Crane, Walter, englischer Maler und Illustrator, als Mitglied des "Arts and Crafts Movement" Mitbegründer des Jugendstils (1845-1915). Eigh. Brief m. U. "Walter Crane". 1 S. 8vo. Shepherd's Bush 24.I.1888.
An einen Herrn, den er nicht angetroffen habe. Schlägt eine neue Verabredung vor.
"Je suis contre les musées"
Dubuffet, Jean, frz. Maler und Bildhauer (1901-1985). Masch. Brief m. U. "Jean Dubuffet". 2 S., eng beschrieben. 8vo. O. O. 26.IX. (wohl um 1948).
Gehaltvoller Brief an einen Freund, über den Charakter und die Funktion seiner Gemälde. "Vous faites bien trop de fêtes à ce tableau qui surement n'en mérite tant. Puissent mes tableaux être seulement des canevas pas bouchés, invitant l'usager à broder dessus sa taisserie, puissent-ils seulement rayonner une pressante invite, contenir une levure qui aide l'usager à faire monter sa pâte! C'est assez s'ils sont cela: un support, une clef; c'est l'usager qui fait tout le reste, c'est vous donc, c'est vous qui les refaites et leur donnez existence. Personne qui fasse si bon usage d'un tableau que vous faites. Avec vous comme destinataire cela devient facile (et si passionnant) de faire des tableaux! ...". Spricht dann von einem Museumsdirektor: "... Qu'il démissionne donc de ses fonctions et ensuite je pourrai lui écrire et organiser avec lui des expositons, des graffiti ou d'autres: autrement pas. Je suis vaisseau corsaire et ne m'engage dans aucun cas au service de l'Amirauté! Je suis contre les musées, les musées sont ma bête-noire ... Je m'occupe en ce moment aux préparatifs de la grande exposition d'ensemble de L'Art Brut qui se tiendra à la Galérie Drouin ...". - Erwähnt Max Ernst, Jean Paulhan und Gaston Puel.
Der revolutionäre Maler
Felixmüller, Conrad, Maler und Graphiker (1897-1977). Eigh. Brief m. U. "Ihre Felixmüllers". 2 S. Gr. 4to. O. O. (1920).
An einen jungen Künstler und Felixmüller-Verehrer in Hamburg, dem er eine politische, revolutionäre Kunst propagiert. "... Ich werde Ihnen gleichzeitig etwas Graphik von mir senden - entweder was größeres oder kleine Dinge, mehrere. - Es ist zwar sehr schön, wenn man als junger Mensch die entscheidenden Eindrücke des Lebens durch die Kunst wahrnimmt (deshalb durch die Kunst, da als 'junger Mensch' Vieles vom Leben noch unerreichbar ist, höchstens eben intellektuell oder gefühlsmäßig durch Kunst) - aber es hat eine große Gefahr in sich: es ist möglich, die lebendige Sache 'ästhetisch' und nur ästhetisch zu nehmen; es handelt sich aber um das Leben; die neue Kunst soll u. ist im Innersten bei den wahren Künstlern rein politisch, d. h. rein gesellschaftlich gewollt u. bestimmt! Vergessen Sie das nicht ... sagen Sie sich selbst, daß Sie jung sind u. zur aufsteigenden Generation gehören, denken Sie an die russischen Gymnasiasten, die in der Weltgeschichte, zwar namenlos, aber doch!, eine große Rolle spielen. Machen Sie sich klar und glauben Sie daran: Alles was wir tun ist ein gesellschaftlicher Prozess ... Die heutige Gesellschaft stinkt und bricht faulig zusammen: die ersten neuen Bilder enthalten eine Vorahnung vom neuen lebendigen Aufbruch einer jungen Generation - inzwischen sind auch diese Herrschaften senil u. mufflig geworden: Kopf auf! rücksichtslos voran ... Lesen Sie Jimmy Higgins, von U. Sinclair, Kiepenheuer Verlag!". - Das angegebene Datum 1920 ist von anderer Hand eingesetzt.
Höch, Hannah
Eigenhändiges und signiertes Gedichtmanuskript mit Beilagen. 1918
Los 2724
Schätzung
1.500€ (US$ 1,724)
Höch, Hannah, Malerin, Graphikerin und Collage-Künstlerin des Dadaismus (1889-1978). Eigh. Gedichtmanuskript m. U. "Hanna Höch". 7 S. auf 2 Doppelbl. 8vo. O. O. Februar 1918.
Zweiteiliges expressionistisches Gedicht ohne Titel, Balladen um Frauen und ein totes bzw. ein ungeborenes Kind. "O blauer Tag / Abhang. / Blau, so himmelblau / rot, grün, weiss / Maiwiese. - Schreitend Sie. / Zitternd Leben fühlend / aus Todnächten kommend. / - Oh ihr ... / Hauchend / küssend ein weisses Kleid. / - Tausend Gotteskinder / trösten: / armes Mütterlein; / wiegen Herzblut / in Frieden ... Da / talab / schreit welthin / ein D-Zug. / Morgen schon - / eine blasse Frau - / Tact von eisernen Rädern; / Wo ist das Kind - / Bohrend: / Wo ist dein Kind - Stöhnend: Kein Kindelein - kein Kindelein ...". - Das Gedicht, zu den wenigen literarischen Arbeiten der Künstlerin zählend, entstand im schwersten Krisenjahr ihrer seit 1915 währenden Liebesbeziehung zu dem verheirateten Raoul Hausmann. Ein zweiter Schwangerschafts-Abbruch verschärfte die Situation, Konflikte wuchsen und Hausmann trennte sich nicht von seiner Frau. - Das Manuskript stammte ursprünglich, bevor es auf den Markt kam, aus dem Besitz von Raoul Hausmanns Tochter. - Beiliegend 6 Bleistift-Skizzenblätter mit Modeentwürfen, die möglicherweise von Hannah Höch stammen könnten, denn sie arbeitete seit 1916 neben ihrem Studium für die Handarbeits-Redaktion des Ullstein-Verlags.
Lehmbruck, Wilhelm
Brief und Postkarte an Hilla von Rebay. 1915
Los 2725
Schätzung
1.500€ (US$ 1,724)
Lehmbruck, Wilhelm, der bedeutende Bildhauer, Graphiker und Medailleur (1881-1919, starb durch Selbstmord). Eigh. Brief und eigh. Postkarte m. U. "W. Lehmbruck". Zus. 5 S. 4to und Quer-8vo. Berlin-Friedenau 21.IX. und 3.X.1915.
