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Lot 7000, Auction  127, Feininger, Lyonel, Light-Study Dining Room 35 Potsdamer Strasse

Feininger, Lyonel
Light-Study Dining Room 35 Potsdamer Strasse
Los 7000

Schätzung
7.000€ (US$ 7,955)

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Light-Study Dining Room 35 Potsdamer Strasse
Zimmermannsbleistift, weiß gehöht, auf grünlichem "Turnbull's Crayon"-Karton. 1892.
26,7 x 17,8 cm.
Unten links mit Zimmermannsbleistift datiert und bezeichnet "light-study Dining-room 35 Potsdamer Str. Sept. 19th 1892".

1887 erreichte Lyonel Feininger von New York aus Hamburg. Der zuvor in Manhattan aufgewachsene Sohn eines deutschen Konzertgeigers und einer amerikanischen Sängerin und Pianistin sollte eigentlich am Leipziger Konservatorium Violine studieren. Stattdessen aber schrieb sich Feininger mit Erlaubnis der Eltern an der Kunstgewerbeschule in Hamburg ein und wechselte 1888 nach Berlin, um an der Königlichen Akademie der Künste zu studieren. Nach der Scheidung seiner Eltern lebte er mit seiner Mutter Elizabeth und seinen Schwestern zusammen in einer Wohnung in der Potsdamer Straße 35. Immer mit Bleistift und Papier ausgestattet, fertigte Feininger bereits in diesen frühen Jahren unzählige Zeichnungen alltäglicher Situationen, meist waren es bestimmte Details und gegebene Polaritäten, die ihn interessierten, wie in der hier vorliegenden Zeichnung der Raum, das Licht und dessen Spiegelung, die er meisterhaft mit Weißhöhung auf dem leicht getönten Papier wiederzugeben vermag. Achim Moeller, Direktor des Lyonel Feininger Project, New York - Berlin, hat die Echtheit dieses Werkes, das im Archiv des Lyonel Feininger Project unter der Nummer 2051-03-23-26 registriert ist, bestätigt. Ein Zertifikat liegt der Arbeit bei.

Provenienz: Alois J. Schardt, Halle, Berlin, Los Angeles (Geschenk des Künstlers)
Privatbesitz (durch Erbschaft)
Privatbesitz, New York

Ausstellung: Lyonel Feininger: The Early Years, 1890 - 1906, Moeller Fine Art, New York 2015 (Ausst.-Kat. Nr. 8, S. 30 f., mit Farbabb.)

Lot 7001, Auction  127, Feininger, Lyonel, Church Windows Machnow

Feininger, Lyonel
Church Windows Machnow
Los 7001

Schätzung
3.500€ (US$ 3,977)

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Church Windows Machnow
Bleistift auf Skizzenpapier. 1894.
11,3 x 8,6 cm.
Unten mittig mit Bleistift datiert und bezeichnet "28 März 1894 church Windows Machnow - " sowie mittig rechts mit Feder in Schwarz "'Spiegelnde Fenster' Schon damals".

Lyonel Feininger ist bekannt für seine Naturskizzen, die er später sogar auch mit der Kamera ausführte. Dabei ging es ihm nicht um Plein-air-Malerei, sondern um das Studieren von Formen und um die Rolle von Hell und Dunkel beziehungsweise Lichtspiegelungen, etwa auf regennassem Kopfsteinpflaster. Anfänge hierin finden sich sicher in seinen frühen Zeichnungen, wie in der hier ausgeführten Skizze von Fenstern der Dorfkirche in Machnow bei Berlin, bei der er die schmalen, in tiefen Laibungen sitzenden Fenster mit ihren mosaikartig angeordneten kleinen Scheiben aus unterschiedlichen Blickwinkeln beobachtet und deren Lichtspiegelung mit feinen Schraffuren und deutlichen Kontrasten festhält. Achim Moeller, Direktor des Lyonel Feininger Project, New York - Berlin, hat die Echtheit dieses Werkes, das im Archiv des Lyonel Feininger Project unter der Nummer 2052-03-23-26 registriert ist, bestätigt. Ein Zertifikat liegt der Arbeit bei.

Provenienz: Alois J. Schardt, Halle, Berlin, Los Angeles (Geschenk des Künstlers)
Privatbesitz (durch Erbschaft)
Privatbesitz, New York

Ausstellung: Lyonel Feininger (1871-1956) in Berlin mit einem Exkurs zu Heinrich Zille (1858-1929), Galerie Parterre Berlin, Berlin 2021 (Ausst.-Kat. S. 88, mit Farbabb.)

Lot 7002, Auction  127, Feininger, Lyonel, Old Door at Machnow, Ancient Cross Let in Brick-Wall

Feininger, Lyonel
Old Door at Machnow, Ancient Cross Let in Brick-Wall
Los 7002

Schätzung
3.500€ (US$ 3,977)

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Old Door at Machnow, Ancient Cross Let in Brick-Wall
Bleistift auf glattem Velin. 1894.
16 x 10,5 cm.
Unten links mit Bleistift datiert und bezeichnet "ancient cross let in brick-wall d. 28 März, 1894" sowie mittig "old door at Machnow".

