Friedrich Wilhelm I., König von Preußen
Brief an die Kaufleute Saturgus. 1736
Los 2691
Schätzung
180€ (US$ 207)
Friedrich Wilhelm I., König von Preußen, der "Soldatenkönig" (1688-1740). Brief m. U. "Fr Wilh" (Paraphe). 1/2 S. 4to. Berlin 31.I.1736.
Dankschreiben an die Kaufleute Saturgus, die dem König zum Jahreswechsel Glückwünsche und weißen Honig gesandt hatten. "... Es ist Mir beydes angenehm gewesen und gratulire Ich Euch ebenfalß, mit anwünschung guter Gesundheit, und vielen Seegen in Eurer Handlung ...". - Gleichmäßig etwas gebräunt.
Friedrich Wilhelm II., König von Preußen
Brief an Friedrich Scherzer in Königsberg. 1786
Los 2692
Schätzung
180€ (US$ 207)
Friedrich Wilhelm II., König von Preußen (1744-1797). Brief m. U. "Fr Wilh". 1/2 S. Mit Trauerrand. Doppelblatt. 4to. Berlin 30.VIII.1786.
Wenige Tage nach dem Tod Friedrichs des Großen (17. August; daher der Trauerrand) an einen Herrn in Königsberg, für dessen Glückwünsche zur Thronbesteigung der neue König sich bedankt. "... Es gereichen Mir solche zu besonderem Wohlgefallen, und versichere Ich Euch dagegen meiner Gewogenheit ...".
Friedrich Wilhelm II., König von Preußen
Brief an den General Graf von Kalckreuth über Deserteure. 1793
Los 2693
Schätzung
120€ (US$ 138)
Friedrich Wilhelm II., König von Preußen (1744-1797). Brief m. U. "Fr Wilhelm". 1 S. Quer-schmal-8vo (8,5 x 20 cm). Feldlager vor Mainz 21.VI.1793.
Im Koalitionskrieg an den Generalleutnant Graf von Kalckreuth. "... ich will Euch hiermit bevollmächtigen, mit dem Chur Pfälzischen General Major Grafen v Minucci eine Convention dahin abzuschließen: daß die Deserteurs von denen würcklich im Felde stehenden Truppen, so lange der gegenwärtige Krieg dauern wird, gegenseitig ausgeliefert werden sollen ...". - Leider 3 Spuren von ehemaligen Reparaturversuchen mit Tesafilm an Faltenrisssen.
Friedrich Wilhelm III., König von Preußen
Bescheid an einen Major. 1821
Los 2694
Schätzung
150€ (US$ 172)
Friedrich Wilhelm III., König von Preußen (1770-1840). Bescheid m. U. "Friedrich Wilh". 3 Zeilen. Doppelblatt. 4to. Berlin 12.II.1821.
An den Major von Sacken, außer Dienst. "Ich kann auf das Gesuch: Ihren Beitrag zur Officier Wittwen Casse aus Meiner Chatoulle berichtigen zu lassen nicht eingehn." - Kleine Faltenrisse.
Gambetta, Léon, französischer Staatsmann, rief 1870 nach der Niederlage bei Sedan die dritte Republik aus (1838-1882). 2 eigh. Billets m. U. "Gambetta" und 2 unregelmäßige Ausschnitte aus größeren, rückseitig von fremder Hand bezeichneten Blättern, das erste rechteckig, das zweite achteckig beschnitten, je 1 S. (Paris) 30.VIII. und 19.IX.1871.
An den Finanzminister Augustin Thomas Joseph Pouyer-Quertier (1820-1891), Begleitschreiben zu Eingaben an diesen; das zweite lautet: "Le Député soussigné prie son Collègue, M. Pouyer-Quertier, ministre des Finances, de vouloir bien faire examiner avec soin la présente demande, dont l'auteur merite tout intérêt, comme s'étant conduit en patriote durant la guerre et ayant été blessé comme officier, enfin comme ruiné par suite de l'annexion". - 1870 hatte Gambetta das besetzte Paris in einem Luftballon von Nadar verlassen, um im Norden Frankreichs Truppen zu organisieren und gegen die Deutschen zu kämpfen; der Waffenstillstand vom 28. Januar 1871 machte Gambettas heroische Anstrengungen zunichte. Er war in der neugewählten Nationalversammlung die treibende demokratische Kraft gegen die royalistische Partei und die Bonapartisten. - Beiliegend ein eigenh. Billet von Gambettas Vater, ein eigenh. Brief seines Onkels in Marseille sowie eine in dritter Person an Gambetta gerichtete Einladung des amerikanischen Geschäftsträgers John Bibelow (1817-1911). Ferner ein eigenh. Brief des spanischen Staatsmannes Emilio Castelar (1832-1899) an Gambetta: "... je suis venu vous voir, et je tiens beaucoup à vous parler. Je renviendrais après demain. La situation de France m'inspire des grands inquiétudes. J'espère que votre optimisme, qui a toujours un grand motif dans votre raisson si claire et votre expérience si mure ma rassuraira un peu. Excussez mon horrible français". - Insgesamt 6 Teile.