Zunächst ein längerer Brief an die Malerin Hilla von Rebay in der Domäne Amt Grimnitz (Uckermark bei Groß-Ziethen), die ihm als Freundin des Generals Max von Gallwitz offenbar dabei behilflich sein sollte, an der Front nicht als Soldat, sondern in einer geeigneteren Verwendung beschäftigt zu werden. "... Also wir (Freie Secession) haben für Mitte Januar eine Ausstellung, Gemälde, Plastik, Schwarz-Weiß, beschlossen. Die 'Freie Secession' ist Ihnen wohl bekannt, es ist wohl das Beste darin, was es in Deutschland giebt, die älteren wie Liebermann, Slevogt und auch von den Jüngeren die Besten. Voraussichtlich werde ich in der Jury sein. Was halten Sie davon, wenn ich direkt mal an Excellenz von Gallwitz schreiben würde, ich könnte dann auch näher auseinanderlegen, was ich bei ihm vorhabe. Über letzteres schrieb ich Ihnen ja in meinem letzten Brief. Das Einfachste wäre, wenn Excellenz v. Gallwitz dem Generalkommando mitteilen würde, daß er mich gerne nehmen würde oder wenigstens, daß er damit einverstanden, daß ich zu seiner Armee komme ... Es war sehr schade, daß damals die Sache, wo Herr General [Gerhard] Glokke sich in freundlicher Weise verwandte, damit endete, daß ich vielleicht in der kartographischen Abteilung hätte arbeiten können, um Karten zu zeichnen, was mir nicht sehr interessant erschien. Ich weiß nicht, ob ich Ihnen damals schrieb, daß Liebermann mir ein Schreiben gegeben, in dem Sinne, daß es für die deutsche Kunst der Zukunft sehr zu wünschen wäre, wenn ich als Zeichner oder dgl. draußen zugelassen würde ... Hier geht das Gerücht, Fénéon sei zu Anfang des Krieges im Café im Streit erschossen worden, da er auf die Engländer geschimpft. Ungeheuerlich ...". - Die Postkarte handelt von Lehmbrucks vergeblichem Versuch, Hilla von Rebay telefonisch zu erreichen. - Beiliegend ein eigh. Feldpost-Brief (1 S., Leszno 21.VII.1915) des genannten Artillerie-Generals Max von Gallwitz (1852-1937), ebenfalls an Hilla von Rebay. Er bedankt sich für ihren Brief in Sachen Lehmbruck. "... Sie werden inzwischen wohl aus den Zeitungen erfahren haben, in welche Tätigkeits-Periode er bei mir hineintraf. Es geht sehr lebhaft zu ... Was den Künstler anlangt, so müßen alle Gesuche um Zulassung bei der Front durch den 'Stellvertretenden Großen Generalstab-Berlin' gehen. Es ist den Oberkommandos pp. ausdrücklich verboten, Literaten, Künstler etc. selbständig zuzulaßen. Helfen kann ich nur insofern, als Herr Lehmbruck in seinem Gesuche angeben könnte, daß er zu meiner Armeegruppe zu kommen wünscht, wo ein Kriegszeichner derzeit nicht vorhanden ist, und ich mit seiner Überweisung einverstanden wäre. Ob er nun hier viel Stoff finden wird, dafür kann ich keine Gewähr übernehmen; in letzter Zeit war wohl Gelegenheit. Draußen knallt's ...". - Lehmbruck war zu dieser Zeit als Sanitäter im Hilfslazarett in Friedenau tätig, erhielt aber durch Vermittlung Liebermanns im Dezember 1915 eine Zulassung als Kriegsmaler in Straßburg.
Nolde, Emil, Maler und Graphiker (1867-1956). Eigh. Brief (Billet) m. U. “Emil Nolde”. 1/2 S. Doppelbl. 4to. Berlin 15.II.1924.
An eine Primaner-Schulklasse. “... Wie Sie sich das denken, weiß ich nicht, ich bitte Sie zu Herrn Probst in der ‚Neuen Kunst’ Zinzendorfstr. 2 A. zu gehen, er wird gewiß so freundlich sein es mit Ihnen zu besprechen ...“.
Picasso, Pablo, Maler, Graphiker und Bildhauer (1881-1973). Eigh. Bleistift-Zeichnung mit Widmung u. U. "Picasso". Auf dem oberen Drittel eines Einleitungs-Blattes einer Picasso-Monographie. O. O. 21.I.1968.
Zeichnung eines geflügelten Stierkopfes, mit Widmung und Unterschrift, alles mit Bleistift, auf dem Blatt "Introduzione" einer italienischen Picasso-Monographie. - Leicht gebräuntes Papier.
Scheibe, Richard
Brief an den Maler Heinrich Graf von Luckner. 1962
Los 2728
Schätzung
200€ (US$ 230)
Scheibe, Richard, Bildhauer (1879-1964). Eigh. Brief m. U. "Richard Scheibe". 4 S. auf 2 Bl. Folio. Berlin 28.IV.1962.
Umfangreicher Brief an den Maler Heinrich Graf von Luckner, mit Nachrichten vom Berliner Kunstbetrieb. "... In der Akademie wird nun die Abfassung von Statuten für dringend notwendig gehalten. Zwei Entwürfe liegen vor, einer von Buttlar und ein anderer von Kollmann ... Mir erscheint es sehr schwer, Statuten zu finden, in denen die hohe Intuition nisten mag. Tiburtius veranstaltet dieses Jahr die große Berliner als Juryfreie ... 'Kuratorium': Schmidt-R., Sintenis, Ullmann ... Zu Kolbes 85. Geburtstag wurde der 'Dionysos' im Kolbehaus feierlich enthüllt. Den Guß zahlte z. T. das hochherzige Zahlenlotto an Noack, die Stadt zahlte ein kleines Postament und die Musikkapelle, die Stiftung stiftete und hatte demzufolge dies Jahr kein Geld für den Kolbepreis ... Der Schwanenkampf hat mich mit Vorstellungen beschäftigt, die ich aus fernen Kindertagen bewahre, da ich am Zwickauer Schwanenteich mich in den Anblick eines Schwans als Bild seliger Gelassenheit vertiefte und der plötzlich den Pinscher meiner Großmutter attakierte ... Ich habe noch mal eine grössere Tonpastete angelegt, um mich in meinem Nochdasein zu bestätigen und mein Verharren in dem schönen und begehrten Atelier zu rechtfertigen. Aber die Augen sind sehr getrübt und die Hände wackelig ...". - Das erste Blatt mit kleinem Eck-Ausriss ohne Textberührung.
Thiersch, Ludwig, Münchener Maler (1825-1909). 12 Blättchen mit insges. 17 Bleistift-Skizzen. Verschiedene Formate. O. O. (1874).
Professionelle Skizzen lebender Motive: zeitgenössische Frauen, eine Familie am Tisch, Figuren der Antike, ein Christuskopf (?), schlafende Kinder, karikierte Männerköpfe, Tiere und Pflanzen, z. T. auf der Rückseite von Notizzetteln. - Lose in einem Umschlag, beschriftet "1874. Skizzen u. Entwürfe v. L. Th."
