Allessandri, Innocente
Animali quadrupedi, 4 Bände, Venedig 1771.
Los 278
Schätzung
38.000€ (US$ 43,678)
PFLANZEN- UND TIERBÜCHER
Prachtexemplar auf Levantepapier in zeitgenösischen Einbänden
Allessandri, Innocente, und Pietro Scattaglia. Animali quadrupedi tolti dal naturale dissegnati incisi e miniati co i lor veri colori. 4 Bände. Mit 4 kolorierten Kupfertiteln, 4 großen gestochenen Kopfvignetten, Holzschnitt-Initialen und Buchschmuck sowie Widmungsblatt mit gestochener Wappen-Vignette und 201 kolorierten Kupfertafeln. 49 x 34 cm. Hellbraunes Halbkalbsleder d. Z. (minimal berieben, etwas bestoßen) mit breiten Pergamentecken und Deckelbezügen aus zweifach farbigem Kattunpapier (nur wenige Fehlstellen, Läsuren oder Beschabungen). Venedig, (Carlo Palese), 1771-1775.
Nissen, ZBI, 79. Thieme-Becker I, 254 (unter Alessandri) und XXIX, 534 (unter Scattaglia). Ceresoli 44. Wood 183. Brunet II, 1639. Graesse I, 68. – Erste und einzige Ausgabe der "Animali quadrupedi", des monumentalen zoologischen Prachtwerks, das als eines der schönsten, seltensten und wertvollsten naturwissenschaftlichen Illustrationswerke des 18. Jahrhunderts gilt. Die wissenschaftlich fundierten Begleitbeschreibungen ("Descrizioni degli animali") stammen von dem Zoologen und Naturforscher Lodovico Leschi, der Druck wurde Carlo Pelese in dessen venezianischer Offizin anvertraut. Das Werk richtete sich an ein gebildetes, elegantes Publikum des venezianischen Spätrokoko und der Aufklärung, es wurde in monatlichen Lieferungen ausgegeben, so dass vollständige Exemplare äußerst rar zu finden sind.
Die künstlerisch überragenden, außergewöhnlich schönen 201 Tafeln müssen den Vergleich mit den französischen und englischen Naturgeschichten des 18. Jahrhunderts keineswegs scheuen, übertreffen viele von diesen oft um Längen. So hebt auch Claus Nissen die virtuose Stecherkunst, die malerische Einbettung der Tiere in Landschaften und die atemberaubende Qualität der gouachierten Tafeln hervor des Künstlerduos Innocente Alessandri (um 1742-1792) und Pietro Scattaglia (1739-1810) lobend hervor (vgl. Nissen II, 127).
Einige wenige Exemplare der Auflage wurden bedeutenden Subskribenten zugeeignet, in denen dann ein eigens von derselben Offizin gedrucktes und mit einem individuellen Wappenkupfer versehenen Widmungsblatt eingelegt wurde. Vorliegt hier das Exemplar für den "Panie Kochanku" genannten, bedeutenden Fürsten Karol Stanislaw Radziwill (1734-1790), den polnisch-litauischen Adligen und Woiwoden von Wilna und Starost-Verwalter von Lemberg. Radziwill war nicht nur einer der mächtigsten, sondern auch wohlhabendsten Großgrundbesitzer Europas in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. So zeigt das Wappenschild drei miteinander verbundene schwarze Jagdhörner, deren dünnere Enden in der Mitte aneinanderstoßen und ein Dreieck oder einen laufenden Stern bilden: "A Sua Altezza Carlo Stanislao Radzwill, Duca di Nieswitz e d’Olika, Conte die Kletsch ec. Palatino di Wilna, Cavaliere degli Ordini dell’Aquila Bianca, di Sant’ Andrea e di Sant’Uberto, ec. ec.", gezeichnet "Innocente Alessandri e Pietro Scattaglia". – Das lose beiliegende Widmungsblatt mit wenigen Randlasuren, etwas geknickt und leicht angestaubt, sonst kaum irgendwelche ernstzunehmenden oder auffallenden Gebrauchsspuren wie blasse Feuchtränder oder Fleckchen. Text gedruckt auf meist blütenweisen schweren Bütten, die Tafeln auf noch wertvollerem, geglättetem Büttenpapier einer der bedeutendsten norditalienischen Mühlen der Fratelli Venturini. Diese schufen die hochwertigsten Meisterpapiere für Künstler und luxuriöse Kunstdrucke und betrieben dafür mehrere erfolgreiche Papiermühlen in Toscolano am Gardasee, das damals zur Republik Venedig (der Terraferma) gehörte. Das für die Tafeln der "Aminali quadupedi" geschaffene Papier zeigt zwei Wasserzeichen im Wechsel: zwei Sterne mit Monogramm "FV" (Fratelli Venturini) bzw. drei Halbmonde (Tre mezzolune) mit der Versalschrift "SOL IMPERIAL". Es gehört damit zu den kostbarsten der sogenannten "Levantepapiere".