Neben seinen Marinebildern nimmt die Architektur von Anfang an einen herausragenden Platz im Œuvre von Lyonel Feininger ein. Besonders die Darstellung kleiner Dörfer, meist in Thüringen, und deren mittelalterliche Kirchen haben ihn beschäftigt. Wie auch die Faszination für Schiffe rührte das Interesse an Kirchen wohl aus Kindheitserinnerungen in New York, wie er später in einem Brief an Alfred H. Barr schrieb: „When I was six or seven years old I was taken to the Metropolitan Museum, and of all the paintings I saw the only ones to make a deep impression on me were from a very early period; the represented gothic architecture (…).“ (zit. n. Alfred H. Barr, Lyonel Feininger - American Artist, in: Lyonel Feininger. Marsden Hartley, Ausst.-Kat. The Museum of Modern Art, New York 1944, S. 8). Diese Erinnerung war in seinen jungen Jahren, in denen diese Zeichnung entstand, sicherlich besonders präsent. Mit akribischer Detailgenauigkeit und einer fast romantisierenden Sicht auf die alte Tür und das Kirchenkreuz legt er auch hier den Fokus auf die Lichtreflexe der angestrahlten, groben Holzbalken und die Form des Kreuzes. Und wie so oft versieht er seine Skizzen mit schriftlichen Vermerken, hier noch in seiner englischen Muttersprache. Achim Moeller, Direktor des Lyonel Feininger Project, New York - Berlin, hat die Echtheit dieses Werkes, das im Archiv des Lyonel Feininger Project unter der Nummer 2053-03-23-26 registriert ist, bestätigt. Ein Zertifikat liegt der Arbeit bei.

Provenienz: Alois J. Schardt, Halle, Berlin, Los Angeles (Geschenk des Künstlers)
Privatbesitz (durch Erbschaft)
Privatbesitz New York

Lot 7003, Auction  127, Liebermann, Max, Mann und Frau in den Dünen

Liebermann, Max
Mann und Frau in den Dünen
Los 7003

Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)

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Mann und Frau in den Dünen
Kohlestift auf Velin. Um 1895.
12,2 x 16,7 cm.
Unten links mit Kohlestift signiert "MLiebermann".

Wohl in Zandvoort entstand die Zeichnung Liebermanns, die ein mit Kiepen schwer beladenes Paar inmitten der Dünenlandschaft zeigt. Mit lockeren, sparsamen Strichen und pointierten Kontrasten erfasst der Künstler die beiden Figuren in der Helligkeit der holländischen Küste. Zum Motiv des schreitenden Bauern in den Dünen vgl. die Ölstudien Eberle 195/5 ff.

Provenienz: Privatbesitz Belgien

Lot 7004, Auction  127, Liebermann, Max, Martha Liebermann, schlafend

Liebermann, Max
Martha Liebermann, schlafend
Los 7004

Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)

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Martha Liebermann, schlafend
Bleistift auf rückseitig bedruckter Todesanzeige. Ca. 1899.
11,7 x 15,3 cm.

Eine von Liebermanns typischen privaten Figurenstudien, die er als stiller Beobachter schuf. Den flüchtigen Augenblick festzuhalten, scheint ihn derart gereizt zu haben, dass er schnell zu einer Todesanzeige von 1899 griff und auf deren Rückseite seine schlafende Frau Martha skizzierte. Wir danken Dr. Margreet Nouwen, Berlin, für freundliche Auskünfte und die mündliche Bestätigung der Zeichnung vom 22.01.2026.

Provenienz: Privatbesitz Berlin

Liebermann, Max
Allee mit Spaziergängern
Los 7005

Schätzung
2.000€ (US$ 2,273)

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Allee mit Spaziergängern
Kohle auf festem Velin.
Ca. 11,7 x 16,9 cm.
Unten links mit Kohle signiert "MLiebermann".

Mit flüchtigem, teils kräftigem und mitunter zackigem Strich skizziert Liebermann ein Paar beim abendlichen Spaziergang. Von Stille umgeben, die Dame untergehakt, schlendern sie einen Waldweg entlang, während der Vollmond mittig zwischen den Bäumen hindurchscheint. In dieser kleinen, berzeugenden Zeichnung arbeitet Liebermann vor allem mit Kontrasten und sein Augenmerk liegt auf der Lichtstimmung im Mondschein vor dunkler Baumkulisse, die Figuren aber bleiben weitestgehend unklar und nur silhouettenhaft angedeutet.

Provenienz: Arnold, Frankfurt a.M., Auktion 28.11.2020, Lot 123
Privatsammlung Rheinland

Lot 7006, Auction  127, Liebermann, Max, Lesendes Mädchen

Liebermann, Max
Lesendes Mädchen
Los 7006

Schätzung
1.800€ (US$ 2,045)

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Lesendes Mädchen
Farblithographie auf Velinkarton. 1896.
30,3 x 23,8 cm (46 x 37,2 cm).
Signiert "MLiebermann".
Schiefler 41 b.