Georg Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg
Brief an den Markgrafen Christian von Brandenburg-Bayreuth. 1636
Los 2696
Schätzung
450€ (US$ 517)
Georg Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg (1595-1640). Brief m. U. "E. Ld. Allezeit dienstwilliger Vetter undt Bruder Georg Wilhelm Churfürst". 2 S. Folio. Festung Peitz 22.X.1636.
Mitten im 30jährigen Krieg an den (nicht genannten) Markgrafen Christian von Brandenburg-Bayreuth (1581-1655), der ihm geschrieben hatte, dass sein Sohn, der Erbprinz Erdmann August (1615-1651), sich an den brandenburgischen Hof begeben möchte. Georg Wilhelm wehrt den Wunsch mit der Begründung ab, dass der Berliner Hof sich in die Festung Peitz flüchten mußte, weil die mit Brandenburg verbündete kaiserliche und kursächsische Armee "nach gehaltener Bataille" sich ins Winterquartier bei Halberstadt zurückgezogen habe und Brandenburg mit Ausnahme der Festung Landsberg a. d. Warthe jetzt fast ganz in schwedischen Händen sei. In der Festung Peitz sei es zu eng, als dass der Prinz sich mit seinem und dem brandenburgischen Hofstaat dort "accomodiren" könne. - Interessantes Lagebild aus dem 30jährigen Krieg.
Granville, George L.
Brief an Graf Wolkenstein über die Wiener Weltausstellung. 1872
Los 2697
Schätzung
180€ (US$ 207)
Granville, George L.-G., Earl of, brit. Staatsmann, mehrmals Außen- und Kolonialminister, einer der engsten polit. Freunde Gladstones (1815-1891). Brief m. U. "Granville". 2 S. Doppelblatt. Folio. (London) 5.III.1872.
An den Grafen Wolkenstein, den österreichischen Geschäftsträger in London, dem er die Zustimmung der britischen Regierung zu einem gemeinsamen Projekt anlässlich der Weltausstellung in Wien 1873 mitteilt: "I have the honor to acknowledge the Receipt of your Note of the 3rd ultimo, relative to the Participation of the Danubian Commission in the International Exhibition proposed to be held at Vienna, and I now beg, in reply to state to you, for the information of the Austro Hungarian Gouvernment, that Her Majesty's Government have had much pleasure in instruction Her Majesty's Commissioner to cooperate with the Baron de Schlechter with the above object, which, as Her Majesty's gouvernment understand, will be limited to matters in connection with navigation of the Danube".
Hardenberg, Carl August Fürst von
Früher Brief aus Braunschweig. 1785
Los 2698
Schätzung
150€ (US$ 172)
Hardenberg, Carl August Fürst von, preuß. Staatskanzler und Minister, der große Reformer, vorher Leiter der preußischen Verwaltung in Ansbach-Bayreuth (1750-1822). Eigh. Brief m. U. "Hardenberg Reventlow". 1 S. Doppelblatt. 4to. Braunschweig 5.IV.1785.
In braunschweigischen Diensten eigenhändig an einen "Herrn Vetter". "... habe ich die Ehre angeschlossen die von Serenissimo Denenselben ertheilte Expectanz für Dero Fräul. Tochter zu übermachen und wünsche nichts mehr als die Gelegenheit Ew. Hochwohlgeb. bald einmal persönlich die vollkommene Hochachtung zu bezeugen ...". - Ohne die genannte Beilage. - So früh selten.
Hindenburg, Paul von
Brief an Reinhart Bachofen über die "Jagdgeschichte Steiermarks". 1930
Los 2699
Schätzung
150€ (US$ 172)
Hindenburg, Paul von Beneckendorf und von, Reichspräsident, Feldmarschall, Sieger bei Tannenberg (1847-1934). Brief m. U. "von Hindenburg". 2/3 S. Mit gedrucktem Briefkopf "Der Reichspräsident" und mit Umschlag. Folio. Berlin 26.IX.1930.
An Reinhart Bachofen von Echt (1877-1947) auf Schloß Murstätten, Steiermark. "... Für die Aufmerksamkeit, die Sie und Herr Professor Hoffer mir erneut erwiesen haben durch Zustellung auch des dritten Bandes Ihres gemeinsam verfaßten Werkes 'Jagdgeschichte Steiermarks' sage ich verbindlichsten Dank. Auch hat mich die Aussicht auf Erhalt des später erscheinenden letzten Bandes sehr erfreut! ...". - Das 4bändige Werk erschien 1927-1931 bei Leykam in Graz. - Der Umschlag ist an den Co-Autor Prof. Dr. Wilhelm Hoffer in Graz adressiert.
Joachim Friedrich, Kurfürst von Brandenburg
Brief an das Domkapitel in Magdeburg. 1600
Los 2700
Schätzung
450€ (US$ 517)
Joachim Friedrich, Kurfürst von Brandenburg (1546-1608). Brief m. U. "Manu propria JF". 3 S. Doppelblatt mit Adresse. Folio. Küstrin 25.II.1600.
An das Domkapitel in Magdeburg. Ausführlicher Tadel, dass man aus Magdeburg das Schreiben des kurfürstlichen Kammerdieners Urban Kretzschmann vom 23. August 1699 nicht beantwortet habe. Ermahnt das Kapitel nochmals, seinem treuen Diener Hochachtung zu erzeigen und ihm ihren Consens mitzuteilen, insbesondere angesichts einer bevorstehenden Generalversammlung.
