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Lot 1106, Auction  128, Mandeville, Jean de, Tractato de le più maravegliose cose più notabile

Mandeville, Jean de
Tractato de le più maravegliose cose più notabile
Los 1106

Schätzung
400€ (US$ 460)

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(Mandeville, Jean de. Tractato de le più maravegliose cose più notabile che si trovino in le parte del mondo reducte). 48 (von 52) nn. Bl. 19,2 x 15 cm. Halbpergament des 19. Jahrhunderts (leicht fleckig, berieben). Venedig, Giovanni Battista Sessa, 29 Juli 1504.
Seltene italienischsprachige Ausgabe der zwischen 1357 und 1371 entstandenen, ursprünglich französischen Beschreibung einer Reise ins Heilige Land, den Fernen Osten und das Königreich des Priesterkönigs Johannes von Jehan de Mandeville. Der Druck wurde auch Piero Pacini zugeschrieben, für den Gian Stephano di Carlo da Pavia um 1505 druckte. Im Kolophon liest sich: "Qui finisse el libro di Joanne de Mandavilla: el quale tratta de le cose maravegliose del mondo. Impressa in Venetia per Zuan Baptista Sessa Anno 1504. Adi. 29. Luio.". – Von der Lagenformel A-N4 fehlen die erste Lage A4. Stockflecken und vereinzelte schwache Feuchtigkeitsflecken an den Rändern, einige Wachsflecken, kleiner Fraßspur am Bund des Blattes H4 am Ende.

Lot 1107, Auction  128, Mathesius, Johannes, Historien + Beiband

Mathesius, Johannes
Historien + Beiband
Los 1107

Schätzung
350€ (US$ 402)

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(Mathesius, Johannes. Historien, von des Ehrwirdigen in Gott Seligen thewren Manns Gottes, Doctoris Martini Luthers, anfang,| lehr, leben und sterben). 7 (statt 8) Bl., CCXXIIIII (recte: 224) Bl. 19 x 14,5 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (etwas fleckig und berieben; es fehlt eine Messingschließe) mit Tugend- und Humanistenrolle. (Nürnberg, Ulrich Neuber, 1567).
VD16 M 1491. – Zweiter Druck der zuerst ebenda im Vorjahr erschienenen und noch zahlreiche Auflagen erlebenden Luther-Biographie Mathesius'. – Es fehlt das Titelblatt. Etwas fleckig, stellenweise leicht feuchtrandig, mit vereinzelten Unterstreichungen und Annotationen. Innenspiegel mit montiertem zeitgenössischen Lutherportrait in koloriertem Holzschnitt. – Beigebunden: Kurtzer Bericht, wie der ehrwirdig unser lieber Vater und Praeceptor Philippus Melanchthon sein Leben hie auff Erden geendet, und gantz Christlich beschlossen hat. Mit kurtzer erzelung, was sich etliche tage zuvor mit Jm in seiner Schwacheit zugetragen hat. Geschrieben von den Professoribus der Universitet Witteberg. 36 Bl. Mit Holzschnitt-Portraitmedaillon auf dem Titel. Wittenberg, Johann Krafft d. Ä., 1560. - VD16 B 8249. - Zweiter Krafft-Druck der zuerst im selben Jahr auf Latein bei Peter Seitz erschienenen biographischen Quelle zum Tod Melanchthons, hier im großzügigeren Quartformat. - Etwas braunfleckig und mit vereinzelten Unterstreichungen und Annotationen. Hinterer Innennspiegel mit modernem Besitzeintrag.

Lot 1108, Auction  128, Mathesius, Johannes, Historien, von des  Martini Luthers, Anfang, Lere, Leben + Beibände

Mathesius, Johannes
Historien, von des Martini Luthers, Anfang, Lere, Leben + Beibände
Los 1108

Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)

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Mathesius, Johannes. Historien, von des Ehrwirdigen in Gott seligen thewren Manns Gottes, D. Martini Luthers, Anfang, Lere, Leben, Standhafft bekentnuß seines Glaubens, und Sterben, ordenlich der Jarzal nach, wie sich solches alles habe zugetragen, beschrieben. 20 nn., 212 num. Bl. Titel in Schwarz und Rot. 17,5 x 14 cm. Moderner marmorierter Halbpergamentband mit RVergoldung. Nürnberg, Erben Johann vom Berg und Dietrich Gerlach, 1573.
VD16 M 1495. – Spätere Ausgabe der bedeutenden, zuerst 1566 in Nürnberg bei Ulrich Neuber erschienenen Lutherbiographie. "Als bleibendes Vermächtnis Mathesius's gelten seine 1566 veröffentlichten 'Luther-Historien', die bis heute nahezu 50 Auflagen erlebten. Dieses erste, aus 17 zwischen 1562 und 1565 gehaltenen Predigten hervorgegangene, prot. Lebensbild des Reformators diente den Lutherbiographen und Reformationshistorikern als Quelle ersten Ranges" (NDB XVI, 369f.). – Titel stärker fleckig und mit Randeinrissen, das Schlussblatt mit Blattabriss (ohne Textverlust). Vor allem anfangs stärker braunfleckig bzw. wasserrandig. – Beigebunden: Jodocus Willich. Schrifftmässige Engels-Probe, Das ist unterschiedener vornehmer, hochgelahrter, reiner Lutherischer Theologen geistreiche und in Gottes Wort gegründete Judicia und Bedencken, Was von Englischen Gesichten und Erscheinungen zuhalten? Wie fern und weit ihnen zutrauen? Ob solche zubegehren, zuerwarten, zuhören? Aus denen zuersehen, wie gefährlich es sey denselben ohne vorhergehende gnugsame Probe beyzufallen, wegen entstandener Irrungen und Verwirrungen dieser Oerter. 4 Bl., 112 S. Dresden, Wolfgang Seyffert, 1653. - VD17 5113:739830K. - Einziger Druck der theologischen Streitschrift. - Titel etwas braunfleckig. - Christoph Schindler. Destructor Templi Dei, Gottes Tempel Verderber, in einen trawrigen Leichen-Sermon erkläret bey dem kläglichen Unfall, der sich dieses 1647. Jahrs den 6. Augusti Abends, mit dem Heinrich Krügern, unter Ihrer Churfl. Durchl. zu Sachsen, Leib-Squadron bestallten Cornet, auffn Schneberg zugetragen, welcher hernach am 15. Augusti zur Erden bestattet worden. 1 Bl., 54 S. Mit vierteiliger Holzschnitt-Titelbordüre und typographischer Falttafel. Ebenda 1647. - VD17 39:107738H. - Einziger Druck der seltenen Leichenpredigt. - Leicht braunfleckig, Titel mit zeitgenössischem Eintrag im unteren Rand. - Chilianus Rebentrost. Gottseliger Creutz-Träger und Exulanten Leid und Freud, das ist: Christliche Leich-Predigt bey volckreicher Begräßniß der Jungfrawn Annen-Magdalenen Reisengrünin von Grünlust, welche Freytags, den 11. Maij, Anno 1649, selig auß diesem Leben abgeschieden. 24 S. Halberstadt, Andreas Rolwald, 1649. - Seltener einziger Druck der barocken Leichenpredigt durch den im sächsischen Annaberg wirkenden Prediger Kilian Rebentrost (1582-1661). - Gebräunt und braunfeckig. Kein Nachweis im KVK. - Johann Frentzel. Alpha & Omega (graece). Herbst-Rosen, welche auff das Grab, der im Leben wahrer Gottesfurcht, und alle andern belobten Frauen-Tugenden, iederzeit ergebenen Maria Richterin, gebornen Genselin, schuldigst ausstreuet, am 13. des Herbst-Monats, im 1654. Jahr. 2 Bl. Leipzig, Johann Wittigau, (1654). - Einziger Druck der von dem Leipziger Theologen und produktiven Gelegenheitsdichter Johann Frentzel (1609-1674) verfassten Leichenpredigt. - Etwas gebräunt und braunfleckig. Kein Nachweis im KVK. - Arnold Mengering. Belialis Stratiotici Consobrinus Sceleratus Metator. Der schendliche ungerechte Quartier-Meister gegenwertiger verzweiffelter Zeiten. Das ist: Drey Christliche Sermonen, darinn den Städtischen Marescal de Logis, den Quartierungs-Meistern, Commissarien und Balletmachern in Städten zu Gemüthe geführet wird, wie hoch sie sich an redlichen Bürgersleuten, sonderlich an den Armen, an Witwen und Wäisen, mit ihren ungleichen Einquartieren versündigen. 4 Bl., 136 S. Titel in Schwarz und Rot. Altenburg, Otto Michael, 1642. -VD17 23:258779Q. - Zweiter Druck der zuerst 1639 ebenda erschienenen Predigtsammlung. - Braunfleckig und mit Feuchtigkeitsrand. - Rector Academiae Lipsiensis. 2 Bl. (Leipzig), Thomas Ritzsch, 1652. - Seltener Gelegenheitsdruck des Leipziger Buchdruckers und Buchhändlers Timotheus Ritzsch (1614-1678), der als Herausgeber und Drucker der ersten Tageszeitung, den 1650 zum ersten Mal erschienenen Einkommenden Zeitungen, in die Buchgeschichte eingegangen ist. - Gottfried Suevus. Theses ex secundo et tertio pandectarum libris. 12 Bl. Wittenberg, Johannis Haken, 1654. - Einziger Druck der juristischen Dissertation unter dem Praeses Christoph Joachim Felgenhauer. - Etwas braunfleckig. - Johann Roger Weyer. Sacri Romani imperii perenne periculum, brevi oratione delineatum et in auditorio principum maiori memoriter recitatum. 14 Bl. Leipzig, Timotheus Ritzsch, (1652). - VD17 14:005983C. - Einziger Druck der theologisch-politischen Streitschrift. - An Ihr Röm. Käyserl. Majestät, dero Königlichen Majestät zu Schweden Intervention-Schrifft, wie auch des heiligen Römischen Reichs Chur-Fürsten und Ständen Evangelischen Theils Intercession. Betreffend die Religions und Gewissens Freyheiten der sambtlichen Augspurgischen Confessions-Verwanten, in den Käyserlichen Erblanden. Ubergeben auff dem Reichstag zu Regenspurg, den 5. 15. Maii Anno 1653. 10 Bl. O. O. u. Dr. 1653. - Im VD 17 nicht verzeichnete Druckvariante. - Offenbahrung etlicher, der Völcker in Engel- Schott- und Irrland, bißher gehabter irriger Meinungen, die abgangene Könige Jacobum, und Carolum I. betreffend: Daraus dieser Königen Unschuld erhellet, und an den Tag gebracht wird. Aus dem Frantzösischen, so neulichst im Haag ausgangen, ins Hochdeutsche versetzet. 18 Bl. O. O. u. Dr. 1653. - VD17 23:235447. - Einziger deutscher Druck der Flugschrift. - Etwas barunfleckig.