Ganz in ihre Lektüre vertieft, bemerkt das junge Mädchen weder das ihr mittlerweile von der Schulter gerutschte Hemd noch den Blick des Betrachters. Das Motiv übt sich in Kontrasten; die strenge Profilkomposition setzt sich gegen die lockere Haltung des Mädchens, ihre helle Farbigkeit gegen das undefinierte Dunkel des Hintergrunds. Neben dem hier vorliegenden farbigen Abdruck von vier Steinen existieren auch einfarbige Drucke. Prachtvoller, stimmiger Druck mit breitem Rand.

Lot 7007, Auction  127, Liebermann, Max, Selbstbildnis im Freien zeichnend

Liebermann, Max
Selbstbildnis im Freien zeichnend
Los 7007

Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)

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Selbstbildnis im Freien zeichnend
Lithographie auf Japanbütten. 1910.
25,8 x 32 cm (42 x 47,7 cm).
Signiert "MLiebermann". Auflage 50 Ex.
Schiefler 110 III.

Im Jahr 1911 im "Holländischen Skizzenbuch" im Verlag von Julius Bard erschienen, die Gesamtauflage betrug 150 Exemplare. Im März 1912 in Paul Cassirers Prospekt und Dezember 1917 im Katalog "Deutsche Graphik" abgebildet. Prachtvoller Druck mit dem vollen, sehr breiten Rand.

Lot 7008, Auction  127, Liebermann, Max, Pferderennen

Liebermann, Max
Pferderennen
Los 7008

Schätzung
900€ (US$ 1,023)

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Pferderennen
Lithographie auf hauchfeinem Japanbütten. 1909.
22 x 34 cm (27 x 41,3 cm).
Signiert "MLiebermann".
Schiefler 87.

Schiefler notiert keine Auflagenhöhe. Prachtvoller, wunderbar kreidiger und klarer Druck mit dem wohl vollen Rand, links und rechts mit dem Schöpfrand.

Lot 7009, Auction  127, Baum, Paul, Zwei ankernde Segelschiffe im Mittelmeer

Baum, Paul
Zwei ankernde Segelschiffe im Mittelmeer
Los 7009

Schätzung
900€ (US$ 1,023)

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Zwei ankernde Segelschiffe im Mittelmeer
Aquarell, Bleistift und Kohlestift auf Velin. 1899.
33 x 42,2 cm.
Unten links mit Kohlestift monogrammiert "P.B." und datiert.
Nicht bei Hitzeroth.

In ihrem filigranen Lineament und der kleinteiligen Gestaltung ist Baums maritime Szenerie bei Capri charakteristisch für seine Schaffensperiode um 1900 (vgl. Hitzeroth F 155-157). Zu dieser Zeit bereist der Künstler in den Wintermonaten den Mittelmeerraum, unter anderem Neapel, Capri und Sizilien und zeigt sich als reiner Landschaftsmaler früh vom französischen Impressionismus inspiriert. Angeregt durch die Begegnung mit Théo van Rysselberghe, entwickelt Paul Baum um 1900 seine ganz eigene Variante des Neoimpressionismus und prägt diese Stilrichtung in Deutschland entscheidend mit. Große Erfolge feiert er mit Ausstellungen bei Paul Cassirer in Hamburg und Berlin, gemeinsam mit französischen Neoimpressionisten, und bei Harry Graf Kessler im Großherzoglichen Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg. Dass Baum dem Medium Zeichnung große Bedeutung beimaß, zeigt ihre Anzahl innerhalb seines Œuvres - nach den Ölgemälden die größte Werkgruppe.

Provenienz: Privatbesitz Norddeutschland

Lot 7010, Auction  127, Baum, Paul, Ankernde Segelschiffe und Fischerboote im Mittelmeer

Baum, Paul
Ankernde Segelschiffe und Fischerboote im Mittelmeer
Los 7010

Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)

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Ankernde Segelschiffe und Fischerboote im Mittelmeer
Aquarell, Bleistift und Kohlestift auf Velin. 1900.
41 x 55 cm.
Unten rechts mit Kohlestift monogrammiert "P.B." und datiert.
Nicht bei Hitzeroth.

Mit den vibrierenden Linien, einer meisterlich sorgsamen Ausführung und dem zarten Gesamtton lässt die Zeichnung eine überzeugende Impression der südlichen Landschaft, des ruhigen Meeres mit seinen flirrenden Wellenbewegungen und der Helligkeit des Lichts entstehen. Ebenso sorgfältig wie den feinen Wellenstrukturen widmet sich der Künstler den Schiffsmasten und filigranen Wanten und setzt die tiefe Dunkelheit der Schiffskörper in prägnanten Kontrast zur Helligkeit der Wasserfläche. Während Baums Aufenthalt in Italien entstanden bei Capri um 1900 einige vergleichbare Blätter in den Buchten von Taormina und von Baiae bei Capri (vgl. Hitzeroth F 155-157).

