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Lot 586, Auction  122, Hellwig, Johann Christian Ludwig, Versuch eines aufs Schachspiel gebaueten taktischen Spiels von zwey und mehreren Personen zu spielen

Hellwig, Johann Christian Ludwig
Versuch eines aufs Schachspiel gebaueten taktischen Spiels von zwey und mehreren Personen zu spielen
Los 586

Zuschlag
400€ (US$ 417)

Details

Hellwig, Johann Christian Ludwig. Versuch eines aufs Schachspiel gebaueten taktischen Spiels von zwey und mehreren Personen zu spielen. Band 1 (von 2). XXXVIII, 1 Bl., 164 S., 1 Bl. Mit gestochener Titelvignette und 8 gefalteten, teils farbigen Kupfertafeln. 19,5 x 11,5 cm. Halbleder d. Z.(beschabt, bestoßen und mit kleiner Fehlstelle am unteren Kapital) mit goldgeprägtem RSchild. Leipzig, Siegfried Lebrecht Crusius, 1780.
Schmid S. 192. Vgl. Linde N. 4828. Van der Linde 1100. – Johann Christian Ludwig Hellwig (1743-1831) versuchte in seinem Werk eigene Spielversion auf einem Schachbrett zu entwickeln. Der I. Band behandelt den theoretischen und der II. Band den praktischen Teil. Hellwig war Professor für Mathematik und Naturwissenschaften am Collegium Carolinum in Braunschweig sowie Herzoglicher Braunschweigischer Pagenhofmeister und Hofmathematiker. – Etwas stockfleckig sonst gutes Exemplar.

Lot 587, Auction  122, Walton, Izaak und Cotton, Charles, The complete angler (1808)

Walton, Izaak und Cotton, Charles
The complete angler (1808)
Los 587

Zuschlag
200€ (US$ 208)

Details

Walton, Izaac, und Charles Cotton. The complete angler, or contemplative man's recreation. 2 in 1 Band. 516 S. Mit gestochenem Titel, Frontispiz und 49 Kupferstichtafeln. 27 x 20,5 cm. Moderner Kunstlederband (etwas berieben und bestoßen, Rücken restauriert; Deckel d. Z.) mit breiter goldgeprägter Innenkante und dreiseiten Goldschnitt. London, Samuel Bagster, 1808.
Das erstmals 1653 erschienene Werk, des ehemaligen Eisenwarenhändlers, Biografen und leidenschaftlichen Anglers Izaac Walton (1593-1683), wurde in weiteren Ausgaben über mehr als 20 Jahre hinweg ständig erweitert. Die Erweiterungen wurden teilwiese von seinem Bruder charles Cotton oder von befreundeten Anglern verfasst. – Leicht stockfleckig.

Lot 588, Auction  122, Walton, Izaak und Cotton, Charles, The complete angler (1824)

Walton, Izaak und Cotton, Charles
The complete angler (1824)
Los 588

Zuschlag
100€ (US$ 104)

Details

Walton, Izaak, und Charles Cotton. The complete angler. To which are added an introductory essay. Second edition. LVIII, 416 S. Mit 14 Stahlstichtafeln und zahlreichen Textholzstichen. 20 x 12 cm. Moderner Halbmaroquinband mit RVergoldung, goldgeprägtem RTitel und Goldschnitt. London, John Major, 1824.
Lowndes 2829. Dean II, 603 Anmerkung ("The best known later edition of the Angler"). – Zweite Major-Ausgabe des berühmten, zuerst 1653 erschienenen Kompendiums für Angler. Die Tafeln zeigen Anglerszenen und Angelgeräte, Fische etc. Die Stahlstiche auf China aufgewalzt. – Tafeln und die gegenüberliegenden Seiten etwas stockfleckig, sonst frisch wohlerhalten.

Lot 592, Auction  122, Fäh, Adolf und Heitz, Paul - Hrsg., Kolorierte Frühdrucke aus der Stiftsbibliothek in St. Gallen

Fäh, Adolf und Heitz, Paul - Hrsg.
Kolorierte Frühdrucke aus der Stiftsbibliothek in St. Gallen
Los 592

Zuschlag
300€ (US$ 313)

Details

Fäh, Adolf. Kolorierte Frühdrucke aus der Stiftsbibliothek in St. Gallen. 8 Bl. Text. Mit 43 meist kolorierte, montierte Holzschnitttafeln. 36 x 28 cm. Halbpergament d. Z. (leicht fleckig und berieben sowie Kapitale mit Einrissen) mit Verwendung der OBroschur und zwei Verschlussbändchen. Straßburg, J. H. Ed. Heitz (Heitz & Mündel), 1906.
Einblattdrucke des fünfzehnten Jahrhunderts. In dem Werk "Kolorierte Frühdrucke aus der Stiftsbibliothek in St. Gallen" sind zahlreiche der beeindruckensten Frühdrucke der berühmten Stiftskirche in St. Gallen nachgedruckt und koloriert worden. Die Darstellungen zeigen verschiedene Ausschnitte oder Personen aus der Bibel. Die Stiftsbibliothek in St. Gallen ist eine der schönsten Barockbibliotheken der Schweiz, die zahlreiche wertvolle Werke des 15. bis 18. Jahrhunderts beherbergt. – Bibliohteksschild auf dem Vorsatz. – Zettel

Lot 596, Auction  122, Zapf, Hermann, Manuale Typographicum

Zapf, Hermann
Manuale Typographicum
Los 596

Zuschlag
100€ (US$ 104)

Details

Zapf, Hermann. Manuale Typographicum. 8 Bl. Mit 100 Schrifttafeln. 22,5 x 30 cm. OHalbpergament mit OSchutzumschlag (dieser mit Knickspuren und mehrfach hinterlegt). Frankfurt 1954.
In kleiner Auflage erschienen. Im hinteren Innenpiegel mit dem dazugehörigen Begleitheft "Texte und Übersetzungen in deutscher Sprache". Lose beiliegend ein Werbeprospekt des Verlags. – Frisch und wohlerhalten.

