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Lot 2674, Auction  128, Miyoshi, Manabu, 3 Briefe

Miyoshi, Manabu
3 Briefe
Los 2674

Schätzung
250€ (US$ 287)

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Miyoshi, Manabu, japanischer Botaniker, Professor an der Kaiserl. Universität Tokio (1862-1939). 3 eigh. Briefe m. U. "M. Miyoshi". In deutscher Sprache. Zus. 4 S. Kl. 4to und gr. 4to. Berlin und Tokio 1913.
An einen Kollegen, wohl in Wien. Über die Schenkung und den Versand "mikroskopisch-photographischer Präparate" nach Japan. Am 15. April 1913 schreibt er aus Tokio: "... Gestern bekam ich zwei Pakete, die 100 Stück mikroskopischer Praeparate und 45 Stück Diapositive von Mikro- und Makro-Stereoaufnahmen. Alles gelangten in vorzüglichem Zustande. Ausserdem erhielt ich auch Ihre werte Arbeit 'über Stereoaufnahmen'. Für Ihre grosse Liebenswürdigkeit, dass Sie uns so wertvolle Demonstationsmaterial geschenkt haben, spreche ich im Namen des botanischen Institutes der Universität Tokyo meinen verbindlichsten Dank aus. Wenn ich Ihre Praeparate und Diapositive zum Vorlesungszwecke brauche, so erwähne ich stets Ihren werten Namen und anerkenne Ihre äusserste Liebenswürdigkeit ...".

Lot 2675, Auction  128, Norden, Eduard, 2 Briefe, 1 Postkarte und 5 Beilagen

Norden, Eduard
2 Briefe, 1 Postkarte und 5 Beilagen
Los 2675

Schätzung
300€ (US$ 345)

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Norden, Eduard, Berliner Altphilologe und Religionshistoriker, Professor in Greifswald und Berlin, Mitglied der Akademien der Wissenschaften in Berlin und Wien, Empfänger zahlreicher in- und ausländischer Ehrungen, mußte 1939 emigrieren und ließ sich in Zürich nieder (1868-1941). Sammlung von 2 eigh. Briefen, 1 eigh. Postkarte m. U. "E. Norden" sowie 2 eigh. Manuskripten und 3 Typoskripten. Zus. ca. 13 S. Meist folio. Berlin 1935.
An den Oberstudiendirektor Dr. Walther Sontheimer in Ulm, der, gleichfalls Altphilologe, wohl eines von Nordens Büchern (dieser wollte es ursprünglich "Decumates agri" nennen) in Form einer Rezension eingehend besprochen hatte. Norden nimmt das Thema sehr ausführlich auf und behandelt viele Einzelheiten, zumal dies im Rahmen eines Gelehrtenstreites mit dem Altphilologen Dr. Ellis Hesselmeyer (1861-1946) stattfand. Die vorliegenden sehr umfangreichen Briefe und die Manuskripte beschäftigen sich mit einer Fülle von Spezialproblemen bei der Deutung und Interpretation griechischer und lateinischer Texte des Altertums. - 1 Blatt leicht stockfleckig; sonst ordentlich erhalten.

Lot 2676, Auction  128, Schrank-Mannsfeld, Ludwig, Brief über Bergbau-Berichterstattung an Herrn von Grünberg. 1885

Schrank-Mannsfeld, Ludwig
Brief über Bergbau-Berichterstattung an Herrn von Grünberg. 1885
Los 2676

Schätzung
180€ (US$ 207)

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Photographie-Geschichte. - Schrank, Ludwig (pseud. Louis Mannsfeld), österr. Photograph und Bergbau-Beamter, Direktor der K. K. Bergwerksprodukten-Verschleiß-Direktion, seit Beginn der 1850er Jahre Pionier der Photographie, 1861 Mitbegründer der "Photographischen Gesellschaft", ab 1864 Redakteur und später Herausgeber der "Photographischen Correspondenz" (1828-1905). Eigh. Brief m. U. "L. Schrank-Mannsfeld". 3 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. Wien 9.XII.1885.
Hier noch als Bergbau-Berichterstatter an Herrn von Grünberg. "... Seit Samstag erhält Herr Regierungsrath Carl Ritter v. Ernst ... nicht mehr die Wr allgemeine Zeitung. Indem dieser Herr ausschließlich die Berg u. Hütten Zeitung schreibt, und ich nur während seiner mehrmonatlichen Erkrankung das Fachblatt gemacht habe, so folgt daraus, daß wenn nicht mehr 2 Frei Exemplare verabfolgt werden, jedenfalls ihm das Blatt gebührt und ich mich damit begnügen werde es aus 2ter Hand zu lesen. - Ist das schon eine Folge des Redactionswechsels? od. d. Besitzänderung? Ich bedauere auch daß die Montan Zeitung die einst wöchentlich publicirt wurde so selten erscheint, in letzterer Zeit 1 mal im Monat. Dadurch erlahmt das Interesse an der Rubrik, die Freude am Schreiben derselben, u. der Ansporn des bergmännischen Publikums zur Pränumeration ... Ich weis nicht an wen ich meine Bemerkungen adressiren soll, da aber bei Ihnen die Nerven des ganzen Unternehmens zusammenlaufen, so bin ich mit gröster Verehrung so frei Ihnen meine Schmerzen zu unterbreiten ...". - In diesem Jahr hatte Ludwig Schrank (der übrigens unter dem Pseudonym Louis Mannsfeld auch als Komponist hervortrat), die Herausgabe der "Photographischen Correspondenz" übernommen, die er bis an sein Lebensende beibehielt. Als einer der führenden Fachautoren zu Themen der Photographie erhielt Schrank zahlreiche internationale Ehren und Auszeichnungen. - Etwas stockfleckig und geknittert; kleine Faltenrisse.

