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Lot 1016, Auction  128, Wedel, Georg Wolfgang, Collegium casuale practicum. Deutsche Handschrift auf Papier

Wedel, Georg Wolfgang
Collegium casuale practicum. Deutsche Handschrift auf Papier
Los 1016

Schätzung
800€ (US$ 920)

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Bis dato unbekannte, unveröffentlichte Mitschrift einer Fallsammlung des Jenaer Mediziners Georg Wedel
Wedel, Georg Wolfgang. "Collegium casuale practicum. Noo: 1 [und:] No: 2". Lateinische und deutsche Handschrift von zwei Händen auf Papier. 2 Teile in 1 Band. 20,8 x 17 cm. Lagen über Bünden, ohne Einband. Möglicherweise Jena 1696.
Bei dieser Handschrift handelt es sich möglicherweise um eine Fallsammlung, die auf Vorlesungen des bekannten Jenaer Mediziners u. Chemikers G. W. Wedel (1645-1721) beruht. - Teil 1 beginnt mit einer kurzen Vorrede "A Jove Principium. / Dictum hoc m. ad Medicum spectat, si qvidem in curationibus suis se vult felicem. Praeces a. Medico dicatas vid: ap: Mart: Rulandium in curationibus it: ap: Gregor: Horstium Formula talis ee [?] posset." Er enthält 24 Casus, die folgendermaßen aufgebaut sind: Nach der Krankengeschichte, die auch auf schriftlichen Mitteilungen des oder der Kranken beruhen kann, folgt eine "Responsio", an die sich Rezepturen mit Angabe der Inhaltsstoffe u. Hinweisen zur Anwendung anschließen. Manche Casu enthalten mehrere Krankengeschichten, so dass insgesamt mehr Fälle als Casu beschrieben werden. Auffällig an diesem Teil ist der vermehrt auftretende Hinweis auf das Werk "Opera medico-chirurgica ... omnia" von Johann Michaelis (1606-1667; erschienen Nürnberg 1688). Einige Responsii auch als "Methodus s. cura Wedelii", "Curatio Wedelii" oder ähnlich bezeichnet. - Das Inhaltsverzeichnis listet u. a. auf: Foemina ischuria laborans à Calculo, Epilepsia infantilis, Vertigo, Varioli & morbilli, Arthritis, Lues, Puerpera doloribus post partem, Dysenteria, De Fluore albo, De passione hysterica, De convulsione colli. - Teil 2 enthält 35 casus, scheint aber nicht komplett zu sein (Heftstreifen ragen über den Buchblock hinaus). Dieser Teil geht nicht mehr auf Michaelis' Werk ein, ist aber identisch aufgebaut (u. wesentlich besser lesbar). Mit z. B. folgenden Krankheiten: Colica ex cardialia, De Mania, Semiparalysis, Insultus Epilepticus, Asthma Hypochondriaco, Lues venera in infante, Scorbutus Oris, Passio Hysteriaca, Variolae, Vertigo, Melancholia Hypochondria sowie Passio Hyster. c. Fluore albo. - Ein vergleichbares Werk Wedels (allerdings nur in Latein) ist das "Compendium Praxeos Clinicae Exemplaris" (Jena 1706 u. 1707), das bei kurzer Durchsicht jedoch keine identischen Fälle oder Rezepte enthält. - "Wir entnehmen den ... Vorlesungen, daß Wedel letzten Endes ein Mediziner war, der von Galenischen Schriften ausgehend immer die Praxis und eigene Erfahrung betonte und die chemiatrischen Lehren in Jena maßvoll vertreten hat. Er war ein ausgezeichneter Pharmazeut, der die zahlreichen Medikamente, mochten sie einfach oder zusammengesetzt sein, genau kannte, auch in ihrer Gefährlichkeit, und immer das Wohl seiner Patienten im Auge hatte." (Giese/von Hagen S. 177). - Papier: Mit Wasserzeichen eines waagerecht dreigeteilten Wappenschildes ohne Belegung; mit Helmzier (nicht nachgewiesen in www.wasserzeichen-online.de). - Vgl. DSB 14, S. 212f., ADB XLI, S. 408, Hirsch-Hübotter V, S. 875 u. Giese-von Hagen, Geschichte der medizin. Fakultät Jena, S. 174ff. - In den durch die ThULB digitalisierten Vorlesungsverzeichnungen der Uni Jena der entsprechenden Jahre findet sich kein offensichtlicher Hinweis auf ein "Collegium casuale" Wedels. - Zustand: – Die erste Lage lose, leicht gebräunt, vor allem an den Rändern, Tinte teils etwas durchschlagend, einige Durchschussblätter nicht komplett, teilweise mit Blei- u. Buntstiftkritzeleien (vor allem auf den leeren Blättern). In Teil 2 fehlt eine Lage mit den Casu 9 bis 12 sowie der Schluß. Teil 1 bis S. 12 mit kleiner werdenden Braunflecken. Gebrauchsspuren, Flecken, Ausrisse, durchschossen. Teil 1: Das erste Blatt mit durch Wurmfraß beschädigtem Eintrag: "G. W. W. / Casuale Aoo 1696 / C [?] Noo: 1." Es folgen ein leeres Blatt, 122 S., 2 Bl. mit Index (recto Bl. 1) u. "Tabula de methodo consultandi epistolari renunciatoria." (verso Bl. 1 u. Bl. 2 r u. v). - Teil 2: Titelblatt: Collegium Casuale / Practicum. W. No: 2." 40 nicht nummerierte Blatt (von ?).

Lot 1017, Auction  128, Antiphonale, desanctis in festo S. Andreae Apostoli ad primas vesperas antiphonae

Antiphonale
desanctis in festo S. Andreae Apostoli ad primas vesperas antiphonae
Los 1017

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750€ (US$ 862)

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Antiphonale desanctis in festo S. Andreae Apostoli ad primas vesperas antiphonae. Liturgische lateinische Handschrift mit Text und Quadratnotation auf Papier. 143 num. Bl. (recte: 142). 6-9 Zeilen mit romanischer Quadratnotation auf rotem, fünflinigen System. Titel in Rot. Schrift: Gotica. Schriftraum: 41 x 23,5 cm. Format: 49,5 x 29 cm. Mit zahlreichen rot kolorierten Initialen. Bindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (stärker beschädigt, stark gebräunt, berieben, mit Fehlstellen, unteres Kapital, 8 Messingbeschläge und 2 Messingschließen fehlen) über Holzdeckel. Deutschland, um 1630.
Die alte, polyphone Choralmusik des Mittelalters mit den Gregorianischen Gesängen zur Liturgie im Gottesdienst wurde im Laufe der Jahrhunderte zunehmend mittels Notationen kodifiziert. Dabei wurden die "Neumen", Winke der Hand, zunächst durch Quadratnoten auf vier- und im 16. Jahrhundert verstärkt auf fünfzeiligem System ersetzt. Oftmals dienten liturgische Handschriften noch bis ins 18. Jahrhundert den Chorgesängen der Mönche. Große, teils monumentale Handschriften lagen dabei auf einem Holzpult in der Mitte des Chores, so dass die ganze mönchische Chorgemeinschaft den Text lesen und die Noten erfassen konnte, die ein Weiser zeigte. – Mit zahlreichen, teils sehr großen, hinterlegten Fehlstellen und verstärkten Stegen, stock- und fingerfleckig, knickspurig und mit wenigen verwischten Buchstaben sowie mit einzelnen Wurmgängen.

Lot 1018, Auction  128, Marienbrink, Nonnenbuch. Mittelniederdeutsche Handschrift auf Papier

Marienbrink
Nonnenbuch. Mittelniederdeutsche Handschrift auf Papier
Los 1018

Schätzung
900€ (US$ 1,034)

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Seltenes Zeugnis mittelniederdeutscher Frömmigkeit im Beginenkloster von Marienbrink in Westfalen
Marienbrink. - Nonnenbuch. Mittelniederdeutsche Handschrift in braunschwarzer und roter Tinte auf Papier. 16 nn., 252 num., 8 w. Bl. (davon ca. 20 S. unbeschrieben). Format 15,2 x 10 cm. Geglättetes dunkelbraunes Kalbsleder d. Z. (Kapitäle mit Fehlstellen, Gelenke etwas brüchig, bestoßen, winzige Wurmlöchlein, neueres RSchild) mit 2 intakten Messingschließen. Marienbrink (Borken) 1688.
Handschriftliches Nonnenbuch mit Kalendarium, Gebeten und Andachteneiner Schwester aus dem westfälischen Beginenkloster Marienbrink im westlichen Münsterland bei Borken, dessen Gründung sich bis ins Jahr 1397 zurückverfolgen lässt und das 1803 während der Säkularisation aufgelöst wurde. Es handelt sich um eine der eher seltenen überlieferten Schwesternbreviere in mittelniederdeutscher Handschrift.
Vorgesetzt sind 2 Blätter mit typographischem Text "J.M. J. Geistliche Hanthierung oder Weise, in einem Jahr so viel bey Gott zu gewinnen, oder zu verdienen, als sonsten in vielen Jahren zum Newen Jahr 1711 verehret", darauf der hs. Besitzvermerk "Suster Maria Graes".