Die Darstellungen der Säugetiere in ihrem natürlichen Habitat, in Wäldern, auf Wiesen und Steppen, in Haus und Hof, vor oder in Seen und Flüssen ist meist sehr genau beobachtet, wenn sich ein die "Pantera femmina" (der weibliche Panther) lauernd sprungbereit macht, der "Gatto tigrato americano" (die amerikanische Wildkatze) den Fels hinabsteigt, die "Jena" (Hyäne) auf Beute lauert, sich die "Scimie rosse del Senegal" um reifes Obst streiten, der "Cane d'armi" (Vorsteherhund) anschlägt oder der "Cane da corsa" (Jagdhund) springend über die Landschrift flieht. Nicht zuletzt ist das zeitgenössische Kolorit hervorzuheben, das ebenso sorgfältig wie exakt und in sehr nuancierten Farben aufgetragen und vielfach durch Eiweiß fixiert wurde, wodurch die dargestellten Tiere eine schimmernde, lebendige Oberfläche bekommen. Vorsätze mit ovalem Sammerstempel der "Ornithologischen Bibliothek Erich Horstkötter, Dinklage".
Besler, Basilius. Hortus Eystettensis. Corona Imperialis Polyanthos (Kaiserkrone). Kolorierter Kupferstich. 49,6 x 38,6 cm (Plattenrand). Eichstätt und Nürnberg 1613-1623.
Die "Kaiserkrone", ursprünglich aus Vorderasien stammend und seit dem späten 16. Jahrhundert auch in Mitteleuropa beheimatet, ist ein Blatt aus dem berühmten „Hortus Eystettensis“, in dem Basilius Besler gewissermaßen die Schönheit der Schöpfung in Gestalt von Pflanzen feiert.
Ganz ausgezeichneter Druck mit reichem Kolorit, mit schmalem Rand um die Plattenkante. Geringe Gebrauchsspuren, unten hinterlegter horizontaler Einriss nahe der Plattenkante, recto jedoch kaum wahrnehmbar, minimale Randläsuren, verso umlaufend braunes Klebeband, sonst sehr gut erhalten. – Papierbedingt gebräunt, etwas stock- und fingerfleckig, Stege verstärkt. Sehr dekorativ.
Besler, Basilius. Hortus Eystettensis. Calceolus Mariae, Iris Portugalica, Iris Pannonica variegata und Chamaeiris, Chamaeiris caerulea vis lacco colori, Chamaeriris flore candido, Chamaeiris flavo & purpurascente flore. 2 kolorierte Kupferstiche. 50 x 40 cm (Plattenrand). Eichstätt und Nürnberg 1613-1623.
Dargestellt sind die Pflanzen Iris, Chamaeiris und Gelber Frauenschuh. – Minimal fleckig, mit leichten Randläsuren sonst gute Exemplare. Dekorativ.