Lot 2677, Auction  128, Regel, Eduard von, 5 Briefe und 1 Postkarte an Kerner von Marilaun. 1873 - 1888

Regel, Eduard von
5 Briefe und 1 Postkarte an Kerner von Marilaun. 1873 - 1888
Los 2677

Schätzung
300€ (US$ 345)

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Regel, Eduard von, Botaniker und wiss. Publizist aus Gotha, langjähriger Direktor des Kaiserl. Botanischen Gartens in St. Petersburg (1815-1892). 5 Briefe und 1 Postkarte m. U. "E. Regel" bzw. "E. v. Regel", davon 5 ganz eigenhändig. Zus. 8 S. Gr. 4to, gr. 8vo und die Postkarte. St. Petersburg 1873-1888.
An den österr. Botaniker Anton Kerner von Marilaun (1831-1898), Professor in Wien und Direktor des dortigen Botanischen Gartens. Ausschließlich über Themen der Botanik: Pflanzen-Austausch, beiderseitige Sammlungen und Ausstellungen sowie Spezialfragen zu einzelnen Pflanzen. 1 Brief mit gedrucktem Briefkopf "Directeur du Jardin Impérial de Botanique St. Petersbourg". - Die Postkarte mit etwas Textverlust durch Ausschneiden der Briefmarke.

Lot 2678, Auction  128, Schleiden, Matthias Jakob, 3 Briefe an Fachkollegen. Berlin und Jena 1837 - 1845

Schleiden, Matthias Jakob
3 Briefe an Fachkollegen. Berlin und Jena 1837 - 1845
Los 2678

Schätzung
450€ (US$ 517)

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Schleiden, Matthias Jakob, berühmter Botaniker, Mitbegründer der Zelltheorie, Professor in Jena und Dorpat (1804-1881). 3 eigh. Briefe m. U. "M J Schleiden". Zus. 13 S., teils sehr eng beschrieben. Gr. 8vo. Berlin und Jena 1837-1845.
An unterschiedliche Fachkollegen. Zwei der drei Briefe in winziger Schrift, damit sehr umfang- und inhaltsreich. Ausführlich über Themen der Botanik, der Wissenschaft, des Studiums, über optische Technik und vieles andere. - Teilweise gebräunt; 1 Randeinriss.

Lot 2679, Auction  128, Schliemann, Heinrich, Brief aus Kopenhagen an einen Baron in Russland. 1875

Schliemann, Heinrich
Brief aus Kopenhagen an einen Baron in Russland. 1875
Los 2679

Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)

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Schliemann, Heinrich, Archäologe, Entdecker Trojas und der Königsgräber von Mykenä (1822-1890). Eigh. Brief m. U. "Hy Schliemann". In engl. Sprache. 1 S. auf blauem Papier. Doppelbl. Gr. 8vo. Kopenhagen 11.VIII.1875.
An einen Baron in Russland, dessen Brief er gerade empfangen habe. "... Probably you will have received the volume I sent you, for it is freely admitted in Russia. If not, give me the name of a bookseller at Pskof to whom I may send another copy for you. - The Independance has sent me a copy of its edition of 25 July containing the enclosed article, which, although still full of lies, is better than the first. - I start this moment for Stockholm ...". Bedankt sich für die "interesting papers", die er erhalten habe.

Lot 2680, Auction  128, Schweitzer, Albert, Foto mit Gruß. 1929

Schweitzer, Albert
Foto mit Gruß. 1929
Los 2680 [*]

Schätzung
200€ (US$ 230)

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Schweitzer, Albert, Arzt, Theologe, Philanthrop und Musiker, Friedensnobelpreisträger (1875-1965). Fotografie mit eigh. Gruß und U. "A. Schweitzer" auf der Bildseite. 8,5 x 13,5 cm. (Wohl Lambarene) 26.II.1929.
Die Aufnahme zeigt ein Gebäude von Schweitzers Urwald-Klinik, davor stehend Schweitzer mit zwei weiblichen und 2 männlichen Mitarbeitern. Über ihnen eigenhändig Schweitzers Gruß: "Den lieben Nachbarn tausend Dank! Auf Wiedersehen! ...".

Lot 2681, Auction  128, Silvestre de Sacy, Antoine Isaac, Brief + Beigabe. Über den Sinologen Abel Remusat. 1816

Silvestre de Sacy, Antoine Isaac
Brief + Beigabe. Über den Sinologen Abel Remusat. 1816
Los 2681

Schätzung
300€ (US$ 345)

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Silvestre de Sacy, Antoine Isaac Baron de, einer der bedeutendsten französischen Orientalis­ten (1758-1838). Eigh. Brief m. U. "Le B°n Silvestre de Sacy". 2 S. Doppelblatt. 4to. Paris 8.VI.1816.
An einen "Monsieur le Comte", bei dem er sich für den Sinologen Abel Remusat (1788-1882) einsetzt, damit dieser und nicht der Deutsche Julius Klaproth (1783-1835) den Auftrag zur Katalogisierung der China-Bestände der königlichen Bibliothek erhalte: "II doit être présente au Ministre une demande pour M. Rémusat, Prof, de Chinois au Collège Royal de France, et Membre de l'Acadie Rle des Inscriptions et Belles-Lettres, dont l'objet est d'être Charge de faire le Catalogue des livres Chinois de la Bibliothèque du Roi. Cette demande est faite sans aucune vue d'intérêt, et le travail sera tout à fait gratuit. Elle n’a pour objet que de prévenir une sorte d'intrigue de M. L™ qui voudroit enlever ce travail à M. Rémusat, pour le confier à M. Klaproth, allemand, dont le caractère et les principes n'offrent aucune garantie, et qui retournant ici de l’Isle d'Elbe en 1815, est devenu, on ne sait comment, intime ami de Mr. Langles, après avoir imprime contre lui des injures grossières. Cette association inspire de l'inquiétude, et après tout, quoique M. Klaproth soit réellement instruit, M. Rémusat le vaut bien, je pense, de ce côté-là, et il est français : c'est un motif, tout autre inquiétude à part, pour lui donner la préférence ... Je vous prie de garder ma lettre pour vous seul, et même de la détruire. Je n'ai aucun autre intérêt là-dedans, que le bien de la chose, et la convenance de favoriser un bon françois, préférablement à un allemand très hargneux ; mais Je ne voudrais pas m'attirer des querelles, et cela arriverait, si ma lettre courroit dans vos Bureaux..."
Mit Rémusat gründete Silvestre de Sacy 1822 die "Société asiatique" und das "Journal asiatique", zu dessen eif­rigsten Mitarbeitern Klaproth wurde. 1814 war er zu Napoleon nach Elba gefahren, in der Hoffnung, eine Anstellung in Frankreich zu erhalten; nach Napoleons endgültigem Sturz erst kam Klaproth nach Paris, wo er zu allererst mit zwei Streitschriften gegen den englischen Philologen Stephen Weston ("Grande execution d'automne No. 1") und den königlichen Bibliothekar Louis-Mathieu Langles ("Lettres sur la litterature mandchou") Aufsehen erregte. - Stempelchen, wenige Knicke, Bleistiftnotizen. - Beiliegend ein weiterer eigh. Brief m. U. vom 24.IV.1827 an einen Baron, die Lieferung von Sitzbänken für die Versammlung der "Société Asiatique" betreffend.