Es folgt ein Kalendarium (unpag. 1-16) "Iannarius" bis "December" mit Angabe der Monatstage und den Heiligen, darunter die für die Gegen um Borken im Bistum Münster verehrten Heiligen wie der heilige Liudger (Apostel der Westfalen), Paulus (als Patron des Bistums des Münsteraner Doms), Remigius (Patron der Borkener Probsteikirche), Ludgerus (Borkener und Hoxfelder Lokalheiliger) etc. Daran schließen sich Gebet zu allen möglichen Anlässen an (pag. 1-180): "Up unses leiven heren hemmelfardes dach ein gebett negen mal met negen te deum tho bedden up den kerckhof" (An unseres lieben Herrn Himmelfahrtstag: ein Gebet neunmal mit neun Te Deum zu beten auf dem Kirchhof), "De erste fronfast im lentzen", "De ander fronfast tho pfingsten", "De derde fronfast im Herbst" (Das Fonfasten im Frühling, zu Pfingsten, im Herbst),

Ferner: "Dyt synt de xl cellekens un inwendijge offeninge over to dencken des lydens unses leven heren ume unsen willen in der wyldernysse geledden heft" (Dies sind die 40 Zellchen [Zellen, Räume] und die innerliche Übung, um über das Leiden nachzudenken, das unser lieber Herr um unseres Willens willen in der Wildnis erlitten hat.) und vieles mehr. Es schließen sich auf einst weißen Seiten mehrere spätere Gebete an. Dann (pag. 209-239): "De Comendasije to der Be gravige" ("Die Commendatio [Seelenempfehlung] beim Begräbnis). – Nur vereinzelte Gebrauchsspuren, kaum Ausrisse, Fehlstellen oder Flecke, insgesamt wohlerhalten, Buchblock teils etwas gelockert. Datierung auf dem festen Vorsatz "1688", was mit dem Duktus der Handschrift passen würde, ferner mit Besitzeinträgen "Sûster Maria Elisabeth Graes" und "Anna Cathrina Hiller 1790" mit dem Vermerk "Schwestern im Kloster Marienbrinck".

Lot 1019, Auction  128, Messbuch Graduale, Sequens Hymnusdi citur ad nocturnos in die sancta trinitatis

Messbuch Graduale
Sequens Hymnusdi citur ad nocturnos in die sancta trinitatis
Los 1019

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900€ (US$ 1,034)

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Messbuch Graduale. Sequens Hymnusdi citur ad nocturnos in die sancta trinitatis et abipso die omnibus cliebus dominicis. Liturgische lateinische (und vereinzelt italienische) Handschrift mit Text und Quadratnotation auf Papier. Titel in Rot, Text in Schwarz, Rot und Grün. Schrift: Gotica. 193 num. S., num. Bl. 194-211, 25 (recte: 24). Mit farbiger Wappenzeichnung, mit 3 kalligraphischen Zierinitialien in Rot und Blau und zahlreichen roten und grünen Initialien. 7-8 Zeilen. 42 x 27 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (stärker gebräunt, berieben und bestoßen oberes Kapital und 2 Messingschließen fehlen sowie mit wenigen Wurmlöchern) über Holzdeckel. Wohl Frankreich um 1700.
Besonders hübsches und in kräftigen Farben koloriertes Messbuch mit verschiedenen Einträgen. Enthalten sind zum Beispiel die Gesänge "Eisdem diebus ad laudes hymnus", "Ad primam omni tempore hymnus", "Ad tertiam dominicis ... hymnus", "Ad vesperas dominicis ... hymnus", "Ad completorium canitur per totum aduentum ... hymnus", "Eodem tempore ad tertiam exceptis festis sanctorum", "Ad tertiam toto tempore ... hymnus", etc.
Auf dem ersten Blatt befindet sich ein hübsches und farbenprächtiges Bischhof-Wappen mit den Initialien "FLAO". Darauf abgebildet ist ein Buch, eine Bischhofsmütze, ein Kreuz, eine "fleur de Lille" und zwei Bischofsstäbe. – Vorderes Innenglenk offen, mit Wurmlöchern, teilweise mit Einrissen und Fehlstellen, etwas braunfleckig sowie sieben Blätter lose.

Sweerts-Spork, Karl Rudolf
"Protocollum zum Eintreibung aller und jeden Ehren-Versicherungen
Los 1020

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800€ (US$ 920)

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Protokollbuch der Grafen Sweerts-Spork zu Schloss Lissa in Böhmen
Sweerts-Spork, Karl Rudolf. "Protocollum zum Eintreibung aller und jeden Ehren-Versicherungen und Dergleichen Examina, Reversen, Cautionen dann Bürgschafft-Leistung, samt Straff-Verbündungen auffgericht ... glücklich und gnädiger Regierung Des Hoch- und Wohlgebohrnen Herrn Herrn Frantz Carl Rudolph Grafen von Sweertz und Sporck, Reichsfreyherrn von Reist ... Anno 1734. Deutsche Handschrift auf Papier. 377 (le. w.) hs. num. Bl., 51 vacat-Bl., 5 S. Register, 7 w. Bl. 33,8 x 21 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (Kapital eingerissen, Deckel leicht geworfen, etwas fleckig ung angestaubt, bestoßen) mit reicher floraler Präung und hs. Deckeltitel (ohne die einst breiten Bindebänder). Böhmen und Schlesien 1731-1848.
Protokoll-, Schuld- und Einzugsbuch der brabantinischen Reichsgraphen von Sweerts-Spork, die zu den sieben Patriziergeschlechtern gehörten, die das Stadtregiment zu Brüssel führten und dann einen schlesischen Ast in Schlesien und Böhmen ausbildeten, der aus der Ehelichung des Johann von Reist und Sweerts mit Johanna Emerentiana von Drysch hervorging und von dem Freiherrn Franz Johann von Sweerts-Spork (1653-1700) begründet wurde.
Angelegt unter einem der mächtigsten Vertreter des Adelsstammes, Franz Karl Rudolph Graf Sweerts-Spork (1688-1757), der auf Schloss Lissa (Zámek Lysá nad Labem) residierte, enthält der Band in allen Einzelheiten durch ein Register am Schluss erschlossenes Memoriale mit Schilderungen von Rechtsfällen, wie "Unterschiedliche vermische Clagen": "Des Schmiedhoffer Müllers Aussag", "Klagen von Matthes Wünsch", "Wie dem Galgen-Müller ein Pferdt arrestiert worden", "Wie der Andreas Fischer als ein gefangener deserteur außen arrest eschappiert",
Oftmals ist die "Stade Daube" (Dubá bei Reichenberg), "Wegen Hanß Mickses Schneider aus der Stadt Dauba", "Wegen Hanß Loß Weber Gesell aus Daube", "Wegen Ferdinand und Hanß Wenzel Taschke als Musicanten aus der Stadt Dauba". Es folgen zahlreiche Kopien von Urkunden, teils mit kalligraphischen Überschriften und Siegeln etc.: "Herrnhaus- und Weinschank", "Brandweinhaus Pachtkontrakt" etc. – Von üblichen Gebrauchsspuren abgesehen in sehr gutem Zustand, nur vereinzelt etwas fleckig oder gebräunt.

Lot 1020a, Auction  128, Ferdinand II., Lista derer Kriegs-Völkher zu Fuß und zu Roß,

Ferdinand II.
Lista derer Kriegs-Völkher zu Fuß und zu Roß,
Los 1020a

Schätzung
300€ (US$ 345)

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Musterungsschrift mit der Truppenliste aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges
Ferdinand II. - "Lista derer Kriegs-Völkher zu Fuß und zu Roß, alß auch derer Kriegs-Häubter, Seyner Römischen Mayestät des Kaysers Ferdinandi des Andern, so anitzt, für des durchlauchtigsten Ertz-Hauses Recht und Ehr, wieder die bohaimbschen Rebellen und deren adhaerentes, zuz Veldt liegen. Anno MDCXX. Deutsche Handschrift auf Papier. 3 nn., 46 num. S. Schriftraum 13 x 8,5 cm. Format 14,6 x 9,8 cm. Modernes Pergament unter Verwendung zeitgenössischen Materials mit hs. Eintrag. Reinschrift des 18. Jahrhunderts.
Musterungsschrift mit der Truppenliste aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges unter Kaiser Ferdinand II. (1578-1637), die die "Kriegs-Völkher zu Fuß und zu Roß", also die Infanterie mit Musketiere und Piketieren sowie Kavallerie mit den Reitertruppen der Kürassiere und Arkebusiere aufführt und mit konkreten Namen nennt. Ferner werden auch die "Kriegs-Häubter" aufgeführt, also die namentliche Erfassung der Generäle, Obristen, Regimentschefs und der Hauptleute, die Patente des Kaisers besaßen und gegen die protestantischen Stände Böhmens für "Recht und Ehre" des "Ertz-Hauses", also des Hauses Habsburg und dessen Herrschaftsansprüche und den katholischen Glauben ins Feld ziehen sollten.
Dem Jahr 1620 kam dabei eine besondere Bedeutung zu, das es einen der kritischsten Wendepunkte zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) ausmachte. Ferdinand II. hatte 1619 den Thron bestiegen, die böhmischen Stände hatten ihn jedoch als König abgesetzt und den Protestanten Friedrich V. von der Pfalz (den "Winterkönig") gewählt. Daher stand Ferdinand II. unter massivem Druck, eine schlagkräftige Armee aufzustellen, um Böhmen zurückzuerobern und seine Herrschaft zu sichern. – Bindung etwas gelockert, Innengelenke teils offen, nur gering fleckig und mit Gebrauchsspuren.

