Granville, George L.
Brief an Graf Wolkenstein über die Wiener Weltausstellung. 1872
Los 2697
Schätzung
180€ (US$ 207)
Granville, George L.-G., Earl of, brit. Staatsmann, mehrmals Außen- und Kolonialminister, einer der engsten polit. Freunde Gladstones (1815-1891). Brief m. U. "Granville". 2 S. Doppelblatt. Folio. (London) 5.III.1872.
An den Grafen Wolkenstein, den österreichischen Geschäftsträger in London, dem er die Zustimmung der britischen Regierung zu einem gemeinsamen Projekt anlässlich der Weltausstellung in Wien 1873 mitteilt: "I have the honor to acknowledge the Receipt of your Note of the 3rd ultimo, relative to the Participation of the Danubian Commission in the International Exhibition proposed to be held at Vienna, and I now beg, in reply to state to you, for the information of the Austro Hungarian Gouvernment, that Her Majesty's Government have had much pleasure in instruction Her Majesty's Commissioner to cooperate with the Baron de Schlechter with the above object, which, as Her Majesty's gouvernment understand, will be limited to matters in connection with navigation of the Danube".
Hardenberg, Carl August Fürst von
Früher Brief aus Braunschweig. 1785
Los 2698
Schätzung
150€ (US$ 172)
Hardenberg, Carl August Fürst von, preuß. Staatskanzler und Minister, der große Reformer, vorher Leiter der preußischen Verwaltung in Ansbach-Bayreuth (1750-1822). Eigh. Brief m. U. "Hardenberg Reventlow". 1 S. Doppelblatt. 4to. Braunschweig 5.IV.1785.
In braunschweigischen Diensten eigenhändig an einen "Herrn Vetter". "... habe ich die Ehre angeschlossen die von Serenissimo Denenselben ertheilte Expectanz für Dero Fräul. Tochter zu übermachen und wünsche nichts mehr als die Gelegenheit Ew. Hochwohlgeb. bald einmal persönlich die vollkommene Hochachtung zu bezeugen ...". - Ohne die genannte Beilage. - So früh selten.
Hindenburg, Paul von
Brief an Reinhart Bachofen über die "Jagdgeschichte Steiermarks". 1930
Los 2699
Schätzung
150€ (US$ 172)
Hindenburg, Paul von Beneckendorf und von, Reichspräsident, Feldmarschall, Sieger bei Tannenberg (1847-1934). Brief m. U. "von Hindenburg". 2/3 S. Mit gedrucktem Briefkopf "Der Reichspräsident" und mit Umschlag. Folio. Berlin 26.IX.1930.
An Reinhart Bachofen von Echt (1877-1947) auf Schloß Murstätten, Steiermark. "... Für die Aufmerksamkeit, die Sie und Herr Professor Hoffer mir erneut erwiesen haben durch Zustellung auch des dritten Bandes Ihres gemeinsam verfaßten Werkes 'Jagdgeschichte Steiermarks' sage ich verbindlichsten Dank. Auch hat mich die Aussicht auf Erhalt des später erscheinenden letzten Bandes sehr erfreut! ...". - Das 4bändige Werk erschien 1927-1931 bei Leykam in Graz. - Der Umschlag ist an den Co-Autor Prof. Dr. Wilhelm Hoffer in Graz adressiert.
Joachim Friedrich, Kurfürst von Brandenburg
Brief an das Domkapitel in Magdeburg. 1600
Los 2700
Schätzung
450€ (US$ 517)
Joachim Friedrich, Kurfürst von Brandenburg (1546-1608). Brief m. U. "Manu propria JF". 3 S. Doppelblatt mit Adresse. Folio. Küstrin 25.II.1600.
An das Domkapitel in Magdeburg. Ausführlicher Tadel, dass man aus Magdeburg das Schreiben des kurfürstlichen Kammerdieners Urban Kretzschmann vom 23. August 1699 nicht beantwortet habe. Ermahnt das Kapitel nochmals, seinem treuen Diener Hochachtung zu erzeigen und ihm ihren Consens mitzuteilen, insbesondere angesichts einer bevorstehenden Generalversammlung.