Lot 2682, Auction  128, Alexander II., Kaiser von Russland, Eigenhändiger Liebesbrief an seine Mätresse. 1868

Alexander II., Kaiser von Russland
Eigenhändiger Liebesbrief an seine Mätresse. 1868
Los 2682

Schätzung
4.500€ (US$ 5,172)

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"oublier tout dans tes bras"
Alexander II., Kaiser von Russland (1818-1881, ermordet). Eigh. Brief ohne Unterschrift. In französ. und russischer Sprache. 9 S. Mit blindgepr. Monogramm. Gr. 8vo. Sankt Petersburg 16.-17.I.1868.

An seine junge Geliebte, Jekaterina Dolgorukaja (1847-1922), die als Kammerfrau bei der Zarin eingeführt worden war, um am Hofe verkehren zu können. Sehr umfangreicher Liebesbrief, dessen Abfassung sich über zwei Tage hinzieht und beständig zwischen französischen und russischen Passagen wechselt. „Mercredi, ou plutôt Jeudi, 4/16 Janvier 1868 à 1 h. de la nuit. Pour te prouver, mon Ange, que je suis heureux de me conformer à ta volonté, quand je le puis, et même de suivre tes caprices, je ne suis pas allé à la soirée à Smolna, ce qui m'aurait, je l'avoue pourtant, plus amusé que l'ennuyeux Opira: Ce Favorite, que j'ai du subir du commencement jusqu'à la fin, et grâce au quel ce n'est que maintenant que je puis me remettre à la seule occupation qui me fasse vivre loin de toi ... Oh! mon Ange, je ne sais que devenir sans toi ... Je sens de nouveau plus que jamais que toute ma vie est en toi et que je ne suis plus bon à rien sans toi ... Pour me consoler un peu et me redonner du courage à moi même, je viens de relire ton adorable lettre d'hier au soir, qui m'avait donné tant de soleil ce matin et que tu avais achevée sans la bonne impression de notre soirée passée ensemble et où nous avaient joui comme des foux ... Oh! avec quelle impatience j'attends maintenant ta lettre de ce soir, que j'espère avoir le bonheur de recevoir demain matin, avant mon départ pour la chasse ... Jeudi, à 10 h. du matin. Au moment de partir pour la chasse, je veux te dire encore quelques mots. Tout mon être déborde d'amour et de tendresse pour toi, mon Ange adoré, et ta chère lettre d'hier soir, que je viens de recevoir, m'a rendu à la vie. Je me sens aimé et heureux ... [nach kurzer Schilderung des Jagdausflugs:] Tous les details de notre dernière délicieuse soirée, me hantaient sans cesse et j'avoue que je voudrais être déja à demain pour oublier tout dans tes bras ... Vendredi 5/17 Jan. à 9 ½ h. du matin. Bonjour, mon Ange, je t'aime plus que la vie et viens de recevoir ta chère lettre d'hier ... j'attends le moment de nous revoir ce soir. Dieu donne que tu sois quitté de tes insuportables [sic] maux de tête ... Je sens que je ne puis plus vivre sans toi et je vois que c'est la même chose avec toi, mon Ange, mon tout. Oh! avec quelle rage ns ns retrouverons ..., car nous avons soif de notre bingerle et cette attente me donne maintenant déja un tremblement nerveux ...". Ferner über seine Tochter und andere Verwandte, über geglückte und mißglückte Verabredungen mit der Geliebten und mancherlei in russischer Sprache, was noch zu erforschen bleibt. - Alexander, der seit 1841 mit Marie von Hessen-Darmstadt verheiratet war und 8 Kinder aus dieser Ehe hatte, blieb der Maitresse treu: Sie gebar ihm 4 Kinder, und als die Kaiserin Maria Alexandrowna 1880 gestorben war, ließ sich Alexander wenige Wochen später morganatisch mit Jekaterina trauen. Sie wurde zwar zur Fürstin Jurjewskaja erhoben, doch von den Romanows nie akzeptiert, so daß sie nach dem Tod des Zaren mit ihren Kindern das Land für immer verließ. - Das Briefpapier mit blindgeprägtem Monogramm des Zaren.

Lot 2683, Auction  128, Alexander II., Kaiser von Russland, Eigenhänd. Brief mit Unterschrift "Dein für immer".  1869

Alexander II., Kaiser von Russland
Eigenhänd. Brief mit Unterschrift "Dein für immer". 1869
Los 2683

Schätzung
4.000€ (US$ 4,598)