Unbeschnittenes Exemplar mit allen Umschlägen
Borckhausen, Moritz Balthasar, et al. (Hrsg.). Teutsche Ornithologie oder Naturgeschichte aller Vögel Teutschlands in naturgetreuen Abbildungen und Beschreibungen. Hefte I-XXI (von 22) in 2 Bänden. Mit 126 großen kolorierten Kupfertafeln. 48 x 35 cm. Modernes Kalbsleder (kaum berieben) mit allen auf blauen Bütten gedruckten OLieferungsumschlägen. Darmstadt, Johann Christoph Ferdinand Mefarth, 1800-1811.
Nissen, IVB, 907. Anker 52. – Erste Ausgabe eines der schönsten deutschen Vogelbücher. Das großangelegte, opulent ausgestattete Werk, das Johann Conrad Susemihl (1767-1846) gemeinsam mit seinem Bruder Johann Theodor und später mit seinen Kindern Eduard und Emilie in Darmstadt mit Hilfe eines Kreises begeisterter Naturfreunde schuf. Von Merck nach Darmstadt geholt, studierte Susemihl zunächst in Weimar und Dresden und "begann nach seiner Rückkehr 1795, also fast gleichzeitig mit Johann Friedrich Naumann, mit der Arbeit an dem Werk, das mit seinen hervorragenden Kupferstichen ein Gegenstück zu den Planches enluminées des Levaillant bilden sollte.
"Das ornithologische Material dazu lieferten Darmstädter Naturforscher und Jäger, die sich um den bekannten Forstbotaniker und Entomologen Moritz Balthasar Borckhausen (1760-1806) scharten. Doch war Susemihl selbst ein eifriger Jäger, der seine Objekte nicht nur ausgestopft kannte. Davon legen die Tafeln, die in Stich wie Kolorit zu den Spitzenleistungen des späten Kupferstiches gehören, beredtes Zeugnis ab ... Einige Tafeln wurden auch farbig gedruckt, jedoch selten in mehr als zwei Farben" (Nissen S. 53 ).
Die Herausgeber hatten die Lieferung von 4 Heften jährlich geplant, das Unternehmen kam jedoch in der Zeit der Napoleonischen Kriege ins Stocken, und die Teile erschienen in immer größeren Abständen. Nachdem der 21. Teil 1811 publiziert war, schien die Herausgabe eingestellt, es erschien jedoch mit großem Abstand, sechs Jahre später, im Jarhe 1817 noch ein letztes Heft, das hier, wie in fast allen anderen Exemplaren auch, fehlt. Ebenso wenig ist hier
das sehr seltene und genauso später erschienene Titelblatt und das Subskribentenverzeichnis.
Große Bedeutung kommt allerdings den im vorliegenden Exemplar eingebundenen Original-Umschlägen zu, auf denen sich außer der Aufzählung der in der entsprechenden Lieferung erhaltenen Tafeln häufig Informationen über den Fortgang der Publikation, Herausgeberwechsel, etc. befinden. In Heft XIV finden sich neben den deutschen Textblättern auch drei Blätter mit
französischem Text, ein Versuch der Herausgeber, für eine weitere Verbreitung des Werkes
zu sorgen, der aber rasch wieder aufgegeben wurde. – Einige wenige Tafeln sind leicht stockfleckig, insgesamt jedoch sehr schönes Exemplar in bemerkenswert feinem Kolorit, die Darstellung fast durchgehend sehr frisch und sauber. Text und Tafeln des vorliegenden Exemplares sind breitrandig und unbeschnitten (Heft XXI etwas kleiner im Format), die in Heft XIII als Nachtrag ohne Text erschienenen fünf Tafeln sind an die ihnen zugedachten Plätze in den Heften II, III und IV gebunden.