Johann Georg, Herzog von Sachsen-Weißenfels
Zunftbrief für die Freyburger Bäcker-Innung auf Pergament. 1702
Los 2701 [*]
Schätzung
600€ (US$ 690)
Das Bäcker-Handwerk 1702
Johann Georg, Herzog von Sachsen-Weißenfels (1677-1712). Zunftbrief m. U. "Johann Georg". Deutsche Handschrift auf Pergament. 6 Bl., davon 6 S. beschrieben. Mit kalligraphischen Kopfzeilen. Geheftet, mit marmoriertem Papier-Umschlag (dieser beschmutzt und mit Randschäden). Gr. folio. Mit angehängtem großen Lacksiegel an goldfarbener Kordel in einer Wachsschale (Durchschnitt 14 cm; die Wachs-Ränder mit Abbruchstellen). Schloß Neu-Augustusburg in Weißenfels 9.XI.1702.
Bestätigung des Zunftbriefs für die Freyburger Weißbäcker-Innung. In 7 ausführlichen Artikeln werden Rechte und Pflichten der Bäckermeister und Gesellen festgelegt: "I. Wer in Freyburg bey dem Handwerck der WeißBecker Meister werden will, der soll vor das Erste sein Bürger Recht erlangen, ein eigenes Hauß oder eines zur Miethe haben ...". Es werden regelmäßige Einzahlungen in die Innungskasse verlangt, vom Sohn eines Meisters 4, von Fremden 8 Groschen. - II. "So einer eines Meisters Wittbe oder Tochter zur Ehe nimbt und Meister werden soll ...". - III. "Wenn einer dem andern beym Quartalen, welche niemahls auf den Sonn: oder Feyertag, sondern den folgenden Tag darauf gehalten werden sollen ...". - IV. "Welcher Meister das Wochen-Backen auff- und annimmet, der soll die Banck mit guten Semmeln, klein und großen Brodt bey des Raths Strafe genugsamb versehen ...". - V. "So auch ein Meister alhier sich unterstünde, Pfeffer Kuchen zu backen, und er solchen nicht backen könnte, so soll er solchen bey seinen Mit-Meistern und nicht bey einem Frembden kauffen ...". - VI. "Hingegen soll kein Dorff-Becker innerhalb der Meile, Pfeffer-Kuchen, Semmeln und Prezeln oder was Weiß-Backen ist, verkauffen noch verhausiren ...". - VII. "Soll das Handwerck der Weiß-Becker alhier zu Freyburg Jährlich in das hiesige Fürstl. Ampbt 30 gr. mcl: der, vor das #d. Ingwer gegebenen 15 gr. als ein Schuz-Geldt, entrichten ...". - Stellenweise angestaubt; Gebrauchsspuren. - Wertvolle Quelle zur Kultur- und Wirtschaftsgeschichte; das rote Lacksiegel gut erhalten.
Kamerun-Reiseberichte
Manuskript zweier Berichte von einem Marsch durch Kamerun. 1912
Los 2702
Schätzung
1.500€ (US$ 1,724)
Kamerun-Reiseberichte. Zweiteiliges Manuskript. Insges. 29 S. auf 25 losen Blättern. 4to. (Kamerun) 16.IX. - 25.X.1912.
"Reisebericht von Longji nach Jaunde Südkamerun" und "Bericht über meine erste Anwerbereise". Interessante, sehr anschaulich und lebendig geschilderte Fußmärsche des unbekannten Verfassers in Begleitung von eingeborenen Trägern und anderen Bediensteten, hauptsächlich mit dem Ziel, Arbeitskräfte anzuwerben. Der erste Teil beginnt: "Wieder stehe ich vor einem großen Unternehmen. Morgen soll es in den Busch gehen ca. 800 km sind zu Fuß zurückzulegen, unwillkürlich durchrieselt mich ein leises Schaudern und bange Zweifel, ob ich der kolosalen [!] Marschleistung gewachsen bin. Doch mit tausend Stimmen ruft es mich hinaus in den tiefen unerforschten Urwald um alle die Wunder desselben selbst zu erleben, die ich bis jetzt nur aus Büchern kenne ...". Geschildert werden u. a. der Empfang durch den "King" der Najumbas, der ebenso freundliche Empfang auf den gepflegten Dörfern, die den Schreiber begeisternde Landschaft, die Strapazen der vom Schreiber ständig verlangten 25 km Fußmarsch pro Tag (was Konflikte mit seinem Troß von eingeborenen Trägern verursachte), seine tägliche Verpflegung und Unterkunft, Begegnungen mit Engländern und Deutschen bis zum Erreichen des Ziels Jaunde am 29. September 1912. - Noch interessanter ist die Fortsetzung, die des Schreibers Bemühungen schildert, auf den Dörfern Arbeiter anzuwerben. Er beschreibt auch die von ihm beobachtete Behandlung solcher Personen: "Nachmittags passierten einige schwarze Soldaten mit 50 schwarzen Arbeitern das Dorf, in dem ich wohnte. Die Arbeiter waren alle mit einer einzigen Schnur von Hals zu Hals zusammengebunden. Leider muß man zu solchen Mitteln greifen und die Leute vielfach mit Gewalt einfangen, da sich sonst nicht so schnell jemand zur Arbeit einfinden würde. In diesem Monat sind gegen 2000 Träger mit Lasten nach dem neuen Gebiet abmarschiert. Ich glaube von diesen 2000 sind 1900 direkt eingefangen." Beschreibt dann die Sitten der Eingeborenen sowie seine zunehmend gewalttätigeren Versuche, Arbeiter zu rekrutieren; er findet leere Dörfer vor, deren Einwohner vor ihm geflohen waren, und schließlich stellt sich ihm eine große Anzahl bewaffneter Krieger entgegen und verlangt die Rückgabe ihrer rekrutierten Brüder, so daß er schließlich einwilligen muß. Trotz Abratens seiner Begleiter bricht der Schreiber dann zur Fortsetzung seines Vorhabens auf, doch hier brechen die Aufzeichnungen ab. - Wertvolle Schriftquelle über das beschämende Verhalten der Europäer auf dem afrikanischen Kontinent in der "Blütezeit" der Kolonialpolitik.