Lot 598, Auction  122, Carpentier, Henri,  Plaques de cheminées. Tome premier.

Carpentier, Henri
Plaques de cheminées. Tome premier.
Los 598

Zuschlag
100€ (US$ 104)

Details

Carpentier, Henri. Plaques de cheminées. Tome premier (einziger Band). 474 S., 2 Bl. Mit zahlreichen Abbildungen. 33 x 24 cm. Modernes schwarzes Leder mit goldgeprägtem RTitel. Paris, F. de Nobele, 1967.
Das Werk gewährt einen umfassenden Einblick in die vielfältige Kaminplatten- und Ofenplattenkunst. Sie werden in folgende Katogerien eingeteilt: Sie werden in folgende Kategorien unterteilt: Religion (Altes und Neues Testament), Dekor - Allegorien - Embleme, Wappen, Mythologie, Geschichte. – Wohlerhalten.

Lot 599, Auction  122, Die Graphischen Künste. und Jungnickel, Ludwig Heinrich - Illustr., Jahrgang XXXIX. Heft 16.

Die Graphischen Künste. und Jungnickel, Ludwig Heinrich - Illustr.
Jahrgang XXXIX. Heft 16.
Los 599

Zuschlag
220€ (US$ 229)

Details

Die Graphischen Künste. Jahrgang XXXIX. Heft 16. S. 53-80, 41-64.Mit zahlreichen teils farbigen Abbildungen sowie 3 Original-Graphiken (davon 1 in Holzschnitt, 1, Radierung und 1 Lithographie) von Ludwig Heinrich Jungnickel. 40 x 30 cm. Illustrierte OBroschur (Außengelenke stark eingerissen) mit DTitel. Wien, Gesellschaft für vervielfältigende Kunst, 1916.
Reich ausgestattete Graphik-Zeitschrift mit 3 Original-Graphiken von Ludwig Heinrich Jungnickel (1881-1965) "Hahnenkampf", "Hirsche auf der Flucht" und "Pantherkopf", ferner mit einer ovalen Heliogravüre eines Bildnisses von Rembrandt Mutter sowie zahlreichen Schiele-Reproduktionen. – Original-Graphiken am weißen Rand etwas stockfleckig. Mit Wasserrand, leichten Randläsuren und leicht gebräunt, Block gelockert.

Lot 600, Auction  122, Einstein, Carl, Negerplastik

Einstein, Carl
Negerplastik
Los 600

Zuschlag
130€ (US$ 135)

Details

Einstein, Carl. Negerplastik. XXVII S. Mit 119 Abbildungen auf Tafeln. 25 x 19 cm. Illustrierter OPappband (oberes Kapital mit kleinem Einriss). Leipzig, Verlag der Weissen Bücher, 1915.
Wilpert-Güring 3. – Erste Ausgabe der Pionierschrift zur afrikanischen Plastik mit damals "sensationellem Bildmaterial" (Gerd Rosen 1947). Die zweite Auflage von 1920 enthält drei Tafeln weniger. – Titel mit Namenseintrag von 1919. Wohlerhaltenes und sauberes Exemplar.

Lot 603, Auction  122, Roger-Miles, M.L., Exposition D'Art Français du XVIIIe Siècle

Roger-Miles, M.L.
Exposition D'Art Français du XVIIIe Siècle
Los 603

Zuschlag
160€ (US$ 167)

Details

Roger-Miles, M.L. Exposition D'Art Français du XVIIIe Siècle. 6 Bl., 90 S., 5 Bl. Mit 50 monochromen Reproduktionen auf Tafeln verschiedener Künstler und 4 montierten Farbtafeln nach Walter Gay. Titel in Rot und Schwarz. HLeder d. Z. (sig: Bonniers Bokbinderi; Ecken leicht bestoßen) mit goldgeprägtem RTitel und RVerzierungen und KGoldschnitt. Paris, Galerie Jamarin, 1916.
Eines von 250 Exemplaren (Gesamtauflage: 300 Ex.) auf Arches Papier gedruckt. "Lìmpressiom de ce Recueil a été d´cideée üour comm´morer durablement le succès de l'Exposition d'Art Français au XVIIe Siècle... les illustres collectionneurs qui ont si généreusement prêté leurs plus belles pièces pour aidrt à une œuvre de guerre, se convaincront qu'ils ont aussi collaboré à une œuvre de Art."(Einleitung). – Origínaleinband mit eingebunden. Schnitt ein wenig gebräunt, sehr schön erhalten.

Lot 605, Auction  122, Tetzen-Lunds, Chr., Samling af moderne fransk malerkunst

Tetzen-Lunds, Chr.
Samling af moderne fransk malerkunst
Los 605

Zuschlag
90€ (US$ 94)

Details

Tetzen-Lunds, Chr. Samling af moderne fransk malerkunst. 5 S. Mit zahlreichen Abbildungen auf Tafeln. 33 x 24 cm. OHalbleinen. Kopenhagen 1934.
Eines von 100 nummerierten Exemplaren des Kataloges der Sammlung Tetzen-Lunds' (1852-1936), die 107 Werke aller Größen der Zeit versammelte, von Cezanne über Picasso, Renoir, van Gogh und Derain bis zu Monet, Matisse und Modigliani. – Wohlerhalten. – Dabei: Hollstein & Puppel. Kunstauktion XL - Sammlung C. Brose Berlin. 111 S., 1 Bl. Mit XXX Tafeln. 28,5 x 21,5 cm. Halbleder d. Z. mit goldgepr. RSchild. Berlin 1928. - Versteigerungskatalog der legendären Sammlung, die auch einen großen Bestand an Werken von Karl Blechen umfasste (154 Losnummern).