Brodtmann, Karl Joseph
Naturhistorische Bilder-Gallerie
Los 282
Schätzung
1.000€ (US$ 1,149)
Brodtmann, Karl Joseph. Naturhistorische Bilder-Gallerie aus dem Thierreiche.1 Bl. 36 S., 6 S., 4 S. Mit 71 (von 144) lithographische Tafeln. 44,5 x 35 cm. Pappband d. Z. (bestoßen und Rücken stärker lädiert) mit goldgeprägtem RSchild. (Lindau, Brodtmann 1816).
Winkler (Frühzeit. d. dt. Lith.) 105, 1-7. Nicht bei Nissen. Vgl., Brun I, 208. – Umfangreiche Folge der großformatigen prächtigen Tierdarstellungen. Die schön ausgeführten Tafeln nach Zeichnungen von Brodtmann, meist mit mehreren Darstellungen, darunter Affen, Bären, Hunde, Löwen, Tiger, Pferde (5 teils mit Reiter), Elefanten, Nashörner, Robben, Wale, Krokodile, Papageien etc. – Mehrere Blätter lose, etwas stock- und fingerfleckig, teils mit Randläsuren und knickspurig.
Brodtmann, Karl Joseph
Sieben kolorierte lithographische Tafeln
Los 283
Schätzung
300€ (US$ 345)
Brodtmann, Karl Joseph. 7 lose kolorierte lithographische Tafeln aus "Naturhistorische Bilder-Gallerie aus dem Thierreiche". 35 x 43,5 cm. Lindau, Brodtmann, 1816.
Enthält: 1. Der weissbauchige Klammeraffe Ateles Belzebuth N. 1; 2. Der weissstirnige Maki N. 2; 3. Der Sayou Simia Apella N. 5; 4. Der Surinamische Laternträger N. 9.; 5. Die Hausmaus Mus musculus N. 9; 6. Der asiatische Elefant, N. 51; 7. Der asiatische Elefant (Foemina) N. 52. – Papierbedingt gebräunt, vereinzelt stockfleckig sonst gut erhalten. Dekorativ und mit hübschem, kräftigen Kolorit.
Buffon, Georges Louis Leclerc Comte de
Histoire naturelle des oiseaux
Los 284
Schätzung
500€ (US$ 575)
Buffon, Georges Louis Leclerc. Histoire naturelle des oiseaux. 18 Bände. Mit 261 (von 262) Kupfertafeln. 16,5 x 9 cm. Leder d. Z. (stark lädiert, Rückengelenke brüchig, mit mehreren Fehlstellen, berieben und bestoßen) mit goldgeprägtem RSchild und Rückenvergoldung. Paris, L'Imprimerie Royale, 1770-85.
Nissen, ZBI, 673. Anker 75. Ronsil 413. Zimmer 104. – Erste Oktavausgabe. "One of the early and important landmarks in the history of ornithology. It is based on the nine volumes of 'Oiseaux' in Buffon's 'Histoire Naturelle Générale' first edition, with some changes in the text" (Zimmer). "Das umfangreichste und wissenschaftlich bedeutsamste Unternehmen ornithologischer Ikonographie, das im 18. Jahrhundert in Angriff genommen worden ist" (Nissen). – Eine Kupfertafel fehlt. Vorsätze teilweise leimschattig, gebräunt, stock- und braunfleckig sowie vereinzelte Blätter lose.
Charton, Jacques
Collection de plantes étrangères en fleurs
Los 285
Schätzung
3.000€ (US$ 3,448)
Charton, Jacques. Collection de plantes étrangères en fleurs, fruits, corail et coquillages. Mit gestochenem Titel und 30 (von 60) kolorierten Kupferstichen. 43 x 30 cm. Broschur d. Z. (stark lädiert, vom Block gelöst, mit zahlreichen Fehlstellen) mit montiertem Buntpapier. Paris, Mondhard et Jean, 1784.