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"notre culte sacré"
Alexander II., Kaiser von Russland (1818-1881, ermordet). Eigh. Brief m. U. "Dein für immer" (Übers.). In franz. und russ. Sprache. 31/2 S. Mit geprägtem Monogramm. Gr. 8vo. O. O. 7./19.II.1869.
Gleichfalls leidenschaftlicher Brief an die Fürstin Ekaterina Dolgorukaja, seine junge Geliebte, mit der er sich elf Jahre später, einen Monat nach dem Tod seiner Ehegattin, der Kaiserin Maria Alexandrowna, morganatisch vermählte. "Je profite du premier moment libre pour reprendre ma causerie avec mon adorable petite femme, avant d'avoir reçu encore sa lettre, pour qu'elle sache que cela déborde en moi plus que jamais et que je me sens tout imprégné de notre délicieuse soirée d'hier et de nos bingerles délirantes, qui nous ont fait jouir à crier. N'oublie pas que ce n'est que toi ... qui m'a fait connaître cette jouissance inouie, à laquelle rien au monde ne peut être comparé ... ton mari ... n'attend que le moment de se retrouver dans tes bras, pour oublier l'univers entier, qui pâlit et disparait pour nous devant notre culte sacré ...". - Den am Morgen begonnenen Brief setzt der Kaiser später am Tag und in der folgenden Nacht fort, und zwar auf dem Landsitz eines Fürsten bei Bolagoje. "A 3 h. de la nuit, à la campagne ... Nous n'arrivons que dans ce moment, reçus par le maître de la maison et son fils, avec une fort jolie femme, mariés depuis 15 jours. - Il y a un train qui passe ici à 6 h. du matin et doit arriver à 7 h. du soir, ainsi j'espère que cette lettre te parviendra demain avant qu tu ne sois couchée. Je me sens encore tout imprégné de nos bons moments et de nos bingerles délirants qui nous ont fait jouir de nouveau comme des fous ... Comment ne pas être reconnaissant envers Dieu pour tout le bonheur qu'Il nous a accordé jusqu'à présent ...".

Lot 2684, Auction  128, Ludwig I., Großherzog von Baden, Eigenhänd. Brief an Frankreichs Kaiserin Joséphine. 1806

Ludwig I., Großherzog von Baden
Eigenhänd. Brief an Frankreichs Kaiserin Joséphine. 1806
Los 2684

Schätzung
300€ (US$ 345)

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Eigenhändig an Kaiserin Joséphine
Baden. - Ludwig I., Großherzog von Baden, hier noch als Markgraf und Kronprinz (1763-1830). Eigh. Brief m. U. "le très humble, très obéissant et très soumis serviteur Louis Margrave de Baden". In franz. Sprache. 2 S. Doppelblatt. Folio. Karlsruhe 15.VII.1806.
Eigenhändig an die Kaiserin Joséphine, Gemahlin Napoleons, anläßlich der Errichtung des Rheinbundes durch Napoleon unter Badens Beteiligung und Verleihung des "Grand-Cordon de la Légion d'Honneur" an den Prinzen. "... La gracieuse bienveillance, dont Votre Majesté Imperiale et Royale a daigné me donner des marques si flatteuses, toutes les fois que j'ai eu l'honneur de Lui faire ma cour, m'est un bien si précieux, que j'en nourrissois le souvenir en moi-même par le sentiment de ma vive gratitude. Mais aujourd'hui profondément touché de l'intérêt avec lequel Elle a bien voulu parler de moi à Mr de Geusau, j'ose prendre la lieberté [!] d'en mettre à Ses pieds l'hommage de toute ma reconnoissance. Votre Majesté Impériale et Royale est si bonne et si juste, qu'Elle me fera la grace d'accueillir ce tribut de mes sentimens les plus respectueux avec Sa clémence accoutumée. Elle voudra bien se persuader qu'ils ne s'effaceront jamais de mon coeur, non plus que ceux que j'ai voues à Sa Majesté L'Empereur et Roi, dont la marque d'estime, qu'il ma fait la grace de me donner, en me décorant du Grand-Cordon de Sa Légion d'honneur, m'a pénétré de la plus profonde gratitude ...". - Ludwig trat erst 1818 als Großherzog die Regierung in Baden an. - Wertvolles Dokument zur Geschichte Badens.

Lot 2685, Auction  128, Ludwig II., König von Bayern, Beförderungs-Urkunde für Georg Freiherrn von Geuder. 1866

Ludwig II., König von Bayern
Beförderungs-Urkunde für Georg Freiherrn von Geuder. 1866
Los 2685

Schätzung
650€ (US$ 747)

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Bayern. - Ludwig II., König von Bayern, der "Märchenkönig" (1845-1886). Urkunde m. U. "Ludwig". 1 S. Mit papiergedecktem Siegel. Folio. Schloß Berg 18.VI.1866.
Patent als "Unterlieutenant für den bisherigen Vice-Corporal und Cadeten Georg Freiherrn von Geuder, gen. Rabensteiner", vom k. Chevauxlegers-Regiment Herzog von Leuchtenberg. - An den Rändern je 1 kleiner Faltenriss, unauffällig restauriert.

Lot 2686, Auction  128, Ludwig II., König von Bayern, Verfügung über Personalwechsel bei den bayerischen Eisenbahnen. 1875

Ludwig II., König von Bayern
Verfügung über Personalwechsel bei den bayerischen Eisenbahnen. 1875
Los 2686

Schätzung
600€ (US$ 690)

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Ludwig II., König von Bayern, der "Märchenkönig" (1845-1886). Verfügung m. U. "Ludwig". 2 S. Mit papiergedecktem Majestätssiegel. 2 S. Folio. Hohenschwangau 27.XI.1875.
An die Generaldirektion der Königlichen Verkehrs-Anstalten gerichtete Verfügung über mehrere Personalwechsel bei den Bayerischen Eisenbahnen. Im Rahmen der Vereinigung der Bayerischen Ostbahnen mit den Staatsbahnen werden der bisherige Direktor der Betriebsabteilung der Generaldirektion der Königlichen Verkehrs-Anstalten, Hermann Fischer, und der Rath bei dieser Stelle, Adolph Nobiling, am 1. Dezember in den Ruhestand versetzt und erhalten "unter Allerhöchster Anerkennung ihrer langjährigen treuen und ersprießlichen Dienstleistungen" eine Einkommenserhöhung auf 3500 Gulden für Hermann Fischer bzw. 3100 Gulden für Adolph Nobiling. In teils neuzuschaffende leitende Funktionen rücken Heinrich Badhauser, Ernst Roder und Johann Paukner nach. - An einer Seite eng beschnitten, mit geringem Buchstabenverlust; kleine Randschäden, teilweise mit Transparentpapier unauffällig restauriert; am oberen Rand mit gestempeltem Aktenzeichen und handschriftl. Ziffern versehen.

