Los 281
Borckhausen, Moritz Balthasar
(1760-1806)Teutsche Ornithologie
Schätzung
40.000€ (US$ 45,977)
Abgabe von Vorgeboten möglich
Aus dem Katalog
Varia
Auktionsdatum 6.10.2026

Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 6. – 8. Oktober 2026


Unbeschnittenes Exemplar mit allen Umschlägen
Borckhausen, Moritz Balthasar, et al. (Hrsg.). Teutsche Ornithologie oder Naturgeschichte aller Vögel Teutschlands in naturgetreuen Abbildungen und Beschreibungen. Hefte I-XXI (von 22) in 2 Bänden. Mit 126 großen kolorierten Kupfertafeln. 48 x 35 cm. Modernes Kalbsleder (kaum berieben) mit allen auf blauen Bütten gedruckten OLieferungsumschlägen. Darmstadt, Johann Christoph Ferdinand Mefarth, 1800-1811.
Nissen, IVB, 907. Anker 52. – Erste Ausgabe eines der schönsten deutschen Vogelbücher. Das großangelegte, opulent ausgestattete Werk, das Johann Conrad Susemihl (1767-1846) gemeinsam mit seinem Bruder Johann Theodor und später mit seinen Kindern Eduard und Emilie in Darmstadt mit Hilfe eines Kreises begeisterter Naturfreunde schuf. Von Merck nach Darmstadt geholt, studierte Susemihl zunächst in Weimar und Dresden und "begann nach seiner Rückkehr 1795, also fast gleichzeitig mit Johann Friedrich Naumann, mit der Arbeit an dem Werk, das mit seinen hervorragenden Kupferstichen ein Gegenstück zu den Planches enluminées des Levaillant bilden sollte.
"Das ornithologische Material dazu lieferten Darmstädter Naturforscher und Jäger, die sich um den bekannten Forstbotaniker und Entomologen Moritz Balthasar Borckhausen (1760-1806) scharten. Doch war Susemihl selbst ein eifriger Jäger, der seine Objekte nicht nur ausgestopft kannte. Davon legen die Tafeln, die in Stich wie Kolorit zu den Spitzenleistungen des späten Kupferstiches gehören, beredtes Zeugnis ab ... Einige Tafeln wurden auch farbig gedruckt, jedoch selten in mehr als zwei Farben" (Nissen S. 53 ).
Die Herausgeber hatten die Lieferung von 4 Heften jährlich geplant, das Unternehmen kam jedoch in der Zeit der Napoleonischen Kriege ins Stocken, und die Teile erschienen in immer größeren Abständen. Nachdem der 21. Teil 1811 publiziert war, schien die Herausgabe eingestellt, es erschien jedoch mit großem Abstand, sechs Jahre später, im Jarhe 1817 noch ein letztes Heft, das hier, wie in fast allen anderen Exemplaren auch, fehlt. Ebenso wenig ist hier
das sehr seltene und genauso später erschienene Titelblatt und das Subskribentenverzeichnis.
Große Bedeutung kommt allerdings den im vorliegenden Exemplar eingebundenen Original-Umschlägen zu, auf denen sich außer der Aufzählung der in der entsprechenden Lieferung erhaltenen Tafeln häufig Informationen über den Fortgang der Publikation, Herausgeberwechsel, etc. befinden. In Heft XIV finden sich neben den deutschen Textblättern auch drei Blätter mit
französischem Text, ein Versuch der Herausgeber, für eine weitere Verbreitung des Werkes
zu sorgen, der aber rasch wieder aufgegeben wurde. – Einige wenige Tafeln sind leicht stockfleckig, insgesamt jedoch sehr schönes Exemplar in bemerkenswert feinem Kolorit, die Darstellung fast durchgehend sehr frisch und sauber. Text und Tafeln des vorliegenden Exemplares sind breitrandig und unbeschnitten (Heft XXI etwas kleiner im Format), die in Heft XIII als Nachtrag ohne Text erschienenen fünf Tafeln sind an die ihnen zugedachten Plätze in den Heften II, III und IV gebunden.
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