Provenienz: Fritz Flender (mit dessen wohl eigenhändiger Annotation verso auf dem Karton, dort bezeichnet
Ehemals Walther Flender, Stolberg/Harz (mit dessen Klebeetikett auf beiliegendem Karton)
Privatbesitz Norddeutschland

Lot 7011, Auction  127, Seger, Ernst, Stehender Akt (Jugend)

Seger, Ernst
Stehender Akt (Jugend)
Los 7011

Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)

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Stehender Akt (Jugend)
Holz, dunkelbraun gefasst, auf Holzplinthe, auf Holzsockel montiert. Um 1920.
28,5 x 7 x 6,5 cm.
Seitlich rechts auf dem Sockel signiert "E. SEGER".

Bekanntheit erlangte Seger, ausgebildet an der Königlichen Kunst- und Gewerbeschule Breslau, insbesondere für seine weiblichen Akte, die er ganz im Sinne des Jugendstils gestaltete. Unikat.

Provenienz: Privatbesitz Nordrhein-Westfalen

Lot 7013, Auction  127, Ury, Lesser, Spaziergänger im Regen

Ury, Lesser
Spaziergänger im Regen
Los 7013

Schätzung
1.500€ (US$ 1,705)

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Spaziergänger im Regen
Radierung auf feinem Japan. Um 1920.
24,5 x 14,7 cm (38,8 x 25,7 cm).
Signiert "L. Ury". Auflage 10 röm. num. Ex.
Rosenbach 57.

Stimmungsvolle Berliner Straßenszene mit Passantin. Rosenbach war nur die Normalausgabe von 100 numerierten Exemplaren auf Bütten bekannt. Ganz prachtvoller, tiefdunkler und samtiger Druck mit dem vollen Rand, links und unten mit dem Schöpfrand.

Lot 7014, Auction  127, Ury, Lesser, Dame im Kaffee mit aufgestütztem Arm vor leerem Glas

Ury, Lesser
Dame im Kaffee mit aufgestütztem Arm vor leerem Glas
Los 7014

Schätzung
900€ (US$ 1,023)

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Dame im Kaffee mit aufgestütztem Arm vor leerem Glas
Radierung auf Japan. 1919.
20,7 x 14,8 cm (34 x 21,5/22,5 cm).
Signiert "L. Ury" und bezeichnet "II 3".
Rosenbach 87.

Wohl Zustandsdruck vor der Auflage von 100 Exemplaren, erschienen im Verlag Franz Hanfstaengl, München. Prachtvoller, sehr schön gratiger und klarer Druck mit zartem Plattenton, ausdrucksvollem Plattenschmutz, noch ungereinigter, dunkel mitdruckender Facette und breitem Rand.

Lot 7015, Auction  127, Eitner, Ernst, Tief verschneit (Hummelsbüttel)

Eitner, Ernst
Tief verschneit (Hummelsbüttel)
Los 7015

Schätzung
2.800€ (US$ 3,182)

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"Tief verschneit" (Hummelsbüttel)
Öl auf Leinwand.
61 x 73 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Schwarz signiert "E Eitner", verso nochmals signiert sowie auf dem Keilrahmen betitelt und zweifach bezeichnet "39784".

Der Blick des Künstlers aus seinem Atelierfenster in Hummelsbüttel fällt in einen tief verschneiten Garten, dessen winterliche Stille er mit lockerem Duktus und naturnaher Farbgebung erfasst. Stimmungsvolle Landschaft des Hamburger Impressionisten, ausgebildet ab 1886 an der Akademie in Karlsruhe bei Gustav Schönleber. Eitner gehörte zu den von Alfred Lichtwark geförderten Künstlern, mit denen der erste Direktor der Hamburger Kunsthalle nach dem Vorbild der französischen Impressionisten auch in Hamburg eine Freilichtmalerei-Schule schaffen wollte.

Provenienz: Privatbesitz Niedersachsen

Lot 7016, Auction  127, Eitner, Ernst, Birkenweg

Eitner, Ernst
Birkenweg
Los 7016

Schätzung
1.500€ (US$ 1,705)

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"Birkenweg"
Öl auf Leinwand.
61 x 80 cm.
Unten links mit Pinsel in Graugrün signiert "E Eitner", verso nochmals zweifach signiert sowie auf dem Keilrahmen mit Bleistift (teils schwer lesbar, teils gestrichen, von fremder Hand?) betitelt bzw. bezeichnet.

Schnee bedeckt die flache norddeutsche Landschaft unter grau verhangenem Himmel. Der pastose Farbauftrag lässt die tupfenden Bewegungen des Pinsels wunderbar erkennbar werden und modelliert plastisch die Strukturen der Bäume und Sträucher wie auch der verschneiten Furchen im brachliegenden Feld. Mit impressionistischer Lockerheit führt Eitner den Pinsel, ein feinsinniges Kolorit und wohlkomponierte Kontraste bestimmen die verschneite, sich weit in die Tiefe erstreckende Szenerie.

Provenienz: Privatbesitz Niedersachsen

Lot 7017, Auction  127, Mühlig, Hugo, Schneespaziergang

Mühlig, Hugo
Schneespaziergang
Los 7017

Schätzung
2.400€ (US$ 2,727)

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Schneespaziergang
Gouache auf Karton.
Ca. 17 x 26,5 cm (Rahmenausschnitt).
Unten rechts mit Pinsel in Grau signiert "H. Mühlig".