Lot 1021, Auction  128, Alchemistische Sammelhandschrift, Von dem Lapide Animale

Alchemistische Sammelhandschrift
Von dem Lapide Animale
Los 1021

Schätzung
600€ (US$ 690)

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Alchemistische Sammelhandschrift. "Von dem Lapide Animale". Deutsche Handschrift auf Papier. 54 Bl., eng beschrieben. Ca. 45-50 Zeilen. Schrift: Deutsche Kurrentschrift. Format: 36 x 22 cm. Ungebunden. Lose Lagen. Deutschland, letzter Teil datiert: April 1787.
Fragmentarisch erhaltene, umfangreiche Sammelhandschrift mit alchemistischen Abhandlungen und Briefen, teilweise nach Basilius Valentinus (1394-1450).
Enthält u. a. die Texte "Von dem Lapide Animale", "Excerpta aus einem Manuscript von H. Gardtmann", "Von der höchsten Artzeney aus dem Weinstock" sowie Ausführungen zur Goldmacherkunst. Vereinzelt mit kleinen Federzeichnungen und Skizzen versehen. – Lose Lagen. Papier altersbedingt gebräunt und teils stockfleckig. Vereinzelte zeitgenössische Tintenflecken. Ränder und Ecken bestoßen, teils randbrüchig mit kleineren Läsuren. Insgesamt fragmentarisch erhalten.

Lot 1022, Auction  128, Venedig, Azioni del demanio. Italienische Handschrift in Sepiatinte auf Papier

Venedig
Azioni del demanio. Italienische Handschrift in Sepiatinte auf Papier
Los 1022

Schätzung
800€ (US$ 920)

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Staatliches Kassenbuch aus der Zeit der napoleonischen Herrschaft in Venedig
Venedig. - "Azioni del demanio". ("Angaben zur Verwaltung des Staatsvermögens"). Italienische Handschrift in Sepiatinte auf Papier. 1 Bl. "Indice" und 12 doppelblattgroße hs. Tabellen. 20,8 x 18,8 cm. Halbleder d. Z. (etwas beschabt, bestoßen) mit goldgeprägtem Rücken und goldgeprägtem roten Deckelschild "Demanio" sowie Kleisterpapier-Deckelbezügen. Venedig 1808.
Übersicht über die Staatsfinanzen der französischen Krone in Italien mit genauen Angaben der Steuer- udn Güteransprüche, der Staatsschulden, Obligationen und Tilgungen, der Verwaltung der Staatsdomäne der Terra ferma wie der Stadt Venedig. Napoleon hatte 1806

Im Jahr 1806 gliederte Napoleon Venedig in den Herrschaftbereich des "Regno d'Italia" ein. Die Franzosen führten eine hocheffiziente, aber auch rücksichtslose Finanzverwaltung ein, für die sie die Staatsfinanzen minutiös dokumentierte: Wie viel Besitz hat der Staat, wie wird er verwaltet, wie viel wurde verkauft (Distrazione), um die enormen Staatsschulden (Debito pubblico) und Kriegskosten zu tilgen. Einbezogen werden nicht zuletzt die wertvollen staatlichen Wälder (Boschi), die dem Okkupanten ebenfalls reichen Ertrag versprachen.

"Azioni del demanio", "Derivazione del Azione del Demanio", "Amministrazione del Demanio", "Distrazione delle Proprietà del Demanio", "Debito pubblico e monte", "Boni e loro ammortizzazione", "Prospetto dell'Amministrazione del Demanio in origine", "Prospetto delle Distrazioni del Demanio", "Prospetto del Debito Pubblico e Pensioni", "Amministrzione della Corona", "Amministrazione dei Boschi" (etwa: "Staatseigentum", "Abzweigung von Staatseigentum", "Verwaltung des Staatseigentums", "Entziehung von Staatseigentum", "Staatsverschuldung und Gesamtverschuldung", "Anleihen und deren Tilgung", "Übersicht über die ursprüngliche Verwaltung des Staatsvermögens", "Übersicht über die Umwidmungen des Staatsvermögens", "Übersicht über die Staatsverschuldung und Renten", "Verwaltung der Krone", "Verwaltung der Wälder"). – Sehr sauber und in bestem Zustand, Reinschrift fast ohne Gebrauchsspuren.

Lot 1023, Auction  128, Grand Orient de France, Initiations-Urkunde der Mutterloge für Friedrich von Romberg.

Grand Orient de France
Initiations-Urkunde der Mutterloge für Friedrich von Romberg.
Los 1023

Schätzung
200€ (US$ 230)

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Grand Orient de France. Initiations-Urkunde der französischen Mutterloge für Friedrich von Romberg der Julius-Loge zur Eintracht. Französische Handschrift auf Pergament. 40 x 53 cm. Mit zahlreichen "Timbres et scelles" und Signaturen der Logenobersten sowie Kopfstempel der "Mère Loge à L'Orient d'Arras". Gefaltet. Arras 5. Mai 1814.
Logendiplom der großen Mutterloge "Loge à L'Orient d'Arras" für den Genadier und Gardecorpos-Offizier des preußischen Regiments Friedrich von Romberg. Nach der Niederlage Preußens gegen Napoléon im Jahr 1806 verlegte Friedrich Wilhelm III. Einheiten in die Provinz Pommern (unter anderem nach Stargard und Stettin), wo Romberg der Freimaurerloge Julius zur Eintracht beitrat, die wiederum angegliedert war an die Mutterloge "à L'Orient": "Au nom et sous les auspices du Grand Orient de France. D'un lieu éclairé, où règnent la Paix, le Silence et la Charité, à toutes les Loges Régulières [...]. Nous, Vénérables Officiers, dignitaires et Membres composant la Respectable Mère Loge de Maîtres Anglais, Écossais et Français d'Artois, sous le titre distinctif de la Constance à l'Orient d'Arras [...]. En conséquence de la délibération prise à l'unanimité dans la séance d'hier, voulant donner au Cher et Très Fidèle Frère Frédéric De Romberg, Chef d'un bataillon de Grenadiers du Royaume de Prusse, âgé de 36 ans, né à Wesel en Westphalie, [possédant] le 1er Grade, Membre de la Respectable Loge Julius de la Concorde à l'Orient de Stargard dans la Poméranie, un Témoignage de la haute estime qu'il nous a inspiré, lui donner en même temps un gage de notre sincère attachement, et établir entre nous et lui un Lien de Domicile réciproque [...]. Fait à l'Orient d'Arras le 5e jour du 3e mois de l'An de la Vraie Lumière 5814 (Ère vulgaire 5 Mai 1814)." – Etwas abgegriffen, mit hübsche hellblauen Seidenband (ohne Siegel), Gebührenstempel, unten etwas fingerfleckig, mit Knickspuren, dekorativ.

Lot 1024, Auction  128, Geistliches Gebeth Buch, Deutsche Handschrift auf Papier. Mit 12 ganzseitigen Miniaturen.