May-Junius
Blatt aus einem spätmittelalterlichen Kalendarium einer großen Stundenbuchhandschrift. Lateinische Schrift in Rot, Blau und Grün auf Pergament
Los 1001

Zuschlag
21.000€ (US$ 21,875)

Details

HANDSCHRIFTEN und EINZELBLÄTTER
May-Junius. Blatt aus einem astronomischen Kalendarium des späten Hochmittelalters. Lateinische Handschrift in Rot, Blau und Grün auf Pergament. 2 S. auf 1 Bl. 3 Spalten. 32 Zeilen. Schrift: Textura. Schriftraum: 22 x 16 cm. Format: 28,5 x 23 cm. Mit 2 großen Zierinitialen für "Kalendarium" ("KL" mit Kreuz), 9 Blattgold-Initialen, Architekturrahmen in Rot, Blau, Grün, Orange, Weinrot und Blattgold und mit teils weißer Federwerk-Höhung sowie 2 Tondo-Miniaturen mit den Zodiakzeichen (Krebs und Zwillinge) auf Blattgoldgrund. Psalterium, Deutschland, 13. Jahrhundert.
Außergewöhnlich schön illuminiertes Blatt aus einem Kalendarium einer Handschrift des späten Hochmittelalters, wohl vom Ende des 13. Jahrhunderts oder Anfang des 14., wie es stilistische und paläographische Beobachtungen nahelegen. Die Kalendertafeln recto für "Maius" und verso für "Junius" sind jeweils in prachtvoll farbige Architektur-Ädikulen eingefasst, flankiert von jeweils zwei Säulen im Wechsel Weinrot-Grün bzw. Weinrot-Blau mit feinen Binnenornamenten in weißer Feder. Schwarzkonturierte, mit schimmernden Blattgold gefüllte schmale Säulchen, davon jeweils zwei links in Superposition, gliedern den Kalender, der oben beidseitig mit einer großen Rechteck-Initiale in Blattgold "KL" mit Schlingwerk auf marineblauem Grund ausgezeichnet ist.

Oben schließt die Architektur ab mit reizenden Hausabbreviationen, einem romanischen Pavillon mit Säulenbiforium, einem Häuschen mit Vierpass im Giebel, einer längeren ziegelgedeckten Scheune sowie mehreren Baldachinen.

In den beiden linken schmalen Spalten bezeichnen die römische Ziffern in Rot, Blau und Grün die Tage zur Berechnung des Neumonds und der beweglichen Feste, es folgen Sonntagsbuchstaben zur Bestimmung des Wochentags im Verhältnis zu den Daten sowie die Konkordanz zum römischen Kalenda mit Kalenden, Nonen, Iden etc.

Rechts davon in der breiten Textspalte erscheinen die Heiligenfeste des jeweiligen Monats, in Rot die Hochfeste der wichtigsten Heiligen und dann hierarchisch die Kirchenfeste in Blau und Grün. Über und unter dem Heiligenkalender finden sich Angaben zur Zahl der Tage im Kalendermonat und im zugehörigen Mondmonat sowie zur Verteilung von Tag- und Nachtstunden.

"Tertius occidit, et septimus ora relidit. Maius dicitur xxxi luna. xxx. Maius. Phylippi et Jacobi apolstolorum - Athanasij episcopi ... Floriani ... bis Maximus episcopus". Im Juni dann: "Denus pallescit, quindenus federa nescit. Junius habet dies xxx. luna xviiii." Dann "Marcelli et Petri martyres" bis "Commemoratio sancti Pauli".

Für Mai ist das Sternzeichen der Zwillinge in einen großen runden Tondo mit der Darstellung zweier überaus fein gezeichneter Figuren auf Goldgrund eingemalt (Durchmesser ca. 5 cm), für Juni verso ein blauer Krebs mit roten Scheren. – Breitrandiges Blatt auf festem Pergament mit originalem Beschnitt, lediglich links vermutlich später etwas ungenau beschnitten, etwas angestaubt und fingerfleckig, jedoch kaum Oberflächenberieb bzw. nur ganz vereinzelte Abplatzungen der Farbe oder des Blattgoldes, das besonders schimmernd und flächig exakt aufgetragen wurde und die beiden Tondo-Miniatur hinterfängt.

Magister cum discipulis
Fragment einer mittelalterlichen Handschrift mit einer Miniatur in Gold und Farben auf Pergament.
Los 1002

Zuschlag
1.900€ (US$ 1,979)

Details

Magister cum discipulis. Fragment einer mittelalterlichen Handschrift mit einer Miniatur in Gold und Farben auf Pergament. 9,6 x 8,6 cm. Montiert auf Samt unter Glas in mehrfach profilierter Holzrahmenleiste. 22 x 19 cm. Wohl Frankreich zwischen 1400 und 1410.
Hochmittelalterliche Darstellung des Lehrers auf hohen gelbem Katheder mit Doktorenhut und großem roten Buch auf dem Pult, der vor seinen andächtig lauschenden vier Schülern doziert, die auch wiederum Bücher in den Händen halten. Der Hintergrund ist typischerweise für die Buchkunst um 1400 flächig, gewissermaßen als "Grund" gestaltet mit einem stilisierten roten Blumenmuster in Quadratraster. Umgeben wird die Miniatur von einem Blattgoldrahmen. – Nur minimale Oberflächenläsuren, kaum Abplatzungen oder Farbabrieb, die linke untere Ecke leicht abgeschabt, knapp auf den Goldrahmen beschnitten, wohl ohne größere Retuschen sehr original erhalten.