Detailtreu und zugleich impressionistisch locker im Duktus erfasst Mühlig die im Schnee hell schimmernde Landschaft. Mit spannungsreichen Diagonalen komponiert der Sohn des Dresdner Malers Meno Mühlig die weit offene Szenerie und zeichnet die kleine Spazier- und Jagdgesellschaft im Mittelgrund der kleinformatigen Winterlandschaft in lebendiger Bewegtheit. Ausgebildet an der Dresdner Kunstakademie, stand er stilistisch zunächst unter dem Einfluss der Schule Ludwig Richters, entwickelte jedoch bald seinen eigenen, dem Impressionismus nahestehenden Stil.

Provenienz: Privatbesitz Nordrhein-Westfalen

Lot 7018, Auction  127, Mühlig, Hugo, Pflügender Bauer

Mühlig, Hugo
Pflügender Bauer
Los 7018

Schätzung
1.500€ (US$ 1,705)

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Pflügender Bauer
Öl auf Holz.
21 x 27 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Schwarz signiert "H. Mühlig".

Munter weht der Rauch des Feuers nach vorne links aus dem Bild, während sich der Bauer mit seinem Pflug und dem Ackergaul nach rechts bewegt. Dieser gekonnte Einsatz von diagonalen Kompositionslinien, ebenso wie der gelöste Pinselschwung und die Detailfreude, zeichnet das Schaffen Mühligs aus. Nach seiner Übersiedlung nach Düsseldorf verbrachte er die Sommer häufig in der Willingshausener Künstlerkolonie, in deren Umgebung er Anregungen für seine Gemälde fand. In Düsseldorf war er seit 1887 Mitglied des Künstlervereins Malkasten.

Provenienz: Privatbesitz Nordrhein-Westfalen

Lot 7019, Auction  127, Altenkirch, Otto, Kahn am Lutziensee

Altenkirch, Otto
Kahn am Lutziensee
Los 7019

Schätzung
3.500€ (US$ 3,977)

Details

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Kahn am Lutziensee
Öl auf Hartfaser. 1901.
47 x 66 cm.
Unten links mit Pinsel in Schwarz signiert "Otto Altenkirch." und datiert.
Petrasch 1901-94-FB.

Mit pastosem Farbauftrag modelliert Altenkirch die Bildgegenstände im Vordergrund: Steine und Wasser, Boot und Uferböschung treten in kräftiger Plastizität hervor, während die Bildfläche im Mittel- und Hintergrund in herbstlichem Kolorit von Braunrot und Grünblau harmonisch und locker fein gestaltet ist. Seine Ausbildung erfuhr Altenkirch an der Berliner Hochschule für Bildende Künste und an der Kunstakademie in Dresden, u.a. bei Paul Vorgang und Eugen Bracht; am Ende dieser Zeit entstand das vorliegende Gemälde. "Im unscheinbaren Motiv den Zauber und die Kraft der Natur zu veranschaulichen, war ihm künstlerisches Credo." (Maria Petrasch, Otto Altenkirch, Ausst.-Kat. Schloss Nossen 2005, S. 19f.).

Provenienz: Privatbesitz Hannover

Lot 7020, Auction  127, Altenkirch, Otto, Schafbrücke (Freiberger Mulde bei Hochwasser)

Altenkirch, Otto
Schafbrücke (Freiberger Mulde bei Hochwasser)
Los 7020

Schätzung
6.000€ (US$ 6,818)

Details

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"Schafbrücke (Freiberger Mulde bei Hochwasser)"
Öl auf Leinwand. 1928.
65 x 96 cm.
Unten links signiert (in die feuchte Farbe geritzt) "Otto Altenkirch." und datiert, verso auf dem Keilrahmen mit Pinsel in Schwarz nochmals signiert, betitelt und bezeichnet "Dresden".
Petrasch 1928-5-S.

Hochbewegte frühlingshafte Landschaft, in der die Schneeschmelze den Fluss Mulde ein turbulent vorwärtsströmendes Hochwasser führen lässt. Expressiv und mit großer Spontaneität gestaltet Altenkirch die Landschaft mit pastosem Farbauftrag plastisch durch, während das Kolorit abgetönt und wie von einem hellen Schimmer überzogen scheint. Zudem verleiht er den mit weichem Pinsel flächig gestalteten Partien durch plastische, pastos aufgebrachte Tupfen und Linien Struktur. Seine Heimatlandschaft hielt der Dresdner Künstler immer wieder zu verschiedenen Jahreszeiten fest.

Provenienz: Privatbesitz Hannover

Lot 7021, Auction  127, Haase-Ilsenburg, Hermann Otto, Stehender Frauenakt mit Kessel und Tuch

Haase-Ilsenburg, Hermann Otto
Stehender Frauenakt mit Kessel und Tuch
Los 7021

Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)

Details

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Stehender Frauenakt mit Kessel und Tuch
Bronze mit goldbrauner Patina auf Bronzeplinthe, auf grauen Diabassockel montiert.
39 x 12 x 9,3 cm.
Verso auf der Plinthe signiert "Haase-Ilsbg.".