Geistliches Gebeth Buch
Deutsche Handschrift auf Papier. Mit 12 ganzseitigen Miniaturen.
Los 1024

Schätzung
500€ (US$ 575)

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Gebetbuch einer Güttlersfrau aus dem bayrisch-schwäbischen Monheim
Geistliches Gebeth Buch, darin erhelt Mogen-Aben Meß-Vesper Beich- und Communion, und andere verschidene Gebetter samt den angehengten heiligen Kreuzweg. 1828. Deutsche Handschrift auf Papier. 1 S. (Titel), 393 num. S., 5 nn. Bl. Schriftraum 13 x 7,8 cm. Format 16 x 10,2 cm. Deutsche Kurrent in hellbrauner Tinte, Auszeichnungen in Fraktur-Kalligraphie. Mit zahlreichen bunten Initialen, Vignetten, Buchschmuck und ca. 12 ganzseitigen Miniaturen. Dunkelbraun-schwarzes Leder d. Z. (gering beschabt, bestoßen, leicht abgegriffen) mit Strukturprägung und reicher Rückenvergoldung und goldgeprägten Deckelbordüren (alles etwas gedunkelt und beschabt) mit hübschen Kattunpapier-Vorsätzen. Monheim 1818-1828.
Laut hs. Eintrag auf dem weißen Vorsatzblatt stammt das Buch von einer "Güttlersfrau", einer Kleinbäuerin, aus dem bayrisch-schwäbischen Monheim im heutigen Landkreis Donau-Ries, ungefähr auf halbem Wege zwischen Nürnberg und Augsburg. So lautet ein späterer hs. Bleistift-Eintrag auf einem weißen Vorsatzpapier: "Ana Maria Handschiegel Güttlersfrau in Monheim anno 1818 gerschrieben". "Güttler" bezeichnet dabei Kleingrundbesitzer unter den Bauern, die ein kleines Gut ("Gütle") besaßen, jedoch die Landwirtschaft meist nur als Nebenerwerb zu einem Handwerk betrieben.
Die hübschen Illustrationen zeigen in bunt-aquarellierten Farben zahlreiche Initialen, Girlanden, Kopf- und Schlussvignetten sowie ganzseitige Titelbilder oder figürliche Darstellungen von "Maria" und "Jesus", jeweils mit einem einmontierten Holzschnitt, ferner die Symbole der Sakramente wie "Leidens Kelch Jesu", "IHS", "Beicht Gebetter", "Das ist das Lamm Gottes welches hinwägnimb d. Sünd d. w." etc. – Teils mit etwas Durchschlag von den farbigen Illustrationen, wenige Farbverwischungen, kaum fleckig, kaum Gebrauchsspuren, sehr gut erhalten.

Lot 1025, Auction  128, Lieselotte Chrapkowski, Deutsche Handschrift auf Papier

Lieselotte Chrapkowski
Deutsche Handschrift auf Papier
Los 1025

Schätzung
450€ (US$ 517)

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"Bihr Suppen", "Lungen Schoal" und "Sausse zu Ochsenfleisch" und Torten - Eine Kochbuchhandschrift der Biedermeierzeit
Lieselotte Chrapkowski. Deutsche Handschrift auf graugrünem Papier. 131 S., 18 Vacatbl. Ca. 19-27 Zeilen. 24,5 x 20 cm. Späterer Pappband des 20. Jahrhunderts mit goldgeprägtem Rückenschild (minimal bestoßen). Süddeutsch-österreichischer Raum, um 1820.
Umfangreiches handschriftliches Kochbuch in sauberer, gleichmäßiger Kurrentschrift mit zahlreichen Rezepten der gehobenen bürgerlichen Küche des süddeutsch-österreichischen Raums. Die Sammlung vermittelt einen anschaulichen Einblick in die Koch- und Tafelkultur des frühen 19. Jahrhunderts und umfasst ein breites Spektrum an Suppen, Fleisch- und Mehlspeisen, Strudeln, viele Torten und anderem feinen Backwerk.

Enthalten sind u. a. Rezepte für:

"Suppe mit Eierschöberl, Fleisch Bitzel, Reis Bitzel, Leber Schöal, Lungen Schoal, Grießnockerl in die Suppen, Consumé in die Suppen, Consume zu machen, Biscolade Suppe, Wein Suppe, Bihr Suppen, Fastenschöberl Suppen, Gries Suppen, Gersten Suppen, Obers Suppe, Mehl Suppen, Gogl Suppen, Gallert Suppen."

Ferner Saucen und Fleischgerichte wie z. B. "Sodosses Fleisch, Sausse zu Ochsenfleisch, Kälbernes; daneben zahlreiche Mehlspeisen und Backwaren wie Gugelhupf von Germ Teig, Zuckerbrot zu machen, Feiner Gugelhupf, Abgeriebner Gugelhupf, Eis Kaffée, Gebackene Mehlkoist, Reis Schöal, Striezel, Karthoffel Schöal, Suttene Mehlkoist, Leberknödl, Mandl Strudl, Tiroler Strudl, Krausche Mandeln, Höllenfizzen zu machen (Höllenpfannkuchen bzw. Schmarren), Dieselbe auf eine andere Art, Gefülzte Milch, Mandl Torten, Biskoten Torten, Gehobene Torten, Biskoten Gugelhupf, Semmel Torten, Brodt Torten, Englischer Brötl, Mohrun Torten (Mohrentorte/Schokoladentorte), Englisch Brod, Reicher Podin, Reicher Podin auf ander Art sowie Dunstgekochter Mehlkoist". – Papierbedingt etwas gebräunt sowie vereinzelt gering stockfleckig bzw. tintenfleckig, zu Beginn etwas stärker, im Verlauf nachlassend. Gelegentliche zeitgenössische Durchstreichungen und Korrekturen. Vorsätze neueren Datums. Nur vereinzelt kleine Randläsuren oder Knickspuren. Insgesamt wohlerhaltene und sauber geschriebene Handschrift mit gut lesbarem Schriftbild.

Lot 1026, Auction  128, Zirkel, W., "Doctor Faust. Schauspiel in 4 Acten". Deutsche Handschrift auf Papier

Zirkel, W.
"Doctor Faust. Schauspiel in 4 Acten". Deutsche Handschrift auf Papier
Los 1026

Schätzung
450€ (US$ 517)

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"Pforten der Hölle, öffnet Euch der bekannten Stimme, die Euch ruft!"
Zirkel, W. "Doctor Faust. Schauspiel in 4 Acten". (Persiflage auf Faust). Deutsche Handschrift auf Papier. 49 Bl. 19-21 Zeilen. Schrift: Deutsche Kurrentschrift. Format: 21 x 17,5 cm. Pappband (Rücken aufgeplatzt, Kanten bestoßen und Deckel stark berieben). Deutschland ca. 1841.
Bisher nicht im Druck nachweisbare dramatische Bearbeitung des Volksbuchstoffes in vier Akten. Das Faustspiel weist im vorliegendem Manuskript parodistische und persiflierende Züge auf. Zu den handelnden Personen gehören: Doctor Faust, Wagner, Mephistophiles, Fitzliputzli, Prinzessin Bianka, Kasper, der Herzog von Parma Piacensa sowie weitere Figuren. Der Text enthält zahlreiche Regieanweisungen. Die Handlung setzt in einem "Zimmer in Fausts Behausung" ein und führt über Beschwörungsszenen und den Teufelspakt bis zu Auftritten der Furien und vielem mehr. Ein Ausruf in Szene 4 lautet: "Pforten der Hölle, öffnet Euch der bekannten Stimme, die Euch ruft!" – Buchblock gelockert, 2 Blätter lose beiliegend. Durchgehend unterschiedlich stark braun- und stockfleckig. Erstes (Titel-)Blatt mit größerem Randeinriss. Vereinzelt ferner mit Knickspuren und Randläsuren.

Lot 1027, Auction  128, Gästebuch der Familie von Schimmelmann, Mit 4 Aquarellen

Gästebuch der Familie von Schimmelmann
Mit 4 Aquarellen
Los 1027

Schätzung
500€ (US$ 575)

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Gästebuch der Familie von Schimmelmann. Ca. 180 Bl., davon 28 mit handschriftlichen Einträgen, 152 Bl. vacat. Mit 4 Aquarellen (3 blattgroß, 1 halbseitig) und einer Federzeichnung. 26,5 x 21 cm. Schweres, geprägtes Jugendstil-Lederalbum d. Z. (etwas berieben und bestoßen) mit Messing-Schließe. Naumburg 1910-1919.
Gästebuch von Gertrud Freifrau von Schimmelmann mit Einträgen aus den Jahren 1910 bis 1919. Frau von Schimmelmann studierte Malerei in Oldenburg bei Hugo Ziegler. Zahlreiche Gäste danken in ihren Einträgen für die Gastfreundschaft im Hause Schimmelmann. Enthalten sind drei reizende Aquarelle des Münchner Malers Willy Hermann, eines Schülers von Lovis Corinth. Sie zeigen die SMS Oldenburg in Wilhelmshaven sowie Eindrücke von der Hochzeitsfeier seiner Tochter Gudrun mit einem Marineoffizier im Jahr 1919. – Wohlerhalten.

Lot 1028, Auction  128, Indopersische Miniaturen, Zwei Gouachen

Indopersische Miniaturen
Zwei Gouachen
Los 1028

Schätzung
250€ (US$ 287)

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Indopersische Miniaturen. Zwei Gouachen, eine mit Goldhöhung, aus verschiedenen Handschriften. Auf Karton montiert bzw. unter Passepartout. 27,5 x 22,5 cm bzw. 20,5 x 24,5 cm. Frühes 19. Jahrhundert.
Zwei Miniaturen aus unterschiedlichen Handschriften. Das erste Blatt zeigt ein höfisches Paar auf einem Diwan, auf rot- und blaugemustertem Teppich sitzend. Das zweite, illuminierte Doppelblatt umfasst sechs Schriftfelder in Nastaliq, umgeben von Miniaturen: links eine Interieurszene mit lagernder männlicher Figur und zwei Dienern, rechts ein Reiterkampf mit Belagerungsszene. – Trägerkarton mit deutlichen Gebrauchsspuren, Resten eines ehemaligen Passepartouts sowie unschönen Klebespuren. Eine fachgerechte Ablösung ist anzuraten. Die Darstellungen selbst gut erhalten, nur geringfügig fleckig.

