Neumann, Louise
2 Briefe + 5 Schauspielerbriefe als Beigaben. 1848-1918
Los 2752
Schätzung
350€ (US$ 402)
Neumann, Louise, ab 1857 verh. Gräfin Schönfeld, hervorragende Wiener Schauspielerin, Tochter der Schauspielerin Amalie Haizinger, bis zu ihrer Vermählung rund 17 Jahre gefeiertes Mitglied des Burgtheaters (1817-1905). 2 eigh. Briefe m. U. "Louise Neumann". Zus. 5 S. Doppelbl. Gr. 8vo. Wien 16.V.1848 und IX.1854.
Der Brief von 1848 vermutlich an den (nicht genannten) Schauspieler und Schriftsteller Arnold Schloenbach (1817-1866), der sich bei Amalie Haizinger mitten im Revolutionsgetümmel nach dem Schicksal seines beim Burgtheater eingereichten Dramas "Gustav III." erkundigt hatte. Louise antwortet im Auftrag ihrer Mutter, "... daß Herr von Holbein in dessen Hände jetzt das Repertoire des Burgtheaters gelegt ist, Ihr Stück noch einmal durchlesen wird, da so viel er sich erinnert, nur dessen Tendenz ihn bisher abhielt, es anzunehmen. Jetzt wo wir durch keine Censur mehr in der freien Entwiklung der Zeit mehr gehindert werden, bezweifle ich keinen Augenblick, daß Ihr Gustav III. über unsere Bühne schreiten wird. Sollte aber wider Vermuthen dennoch ein Umstand vorwalten, der Ihrem Werke hinderlich wäre, so verlaßen Sie sich auf uns beide; wir werden es gewiß einer unsrer Vorstadt Bühnen dringend empfelen ... Entweder wird Ihnen Hr. von Holbein selbst oder vielleicht meine Mutter in einiger Zeit darüber berichten, denn wenn Ihr Stück zur Aufführung kömmt, so wird es erst nach mehreren Monaten geschehen, weil im gegenwärtigen Augenblicke die Direction überflutet wird mit Produkten inländischer Poeten, welche alle prätendiren - (ob mit oder ohne Talent) den Vorzug vor den Ausländern zu verdienen ...". - Der Brief von 1854 an einen Autor, der Biographisches über sie und ihre Mutter nebst Bildnissen veröffentlichen möchte und sie um Selbst-Auskunft gebeten hatte. Louise teilt mit, "daß ich 2 Litographien, als die gelungensten Portraits von meiner Mutter und mir an Sie abgeschickt habe. Was die biographischen Notizen anbelangt, so finden Sie über meine Mutter (Frau Haizinger) die besten im Humoristen des Jahres 39 oder 40 abgedruckt, welchen nur noch hinzuzufügen wäre, daß sie seit 9 Jahren zum Wiener Burgtheater eintrat, wo sie in dem ältern Fache sich eben so bewährte wie in dem früheren. Notizen über mein Leben geben zu wollen, wäre lächerlich, es ist nach Außen hin so glatt, daß es sicher Niemanden interessiren kann. Das Wenige was sich darüber sagen läßt, wurde einmal in der Wiener illustrirten Zeitung neben einer Litographie abgedruckt ...". - 5 Beilagen: 2 eigh. Briefe des Burgschauspielers Josef Lewinsky (1904 an den Bildhauer Hans Dietrich, 1905 an einen Freund). - 2 eigh. Briefe des Burgschauspielers Hugo Thimig (1892 an einen Theaterdirektor, mit Empfehlung der Schauspielerin Anna Kallina; 1895 an einen Hofrat, der ihm ein Bildnis Ludwig Dessoirs für Thimigs Theatersammlung gestiftet hatte). - 1 kurzer eigh. Brief des Schauspielers Albert Bassermann (Wien 5.IV.1918 an den Schauspieler und Operettensänger Alexander Girardi, in Bassermanns kurioser Orthographie. Seine Frau läßt Girardi danken für Rosen, famose Theaterplätze und Girardis Leistung, wohl in Raimunds "Bauer als Millionär", 2 Wochen vor Girardis Tod). - Insgesamt 7 Briefe höchst prominenter Wiener Künstler zum Thema Theater.
Palucca, Gret, Tänzerin und Tanzpädagogin (1902-1993). Brief m. U. "Deine Palucca". 11/2 S. Quer-gr. 8vo. Mit Umschlag. Dresden 13.III.1972.