Der künstlerische Stil Haase-Ilsenburgs zeigt sich vor allem von neoklassizistischen und naturalistischen Tendenzen beeinflusst. Der Bildhauer beweist ein bemerkenswertes Talent, mit großer Präzision die anmutig-vitale menschliche Form zu schildern, dabei aber die Oberfläche sanft zu stilisieren und seidig glatt zu polieren. Seit 1903 stellte Haase-Ilsenburg bei der jährlichen Großen Berliner Kunstausstellung aus. Prachtvoller Guss mit ebenmäßiger Patina.
Gesamthöhe mit Sockel: 44 cm.

Provenienz: Privatbesitz Berlin

Lot 7022, Auction  127, Koch-Stetter, Dora, Norddeutsche Landschaft mit Schafen und Feldarbeiterin

Koch-Stetter, Dora
Norddeutsche Landschaft mit Schafen und Feldarbeiterin
Los 7022

Schätzung
3.000€ (US$ 3,409)

Details

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Norddeutsche Landschaft mit Schafen und Feldarbeiterin
Öl auf Leinwand.
52 x 78 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Rot signiert "D STETTER".

Dicht drängen sich die Schafe im Bildvordergrund und sind mit ebenso lockerem Duktus erfasst wie die arbeitende Frau, die weiter hinten auf der Weide kniet. Eine harmonische, abgetönte Farbigkeit zeichnet das stimmungsvolle Gemälde aus der frühen Schaffenszeit der Künstlerin aus, das wohl vor ihrer Heirat mit dem Zeichner Fritz Koch-Gotha 1917 entstand. In den Jahren 1903/04 war Koch-Stetter Schülerin im Berliner Atelier von Lovis Corinth. Ab 1910 arbeitete sie mit dem rumänischen impressionistischen Maler Arthur Segal zusammen und war von 1911 bis 1943 Mitglied im Verein Berliner Künstlerinnen. Nach zahlreichen Studienreisen kam sie 1911 zum ersten Mal nach Ahrenshoop und blieb der norddeutschen Landschaft fortan eng verbunden.

Provenienz: Privatbesitz Süddeutschland

Lot 7023, Auction  127, Lehmbruck, Wilhelm, Susanna

Lehmbruck, Wilhelm
Susanna
Los 7023

Schätzung
1.800€ (US$ 2,045)

Details

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Susanna
Kaltnadel auf Japan. 1913.
20 x 15 cm (37,3 x 27,5 cm).
Signiert "W. Lehmbruck". Auflage 20 Ex.
Petermann 62 II.

Exemplar des endgültigen Zustands mit den Schattierungen und den Veränderungen in den Köpfen, mit der eigenhändigen Signatur Wilhelm Lehmbrucks. Herausgegeben von Paul Cassirer, Berlin. Prachtvoller, differenzierter und fein nuancierter Druck mit ausdrucksvollem Plattenton, schön sichtbarer Plattenkante und kräftig mitdruckender Facette, mit breitem Rand. Selten.

Lot 7024, Auction  127, Lehmbruck, Wilhelm, Ruhende (vom Rücken)

Lehmbruck, Wilhelm
Ruhende (vom Rücken)
Los 7024

Schätzung
1.500€ (US$ 1,705)

Details

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"Ruhende" (vom Rücken)
Kaltnadel auf Bütten. 1913.
9,8 x 19,7 cm (23 x 30,5 cm).
Signiert "W. Lehmbruck", betitelt und bezeichnet "II. Zustand".
Petermann 58 II.

Exemplar des zweiten und endgültigen Zustandes mit der zarten Binnenmodellierung und den horizontalen Strichlagen im Hinter- und Untergrund, mit der eigenhändigen Signatur Wilhelm Lehmbrucks. Ausgezeichneter Druck mit feinschimmerndem Plattenton und mitdruckender Facette, mit Rand. Selten, eine Auflage führt Petermann nicht an, er erwähnt lediglich drei ihm bekannte Exemplare.

Lot 7025, Auction  127, Lehmbruck, Wilhelm, Weiblicher Rückenakt, ausschauend

Lehmbruck, Wilhelm
Weiblicher Rückenakt, ausschauend
Los 7025

Schätzung
2.000€ (US$ 2,273)

Details

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"Weiblicher Rückenakt, ausschauend"
Kaltnadel auf festem Japan. 1911.
31,4 x 22,9 cm (50 x 32 cm).
Signiert "W. Lehmbruck" und betitelt. Auflage 20 Ex.
Petermann 20 II.

Exemplar des endgültigen Zustands mit zarten Modellierungen durch feine Schraffuren, mit der eigenhändigen Signatur Wilhelm Lehmbrucks. Die kleine Auflage erschien bei Paul Cassirer, Berlin. Ganz prachtvoller, gratiger und klarer Druck mit ganz feinem Plattenton, ausdrucksvollem Plattenschmutz, tiefschwarz eingefärbter Facette und mit breitem Rand.