Geschichte des Moses
Makulaturblatt aus einer mittelalterlichen Handschrift. Deutsche Handschrift auf Pergament
Los 1003

Zuschlag
3.400€ (US$ 3,542)

Details

Geschichte des Moses. Erzählung nach Exodus. Makulaturblatt aus einer mittelalterlichen Handschrift. Deutsche Handschrift, teils mit lateinischen Überschriften in roter und schwarzer Tinte auf Pergament. 1 Doppelblatt-Fragment mit 3 1/2 S. 2 Spalten. 35 Zeilen. Gotica textualis, Schriftraum: 26,6 x 20 cm. Format: 35,4 x 45 cm. Mit Rubrizierung, 2 großen 3-zeiligen Initialen in Rot bzw. Rot-Blau und 6 großen Federwerk-Initialen sowie 7 (teils fragmentarischen) Miniatur-Illustrationen. Deutschland Anfang 15. Jahrhundert.
Großes Makulaturblatt, das einst als Einband-Bezugsmaterial verwendet wurde (mit entsprechenden Flecken, Leim- und Abriebspuren sowie Beschneidungen). Es stammt aus einer spät-hochmittelalterlichen Handschrift wohl Anfang des 14. Jahrhunderts, wofür die Textura-Schrift, aber auch die noch ganz im gotischen Stil aufgefassten Miniaturen sprechen.
Offensichtlich handelt es sich und einen früh-neuhochdeutschen Text mit der Geschichte des Moses nach dem Buche Exodus, frei nacherzählt (Ex 2,1-10).
"Wir lesen in egipten von dem lande / Was das [...] volk gesungen / Darumb wart dem das gesaget / Daz eyn kynt solde werde von dem volke geborn / Von dem solde enstan große schande / Und es solde daz folk leyten aß dem lande / Da kunig pharao diße rede horte / Gewart er sere betrubit von diesen worte / Er gebot dz man alle nidische kynt solde ertranken" (Transkriptionsversuch).

Die Miniaturen zeigen u. a. den Traum des Nebukadnezar vom Untergang der vier Weltreiche und vom Gottesreich: "Nabuchodonosor vidit [somnium et conterritus est spiritus eius et somnium eius fugit ab eo]" mit dem schlafenden König, dem ein wilder Teufel mit heraushängender Zunge erscheint. Ferner die Taufe Christi im Jordan: "Hic ih[es]us baptizatus a iohanne in iordano", eine shr hübsche Szene mit Johannes im Segensgestus, Jesus mit Kreuzesnimbus im Jordan und rechts dem Engel, der das Gewand Christi bereithält. Ferner "Pharao moyses sacra figura" und eine zur Hälfte beschnittene Darstellung wohl des Transportes der Bundeslade mit mehreren Rindern. Verso vier weitere, teils stärker abgeriebene Miniaturen und eine wiederum halbe, abgeschnittene. Sichtbar wird eine Königin mit großer Krone, die einen Knaben hält, vor ihnen auf einem Säulensockel ein Affe und vieles mehr. – Auch hier ist die Schrift teils unleserlich bzw. abgerieben. Einige, meist nur kleine Löchlein und Fehlstellen im Pergament, mit Knickspuren von den einstigen Einbandkanten, angestaubt, fleckig und mit teils stärkeren Gebrauchsspuren. Insgesamt aber ein eindrucksvolles Dokument der Schriftkultur des Mittelalters und der Illuminationskunst, das seiner vollständigen Transkription, Deutung und Zuordnung durch Mediävisten noch harrt.

Marienleben
Deutsche Handschrift auf Papier. 116 nn. Bl. 2 Spalten. 34-37 Zeilen
Los 1005

Zuschlag
38.000€ (US$ 39,583)

Details

Eine bis dato unbekannte vollständige Handschrift mit dem Marienleben
Wie Jesus seine Jünger lehrt und "wie er urlaub von Marie seiner mueter nahm"

Marienleben. Deutsche Handschrift auf Papier. 116 (statt 118?) nn. Bl. 2 Spalten. 32-26 Zeilen. Schrift: Süddeutsche Bastarda (mit Schlaufen an den Oberlängen von b h k und l). Lagen (I+1)III + (VI-4)8 + 9 VI116 · Schriftraum: 21 x 15 cm. Format: Folio 26,4 x 19,3 cm. Mit 2 3-zeiligen Zierinitialen mit Federwerk, 1 großen und mehreren kleineren roten Lombarden zu Anfang sowie zahlreichen hochrechteckigen Großspatien für nicht ausgeführte Miniaturen. Rubrizierung, Kapitalstrichelung bis S. 20v und durchgehend vielzeilige rote Überschriften und Incipits. Schlichtes Pergament um 1770 (leicht angestaubt, bestoßen, ohne die Bindebänder) mit Rotschnitt. Wohl Bayern um 1430.
Umfangreiche, wohl vollständige spät-hochmittelalterliche Handschrift vom Anfang des 15. Jahrhunderts mit der Marienlegende, einer Erzählung des Lebens der Muttergottes Maria von deren Eltern, ihrer Geburt, Reinheit, ihrer Beschreibung, von ihrer Ehe mit Joseph, der Verkündigung, der Heimsuchung, der Geburt, Epiphanias und Passion Christi, von der Aussendung der Apostel und dem Marientod. Sehr saubere, gut leserliche kursive Schrift, stammt von einem einzigen Schreiber.

Nach Ausweis von Schreibsprache, Schrift und Wasserzeichen wurde der Codex um 1430 im bayrischen Raum geschrieben, die Schreibsprache ist Bairisch. Die Handschrift ist am Schluss vermutlich unvollständig (ggf. auch am Beginn), wenn auch aus inhaltlichen Gründen wohl nur geringer Textverlust vorliegt.