Lot 1029, Auction  128, Indopersische Miniaturen, 3 Einzelblätter aus 2 verschiedenen Handschriften

Indopersische Miniaturen
3 Einzelblätter aus 2 verschiedenen Handschriften
Los 1029

Schätzung
600€ (US$ 690)

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Indopersische Miniaturen. 3 Einzelblätter aus 2 verschiedenen Handschriften. Mit 3 Miniaturen in Deckfarben und Gold. Jeweils innerhalb feiner Linienrahmung mit kalligraphischen Textfeldern. Indopersischer Raum frühes 19. Jahrhundert.
Drei Miniaturen aus illustrierten Handschriften mit höfischen und erzählerischen Darstellungen. Gezeigt werden eine Reitergesellschaft, ein Pavillon mit einem Figurenpaar im Inneren und mehreren umstehenden Personen sowie eine Gruppe von Figuren in einer blumenübersäten Landschaft mit Felsen und einem Ufer. – Papier teils gebräunt und fleckig, mit leichten Randläsuren, kleinen Wurmspuren, Knicken und geringfügigen Fehlstellen. Die Malerei überwiegend gut erhalten, das Kolorit frisch und leuchtend. Insgesamt dekorative Blätter.

Lot 1030, Auction  128, Ge'ez-Miniaturen, 4 Miniaturen in farbiger Gouche auf Pergament. 30 x 24 cm. Verso mit Text. Äthiopien Mitte 19. Jahrhundert

Ge'ez-Miniaturen
4 Miniaturen in farbiger Gouche auf Pergament. 30 x 24 cm. Verso mit Text. Äthiopien Mitte 19. Jahrhundert
Los 1030

Schätzung
400€ (US$ 460)

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Ge'ez-Miniaturen. 4 Miniaturen in farbiger Gouche auf Pergament. 30 x 24 cm. Verso mit Text. Äthiopien Mitte 19. Jahrhundert.
Eindrucksvolle, fast ikonische Miniaturen ausgelöst aus einem äthiopischen-liturgischen Buch wohl der Mitte des 19. Jahrhunderts in der charakteristischen Ge’ez Handschrift, verso teils mit 1-2 spaltigem Text von mehreren Händen sowie teils mit etwas Buchschmuck-Bordüren etc.
Dargestellt sind auf einem Doppelblatt zwei Ansichten des "Pantokrator", jeweils segnend mit erhobenen Händen: Links "Christus pantokrator" als leidender Ecce Homo mit zwei Folterknechten mit Stangen und Hämmern, die ihm eine stilisierte Dornenkrone aufsetzen, während der Heiland selbst beide Hände segnend zur Vergebung der Sünden erhoben hat. Rechts dann der segnende Gottvater mit weißem Bart und Weltkugel als Herrschaftssymbol, umgeben von den Symboltieren der Evangelisten Matthäus (geflügelter Mensch), Markus (geflügelter Löwe), Lukas (geflügelter Stier) und Johannes (Adler).
Das dritte Blatt zeigt den ans Kreuz gebundene Christus, umgeben von zwei Märtyrern mit Palmenwedeln, das vierte den in den Himmel aufgefahrenden segnenden Christus über den Wolken mit der Hand Gottvaters. – Doppelblatt mit Randläsur unten, wenige Löchlein, etwas fingerfleckeig, auch sonst leicht fleckig, Gebrauchsspuren, insgesamt aber gut und in starker Farbigkeit.

Lot 1031, Auction  128, Taschengebetbuch, Ge'ez Handschrift auf Pergament. Um 1850

Taschengebetbuch
Ge'ez Handschrift auf Pergament. Um 1850
Los 1031

Schätzung
400€ (US$ 460)

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Taschengebetbuch. Kleine Ge'ez-Handschrift auf Pergament. 36 nn. Bl. Schriftraum: ca. 6,2 x 5,8 cm. Format: 9,6 x 7,2 cm. Schwarze und violette Tinte im amharischen Ge'ez Duktus. Mit 4 ganzseitigen Miniaturen in Gouachefarben. Reich ornamental blindgeprägtes rotes Leder d. Z. (winziges Löchlein, berieben) über kantigen Holzdeckeln. Äthiopien Ende 19. Jahrhundert.
Besonders kleines und hübsches Taschengebetbuch mit sauberer Ge'ez Schrift in schwarzer und roter Tinte von einheitlicher Hand, sauber auf bemerkenswert helles Pergament geschrieben. Enthalten sind der Psalter, Gebete, Auszüge aus dem Hohelied Salomonis und Marienoffizien, aber auch okkulte Texte - eine für den christlichen Glauben in Nordafrika typische Mischung aus Heiliger Schrift, Andachts- und Erbauungsversen sowie Zauberformeln, die vor bösen Geistern schützen und um Protektion der Heiligen bitten.
Wie üblich wurden die Zeilen durch kleine Nadelstiche vorgegeben und die Linien dann mit dem Griffel gezogen.

Die Miniaturen stellen den Heiligen Georg zu Pferde, eine Maria Eleusa, den Verkündigungsengel Gabriel sowie einen Christus triumphans dar. – Mit üblichen Gebrauchsspuren, allerdings nur wenigen, vereinzelten Pergamentläsuren oder Fehlstellen, etwas fleckig, insgesamt jedoch ein reizendes Zeugnis nordafrikanisch-christlicher Frömmigkeit.

Lot 1032, Auction  128, Buddhistisches Leporello, Thailändische Handschrift mit buddhistischen Texten und 12 Miniaturen

Buddhistisches Leporello
Thailändische Handschrift mit buddhistischen Texten und 12 Miniaturen
Los 1032

Schätzung
700€ (US$ 805)

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Buddhistisches Leporello. Thailändische Handschrift mit buddhistischen Texten und 12 Miniaturen in Gold und Farben auf Papier. 56 Bl., beidseitig beschrieben. Gesamtlänge ca. 580 cm. 11,5 x 34,5 cm. Pappband d. Z. (als Leporello gebunden, stärker lädiert und wurmspurig). Thailand 19. Jahrhundert.
Prächtiges Leporello von bemerkenswerter Länge, reich illustriert. Die Miniaturen zeigen zentrale Szenen aus dem Leben Buddhas: von seiner Jugend als Prinz Siddhartha, der sein königliches Leben verlässt, bis zu Darstellungen Buddhas im Lotussitz, eine davon geschützt von der Muchalinda-Naga-Schlange. Die großformatigen Illustrationssegmente erstrecken sich jeweils über drei ganzseitige Blätter und sind detailliert ausgeführt, mit zahlreichen himmlischen Wesen, Hofangehörigen, Tieren und symbolischen Motiven. Die bildlichen Darstellungen werden von sorgfältig geschriebenem Text in schwarzem Faserstift ergänzt. – Durchgängig stark wurmspurig und wurmgängig sowie fleckig. Die Farben der Miniaturen sind jedoch schön kräftig erhalten.

Lot 1033, Auction  128, Junianus Maius, Liber de priscorum proprietate verborum. Treviso, Bernhard von Köln, 1477

Junianus Maius
Liber de priscorum proprietate verborum. Treviso, Bernhard von Köln, 1477
Los 1033

Schätzung
800€ (US$ 920)

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Aus der Bibliothek des Detlev Mauss
Maius, Junianus. Liber de priscorum proprietate verborum. 326 (statt 330) nn. Bl. 2 Spalten. 51 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 20,9 x 13,5 cm. Format: 32,2 x 21,5 cm. Modernes Pergament (etwas beschabt und bestoßen) mit RTitel. Treviso, Bernhard von Köln, 1477.
Hain 10540. Goff M-96. Proctor 6483. Pellechet 7402. BMC VI, 892. BSB-Ink M-66. Bodleian M-031. Collijnb 683. Gamper 151. Günther 2992. Hubay: Eichstätt 643. Madsen 2599. Ohly-Sack 1852. Rhodes 1153. Sallander 1835. Walsh 3310. IDL 3050. IGI 6037. CIBN M-38. ISTC im00096000. – Zweite Ausgabe des "Liber de priscorum proprietate verborum" ("Buch über die den Alten eigenen Wortbedeutungen"), die erste in Treviso gedruckte, von dem neapolitanischen Humanisten Giuniano Maio (Junius Maius; ca. 1430-1493), einem der bedeutendsten Schüler des Lorenzo Valla. Er verfasste das über die ganze Renaissance-Epoche konsultierte Wörterbuch als ein umfassendes Lexikon des Humanismus der antiken lateinischen Sprache, das kurz vor der vorliegenden Ausgabe im Jahr 1475 in Neapel gedruckt worden war. – Es fehlen vier Blätter: a1, a3, a8 und a10. Das letzte Blatt ll10 ist an den Anfang gebunden, a2, a4-7 und a9 mit größeren, neu ergänzten Ausrissen (teils mit größerem Textverlust), einige Blätter angerändert, gebräunt und mit Gebrauchsspuren, hier und da Feuchtflecke. Am Anfang zeitgenössische Einträge mit lateinischen Sprüchen. Aus der großen Inkunabelsammlung des Detlev Mauss mit dessen Blindprägestempel.