Johann Georg, Herzog von Sachsen-Weißenfels
Zunftbrief für die Freyburger Bäcker-Innung auf Pergament. 1702
Los 2701 [*]
Schätzung
600€ (US$ 690)
Das Bäcker-Handwerk 1702
Johann Georg, Herzog von Sachsen-Weißenfels (1677-1712). Zunftbrief m. U. "Johann Georg". Deutsche Handschrift auf Pergament. 6 Bl., davon 6 S. beschrieben. Mit kalligraphischen Kopfzeilen. Geheftet, mit marmoriertem Papier-Umschlag (dieser beschmutzt und mit Randschäden). Gr. folio. Mit angehängtem großen Lacksiegel an goldfarbener Kordel in einer Wachsschale (Durchschnitt 14 cm; die Wachs-Ränder mit Abbruchstellen). Schloß Neu-Augustusburg in Weißenfels 9.XI.1702.
Bestätigung des Zunftbriefs für die Freyburger Weißbäcker-Innung. In 7 ausführlichen Artikeln werden Rechte und Pflichten der Bäckermeister und Gesellen festgelegt: "I. Wer in Freyburg bey dem Handwerck der WeißBecker Meister werden will, der soll vor das Erste sein Bürger Recht erlangen, ein eigenes Hauß oder eines zur Miethe haben ...". Es werden regelmäßige Einzahlungen in die Innungskasse verlangt, vom Sohn eines Meisters 4, von Fremden 8 Groschen. - II. "So einer eines Meisters Wittbe oder Tochter zur Ehe nimbt und Meister werden soll ...". - III. "Wenn einer dem andern beym Quartalen, welche niemahls auf den Sonn: oder Feyertag, sondern den folgenden Tag darauf gehalten werden sollen ...". - IV. "Welcher Meister das Wochen-Backen auff- und annimmet, der soll die Banck mit guten Semmeln, klein und großen Brodt bey des Raths Strafe genugsamb versehen ...". - V. "So auch ein Meister alhier sich unterstünde, Pfeffer Kuchen zu backen, und er solchen nicht backen könnte, so soll er solchen bey seinen Mit-Meistern und nicht bey einem Frembden kauffen ...". - VI. "Hingegen soll kein Dorff-Becker innerhalb der Meile, Pfeffer-Kuchen, Semmeln und Prezeln oder was Weiß-Backen ist, verkauffen noch verhausiren ...". - VII. "Soll das Handwerck der Weiß-Becker alhier zu Freyburg Jährlich in das hiesige Fürstl. Ampbt 30 gr. mcl: der, vor das #d. Ingwer gegebenen 15 gr. als ein Schuz-Geldt, entrichten ...". - Stellenweise angestaubt; Gebrauchsspuren. - Wertvolle Quelle zur Kultur- und Wirtschaftsgeschichte; das rote Lacksiegel gut erhalten.
Kamerun-Reiseberichte
Manuskript zweier Berichte von einem Marsch durch Kamerun. 1912
Los 2702
Schätzung
1.500€ (US$ 1,724)
Kamerun-Reiseberichte. Zweiteiliges Manuskript. Insges. 29 S. auf 25 losen Blättern. 4to. (Kamerun) 16.IX. - 25.X.1912.