Das Wasserzeichen im Buchblock zeigt eine fünfblättrige Blume, ohne Stängel, darüber einkonturige Stange: Typ WZIS DE6405-PO-126841 / WZIS DE6405-PO-126842 (beide Nürnberg, 1430). An über 200 Stellen hat der Schreiber Platz frei gelassen für Deckfarbenminiaturen oder - warhrscheinlicher auf Papier - für Federzeichnungen, immer zu Beginn eines neuen Textabschnittes. Die Zierinitialen auf Bl. 1r wurden wohl nachträglich hinzugefügt.

Ähnlichkeiten in der Ausführlichkeit, der Erzählstruktur und dem Umfang gibt es mit dem "Marienleben des Heinrich von St. Gallen", das ähnlich umfangreich ist, einen genaueren Zusammenhang mit dem gleichzeitigen oder geringfügig früheren Marienleben müsste wissenschaftlich untersucht werden. Jedenfalls handelt es sich bei der vorliegenden Handschrift um ein Manuskript von ganz besonderes singulärer Bedeutung. In der ausgezeichneten Publikation des Hardo Hilg Das ›Marienleben‹ des Heinrich von St. Gallen. Mit einem Verzeichnis deutschsprachiger Prosamarienlegen bis etwa 1520 (München 1981) findet sich keine andere Handschrift, die mit der unsrigen sonst noch vergleichbar wäre.

Die Handschrift enthält ein ausführliches, bislang unbekanntes Marienleben. Die unterschiedlichen biographischen Abschnitte des Lebens der Jungfrau Maria und ihrer Sippe werden nicht nur anhand der biblischen Angaben, sondern auch unter Verwendung zahlreicher weiteren Quellen, darunter der apocryphen Evangelien, ausführlich dargestellt. Als Quellen werden genannt: Hieronymus, Eusebius, Jacobus de Voragine, Remigius, Vita Pilati, Ambrosius, Eneas, Nicodemus, Anselmus, Addas Egeus (!) und andere. Die roten Überschriften der einzelnen Abschnitte richten sich oft direkt an das intendierte Publikum (Hie hort nu …, Nu hort wie …). Angesichts der vielen Textstellen, in denen der besondere Wert der Jungfräulichkeit hervorgehoben wird, ist zu vermuten, dass dieses Werk für eine Gemeinschaft frommer oder religiöser Frauen geschrieben wurde.

In ihrer Struktur und Umfang ist dieses ohne Verfassername überlieferte Marienleben einigermaßen mit dem um 1410 entstandenen Marienleben des Heinrich von Sankt Gallen vergleichbar. Während letzteres Marienleben mit theologischen Exkursen angereichert wurde, besticht das vorliegende Marienleben durch die Lebendigkeit der Darstellung, die klare Gliederung und die einfühlsame Sprache.

Marienlegenden sind zum größten Teil nicht kanonisch, d. h. sie speisen sich aus zahlreichen verschiedenen Quellen. Nach den vier Evangelisten erzählen vor allem apokryphe Schriften von den Geschehnissen im Leben der Gottesmutter wie etwa das Protevangelium des Jakobus. Da die Thematik sich seit dem Hochmittelalter jedoch immer größerer Beliebtheit erfreute, entstanden immer mehr Heiligenlegenden im 12., 13. und 14. Jahrhundert. Hier scheint es sich um eine für uns textlich nicht nachzuweisende, weitgehend eigenständige Kompilation zu handeln, die interessanterweise viele ihrer Quellen nennt, oft unter den in roter Tinte geschriebenen Kapitelüberschriften, die eine Zusammenfassung des Folgenden bringen. Dort steht etwa: "matheus schreibt", "lucas schreibt", "Als uns Johannes Lucas Marcy Matheus Eneas Nicodemus Anshelmus und Ambrosius schreibt", oder "Remigius der schreibt", "für Jeronimus zu Jacobus de fragine", also aus Remigius von Reims oder Legenda aurea des Jacobus de Voragine.

Berichtet wird über die Untaten des Herodes, den Bethlehemitischen Kindermord und das Treffen der Eltern Marias Anna und Joachim: "Hie hort man wie Herodes vier weiber nam und was er kunnd mit nin hett. Und wie der chyser Augustus zu chyser ward der vor gehaissen was Aclavianus" (1r) "Hie hort nu von Anne und Joachym irem mann wie sie einander namen zu der ee [Ehe]. Als Maria im Tempel war, war sie 15 Jahre alte, da sprachen die Priester ...". "Hie hort nu wie Joachym Anna man starb und wie sie sie darnach ander man nam und was chind und geslacht sie dapey gewann" (5r).

Die Volkszählung und Marias Reise von und nach Jerusalem wird erwähnt sowie die Verkündigung durch den Engel Gabriel: "Da zach maria haym gen Nazareth mit den zarten siben mayden" (8r). "Hie hort nu wie in der zeit der engel Gabriel zu maria chom und ir trost und ser gab das sie got solt gepern" (8v). "Hie hort nu wie der engel Gabriel Maria die potschafft pracht und wie sie got in irem leib nach der menschait magt weise empfie[ng]" (9r).

Es folgt die Heimsuchung Marias bei Elisabeth: "Hie hort nu wie maria zu ihr mueme Elizabeth cham und was frewd sie mit einander hetten und wie Johes gotz tawffer ward geporn" [wie Johannes, der Täuffer Gottes, geboren wurde]" (10r) "Hie hort nu wie der engel zu Joseph cham und nam im all sein sorg und trost In wie daz er nit sult von marie gen" (11v).

Geburt Christi: "Hie hort nu wie ihus [Ihesus = Jesus] das lieb kind von maria der raynen maid ward geporn und wie es Joseph mit ir und mit dem chind ergi[ng]. lucas schreibt" (13r). "Hie ho nu wie maria und joseph gen bethlehem chomen als sie wollten dem romischen vogt durch gehorsam tun als er geschriben hett und wie sie mit herberg mochten gehab als ander'lewt und muste ziehen untter ain obdach" (14r). "Hie hort nu von dem geslacht [Geschlecht] und von dem stam [Stamm] da xpus [graece: Christus] von geporen ward etc." (15v) "Hie hort nu das vierd zaichn wie honig aus den lufften in die welt floß da got geporn ward von marie der raynen" (16v).