Werner, Anton von
Porträt-Photographie mit Widmung an Paul Lindau. 1881
Los 2730
Schätzung
250€ (US$ 287)
Werner, Anton von, Berliner Historienmaler, Porträtist und Illustrator, langjähriger Direktor der Berliner Akademie der bildenden Künste, faktisch offizieller Maler der wilhelminischen Ära aufgrund seiner hervorragenden Beziehungen zum Kaiserhaus und zum übrigen deutschen Hochadel, einer der meistbeschäftigten und angesehensten deutschen Maler seiner Zeit, Wirklicher Geheimrat und Exzellenz (1843-1915). Porträt-Photographie mit eigh. Widmung u. U. "A v Werner" auf dem Untersatzkarton. Kabinett-Format. 16,5 x 10,8 cm. (Berlin) Januar 1881.
"Seinem verehrten Freund Paul Lindau. Januar 1881. A v Werner". Die Aufnahme (Brustbild) des Berliner Ateliers Loescher & Petsch zeigt den Künstler im Halbprofil, den Kopf nach links (vom Betrachter) gewandt. Der hoch angesehene Publizist, Kritiker und Bühnenautor Paul Lindau gehörte zu dieser Zeit zu den einflußreichsten Schriftstellern Berlins.
Anschütz, Heinrich
Brief aus Triest an einen Freund in Venedig. 1827
Los 2731
Schätzung
180€ (US$ 207)
Anschütz, Heinrich, berühmter Schauspieler und Regisseur, langjähriges, führendes Mitglied des Wiener Burgtheaters, schrieb wertvolle Memoiren (1785-1865). Eigh. Brief m. U. "H. Anschütz". 3 S. Doppelblatt mit Adresse und Siegelresten. 4to. Triest 5.VIII.1827.
An Herrn Walcher vom Marine-Oberkommando in Venedig. Interessanter Brief, in dem Anschütz ausführlich den nächtlichen Zusammenstoß zweier Schiffe schildert, den er mit seiner Familie auf der Fahrt nach Triest erlebte. "... In diesem Augenblicke machte ich schon mein Testament, und Alles stürzte mit bleichen Todtengesichtern aus dem unteren Raume herauf; aber wir wurden glücklich erhalten, und unser bleßirtes Fahrzeug trug uns noch glücklich in den Hafen ... Wahrscheinlich hat Alles auf beyden Schiffen geschlafen, und diese unverzeihliche Nachläßigkeit hätte beinahe vielen Menschen das Leben gekostet; wie ich höre sind die Capitains auch schon in Untersuchung gezogen ... Ihrem freundlichen Anerbieten zufolge empfehle ich Ihnen einen Bekannten, Herren Rettich, vom hiesigen Theater, der vielleicht nach Venedig kommen wird. Er ist ein junger Mann, empfänglich für alles Gute und Schöne, und Sie werden vielleicht einige Ihrer Mußestunden nicht unangenehm mit ihm zubringen; vielleicht ist er Ihnen noch von Wien aus bekannt als er beym Hoftheater war ...". Bestellt u. a. Grüße von "Stubenrauchs". - Der Maler Philipp von Stubenrauch (1784-1848) war fast 40 Jahre lang Kostüm- und Dekorationsdirektor an den Wiener Hoftheatern. - Der Schauspieler Karl Rettich (1805-1878) erhielt 1835 zusammen mit seiner Frau Julie ein lebenslängliches Engagement am Wiener Burgtheater. - Kleiner Einriss beim Siegel; die erste Seite am oberen und unteren Rand mit kleinen Notizen über Anschütz.
Autographen-Album einer Sammlerin in Mannheim. 128 signierte Karten, Fotos, Briefe, Albumblätter, Visitenkarten und andere kleinere Schriftstücke, fest montiert auf die Kartonblätter eines Albums. Quer-folio. Leinen d. Z. (Rückenkanten defekt). 1878-1920.
Reichhaltige Sammlung von Autographen und Autogrammen zeitgenössischer Prominenz, vor allem aus den Gebieten Literatur, Musik, Theater. Wo es sich um Postkarten handelt, haben die Autoren häufig mit Versen und Sinnsprüchen die Sammlerin angesprochen. Musiker und Theaterleute sind großenteils mit Porträt- oder Rollenfoto-Postkarten vertreten. - Vorhanden aus dem Bereich Literatur: Friedrich von Bodenstedt, Raoul Auernheimer, Georg Engel, Fritz Mauthner, Richard Schaukal (2), Wilhelm Bölsche, Heinrich Mann ("Hier ist der Autograph. Bin ich nicht brav?"), Hedwig Lachmann-Landauer, Julius Wolff, Hans Bethge, Max Halbe, Edward Stilgebauer, Victor Blüthgen, Christian Morgenstern (Bleistift-Konzept eines Gedichts), Franz Karl Ginzkey, Johannes Schlaf, Rideamus, Carl Busse, Marx Möller, Rudolf Löwenstein, Ernst Wichert, Lulu von Strauß und Torney, Will Vesper, A. de Nora (Anton Noder), Albert H. Rausch (Henry Benrath), Heinrich Lilienfein, Erich Mühsam, Clara Viebig, Klabund, Herbert Eulenberg, Ludwig Fulda, Hermine Villinger, Julius Stettenheim (Brief) und andere. - Kritiker, Journalisten: Maximilian Harden, Heinrich Bulthaupt, Oscar Bie, Siegfried Jacobsohn (Postkarte an Hermann Sinsheimer). - Komponisten, Musiker: Richard Heuberger (Notenzitat), Carl Michael Ziehrer (2), Eduard Künneke, Rosé-Quartett, Oscar Straus (Brief), Ruggiero Leoncavallo (lose Visitenkarte), Hugo Röhr (Notenzitat), Franz von Vecsey, Paul Lincke (Notenzitat), Alfred Hoehn, Quatuor Capet, Victor Hollaender, Max Bruch und andere. - Sängerinnen und Sänger: Fritzi Massary, Lillian Sanderson, Martha Leffler-Burckard, Ottilie Metzger, Franz Naval, Ejnar Forchhammer, Elisabeth Böhm-van Endert, Lilly Hafgren-Waag, Lula Mysz-Gmeiner, Paul Bender, Wilhelm Grüning, Fritz Feinhals. - Tänzerinnen: Gret Palucca, Gertrud Leistikow, Maud Allan. - Schauspielerinnen und Schauspieler: Alexander Girardi, Agnes Sorma, Robert Volkner, Alois Wohlmuth, Alexander Moissi, Henny Porten, Sylvester Schäffer, Konrad Dreher (2), Rosa Bertens, Max Pohl, Bernhard Baumeister, Tilla Durieux, Friedrich Haase, Friederike Goßmann, Paul Wegener. - Theaterleiter: Carl Hagemann (2), Max Martersteig. - Politiker: August Bebel, Paul von Braun. - Wissenschaftler: Henry Thode, Adolf von Harnack, Paul Laband, Carl Hagenbeck. - Maler: Paul Meyerheim, Albert Hertel (Brief). - Etliche weitere Autoren waren nicht eindeutig zu identifizieren. - Einige Blätter mit Zustandsmängeln. Mehrere Stücke, die sich
herauslösen ließen, wurden offenbar irgendwann entfernt. Insgesamt jedoch ordentlicher Zustand. - Auch für Händler eine wertvolle Sammlung von Schriftproben.