Lot 2687, Auction  128, Luitpold, Prinzregent von Bayern, Urkunde der Beförderung des Generalmajors Chr. v. Godin zum Generalleutnant. 1889

Luitpold, Prinzregent von Bayern
Urkunde der Beförderung des Generalmajors Chr. v. Godin zum Generalleutnant. 1889
Los 2687

Schätzung
120€ (US$ 138)

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Bayern. - Luitpold, Prinzregent von Bayern (1821-1912). Urkunde m. U. "Luitpold Prz v. Bayern" 1 S. Mit blindgepr. Majestätssiegel. Folio. München 8.III.1889.
Patent als Generallieutenant für den bisherigen Generalmajor Christoph Freiherrn von Godin. - An der oberen linken Ecke ein Gebührenstempel.

Lot 2688, Auction  128, Ferdinand III., röm.-dt. Kaiser, Brief an den Grafen Bronckhorst. 1642

Ferdinand III., röm.-dt. Kaiser
Brief an den Grafen Bronckhorst. 1642
Los 2688

Schätzung
300€ (US$ 345)

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Dreißigjähr. Krieg. - Ferdinand III., röm.-dt. Kaiser (1608-1657). Brief m. U. "Ferdinand" sowie Adresse und papiergedecktem Siegel. 2 S. Folio. Wien 18.III.1642.
An den Feldzeugmeister und Obristen Jost Maximilian Grafen von Bronckhorst und Gronsfeld (1598-1662). Über die Unterbringung von Hilfstruppen ("Lamboysche Völckher", benannt nach dem Feldherrn Guillaume de Lamboy, ca. 1590-1659) in ungefährdete Stellungen. Er habe vernommen, dass sie in das Erzstift Trier verwiesen worden seien. Dieses sei aber bereits durch lothringische Truppen völlig überlastet und außerdem ungeschützt. Bronckhorst möge die Lamboyschen Truppen daher in Hessen-Darmstadt, im Westerwald, in der Grafschaft Waldeck und der Wetterau verteilen und so lange für deren Unterhalt sorgen, bis sie gegen den heranrückenden Feind eingesetzt werden können. - Am unteren Rand von S. 1 kleine Notizen von alter Hand über Ferdinand III. Sonst gut erhalten.

Lot 2689, Auction  128, Friedrich I., König in Preußen, Brief an einen Fürsten. 1705

Friedrich I., König in Preußen
Brief an einen Fürsten. 1705
Los 2689

Schätzung
200€ (US$ 230)

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Friedrich I., König in Preußen (1657-1713). Brief m. U. "Friderich R." 11/2 S. Folio. Cölln an der Spree 14.I.1705.
An einen Fürsten, der sich beschwert hatte, dass die preußische Provinzialregierung, Vogtei Senheim, ihn in unzulässiger Weise mit Schikanen belästige. Friedrich zeigt sich bestürzt, er habe davon nichts gewußt, werde umgehend Anweisungen an die Regierungsbeamten ergehen lassen, Untersuchungen über die Angelegenheit einleiten und den Fürsten dann über die Ergebnisse unterrichten. - Gegengezeichnet vom berüchtigten Premierminister Georg Casimir Graf Kolb von Wartenberg. - Mehrere kleine Löcher und ein alt ausgebesserter Eck-Ausschnitt.

Lot 2690, Auction  128, Friedrich Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg, 2 Armeebefehle auf 1 Blatt. 1659

Friedrich Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg
2 Armeebefehle auf 1 Blatt. 1659
Los 2690

Schätzung
600€ (US$ 690)

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Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst von Brandenburg (1620-1688). 2 Armeebefehle auf 1 Blatt mit zweimaliger Unterschrift "Friderich Wilhelm Churfürst". 11/4 S., eng beschrieben. Folio. Hauptquartier Horsten bei Greifswald 29. und 30.IX.1659.
Im Krieg gegen Schweden in Pommern, wenige Tage nach einem vergeblichen Angriff der schwedischen Truppen auf Greifswald (23. Sept.). Der Kurfürst gibt verschiedene Anweisungen zum Verhalten und Vorgehen seiner Armee, betreffend Contribution und die Versorgung der Truppen. - Der zweite Armeebefehl beschäftigt sich mit einer Beschwerde des Herzogs von Mecklenburg, dass die brandenburgischen Truppen sich in seinem Land rücksichtslos verproviantieren und "allerhand ausschreibungen" veranstalteten, auch ein Magazin in Neubrandenburg plünderten. Der Kurfürst ermahnt die Heerführer, mit dem Herzog von Mecklenburg etwas schonender umzugehen. Obwohl die Versorgung der Armee absolut notwendig ist, solle man mit dem Herzog "als einem fürnehmen Stand des Reichs etwas glimpflich" umgehen, so dass die Aktionen "zum wenigsten deroselben zu forderst deßhalb communicirt werden müssen". - Ungewöhnliches Dokument aus dem brandenburg-schwedischen Krieg, mit zweifacher Unterschrift des Kurfürsten.

Lot 2691, Auction  128, Friedrich Wilhelm I., König von Preußen, Brief an die Kaufleute Saturgus. 1736

Friedrich Wilhelm I., König von Preußen
Brief an die Kaufleute Saturgus. 1736
Los 2691

Schätzung
180€ (US$ 207)

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Friedrich Wilhelm I., König von Preußen, der "Soldatenkönig" (1688-1740). Brief m. U. "Fr Wilh" (Paraphe). 1/2 S. 4to. Berlin 31.I.1736.
Dankschreiben an die Kaufleute Saturgus, die dem König zum Jahreswechsel Glückwünsche und weißen Honig gesandt hatten. "... Es ist Mir beydes angenehm gewesen und gratulire Ich Euch ebenfalß, mit anwünschung guter Gesundheit, und vielen Seegen in Eurer Handlung ...". - Gleichmäßig etwas gebräunt.