Die filigran kolorierten und teils fantastischen Tafeln von Jacques Charton zeigen Pflanzen und Blumen teils mit Tieren und Menschen. Dargestellt sind zum Beispiel "Plante Maritime", "Plante du Perou", "Acorus verus", "Plantes des Indes", "Plantes des isles de Mascaregne", "Ipecacuanha", "Plantes de l'Amerique", "Colloquinte et Champignon du Levant", "Ananas des Indes Orientales", "Plante de Cardamome et le Soldat", "Fruit de Cayenne" etc. – Papierbedingt leicht gebräunt, mit Randläsuren, Einrissen und knickspurig, teils mit hinterlegten Rändern sowie kleineren Fehlstellen. In kräftigen Farben kolorierte und dekorative Graphiken. Sehr selten.
Decker, Johann Mathias
Naturgeschichte aus den besten Schriftstellern mit Merianischen Kupfern
Los 286
Schätzung
500€ (US$ 575)
(Decker, Johann Mathias). Naturgeschichte aus den besten Schriftstellern mit Merianischen (und neuen) Kupfern. Vierfüßige Tiere, Abschnitt 1-6 (komplett). Mit 84 gest. Taf. v. Matth. Merian d. J. u. Casp. Merian. 34,5 x 22 cm. Halbleder mit vergoldeter RVerzierung (leicht berieben, RVerzierung etwas beschädigt). Heilbronn, Eckebrecht 1772-1774.
Nissen 1059. – Die Abteilung der vierfüßigen Tiere mit der vollständigen Reihe der schönen Merian'schen Stiche von ca. 1650, darunter Haus- und Wildtiere, Meerestiere, Eidechsen. – Nur wenig stockfleckig. Zwischen den Seiten 54 und 55 eine Seite entfernt. Tafel: XLIII, XLVII, L und LII mit Ausrissen, teils Bildverluste.
Esper, Eugen Johann Christoph
Der europäischen Schmetterlinge zweyter Theil
Los 287
Schätzung
450€ (US$ 517)
Esper, Eugen Johann Christoph. Der europäischen Schmetterlinge zweyter Theil. Teil II (von 5). 1 Bl., 234 S. Mit 33 kolorierten Kupfertafeln. 24,5 x 19 cm. Leder d. Z. (Rücken restauriert unter Verwendung des Ursprünglichen, beschabt, bestoßen und mit kleinen Fehlstellen) mit goldgeprägtem RSchild und RVergoldung. (Erlangen, Walther, 1779).
Nissen 1316 und 1317 sowie II, 150. Horn-Schenkling 6085 und 6088. – Eugen Johann Christoph Esper (1742-1810) war ein deutscher Entomologe, Botaniker, Pathologe und Mineraloge. Das vorliegende Werk gehört zu einem seiner bekanntesten Werke "Die Schmetterlinge in Abbildungen nach der Natur mit Beschreibungen" welchen erstmal in den Jahren 1777-1839 erschien. Die Tafeln zeigen bis zu vier verschiedene Schmetterlinge, teilweise mit ihren Raupen und Puppen. Einge Tafeln sind zusätzlich mit Pflanzendarstellungen illustriert, um so die Metamorphose und das Habitat der Schmetterlinge anzudeuten. – Vortitel auf Japan aufgezogen, Titel fehlt zum größten Teil. Etwas stock- und fingerfleckig sowie knickspurig.
Franz, Wolfgang
Historia animalium, in qua plerorumque animalium praecipuae proprietatis ad usum eikonologikon (graece) breviter accommodantur
Los 288
Schätzung
200€ (US$ 230)
Franz, Wolfgang. Historia animalium, in qua plerorumque animalium praecipuae proprietatis ad usum eikonologikon (graece) breviter accommodantur. Abt. 1-2 (von 5). Grundwerk und Fortsetzung. 3 Teile in 1 Band. 17 Bl., 444 S.; 12 Bl., S. 445-812; S. 813-1836. Mit gestochenem Porträt. 20,5 x 16 cm. Pergament d. Zeit (etwas fleckig). Frankfurt u. Leipzig, G. Lesche, 1712.