Bernauer, Rudolf
Brief an Prof. Hans Knudsen + Beigabe Rudolf Forster
Los 2733
Schätzung
300€ (US$ 345)
Bernauer, Rudolf, Berliner Schauspieler, erfolgreicher Bühnenautor und zeitweilig Direktor eines Theater-Konzerns in Berlin, emigrierte 1933 und lebte ab 1935 in London (1880-1953). Masch. Brief m. U. "Rud. Bernauer". 1 S. Gr. 4to. London 19.III.1953.
An Hans Knudsen, Professor der Theaterwissenschaft in Berlin, der sich bereit erklärt hatte, ein Vorwort zu den in Entstehung befindlichen Lebenserinnerungen Bernauers zu schreiben. Der Autor erklärt sich glücklich über diese Nachricht, lobt Knudsen in höchsten Tönen und legt die Vermittlung zu dem Verleger Blanvalet vertrauensvoll in Knudsens Hände. Der Brief ist insofern besonders bemerkenswert, als Knudsen seit den 1960er Jahren als "williger Mitläufer" der Nazi-Herrschaft angefeindet wurde und noch heute wird. Das große Vertrauen, das Bernauer in Knudsens Persönlichkeit setzt, läßt erkennen, dass ihm Knudsens Haltung in der NS-Zeit entweder nicht bekannt war, oder dass er in den 1920er Jahren nur gute Erfahrungen mit Knudsen gemacht hatte. "... Daß Sie wirklich bereit sind, die Einleitung zu meinen Erinnerungen zu schreiben, macht mich stolz und glücklich. Ihre Überzeugung, hierdurch das Niveau des Buches, den [gemeint ist: das der] etwas zu reißerische Titel herabdrückt, zu heben, ist auch die meine. Es ist selbstverständlich, daß Ihr Name allein schon genügt, den Ernst meiner Arbeit zu unterstreichen ... von dem Augenblick an, da Sie sich zu meiner Arbeit positiv einstellten, war es stets mein Wunsch, von Ihnen bei den Lesern eingeführt zu werden, und hat mit der Titeländerung eigentlich nichts zu tun ... Auf Ihre Frage, ob Sie in der Sache noch etwas für mich tun können, bitte ich Sie inständig, sich gleich nach Ostern mit Herrn Blanvalet in Verbindung zu setzen und auf ihn Ihren gewichtigen Einfluß auszuüben. Ich kann mir keinen besseren Fürsprecher wünschen ...". - Der Brief ist in Bernauers letztem Lebensjahr geschrieben. Seine theaterhistorisch höchst wertvollen Memoiren "Das Theater meines Lebens" erschienen erst 1955 bei Blanvalet und enthalten keine Spur von einer Mitwirkung Knudsens, auch nicht im Nachwort des Verlegers. - Dabei: Rudolf Forster, österr. Theater- und Filmschauspieler, bedeutender Charakterdarsteller in sehr zahlreichen Filmen und berühmten Theater-Inszenierungen, nach 1945 mehrfach mit hohen Auszeichnungen geehrt (1884-1968). 4 masch. Briefe m. U. "R. Forster". Zus. ca. 3 S. Groß 4to. Bad Aussee 12.II. - 3.III.1967. - An den Berliner Theater- und Filmkritiker Joachim Werner Preuß, der ihm bei der Textgestaltung und Korrektur seiner Memoiren "Das Spiel mein Leben" behilflich war. In 2 Briefen ausführlich über Änderungen, Striche und Korrekturen im Text, die eine wesentliche Mitwirkung Preuß' erkennen lassen. In der in demselben Jahr in 2 Auflagen bei Propyläen erschienenen Buchausgabe der Memoiren taucht Preuß' Name nicht auf. - Beiliegend die Durchschläge von Preuß' 6 Gegenbriefen sowie ein Schreiben des Propyläen Verlags zum Thema Forster (1966).
Bülow, Hans von
Brief aus Berlin an Herrn Hallwachs. 1870
Los 2734
Schätzung
200€ (US$ 230)
Bülow, Hans von, Dirigent und Pianist, Schwiegersohn Liszts, Hoftheaterkapellmeister in Hannover und Meiningen, großer Wagner- und Brahms-Interpret (1830-1894). Eigh. Brief mit Unterschrift "H v Bülow". 11/2 S. Doppelbl. mit gekröntem Monogramm "HB" im Briefkopf. Berlin 2.IV.1870.
An Herrn Hallwachs (?), den er seinen "liebenswürdigen Amphitryon" nennt. "... Hr Bechstein sagt mir, daß Sie mir ein wenig grollen, weil ich nichts mehr von mir habe hören lassen, seitdem ich 'ultramontan' geworden." Er habe den Adressaten nicht behelligen wollen und sei auch bis Anfang des Jahres in Florenz, seiner "neuen Heimath" gewesen. "... Gern würde ich Sie hier aufgesucht haben, allein die große Ermüdung von der unfreiwilligen Reise, eine starke Grippe u. s. w. verbieten es mir. Ferner will ich während meines hiesigen Aufenthaltes Niemanden besuchen, am wenigsten Künstler - ich muß mich sehr schonen, jedes 'Verhör' vermeiden, jede Aufregung fliehen, um nicht in einem so hundsjämmerlichen Zustand nach Italien zurückzukehren, als es vorigen Herbst der Fall war. Bitte, sagen Sie also Herrn Hofkapellmeister E. nichts von meiner Anwesenheit ...". - Gemeint ist der Berliner Hofkapellmeister Karl Eckert. - Dabei: Marie von Bülow, seine Ehefrau, österr.-dt. Schauspielerin, seit 1882 mit Hans von Bülow vermählt (1857-1941). Eigh. Brief-Karte m. U. "Hans und Marie v. Bülow". 2 S. Quer-12mo. Hamburg 17.XII.1890. - An eine Verehrerin. Dankt, auch im Namen ihres Mannes, für einen "duftigen Gruß u. das freundliche Echo, welches das letzte Konzert in Ihren warmen kunstbegeisterten Herzen hervorgerufen hat. Solches Mitempfinden ist die größte Freude, die Sie dem Künstler bereiten können ...".
Crusell, Bernard
Brief an den Chemiker J. J. Berzelius. 1836
Los 2735
Schätzung
450€ (US$ 517)
Crusell, Bernard, schwed. Klarinettist und Komponist der Romantik, schrieb zahlreiche Klarinettenkonzerte (1775-1838). Eigh. Brief m. U. "B. Crusell". In schwed. Sprache. 3 S., eng beschrieben. Doppelblatt mit Adresse. Gr. 4to. Linköping 22.VI.1836.
