Los 1133
Santa Maria sopra Minerva und Romae indulgentia
- Ablass Urkunde. Typographischer Druck in schwarzen Kursivlettern auf Pergament
Schätzung
800€ (US$ 920)
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Aus dem Katalog
Alte Drucke, Theologie, Orientalia
Auktionsdatum 6.10.2026

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Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 6. – 8. Oktober 2026


Seltene gedruckte Ablassbescheinigung von Santa Maria sopra Minerva in Rom
Rom. - Santa Maria sopra Minerva. Indulgentia - Ablass Urkunde. Typographischer Druck in schwarzen Kursivlettern auf Pergament. Satzspiegel ca. 44 x 31,5 cm. Blattgröße ca. 66 x 45 cm. Mit ausgefüllten Vacat-Stellen, Überschrift in farbigen Versalien und breiter dreiteiliger Bordüre mit Malerei in Pinselgold und Farben. Rom 1594.
Päpstliche Indulgentia ausgestellt unter Clemens VIII. (1536-1605), von der Erzbruderschaft des an der Kirche Santa Maria sopra Minerva und ihrer Titularkirche Santa Maria in Cosmedin. Die bedeutende Kirche gehörte dem "Ordo Praedicatorum", also dem Predigerorden der Dominikaner. Das kalligraphisch-handschriftlich ausgefüllte und prachvoll illuminierte Dokument ist eine notarielle Beglaubigung im Namen der Bischöfe, des Erzbischofs und des Papstes als oberster Pontifex aus Rom, in der die Administratoren der Erzbruderschaft an der Kirche Santa Maria sopra Minerva ein päpstliches Schreiben von Papst Gregor XIII. bestätigen (Transsumpt). Der Papst würdigt darin die Tätigkeit der Bruderschaft und gewährt den Mitgliedern besondere Sündenablässe (Indulgenzen) beim Eintritt in den Orden und an hohen Feiertagen: "In Christi nomine nos Arcanius Columna miseratione divina Santae Mariae in Cosmedin S. R. E. Diaconus Cardinalis Piae & Universalis Archiconfraternitatis Sacratissimi Corporis Nostri Iesu Christi in Ecclesia Domus Beatae Mariae supra Minervam Urbe, ordinis fratrum Praedicatorum erectae .[...]. GREGORIVS Papa Decimustertius, Volens ciu dem Archionfraternitatis Confratres, Indulgentiarum, & gratiarum muneribus prosequi, quasdam eis conceßit literas, quarum tenor de verbo ad verbum fequitur, & est talis. ("Gregor XIII., der die Brüder der Erzbruderschaft mit Ablässen und Gnadengaben begünstigen wollte, gewährte ihnen bestimmte Urkunden, deren Wortlaut wie folgt lautet […] "). Die Jahreszahl folgt unten: "Datum Romae in sacrario ipsius Ecclesiae Beatae Mariae supra Minervam ... Anno à Nativitate D. N. Iesu Christi millesimo quingentesimononagesimo IIII".
Die hübsche Bordürenmalerei zeigt oben drei Tondi mit einer Darstellung der Maria Eleusa, mit zwei Engeln um den Kelch mit der Hostie und dem Spruch "Verbum caro factum est" sowie dem Heiligen Michael als Seelenwäger. Links und rechts die Bischofs- und Kardinalswappen in Ovaltondi. Unten über der Plica mehrere zeitgenössische Unterschriften in blasser Sepiatinte und ein Locus Sigilli mit einem eingemalten Sternsiegel mit Kreuz "NP".
Ausgestellt wurde die Ablassurkunde den Beschützern des Wahren Glaubens ("Protector[es]") und Unterstützern der römisch-katholischen Kirche, einer Gemeinschaft von drei Personen, davon dem Erbischof von Dubrovnik (dem damaligen Ragusa), Paulus Alberus Archiepiscopus Ragusinus (auch Paulo Alveri oder Paolo Álvaro), der den dalmatischen Bischofsitz zwischen 1588 und 1591 innehatte. Der zweite Ablassspender war der Mailänder Geistliche Alfonso Ricci (gest. 26. Februar 1597), einem apostolischen Protonotar und Kleriker der Episkopalkammer ("Alfonsus Riccius, Proton[otarius] ap[ostoli]cus, Cl[er]icus [Camerae]") sowie einem römischen Patrizier mit Namen "Octavius Gabrielius Patritius Romanus". – Etwas stärker wellig, knittrig, mit kleinen Ausbrüchen, Löchlein und Einrissen und Abreibungen nahezu ohne Textverlust, von oben zwei größere Einrisse durch die Bordüre, unten wenige Braunflecke. Vielleicht etwas restaurierungsbedürftig, jedoch insgesamt ein eindrucksvolles Stück für die Ablasswirtschaft der Katholische Kirche auch schon viele Jahre nach Luther. In bibliographischen Katalogen nicht nachweisbar, sehr selten.
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