Lot 2692, Auction  128, Friedrich Wilhelm II., König von Preußen, Brief an Friedrich Scherzer in Königsberg. 1786

Friedrich Wilhelm II., König von Preußen
Brief an Friedrich Scherzer in Königsberg. 1786
Los 2692

Schätzung
180€ (US$ 207)

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Friedrich Wilhelm II., König von Preußen (1744-1797). Brief m. U. "Fr Wilh". 1/2 S. Mit Trauerrand. Doppelblatt. 4to. Berlin 30.VIII.1786.
Wenige Tage nach dem Tod Friedrichs des Großen (17. August; daher der Trauerrand) an einen Herrn in Königsberg, für dessen Glückwünsche zur Thronbesteigung der neue König sich bedankt. "... Es gereichen Mir solche zu besonderem Wohlgefallen, und versichere Ich Euch dagegen meiner Gewogenheit ...".

Lot 2693, Auction  128, Friedrich Wilhelm II., König von Preußen, Brief an den General Graf von Kalckreuth über Deserteure. 1793

Friedrich Wilhelm II., König von Preußen
Brief an den General Graf von Kalckreuth über Deserteure. 1793
Los 2693

Schätzung
120€ (US$ 138)

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Friedrich Wilhelm II., König von Preußen (1744-1797). Brief m. U. "Fr Wilhelm". 1 S. Quer-schmal-8vo (8,5 x 20 cm). Feldlager vor Mainz 21.VI.1793.

Im Koalitionskrieg an den Generalleutnant Graf von Kalckreuth. "... ich will Euch hiermit bevollmächtigen, mit dem Chur Pfälzischen General Major Grafen v Minucci eine Convention dahin abzuschließen: daß die Deserteurs von denen würcklich im Felde stehenden Truppen, so lange der gegenwärtige Krieg dauern wird, gegenseitig ausgeliefert werden sollen ...". - Leider 3 Spuren von ehemaligen Reparaturversuchen mit Tesafilm an Faltenrisssen.

Lot 2694, Auction  128, Friedrich Wilhelm III., König von Preußen, Bescheid an einen Major. 1821

Friedrich Wilhelm III., König von Preußen
Bescheid an einen Major. 1821
Los 2694

Schätzung
150€ (US$ 172)

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Friedrich Wilhelm III., König von Preußen (1770-1840). Bescheid m. U. "Friedrich Wilh". 3 Zeilen. Doppelblatt. 4to. Berlin 12.II.1821.
An den Major von Sacken, außer Dienst. "Ich kann auf das Gesuch: Ihren Beitrag zur Officier Wittwen Casse aus Meiner Chatoulle berichtigen zu lassen nicht eingehn." - Kleine Faltenrisse.

Lot 2695, Auction  128, Gambetta, Léon, 2 Billets + Beilagen.1871

Gambetta, Léon
2 Billets + Beilagen.1871
Los 2695

Schätzung
250€ (US$ 287)

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Gambetta, Léon, französischer Staatsmann, rief 1870 nach der Niederlage bei Sedan die dritte Republik aus (1838-1882). 2 eigh. Billets m. U. "Gambetta" und 2 unregelmäßige Ausschnitte aus größeren, rückseitig von fremder Hand bezeichneten Blättern, das erste rechteckig, das zweite achteckig beschnitten, je 1 S. (Paris) 30.VIII. und 19.IX.1871.
An den Finanzminister Augustin Thomas Joseph Pouyer-Quertier (1820-1891), Begleitschreiben zu Eingaben an diesen; das zweite lautet: "Le Député soussigné prie son Collègue, M. Pouyer-Quertier, ministre des Finances, de vouloir bien faire examiner avec soin la présente demande, dont l'auteur merite tout intérêt, comme s'étant conduit en patriote durant la guerre et ayant été blessé comme officier, enfin comme ruiné par suite de l'annexion". - 1870 hatte Gambetta das besetzte Paris in einem Luftballon von Nadar verlassen, um im Norden Frankreichs Truppen zu organisieren und gegen die Deutschen zu kämpfen; der Waffenstillstand vom 28. Januar 1871 machte Gambettas heroische Anstrengungen zunichte. Er war in der neugewählten Nationalversammlung die treibende demokratische Kraft gegen die royalistische Partei und die Bonapartisten. - Beiliegend ein eigenh. Billet von Gambettas Vater, ein eigenh. Brief seines Onkels in Marseille sowie eine in dritter Person an Gambetta gerichtete Einladung des amerikanischen Geschäftsträgers John Bibelow (1817-1911). Ferner ein eigenh. Brief des spanischen Staatsmannes Emilio Castelar (1832-1899) an Gambetta: "... je suis venu vous voir, et je tiens beaucoup à vous parler. Je renviendrais après demain. La situation de France m'inspire des grands inquiétudes. J'espère que votre optimisme, qui a toujours un grand motif dans votre raisson si claire et votre expérience si mure ma rassuraira un peu. Excussez mon horrible français". - Insgesamt 6 Teile.

Lot 2696, Auction  128, Georg Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg, Brief an den Markgrafen Christian von Brandenburg-Bayreuth. 1636

Georg Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg
Brief an den Markgrafen Christian von Brandenburg-Bayreuth. 1636
Los 2696

Schätzung
450€ (US$ 517)

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Georg Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg (1595-1640). Brief m. U. "E. Ld. Allezeit dienstwilliger Vetter undt Bruder Georg Wilhelm Churfürst". 2 S. Folio. Festung Peitz 22.X.1636.
Mitten im 30jährigen Krieg an den (nicht genannten) Markgrafen Christian von Brandenburg-Bayreuth (1581-1655), der ihm geschrieben hatte, dass sein Sohn, der Erbprinz Erdmann August (1615-1651), sich an den brandenburgischen Hof begeben möchte. Georg Wilhelm wehrt den Wunsch mit der Begründung ab, dass der Berliner Hof sich in die Festung Peitz flüchten mußte, weil die mit Brandenburg verbündete kaiserliche und kursächsische Armee "nach gehaltener Bataille" sich ins Winterquartier bei Halberstadt zurückgezogen habe und Brandenburg mit Ausnahme der Festung Landsberg a. d. Warthe jetzt fast ganz in schwedischen Händen sei. In der Festung Peitz sei es zu eng, als dass der Prinz sich mit seinem und dem brandenburgischen Hofstaat dort "accomodiren" könne. - Interessantes Lagebild aus dem 30jährigen Krieg.