An den großen schwedischen Mediziner und Chemiker Jöns Jakob Berzelius (1779-1848) in Stockholm. Umfangreicher Brief über musikalische Themen, betreffend vor allem seine Tätigkeit als musikalischer Leiter der beiden königlichen Leibregimenter.
Dahlke, Paul, vielbeschäftigter Theater-, Film- und Fernseh-Schauspieler (1904-1984). Sein Wehrpass mit Foto und eigh. U. "Paul Dahlke". 52 S., davon nur S. 1-5 beschriftet. Orig.-Heftstreifen-Kartonage. Berlin 4.IV.1940.
Mit handschriftl. "Angaben zur Person", Passfoto, Wehrnummer, Bezirkskommando etc. - Beiliegend die gedruckte, ausführliche "Gestellungsaufforderung" vom 26.III.1940: "... Zur Musterung müssen Sie gewaschen, mit geschnittenem Haar und mit sauberer Wäsche erscheinen. Das Mitbringen einer Bade- oder Sporthose ist erwünscht. - Ein Anspruch auf Fahrtauslagen, Reisekosten und Entschädigung für Lohnausfall besteht nicht. - Für Sachen, die während der Musterung verlorengehen, kann Ersatz nicht gewährt werden ...". - Dahlke hatte Glück: 1944 stand der beliebte Schauspieler auf der "Gottbegnadeten"-Liste des Propaganda-Ministeriums. - Beide Teile mit stärkeren Gebrauchsspuren.
Dawison, Bogumil
Brief nach seiner Rückkehr aus den USA. 1867
Los 2737
Schätzung
250€ (US$ 287)
Dawison, Bogumil, Schauspieler polnisch-jüdischer Herkunft, bedeutender Charakterdarsteller, wirkte 10 Jahre als Rivale Emil Devrients am Dresdener Hoftheater und verbreitete seinen Ruhm auf zahlreichen Gastspielreisen in Europa und den USA (1818-1872). Eigh. Brief m. U. „B Dawison“. 2 2/3 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. Zschachwitz bei Dresden 16.IX.1867.
Nach der Rückkehr von seiner aufreibenden Amerika-Tournee, die seiner Laufbahn durch physische, psychische und geistige Erkrankung ein Ende bereitete. An einen „liebsten Freund“, wohl einen Zeitungsredakteur. „... Ueber mein Befinden und meine Absichten coursiren in der Welt so viele falsche Gerüchte, daß ich es an der Zeit finde, Sie zu ersuchen, durch eine Notiz aus verläßlichster Quelle die Meinungen gelegentlich berichtigen zu wollen.. - Ich war recht krank, nervenkrank, aber jetzt gottlob bin ich fast ganz genesen. Die Cur in Gastein war ich genöthigt abzubrechen; sie verschlimmerte meine Aufregung und drohte mit ernster Gefahr. ‚Zehn Jahre zu früh unternommen’ - meinte der Geh. Medizinalrath Dr. Walther in Dresden. Ich kehrte nach meinem lieben Zchachwitz zurück und hier ist es die Ruhe des ländlichen Aufenthaltes, die Diät, das Fernhalten jeder Aufregung und geistigen Anstrengung, was mich heilt und auf’s neue dem Leben wiedergibt ...“. Der Arzt meinte, er könne in 4 Wochen wieder auftreten, doch er selbst glaube eher an 4 Monate. „... ich will gründlich ausgeruht sein, bevor ich wieder die Bühne betrete. Schwer wird mirs freilich, den Verlockungen zu widerstehen, doch werde ich fest bleiben. Noch nie fast haben sich die Anträge der großen Bühnen so angehäuft, wie gerade in diesem Jahre. Als die hervorragendsten nenne ich Ihnen St. Petersburg, das Carltheater in Wien (ein Saison Engagement von 7 [nicht 9] Monaten mit einer Gage von 45.000 fl.), Prag, Pesth, Berlin (Wallner), Leipzig, hannoversches Hoftheater (festes Honorar pr. Abnd 250 rh), und obenan Dresden mit einem freundlichen Antrag des Grafen Platen ...“. - Dawisons Zuversicht erfüllte sich nicht: Mit seinem Auftreten als König Lear am 21. Mai 1867 am New Yorker Stadttheater hatte seine Bühnenlaufbahn ihr vorzeitiges Ende gefunden. Große Zeitgenossen wie z. B. Gustav Freytag würdigten ausführlich Dawisons Kunst; 1978 veröffentlichte Peter Kollek die letzte größere Monographie über ihn. - Am 2. Blatt ein kleiner Randausschnitt, ferner das untere Drittel dieses Blattes abgetrennt, vielleicht wegen eines Postskriptums. - Beiliegend ein kurzer Brief des Schauspielers Emil Devrient (1805-1872), des großen Rivalen Dawisons am Dresdener Hoftheater (Dresden 28.II.1870; auf ein Untersatzblatt montiert).
Dingelstedt, Franz von
2 Briefe als General-Intendant des Weimarer Hoftheaters. 1858-1859
Los 2738
Schätzung
300€ (US$ 345)
Dingelstedt in Weimar
Dingelstedt, Franz von, Schriftsteller, Dramaturg, anfangs dem Jungen Deutschland nahestehend, später hochrangiger Leiter der Hoftheater in München, Weimar und Wien (1814-1881). 2 Briefe m. U. "Fr Dingelstedt". Zus. 21/2 S. Doppelbl. mit Briefkopf "Großherzogl. Sächsische General-Intendantur der Hofkapelle und des Hoftheaters". Gr. 4to. Weimar 7.VII.1858 und 7.V.1859.
Der Brief von 1859 vermutlich an den Komponisten Julius Rietz (1812-1877) über die Vorbereitung von dessen Oper "Georg Neumark oder Die Gambe" (Text von Ernst Pasqué). Auf eine Anfrage des Adressaten teilt Dingelstedt mit, "daß Ihre Oper schon, und zwar ganz in der von Ihnen und dem Herrn Textverfasser gewünschten Weise, ausgetheilt worden ist und gegenwärtig unter Leitung des Herrn Musikdirektor Lassen einstudirt wird. Wenn Sie die erste Vorstellung, wo möglich auch eine oder die andere der letzten Proben, durch Ihre Anwesenheit ehren wollen, so wird dies nicht nur mir angenehm, sondern auch Ihren künstlerischen Interessen unstreitig förderlich sein ...". - Die einaktige Oper wurde am 25. Mai 1859 erstaufgeführt, war offenbar kein Erfolg und wurde nur einmal (im Juni) wiederholt. - Der Brief von 1858 an einen "Hochwohlgeboren" betrifft eine Einladung zur Jubelfeier der Universität Jena. "... Sollten dieselben vorziehen, den höchsten Herrschaften unseres Hofes den zugesagten und wohlgefällig erwarteten Besuch in einer minder geräuschvollen Zeit abzustatten, so würde als solche die Geburtsfeier Schillers zu empfehlen sein, die wir am 10. November d. J. im Großherzoglichen Hoftheater mit einer Vorstellung zum Vortheil der hiesigen Filial-Schiller-Stiftung zu begehen gedenken, und welche durch die Anwesenheit des hochverehrten Vorstandes der Dresdener Haupt-Stiftung die angemessenste Würde und Weihe empfangen würde ...". - Zu den Gründungsmitgliedern der Dresdener Schiller-Stiftung gehörten 1858 u. a. Carl Gustav Carus und Karl Gutzkow. - Faltenrisse und andere kleinere Randdefekte.