Mattioli, Pietro Andrea
Kreutterbuch
Los 1109

Schätzung
2.000€ (US$ 2,299)

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Mattioli, Pietro Andrea. Kreutterbuch. 8 nn., 460 num., 37 nn. Bll. Mit reicher figürlicher Holzschnitt-Bordüre auf dem Titel, Holzschnitt-Druckermarke am Schluss und zahlreichen kolorierten Textholzchnitten. Titel in Schwarz und Rot. 35 x 18,5 cm. Leder d. Z. (etwas berieben und knickspurig) mit RSchild. Frankfurt, S. Feyerabend, P. Fischer und H. Dack 1586.
VD 16, M 1614. Nissen 1311. Durling 3019. Isphording 82. – Zweite Ausgabe und erste Ausgabe aus der Offizin S. Feyerabend, P. Fischer und H. Dack.
Die wohl zeitgenössisch kolorierten Textholzschnitte zeigen Blumen, Kräuter, Gemüse- und Obstpflanzen sowie verschiedene Früchte. U.a. wird von "Indianischen Nüssen oder Meernüssen" berichtet, "die in Apothecken wol bekandt [sind] ... Diese Früchte sind sehr groß, hangen an dem Baum, wie große Melaunen, in grossen Rinden verwahret, die sind außwendig schwarzrot, hart und zäh ..." (Blatt 97). Bei der vorliegenden Ausgabe wirkte der Universalgelehrte Joachim Camerarius (1500-1574) mit. "Camerarius verwandte die von ihm angekauften Figuren Conrad Geßners; die übrigen sind den kleinen Figuren der Valgrisi-Ausgabe nachgeschnitten" (Nissen). – Titel auf Papier aufgezogen, etwas berieben und fingerfleckig, insgesamt papierbedingt gebräunt, teilweise leicht braun-, wasser- und fingerfleckig, mit wenigen Einrissen, Randläsuren und manche Blätter mit Japanpapier an den Stegen verstärkt.

Lot 1110, Auction  128, Mattioli, Pietro Andrea, Kreutterbuch

Mattioli, Pietro Andrea
Kreutterbuch
Los 1110

Schätzung
1.500€ (US$ 1,724)

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(Mattioli, Pietro Andrea. Kreutterbuch). 16-460 num Bl. Mit zahlreichen Textholzschnitten. Titel fehlt. 38,5 x 24 cm. Halbpergament d. Z. (berieben, bestoßen, oberes Kapital mit Fehlstelle). (Franckfurt, John Feyrabende, 1590).
VD 16, M 1614. Vgl. Nissen 1311. Durling 3019. Isphording 82. – Frühe Ausgabe. Die erste Ausgabe erschien 1586. "Die Abbildungen stammen aus dem Nachlaß Conrad Geßners, den Camerarius erworben hatte" (Nissen). Die Textholzschnitte zeigen Blumen, Kräuter, Gemüse- und Obstpflanzen sowie verschiedene Früchte. U.a. wird von "Indianischen Nüssen oder Meernüssen" berichtet, "die in Apothecken wol bekandt [sind] ... Diese Früchte sind sehr groß, hangen an dem Baum, wie große Melaunen, in grossen Rinden verwahret, die sind außwendig schwarzrot, hart und zäh ..." (Blatt 97). – Es fehlen 47 nicht nummerierte Blätter sowie der Titel. Innen stark lädiert, papierbedingt gebräunt, mit vielen teils hinterlegten Fehlstellen und Einrissen, mit Wurmfraß, braun- und fingerfleckig, knickspurig, vereinzelt mit hs. Notizen am Rand und im Text.

Lot 1111, Auction  128, Maximus, Valerius, Neun Bücher von namhafften wunderbaren Geschichten und Exempeln

Maximus, Valerius
Neun Bücher von namhafften wunderbaren Geschichten und Exempeln
Los 1111

Schätzung
500€ (US$ 575)

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Maximus, Valerius. Neun Bücher von namhafften wunderbaren Geschichten und Exempeln, beide der Römer und anderer außlendischer Völcker als nemlich der Persier, Medier, Griechen, Afern, Flemming und Teutschen. Durch P. Selbeth verteutscht. Jetzt aber widerumb nach dem latein. 6 Bl., 207 S., 2 Bl. Mit 2 großen gestochenen Holzschnittvignetten auf dem Titel, im Text und am Schluss. Titel in Rot und Schwarz gedruckt. 31 x 19 cm. Späteres Pergament (unfachmännisch restauriert, fleckig und Rückdeckel teils gelöst) unter Verwendung der ursprünglichen blindgeprägten Schweinslederdeckel (berieben, fleckig mit restaurierten Fehlstellen, ohne die zwei Messingschließen). Frankfurt, (P. Schmid für S. Feyerabend und S. Hüter), 1565.
VD 16, V 155. BM STC, German Books 882. – Erster und wohl einziger Druck der von Nicolaus Heiden edierten Ausgabe. – Papierbedingt gebräunt, braun- und feuchtfleckig, mit Randläsuren, teils größeren Einrissen und Fehlstellen und knickpsurig.