Katharina II., die Große, Kaiserin von Rußland
Deutscher Brief an Generalleutnant v. Bauer. 1773
Los 2703
Schätzung
1.800€ (US$ 2,069)
Katharina die Große als Kriegsherrin
Katharina II., die Große, Kaiserin von Russland, geb. Prinzessin Sophie Auguste von Anhalt-Zerbst (1729-1796). Eigh. Brief ohne Unterschrift. In deutscher Sprache. 1 S. Doppelblatt mit russ. Adresse und rotem Lacksiegel. 4to. O. O. 20.VIII.1773.
An einen ihrer Vertrauten, den deutschstämmigen Generalleutnant Friedrich Wilhelm von Bauer. "... Ich habe gestern von denen darzu im anfange des Krieges niedergesetzte Herrn einen Plan zu dem künftigjährigen Feldzug gevordert damit alle die differente Comandirs zu waßer und zu lande uniform und zu einem endzweck agiren möchten. Ich wünschte mit ihnen hierüber eine conversation zu haben ...". - Einriss im Adressblatt; sonst gut erhalten.
Kellermann, François-Christophe
Brief als Maréchal de l'Empire, 1806, und Beigabe
Los 2704
Schätzung
250€ (US$ 287)
Kellermann, François-Christophe, Herzog von Valmy, Marschall des Kaiserreichs, stoppte den Vormarsch der Alliierten bei Valmy und brachte damit die Wende im Revolutionskrieg (1735-1820). Brief m. U. "Kellermann". 1/2 S. Mit gedrucktem Briefkopf "Le Maréchal d'Empire Kellermann". 4to. Paris 29.VII.1806.
An Monsieur Goulhot, Chef der 9. Division des Kriegsministeriums. "Je vous recommande avec intérêt ... le François qui vous remettra cette lettre. Si vous pouvez faire quelque chose pour lui, je vous en serai sensiblement obligé ...". - Auf einen Untersatzkarton montiert, vor allem an den Rändern gebräunt und mit geringfüg. Mäusefraß am unteren Rand. - Dabei: Jean-Jacques Regis de Cambacères, Herzog von Parma, Erzkanzler des Kaiserreichs und Regierungschef Frankreichs unter Napoleon (1753-1824). Brief m. U. "Cambacères". 1/3 S. Kl. 4to. Paris 11.II.1813. - An Herrn Kuhn, "Conseiller du Baillage" in Wandsleben, Bezirk Magdeburg, im Königreich Westphalen. Herr Gossler habe ihm mitgeteilt, dass Kuhns Pachtvertrag 1815 auslaufe. Er habe sich ein Arrangement überlegt und werde es Kuhn mitteilen. - Kleiner Papierklebstreifen am Rand; sonst ordentlich erhalten. - Ferner beiliegend ein mit Holzschnitten illustriertes Urlaubs- und Entlassungsformular der französischen Rhein- und Mosel-Armee, 5. Division, 84. Infanterie-Brigade, für den Leutnant Barthelemy Bravet. Unterzeichnet von einem General und 9 Kriegskommissaren und Offizieren des Verwaltungsrates der genannten Brigade. Mit rotem Lacksiegel und bildlicher Darstellung von Revolutionssoldaten links und rechts vom Textteil. Dürkheim "le Vingt Septième jour du mois de Pluviose l'An Cinq de la République Française". - Dekoratives Dokument der Revolutionsarmee vor Napoleon.
Milde, Carl August
Große Sammlung von Lebensdokumenten. 1840-1861
Los 2705
Schätzung
1.800€ (US$ 2,069)
Milde, Carl August, bedeutender schlesischer Industrieller und liberaler preuß. Politiker, Kattunfabrikant, Direktor der Warschau-Wiener Eisenbahn, Gründer der "Dresdener Zeitung", 1848 Präsident der preuß. Nationalversammlung und Handelsminister (1805-1861). Große Sammlung von Dokumenten zu seiner politischen Laufbahn und wirtschaftlichen Tätigkeit. Ca. 180 Blatt, davon ca. 320 S. beschrieben. Meist folio, ferner 4to und gr. 8vo. 1823-1861.