Die Verkündigung an die Hirten wird zusammengefasst: "Hie hort nu wie als hymelischer sich erstrewt und wie alle engel sunten lieplichen gesang und wie die hirten auf dem veld sich frewten do ins der engel chundet" (17r).

Das Gebot, dem Kaiser Augustus zu huldigen und wohl die Legende von dem aus dem Himmel gefallenenen Marienbild, einem Acheiropoieton: "Hie hort nu wie der grosse chayser Octavianus grossen gewalt erzaigt in aller welt und wie in die Römar musten an petten fur gott" (18r). "Hie hort nu ein land loit in Rewssen haißt Gabriel da vand man ein pild auf dem veld ligen et." (20v).

Epiphanias: "Hie hort nu von dem geslacht da die heilige drey kunig von geporn sind worden und wie sie got ir opffer prachten und wie es in mit herodes ergie[ng] und was auch an dem selbigen tag zaichen sind geschehen als es hernach stet geschribn gantzlich" (21v).

Darbringung und Kindermord, wie Herodes nach Rom kam und die Kinder tötete und es Gott an ihm rächete: "Hie hort nu wie maria und joseph ir kind zu dem tempel truegen …" (24v). "Hie hort nu wie Herodes von Rom chom und wie er die kind tottet und wie das got an im roch und wie es im darnach gie[ng] als hernach geschrien stet" (25r).

Flucht nach Ägypten: "Hie hort nu wie herodes von Rom chom und wie es Joseph und Maria mit ihs irm [Jesus ihrem] kind gieng da sie furn in egippten lant und wie es in auf dem weg und in egipten lant ergie[ng]" (25v). "Da gieng maria und joseph in einen schon garten und erpat ins der wirt uns sein hausfraw als sie pest kunden [in einen schönen Garten und erbaten die Wirtsleute erbaten, die das beste taten, was sie konnten ]" (28v). "Hie hort nu wie der wirt und die wirtin grosse frewd gennen Als Joseph und Maria mit ire kind ihn wider chamen auf Egypten lannd etc." (34v), "Hie hort nu wie ihus mit Johseph und seiner mueter marie wider haym gey Nazareth gie[gen]" (36v).
Ende des Herodes: "Hie hort nu wie es Herodes ergie und wie er sein end nam und wie sein su Archilaus zu kunig ward" (32r).

Taufe Christi und Tod des Vaters Joseph: "Hie hort nu wie Joseph starb und wie in maria clagt Remigius der schreibt" (37v). "Hie hort nu wie es pilato darnach ergie und wie er in fromde land geschict ward" (38v). "Hie hort nu wie Jhus von Johannes Baptista ward getawft [getauft] und wie es im nach der tawff in der wuest ergie und wie er sein Junger darnach an sich nam und darmit aus in die land predigen gie und was zaichen er da tet. Johannes Bapta" (42r).

Von der Sünderin Maria Magdalena und Judas Ischariot: "Hie hort nu von Maria Magdalena wie die von yeren sunden ward pechert [bekehrt] und wie es ir und lazarus und martha mit ihus ergie Matheus schreibt" (45r), "Hie hort nu von Judas leben wie er wardt geporn und wie er von erst zu Jesus chom und wie es im darnach ergie" (46v).

Der Tod Johannes des Täufers am Hofe des Herodes Antipas: "Hie hort nu wie Johannes Bapta von Herodes wardt enthaubt Marcus Schreibt" (49v). "Hie hort nu wie herodes hies sand Johannis sein heiliges haubt abslagen" (50v).

Die Auferweckung des Lazarus: "Hie hort wie ihus lazarum erkucket [erblickte im Sinne von erweckte?] von dem tod der drey tag in der erd was gelegen" (52r).

Leidensgeschichte Christi: "Hie hort nu von der mart[er] xpi und hebt sich an der passion unseres hern und sagt von seiner marter gantz und gar und gerecht als uns Johannes Lucas Marcy Matheus Eneas Nicodemus Anshelmus und Ambrosius schreibt" (55r). Verrat und Judastod: "Hie hort nu wie es ihn darnach mit den falschen Juden ergie[ng]" (61r). "Judas und die 30 Silberlinge: "Hie hort wo die pfening hin chamen die Judas untter die fuetz warff" (68r).

Kreuzigung, Christus im Limbus und Auferstehung: "Hie hort nu wie ihus an das crewcz ward geslagen (71v), "Hie hort nu wie ihus die hell prach und die seinen daraus nahm [die Hölle zerbrach und die Gottgefälligen erlöste]" (75v), "Nu hort von der lobleichen urstend [Auferstehung] ihu xpi als uns die Ewangelisten sagend" (76v). "Hie hort wie ihsus christus nach seiner heiligen urstend [Auferstehung] Sand Jacobum erschain" (37v).

Grablegung durch Joseph von Arimathäa und Himmelfahrt: "Hie hort nu wie es den Juden mit Joseph von Aromathia und mit den Huttern [Hütern am Grabe] ergie[ng] nach der urstend [Auferstehung] Jesu Christi etc." (69r). "Dicz ist nu von unsers Herren auffart als er gey [gen = in den] hymel fur und wie er sein Junger lert was sie darnach tuen sollten und wie er urlaub von Marie seiner mueter nam Marcus und Matheus schreibend" (81v).