Lot 7026, Auction  127, Lehmbruck, Wilhelm, Drei Frauen, zwei stehend, eine kniend

Lehmbruck, Wilhelm
Drei Frauen, zwei stehend, eine kniend
Los 7026

Schätzung
2.400€ (US$ 2,727)

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Drei Frauen, zwei stehend, eine kniend
Kaltnadel auf Kupferdruckpapier. 1914.
20,7 x 15 cm (42 x 27,5 cm).
Signiert "W. Lehmbruck".
Petermann 89.

Mit der eigenhändigen Signatur Wilhelm Lehmbrucks. Petermann ist keine Auflage bekannt; er nennt lediglich drei von Lehmbruck selber signierte Exemplare dieses Zustandes. Herausgegeben von Paul Cassirer, Berlin, gedruckt bei der Pan-Presse, Berlin. Ganz prachtvoller, wunderbar kräftiger, nuancierter Druck mit herrlich differenziertem Plattenton, tief eingeprägter Plattenkante und ungereinigter Facette, mit breitem Rand. Äußerst selten.

Lot 7027, Auction  127, Marc, Franz, Zwei Akte

Marc, Franz
Zwei Akte
Los 7027 [*]

Schätzung
10.000€ (US$ 11,364)

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Zwei Akte
Farblithographie, mit dem Schabeisen überarbeitet, auf Bütten. 1907.
19 x 21,1 cm (30,8 x 39,9 cm).
Signiert "Frz. Marc".
Lankheit 810, Hoberg/Jansen 2.

Die erste graphische Arbeit Franz Marcs, von der Drucke erhalten sind. Den Aufzeichnungen des Künstlers zufolge entstanden diese zwischen Oktober und Dezember des Jahres 1907 in München. "Franz Marc's Suche nach der 'Wesensform', wie Klaus Lankheit die Phase von 1907 bis Ende 1909 so treffend bezeichnet, setzt ein. Durch die neue Einsicht und Auffassung seines Auftrags als Künstler, die sich von jetzt an radikal gegen die traditionelle Vorstellung von Kunst richten, gehört Franz Marc zu denjenigen Künstlern, die zu Beginn unseres Jahrhunderts tiefgreifende Veränderungen im bildnerischen Denken und Schaffen hervorgerufen haben." (Magdalena Möller, in: Franz Marc. Zeichnungen und Aquarelle, Ausst.-Kat. Stuttgart 1989, S. 22). Ausgezeichneter, sehr schön nuancierter Druck von zwei Steinen mit breitem Rand. Extrem selten, eines von nur sechs bekannten Exemplaren.

Provenienz: Ehemals M. Kirdorf (1878-1923), Aachen (verso mit dem Sammlerstempel, Lugt 4656)

Lot 7028, Auction  127, Oppler, Ernst, Altfrauenhaus in Amsterdam

Oppler, Ernst
Altfrauenhaus in Amsterdam
Los 7028

Schätzung
5.000€ (US$ 5,682)

Details

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Altfrauenhaus in Amsterdam
Öl auf Leinwand. Wohl 1908.
81 x 65 cm.
Unten links mit Pinsel in Schwarz signiert "E. Oppler.".
Nicht bei Bruns.

Reizvoll spielt das Sonnenlicht im Grün der Bäume und lässt helle Flecken auf dem verschatteten Weg, den Figuren und den Fensterscheiben tanzen. Vor dem Portal und dem hohen Mezzaninfenster des ehrwürdigen Gebäudes flanieren einzeln und paarweise die alten Frauen mit Schürzen und weißen Hauben unter dem Dach des Laubwerks der Allee. Ihre Physiognomien erscheinen kaum individualisiert, so dass, auch durch die einheitlichen Gewänder, ihre Gemeinschaft im Einklang mit Architektur, Natur und Religion betont wird. Reliefhaft modelliert Oppler mit der pastosen Farbe die Strukturen von Laubwerk und Ästen.
Oppler ließ sich 1901 im niederländischen Sluis nieder und schuf in den kommenden Jahren zahlreiche Genrebilder. Sicherlich regten Oppler hier Max Liebermanns zahlreiche Arbeiten zu ähnlichen Motiven an, der sich vor allem in den 1880er Jahren in seinen Gemälden den holländischen Stiftshöfen und Waisenhäusern widmete. Im Jahr 1908 entstanden zwei weitere, motivisch ganz ähnliche Gemälde Opplers zu demselben Motiv, vgl. Bruns G-068/069: "Wie diese Vorbilder, so zeigt auch Opplers Bild die Einheit von menschlicher Gemeinschaft, Natur und Architektur; stärker als bei Liebermann ist hier jedoch die Architektur von der Natur vereinnahmt. (...)." (Jochen Bruns, Ernst Oppler, Köln 1993, zu G-068).

Provenienz: Saint Paul Auction, La Colle-sur-Loup, 08.12.2024, Lot 293 (dort betitelt "Rue animée")
Privatbesitz Niedersachsen

Lot 7029, Auction  127, Corinth, Lovis, Herr und Frau Erich Göritz

Corinth, Lovis
Herr und Frau Erich Göritz
Los 7029

Schätzung
15.000€ (US$ 17,045)

Details

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Herr und Frau Erich Göritz
Kreide in Schwarz auf leichtem Karton. 1922.
51,5 x 36,3 cm.
Unten links mit Bleistift signiert "Lovis Corinth", datiert und gewidmet "für Erich Göritz".