"K. Milde-Erinnerungen. I. Politisches aus den Jahren 1848-1861. - II. Wirtschaftliches aus den 40er und 50er Jahren" (Umschlagtitel des Konvoluts). Briefe, Brief-Abschriften, Konzepte zu Briefen, Manifesten, Veröffentlichungen etc., gesammelt und handschriftlich kommentiert entweder von seinem Schwiegersohn, dem namhaften Staatsrechtslehrer Hermann von Schulze-Gaevernitz (1824-1888) oder dessen Sohn, dem Nationalökonomen und Politiker Gerhart von Schulze-Gaevernitz (1864-1943). 38 meist umfangreiche Briefe Mildes sind an seine Frau Emilie gerichtet, der er ausführlich von seiner Tätigkeit in Politik und Wirtschaft berichtet. Die Briefe und die vielen weiteren Dokumente sind von Mildes Schwiegersohn oder Enkel, Fachleute auf diesem Gebiet, sorgfältig geordnet, teilweise aufgelistet und sachkundig in Regestenform kommentiert. Einige Beispiele für die von Schulze-Gaevernitz verzeichneten Inhalte: "K. Milde (1847). Antrag auf Anbringung einer Petition Seitens des Vereinigten Landtags wegen Errichtung eines Handelsministeriums". - "K. Milde (Wien 21.VI.1850) berichtet als Delegierter des preuß. Ministeriums über Konferenzen mit dem österr. Minister v. Bruck über Zollverfassung u. Handelspolitik (Vertrag mit Preußen). Milde vertritt Preußens Stellung als Haupt des Zollvereins mit Nachdruck" - "Dankschreiben (v. 1.VII.1847) der jüdischen Gemeinde in Breslau anläßlich des mannhaften Eintretens des Abgeordneten Milde für Gewissensfreiheit u. Gleichberechtigung der Konfessionen" . - "Milde, Breslau: Amtliches Exposé an den Minister in Berlin über Österreichs politische u. handelspolitische Lage" (Juni 1855). - "K. Milde an Rudolf v. Auerswald und dessen Antwort" (Juni 1859). - "K. Milde Breslau 15. Sept. 1859. Umfangreicher Brief (31 Seiten), Adresse unbekannt. Das wichtigste Dokument für die Kenntnis der politischen Anschauungen Milde's". - "K. Milde u. Genossen (Breslau d. 15. Sept. 1856). Aufruf zur Anlage von Baumwollspinnereien in Schlesien". - "K. Milde (ca. 50er Jahre). Über Bedeutung u. Notwendigkeit des Papiergeldes". - "Schilderung u. Geschichte der Baumwollfabrikation in England (unvollständig)". - Beiliegend 1 eigh. Beileidsschreiben (4.IV.1862) des preußischen Politikers und zeitweiligen Ministerpräsidenten Rudolf von Auersbach an die Tochter Carl August Mildes nach dessen Tod. - Ferner beiliegend 3 gedruckte Flugblätter und Aufrufe. - Einige Blätter beschädigt. - Sehr reichhaltiges, wertvolles Material zur preußischen Politik und Wirtschaftsgeschichte im Zeitraum 1840-1861.
Moltke, Helmuth Graf von
Brief an einen Oberamtmann, den er besuchen will. 1872
Los 2706
Schätzung
180€ (US$ 207)
Moltke, Helmuth Graf von, preuß. Generalfeldmarschall, Chef des Generalstabs, Träger beider Klassen des Ordens pour le Mérite sowie weiterer 43 internationaler Orden; auch Schriftsteller, als genialer Stratege maßgeblich am Erfolg der drei deutschen Einigungskriege beteiligt (1800-1891). Eigh. Brief m. U. "Gr Moltke". 1 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. Berlin 11.IV.1872.
An einen Oberamtmann, den er gemeinsam mit seinem Neffen aufsuchen will. "... wegen des Reichstags muß ich den Sonntag benutzen, um hier abzukommen, u. am Montag zurück sein. Ich werde daher am 14. d. M. meinen Neffen zu Ihnen bringen. Da derselbe Morgens von Lübeck abreisend erst nach 3 Uhr in Magdeburg anlangt, so treffen wir leider zu der etwas unbequemen Stunde Abends 6 Uhr 40 ... ein." Der Adressat möge einen Wagen zum Bahnhof schicken. "... Auch muß ich Ihre Gastfreundschaft für eine Nacht in Anspruch nehmen, u. hoffe nur, daß ich Ihnen dadurch keine Umstände mache ...".
Ohyama, Tsunakai, Botschafter des Kaiserreichs Japan in Wien (dort tätig 1892-1895). 5 eigh. Briefe m. U. "T. Ohyama". In franz Sprache. Zus. 7 S. Mit Briefkopf "Légation du Japan à Vienne". Gr. 8vo. (Wien) März - 8. Nov.1893.
An die Wiener Salonnière Rosa von Gerold. Sehr freundliche Briefe über deren Einladungen, über die Geburt seines Sohnes und andere Nachrichten, Erwähnt im August die herrschende Cholera-Epidemie.