Dirigenten
6 nach Wien gerichtete Briefe und Postkarten. 1910-1973
Los 2739
Schätzung
180€ (US$ 207)
Dirigenten. 6 nach Wien gerichtete Briefe und Karten. 1910-1973.
Vorhanden: Karl Böhm (1894-1981). 3 eigh. Briefe / Briefkarten und 1 Ansichtspostkarte m. U. "Karl". Mit 3 eigh. Umschlägen mit Absender "Dr. K. Böhm". - An seine Nichte Lilo. Erwähnt mehrmals Konzerte. - Franz Mannstaedt (1852-1932). 1 eigh. Ansichts-Postkarte (1912) m. U. "Franz Mannstaedt". An den Schriftsteller Oscar Maurus Fontana in Wien. Die Karte zeigt die recht hässliche Raspstraße in "Alt-München", zu der Mannstaedt ironisch bemerkt: "Welche Stadt hätte eine so sehenswürdige Strasse?". - Felix Weingartner (1863-1942). Masch. Brief m. U. "Weingartner" und Briefkopf "Staatsoper". Wien 3.V.1935. - An Dr. Anton Perger in Wien. "... Ich erinnere mich Ihres Herrn Vaters sehr wohl, ich habe schöne und anregende Stunden mit ihm verlebt ... Ich halte es absolut für verfehlt, das Leben Beethovens auf die Bühne zu bringen, und ich könnte auch in indirekter Weise nicht dazu helfen, dass eine solche Oper sich realisiert ...".
Döhler, Theodor
Brief an den Liszt-Schüler Hermann Cohen. 1838
Los 2740
Schätzung
180€ (US$ 207)
Döhler, Theodor, deutschstämmiger Klaviervirtuose und Komponist, geboren und verstorben in Italien, dort zum Kammervirtuosen und Baron erhoben, gastierte in ganz Europa (1814-1856). Eigh. Brief m. U. "Th. Döhler". 21/2 S. Mit 2 Zeilen Musikzitat. 12mo. O. O. "Freytag" (1838).
An den ihm befreundeten Pianisten und Liszt-Schüler Hermann Cohen (1820-1871), der in Paris tätig war und später nach exzessivem Lebensstil zum katholischen Glauben konvertierte. "... Ich sollte morgen im philharmonischen Conzert in Rouen spielen, u. eben erfahre ich, daß es ... aufgeschoben ist; ich bin also den Tag Ihres Conzertes in Rouen. es ist mir sehr leid Ihnen einen refus zu geben, aber, wie ich Ihnen schon sagte, wenn ich auch in Paris für diesen Tag seyn könnte, es wäre schrecklich das ewige [folgen 2 Zeilen Noten] herunterzuhauen ...". - Über die künstlerische Qualität des gefeierten Pianisten äußerte sich Heinrich Heine wenig schmeichelhaft. - Beiliegend ein masch. Blatt in französischer Sprache mit biographischen Informationen über Döhler und Cohen. - Selten.
Furtwängler, Wilhelm, Dirigent und Komponist (1886-1954). Porträt-Fotografie mit Signatur "Wilhelm Furtwängler" auf der Bildseite. 14,5 x 10 cm. O. O. u. J. (wohl um 1950).
Die Aufnahme von Jean Schneider in Luzern zeigt den Künstler, den Kopf auf die linke Hand gestützt. - Rückseitig Spuren ehemaliger Montage. - Dabei: Fotografie, die Furtwängler im Gespräch mit zwei Personen in Zürich zeigt. 20 x 18 cm. - Auch hier verso Spuren ehemaliger Montage.
Gästebuch
des Göttinger Theater-Intendanten Dr. Hans Bauer.
Los 2742
Schätzung
150€ (US$ 172)
Gästebuch des Dr. Hans Bauer, u. a. Intendant des Stadttheaters Göttingen. Ca. 120 Bl. Maschinenbütten, davon 61 S. beschrieben oder illustriert. Gr. 4to. Pergamentband d. Z. 1939-1980.
Den Zeitraum von rund 40 Jahren umfassendes Gästebuch, das eine Vielzahl von Freundinnen und Freunden des Theatermannes in schlechten wie in guten Zeiten versammelt, um Premieren, Lesungen oder familiäre Feste zu feiern. Der in Göttingen begonnene Band wanderte mit dem Inhaber umher, so daß nach Göttingen bald Essen, Göggingen und Augsburg folgten. Trotz Aufenthalt in der "Provinz" findet sich doch eine Anzahl überregional prominenter Persönlichkeiten der Theaterwelt unter den Gästen: die Komponisten und Dirigenten Carl Orff, Werner Egk, Ottmar Gerster, Cesar Bresgen und Wolfgang Sawallisch; die Schauspielerinnen Inge Meysel, Edda Seippel und Moje Forbach; der Präsident der Reichs-Theaterkammer, Ludwig Körner; die Regisseure Dr. Werner Kelch und Heinz Dietrich Kenter; die Kritiker und Dramaturgen Karlheinz Ruppel, Albert Schulze-Vellinghausen und Carl Werkshagen sowie die Schriftsteller Egon Vietta und Reinhold Schneider. - Der berühmte Fotograf Albert Renger-Patzsch schreibt sich 1942 und 1958 ein, direkt untereinander und beide Male mit Selbstkarikatur. - Die Versammlungen fanden nicht oft statt, so dass trotz des langen Zeitraums drei Viertel des opulenten Bandes leer geblieben sind. Da es indessen Goldene Hochzeit und hohe Geburtstage zu feiern gab, hat er doch auf angenehme Weise seinen Zweck erfüllt. - Eine Seitenlage gelöst.
Karajan, Herbert von (1908-1989). Eigh. Brief m. U. "Herbert". 4 S. (Kopierstift). Mit Briefkopf "Generalmusikdirektor Herbert von Karajan. Staatsoper Berlin". (Aachen, nach 1937).