Medina, Pedro de
L'Art de naviguer de maistre Pierre de Médine,
Los 1112

Schätzung
32.000€ (US$ 36,782)

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Medina, Pedro de. L'Art de naviguer de maistre Pierre de Médine, Espaignol: contenant toutes les reigles, secrets, & enseignemens necessaires, à la bonne navigation. Traduit de castillan en françoys, avec augmentation et illustration de plusieurs figures et annotations, par Nicolas de Nicolai, du Dauphiné, Geographe du tres-Chrstien Roy Henri II. 6 nn.,115 num., 1 w. Bl. Mit großer Holzschnitt-TVignette. zahlreichen 5-8-zeiligen Holzschnitt-Vignetten, darunter 9 großen szenischen, 2 Holzschnitt-Kopfstücken und 82 Textholzschnitten, teils mit figürlichen Schemata, teils mit Darstellungen, sowie zahlreichen typographischen Tabellen. 32 x 22 cm. Reich blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (etwas beschabt und berieben, leicht fleckig) über 4 Bünden mit schweren, abgefasten Holzdeckeln und 1 (von 2) punzierten Messingschließen. Lyon, Guillaume Rouille, 1554.
STC 308. Adams M 1027. Europaean Americana 554, 44. Palau 159669. Burden 19. Sabin 47345. Baudrier IX, 216. – Erste französische Ausgabe, im zweiten Druck mit der Jahreszahl "1554" auf dem Titelblatt (statt wie "1553" im ersten). In acht Teile "Livres" gegliedert, handelt es sich um das erste zuverlässige Werk über die professionelle Navigation in der Seefahrt. Der Entdeckungsreisende, Seefahrer, Mathematiker, Historiker, Kosmograf und Kartograph Pedro de Medina (1493-1567) gehörte zu den bedeutendsten spanischen Gelehrten. Mit seiner zuerst in spanischer Sprache veröffentlichten "Arte de nauegar", Cordoba 1545, begründete er die maritime Wissenschaft der Neuzeit.

Die hohe Kunst der Navigation gehörte zu den am stärksten gehüteten Geheimnisse der Spanische Krone, begründete sie doch über Jahrhunderte die Vormachtstellung Spaniens sowohl im Handel wie bei militärischen Operationen - und ganz konkret bei der Eroberung und Kolonialisierung neuer Gebiete. Der "Arte de nauegar" und speziell dem vorliegenden 2. Druck der französischen Erstausgabe kommt hier eine besondere Bedeutung zu, erlaubte sie doch erstmals anderen Nationen, das geheime Wissen der "Casa de Contratación" in Sevilla den Höfen ganz Europas zugänglich zu machen, was nicht zuletzt zur Stärkung der konkurrierenden Staaten wie England führte, das bekannterweise ab 1588 zur neuen See- und Weltmacht werden sollte.

Vorgestellt wird die für die Navigation notwendige Technik, die Instrumente, die Mathematik für die Berechnung der Position wie der Routen. Bauweise, Funktionsweise und Nutzung von Kompass, Jakobsstab, Sonnenuhr, das Lesen der Gezeitentabellen und der Navigation nach den Sternen werden ausführlich und anhand von den zahlreichen eingedruckten Holzschnitten erläutert. Die Erklärungen waren dermaßen exakt, dass sogar der Flibustier Sir Francis Drake stets ein Exemplar der französische Ausgabe von 1554 bei allen seinen Weltreisen bei sich trug.

Die Übertragung ins Französische leistete der "géographe et valet de chambre du Roi de France" Nicolas de Nicolay (1517-1583), Hofgeograph Heinrichs II. Während die Holzschnitte teils diagrammartige Darstellungen mit Bezugspunkten, Zirkelkreisen etc. zeigen, sind einige sehr schön figürlich und andere szenisch ausgeführt. Von großer Seltenheit (da meistens herausgetrennt) ist die doppelblattgroße gestochene Faltkarte die ebenfalls von Nicolay stammt und hier ebenfalls in der maßgeblichen Version von 1554 vorliegt. Sie zeigt die Welt aus der Perspektive des Atlantik, rechts Europa und Afrika, links Amerika als "Nouveau Monde", unten links bezeichnet "Par N. Nicolaj du daulphine Géographe du Roy". – Vorsatz und die ersten Lagen mit kleinem Feuchtigkeitsschaden in braunem Wasserrand, Ausbrüche des weißen Randes und Einrisse abnehmend über die ersten vier Blätter, Titel mit nahezu unsichtbarer, unlesbarer ovaler Stempelrasur, etwas finger- und braunfleckig, die Bordüre ohne Darstellungsverlust. Fünf Blätter mit größerem unschönen Ausschnitt am oberen Rand (jeweils ca. 6 x 20 cm, wohl Ausschnitt der Holzschnitt-Kopfstücke, Textverlust recto und verso): betroffen sind die Blätter a1, d2, A2, C1 und D4, sonst meist nur kleinere Einrisse. Einige Feucht- und Braunflecke. Die hübsche Atlantikkarte mit Eckeinriss von rechts (nur ganz minimal bis in die Darstellung), leicht feuchtrandig, in der Darstellung bemerkenswert schön und wohlerhalten. Insgesamt bis auf die Ausschnitt ein sehr ordentliches Exemplar dieses überaus seltenen Drucks.
Provenienz: Aus österreichischen Privatbesitz. Kein Eintrag in bei Lostart, Art Loss Register und Missing Books Register (Stand 27-08-26). – Nachgebunden sind weitere Werke von dem Lyonneser Drucker Guillaume Rouille: 1) (Guillaume Du Choul). Des Bains et antiques exercitations grèques et romaines. 20 num., 6 nn. Bl. (le. w.). (Ebenda 1555). - 2) Derselbe. Discours sur la castrametation et discipline militaire des Romains. 33 (statt 55) S., 1 w. Bl. (Ebenda 1556).- Fehlen mehrere Blätter, Fol. 7, 8, 10, 11, 13-21, 25-30, 35, 36, 38-42, 44, 47-50, 52 mit entsprechenden Illustrationen. - 3) Derselbe. Discours de la Religion des Anciens Romains". 312 S., 28 Bl., (le. w.). Mit Hunderten von kleineren und zahlreichen großen Textholzschnitten. (Ebenda 1556). - Ein größerer Einriss, ein Ausschnitt (Textverlust), sonst vollständig, minimal feuchtrandig, kaum fleckig.

Lot 1113, Auction  128, Melanchthon, Philipp., Selectarum declamationum

Melanchthon, Philipp.
Selectarum declamationum
Los 1113

Schätzung
180€ (US$ 207)

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Melanchthon, Philipp. Selectarum declamationum, quas conscripsit, et partim ipse in Schola Vvitebergensi recitavit, partim alijs recitandas exhibuit. Tomus quartus. 4 Bl., 844 S., 17 Bl. Mit Holzschnitt-Titelvignette. 16 x 10 cm. Blindgeprägter Schweinslederband (etwas fleckig und berieben; ohne die Messingschließen). Straßburg, Samuel Emmel, 1566.
VD16 M 3574. – Einzelband der von Kaspar Peucer (1525-1597) herausgegebenen Straßburger Sammlung der Reden Melanchthons. – Etwas fleckig und feuchtrandig, anfangs auch mit einigen Annotationen. Wohlerhaltenes Exemplar einer historischen Schulbiliothek mit entsprechendem hs. Besitzeintrag auf dem Innenspiegel. Der Einband datiert "1568" und mit den Eignerinitialen "IGR", die Deckel jeweils mit einer allegorischen Darstellung der Judith mit dem Haupt des Holofernes.

Lot 1114, Auction  128, Mosellanus, Petrus, Annotationes in clarissimas Auli Gellij Noctes Atticas

Mosellanus, Petrus
Annotationes in clarissimas Auli Gellij Noctes Atticas
Los 1114

Schätzung
450€ (US$ 517)

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Mosellanus, Petrus. Annotationes in clarissimas Auli Gellij Noctes Atticas. 118 Bl. Mit Holzschnitt-Titelvignette und Holzschnitt-Druckermarke am Schluss. 15 x 10 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (etwas stärker fleckig und berieben; der VDeckel mit dem geprägten Bindejahr "1536"). Köln, Johann Soter, 1533.
VD16 G 1040 – Kölner Druck des Stellenkommentars zu der von Mosellanus bearbeiteten Neuausgabe von Gellius' Attischen Nächten, der als Anhang zur Textausgabe erschien und auch separat mit eigenem Titelblattvertrieben wurde (vgl. VD 16). Der römisch-katholische Theologe Petrus Mosellanus (1493-1524) war enger Freund von Erasmus und Melanchthon und versuchte zeitlebens, zwischen der katholischen Kirche und der Reformationsbewgeung zu vermitteln. 1519 hielt er die Eröffnungsrede zur Leipziger Disputation zwischen Johannes Eck und Martin Luther. - Titel etwas fleckig, sonst nur schwach gebräunt. Fl. Vorsatz gelöst. – Schwach gebräunt. – Beigebunden: Derselbe. In M. Fabii Quintiliani rhetoricas instituitiones, annotationes. 247 S. Mit Holzschnitt-Titelvignette und Holzschnitt-Druckermarke am Schluss. Ebenda 1532. - VD16 S 2130. - Kölner Druck des Stellenkommentars zu Quintilians Unterweisung in der Redekunst, im Anhang ergänzt durch weitere Kommentare von Johannes Camerarius (1500-1574).