Lot 1034, Auction  128, Albertus Magnus, Compendium theologicae veritatis

Albertus Magnus
Compendium theologicae veritatis
Los 1034

Schätzung
1.400€ (US$ 1,609)

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Albertus Magnus. Compendium theologicae veritatis. 98 nn. Bl. 2 Spalten. 46 Z. Got. Typ. Schriftraum 15 x 11 cm. Format 14,4 cm. Modernes Halbleder mit Holzfurnierdeckeln in modernem Leinenschuber. Venedig, Gabriel de Grassis, 14.VI.1485.
Hain-Copinger 441. Goff A-238. Pellechet 279. Brinkhus 1096. Madsen 60. Mendes 42. Schlechter-Ries 952. Sheehan A-106. Walsh 1957. BSB-Ink H-404. BMC V, 333. IDL 123. IGI 172.ISTC ia00238000. – Die dritte venezianische Ausgabe des "Compendium theologicae veritatis", einem "Abriss der theologischen Wahrheit", das zu den erfolgreichsten und meistgelesenen theologischen Lehrbüchern des Spätmittelalters zählte.
Es handelt sich um die einzige Ausgabe bei Gabriel de Grassis, einem Nachdruck der Ausgabe von 1483, die ebenda bei Gregorius Dalmatinus und Jacobus Britannicus erschien. Das "Compendium theologicae veritatis" wird meist dem Kölner Kirchenlehrer Albertus Magnus (1200-1280) zugeschrieben, wahrscheinlicher ist jedoch, dass es von seinem Schüler Hugo Ripelin von Strassburg (1205-1270) stammt. Wie Albertus selbst wurde Ripelin damit zu einem der Wegbereiter des christlich interpretierten Aristotelismus im hohen Mittelalter. Mit dem Compendium legte er einen Grundriss der scholastischen Theologie vor, der bis in die frühe Neuzeit hinein zu den am häufigsten kopierten und ab 1470 dann auch vielfach gedruckten Werken der scholastisch-theologischen Lehre gehörte. – Das erste weiße Blatt (a1) mit hs. Titelei in Eisengallustinte (die Löcher durch Tintenfraß flächig alt hinterlegt), erstes Textblatt (a2) mit Tintenflecken, die ersten Lagen mit hs. Kolumnentiteln, von oben leicht feuchtfleckig, sonst im Block sauber. Scharf beschnitten.

Colonne, Guido delle
Historia Troiana Guidonis [und:] Historia Alesandri magni regis mace doniede preliis
Los 1035

Schätzung
3.000€ (US$ 3,448)

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Colonne, Guido delle. Hystoria Troiana Guidonis [und:] Historia Alexa(n)dri magni regis macedonie de prelijs. 2 Inkunabelschriften in 1 Band. 78 nn. Bl.; 37 nn. Bl. 2 Spalten. 43 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 21 x 12 cm. 24,5 x 17,5 cm. Blindgeprägtes Leder des 18. Jahrhunderts (beschabt, bestoßen, RGelenk offen, Kapitale mit Einrissen und Fehlstellen) mit goldgeprägtem RTitel und RVergoldung sowie dreiseitigem Goldschnitt. Straßburg, Georg Hausner, 1489.
I. Goff C774. H 5510*. Zehnacker 715. Polain(B) 4297. IGI 3101. IBP 1662. Kotvan 394. Sajó-Soltész 1053. IDL 1360. IBE 1704. SI 1202. Coll(U) 654. Madsen 1241. Šimáková-Vrchotka 594, 595. Martín Abad C-152. Ohly-Sack 900, 901. Borm 798. Hubay(Augsburg) 613. Schlechter-Ries 841. Voull(B) 2429. Pad-Ink 195. Kind(Göttingen) 730. Walsh 238. Rhodes (Oxford Colleges) 611. Bod-inc C-397. Sheppard 476. Pr 620. BSB-Ink G-436. GW 7231.

II. ISTC No.ia00398000. Goff A398. HC 780*. Pell 447. CIBN H-148. Hillard 1019. Zehnacker 110. Polain(B) 117. IDL 226. SI 147. IGI 291. IBP 199. CCIR A-39. Sajó-Soltész 131. Coll(U) 64. Madsen 121. Ernst(Hildesheim) I,I 17. Günt(L) 2673. Schlechter-Ries 43. Voull(B) 2426. Ohly-Sack 85. Borm 83. Kind(Göttingen) 838. Walsh 237. Oates 232. Bod-inc A-173. Sheppard 475. Pr 619. BMC I 138. BSB-Ink H-291. GW 877. – Wohl fünfte Ausgabe. Alexander der Große und die Geschichte Trojas sind beliebte Themen der griechischen Antike, welche oft rezipiert und neu erzählt wurden. – Papierbedingt gebräunt, braun- und feuchtfleckig sowie mit hs. Notizen am Rand. – Vorgebunden: Sabellico, Marco Antonio. Exemplorum libri decem. 4, XCXIX num Bl. (Straßburg), Matthias Schürer, 1511.

Biblia
Speyer, Peter Drach, 1489. Zweiter Bibeldruck der bedeutenden Offizin von Peter Drach in Speyer
Los 1036

Schätzung
3.000€ (US$ 3,448)

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Zweiter Bibeldruck der bedeutenden Offizin von Peter Drach in Speyer
Biblia Sacra. Veteris et novi testamenti. 581 (statt 582; ohne das erste Blatt) nn. Bl. 2 bzw. 3 Spalten. 48 bzw. 53 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 21,6 x 13,5 cm. Format: 27,6 x 19,8 cm. Mit 14-zeiliger Initiale "F" in Altrosa auf Blau und Blattgoldgrund im Quadrat und Hunderten von 3-11-zeiligen Lombarden in Rot und Blau. Schlichter dunkelbrauer Kalbslederband d. Z. (berieben, beschabt und bestoßen, mit Fehlstellen im Deckelbezug und an Kanten, Rücken restaurierend hinterlegt mit aufgeblendeten Stücken des urprünglichen Rückenleders) über abgefasten Holzdeckeln (mit zwei Bruchstellen, wohl Remboîtage vom Ende des 17. Jahrhunderts) mit hübscher Blindfileten-Zier (zwei- bzw. vierfach parallele Dreifachfileten in Kreuzanordnung mit einem Andreaskreuzornament, alles in dreifacher Fileten-Rahmenlinie), dreiseitiger punzierter Rotschnitt mit sich überlagernden Kreisen als Punktierpunze und Mittelstern. Speyer, Peter Drach, 1489.
Hain 3105. Hain-Copinger 3103. GW 4264. Goff B-587. Proctor 2378. Pellechet 2327. Bodleian B-296. Deckert 126. 127. Ernst I,1 90. Feigelmanas 83. Finger 195. Günther 2579. Hartig 118-120. Hubay 371. Lökkös 90. ÖNB-Ink B-374. Sallander 1624. BMC II, 497. BSB-Ink B-461. CIBN B-414. CIH 647. IBE 1029. IBP 1026. IDL 851. ISTC ib00587000. – Zweiter Speyerer Bibeldruck von Peter Drach, weitgehend kollations- und inhaltsgleicht mit der Ausgabe von 1486 (Hain 3093). – Es fehlt das erste Blatt a1 mit dem Titel "Biblia ...". Wenige kleine Randläsuren, wie vereinzelte (ein alt hinterlegter) Einrisse oder schwache Feuchtränder, Ränder hier und da gering brüchig, minimal gebräunt oder fleckig, zwei kleine Randausrisse (nur einer davon mit geringem Textverlust im Register, alt hinterlegt) und hinterlegtes Löchlein im letzten Blatt (ebenfalls kaum Textverlust, verso alte Verstärkungen). Ganz vereinzelte Lombarden leicht ausgewaschen, die Goldgrund-Initiale am Anfang etwas abgeschabt, unwesentliche, zu vernachlässigende Wurmlöchlein. Mehrfache hübsche Notabene-Händchen am Rand mit zeitgenössischer Tinte (z. B. b1 und kk1 et passim).
Obere Marge teilweise etwas kapp beschnitten (wenige Kolumnentitel-Serifen betroffen), rechter und unterer Steg jedoch bemerkenswert breitrandig, lediglich im NT einige Konkordanz-Marginalien im äußeren Steg ebenfalls etwas überschnitten. Im Gesamtkatalog (GW online) wird vermerkt: "Gesamtüberlieferung: 105 Exemplare / Fragmente in öffentlichen Einrichtungen und mindestens 1 Exemplar in Privatbesitz nachgewiesen." Mit dem vorliegenden wäre dann ein zweites in Privatbesitz nachgewiesen. Tatsächlich ist auch kein einziges Exemplar des Drach-Druckes im Jahrbuch der Auktionspreise seit Jahrzehnten nachweisbar.
Provenienz: Blatt a2 mit mehreren, teils durchgestrichenen alten Besitzeinträgen, darunter "Ex libris Joannis Klimes Canonici Wissehradensis [...]", von dem der Vysehrader Kanoniker aus Prag, eines "Joannis Jacobi zub [= sub] sacerdotis Ecclesiastici", ferner "Ex libris mag. Zdenconi Comes de Walstaijn scilicit Consilianus et Cubiculanus", bei dem es sich wohl um einen Rechtsberater und Kämmerer wohl handelte, einen Grafen Zdenko von Walstain (Zdenek von Waldstein bzw. Zdenek z Valstejna) aus Cesky Ráj bei Turnov. Der fliegender Vorsatz mit Besitzvermerk "Ex Libris Procopii Stiasny Justitiarii Frauenberg[iu]s 1790" und recto weiteren Eintrag derselben Hand "Biblia Sacra Veteris et Novi Testamenti. Sine Titulo". Demnach war die Bibel im Besitz des
Gerichtshalters Procop Stiasny der Patrimonialgerichtsbarkeit (Justititarius) im böhmischen Frauenberg (Hluboká nad Vltavou) der Adelsherren aus der Fürstenfamilie derer von Schwarzenberg. Interessant, dass auch schon zum Ende des 18. Jahrhunderts das Titelblatt fehlte.

