Los 2733
Bernauer, Rudolf
(1880-1953)Brief an Prof. Hans Knudsen + Beigabe Rudolf Forster
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300€ (US$ 345)
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Aus dem Katalog
Autographen
Auktionsdatum 7.10.2026

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Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 6. – 8. Oktober 2026


Bernauer, Rudolf, Berliner Schauspieler, erfolgreicher Bühnenautor und zeitweilig Direktor eines Theater-Konzerns in Berlin, emigrierte 1933 und lebte ab 1935 in London (1880-1953). Masch. Brief m. U. "Rud. Bernauer". 1 S. Gr. 4to. London 19.III.1953.
An Hans Knudsen, Professor der Theaterwissenschaft in Berlin, der sich bereit erklärt hatte, ein Vorwort zu den in Entstehung befindlichen Lebenserinnerungen Bernauers zu schreiben. Der Autor erklärt sich glücklich über diese Nachricht, lobt Knudsen in höchsten Tönen und legt die Vermittlung zu dem Verleger Blanvalet vertrauensvoll in Knudsens Hände. Der Brief ist insofern besonders bemerkenswert, als Knudsen seit den 1960er Jahren als "williger Mitläufer" der Nazi-Herrschaft angefeindet wurde und noch heute wird. Das große Vertrauen, das Bernauer in Knudsens Persönlichkeit setzt, läßt erkennen, dass ihm Knudsens Haltung in der NS-Zeit entweder nicht bekannt war, oder dass er in den 1920er Jahren nur gute Erfahrungen mit Knudsen gemacht hatte. "... Daß Sie wirklich bereit sind, die Einleitung zu meinen Erinnerungen zu schreiben, macht mich stolz und glücklich. Ihre Überzeugung, hierdurch das Niveau des Buches, den [gemeint ist: das der] etwas zu reißerische Titel herabdrückt, zu heben, ist auch die meine. Es ist selbstverständlich, daß Ihr Name allein schon genügt, den Ernst meiner Arbeit zu unterstreichen ... von dem Augenblick an, da Sie sich zu meiner Arbeit positiv einstellten, war es stets mein Wunsch, von Ihnen bei den Lesern eingeführt zu werden, und hat mit der Titeländerung eigentlich nichts zu tun ... Auf Ihre Frage, ob Sie in der Sache noch etwas für mich tun können, bitte ich Sie inständig, sich gleich nach Ostern mit Herrn Blanvalet in Verbindung zu setzen und auf ihn Ihren gewichtigen Einfluß auszuüben. Ich kann mir keinen besseren Fürsprecher wünschen ...". - Der Brief ist in Bernauers letztem Lebensjahr geschrieben. Seine theaterhistorisch höchst wertvollen Memoiren "Das Theater meines Lebens" erschienen erst 1955 bei Blanvalet und enthalten keine Spur von einer Mitwirkung Knudsens, auch nicht im Nachwort des Verlegers. - Dabei: Rudolf Forster, österr. Theater- und Filmschauspieler, bedeutender Charakterdarsteller in sehr zahlreichen Filmen und berühmten Theater-Inszenierungen, nach 1945 mehrfach mit hohen Auszeichnungen geehrt (1884-1968). 4 masch. Briefe m. U. "R. Forster". Zus. ca. 3 S. Groß 4to. Bad Aussee 12.II. - 3.III.1967. - An den Berliner Theater- und Filmkritiker Joachim Werner Preuß, der ihm bei der Textgestaltung und Korrektur seiner Memoiren "Das Spiel mein Leben" behilflich war. In 2 Briefen ausführlich über Änderungen, Striche und Korrekturen im Text, die eine wesentliche Mitwirkung Preuß' erkennen lassen. In der in demselben Jahr in 2 Auflagen bei Propyläen erschienenen Buchausgabe der Memoiren taucht Preuß' Name nicht auf. - Beiliegend die Durchschläge von Preuß' 6 Gegenbriefen sowie ein Schreiben des Propyläen Verlags zum Thema Forster (1966).
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