An ihre Freundin Eva Waechter in Zürich, der sie, bevor sie "nach Stockholm zum Unterrichten fahre", für deren Brief danken möchte. "... Es ist ... in der letzten Zeit bei mir sehr viel los gewesen, und ich hab mehr denn je zu arbeiten ... Ich habe bis 8. Juli Internationalen Sommerkurs hier, dann fahre ich direkt anschließend bis Ende September nach Vitte/Hiddensee ... Ich hatte ja auch eine Einladung, im Internationalen Sommerkurs in Zürich zu unterrichten, und man wollte versuchen, den Film, der zum Geburtstag über mich herauskam, (Dokumentarfilm) dort zu zeigen. Aber ich mußte leider absagen, weil dieser Kursus mitten in meine Ferien fällt. Das ist sehr schade, denn wie gern wäre ich wieder einmal in der Schweiz gewesen ...".
Pfitzner, Hans, Komponist und Dirigent (1869-1949). Konvolut von 2 masch. Briefen, 1 masch. Postkarte und 1 eigh. Postkarte m. U. "Hans Pfitzner" bzw. "D Hans Pfitzner". Zus. 4 S. Gr. 4to, quer-gr. 8vo und quer-8vo. Berlin, München und Wien 1904-1944.
Die eigenhändige Postkarte (Berlin 1904) ist an Carl Horwitz in Charlottenburg gerichtet. "... Ihr Brief, sowie der Ihres Freundes, ist mir vollkommen unverständlich; ich nehme an, daß Sie das Bedürfnis empfinden, mir die wahren Gründe Ihres plötzlichen Entschlusses mündlich mitzuteilen, nachdem Sie doch schon so weit mit mir in Beziehung getreten sind. Was mich betrifft, so wünschte ich schon deshalb Aufklärung zu erhalten, weil Frau Dir. Mahler so liebenswürdig war, Sie mir zu empfehlen ...". - Wahrscheinlich handelt es sich um den Wiener Adler- und Schönbergschüler Horwitz (1884-1925), der später als Dirigent und Komponist in Erscheinung trat. - Die übrigen Schriftstücke im Weltkrieg jeweils an Hans von Besele, Professor an der Hochschule für Musik in Stuttgart. Der erste Brief mit Umschlag: "... Frl. Domberger kann mir natürlich vorsingen ... Warum schreiben Sie mir nicht, wie Sie sie finden und was für eine Qualität von Sängerin sie ist?" [München 25.II.1941]. - Die masch. Karte: Dankt Besele für einen Brief mit beigefügtem Konzertprogramm: "... Dass die Klavierstücke daraufstehen ist ja sehr schön, aber die tragen die opus-Zahl 47, nicht 45. Ich lege Wert darauf, dieses festzustellen" [München 1.VII.1942]. - Der Brief aus Wien [7.III.1944]: "Ich komme ziemlich spät zur Beantwortung Ihres Briefes vom 29. Dezember 1943. Sie können sich denken, dass die Zeit seit Empfang desselben mit allerlei wichtigen Tätigkeiten ausgefüllt war. Inzwischen hat sich die Frage meiner Unterkunft so weit aufgeklärt, dass ich noch diesen Monat in mein neues, mir zur Verfügung gestelltes Häuschen in Rodaun bei Wien einzuziehen gedenke ... Von dem neuesten, offenbar sehr starken Angriff auf Stuttgart habe ich gehört und bitte Sie, mir doch sobald als möglich mitzuteilen, ob Sie auch darunter haben leiden müssen ... Die Schreckensnachrichten werden einem ja allmählich zur Gewohnheit und man ist zufrieden, wenn man nur die hauptsächlichsten Auskünfte über seine Freunde und Bekannten hat ...". - Der Brief auf gebräuntem Kriegspapier. - Beiliegend eine gedruckte Dankeskarte (auch die Unterschrift gedruckt) an die Gratulanten zu Pfitzners 75. Geburtstag.
Rubini, Giovanni Battista, ital. Opernsänger, einer der berühmtesten Tenöre seiner Zeit (1795-1854). Eigh. Brief m. U. "Gio: Batt: Rubini". In franz. Sprache. 11/2 S. Doppelbl. 8vo. Limanche 5.VI.1842.
An einen Herrn "... Je regrette infiniment que mon départ précipité pour Londres, me prive de l'avantage de vous faire mes adieux, et de vous exprimer de vive voix ma reconnaissance pour vos bonnes dispositions pour moi; si vous me faites l'honneur de m'écrire, comme vous me l'avez dit, vous adresserez voslettres au héâtre, c'est le plus sure moyen, pour qu'elles me parviennent ...". - 1 obere Ecke defekt. - Rubini, der in Italien den Herzogstitel erhielt, "war ein außergewöhnlicher Belcantointerpret und einer der berühmtesten Sänger Europas zwischen 1820 und 1840" (Wikip.).
Schauspielerinnen u. Schauspieler des 19. u. 20. Jhdts
11 Briefe und 3 Postkarten. 1863-1951
Los 2756
Schätzung
200€ (US$ 230)
Schauspielerinnen und Schauspieler des 19. und 20. Jahrhunderts. 14 Autographen. 1863-1951.