Lot 1037, Auction  128, Voragine, Jacobus de, Legenda Aurea, Strassburg, Drucker des Jordanus von Quedlinburg, 16.VIII.1490.

Voragine, Jacobus de
Legenda Aurea, Strassburg, Drucker des Jordanus von Quedlinburg, 16.VIII.1490.
Los 1037

Schätzung
1.000€ (US$ 1,149)

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Voragine, Jacobus de. Legenda aurea. 263 (statt 264) Bl. 2 Spalten. 46 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 20,6 x 13,8 cm. Format: 26,6 x 19 cm. Mit großer 8-zeiliger Zierinitiale "A" in Altrosa-Blattwerk mit Hellgrün und Binnenzeichnung in Weiß und mit Goldgrund gefüllt, zahlreichen 3-4-zeiligen Lombarden und durchgehender Rubrizierung mit Unterstreichungen und Absatzmarken in Rot und Blau. Halbleder vom Anfang des 19. Jahrhunderts (beschabt, bestoßen und berieben, Gelenke leicht eingerissen, hs. RSchil). Strassburg, Drucker des Jordanus von Quedlinburg, 16.VIII.1490.
Hain-Copinger-Reichling . GW . Goff J-124. Proctor 622. Bodleian J-053. Chrisman C4.2.1.i. Ernst I,1 425. Feigelmanas 243. Günther 2679. Kind Göttingen 1032. Madsen 2191. Walsh 241. CR 6454. CIH 1855. CIR J-19. IBP 3005. IBS 691. IDL 2574. BSB-Ink I-96. ISTC ij00124000. - Nicht im BNC, bei Pellechet und im CIBN. – Sehr seltene 1490er Ausgabe der berühmten Stehsatz-Legenda aus der Offizin des nicht namentlich bekannten sog. "Druckers des Jordanus de Quedlinburg", dem auch die Straßburger Ausgaben von 1483 (Goff J-1017), 1485 (J-110), 1486 (J-117) und 1489 (J-122) zuzuordnen sind. Möglicherweise handelt es sich bei dem Drucker um Georg Hussner selbst oder um einen Drucker, der mit dessen Typenrepertoir in Straßburg weiterdruckte (vgl. Goff J-88 und J-92). "Der sogenante Drucker des Jordanus von Quedlinburg wird mit ihm identifiziert." (Benzing, Drucker, 410).
– Es fehlt das erste Blatt (j1) mit dem Titel, das erste der Lage M am Schluss (M1) sowie das le. w. Bl. (N8). Erste Lage unten mit hinterlegten Randausrissen, letztes Blatt mit angesetzten Rändern (jeweils nur minimaler Serifenverlust, gegen Anfang und Ende deutlich stärker, sonst nur vereinzelt stärker wasserrandig, fleckig und gebräunt, teils etwas finger-, vereinzelt tintenfleckig und angeschmutzt, im Block meist sehr gut erhalten, wiewohl mit einigen gebräunten Feuchtflecken und einigen ausgewaschenen Lombarden. Mit zahlreichen interessanten zeitgenössischen und einigen späteren Marginalien in roter und schwarzer Tinte.

Lot 1038, Auction  128, Bustis, Bernardinus de., Mariale. Strassburg, Martin Flach, 26.VII.1496

Bustis, Bernardinus de.
Mariale. Strassburg, Martin Flach, 26.VII.1496
Los 1038

Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)

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Bustis, Bernardinus de. Mariale. Mit dem Officium et missa Immaculatae Conceptionis Beatae Mariae Virginis und mit Beigaben des Domenico Ponzoni. 356 (statt 378) nn. Bl. 2 Spalten. 54 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 20 x 12,6 cm. Format: 28 x 20 cm. Mit Hunderten von großen, 6-10-zeiligen Lombarden und durchgehender Rubrizierung mit Kapitalstrichelung, Absatzmarken, Unterstreichungen etc. Schlichter dunkelbrauner Kalbslederband d. Z. (Gelenke etwas brüchig, Bezugsfehlstellen teils alt restauriert, Rücken im 17. Jahrhundert alt geweißt, Gebrauchsspuren) mit Bordürerahmen aus 7-fachen Blindfileten und 2 vollständigen Messingschließen (Schließbänder alt erneuert, Schließbügel alt durch gehämmerte Eisenschließen ersetzt) an 4 intakten punzierten und ziselierten gotischen Schließbeschlägen. Strassburg, Martin Flach, 26.VII.1496.
Hain-Copinger 4161. GW 5805. Goff B-1334. Proctor 704. Pellechet 3110. Collijn 272. Deckert 185. Hartig 171. 172. Hubay 498. Madsen 964. Ohly-Sack 754. Schlechter-Ries 241. Sheehan B-571. Wilhelmi 116. BMC I, 154. BSB-Ink B-1016. ÖNB-Ink B-773. CIH 865. IBE 1345. IBP 1345. IBS 323. IDL 1090. IGI 2283. ISTC ib01334000. – Illustres Hauptwerk des bedeutenden italienischen Franziskaners, Theologen und Kanzelredner des späten 15. Jahrhunderts (gestorben wohl um 1500). Er arbeitete an der Reform des Ordens der Franziskanter-Oberservanten und schriebe Hunderte von Predigten, in deren Zentrum immer wieder die Verehrung der Muttergottes Maria, wie deren Unbeflecktheit (Immaculata Conceptione Beatae Mariae Virginis) thematisisert wurde, was in dem vorliegenden Band versammelt herausgegeben wurde. Das "Mariale" gilt damit als eine der wichtigsten Quellen für die Marienverehrung der Neuzeit, nicht zuletzt auch in der bildenden Kunst der Kirchen. – Insgesamt fehlen 22 Blätter, darunter Teile der "Tabula Alphabetica", der "Prologus" ist jedoch vollständig erhalten. Es fehlen die Blätter A8, B1, bb5-6, cc1, cc3, cc5, cc8, FF5-6 GG2-6. Blatt B2 mit alt ersetzter Eckfehlstelle (winziger Textverlust), mehrere, teils alt hinterlegte Einrisse, nur wenige Flecke oder Anschmutzungen bzw. allgemeine Gebrauchsspuren,

Lot 1040, Auction  128, Agend Büchlein, für die Pfarrherren auff dem Land (+ 2 Beibände)

Agend Büchlein
für die Pfarrherren auff dem Land (+ 2 Beibände)
Los 1040

Schätzung
300€ (US$ 345)

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ALTE DRUCKE VOR 1600
Agend Büchlein, für die Pfarrherren auff dem Land. 88 nn. Bl. Titel in Rot und Schwarz. Mit Wappenholzschnitt auf dem Titel. 19,5 x 14,5 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (stärker fleckig und berieben) mit 2 (modernen) Messingschließen. Nürnberg, Nikolaus Knorr, 1586.
VD16 A 654. – Frühe Ausgabe des zuerst 1543 erschienenen Agendbüchleins, das von dem Reformator Veit Dietrich (1506-1549 ebenda) im Auftrag der Stadt Nürnberg bearbeitet und herausgegeben wurde. Regional wichtiges Handbuchs der Kirchenordnung für die Pfarrer der Kirchen in der reformierten Stadt Nürnberg, das neben den üblichen Fragen auch Grundsätzliches zum Protestantismus enthält. – Beigebunden: Christliche Vermanung, alle Sontage, vor der Predigt und Communion, der Gemeine fiirzulesen. 10 nn. Bl. Mit Wappenholzschnitt auf dem Titel. Nürnberg, (Katharina Gerlach), 1591. - VD16 ZV 16652. - Collecten, auch Tauff und Traubiichlein. 50 nn. Bl. Titel in Rot und Schwarz. Mit Wappenholzschnitt auf dem Titel. 50 Bl. Ebenda 1591. - VD16 ZV 16612. - Vorsätze modern erneuert, alle drei Drucke fast durchgehend im Seitenrand fachmännisch mit Japanpapier verstärkt (anfangs dort Fehlstellen), Titel vom Agendbüchlein verso gestempelt. Durchgehend in der oberen rechten Ecke mit Bleistift foliiert.