"Reisebericht von Longji nach Jaunde Südkamerun" und "Bericht über meine erste Anwerbereise". Interessante, sehr anschaulich und lebendig geschilderte Fußmärsche des unbekannten Verfassers in Begleitung von eingeborenen Trägern und anderen Bediensteten, hauptsächlich mit dem Ziel, Arbeitskräfte anzuwerben. Der erste Teil beginnt: "Wieder stehe ich vor einem großen Unternehmen. Morgen soll es in den Busch gehen ca. 800 km sind zu Fuß zurückzulegen, unwillkürlich durchrieselt mich ein leises Schaudern und bange Zweifel, ob ich der kolosalen [!] Marschleistung gewachsen bin. Doch mit tausend Stimmen ruft es mich hinaus in den tiefen unerforschten Urwald um alle die Wunder desselben selbst zu erleben, die ich bis jetzt nur aus Büchern kenne ...". Geschildert werden u. a. der Empfang durch den "King" der Najumbas, der ebenso freundliche Empfang auf den gepflegten Dörfern, die den Schreiber begeisternde Landschaft, die Strapazen der vom Schreiber ständig verlangten 25 km Fußmarsch pro Tag (was Konflikte mit seinem Troß von eingeborenen Trägern verursachte), seine tägliche Verpflegung und Unterkunft, Begegnungen mit Engländern und Deutschen bis zum Erreichen des Ziels Jaunde am 29. September 1912. - Noch interessanter ist die Fortsetzung, die des Schreibers Bemühungen schildert, auf den Dörfern Arbeiter anzuwerben. Er beschreibt auch die von ihm beobachtete Behandlung solcher Personen: "Nachmittags passierten einige schwarze Soldaten mit 50 schwarzen Arbeitern das Dorf, in dem ich wohnte. Die Arbeiter waren alle mit einer einzigen Schnur von Hals zu Hals zusammengebunden. Leider muß man zu solchen Mitteln greifen und die Leute vielfach mit Gewalt einfangen, da sich sonst nicht so schnell jemand zur Arbeit einfinden würde. In diesem Monat sind gegen 2000 Träger mit Lasten nach dem neuen Gebiet abmarschiert. Ich glaube von diesen 2000 sind 1900 direkt eingefangen." Beschreibt dann die Sitten der Eingeborenen sowie seine zunehmend gewalttätigeren Versuche, Arbeiter zu rekrutieren; er findet leere Dörfer vor, deren Einwohner vor ihm geflohen waren, und schließlich stellt sich ihm eine große Anzahl bewaffneter Krieger entgegen und verlangt die Rückgabe ihrer rekrutierten Brüder, so daß er schließlich einwilligen muß. Trotz Abratens seiner Begleiter bricht der Schreiber dann zur Fortsetzung seines Vorhabens auf, doch hier brechen die Aufzeichnungen ab. - Wertvolle Schriftquelle über das beschämende Verhalten der Europäer auf dem afrikanischen Kontinent in der "Blütezeit" der Kolonialpolitik.
Katharina II., die Große, Kaiserin von Rußland
Deutscher Brief an Generalleutnant v. Bauer. 1773
Los 2703
Schätzung
1.800€ (US$ 2,069)
Katharina die Große als Kriegsherrin
Katharina II., die Große, Kaiserin von Russland, geb. Prinzessin Sophie Auguste von Anhalt-Zerbst (1729-1796). Eigh. Brief ohne Unterschrift. In deutscher Sprache. 1 S. Doppelblatt mit russ. Adresse und rotem Lacksiegel. 4to. O. O. 20.VIII.1773.
An einen ihrer Vertrauten, den deutschstämmigen Generalleutnant Friedrich Wilhelm von Bauer. "... Ich habe gestern von denen darzu im anfange des Krieges niedergesetzte Herrn einen Plan zu dem künftigjährigen Feldzug gevordert damit alle die differente Comandirs zu waßer und zu lande uniform und zu einem endzweck agiren möchten. Ich wünschte mit ihnen hierüber eine conversation zu haben ...". - Einriss im Adressblatt; sonst gut erhalten.
Kellermann, François-Christophe
Brief als Maréchal de l'Empire, 1806, und Beigabe
Los 2704
Schätzung
250€ (US$ 287)
Kellermann, François-Christophe, Herzog von Valmy, Marschall des Kaiserreichs, stoppte den Vormarsch der Alliierten bei Valmy und brachte damit die Wende im Revolutionskrieg (1735-1820). Brief m. U. "Kellermann". 1/2 S. Mit gedrucktem Briefkopf "Le Maréchal d'Empire Kellermann". 4to. Paris 29.VII.1806.