Maria mit den Jüngern zu Pfingsten, Erscheinung des Heiligen Geistes und Aussendung der Apostel: "Hie hort nu wie ihsus seinen Jungern nach seiner Auffahrt den Heiligen geyst sand und wie sie darnach begunden zu leben" (82v), "Hie hort nu wie Joseph von Aromathia und den Juden nach Jhsus Auffart mit einander ergi[engen]" (83v), "Hie hort nu wie Nicodemus den Juden riet wen sie nach Joseph von Aromathia sollten sennten. Als hernach geschriben stet" (84v), "Hie hort nu wie Annas und Cayphas chomen zu Joseph und fragten in wie er aus dem karcher chomen war do sagt In Joseph wie es im ergangen war" (85v), "Hie hort nu wie pilatus einen poten gey Rom schicket" (96), "Hie hort nu wie die xij poten [Boten = Aposteln] von Maria urlaub nommen da sie aus in die welt predigen wollten gen und wie ir da geschach" (107r).

Marientod und Begräbnis und Aufnahme in den Himmel: "Hie hort nu von marie schiedung [Verscheiden der Maria] wie die nu in der czeit geyfur und wie yrem end was und wie die Apostall all zu ir chomen Et sie ir end nam und wie sie mit ir umb gingen und wie sie sey lobleich pegruben" (108r), "Wie nu Maria in seraphim den newnte chor chom" (116), "hort nu wie all heilige Maria auf zu sinte irs kinds tron und was frewd sie damit ir begiengen und wie sie von got und von der drinnaltichait [Dreieinigkeit = Trinität] ward empfangen und was er und genaden ir ward getan" (116r).

Und ausführlich Marie Erlebnisse im Himmel: "Es chom auch zu Marie der lieb Joachym und fand sey mit frewdn pis [bis] willechom unser kind in dem aygen kunigreich pis willichem fraw und kunigin und erlosarin aller welt und geschach. Grosse frewd da du unser kind würd wann wir und alles hymlisch her hat fewd von dir empfangen. Joseph ir gemahel lobt und ert Mariam mit grossen frewdn und sprach Maria kunigin: ich lob dich und deinen lieben Sun ihm du wurd mir enpfohln das ich deines leibs und dem cheusch hattan" (116v). Der Text endet auf Fol. 116v mit dem Schluss der Geschichte des Marienlebens, woraus sicherlich zu schließen ist, dass die Handschrift damit vollständig ist. Allenfalls fehlen weiße Blätter am Schluss. – Die erste Lage (Fol. 1-8) mit älter ergänztem Eckabriss (ohne Textverlust), leicht brüchigem Außensteg und vereinzelt etwas fleckig, das erste Blatt stärker gedunkelt und angestaubt, ebenso die letzten beiden Blätter (Fol. 115-116) gering fleckig, letztes Blatt mit Eckverlusten unten rechts und im Bug oben (auch hier ohne Textverlust) und verso etwas angeschmutzt, fleckig und mit kleinem Feuchtrand unten, insgesamt im ganzen Block jedoch von bemerkenswert gutem und frischem Zustand, abgesehen von unwesentlichen Fingerfleckchen oder unbedeutenden Gebrauchsspuren. Zur Provenienz: Die Handschrift stammt aus holländischem, dann deutschen Privatbesitz, Vorsatz mit einer einmontierten Beschreibung eines unidentifizierbaren Antiquariats sowie eines Ausschnitts aus einem gedruckten Auktionskatalog (wohl Sotheby's, 22 July 1935, lot 466).

Antiphonale-Blatt
Einzelblatt einer Handschrift mit Text, Noten und Illumination sowie einer Miniatur
Los 1006

Zuschlag
800€ (US$ 833)

Details

Antiphonale-Blatt. Einzelblatt einer Handschrift mit Text, Noten und Illumination sowie einer Miniatur. Lateinische Handschrift auf Pergament. 1 Bl. 7 Zeilen. Romantische Quadratnoten auf 4-zeiligem roten System mit Gotica Rotunda in Schwarz und Rot. Schriftraum: 35 x 23,5 cm. Format: 50 x 36 cm. Mit 2 Federwerk-Initialen in Blau und Rot sowie großer figürlicher farbiger Initiale "I" auf Blattgoldgrund und breite farbige Akanthusbordüre als Kolumnenbegleiter mit Blattgoldpunkten. Böhmen oder Südostdeutschland Ende 14. Jahrhundert.
Hübsches Blatt eines gregorianischen Responsoriums aus einer wohl deutschen Antiphonale-Handschrift vom Ende des 14. Jahrhunderts: "Isti sunt duo viri misericordiae qui assistunt ante Dominum dominatorem u[niversae terrae]" ("Dies sind die beiden Männer der Barmherzigkeit, die vor dem Herrn stehen, dem Herrscher der ganzen Erde") nach dem Propheten Zacharia (IV, 11; kleine Propheten des AT, Zwölfprophetenbuch des Tanach).

Die beiden genannten biblischen Männer sind in der Initiale "I" (als roséfarbene Monster-Groteske, die nach links eine blaue Akanthusblatt ausspeit) dargestellt, in Kettenhemd und blauem bzw. rotem Mantel mit grünem und roten Kragen sowie weißer Blumenbestickung vor schimmerndem Blattgoldgrund. Die Nimben sind als schwarze Linie im Rund um die Köpfe gelegt. Gesichtszeichnung wie Figurenauffassung entspricht noch ganz dem internationalen "Schönen Stil", was die Datierung um die Zeit kurz vor 1400 nahelegt. – Wenige kleine Randläsuren und Ausbrüche, vereinzelte Knickspuren, etwas angestaubt und fingerfleckig, kaum Oberflächenberieb in Text und Notation, lediglich die Initiale im Goldgrund etwas beschabt (teils leichter Goldgrundverlust, kleiner Linienverlust der Nimben, Gesichter aber recht gut sichtbar, ggf. sorgfältig minimal retuschiert im Schwarz und Grünen). Dekoratives Blatt.