Passy, Frédéric
Brief an Wilhelm Ulhmann über eine Antikriegs-Broschüre. 1869
Los 2708
Schätzung
150€ (US$ 172)
Der erste Friedensnobelpreisträger
Passy, Frédéric, franz. Politiker, Humanist und Pazifist, gemeinsam mit H. Dunant der erste Träger des Friedensnobelpreises (1822-1912). Eigh. Brief m. U. "Frédéric Passy". 31/2 S. Mit Briefkopf "Ligue Internationale et Permanente de la Paix". Doppelbl. Gr. 8vo. Paris 29.IV.1869.
Wohl an Wilhelm Ulhmann, der ihm eine Schrift "Der Krieg" anlässlich eines französischen Preisausschreibens übersandt hatte. "... Je mets de cote l'enveloppe contenant le nom de l'auteur, et je vais, ne lisant guère bien l'allemand à mon grand regret, faire lire ce travail afin d'en avoir une première idée ...". Er wisse nicht, ob die Jury auch Schriften akzeptieren werde, die schon vor Beginn des Preisausschreibens gedruckt wurden. "... Ce que je puis vous assurer, c'est que, quelle que soit sa décision à cet égard, la Ligue de la Paix sera toujours reconnaissante de tout ce qui sera fait pour aider à la ... des idées quelle défend ... Je vous adresse par la poste quelques exemplaires de notre programme ...". - In Straßburg war kurz zuvor eine Broschüre erschienen: "Der Krieg. Rede gehalten den 25. April 1869. Von Athanasius Coquerel". - Alle Friedensbemühungen waren vergeblich: im folgenden Jahr brach der Deutsch-französische Krieg aus. - Etwas geknittert.
Peters, Carl, dt. Kolonialpolitiker, Gründer der Kolonie Deutsch-Ostafrika (1856-1918). Eigh. Brief m. U. "Carl Peters". 2 S. Doppelblatt mit illustr. Briefkopf des Hotels "Bayerischer Hof". Gr. 8vo. München 23.VI.1907.
An einen Freund. "... Schon ehe ich erfuhr, daß Sie heute Abend hier ankommen, hatte ich eine Einladung zu einem Künstlerfest angenommen. Ich habe nun den Auftrag, Sie dringendst ebenfalls dorthin einzuladen; und hoffe sehr, Sie dort zu sehen. Dr. Rosenthal will versuchen, Sie am Bahnhof etwa im Hotel Deutscher Kaiser heute Abend noch zu sehen. Das Fest ist bei Herrn Weigand, Sternwarteweg 3 ...". - Peters, der 1897 wegen schwerer Vergehen in Afrika unehrenhaft aus dem Reichsdienst entlassen worden war, lebte seit 1896 in England und setzte von dort aus seine wirtschaftsorientierte Kolonialpolitik fort. - Beiliegend Peters' gedruckte Visitenkarte sowie 4 Bl. mit Text-Fragmenten von anderen Händen zum Thema Kolonialpolitik und Peters.
Ernst II., Herzog von Sachsen-Coburg-Gotha
Eigenhändiger Brief aus Dresden. 1839
Los 2710 [*]
Schätzung
200€ (US$ 230)
Sachsen-Coburg. - Ernst II., Herzog von Sachsen-Coburg-Gotha, hier noch als Prinz (1818-1893). Eigh. Brief m. U. "Ernst HzSCG". 51/2 S., Tinte mit Goldstaub. 2 Doppelbl. 8vo. Dresden 16.VIII.1839.
Als 21jähriger Prinz aus Dresden, wo er ab November in einem sächsischen Kavallerie-Regiment und bei Hofe eine musikalisch-kulturelle Ausbildung erhielt. An einen nicht genannten Vertrauten über einen ausgedehnten Briefwechsel mit diversen, nicht leicht zu identifizierenden Personen.
Starhemberg, Ludwig Fürst von, österr. Diplomat, Patenkind Ludwigs XV. von Frankreich, österr. Botschafter in London, lebte in Österreich auf seinen Schlössern Eferding und Dürnstein (1762-1833). Eigh. Brief m. U. "Starhemberg". In engl. Sprache. 3 S. 4to. Wien 29.XII.1814.
An einen Herrn, über dessen Briefe er sich sehr gefreut habe. "... I shall always remember the few moments we passed together in this country and I am still in hope we shall sooner or latter [!] meet in England and see there a little more of each other ...". Der kurze Aufenthalt habe in seiner Familie einen tiefen Eindruck hinterlassen, und man sei glücklich über jeden seiner Briefe. - Dabei: Derselbe. Eigh. Billet mit Namenszug am Kopf. In franz. Sprache. 1/2 S. 4to. (London?) o. J. - "Le C: de Starhemberg présente son hommage respectueux à Mylady ... et a L'honneur de l'informer qu'en conséquence de quelques scrupules du Clergé anglais le baptême fini pour demain sera différé ...".
Wilhelm I., Deutscher Kaiser
2 eigenhändige Briefe. 1868
Los 2712 [*]
Schätzung
350€ (US$ 402)
Wilhelm I., Deutscher Kaiser, König von Preußen (1797-1888). 2 eigh. Briefe m. U. "Wilhelm". Zus. 4 S. Doppelbl. Gr. 8vo. Baden-Baden 13.X. und 11.XI.1868.