Münster, Sebastian
Der Rheinstrom
Los 1115

Schätzung
500€ (US$ 575)

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Münster, Sebastian. Der Rheinstrom. Holzschnitt-Karte aus drei Segmenten. 25 x 101 cm (Darstellung). Münster 1550.
Die schönste Rheinlaufkarte aus dem frühen 17. Jahrhundert, veröffentlicht als drei separate Doppelblätter in Sebastian Münsters Cosmographey, das ist Beschreibung aller Länder (Basel 1614; vgl. Graesse IV, 622). So sind die einzelnen Segmente übertitelt: "Die erst Tafel innhaltend das Schweytzerlandt, mit den anstossenden Ländern" - "Die ander Tafel des Rheinstroms, begreiffend die Pfaltz, Westerreich, Eyfel, etc.", "Die dritte Tafel des Rheinstroms, innhaltend das Nider Teutschlandt".
Dargestellt ist der Rhein von seiner Quelle bis zur Mündung in gewesteter Anordnung, also waagerecht von den Schweizer Bergen links über Chur, den Bodensee, Konstanz, Basel, Straßburg, Speyer, Mainz, Koblenz, Bonn, Köln, Düsseldorf bis in die Niederlande nach Rotterdam.
Oben sind fünf längliche, flache und unten rechts eine rechteckige Kartusche eingebracht mit beschreibendem Text. Verso die drei typographischen Titel "Die erste Tafel...", "Die ander Tafel", "Die dritte Landtafel des Rheinstroms". – Mit mehreren Falzen, papierbedingt gebräunt, mit kleinen Braunfleckchen und Fehlstellen sowie winzigen Einrissen. Gut erhaltene und dekorative Karte.

Lot 1116, Auction  128, Ortelius, Abraham, Europae

Ortelius, Abraham
Europae
Los 1116

Schätzung
450€ (US$ 517)

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Ortelius, Abraham. Europae. Kolorierte Kupferstichkarte. 34,5 x 46,5 cm (Plattenrand). Antwerpen 1579.
Beeindruckende Europakarte aus dem 16. Jahrhundert von Abraham Ortelius (1529-1589). Dargestellt sind die Gebirge, Flüsse und Städte sowie einige Staffage. Mit kleiner figürlicher Titelkartusche und einer Kompassrose. – Mit Mittelfalz, fleckig, berieben und mit hinterlegten Fehlstellen.

Lot 1117, Auction  128, Ovidius Naso, Publius, Opera, quae extant, omnia tributa in tomos tres

Ovidius Naso, Publius
Opera, quae extant, omnia tributa in tomos tres
Los 1117

Schätzung
450€ (US$ 517)

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Ovidius Naso, Publius. Opera, quae extant, omnia tributa in tomos tres. 16 Bl., 430 S., 1 Bl. Mit 2 großen Holzschnitt-Druckermarken auf dem Titel und dem Vortitel. 16 x 9,5 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (gebräunt, berieben und bestoßen, vorderes Gelenk mit Einrissen) über drei Bünden mit Monogramm und Datum auf dem VDeckel "M.H.O. 1593" und mit punziertem Schnitt. Leipzig, Joannis Steinmann, 1589-1590.
Vgl. VD16 ZV 26615. Nicht im STC und Adams. – Der dritte Teil der Gesamtwerke von Ovid (43 v. Chr.-17 n. Chr.) im prächtigem Einband. – Papierbedingt gebräunt, Titel mit hs. Besitzvermerk und kleinem Einriss, etwas stockfleckig und mit wenigen Randläsuren. Selten.

Lot 1118, Auction  128, Ovidius Naso, Publius, Fastorum lib. VI. Tristium libri , Ovidius Naso, P. Fastorum lib. VI. Tristium libri V. De ponto lib. IIII

Ovidius Naso, Publius
Fastorum lib. VI. Tristium libri , Ovidius Naso, P. Fastorum lib. VI. Tristium libri V. De ponto lib. IIII
Los 1118

Schätzung
400€ (US$ 460)

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Ovidius Naso, Publius. Fastorum lib. VI. Tristium libri V. De ponto lib. IIII. Item, Claudii Ptolemaei inerrantium stellarum significationes ... Adiecimus quoque in Fastorum libros scholia Philippi Melanchthonis. 422 S., 9 Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel und am Schluss sowie 17 Text-Holzschnitten. 12 x 8 cm. Modernes Leder unter Verwendung der ursprünglichen Deckel (berieben und mit hinterlegten Fehlstellen) mit goldgeprägten Emblemen. Paris, Hieronymum de Marnef, 1582.
Vgl. STC 332 (Ausgaben 1505-1554). Adams O, 445 (Ausgabe 1572). – Seltene Ausgabe aus der Offizin Hieronymum de Marnef in Paris. – Titel und Schluss mit hs. Besitzvermerken. Leicht stock- und fingerfleckig, mit Unterstreichungen im Text.

Lot 1119, Auction  128, Ovidius Naso, Publius, Le Metamorfosi

Ovidius Naso, Publius
Le Metamorfosi
Los 1119

Schätzung
600€ (US$ 690)

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Ovidius Naso, Publius. Le Metamorfosi. Ridotte da Gio Andrea dell'Anguillara in ottava rima. Con le annotationi di Gioseppe Horologgi, & gli argomenti, & postille di Francesco Turchi. 8 Bl., 547 S. Mit Kupfertitel (in Pag.), 15 blattgroßen Kupfern und 15 großen gestochenen Kopfvignetten. 24,5 x 18 cm. Halbleder des 18. Jahrhunderts (stärker berieben, oberes Kapital etwas lädiert, vorderes Gelenk unschön geplatzt, der VDeckel dadurch lose) mit RVergoldung und goldgeprägtem RTitel. (Venedig), Bernard Giunta, 1584.
Schweiger 689f. (mit abweichender Kollation). Vgl. Graesse V, 94. Ebert 15509. Nicht bei Adams. – Späterer Druck der zuerst 1561 bei Giovanni Griffio in Venedig erschienen vollständigen Versübertragung ins Italienische durch Andrea dell'Anguillara (1517-1570). "Seltene und wegen der von Giacomo Francho gestochenen Kupfer in Italien geschätzte Übersetzung". "Die Übersetzung selbst hat in Italien classisches Ansehen" (Ebert). Entgegen den Angaben auf dem Kupfertitel liefert die Edition nicht eine gekürzte Ausgabe von acht, sondern den gesamten Text der 15 Bücher. – Mal mehr, mal weniger fleckig und feuchtrandig, die erste Lage ausgebunden.

Lot 1120, Auction  128, Ovidius Naso, Publius, Sammelband von 5 Schriften

Ovidius Naso, Publius
Sammelband von 5 Schriften
Los 1120

Schätzung
300€ (US$ 345)

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Ovidius Naso, Publius. Sammelband von 5 Schriften. Mit 2 Holzschnitt-Druckermarken auf den Titeln. 16 x 10 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (beschabt, fleckig, bestoßen, ohne die zwei Messingschließen) über Holzdeckel und mit abgefassten Kanten. Köln, Walther Fabritius, 1560-1564.
VD16 O 1616, 1600 (vgl.; Ausgabe 1555), 1674, 1695 (vgl.; 1558). – Vorhanden sind: I. Fastorum libri sex. 190 S. - II. Elegiarum sive amorum lib. 353 S., 1 Bl. - III. Sulmonensis. Heroidum epistolarum liber. 157 S., 1 Bl. - IV. De ponto libri IIII. 108 S., 2 Bl. - V. De tristibus libri V. 120 S. – Titel mit großer Fehlstelle, insgesamt gebräunt, braun- und feuchtfleckig sowie leicht knickspurig.