Wach und interessiert blickt das Sammlerpaar zum Künstler. Corinth zeichnete und malte um 1922 mehrere Portraits von und für Erich Göritz (vgl. Berend-Corinth/Hernad 841, 858). Der jüdische Fabrikant (1889-1955), Mitinhaber des Familienunternehmens Strumpfwarenfabrik G. & S. Goeritz, besaß mehrere Werke Corinths und war mit dem Künstler eng befreundet. Diese Zuneigung spiegelt sich in der intimen Zeichnung mit wunderbarer Stofflichkeit der Lithokreide: Sie rückt nahe an das generöse Sammlerpaar heran und zeigt beide annähernd lebensgroß, einträchtig dicht beieinander und damit noch deutlich freundschaftlicher aufgefasst als in dem vergleichbaren, im selben Jahr in der Klopstockstraße in Berlin entstandenen Ölgemälde "Portrait Erich Göritz und seine Frau" (Berend-Corinth/Hernad 858).

Provenienz: Privatsammlung Chicago (Geschenk des Künstlers)
Privatbesitz (in den 1990er Jahren erworben)
Sotheby's, London, Auktion 08.02.2006, Lot 201
Privatbesitz Nordrhein-Westfalen

Ausstellung: The Art Institute of Chicago, Chicago Collects, 1988

Lot 7030, Auction  127, Corinth, Lovis, Bühnenskizzen für Eugene O'Neills Kaiser Jones

Corinth, Lovis
Bühnenskizzen für Eugene O'Neills Kaiser Jones
Los 7030

Schätzung
3.500€ (US$ 3,977)

Details

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Bühnenentwürfe für Eugene O'Neills Kaiser Jones
5 Gouachen über Bleistift auf Velin, gemeinsam auf Untersatzkarton montiert. 1923.
Eine 5,8 x 6,8, sowie vier je ca. 6 x 8,5 cm (der Untersatz 26,5 x 23,3 cm).
Auf dem Untersatzkarton mit Pinsel in Rotbraun signiert "Lovis Corinth" und datiert sowie unten von fremder Hand mit Feder in Schwarz bezeichnet "Bühnenskizzen zu O'Neill, Kaiser Jones" und oben erneut datiert und mit Ortsbezeichnung "Nov. 1923 / Berlin".

Die Bühnenentwürfe belegen die frühe Beschäftigung Corinths mit der Inszenierung der deutschen Uraufführung von Eugene O'Neills Theaterstück Emperor Jones im Lustspielhaus Berlin mit Oscar Homolka in der Hauptrolle. Möglicherweise hatte Berthold Viertel, der Regisseur des Stückes, zunächst Lovis Corinth mit der Gestaltung des Bühnenbilds des Stückes beauftragt, sich aber später für Friedrich Kiesler als Bühnenbildner entschieden, weil ihm Corinths Entwürfe zu konventionell erschienen. Kiesler schuf schließlich ein völlig neuartiges und für die Geschichte der Bühnengestaltung bahnbrechendes konstruktivistisches Konzept. Die vorliegenden Skizzen präsentieren dagegen Corinths frühes expressiv-malerisches Konzept des Bühnenbildes. Corinth, der schon mehrfach für das Theater Entwürfe gestaltet hatte, stellt hier verschiedene waldige Umgebungen, sowie den Thronsaal als zentrale Handlungsorte des Stücks dar. Die Provenienz des Blattes lässt vermuten, dass der in der Kulturszene stark vernetzte Kunstsammler und Arzt Dr. Martin Flaum, der von 1923-1933 unter anderem an der Charité und dem Jüdischen Krankenhaus in Berlin beschäftigt war, die Zeichnungen möglicherweise entweder direkt von Corinth oder aus dessen Nachlaß erwarb und in einem Album sammelte. Flaum konnte aufgrund seiner jüdischen Herkunft ab 1933 nicht mehr offiziell praktizieren, behandelte privat aber viele seiner Patienten weiter. 1936 wurde er deshalb verhaftet und musste Berlin schließlich 1937 verlassen und mit der Familie in die Niederlande emigrieren. Während eine seiner Töchter in Auschwitz ermordet wurde, konnte der Rest der Familie 1941 nach Palästina fliehen und Flaum kehrte später als britischer Truppenarzt im Krieg mehrere Jahre nach Deutschland zurück, während seine Familie in Haifa verblieb. Seine Tochter Ursula siedelte später zum Studium wieder in die Niederlande über, heiratete dort und blieb Zeit ihres Lebens in Amsterdam.

Provenienz: Sammlung Dr. Martin Flaum, Berlin/Haifa
Cornelis Jacob Sint und Ursula Chaja Sint, geb. Flaum, Amsterdam (durch Erbschaft)
Privatbesitz Niederlande

[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.

* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.


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