Noch vor der Kaiserkrönung eigenhändig an einen Vertrauten. "Hierbei sende ich Ihnen den Brief für Grf. Keller, dem ich Sie also bitte das Ordens Päkchen beizufügen u. auf der Adresse das von mir offen gelassene :sig: - auszufüllen, - um am 18ten d. M. beides dem Gefreiten [?] zu übergeben. - Mein Telegramm hat Sie Ihrem Wunsche u. richtiger Ansicht gemäß, authorisirt, dem Grf Bendern [?] die Dönhoffjade zur Erledigung zu übergeben, was mir freilich nicht angenehm war, da Sie in Abwesenheit desselben, die Sache korrekter u. fester geleitet haben würden! Wir haben hier 5 wundervolle Herbsttage genossen, heute scheint es sich aber ändern zu wollen ...". - Der zweite Brief handelt von Korrespondenzen innerhalb der Familie, die durchgesehen werden sollen, wobei die Königinmutter und die Königin genannt werden.
Wilhelm I., Deutscher Kaiser
Urkunde zur Ordensverleihung. 1874
Los 2713
Schätzung
180€ (US$ 207)
Wilhelm I., Deutscher Kaiser, König von Preußen (1797-1888). Urkunde m. U. "Wilhelm". 1 S. Doppelblatt mit Wappen in Blindprägung. Folio. Berlin 18.I.1874.
Verleihung des Roten Adler-Ordens II. Kl. mit Eichenlaub an den Generalmajor Alexander Eberhard Frhr von Medem, Kommandant von Mainz. - Leicht gebräunt.
Wilhelm I., Deutscher Kaiser, König von Preußen
Ordensverleihung an den Freiherrn Christoph von Godin. 1877
Los 2714
Schätzung
150€ (US$ 172)
Wilhelm I., Deutscher Kaiser, König von Preußen (1798-1988). Urkunde m. U. "Wilhelm". 1 S. Mit blindgepr. Majestätssiegel. Folio. Schloß Benrath 5.IX.1877.
"Wir ... haben dem Königlich Bayerischen Oberstleutnant Christoph Freiherrn von Godin, à la suite des Generalstabes und Chef der Abtheilung für die persönlichen Angelegenheiten im Kriegs-Ministerium, Unsern Königlichen Kronen-Orden zweiter Klasse verliehen ...". - Ordentlich erhalten.
Wilhelm II., Deutscher Kaiser, König von Preußen
Eigenhändiger Telegramm-Text an den König von Italien. 1902
Los 2715
Schätzung
800€ (US$ 920)
Wilhelm II., Deutscher Kaiser, König von Preußen (1859-1941). Eigh. Telegramm-Text m. U. "William". In engl. Sprache. 1/2 S. (Bleistift). Auf einem Formular mit gekröntem Adler, "Telegramm Sr. Majestät des Kaisers und Königs". O. O. 19.VII.1902.
Nach dem Einsturz des Campanile von Venedig eine Art Kondolenz-Telegramm an den König von Italien, Victor Emanuel III. "... I beg to express my sincerest regrets at the fall of the Campanile of Venice. the loss of this fine old piece of architecture, the ancient landmark of the marvellous town stirs the heart of everybody who has once been within the walls of Venice. If you do not consider it pushing on my side I would be happy to offer to join in the ranks of your subjects with a contribution for the restauration. Au revoir soon. William". - Sehr ungewöhnliches Dokument in der Geschichte der deutsch-italienischen Beziehungen.
Wilhelm II., Deutscher Kaiser, König von Preußen
Porträtfoto-Postkarte zusammen mit Hermine, Prinzessin Reuß. 1933
Los 2716
Schätzung
150€ (US$ 172)
Wilhelm II., Deutscher Kaiser, König von Preußen (1859-1941). Porträtfoto-Postkarte mit den Signaturen "Wilhelm I.R." und "Hermine" auf der Bildseite. Montiert in einen zeitgenöss. Papp-Rahmen. (Doorn 1933).
Die Aufnahme zeigt den Ex-Kaiser Wilhelm mit seiner zweiten Frau, der verwitweten Prinzessin Hermine von Schönaich-Carolath, sowie mit einer Enkelin, jeweils eingehakt in Winterkleidung vor einer Schlossfassade stehend. - Die Einrahmung (mit leichten Gebrauchsspuren) auf der Rückseite mit kurzen Erläuterungen zum Bild versehen.
Barks, Carl, US-amerikan. Maler und Comic-Zeichner der Disney-Cartoons, legendärer Schöpfer der Donald-Duck-Familie und nach einhelliger Fan-Meinung der beste Zeichner der Disney-Comics seit den 1950er Jahren (1901-2000). Eigh. Signatur "Carl Barks" (mit Filzstift) auf einem Farbfoto, das als Weihnachtsgruß verschickt wurde. 17,5 x 8,8 cm. O. O. (wohl um 1985).