Lot 1121, Auction  128, Paracelsus, Theophrast, Opus chyrurgicum. Wund und Artzney Buch [und:] Astronomia magna

Paracelsus, Theophrast
Opus chyrurgicum. Wund und Artzney Buch [und:] Astronomia magna
Los 1121

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4.500€ (US$ 5,172)

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Paracelsus, Theophrast. Opus chyrurgicum. Wund und Artzney Buch. Darinnen begriffen welcher Massen allerhandt Kräncke, Gebresten und Mängel, so dem menschlichen Geschlecht täglich zu gewarten. Sampt vier Büchern so jetzt erst hinzu kommen. In Truck geben, durch Adamum von Bodenstein. 14 Bl., CCCCCCCVI S., 1 Bl. Titel in Schwarz und Rot. Mit Holzschnitt-Portrait auf dem Titel, Holzschnitt-Druckermarke am Schluss und 35 Textholzschnitten, meist von Jost Amman. 31 x 19,5 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (wurmstichig, etwas fleckig und berieben) mit hs. RTitel. Frankfurt, Martin Lechler für Siegmund Feyerabend und Simon Hüter, 1566 (Impressum: 1565).
VD 16 P 462. Sudhoff 81. – Titelauflage der ersten illustrierten Ausgabe von 1565, in der nur die Vorstücke von 9 auf 14 Blatt erweitert wurden; der noch nicht illustrierte Erstdruck erschien 1564 in Straßburg. Sammlung chirurgischer Schriften des bedeutenden Schweizer Arztes, Naturphilosophen und Alchemisten Theophrastus Bombast von Hohenheim, genannt Paracelsus (1493-1541). – Schwach gebräunt oder braunfleckig, am Schluss mit kräftiger werdendem Braunfleck im Bug, die letzten Blatt auch mit kleiner Wurmspur im weißen Seitenrand. Vorsätze stärker leimschattig. Insgesamt wohlerhalten. – Vorgebunden: Derselbe. Astronomia magna: Oder Die gantze Philosophia sagax der großen und kleinen Welt. Darinn er lehrt des gantzen natürlichen Liechts vermögen, und unvermögen, auch alle philosophische, und astronomische Geheimnussen der grossen und kleinen Welt. 16 nn., 165 num., 1 nn. Bl., 1 w. Bl. Titel in Rot und Schwarz. Mit 2 wiederholten Holzschnitt-Druckermarken. Frankfurt, Martin Lechler für Hieronymus Feyerabend, 1571. - VD 16 P 401. Sudhoff 131. Wellcome I, 4782. Zinner 2551. - Erste Ausgabe. "Das Hauptwerk seines ganzen Lebens. Astronomia magna ist soviel wie geistige Naturgeschichte, eine adaptische Philosophie, die Kunst die durchzusehen vermag, die unter der Oberfläche die bewegenden geheimen Kräfte findet. Mit dieser Schrift entspringt der große Traum des 16. und 17. Jahrhunderts, die weiße Magie" (Peuckert, Paracelsus, S. 365). - Anfangs mit etwas kräftigerem, dann schwächer werdendem Braunfleck im Bug. Titel mit etwas tieferem Randeinriss und kleinerer Wurmspur, recto alt gestempelt und verso mit altem Bibliotheksschildchen (Exemplar aus der historischen Bibliothek des Minoritenklosters im bayrischen Maihingen). Sonst nur schwach gebräunt.

Perez von Valencia, Jacobus
Divine plane Expositiones: in Centum et quinquaginta psalmos Davidicos
Los 1122

Schätzung
600€ (US$ 690)

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Perez von Valencia, Jacobus. Divine plane Expositiones: in Centum et quinquaginta psalmos Davidicos. 2 Teile in 1 Band. 10 nn., CCCCCXXII num. Bl.; 6 nn. Bl., Bl. CCCCCXXIII-CCCCCXCII. Bl. Mit 4 Holzschnitt-Titelbordüren, 4 Holzschnitt-Titelvignetten und 2 Holzschnitt-Druckermarken sowie 1 ganzseitiger Textholzschnitt. Titel in Rot und Schwarz. 19,5 x 14 cm. Lederband des frühen 18. Jahrhunderts (berieben, bestoßen und mit abgeplatzten Stellen) mit goldgeprägtem RTitel und RVergoldung. (Lyon, Johannes Moylin, für Jacques und François Giunta, 1525-1526).
Vgl. STC 58. Adams B-1408. – Auslegung der 150 Psalmen Davids durch den spanischen Theologen Jacobus Pérez de Valencia (1408-1490), hier in einer sehr seltenen Ausgabe aus der Druckerei des Johannes Moylin in Lyon für den frühneuzeitlichen Großverleger Giunta, für Jacopo und Francesco Giunta aus Florenz. Die bibliographisch schwer zu erfassende Ausgabe gleicht der bei Adams unter B-1408 verzeichneten, auch wenn dort andere Daten genannt werden. Statt "2 kal. Feb." bzw. "2 kal. Feb. 1525" haben wir hier "Millesimo quingentesimo vigesimo quinto mensis Decembris die. xxij" bzw. Anno a virginis nuncio millesimo quingentesimo vigesimo sexto. Mensis Februarij die. viij". – Besonders am Anfang und am Schluss papierbedingt gebräunt und fleckig. Sehr vereinzelt mit alten Annotationen, Unterstreichungen und Sepiamarginalien. Das letzte Blatt des zweiten Teils mit größeren Randeinrissen und kleinen Fehlstellen (Verlust der Foliierung und einer gedruckten Marginalie).

Lot 1123, Auction  128, Perottus, Nicolaus, Cornucopiae, seu latinae linguae commentarii locupletissimi

Perottus, Nicolaus
Cornucopiae, seu latinae linguae commentarii locupletissimi
Los 1123

Schätzung
450€ (US$ 517)

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Perottus, Nicolaus. Cornucopiae, seu latinae linguae commentarii locupletissimi. 70 Bl., 1400 Sp., 12 Bl. Mit breiter szenischer Holzschnitt-Titelbordüre nach Holbein d. J. von Herman und Holzschnitt-Druckermarke am Schluss. 34 x 22 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (etwas stärker fleckig und berieben, Rückdeckel auch mit Schabspuren, ohne die Messingschließen). Basel, Valentin Curio, 1532.
VD16 M 1164. Adams P 727. Graesse V, 205. Ebert 16210. Katalog Holbein-Ausstellung Basel 1960, Nr. 371. – Dritte Baseler Ausgabe, die zweite bei Curio. Schöner Druck mit der prächtigen, unten links mit dem Monogramm "HH" signierten Titelbordüre Holbeins. Perottus "bedeutendstes Werk aber ist Cornucopiae, welches zugleich einen vollständigen Kommentar zum Martial enthält, eine der Schriften, welche auf die klassischen Studien außerordentlich einflußreich gewesen sind" (Meyer). – Titel fleckig und gestempelt, mit gestrichenem altem Besitzeintrag, vertikaler Quetschfalte, kleineren Fehlstelle im weißen Rand sowie leicht ankoloriert (durchschlagend). Insgesamt etwas fleckig, das Schlussblatt auch mit Quetschfalte,

Lot 1124, Auction  128, Petrarca, Francesco, Il Petrarcha con l'espositione d' A. Vellutello. Di novo ristampato

Petrarca, Francesco
Il Petrarcha con l'espositione d' A. Vellutello. Di novo ristampato
Los 1124

Schätzung
450€ (US$ 517)

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Petrarca, Francesco. Il Petrarcha con l'espositione d' A. Vellutello. Di novo ristampato. Mit Holzschnitt-Drukkermarke auf dem Titel und einigen figürlichen Holzschnitt-Initialen. 15 x 10 cm. 8 nn., 316 num., 3 nn. Bl. Flexibles Pergament d. Z. (leicht fleckig, hs. Besitzvermerk) mit spansichen Kanten. Venedig, Speranza, 1550.
Speck-Neumann 259. STC 504. Nicht bei Adams. – Alessandro Vellutello stellte hier die Gedichte des Canzoniere zusammen und schildert somit die Liebe zwischen Petrarca und Laura. Die Erstausgabe dieses erfolgreichen Werkes war 1525 erschienen. – Kleine hs. Nummerierung auf dem Titel, 1 Bl. mit kleiner Farbspur (minimaler Textverlust), moderner Besitzvermerk auf dem letzten weißen Bl. Aus der Sammlung Edwin Redslob mit seinem Exlibris auf Vorsatz.