An Monsieur Goulhot, Chef der 9. Division des Kriegsministeriums. "Je vous recommande avec intérêt ... le François qui vous remettra cette lettre. Si vous pouvez faire quelque chose pour lui, je vous en serai sensiblement obligé ...". - Auf einen Untersatzkarton montiert, vor allem an den Rändern gebräunt und mit geringfüg. Mäusefraß am unteren Rand. - Dabei: Jean-Jacques Regis de Cambacères, Herzog von Parma, Erzkanzler des Kaiserreichs und Regierungschef Frankreichs unter Napoleon (1753-1824). Brief m. U. "Cambacères". 1/3 S. Kl. 4to. Paris 11.II.1813. - An Herrn Kuhn, "Conseiller du Baillage" in Wandsleben, Bezirk Magdeburg, im Königreich Westphalen. Herr Gossler habe ihm mitgeteilt, dass Kuhns Pachtvertrag 1815 auslaufe. Er habe sich ein Arrangement überlegt und werde es Kuhn mitteilen. - Kleiner Papierklebstreifen am Rand; sonst ordentlich erhalten. - Ferner beiliegend ein mit Holzschnitten illustriertes Urlaubs- und Entlassungsformular der französischen Rhein- und Mosel-Armee, 5. Division, 84. Infanterie-Brigade, für den Leutnant Barthelemy Bravet. Unterzeichnet von einem General und 9 Kriegskommissaren und Offizieren des Verwaltungsrates der genannten Brigade. Mit rotem Lacksiegel und bildlicher Darstellung von Revolutionssoldaten links und rechts vom Textteil. Dürkheim "le Vingt Septième jour du mois de Pluviose l'An Cinq de la République Française". - Dekoratives Dokument der Revolutionsarmee vor Napoleon.
Milde, Carl August
Große Sammlung von Lebensdokumenten. 1840-1861
Los 2705
Schätzung
1.800€ (US$ 2,069)
Milde, Carl August, bedeutender schlesischer Industrieller und liberaler preuß. Politiker, Kattunfabrikant, Direktor der Warschau-Wiener Eisenbahn, Gründer der "Dresdener Zeitung", 1848 Präsident der preuß. Nationalversammlung und Handelsminister (1805-1861). Große Sammlung von Dokumenten zu seiner politischen Laufbahn und wirtschaftlichen Tätigkeit. Ca. 180 Blatt, davon ca. 320 S. beschrieben. Meist folio, ferner 4to und gr. 8vo. 1823-1861.
"K. Milde-Erinnerungen. I. Politisches aus den Jahren 1848-1861. - II. Wirtschaftliches aus den 40er und 50er Jahren" (Umschlagtitel des Konvoluts). Briefe, Brief-Abschriften, Konzepte zu Briefen, Manifesten, Veröffentlichungen etc., gesammelt und handschriftlich kommentiert entweder von seinem Schwiegersohn, dem namhaften Staatsrechtslehrer Hermann von Schulze-Gaevernitz (1824-1888) oder dessen Sohn, dem Nationalökonomen und Politiker Gerhart von Schulze-Gaevernitz (1864-1943). 38 meist umfangreiche Briefe Mildes sind an seine Frau Emilie gerichtet, der er ausführlich von seiner Tätigkeit in Politik und Wirtschaft berichtet. Die Briefe und die vielen weiteren Dokumente sind von Mildes Schwiegersohn oder Enkel, Fachleute auf diesem Gebiet, sorgfältig geordnet, teilweise aufgelistet und sachkundig in Regestenform kommentiert. Einige Beispiele für die von Schulze-Gaevernitz verzeichneten Inhalte: "K. Milde (1847). Antrag auf Anbringung einer Petition Seitens des Vereinigten Landtags wegen Errichtung eines Handelsministeriums". - "K. Milde (Wien 21.VI.1850) berichtet als Delegierter des preuß. Ministeriums über Konferenzen mit dem österr. Minister v. Bruck über Zollverfassung u. Handelspolitik (Vertrag mit Preußen). Milde