Sammlung von 11 Briefen und 3 Postkarten von teilweise großen Stars, die zeitweilig in Berlin oder Sachsen auf der Bühne oder im Film tätig waren. Vorhanden: Ludwig Barnay (2 Briefe 1880, 1903), Gertrud Eysoldt (Postkarte 1951), Anton Hartmann (Postkarte 1906), Wolfgang Liebeneiner (Brief als UFA-Produktionschef an Prof. Hans Knudsen, 1944), Adalbert Matkowsky (Brief 1898; beiliegend eine Porträtfoto-Postkarte, von anderer Hand beschriftet), Bernhard Minetti (Brief 1934 an Prof. Hans Knudsen), Asta Nielsen (Postkarte vor 1945 aus Kopenhagen an Victor de Kowa in Berlin), Hedwig Niemann-Raabe (Brief 1887 an Ludwig Barnay), Marie Niemann-Seebach (Brief 1870), Max Pohl (Brief 1921), Anna Schramm (Briefchen 1899 an einen Arzt), Felix Schweighofer (Brief Dresden 1892), Pauline Ulrich (Brief 1863). - Beiliegend ein Brief von A. Vormeng, Herausgeber und Redakteur der "Deutschen Thalia", wegen Versendung der Nr. 1 der Zeitschrift zur Besprechung (Berlin 19.I.1886).
Schneider, Romy
3 eigenhändige Briefe an einen Filmroduzenten. Mit 3 Setfotos. 1976
Los 2757
Schätzung
2.000€ (US$ 2,299)
"trotz aller schwierigen Seiten, trotz aller Missstimmungen"
Schneider, Romy, österr.-franz. Schauspielerin, eine der ganz großen Persönlichkeiten des europäischen Films (1938-1982). 3 eigh. Briefe m. U. "RS" bzw. "Romy Schneider" und "Ro". Zus. 9 S. Auf 4 blauen Briefkarten und 1 weißen Zettel. Mit 2 Umschlägen. Quer-8vo. (Berlin) 28.IX.1976 bzw. o. D. (1976).
Interessante, teils ausführliche und kritische Briefe an den Filmproduzenten Hans Brockmann, während der Vorbereitungen und Aufnahmen zu dem Film "Gruppenbild mit Dame" nach dem gleichnamigen Roman von Heinrich Böll; mit dem Regisseur Aleksandar ("Sascha") Petrovič und Romy Schneider als "Leni". Romy beklagt sich bei den Vorbereitungen über diverse Mißstände und unzumutbare Bedingungen, lobt aber Teile der besichtigten Spielstätten. "... es war gut und wichtig für mich gestern 'die Ruinen' und den Friedhof bzw. unser 'Glashaus' (sehr schön!) zu sehen. Sascha sprach plötzlich deutsch und das tat auch gut; es wird trotzdem ein ziemliches 'Sprachen-Durcheinander' geben, das ist leider nicht zu ändern. Weder Sascha's noch meine grosse Nervosität! ... Der erste, sehr nette! Assistent sagte mir er hätte ein Tonband (Schubert Sonate) machen lassen - damit kann ich dann 'üben' - Er sagte auch er würde mir andere Trackl [!] Texte schicken - Ich warte dringend darauf sowie auf das letzte Drehbuch!! Was den Klavierlehrer betrifft, sagte man mir dieser könne nur ab 20 h mit mir arbeiten - damit kann ich nicht einverstanden sein; denn 10 Stunden (für mich 12!) Arbeit pro Tag und dann um 8 h Abends noch 'Lieder üben', das ist zu viel & zu spät! Ich kann diese Woche und auch Wochenende jeden Nachmittg. ab 16 h ... wo immer man will das Lied lernen - bzw. üben ... Wenn ich ab 6. zu drehen beginne muss ich eben gleich nach Dreh-Schluss noch Klavierstunden haben ... ich bin recht enttäuscht, dass die Photographin & deren Assistent ... abgelehnt wurden; warum? Die macht wirklich sehr gute Photos und alles andere als konventionell - Leo Weise ist das, was Sie doch eigentl. (Paris Gespräch!!) auch nicht wollten, weil sehr konventionell! ... ich bedaure es sehr - im Sinne des Films! ...". Berichtet dann über den Presse-Rummel und meldet: "... Heute wird nun endgültig Herrn Prinz von 'Bild' abgesagt und allen anderen auch - ausser BZ, das mache ich morgen um 16 h! Dieses Interview geht dann in 6-7 andere Tageszeitg. ... Voilà - Sie sehen, alles (was das letztere betrifft) läuft so, wie wir 3 in Paris es besprochen haben! [28.9IX.1976] ... Wissen Sie, wenn ich einmal erfahren habe, was da so alles hinter meinem Rücken gesprochen wird, dann wird