Letzte und umfangreichste Ausgabe. Enthält im ersten Teil die zuerst 1612 erschienene biblische Zoologie des Wittenberger Theologen Wolfgang Franz (1564-1628); eine Anleitung, wie man das Leben der Tiere in der Predigt in bildkräftiger Weise verwenden kann. "Das Buch, obwohl es keine selbständige tiergeschichtliche Forschung enthält, ist doch dadurch von Interesse, dass es die zu seiner Zeit auf diesem Gebiete herrschenden Auffassungen zusammenfassend darlegt" (ADB). Das Werk behandelt in 5 Abschnitten Vierfüßer, Vögel, Fische, Kriechtiere und Insekten. Die von J. Cyprianus verfaßte Fortsetzung schließt sich genau an diese Gliederung an. Es liegen hier jedoch nur die beiden ersten Abteilungen über die Vierfüßer und Vögel vor. Allein die Abteilung Vögel nimmt dabei mit über 1000 Seiten den größten Raum ein. – Etwas gebräunt und durchgehend etwas wasserrandig, im Kopfsteg teils etwas sporfleckig. Titel verso mit Stempel der Herzoglichen Bibliothek Sachsen-Meiningen.
Fries, L.
Synonima, gerechte Namen und Auszlegung aller Wörter so man inn der Artznei allen Kreutern, Wurtzlen, Bluomen Samen, Gesteinen, Saefften...
Los 289
Schätzung
700€ (US$ 805)
Fries, L. Synonima, gerechte Namen und Auszlegung aller Wörter so man inn der Artznei allen Kreutern, Wurtzlen, Bluomen Samen, Gesteinen, Saefften, und andern dingen, in Hebraischer, Griechischer, Arabischer, Lateinischer, und mancherley Teutschen sprachen Zuoschreibt ... Jetzt von newem ... getruckt und corrigiert. 60 num. Bl. Mit Holzschnitt-Titelbordüre und 2 größeren Text-Holzschnitten (diese ankoloriert). 29,5 x 20 cm. Ohne Einband, fadengeheftet. (Strassburg, Bartholomäus Grüninger, 1535).
VD16 F2881. Muller 391, 4. Pritzel 3121. Waller 11511. Vgl. Garrison-Morton 6790 (Ausgabe von 1519). – "Seltenes und wichtiges Quellenwerk für deutsche Pflanzennamen" (Pritzel). Enthält ferner Mineralogisches. – Die letzten beiden Blätter fehlen und sind lose als Faksimiles ersetzt. Papierbedingt gebräunt und etwas stockfleckig, gelegentlich mit Wasserrand und Randläsuren.
Gersaint, Edmé-François
Catalogue raisonné de coquilles, et autres curiosités naturelles
Los 290
Schätzung
700€ (US$ 805)
Gersaint, (Edmé-François). Catalogue raisonné de coquilles, et autres curiosités naturelles. VI (recte VIII), 167 S., 3 Bl., 1 l. w. Bl. Mit gestochenem Titel von Cl. Duflos nach Boucher. 18 x 10,5 cm. Moderner Pappband im Stil d. Z. Paris, Flauhault et Prault Fils, 1736.
Schuh, no. 1 (mit Abb. und ausf. Literaturangaben). Dance, Nr. 128 u. S. 39. – Einzige Ausgabe. - E.-F. Gersaint (1694-1750) gilt als "one of the best known art dealers of the eighteenth century" (Schuh) und legt hier seinen ersten Katalog vor. Auf S. 62 bis 137 beschreibt er teilweise mit ausführlichen Annotationen 450 Muscheln. Er hatte sie in den frühen 30er Jahren auf einer ausgedehnten Reise nach Holland erworben und bietet sie hier zum Kauf an. Auf S. 139 bis 160 folgt ein "Catalogue de differents reptiles, Insectes, & autres animaux" (132 Positionen). Angereichert hat er seinen Katalog mit einer Einführung in die Conchologie, einer Liste der wichtigsten Naturalienkabinette in Frankreich u. Holland sowie einer annotierten Bibliographie der wichtigsten Werke zum Thema. – Unbeschnitten. Zwei Blatt mit kleinem Einschnitt. Vereinzelt leicht braunfleckig.