Lot 1125, Auction  128, Petrarca, Francesco, Il Sonetti del Petrarcha colla spositione di Misser Giovanni Andrea Gesualdo

Petrarca, Francesco
Il Sonetti del Petrarcha colla spositione di Misser Giovanni Andrea Gesualdo
Los 1125

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300€ (US$ 345)

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Petrarca, Francesco. Il Sonetti del Petrarcha colla spositione di Misser Giovanni Andrea Gesualdo. 5 Bl., CCCLXXXIIII num. Bl. 20,5 x 14,5 cm. Pergament des 18. Jhr. (berieben, bestoßen und mit kleinen Fehlstellen an den Kapitellen) mit goldgeprägtem RSchild. Venedig, J. A. di Nicolin und Fratelli da Sabbio, o. J. (1533).
Adams P, 801. – Frühe Ausgabe der Sonette von Francesco Petrarca (1304-1374) mit dem Kommentar von Giovanni Andrea Gesualdo. – Titel teils stärker berieben und gebräunt, insgesamt etwas braun- und stockfleckig, knickspurig, mit Wurmgängen und mit hs. Notizen und Unterstreichungen im Text.

Lot 1126, Auction  128, Platina, Bartholomaeus, De vitis ac gestis summorum pontificum

Platina, Bartholomaeus
De vitis ac gestis summorum pontificum
Los 1126

Schätzung
450€ (US$ 517)

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Platina, Bartholomaeus. De vitis ac gestis summorum pontificum, ad sua usque tempora, liber unus. Huic additae sunt vitae ac res gestae eorum qui interim fuere pontificum, a Paulo videlicet II. ad Paulum huius nominis III. 2 Teile in 1 Band. 6 Bl., 314 S., 1 Bl.; 92 S., 5 Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke, Holzschnitt-Titelbordüre und einigen mehrzeiligen Holzschnitt-Initialen von A. Woensam. 29,5 x 20 cm. Leder d. Z. (berieben, Kapitale defekt) mit RVergoldung und goldgeprägtem RSchild. Köln, Eucharius Cervicornus für Gottfried Hittorp, 1540.
VD16 P 3261. Adams P 1418. Vgl. Merlo, Woensam 452, 492 und 538 (s. a. Butsch, Tafel 83 A). – Zweiter Druck der zuerst ebenda 1529 erschienenen Geschichte der Päpste. Mit Beiträgen von Giovanni Battista Almadiani, Carlo Berardi und Johannes Trithemius. Behandelt auf Seite 119 auch den Legendenstoff der Päpstin Johann. – Titel und Index mit Feuchtigkeitsfleck im Seitenrand, Titel mit längerem zeitgenössischem Eintrag in Sepia. Stellenweise mit nicht störenden verblassten Feuchtigkeitsrändern, vereinzelt auch mit alten Unterstreichungen und Marginalien. Zwei Blatt der Vorstücke mit kleinem Loch im Satzspiegel. Insgesamt schönes und wohlerhaltenes Exemplar aus der Bibliothek des aus Bourges stammenden französischen Geistlichen und Diplomaten Bernardin Bochetel, der von 1558 bis 1565 im Bistum Rennes wirkte und Sekretär von König Franz II. und Heinrich III. war. Mit dessen Besitzeintrag auf dem Titel sowie dem hs. Motto "Spes mea deus" (Gott ist meine Hoffnung).

Lot 1127, Auction  128, Platon, Opera quae extant omnia (Bände II und III)

Platon
Opera quae extant omnia (Bände II und III)
Los 1127

Schätzung
900€ (US$ 1,034)

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(Platon. Opera quae extant omnia. Ex nova J. Serrani interpretatione, perpetuis eiusdem notis illustrata. Henr. Stephani de quorundam locorum interpretatione iudicium, & multorum contextus Graeci emendatio). Teile II und III (von 3). 4 Bl., 992 S.; 4 Bl., 416, 139 S. Mit einigen Holzschnitt-Initialen und -Kopfstücken. 38,5 x 24,5 cm. Pergament d. Z. (etwas stärker fleckig, berieben und lichtrandig, oberes Kapital von Band II mit tieferem Einriss, Rücken von Band III stärker lädiert, VDeckel von Band III großer Schnittspur). (Genf), H. Estienne, 1578.
Adams P 1439. Renouard 145-146. Moeckli 93. – Erste vollständige Gesamtausgabe der berühmten Stephanus-Edition mit griechisch-lateinischem Paralleltext, hier allerdings ohne den Band I und den Haupttitel, die vorliegenden Bände II und III jeweils mit Zwischentitel. "Henri Estienne's monumental edition of Plato, the first complete edition, which for two centuries remained the indispensable instrument of Platonic studies; to this day its pagination is universally accepted as the standard system of reference to the text of Plato. Of all Henri Estienne's publications the 'Plato' is perhaps the most lavishly decorated ... it is the only publication in which Estienne used his entire series of decorative headpieces. Although this sumptuous 'Plato' further contributed to Estienne's financial ruin, it is also (after the 'Thesaurus') the work which most contributed to his fame" (Schreiber 201). – Etwas gebräunt und stockfleckig, stellenweise mit schmalen Feuchtigkeitsrändern. Beide Zwischentitel alt gestempelt. Mit einigen Unterstreichungen.

Lot 1128, Auction  128, Plinius Secundus, Gaius, Historiae Mundi libri XXXVII

Plinius Secundus, Gaius
Historiae Mundi libri XXXVII
Los 1128

Schätzung
450€ (US$ 517)

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Plinius Secundus, Gaius. Historiae mundi libri XXXVII. Opus omni quidem commendatione Maius, sed nullis ad hunc diem editionibus. 23 Bl., 1 w. Bl., 901 S., 109 Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke. 39 x 25 cm. Kalbsleder d. Z. (berieben und bestoßen, Kapitale etwas lädiert) mit floraler RVergoldung. Lyon, Bartholomäus Honoratus, 1587.
Schweiger 789. – Erste von dem französischen Botaniker Jacques Daléchamps (1513-1588) herausgegebene Ausgabe, auf Grundlage von sechs Handschriften, "deren abweichende Lesarten er vorzüglich mittheilte" (Schweiger). Großzügiger Foliodruck. – Titel mehrfach gestempelt (ausgeschiedenes Dublettenexemplar einer Franziskanerbibliothek). Etwas fleckig, stellenweise mit kleinen Wasserrändern im Bug, zahlreiche Lagen auch im Rand betroffen (das Papier dort etwas wellig), fl. Vorsatz mit modernem Exlibris.

Lot 1129, Auction  128, Priscianus Caesariensis, Libri omnes

Priscianus Caesariensis
Libri omnes
Los 1129

Schätzung
300€ (US$ 345)

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Priscianus Caesariensis. Libri omnes. De octo partibus orationis XVI. De XII. primis Aeneid. librorum carminibus. De accentibus tam nominum quàm verborum. De ponderibus et mensuris. De praeexercitamentis rhetor, ex Hermog. De versibus comicis. Rufini item de metris comicis et oratorijs numeris. Cum indice copiosißimo. 3 Bl., 936 S., 9 Bl. 16 x 10 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (etwas fleckig und berieben) mit 2 intakten Messingschließen. Basel, Nikolaus Brylinger, 1545.
VD16 P 4840. Schweiger II, 824. – Erster Druck bei Brylinger, der Text nach dem venezianischen Aldus-Druck von 1527. Behandelt systematisch die klassische lateinische Grammatik mit gelegentlichen Vergleichen zur griechischen, ferner mit einem Vergil-Kommentar und der Abhandlung De ponderibus et mensuris. – Titel lose, fleckig und mit kleineren Randläsuren sowie gelöschtem Stempel (das Papier dort dünn und mit Loch). Stellenweise mit verblassten Feuchtigkeitsrändern. Innenspiegel mit altem Besitzeintrag und modernem Exlibris. Der intakte Einband datiert "1545" und mit den Eignerinitialen "ERS" auf dem Vorderdeckel.