vertritt Preußens Stellung als Haupt des Zollvereins mit Nachdruck" - "Dankschreiben (v. 1.VII.1847) der jüdischen Gemeinde in Breslau anläßlich des mannhaften Eintretens des Abgeordneten Milde für Gewissensfreiheit u. Gleichberechtigung der Konfessionen" . - "Milde, Breslau: Amtliches Exposé an den Minister in Berlin über Österreichs politische u. handelspolitische Lage" (Juni 1855). - "K. Milde an Rudolf v. Auerswald und dessen Antwort" (Juni 1859). - "K. Milde Breslau 15. Sept. 1859. Umfangreicher Brief (31 Seiten), Adresse unbekannt. Das wichtigste Dokument für die Kenntnis der politischen Anschauungen Milde's". - "K. Milde u. Genossen (Breslau d. 15. Sept. 1856). Aufruf zur Anlage von Baumwollspinnereien in Schlesien". - "K. Milde (ca. 50er Jahre). Über Bedeutung u. Notwendigkeit des Papiergeldes". - "Schilderung u. Geschichte der Baumwollfabrikation in England (unvollständig)". - Beiliegend 1 eigh. Beileidsschreiben (4.IV.1862) des preußischen Politikers und zeitweiligen Ministerpräsidenten Rudolf von Auersbach an die Tochter Carl August Mildes nach dessen Tod. - Ferner beiliegend 3 gedruckte Flugblätter und Aufrufe. - Einige Blätter beschädigt. - Sehr reichhaltiges, wertvolles Material zur preußischen Politik und Wirtschaftsgeschichte im Zeitraum 1840-1861.
Moltke, Helmuth Graf von
Brief an einen Oberamtmann, den er besuchen will. 1872
Los 2706
Schätzung
180€ (US$ 207)
Moltke, Helmuth Graf von, preuß. Generalfeldmarschall, Chef des Generalstabs, Träger beider Klassen des Ordens pour le Mérite sowie weiterer 43 internationaler Orden; auch Schriftsteller, als genialer Stratege maßgeblich am Erfolg der drei deutschen Einigungskriege beteiligt (1800-1891). Eigh. Brief m. U. "Gr Moltke". 1 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. Berlin 11.IV.1872.
An einen Oberamtmann, den er gemeinsam mit seinem Neffen aufsuchen will. "... wegen des Reichstags muß ich den Sonntag benutzen, um hier abzukommen, u. am Montag zurück sein. Ich werde daher am 14. d. M. meinen Neffen zu Ihnen bringen. Da derselbe Morgens von Lübeck abreisend erst nach 3 Uhr in Magdeburg anlangt, so treffen wir leider zu der etwas unbequemen Stunde Abends 6 Uhr 40 ... ein." Der Adressat möge einen Wagen zum Bahnhof schicken. "... Auch muß ich Ihre Gastfreundschaft für eine Nacht in Anspruch nehmen, u. hoffe nur, daß ich Ihnen dadurch keine Umstände mache ...".
Ohyama, Tsunakai, Botschafter des Kaiserreichs Japan in Wien (dort tätig 1892-1895). 5 eigh. Briefe m. U. "T. Ohyama". In franz Sprache. Zus. 7 S. Mit Briefkopf "Légation du Japan à Vienne". Gr. 8vo. (Wien) März - 8. Nov.1893.
An die Wiener Salonnière Rosa von Gerold. Sehr freundliche Briefe über deren Einladungen, über die Geburt seines Sohnes und andere Nachrichten, Erwähnt im August die herrschende Cholera-Epidemie.
Passy, Frédéric
Brief an Wilhelm Ulhmann über eine Antikriegs-Broschüre. 1869
Los 2708
Schätzung
150€ (US$ 172)
Der erste Friedensnobelpreisträger
Passy, Frédéric, franz. Politiker, Humanist und Pazifist, gemeinsam mit H. Dunant der erste Träger des Friedensnobelpreises (1822-1912). Eigh. Brief m. U. "Frédéric Passy". 31/2 S. Mit Briefkopf "Ligue Internationale et Permanente de la Paix". Doppelbl. Gr. 8vo. Paris 29.IV.1869.