Lot 1041, Auction  128, Ambrosius von Mailand, (Opera omnia quae extant). Bände IV und V in 1 Band.

Ambrosius von Mailand
(Opera omnia quae extant). Bände IV und V in 1 Band.
Los 1041

Schätzung
300€ (US$ 345)

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Ambrosius von Mailand. (Opera omnia quae extant). Bände IV und V (von 5) in 1 Band. 593 S.; 414 S., 21 Bl. 33,5 x 22,5 cm. Mächtiger blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (Ecken teils sauber restauriert, Vorsätze erneuert, leicht abgegriffen) über 4 Doppelbünden und schweren abgefasten Holzdeckeln mit 2 vollkommen intakten ziselierten Messingschließen. Basel (Hieronymus Frobenius und Nicolaus Eposcopius), 1538.
VD16 A 2181. Adams A 937. – Die maßgebliche zweite große Kirchenväterausgabe mit den Werken des Heiligen Ambrosius von Mailand (339-397), die Erasmus von Rotterdam (1466-1536) philologisch bearbeitet und herausgegeben hat. Ihm verdanken wir auch die übersichtliche textkritische Gliederung in fünf Bände sowie die höchste typografische Qualität der Offizin von Froben und Episcopius.
Der imposante Band enthält die Teile IV und V. Diese Bände umfasst die exegetischen und allegorischen Kommentare zu den Büchern des Alten Testaments (Band IV) und die Auslegungen des Neuen Testaments. Der fünfte Band geriet zu dem mit Abstand bedeutendsten und umfangreichsten Werk der Gesamtausgabe. – Nur vereinzelte, wenige Feuchtränder und Flecken von unten, sonst sehr sauber, auf sehr weißem, höchst breitrandigen guten Papier - eindrucksvoll gebunden.

Lot 1042, Auction  128, Appianus Alexandrinus, Romaika (graece.). Rom. historiarum

Appianus Alexandrinus
Romaika (graece.). Rom. historiarum
Los 1042

Schätzung
600€ (US$ 690)

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Appianus Alexandrinus. Romaika (graece.). Rom. historiarum. Punica, sive Carthaginiensis, Syrica, Partihca, Mithridatica, Iberica, Annibalica, Celticae & Illyricae fragmenta quaedam. Item De bellis civilibus libri V. Henr. Steph. annotationes. 6 Bl., X S., 1 w. Bl., 767, 72 S., 18 Bl. (l. w.). Mit Holzschnitt-Druckermarke. 34 x 22 cm. Pergament d. Z. (fleckig und berieben, Rückdeckel mit kleinerer Stauchspur, mit hs. RTitel). (Genf), H. Estienne (Stephanus), 1592.
IA 106.591. Adams A 1352. Renouard 155, 4. Schreiber 223. – Zweite Estienne-Ausgabe von Appians Geschichtswerk, in welchem er vor allem die römische Kriegsgeschichte behandelt. Mit hervorragend gedrucktem griechisch-lateinischem Paralleltext. "In this second edition Henri Estienne incorporates the Iberica and Hannibalica, which had not yet been discovered when the edition princeps was published. Estienne has also added 72 pages of very valuable annotations" (Schreiber). – Schwach gebräunt und etwas fleckig, sonst schönes und wohlerhaltenes Provenienzexemplar aus zwei bedeutenden Gelehrtenbibliotheken des 18. Jahrhunderts: Des an der Universität Halle wirkenden Juristen und Historikers Johann Peter von Ludewig (1668-1743), mit dessen großformatigem, von Johann Christoph Sysang gestochenem Wappenexlibris auf dem Innenspiegel sowie eigenhändigem Besitzeintrag auf dem Titel verso, datiert 1701. Und des Leipziger Historikers Friedrich August Wilhelm Wenck (1741-1810), mit dessen eigenhändigem Besitzvermerk ebenfalls auf dem Innenspiegel, datiert 1777.

Lot 1043, Auction  128, Aristoteles, Opera quae quidem extant omnia (Basel 1538)

Aristoteles
Opera quae quidem extant omnia (Basel 1538)
Los 1043

Schätzung
600€ (US$ 690)

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Aristoteles. Opera quae quidem extant omnia, latinitate vel iam olim, vel nunc recens a viris doctissimis donata, & graecum ad exemplar diligentissime recognita. Item Io. Lodovici vivis Valentini, de libris Aristotelicis censura, nunc recens & nata & edita. Ad haec de vita Aristotelis per Philippum Melanchthonem. Teil I (von 2). 6 Bl., 843 S. Mit Holzschnitt-Druckermarke. 34,5 x 21,5 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (etwas stärker fleckig und berieben, insgesamt nachgedunkelt; ohne die Schließen) mit 2 alten Papierrückenschildern. Basel, (Johann Oporinus), 1538.
VD16 A 3282. Adams A 1741. – Lateinischer Oporinus-Druck der Schriften des Aristoteles, hier allerdings nur der Teil I der zweibändigen Ausgabe. – Titel gestempelt und mit hs. Besitzeintrag. Etwas fleckig und feuchtrandig sowie mit zwei kleinen Wurmgängen im Seitenschnitt.

Lot 1044, Auction  128, Aristoteles, Organum, hoc est libri omnes ad Logicam pertinentes

Aristoteles
Organum, hoc est libri omnes ad Logicam pertinentes
Los 1044

Schätzung
500€ (US$ 575)

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Aristoteles. Organum, hoc est libri omnes ad Logicam pertinentes, Græcé & Latiné. Iul. Pacius recensuit. 4 Bl., 831 S. Mit figürlicher Holzschnitt-Titelbordüre und zahlreichen schematischen Holzschnitt-Illustraionen. 24,5 x 16,5 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (etwas fleckig, berieben und bestoßen; ohne Schließbänder). (Morges), Guillaume de Leymarie, 1584.
Adams A 1866. IA 108.668. Lonchamp 152. – Erster Druck der von dem hoch angesehenen Genfer Rechtsgelehrten Julius Pacius (1550-1635) besorgten und kommentierten Edition der logischen Schriften des Aristoteles, eine zweite Auflage erschien 1597 bei Andreas Wechel in Frankfurt. Mit lateinisch-griechischem Paralleltext. – Durchgehend mit stellenweise stärkerem Braunfleck im oberen Rand, anfangs auch im unteren Rand. Einige Seiten der Analytik mit ausführlicheren Annotationen in einer Miniaturkursive. Dekorativer Schweinslederband, die Mittelplatten mit allegorischen Darstellungen der Justitia mit ihren Attributen Richtschwert und Waage (Vorderdeckel) und der sich erdolchenden Lukretia (Rückdeckel). Mit in Tinte aufgetragenen Eignerinitialen "IPB".

Lot 1045, Auction  128, Aristoteles, Politicorum sive de republica libri octo

Aristoteles
Politicorum sive de republica libri octo
Los 1045

Schätzung
250€ (US$ 287)

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Aristoteles. Politicorum sive de republica libri octo. Aretino interprete cum D. Thomae Aquinatis explanatione ... Hic accessere ipsius D. Thomae de regimine principum libri quatuor ... Oeconomia etiam ex antiqua interpretatione ... sunt addita. Iul. Martiani Rotae labore. 8 nn., 27 num., 1 w., 168 num. Bl. Mit 2 Druckermarken. 31,5 x 21,5 cm. Pergament d. Z. (etwas berieben und fleckig, RSchild) mit hs. RTitel. Venedig, Giunta, 1568.
IA 108.550. Adams A 1919. EDIT16 CNCE 27304. – Nachdruck der 1558 bei Giunta in Venedig erschienen Ausgabe (vgl. Hoffmann I, 366). – Titel etwas fleckig, sonst kaum gebräunt. Vorsatz und Titel mit offenbar ausgeschiedenen Bibliotheksstempeln der Zentralbibliothek Kapuziner-Kloster und Bibliothek des Konvents der Minderen Brüder Kapuziner in der Schweiz.

[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.

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