An seine Eltern. "... Ich habe sehr gelacht über Mamas Brief. Ich bin eben für Euch noch immer der dumme Bub, der alles stehen lässt, alles verliert und alle können alles besser wie er. Hoffnungslos, ich werde doch wohl nie erwachsen. Sei's drum, ich danke Euch tausend mal für die Sendung. Geld geht heute ab. Das Bild von mir ist vor der Pariser Oper gemacht, es gehörte mir, ich habe es Olga nur geliehen und freue mich, dass es nun an die richtige Adresse gekommen ist ... Ich habe morgen und Freitag hier in Aachen die Missa, nächste Woche wird sie in Berlin wiederholt mit Staatskapelle und dem Chor von hier. Dann habe ich noch Februar in Berlin zu tun. Anfang März fahre ich nach Italien für die Vorproben für Florenz ...". - Da der Brief offenbar in Aachen verfasst wurde, ist der Briefkopf durchgestrichen.
Kolbe, Johann Carl, in Potsdam geborener Königl. Kammermusicus und Violinist der Hofopern-Kapelle in Berlin (1762-1831). 2 Briefe, der erste eigenhändig, m. U. "J Kolbe", der zweite wohl diktiert, mit eigh. U. "Kolbe". Zus. 2 S. auf 2 Doppelbl. Kl. 8vo. Potsdam 1793 und 9.IV.1797.
Der erste Brief an einen "Hochedelgeborenen". "... übersende hiebey einige Avertissements. Wenn sich solten wieder Pränumeranten finden, so bitte mir zur bestimmten Zeit Nachricht zu geben. Sie verzeihen daß ich Ihre Güte und Dienstfertigkeit zu mißbrauchen scheine ...". - Der zweite Brief an einen Freund. "... Hätten Sie wohl wieder die Freundschaft für mich und sammleten einige Pränum: auf meine Lieder? Solten sich Liebhaber dazu finden, so bitte mir die Nahmen zu Ende diesen Monat zu schicken. Da Sie meine Sonaten noch nicht haben, so werde ich mich die Freyheit nehmen, u schicke künftig 1 Ex. mit ...". - Es scheint nicht ausgeschlossen, dass der zweite Brief von Johann Carls Vater Carl Friedrich Kolbe (ca. 1728-1802) stammt, Chordirektor und Kantor der Nicolai-Kirche in Potsdam, von dem mehr Kompositionen als von Johann Carl bekannt sind.
Lacôme d'Estalenx, Paul Jean Jacques
13 Briefe + Beigaben. 1874-1879
Los 2746
Schätzung
450€ (US$ 517)
Lacôme d'Estalenx, Paul Jean Jacques, franz. Operettenkomponist aus der Gascogne, Freund Chabriers (1838-1920). 13 eigh. Briefe m. U. Zus. 24 S. auf 9 Doppel- und 4 Einzelblättern verschiedener 8vo-Formate. Teils o. O. und o. J., meist aber Paris und Le Houga (Gers) 3.V.1874 bis 29.IV.1879.
Alle an einen Librettisten über die Operette "La Vierge du Soleil", mit Vorschlägen für zusätzliche Couplets und Textänderungen, welchen Theaterdirektoren das Stück angeboten werden soll, wer das Manuskript bereits gesehen hat etc. Lacôme nennt die Verleger Heugel und Litolff, erwähnt außerdem Jacques Offenbach. - Der Brief vom 3. Mai 1874 liest sich: "Dès le début de nos relations, j'ai cru devoir vous prévenir que j'avais sur le Chantier, deux ouvrages avec M. Gal-let, un acte pour l'op. com. et 3 autres Bouffes. Je me suis exile au Houga pour terminer ces deux ouvrages, dont le placement prochain est à peu près certain, et au parachèvement desquels les préoccupations de la vie quotidienne sur le pave de Paris, nuisaient quelque peu. Vers la fin du Mai, je compte rentrer débarrasser de ce souci, et tout dispose à mener à prompte fin notre Vierge du Soleil à laquelle je tiens beaucoup, et dont j'ai la meilleure opinion. Ceci étant une vraie lettre d'affaires, nous fixerons si vous voulez le mois de 7bre ou le commencement d'8bre pour que cette partition soit terminé ... ". - Ein weiterer Brief datiert am 13. August 1875: "Je vous annonce de même coup que j'ai fait un petit tour de force, et que je vais demain terminer la dernière page du 3e acte de la Vierge (partition d'orchestre) voilà donc notre ouvrage absolument terminé, et prêt à envoyer à la copie demain si l’on veut ...". - Ferner in einem undatierten Brief: "La Vierge du Soleil est faite et même écrite. Je suis enchante de pouvoir vous donner cette bonne nouvelle ... Je vous demandais si vous ne pensiez pas que des Couplets bouffes pour Gugman au Ier acte feraient bien? Ils pourraient rouler sur ses conquêtes. Une parodie des Mille e Tre de Don Juan ... ". - Lacôme, Ritter der Ehrenlegion, war seinerzeit als Operettenkomponist sehr erfolgreich und gilt als glänzender Orchester-Komponist. - Beiliegend 9 Autographen verschiedener, meist französischer Komponisten: 1) Marius Casadesus (1892-1981). Eigh. Brief m. U. und 1 Albumblatt mit Notenzitat. - 2) Gustave Charpentier (1860-1956). Eigh. Brief m. U. und 1 Visitenkarte. - 3) Louis Ganne (1862-1923). Eigh. musikalisches Albumblatt mit Unterschrift. - 4) Benjamin Godard (1849-1895). 3 eigh. Briefe m. U. (einer davon stark fleckig). - 5) Igor Markevitch (1912-1983). Eigh. Albumblatt mit Unterschrift.
Lieder-Buch 1720
Musikmanuskript zum Nürnbergischen Gesang-Buch. 1720
Los 2747
Schätzung
450€ (US$ 517)
Lieder-Buch, darinnen alle im Nürnbergischen Gesang-Buch befindliche Lieder ... zu finden sind. Musikmanuskript mit Text-Anfängen. 116 Bl., davon ca. 229 S. mit handschriftlichen Noten für Klavier sowie Text-Anfängen oder Quellennachweisen beschrieben. Quer-gr. 8vo. Brauner Lederband d. Z. (stark berieben; Rückenkanten geplatzt). O. O. 1720.
Sorgfältig geschriebenes, umfangreiches "Lieder-Buch, darinnen alle im Nürnbergischen Gesang-Buch befindliche Lieder, auf das Clavier abgefaßt, nebst einem angehängten Register derselben zu finden sind. Anno MDCCXX". Die für Klavier bearbeiteten Lieder beginnen gewöhnlich auf der linken (paginierten) Seite und setzen sich oft auf der rechten, manchmal auch auf der dritten Seite fort, so dass die Anzahl der aufgenommenen Kompositionen sich dem Umfang der Paginierung (109 Bl.) nähern dürfte. Am Schluß ein 14seitiges Register der Text-Anfänge. - Das letzte Notenblatt (110) herausgerissen. - Das gedruckte Nürnbergische Gesangbuch erschien zuerst 1676 und enthielt 1160 Gesänge, die neue Ausgabe von 1690 war auf 1230 erweitert. Die hier vorliegende anonyme Bearbeitung für Klavier ist offenbar nicht im Druck erschienen.