Lot 1130, Auction  128, Quintilianus, Marcus Fabius, Institutio oratoria

Quintilianus, Marcus Fabius
Institutio oratoria
Los 1130

Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)

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Quintilianus, Marcus Fabius. Institutiones oratoriae libri XII cum commento Raphaelis Regii. 200 (statt 201) nn. Bl. Mit einigen schwarzgrundigen Initialen. 30 x 21,5 cm. Flexibler marmorierter Pappband des 18. Jahrhunderts (stärker berieben, mit 2 Papierrückenschildern). (Venedig, Albertino da Lessona), 12.V.1506.
Panzer IX, 109, 23. Proctor-Isaac 13280. Schweiger II, 842. STC 546. EDIT 16 CNCE 59363. Nicht bei Adams. – Venetianische Postinkunabel vom Hauptwerk des römischen Rhetorikers Marcus Fabius Quintilianus (35-96). Bei den Institutiones oratoriae handelt es sich um das wichtigste und am umfangreichsten erhalten gebliebene Handbuch der antiken Redekunst, verfasst wurde es von Quintilian während seiner Amtszeit als erster staatlich besoldeter Lehrer der Rhetorik in Rom. Mit den wertvollen editionsphilologischen Kommentaren des aus Padua stammenden humanistischen Gelehrten Raffaele Regio (1450-1520), in denen er als erster textkritische Änderung an Quintilians Text vornahm. – Es fehlt ein Textblatt. Titel etwas stärker fleckig, mit Feuchtigkeitsrand und großer angestückter Ecke aus altem Papier, im Bug mit kleinen hinterlegten Fehlstellen. Erste Blatt ebenfalls mit angestückten Seitenrand, in den Rändern auch etwas gebräunt. Durchgehend mit kleinerem Feuchtigkeitsrand in der oberen rechten Ecke. Ein Doppelblatt am Schluss lose. Eleganter Postinkunabeldruck.

Lot 1131, Auction  128, Reuchlin, Johannes, De rudimentis hebraicis

Reuchlin, Johannes
De rudimentis hebraicis
Los 1131

Schätzung
12.000€ (US$ 13,793)

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Reuchlin, Johannes. De rudimentis hebraicis. 1, 621, 1 S., 2 Bl. (mit dem zusätzlichen halben Einschaltblatt S. 589/90). Mit großer Holzschnitt-Druckermarke am Schluss und großem, halbseitigem koloriertem Wappenholzschnitt, vereinzelter Rubrizierung mit roten und blauen Initialen und Alineazeichen. 28 x 20,5 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (stärker berieben und vor allem an den Ecken bestoßen) über vier Doppelbünden und auf abgefasten Holzdeckeln (ohne die Schließen). Pforzheim, Thomas Anshelm, 1506.
VD16 R 1252. Adams R-383 od. R-384. Proctor 11754. Panzer VIII, 228,9. Benzing, Reuchlin 90. Knaake II, 920. – Erste Ausgabe des berühmten Werks Johannes Reuchlins (1455-1522) zur Erlernung der hebräischen Sprache in einem besonderen Exemplar: Die zahlreichen handschriftlichen Anmerkungen zeugen von einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Werk. Die gleichmäßig eingemalten Initialen in Druck und Handschrift belegen die planmäßige Entstehung des Kodex. Der Wappenholzschnitt ist sorgfältig altkoloriert. Obwohl das Werk in lateinischer Sprache angelegt ist, läuft die Blattzählung von rechts nach links, wie bei hebräischen Büchern. Das handschriftliche Register A-Z läuft dagegen von links nach rechts.
Reuchlins "De rudimentis hebraicis" gilt als grundlegend für die christliche Hebraistik und wurde unter anderem auch von Martin Luther benutzt. Auch druckgeschichtlich ist das Werk bedeutend, weil es als das erste mit beweglichen hebräischen Lettern gedruckte Buch im deutschen Sprachraum gilt. Der Drucker Thomas Anshelm erscheint 1488 in Straßburg als Drucker, wechselte 1496/ 1500 nach Pforzheim, 1511 nach Tübingen und 1516 schließlich nach Hagenau, wo er wohl bis 1522 druckte. 1523 übernahm Johann Setzer seine Druckerei. Thomas Anshelm gilt neben Johannes Froben als der bedeutendste humanistische deutsche Buchdrucker (Schottenloher, NDB 1, 1953, S. 312).
Der altkolorierte Holzschnitt zeigt das Wappen Reuchlins, welches ihm von Kaiser Friedrich III. bei der Erhebung in den Stand eines Hofpfalzgrafen verliehen wurde. – Spiegel und Vorsätze mit zahlreichen zeitgenössischen und frühen hs. Einträgen, weitere zahlreiche zeitgenössische Marginalien, Unterstreichungen und Anmerkungen passim im Text. Das Vordergelenk mit Makulaturstreifen aus einem Manuskript des 13. Jahrhunderts. Der Buchblock zu Beginn und am Schluss leicht fleckig, teils mit leichtem Feuchtrand. Letzte Blätter mit größerem Wurmgang im Bundsteg, ohne Textverlust. Kleines Wurmloch im Holzschnitt. Zwei Textblätter mit Einriss, ein Textblatt mit Fehlstelle im weißen Fußsteg. Einband mit zeitgenössischem zehnzeiligem hs. Eintrag auf dem Vorderdeckel (weitestgehend unlesbar).
Vorgebunden wurden 42 Blätter, davon 21 mit einem vierspaltigen, rund 50-zeiligen lateinischen Register A-Z mit ca. 8.000 (!) Einträgen in einer sehr ebenmäßigen und sauberen zeitgenössischen Handschrift. Dieses Register wurde von gleicher Hand wie der gedruckte Text mit rot und blau eingemalten Initialen versehen, war also noch vor der Bindung integraler Teil des Buches. Die weiteren Blätter enthalten ein unvollständig gebliebenes lateinisches Register unter hebräischen Kapitelbuchstaben von einer anderen frühen Hand.
Zur Provenienz: Das vorliegendes Exemplar stammt aus dem humanistischen Umfeld des frühen 16. Jahrhunderts, eventuell sogar aus dem direkten Umkreis Reuchlins. Eine wissenschaftliche Untersuchung der handschriftlichen Enträge führt möglicherweise zu einer genaueren Zuschreibung. Unter den zahlreichen Einträgen befindet sich auf dem vorderen Spiegel ein etwa halbseitiger Text unter dem Titel: Ad hebrey lingua studiu(m) exhortatio (Eine Ermahnung zum Studium der hebräischen Sprache). Danach sind zwei Besitzer nachweisbar: M. Christopher Vogel, Theologiestudent, Weißenfels/ Meissen 1664 und C. D. Haßler, Theologiestudent aus Degenfelde-Wartenberg, Leipzig 1822 (beide hs. Einträge auf dem Titel).

Rhazes
Parva Opera [und:] Divisiones Rasis filii Zacharie
Los 1132

Schätzung
5.000€ (US$ 5,747)

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(Rhazes. Parva Opera) [und:] Divisiones Rasis filii Zacharie. Viaticum Constantini monachi. CCLXXXIIII num. Bl.; LXVII, 1 Bl. Ohne Titel. 15,5 x 10 cm. Flexibles Pergament d. Z. (berieben, knickspurig und leicht fleckig; ohne die Verschlussbändchen) mit hs. RTitel und spanischen Kanten. Lyon, Gilbert de Villiers, 1511.
STC 321 (Eine Ausgabe von 1510 und 1511). Adams 223 (Nur die Ausgabe 1511). – Wohl zweite Ausgabe. Die erste Ausgabe erschien laut STC 1510. Der persischer Arzt Rhazes, (865-925) eigentlich Abū Bakr Muḥammad bin Zakaryā ar-Rāzī, verfasste unter anderem ein umfangreiches Sammelwerk der klinischen Medizin. Er konzentrierte sich auf die psychischen Seiten der Medizin und der Heilung, wobei das Verhältnis von Seele und Leib, seiner Meinung nach von der Seele bestimmt wurde. Er vertrat die Theorie, dass ein Mediziner stets als "Seelenartz" agieren sollte. – Titel fehlt. Innengelenk vereinzelt offen. Feucht- und braunfleckig und teilweise knickspurig. Sehr selten.