mir erst mal übel & danach habe ich nichts mehr zu sagen! Sollten Sie etwas zu sagen oder zu schreiben haben, dann tun Sie es doch! Ich bin froh wieder gesund zu sein und mache diesen Film trotz aller schwierigen Seiten - trotz aller Missstimmungen - de mon mieux - weiter! C'est tout! Ich bitte Sie mich wissen zu lassen wann ich für 2 Stunden 'Mado' synchronistieren kann ...". - Auf der Rückseite eines Aufnahme-Zeitplans notiert Romy hastig die Bitte: "lieber Hans - die 'Papparazzis' dürfen nicht da sein wo sie eben waren - ich bitte Sie, - Pitt Schröder weiss - ich bitte jetzt alle wegzuschicken! Danke Ro." - Alle Teile gelocht, 2 Bl. auch mit kleinen Büroklammer-Rostspuren. - Beiliegend 3 große Setfotos, schwarz-weiß (unter Glas gerahmt 40,5 x 51 und 39 x 48 cm), von den Aufnahmen zum Film "Gruppenbild mit Dame". - Aufschlußreiche Einblicke in das Produktionsgeschehen des Films, der 1977 zwar überwiegend negative Kritiken erhielt; aber Romy Schneider wurde mit dem Filmband in Gold für die "beste darstellerische Leistung" ausgezeichnet.
Schröder, Sophie
Brief an die Burgtheater-Direktion, wohl an Joh. L. Deinhardstein. 1832.
Los 2758
Schätzung
180€ (US$ 207)
Schröder, Sophie, Schauspielerin und Sängerin, langjähriges Mitglied des Wiener Burgtheaters, eine der berühmtesten Tragödinnen ihrer Zeit (1781-1868). Eigh. Brief m. U. "Sophie Schröder". 3 S. Doppelblatt. 4to. München 15.IX.1832.
An einen "Hochwohlgeborenen", vermutlich den Vizedirektor des Wiener Burgtheaters, Johann Ludwig Deinhardstein (1790-1859), der in diesem Jahr die Nachfolge Joseph Schreyvogels angetreten hatte. Umfangreiches Schreiben, in dem die Schauspielerin ihre Bedingungen für künftige Gastspiele am Burgtheater darlegt. Sie zeigt sich erfreut, dass der Oberstkämmerer [Graf Czernin, der eigentliche Direktor des Hofburgtheaters] ihrem Antrag "nicht abgeneigt" sei. "... Ich wünschte nämlich in jedem der drey nächsten, aufeinanderfolgenden Jahre auf dem k. k. Hofburg-Theater einen durch drey Monate dauernden, jeden Monat wenigstens 10 Rollen enthaltenden Cyclus zu geben, für ein Honorar von 100 fl. Conv. Münze per Rolle, und den jedesmaligen Reisekosten per Extrapost für die Hin und Rückreise ...". Erörtert dann Möglichkeit und Bedingungen erweiterter Gastspiele sowie mögliche Hindernisse durch Krankheit oder andere Ursachen. "... In Hinsicht der Zeit kann ich leider vor der Ankunft Seiner Majestät des Königs [Ludwig I. von Bayern] , welcher in den ersten Tagen des künftigen Monats erwartet wird, nichts näheres bestimmen, doch hoffe ich die Bewilligung eines Urlaubs, entweder für April, May und Juni, oder August, September und October zu erhalten ...". - Der energische Vortrag von Bedingungen und Honorar für Gastspiele auf dem angesehensten Theater des deutschsprachigen Raumes läßt den hohen Rang und "Marktwert" erkennen, den die Künstlerin zu dieser Zeit erreicht hatte.
Sorma, Agnes (eigentl. A. Zaremba), exzellente Berliner Schauspielerin, von Publikum und Kritik gefeiert, Star des Deutschen Theaters, verbreitete ihren Ruhm auf vielen Gastspielreisen (1862-1927). 4 Autographen. 1884-1897.
2 eigh. Briefe, 1 eigh. Postkarte und 1 Porträt-Photographie m. U. „Agnes Sorma“ bzw. „A. Sorma“. Die Briefe und die Postkarte sind an den ihr befreundeten Berliner Hof-Photographen L. Haase gerichtet und handeln von Photos, Terminen und Aktivitäten der Künstlerin. - Das auf der Bildseite signierte Rollenphoto (Brustbild, 1897) aus dem Atelier des Berliner Hofphotographen W. Höffert (Kabinett-Format, 16,5 x 10,8 cm) zeigt Agnes Sorma in einer ihrer berühmtesten Rollen, dem „Rautendelein“ in Gerhart Hauptmanns Märchendrama „Die versunkene Glocke“.
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