Melchisedek
Fragment einer illuminierten spätmittelalterlichen Handschrift auf Pergament.
Los 1007

Zuschlag
18.000€ (US$ 18,750)

Details

Melchisedek. Fragment einer illuminierten spätmittelalterlichen Handschrift in deutscher Sprache auf Pergament. 2 S. auf 1 Bl. 25 Zeilen. Schrift: Bastarda. Schriftraum: 14,3 x 13,4 cm. Format: 29 x 17,8 cm. Mit roter Initiale, Kapitalstrichelung in Rot sowie 2 großen szenischen Miniaturen (je ca. 11,5 x 15 cm). Deutschland Ende 14. / Anfang 15. Jahrhundert.
Mit zwei großen Miniaturen illuminiertes Fragment einer vershaften Bibelgeschichte vom Übergang vom Mittelhoch- zum Neuhochdeutschen. Verso wird die Geschichte des Empfangs Abrahams durch Melchisedek in 25 Zeilen erzählt:
Und gesigt od[er] ub[er]wand und kam mit den gevangen[en] wid so s[ein]em eigen / Do liff im den gegen melchisedech und opffert im brot und win. / In dem waz beze[i]chet das heil[i]g gotlich sacrament. / Melchisedech waz ein brister daß obersten gotez. /
Und bezeichnet unser herren iesum cistum. / Denn der kun[i]g der alle rich hot geschopft. / Ist ein brister der die ersten meß hot. / Melchisedech der kun[i]g und brister opfert brot und win. / Cristus hot gesetzet das sacrament und gestalt das brot und des wins [...]".

Die Bibel berichtet (Genesis XIV, 18f.), dass Abraham nach der Schlacht gegen Sodom von dem Priester Gottes, Melchisedek empfangen und gesegnet wird: "Und Melchisedek, König von Salem, brachte Brot und Wein heraus; und er war Priester Gottes, des Höchsten. Und er segnete ihn und sprach: Gesegnet sei Abram von Gott, dem Höchsten, der Himmel und Erde besitzt! Und gepriesen sei Gott, der Höchste, der deine Feinde in deine Hand geliefert hat! Und Abram gab ihm den Zehnten von allem".

Die hübsche drittelseitige Miniaturmalerei zeigt rechts den in voller Rüstung stakenden Abraham auf seinen Knien, die Hände zum Gruß erhoben, neben seinem phrygischen Helm "Abraham", er wird links empfangen von "Melchisedech" (auf einer Schriftrolle), der ihm einen überdimensionierten Kelch und einen Laib Brot darbringt. Darüber in Schriftbändern: "H[ic] obtulit melchisedech panem et vinum xpi [christi] abrahe p[ost] victoriam regnum Genesis xiiii." und auf Deutsch: "Hie opfert melchisdech abhamem daz opfer".

Verso findet sich eine weitere Szene. Links ist die auf vier Personen reduzierte Gruppe der Jünger mit Petrus dargestellt, der einen monumentalen Schlüssel in Händen trägt, und vor ihm Christus mit Kreuzesnimbus und Segensgestus, während rechts drei Ritter in schweren Rüstungen vor einem Stadttor niedersinken:
"Hic proliravit (?) iesus hostes suos" - ""Hie fellet [Jesus Christus] sin finde", wie es in der Überschrift heißt. – Die Federzeichnungen in Sepia sind teilkoloriert in roséfarbenem Inkarnatston, sicherlich zeitgenössisch, wohingegen die Kolorierung in kräftigem Rot, Hellblau und Gelb sowie das partielle Nachziehen der Konturen mit einer Schwarzfarbe wohl später hinzukamen. Während der umfangreiche, 25-zeilige handschriftliche Text recto sehr gut lesbar ist, ist der ebenso umfangreiche Text verso teils leicht abgerieben oder verblasst (u. an einer Falzspur). Das Blatt teils etwas angestaubt, fleckig, doch nur mit wenigen winzigen Ausrissen am linken Rand (von Lösung aus der fadengebundenen Lage). Sehr seltener, früher und für uns nicht nachweisbarer deutscher Text aus einer spätmittelalterlichen Handschrift.

Lot 1008, Auction  122, Horae Beatae Mariae Virginis, 2 Einzelblätter aus einem niederländischen Stundenbuch mit reicher Illumination

Horae Beatae Mariae Virginis
2 Einzelblätter aus einem niederländischen Stundenbuch mit reicher Illumination
Los 1008

Zuschlag
320€ (US$ 333)

Details

Horae Beatae Mariae Virginis. Deutsche Handschrift auf Pergament. 1 Einzelblatt aus einem deutschen Stundenbuch mit reicher Illumination. 15 Zeilen. Textura in Schwarz und Rot. Schriftraum: 7,6 x 5,4 cm. Format: 12,8 x 9,8 cm. Mit 11 Pinselgoldinitialen auf rotem und blauen Grund sowie Randillumination recto. Nordwestdeutschland (Westfalen?) um 1400.
Sehr dekoratives Einzelblatt einer deutschen Gebetbuchhandschrift des Spätmittelalters. Die meisten Stundenbücher waren in lateinischer, dann französischer und seltener noch in niederländischer Sprache, deutsche Horae BMV sind bemerkenswert selten.
"Unser herr sprach zu mir du bist min sun ich han dich huit geborn" - "Von dem gerechten weg. So syn zorn also kürczlich enbrint dann selig sind alle die an Jn getrüwent. Lob sy dem vater und dem sun und dem hailigen gaist. Als er war an dem anfang nun und ymer ymer ewicklichen on ende. Amen".
Verso ist der breite Rahmen mit vier hübschen Blumen illuminiert, zwei größeren Vögeln und vier Insekten, darunter Maikäfer, Biene, Schnecke und Fliege. – Nur minimaler Oberflächenberieb, hübsches Blatt.

[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.

* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.


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