Geschichte der Regensburgischen botanischen Gesellschaft nebst einigen Aufsätzen, Reden und Abhandlungen. Mit (wiederh.) gestochener Titelvignette von F. Gabler (?). 8 Bll., 340 S., 26 Bll. Register. 19 x 12,5 cm. Interimsumschlag d. Zt. (Rücken verzogen. Leicht gebräunt und mit handschriftl. Bibl.-Schild). Regensburg, Selbstverlag, 1792.
Schriften der Regensburgischen botanischen Gesellschaft, Erster Band (alles Erschienene). Vgl. Kat. Gelehrtes Regensburg (1995) 160ff. (u.a. mit Beschreibung des Titelkupfers). Nicht bei MNE. – Wichtiges Dokument zur Gründung (1790) und den ersten Anfängen dieser ältesten botanischen Gesellschaft der Welt, die noch heute besteht. Neben dem "Plan und Gesetze der Gesellschaft" und einem Verzeichnis der Ehrenmitglieder enthält sie die Eröffnungsrede, die der erste Präses Johann Jakob Kohlhaas (1747-1811) am 30. Okt. 1790 gehalten hat sowie die Schlussrede von Charles Jeunet Duval (1751-1828). Die weiteren Beiträge sind wissenschaftlicher Art: David Heinrich Hoppe (1760-1846) "Ueber die Geschlechtstheile der Pflanzen", Ernst Wilhelm Martius (1756-1849) "Abschiedsrede, nebst einer Abhandlung über den Werth einer systematischen Pflanzenkenntniß" sowie Franz von Paula Schrank (1747-1835) "Anmerkungen zu den an die botanische Gesellschaft gesandten Pflanzen". Interessant sind auch die 18 botanischen Exkusionsbeschreibung von Duval, Hoppe und Martius (S. 118-237). Außer dem enthält der Band die Idylle "Die Pflanzen" des Braunschweiger Schriftsteller Ludwig Giseke (1756-1832). Mit Register sowie Pflanzenverzeichnis. – Vereinzelt etwas stockfleckig. Meist unaufgeschnittenes, breitrandiges Exemplar.
Houghton, William. British Fresh-Water Fishes. 2 Bände. XXVI, 92 S.; Mit 2 gestochenen und kolorierten Frontispizen und 39 (von 64) kolorierten Holzstichtafeln und zahlreichen Textholzstichen. 1 Bl., Seite 93-204. 36,5 x 26 cm. OLeinen ( berieben und bestoßen, Kapitale mit kleinen Fehlstellen und Rücken leicht stockfleckig) mit golgeprägtem Rück- und DTitel, goldgeprägten Blindprägungen und dreiseitigem Goldschnitt. London, Mackenzie, (1897).
Nissen, Fischb. 78 und (ZBI) 2009. Dean I, 605. – Erste Ausgabe. "Die Werke von William Houghton konnten mit ihren Farbholzschnitten nach Bildern seines Hauptmitarbeiters Frank Lydon zeugen vom hohen Rang seines Könnens. Doch konnte sein Verfahren wohl nur in seinen eigenen Händen solch hervorragende Leistungen hervorbringen" (Nissen S. 33). Enthält neben den prächtigen Fischdarstellungen auch schöne Vignetten mit britischen Flusslandschaften. – Innengelenke unfachmännisch restauriert und teils offen, teils mit unfachmännisch hinterlegten Einrissen, stockfleckig sowie papierbedingt gebräunt.
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