Das Foto zeigt den Künstler in ganzer Figur, im Lehnstuhl sitzend, hinter ihm stehend "Bill" und "Kappy", die ebenfalls signiert haben; alle drei bei dem Aufdruck "Happy Holidays. Carl Barks Studio". Im Hintergrund Donald-Bilder an der Wand. - Beiliegend eine unbenutzte Postkarte von der Ausstellungstournee "Wer ist Carl Barks" mit farbiger Donald-Duck-Szene. Auch unter diesem Bild die Signatur "Carl Barks", die hier aber wohl gedruckt ist.
Behmer, Marcus
Sehr umfangreicher Brief an Madame Dédé über seine graphische Produktion. 1920
Los 2718
Schätzung
300€ (US$ 345)
Behmer, Marcus, Graphiker, Illustrator, Schrift- und Buchkünstler (1879-1958). Eigh. Brief m. U. "Marcus Behmer". 2 S., sehr eng beschrieben. Auf bräunlichem Papier mit dem Emblem "M B" in Rotdruck. Berlin-Charlottenburg 28.XI.1920.
Äußerst umfangreicher Brief an "Madame Dédé", eine Mäzenin, die er auch als "Neveuchen" und "liebes Ogchen" anredet. Sehr ausführlich über seine graphische Produktion sowie Pläne und Projekte. Anfangs berichtet er über den Druck einer Kartoffelblüte. "... Letzten Sonntag habe ich wieder die Kartoffelblüte gedruckt, und sende Ihnen ... 60 Drucke davon. Sie sind auf verschiedenen Büttenpapieren gedruckt ...". Einige Versuche habe er auch gemacht, in Blau zu drucken. "... ich schicke einige davon mit, der Kuriosität halber, denn schön sind sie ja nicht. Schön läßt sich Blau nur mit Ultramarin drucken, aber das enthält chemische Stoffe, die das Kupfer occidieren und dem Blatt deshalb gefährlich sind. - Ich habe alle Drucke unterschrieben, wenn Sie nichts dagegen haben ...". Sendet ihr auch verschiedene Druckplatten. "... als Verpackung benutze ich ein Exemplar der 'Ilsebill', die Sie vielleicht noch nicht gesehen haben. - Einen Ersatzdruck der 'Seligen Sehnsucht', die ich Leni s. Z. brachte, schicke ich Ihnen bald ... inzwischen, teures Ogchen, sind auch die herrlichen und völlig unerwarteten Kartoffeln eingetroffen ... Nächst dem Spender aller guten Gabe sei Ihnen, liebes Ogchen, mein Dank- und Lobgesang dargebracht ...". Zitiert dann den Text seiner "Lob- und Dank-Kantate", die er kommentiert, bevor er ausführlich auf Buchhändler und Drucker (z. B. Otto von Holten) zu sprechen kommt. Weitere Themen füllen den Brief, darunter auch ein heftiges Glatteis in Berlin. - Reichhaltiger Brief aus Behmers produktivster Periode.
Campendonk, Heinrich
Brief an den Maler Fritz Schaefler über Künstlervereinigungen. 1919
Los 2719
Schätzung
450€ (US$ 517)
Campendonk, Heinrich, Maler und Graphiker (1889-1957). Eigh. Brief m. U. "Campendonk". 11/2 S., eng beschrieben. Gr. 4to. Seeshaupt 24.I.1919.
An den Maler (Fritz) Schaefler über Neugründungen von Künstlervereinigungen. "... Es ist schön, daß Sie nun die jungen Maler in M. sammeln wollen. - Ich hatte wohl den Gedanken, einmal Ähnliches zu tun, nachdem [Curt] Lahs mir von vielen jungen Malern erzählt hatte ... An eine Neugründung habe ich aber nie gedacht, sondern nur an die Möglichkeit daß diese Leute früher oder später der 'Neuen Sezession' sich anschließen könnten. Der 'N.S.' bin ich nun als Mitglied beigetreten ... Ich kenne mich vor lauter Neugründungen ... nicht mehr aus. Herrn Klee schreiben Sie am besten selbst. Soviel ich beurteilen kann, halte ich seinen Beitritt ... für ausgeschlossen ...". - Gelocht.
Chagall, Marc
Briefkarte an Hilla Rebay von Ehrenwiesen. 1947
Los 2720
Schätzung
450€ (US$ 517)
Chagall, Marc, russ.-frz. Maler, Graphiker und Keramiker (1887-1985). Eigh. Briefkarte m. U. "Marc Chagall". In franz. Sprache. 1 S. 8vo. New York 18.IX.1947.
An Hilla von Rebay (eigentlich Hildegard Baronin Rebay von Ehrenwiesen, 1890-1967), deutsch-amerikanische Malerin, Kunstsammlerin und Mäzenin, Gründungsdirektorin der Solomon R. Guggenheim Foundation und beteiligt an der Planung des Guggenheim Museums. "... Je suis reconnaissant de tout mon coeur pour Votre prête genereux du tableau 'Paris par la fênetre [sic]'. Je Vous envoie un petit dessin qui est le premier esquisse pour le tableau 'la femme enceinte' de 1912 qui se trouve dans le Mussee [!] Municipale d'Amsterdam (salle Regnault) ...". - Beiliegend ein Briefumschlag von 1937, beschriftet von Hilla von Rebay als Vertreterin der Guggenheim Foundation, den sie für den Maler Pablo Picasso mit seiner Absender-Adresse vorbereitet hatte.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
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