Wohl an Wilhelm Ulhmann, der ihm eine Schrift "Der Krieg" anlässlich eines französischen Preisausschreibens übersandt hatte. "... Je mets de cote l'enveloppe contenant le nom de l'auteur, et je vais, ne lisant guère bien l'allemand à mon grand regret, faire lire ce travail afin d'en avoir une première idée ...". Er wisse nicht, ob die Jury auch Schriften akzeptieren werde, die schon vor Beginn des Preisausschreibens gedruckt wurden. "... Ce que je puis vous assurer, c'est que, quelle que soit sa décision à cet égard, la Ligue de la Paix sera toujours reconnaissante de tout ce qui sera fait pour aider à la ... des idées quelle défend ... Je vous adresse par la poste quelques exemplaires de notre programme ...". - In Straßburg war kurz zuvor eine Broschüre erschienen: "Der Krieg. Rede gehalten den 25. April 1869. Von Athanasius Coquerel". - Alle Friedensbemühungen waren vergeblich: im folgenden Jahr brach der Deutsch-französische Krieg aus. - Etwas geknittert.
Peters, Carl, dt. Kolonialpolitiker, Gründer der Kolonie Deutsch-Ostafrika (1856-1918). Eigh. Brief m. U. "Carl Peters". 2 S. Doppelblatt mit illustr. Briefkopf des Hotels "Bayerischer Hof". Gr. 8vo. München 23.VI.1907.
An einen Freund. "... Schon ehe ich erfuhr, daß Sie heute Abend hier ankommen, hatte ich eine Einladung zu einem Künstlerfest angenommen. Ich habe nun den Auftrag, Sie dringendst ebenfalls dorthin einzuladen; und hoffe sehr, Sie dort zu sehen. Dr. Rosenthal will versuchen, Sie am Bahnhof etwa im Hotel Deutscher Kaiser heute Abend noch zu sehen. Das Fest ist bei Herrn Weigand, Sternwarteweg 3 ...". - Peters, der 1897 wegen schwerer Vergehen in Afrika unehrenhaft aus dem Reichsdienst entlassen worden war, lebte seit 1896 in England und setzte von dort aus seine wirtschaftsorientierte Kolonialpolitik fort. - Beiliegend Peters' gedruckte Visitenkarte sowie 4 Bl. mit Text-Fragmenten von anderen Händen zum Thema Kolonialpolitik und Peters.
Ernst II., Herzog von Sachsen-Coburg-Gotha
Eigenhändiger Brief aus Dresden. 1839
Los 2710 [*]
Schätzung
200€ (US$ 230)
Sachsen-Coburg. - Ernst II., Herzog von Sachsen-Coburg-Gotha, hier noch als Prinz (1818-1893). Eigh. Brief m. U. "Ernst HzSCG". 51/2 S., Tinte mit Goldstaub. 2 Doppelbl. 8vo. Dresden 16.VIII.1839.
Als 21jähriger Prinz aus Dresden, wo er ab November in einem sächsischen Kavallerie-Regiment und bei Hofe eine musikalisch-kulturelle Ausbildung erhielt. An einen nicht genannten Vertrauten über einen ausgedehnten Briefwechsel mit diversen, nicht leicht zu identifizierenden Personen.
Starhemberg, Ludwig Fürst von, österr. Diplomat, Patenkind Ludwigs XV. von Frankreich, österr. Botschafter in London, lebte in Österreich auf seinen Schlössern Eferding und Dürnstein (1762-1833). Eigh. Brief m. U. "Starhemberg". In engl. Sprache. 3 S. 4to. Wien 29.XII.1814.
An einen Herrn, über dessen Briefe er sich sehr gefreut habe. "... I shall always remember the few moments we passed together in this country and I am still in hope we shall sooner or latter [!] meet in England and see there a little more of each other ...". Der kurze Aufenthalt habe in seiner Familie einen tiefen Eindruck hinterlassen, und man sei glücklich über jeden seiner Briefe. - Dabei: Derselbe. Eigh. Billet mit Namenszug am Kopf. In franz. Sprache. 1/2 S. 4to. (London?) o. J. - "Le C: de Starhemberg présente son hommage respectueux à Mylady ... et a L'honneur de l'informer qu'en conséquence de quelques scrupules du Clergé anglais le baptême fini pour demain sera différé ...".
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