Lot 1133, Auction  128, Santa Maria sopra Minerva und Romae indulgentia, - Ablass Urkunde. Typographischer Druck in schwarzen Kursivlettern auf Pergament

Santa Maria sopra Minerva und Romae indulgentia
- Ablass Urkunde. Typographischer Druck in schwarzen Kursivlettern auf Pergament
Los 1133

Schätzung
800€ (US$ 920)

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Seltene gedruckte Ablassbescheinigung von Santa Maria sopra Minerva in Rom
Rom. - Santa Maria sopra Minerva. Indulgentia - Ablass Urkunde. Typographischer Druck in schwarzen Kursivlettern auf Pergament. Satzspiegel ca. 44 x 31,5 cm. Blattgröße ca. 66 x 45 cm. Mit ausgefüllten Vacat-Stellen, Überschrift in farbigen Versalien und breiter dreiteiliger Bordüre mit Malerei in Pinselgold und Farben. Rom 1594.
Päpstliche Indulgentia ausgestellt unter Clemens VIII. (1536-1605), von der Erzbruderschaft des an der Kirche Santa Maria sopra Minerva und ihrer Titularkirche Santa Maria in Cosmedin. Die bedeutende Kirche gehörte dem "Ordo Praedicatorum", also dem Predigerorden der Dominikaner. Das kalligraphisch-handschriftlich ausgefüllte und prachvoll illuminierte Dokument ist eine notarielle Beglaubigung im Namen der Bischöfe, des Erzbischofs und des Papstes als oberster Pontifex aus Rom, in der die Administratoren der Erzbruderschaft an der Kirche Santa Maria sopra Minerva ein päpstliches Schreiben von Papst Gregor XIII. bestätigen (Transsumpt). Der Papst würdigt darin die Tätigkeit der Bruderschaft und gewährt den Mitgliedern besondere Sündenablässe (Indulgenzen) beim Eintritt in den Orden und an hohen Feiertagen: "In Christi nomine nos Arcanius Columna miseratione divina Santae Mariae in Cosmedin S. R. E. Diaconus Cardinalis Piae & Universalis Archiconfraternitatis Sacratissimi Corporis Nostri Iesu Christi in Ecclesia Domus Beatae Mariae supra Minervam Urbe, ordinis fratrum Praedicatorum erectae .[...]. GREGORIVS Papa Decimustertius, Volens ciu dem Archionfraternitatis Confratres, Indulgentiarum, & gratiarum muneribus prosequi, quasdam eis conceßit literas, quarum tenor de verbo ad verbum fequitur, & est talis. ("Gregor XIII., der die Brüder der Erzbruderschaft mit Ablässen und Gnadengaben begünstigen wollte, gewährte ihnen bestimmte Urkunden, deren Wortlaut wie folgt lautet […] "). Die Jahreszahl folgt unten: "Datum Romae in sacrario ipsius Ecclesiae Beatae Mariae supra Minervam ... Anno à Nativitate D. N. Iesu Christi millesimo quingentesimononagesimo IIII".

Die hübsche Bordürenmalerei zeigt oben drei Tondi mit einer Darstellung der Maria Eleusa, mit zwei Engeln um den Kelch mit der Hostie und dem Spruch "Verbum caro factum est" sowie dem Heiligen Michael als Seelenwäger. Links und rechts die Bischofs- und Kardinalswappen in Ovaltondi. Unten über der Plica mehrere zeitgenössische Unterschriften in blasser Sepiatinte und ein Locus Sigilli mit einem eingemalten Sternsiegel mit Kreuz "NP".

Ausgestellt wurde die Ablassurkunde den Beschützern des Wahren Glaubens ("Protector[es]") und Unterstützern der römisch-katholischen Kirche, einer Gemeinschaft von drei Personen, davon dem Erbischof von Dubrovnik (dem damaligen Ragusa), Paulus Alberus Archiepiscopus Ragusinus (auch Paulo Alveri oder Paolo Álvaro), der den dalmatischen Bischofsitz zwischen 1588 und 1591 innehatte. Der zweite Ablassspender war der Mailänder Geistliche Alfonso Ricci (gest. 26. Februar 1597), einem apostolischen Protonotar und Kleriker der Episkopalkammer ("Alfonsus Riccius, Proton[otarius] ap[ostoli]cus, Cl[er]icus [Camerae]") sowie einem römischen Patrizier mit Namen "Octavius Gabrielius Patritius Romanus". – Etwas stärker wellig, knittrig, mit kleinen Ausbrüchen, Löchlein und Einrissen und Abreibungen nahezu ohne Textverlust, von oben zwei größere Einrisse durch die Bordüre, unten wenige Braunflecke. Vielleicht etwas restaurierungsbedürftig, jedoch insgesamt ein eindrucksvolles Stück für die Ablasswirtschaft der Katholische Kirche auch schon viele Jahre nach Luther. In bibliographischen Katalogen nicht nachweisbar, sehr selten.

Lot 1134, Auction  128, Rüxner, Georg, Anfang, Ursprung und Herkommen des Turniers in Teutscher Nation

Rüxner, Georg
Anfang, Ursprung und Herkommen des Turniers in Teutscher Nation
Los 1134

Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)

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Rüxner, Georg. Anfang, Ursprung und Herkommen des Turniers in Teutscher Nation. CCXIII num. Bl., 4 Bl. Mit Holzschnittdruckermarke am Schluss, 77 (2 ganzseitigen) Wappenholzschnitten und 41 (1 doppelblattgroßen) Textholzschnitten. 31,5 x 22 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (berieben, fleckig, mit Fehlstellen und Einrissen bei den Kapitellen) mit hs. RTitel und zwei Messingschließen und vier Messingbeschlägen. Simmern, Hieronimus Rodlers, 1532.
VD16 R 3542. STC 760. Vgl. Lipperheide Tb 10. Adams II, 877. – Zweite Ausgabe des erstmals 1530 erschienen, berühmten Turnierbuchs mit den schönen Holzschnitten des Herzogs Johann II. von Pfalz-Simmern (1492-1557). Beschrieben werden 36 Turniere, abgehalten in verschiedenen Städten Deutschlands und der Schweiz, mit Nennung aller daran beteiligten Personen, was für die Genealogie des deutschen Adels und für die Heraldik von großer Bedeutung ist. "Rüxner [ist der] Verfasser der vielberufenen Schrift 'Anfang, Ursprung und Herkommen des Thurniers in Teutscher Nation' (Simmern 1530), die durch ihre fabelhaften, lügnerischen Angaben im Gebiete der Genealogie so viel Unheil angerichtet hat" (ADB XXX, 62). – Titel mit hs. Besitzvermerk der Zeit. Papierbedingt gebräunt, braun-, finger- und feuchtfleckig, mit Randläsuren, kleinen Fehlstellen sowie knickspurig.

Lot 1135, Auction  128, Rüxner, Georg, Thurnier Buch

Rüxner, Georg
Thurnier Buch
Los 1135

Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)

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(Rüxner, Georg). Thurnier Buch. Von Anfang, Ursachen, Ursprung, und herkommen, der Thurnier im heyligen Römischen Reich Teutscher Nation. (Teil 1 von 3). 6 nn., CCXXLIII (recte:CCXXLII), 3 Bl. Mit Holzschnitt-Titelvignette, 80 (teils wiederholten) teils kolorierten Textholzschnitten sowie zahlreichen teils kolorierten Wappenholzschnitten von Jost Amman und Hans Bocksberger. Leder d. Z. (Rücken unter Verwendung des Ursprünglichen erneuert, berieben, fleckig) über 5 Bünden mit 2 goldgeprägten DEmblemen. Frankfurt, (Georg Rab für Sigmund Feyerabend und Simon Hüter), 1566.
VD 16 R 3544. Lipperheide 2887 Tb 10 Anm. Adams R 877. STC 760. Fairfax Murray 374. Becker, Amman 47, 8a. – Dritte Ausgabe des berühmten Turnierbuchs, die erste bei Feyerabend mit den Holzschnitten von Jost Amman und Hans Bocksberger ("HB"). Neben der Beschreibung von 36 Turnieren (mit Nennung aller Teilnehmer) sind die Holzschnitte kostümkundlich und kulturgeschichtlich besonders bemerkenswert. Das Werk ist zudem eine wichtige Quelle für Ritterwesen und Heraldik. Die Turniere fanden u. a. in Braunschweig, Göttingen, Konstanz, Nürnberg, Schaffhausen, Stuttgart, Trier und Zürich statt. – Beigebunden: Johannes von Francolin. Thunier Buch. Warhafftige Beschreibunge aller kurtzweil und Ritterspil. 4 Bl., LXXXI (recte: LXXX). Mit großer Holzchnittdrucker-Marke am Schluss, 40 Textholzschnitten, ein doppelblattgroßer teilkolorierter Tafelholzschnitt und 4 Wappenholzschnitte auf Tafeln. Frankfurt 1566. - VD16 F 2208. Nicht im Adams und STC.

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