des schweizer Reformators Heinrich Bullinger (1504-1575). Der bedeutende Theologe des Protestantismus im 16. Jahrhundert verfasste das "Zweite Helvetische Bekenntnis", das von zahlreichen europäischen Ländern als Glaubensbekenntnis übernommen wurde. Insgesamt hielt er zahlreiche Predigten, schrieb 124 Werke und sein Briefwechsel umfasst über 12 000 Briefe. – Stärker stock-, braun- und fingerfleckig, teils mit Feuchträndern und teils mit Randläsuren. Mit hs. Besitzvermerk und Exlibris auf dem Vorsatz und dem Titel sowie hs. Notizen auf dem Titel und im Text. Sehr selten.
Bullinger, Heinrich
Die Offenbarung Jesu Christi. Müllhausen, Peter Schmidt, 1560
Los 721
Schätzung
600€ (US$ 625)
Bullinger, Heinrich. Die Offenbarung Jesu Christi. Anfangs durch den heiligen Engel Gottes, Joanni dem säligen Apostel und Evangelisten geoffenbaret, und von jm gesähen und beschrieben. 38 Bl., 429 (von 436) num. Bl., 11 Bl. Mit 22 (von 23) Textholzschnitten. Titel in Schwarz und Rot. 18 x 11 cm. Pergament des 19. Jahrhundert (etwas berieben). Müllhausen, Peter Schmidt, 1560.
VD16 B 9640. Vgl. Vischer, Zürich, C 1092. Nicht im STC und bei Adams. – Erste Ausgabe aus der Offizin von Peter Schmidt in Mühlhausen.
Enthalten sind die Predigten des Reformators und Theologen Heinrich Bullinger (1504-1575) über die Offenbarung des Johannes mit einer Vorrede aus dem Jahr 1558. Bullinger widmet sich in seinen zahlreichen Predigten u. a. der Verdammung durch den Teufel, den Martyrien der Apostel und der Frage nach der Herkunft der Propheten bis hin zur Wahrheit der göttlichen Schrift. Eine spätere Ausgabe wurde von Ludwig Lavater (1527-1586) ins Deutsche übersetzt. – Es fehlen die letzten 7 Blätter und ein Textholzschnitt. Vorsätze erneuert. Titel auf Leinen aufgezogen, stärker lädiert und gebräunt, insgesamt braun-, finger- und feuchtfleckig, mit kleinen Fehlstellen und Einrissen. Die letzten elf Blätter mit hs. Notizen der Zeit.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
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