Lüders, Günther, Schauspieler und Regisseur, vielbeschäftigter Charakterdarsteller, Schauspieldirektor des Württemb. Staatstheaters Stuttgart (1905-1975). 6 Autographen m. U. "Günther Lüders". Zus. 6 S. Mit 1 Umschlag. Gr. 8vo und gr. 4to. Berlin, Lübeck und Düsseldorf 1943-1970.
Der erste Brief (Berlin 1943) an den Verleger Georg Elsner, Schatzmeister der Gesellschaft für Theatergeschichte, die übrigen Schreiben (4 eigenhändig, 1 maschinenschriftlich) an Prof. Dr. Hans Knudsen, Professor für Theaterwissenschaft in Berlin. Lüders berichtet von 200 bis 300 Büchern über Theater in seiner Bibliothek, die er der Gesellschaft für Theatergeschichte in Berlin stiften möchte. Kriegs- und Nachkriegszeit verhindern das Vorhaben, bis 1947 der Transport der 280 Bände nach Berlin erfolgt. Bis auf eine Neujahrs-Glückwunschkarte von 1970 handeln alle Briefe von der Bücherstiftung an die Gesellschaft für Theatergeschichte, wobei Lüders' große Verehrung für Hans Knudsen erkennbar wird.
Massenet, Jules, franz. Komponist (1842-1912). Eigh. Brief m. U. "Massenet". 4 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. Paris 22.II.1895.
An eine Dame, bei der er sich entschuldigt, eine Verabredung wegen seiner Grippeerkrankung nicht eingehalten zu haben: "Je suis confus de ne pas m'être trouvé au Ménestrel lorsque vous m'avez fait l'honneur d'y aller. - Je suis encore pris par la 'grippe'. - Certes oui, j'aurais été heureux du projet du 31 mars - mais, puis-je promettre avec certitude lorsque toutes les probabilités sont pour un séjour assez prolonge à Bruxelles en Mars - J'ignore l'époque précis - cela dépend des répétitions et des hazards ... au théâtre - J’en éprouve une vive contrariété et je viendrai un dimanche m'excuser auprès de vous et vous remercier de votre flatteuse attention ...". Im Oktober desselben Jahres fand an der Opéra Comique die Pariser Erstaufführung der Oper "La Navarraise" mit Emma Calve statt. - Kleine Montagespuren auf der letzten Seite. - Beiliegend 2 eigenh. beschriebene Visitenkarten Massenets, eine mit Dank, die andere ein Begleitschreiben zu einem Brief an den Sekretär der Pariser Opéra Comique. - Ferner beiliegend die Einladungskarte zu einem Festessen zu Ehren Felix Weingartners auf den Champs Elysées, mit den Signaturen Weingartners und 6 weiterer Teilnehmer (Paris 1923).
Meyerbeer, Giacomo
Brief an den Operndirektor Frederick Gye in London. 1863
Los 2750 [*]
Schätzung
300€ (US$ 345)
Meyerbeer, Giacomo, Komponist und Dirigent, einer der erfolgreichsten Opernkomponisten des 19. Jahrhunderts, Generalmusikdirektor in Berlin, lebte überwiegend in Paris (1791-1864). Brief m. U. "Meyerbeer". In franz. Sprache. 22/3 S. auf 2 Bl. Gr. 8vo. Berlin 10.III.1863.
Umfangreicher Brief an Frederick Gye, Direktor des Royal Opera House Covent Garden in London. Bedankt sich für einen Brief von Gye aus Paris, der Meyerbeer mitteilte, dass Gye in dieser Saison Meyerbeers Oper "Der Nordstern" in sein Repertoire aufnehmen möchte, aber noch um Abänderungen in der Tonlage des "Gritzenko" für den Londoner Bariton Sebastiano Ronconi bittet. "... Il est très vrai que j'ai dit à Mr. Harris que j'étais prêt à arranger le rôle de Gritzenko pour la voix de Mr. Ronconi; mais j'ai ajouté que pour pouvoir faire cela d'une façon convenable, il fallait qu'il me procurât de Mr. Ronconi l'indication de l'étendue de sa voix; quelles sont le notes les plus sonores de sa gamme; sur quelles notes il peut prononcer les paroles; et enfin, s'il a encore d'autres détails particuliers à sa voix, de me les communiquer également. Il serait bon aussi que Mr. Ronconi ajoutât quel sont les rôles qui vont le mieux à sa voix dans son état actuel; ce qui m'éclairerait encore plus pour mon travail ...". In einem Postscriptum empfiehlt Meyerbeer noch die Berliner Primadonna Pauline Lucca: "Madelle Lucca a chanté il y a trois jours le rôle de Bertha dans le Prophète d'une façon vraiment extraordinaire, qui a électrisé tout le public. Je crois que si vous lui faisiez chanter une fois cette année ce rôle dans une des trois représentations qu'elle doit vous donner, elle y produirait un grand effet. Elle va étudier ce rôle en italien." - Mit Empfangsvermerk von Gyes Hand: "Reçu Paris March 12 1863". - Kleiner Einriss im ersten Blatt und späterer Vermerk mit Lebensdaten Meyerbeers am Ende des zweiten Blattes.
Müller, Johann Heinrich Friedrich
Brief an Bürgermeister und Rat der Stadt Enns. 1763
Los 2751
Schätzung
120€ (US$ 138)
Müller, Johann Heinrich Friedrich, berühmter Wiener Burgschauspieler, vorher bei den Wandertruppen von Schuch und Schönemann, Chronist und Förderer des Burgtheaters, Lustspielautor, Verfasser einer wertvollen Autobiographie, die 1958 neu herausgegeben wurde (1738-1815). Brief m. U. "Müller". Doppelblatt mit Adresse und Lacksiegel. Folio. Wien 12.XII.1763.
An Bürgermeister und Rat der Stadt Enns. Gemäß dem Schreiben der Adressaten habe er "den Fisch [?] dem Hrn. Baron von Managetta zugestellt, welcher sich hievor bedanken lasset". Ferner über ein "Memoriale". - Mit kleinem alten Aufkleber einer französ. Autographensammlung. - Der Inhalt des Briefes passt so wenig zur Person des Theatermannes Müller, der in diesem Jahr Mitglied des Burgtheaters geworden war, dass Zweifel an der Richtigkeit der Zuschreibung aufkommen können. Es liegt allerdings der zugehörige Ausschnitt aus einem alten französischen Antiquariatskatalog bei, in dem der Brief eindeutig dem "célèbre acteur et auteur dramatique allemand" zugeschrieben wird.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.
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