Lot 2697, Auction  128, Granville, George L., Brief an Graf Wolkenstein über die Wiener Weltausstellung. 1872

Granville, George L.
Brief an Graf Wolkenstein über die Wiener Weltausstellung. 1872
Los 2697

Schätzung
180€ (US$ 207)

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Granville, George L.-G., Earl of, brit. Staatsmann, mehrmals Außen- und Kolonialminister, einer der engsten polit. Freunde Gladstones (1815-1891). Brief m. U. "Granville". 2 S. Doppelblatt. Folio. (London) 5.III.1872.
An den Grafen Wolkenstein, den österreichischen Geschäftsträger in London, dem er die Zustimmung der britischen Regierung zu einem gemeinsamen Projekt anlässlich der Weltausstellung in Wien 1873 mitteilt: "I have the honor to acknowledge the Receipt of your Note of the 3rd ultimo, relative to the Participation of the Danubian Commission in the International Exhibition proposed to be held at Vienna, and I now beg, in reply to state to you, for the information of the Austro Hungarian Gouvernment, that Her Majesty's Government have had much pleasure in instruction Her Majesty's Commissioner to cooperate with the Baron de Schlechter with the above object, which, as Her Majesty's gouvernment understand, will be limited to matters in connection with navigation of the Danube".

Lot 2698, Auction  128, Hardenberg, Carl August Fürst von, Früher Brief aus Braunschweig. 1785

Hardenberg, Carl August Fürst von
Früher Brief aus Braunschweig. 1785
Los 2698

Schätzung
150€ (US$ 172)

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Hardenberg, Carl August Fürst von, preuß. Staatskanzler und Minister, der große Reformer, vorher Leiter der preußischen Verwaltung in Ansbach-Bayreuth (1750-1822). Eigh. Brief m. U. "Hardenberg Reventlow". 1 S. Doppelblatt. 4to. Braunschweig 5.IV.1785.
In braunschweigischen Diensten eigenhändig an einen "Herrn Vetter". "... habe ich die Ehre angeschlossen die von Serenissimo Denenselben ertheilte Expectanz für Dero Fräul. Tochter zu übermachen und wünsche nichts mehr als die Gelegenheit Ew. Hochwohlgeb. bald einmal persönlich die vollkommene Hochachtung zu bezeugen ...". - Ohne die genannte Beilage. - So früh selten.

Lot 2699, Auction  128, Hindenburg, Paul von, Brief an Reinhart Bachofen über die "Jagdgeschichte Steiermarks". 1930

Hindenburg, Paul von
Brief an Reinhart Bachofen über die "Jagdgeschichte Steiermarks". 1930
Los 2699

Schätzung
150€ (US$ 172)

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Hindenburg, Paul von Beneckendorf und von, Reichspräsident, Feldmarschall, Sieger bei Tannenberg (1847-1934). Brief m. U. "von Hindenburg". 2/3 S. Mit gedrucktem Briefkopf "Der Reichspräsident" und mit Umschlag. Folio. Berlin 26.IX.1930.
An Reinhart Bachofen von Echt (1877-1947) auf Schloß Murstätten, Steiermark. "... Für die Aufmerksamkeit, die Sie und Herr Professor Hoffer mir erneut erwiesen haben durch Zustellung auch des dritten Bandes Ihres gemeinsam verfaßten Werkes 'Jagdgeschichte Steiermarks' sage ich verbindlichsten Dank. Auch hat mich die Aussicht auf Erhalt des später erscheinenden letzten Bandes sehr erfreut! ...". - Das 4bändige Werk erschien 1927-1931 bei Leykam in Graz. - Der Umschlag ist an den Co-Autor Prof. Dr. Wilhelm Hoffer in Graz adressiert.

Lot 2700, Auction  128, Joachim Friedrich, Kurfürst von Brandenburg, Brief an das Domkapitel in Magdeburg. 1600

Joachim Friedrich, Kurfürst von Brandenburg
Brief an das Domkapitel in Magdeburg. 1600
Los 2700

Schätzung
450€ (US$ 517)

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Joachim Friedrich, Kurfürst von Brandenburg (1546-1608). Brief m. U. "Manu propria JF". 3 S. Doppelblatt mit Adresse. Folio. Küstrin 25.II.1600.
An das Domkapitel in Magdeburg. Ausführlicher Tadel, dass man aus Magdeburg das Schreiben des kurfürstlichen Kammerdieners Urban Kretzschmann vom 23. August 1699 nicht beantwortet habe. Ermahnt das Kapitel nochmals, seinem treuen Diener Hochachtung zu erzeigen und ihm ihren Consens mitzuteilen, insbesondere angesichts einer bevorstehenden Generalversammlung.

Lot 2701, Auction  128, Johann Georg, Herzog von Sachsen-Weißenfels, Zunftbrief für die Freyburger Bäcker-Innung auf Pergament. 1702

Johann Georg, Herzog von Sachsen-Weißenfels
Zunftbrief für die Freyburger Bäcker-Innung auf Pergament. 1702
Los 2701 [*]

Schätzung
600€ (US$ 690)

