Los 2725

Lehmbruck, Wilhelm
(1881-1919)Brief und Postkarte an Hilla von Rebay. 1915

Schätzung
1.500€ (US$ 1,724)

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Los 2725 - Lehmbruck, Wilhelm - Brief und Postkarte an Hilla von Rebay. 1915 - 0 - thumb

Aus dem Katalog
Autographen
Auktionsdatum 7.10.2026

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Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 6. – 8. Oktober 2026

Lot 2725, Auction  128, Lehmbruck, Wilhelm, Brief und Postkarte an Hilla von Rebay. 1915

Lehmbruck, Wilhelm, der bedeutende Bildhauer, Graphiker und Medailleur (1881-1919, starb durch Selbstmord). Eigh. Brief und eigh. Postkarte m. U. "W. Lehmbruck". Zus. 5 S. 4to und Quer-8vo. Berlin-Friedenau 21.IX. und 3.X.1915.
Zunächst ein längerer Brief an die Malerin Hilla von Rebay in der Domäne Amt Grimnitz (Uckermark bei Groß-Ziethen), die ihm als Freundin des Generals Max von Gallwitz offenbar dabei behilflich sein sollte, an der Front nicht als Soldat, sondern in einer geeigneteren Verwendung beschäftigt zu werden. "... Also wir (Freie Secession) haben für Mitte Januar eine Ausstellung, Gemälde, Plastik, Schwarz-Weiß, beschlossen. Die 'Freie Secession' ist Ihnen wohl bekannt, es ist wohl das Beste darin, was es in Deutschland giebt, die älteren wie Liebermann, Slevogt und auch von den Jüngeren die Besten. Voraussichtlich werde ich in der Jury sein. Was halten Sie davon, wenn ich direkt mal an Excellenz von Gallwitz schreiben würde, ich könnte dann auch näher auseinanderlegen, was ich bei ihm vorhabe. Über letzteres schrieb ich Ihnen ja in meinem letzten Brief. Das Einfachste wäre, wenn Excellenz v. Gallwitz dem Generalkommando mitteilen würde, daß er mich gerne nehmen würde oder wenigstens, daß er damit einverstanden, daß ich zu seiner Armee komme ... Es war sehr schade, daß damals die Sache, wo Herr General [Gerhard] Glokke sich in freundlicher Weise verwandte, damit endete, daß ich vielleicht in der kartographischen Abteilung hätte arbeiten können, um Karten zu zeichnen, was mir nicht sehr interessant erschien. Ich weiß nicht, ob ich Ihnen damals schrieb, daß Liebermann mir ein Schreiben gegeben, in dem Sinne, daß es für die deutsche Kunst der Zukunft sehr zu wünschen wäre, wenn ich als Zeichner oder dgl. draußen zugelassen würde ... Hier geht das Gerücht, Fénéon sei zu Anfang des Krieges im Café im Streit erschossen worden, da er auf die Engländer geschimpft. Ungeheuerlich ...". - Die Postkarte handelt von Lehmbrucks vergeblichem Versuch, Hilla von Rebay telefonisch zu erreichen. - Beiliegend ein eigh. Feldpost-Brief (1 S., Leszno 21.VII.1915) des genannten Artillerie-Generals Max von Gallwitz (1852-1937), ebenfalls an Hilla von Rebay. Er bedankt sich für ihren Brief in Sachen Lehmbruck. "... Sie werden inzwischen wohl aus den Zeitungen erfahren haben, in welche Tätigkeits-Periode er bei mir hineintraf. Es geht sehr lebhaft zu ... Was den Künstler anlangt, so müßen alle Gesuche um Zulassung bei der Front durch den 'Stellvertretenden Großen Generalstab-Berlin' gehen. Es ist den Oberkommandos pp. ausdrücklich verboten, Literaten, Künstler etc. selbständig zuzulaßen. Helfen kann ich nur insofern, als Herr Lehmbruck in seinem Gesuche angeben könnte, daß er zu meiner Armeegruppe zu kommen wünscht, wo ein Kriegszeichner derzeit nicht vorhanden ist, und ich mit seiner Überweisung einverstanden wäre. Ob er nun hier viel Stoff finden wird, dafür kann ich keine Gewähr übernehmen; in letzter Zeit war wohl Gelegenheit. Draußen knallt's ...". - Lehmbruck war zu dieser Zeit als Sanitäter im Hilfslazarett in Friedenau tätig, erhielt aber durch Vermittlung Liebermanns im Dezember 1915 eine Zulassung als Kriegsmaler in Straßburg.


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