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Das Bäcker-Handwerk 1702
Johann Georg, Herzog von Sachsen-Weißenfels (1677-1712). Zunftbrief m. U. "Johann Georg". Deutsche Handschrift auf Pergament. 6 Bl., davon 6 S. beschrieben. Mit kalligraphischen Kopfzeilen. Geheftet, mit marmoriertem Papier-Umschlag (dieser beschmutzt und mit Randschäden). Gr. folio. Mit angehängtem großen Lacksiegel an goldfarbener Kordel in einer Wachsschale (Durchschnitt 14 cm; die Wachs-Ränder mit Abbruchstellen). Schloß Neu-Augustusburg in Weißenfels 9.XI.1702.
Bestätigung des Zunftbriefs für die Freyburger Weißbäcker-Innung. In 7 ausführlichen Artikeln werden Rechte und Pflichten der Bäckermeister und Gesellen festgelegt: "I. Wer in Freyburg bey dem Handwerck der WeißBecker Meister werden will, der soll vor das Erste sein Bürger Recht erlangen, ein eigenes Hauß oder eines zur Miethe haben ...". Es werden regelmäßige Einzahlungen in die Innungskasse verlangt, vom Sohn eines Meisters 4, von Fremden 8 Groschen. - II. "So einer eines Meisters Wittbe oder Tochter zur Ehe nimbt und Meister werden soll ...". - III. "Wenn einer dem andern beym Quartalen, welche niemahls auf den Sonn: oder Feyertag, sondern den folgenden Tag darauf gehalten werden sollen ...". - IV. "Welcher Meister das Wochen-Backen auff- und annimmet, der soll die Banck mit guten Semmeln, klein und großen Brodt bey des Raths Strafe genugsamb versehen ...". - V. "So auch ein Meister alhier sich unterstünde, Pfeffer Kuchen zu backen, und er solchen nicht backen könnte, so soll er solchen bey seinen Mit-Meistern und nicht bey einem Frembden kauffen ...". - VI. "Hingegen soll kein Dorff-Becker innerhalb der Meile, Pfeffer-Kuchen, Semmeln und Prezeln oder was Weiß-Backen ist, verkauffen noch verhausiren ...". - VII. "Soll das Handwerck der Weiß-Becker alhier zu Freyburg Jährlich in das hiesige Fürstl. Ampbt 30 gr. mcl: der, vor das #d. Ingwer gegebenen 15 gr. als ein Schuz-Geldt, entrichten ...". - Stellenweise angestaubt; Gebrauchsspuren. - Wertvolle Quelle zur Kultur- und Wirtschaftsgeschichte; das rote Lacksiegel gut erhalten.

Lot 2702, Auction  128, Kamerun-Reiseberichte, Manuskript zweier Berichte von einem Marsch durch Kamerun. 1912

Kamerun-Reiseberichte
Manuskript zweier Berichte von einem Marsch durch Kamerun. 1912
Los 2702

Schätzung
1.500€ (US$ 1,724)

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Kamerun-Reiseberichte. Zweiteiliges Manuskript. Insges. 29 S. auf 25 losen Blättern. 4to. (Kamerun) 16.IX. - 25.X.1912.

"Reisebericht von Longji nach Jaunde Südkamerun" und "Bericht über meine erste Anwerbereise". Interessante, sehr anschaulich und lebendig geschilderte Fußmärsche des unbekannten Verfassers in Begleitung von eingeborenen Trägern und anderen Bediensteten, hauptsächlich mit dem Ziel, Arbeitskräfte anzuwerben. Der erste Teil beginnt: "Wieder stehe ich vor einem großen Unternehmen. Morgen soll es in den Busch gehen ca. 800 km sind zu Fuß zurückzulegen, unwillkürlich durchrieselt mich ein leises Schaudern und bange Zweifel, ob ich der kolosalen [!] Marschleistung gewachsen bin. Doch mit tausend Stimmen ruft es mich hinaus in den tiefen unerforschten Urwald um alle die Wunder desselben selbst zu erleben, die ich bis jetzt nur aus Büchern kenne ...". Geschildert werden u. a. der Empfang durch den "King" der Najumbas, der ebenso freundliche Empfang auf den gepflegten Dörfern, die den Schreiber begeisternde Landschaft, die Strapazen der vom Schreiber ständig verlangten 25 km Fußmarsch pro Tag (was Konflikte mit seinem Troß von eingeborenen Trägern verursachte), seine tägliche Verpflegung und Unterkunft, Begegnungen mit Engländern und Deutschen bis zum Erreichen des Ziels Jaunde am 29. September 1912. - Noch interessanter ist die Fortsetzung, die des Schreibers Bemühungen schildert, auf den Dörfern Arbeiter anzuwerben. Er beschreibt auch die von ihm beobachtete Behandlung solcher Personen: "Nachmittags passierten einige schwarze Soldaten mit 50 schwarzen Arbeitern das Dorf, in dem ich wohnte. Die Arbeiter waren alle mit einer einzigen Schnur von Hals zu Hals zusammengebunden. Leider muß man zu solchen Mitteln greifen und die Leute vielfach mit Gewalt einfangen, da sich sonst nicht so schnell jemand zur Arbeit einfinden würde. In diesem Monat sind gegen 2000 Träger mit Lasten nach dem neuen Gebiet abmarschiert. Ich glaube von diesen 2000 sind 1900 direkt eingefangen." Beschreibt dann die Sitten der Eingeborenen sowie seine zunehmend gewalttätigeren Versuche, Arbeiter zu rekrutieren; er findet leere Dörfer vor, deren Einwohner vor ihm geflohen waren, und schließlich stellt sich ihm eine große Anzahl bewaffneter Krieger entgegen und verlangt die Rückgabe ihrer rekrutierten Brüder, so daß er schließlich einwilligen muß. Trotz Abratens seiner Begleiter bricht der Schreiber dann zur Fortsetzung seines Vorhabens auf, doch hier brechen die Aufzeichnungen ab. - Wertvolle Schriftquelle über das beschämende Verhalten der Europäer auf dem afrikanischen Kontinent in der "Blütezeit" der Kolonialpolitik.

Lot 2703, Auction  128, Katharina II., die Große, Kaiserin von Rußland, Deutscher Brief an Generalleutnant v. Bauer. 1773

Katharina II., die Große, Kaiserin von Rußland
Deutscher Brief an Generalleutnant v. Bauer. 1773
Los 2703

Schätzung
1.800€ (US$ 2,069)

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Katharina die Große als Kriegsherrin
Katharina II., die Große, Kaiserin von Russland, geb. Prinzessin Sophie Auguste von Anhalt-Zerbst (1729-1796). Eigh. Brief ohne Unterschrift. In deutscher Sprache. 1 S. Doppelblatt mit russ. Adresse und rotem Lacksiegel. 4to. O. O. 20.VIII.1773.

An einen ihrer Vertrauten, den deutschstämmigen Generalleutnant Friedrich Wilhelm von Bauer. "... Ich habe gestern von denen darzu im anfange des Krieges niedergesetzte Herrn einen Plan zu dem künftigjährigen Feldzug gevordert damit alle die differente Comandirs zu waßer und zu lande uniform und zu einem endzweck agiren möchten. Ich wünschte mit ihnen hierüber eine conversation zu haben ...". - Einriss im Adressblatt; sonst gut erhalten.

[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.

* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.


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